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Orans verlorene Prinzessin - Kapitel 1


 
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Autor Nachricht
Mellicent
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 23
Wohnort: Heidmühle, Niedersachsen


BeitragVerfasst am: 01.05.2019 18:05    Titel: Orans verlorene Prinzessin - Kapitel 1 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ich versuche jetzt einmal mein Glück und stelle das erste Kapitel meines Projektes online. Ich weiß aufjedenfall, dass es noch ziemlich ausbaufähig ist. Einmal habe ich es schon überarbeitet, aber irgendwie genügt mir das nicht, deshalb hoffe ich auf gute Kritik und Verbesserungsvorschläge, die mit weiterhelfen. Das ganze erste Kapitel ist auch ein wenig anders aufgebaut, als die zukünftigen Kapitel die allesamt in der Ich-Version... Erzählung? Keine Ahnung, wie man das genau nennt, stattfinden. Bin mir auch nicht ganz sicher, ob es vielleicht zu verwirrend ist mit den vielen Charaktereren am Anfang. Und da es sich um ein komplettes Kapitel handelt, ist es wahrscheinlich auch lang zu lesen, haha. Laughing

Kapitel 1 - Der Fall

Es war eine kalte und finstere Nacht, die über das Reich Casta lag. Inmitten einer weiten Hügellandschaft streckte sich ein Schloss in den Himmel empor. Umgeben von einem tiefen Burggraben, schützte eine hochgezogene Brücke die Bewohner vor feindlichen Soldaten. Hochoben im Himmel wurden der Vollmond und die Sterne von vorbeiziehenden grauen Wolken verdeckt. Es war fast zu spüren, dass sich eine finstere Macht den Weg zur königlichen Festung suchte.
Alles lag in einer tiefen Stille. Nur das Schreien eines neugeborenen Babys hallte durch die dunklen Gänge und erfüllte das Schloss mit Leben. In einem der Gänge wurde eine große Türe aufgestoßen und ein Mann in goldschimmerndem Gewand, welches so lang war, dass es über den Boden strich, wenn er damit umherlief, trat zu den stillstehenden Wachen heraus.
"Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!", sprach er tief und bestimmend. Die Wachen salutierten und verließen augenblicklich ihre Posten.
"Ist sie nicht wunderschön?"
Im Königsgemach hielt die frischgebackene Mutter ihre weinende Tochter im Arm. Liebevoll strich sie ihr über die Stirn und drückte sie sanft an ihre Brust.
"Das ist sie. So schön, wie ihre Mutter."
Ein Mann mit pechschwarzem Haar stand am Bett, worin die erschöpfte Frau lag und küsste ihr auf die Stirn. Er hob seine Hand und winkte einen kleinen Jungen zu sich. Caillou war ein kleiner Prinz, der mit seinen schwarzen Haaren und giftgrünen Augen ganz seinem stolzen Vater glich. Hastig kletterte er auf das große holzige Bett seiner Eltern. Es war mit vielen Schnörkel verziert und weiße Tücher, welche an den Seiten des Bettes hinab hingen, bewegten sich sanft im Wind, der durch eine offenstehende Glastür herein getragen wurde.
"Langsam mein Junge, pass auf die Kleine auf", sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs.
"Aber warum weint sie? Ist sie traurig?", fragte dieser.
Der kleine Prinz, der die Welt noch mit großen Kinderaugen erkundete, sorgte sich um das neugeborene Wesen, das nun seine Schwester sein sollte.
Der König lachte. Es war ein lautes und offenes Lachen und es schien, als ertönte es durch alle Hallen des Schlosses.
"Nein, sie meint damit", sagte er zu seinem Sohn. "Dass sie am Leben ist und es ihr gut geht. Alle Babys weinen, die neu auf die Welt gekommen sind. Auch du hast geweint."
"Aber sie kann doch auch einfach sagen, dass sie da ist und es ihr gut geht", widersprach Caillou und schaute seine Schwester verständnislos an.
"Sie kann noch nicht sprechen", erklärte ihm seine Mutter.
"Achso", antworte der kleine Prinz und beobachtete weiter seine weinende Schwester.

Weit oben, auf der höchsten Turmspitze des Schlosses, die fast bis zu den Wolken reichte, saß ein schwarzer Rabe. Es war ein stolzes, gefiedertes Tier, das seinen grellen Ruf in die Nacht hinaus schickte. Er spannte seine breiten Flügel und flog mit einem heftigen Aufwind in die dunklen Wolken empor. Seine goldenen Augen funkelten am Nachthimmel. Im Sturzflug sauste er hinab, nah an den Schlossmauern entlang und glitt nur wenige Meter über dem Boden. Mit wenigen Flügelschlägen hielt er sich auf seinem Weg. Es war, als würde er schweben. Das schwarze Tier bahnte sich einen Weg über die weiten Wiesen und Hügel, schlängelte sich durch einen dicht bewucherten Wald, bis die Bäume und Pflanzen lebloser und grauer wurden. Er steuerten eine Festung, eine Burg an, die umgeben von dichten Nebelschwaden in einem braunen Sumpf lag. Eine steinerne Brücke war der einzige Weg, der in das Innere der dunklen Festung führte. Der Rabe schlug mehrmals mit den Flügel, um sich höher zu begeben und eine Turmspitze anzusteuern. Durch ein offenstehendes Fenster gelang er in das Gemach des Turmes.
"Ah, mein Liebling ist wieder da! Sprich zu mir!"
Mit ausgestrecktem Arm empfing ein Meister der Zauberkünste seinen Diener der Nacht. Der Zauberer war in ein tiefes Schwarz gehüllt. Seine Rüstung leuchtete in der Dunkelheit und er trug einen Umhang, den er am Boden hinter sich herzog, wenn er einige Schritte ging. Die Spitzen seiner langen, goldenen Haare ruhten auf seinen Schultern und unterstrichen seine rot-funkelnden Augen. Mit einem einfachen Fingerschnippen brachte er seinen Raben zum Sprechen.
"Die Prinzessin ist geboren!", krächzte das wilde Tier.
Nachdenklich ließ er seinen gefiederten Gefährten wieder in die Lüfte empor steigen und zwirbelte seinen vollen Bart.
"Eine Prinzessin, wie es Taison voraus gesagt hat", sprach er zu sich selbst und dachte an die Vorhersage des Priesters.
"Ein Mädchen wird in einer finsteren Nacht geboren und mit dem lodernden Feuer, dass sie in sich trägt, die Welt wieder zum Strahlen bringen."
Cas schnaufte verächtlich und zitierte zweier seiner Wachen zu sich. Es waren büffelartige Wesen, die mit ihrer Erscheinung eine unbändige Kraft ausstrahlten. Ihre mächtigen Körper waren ganz mit Fell bedeckt und sie gingen auf zwei Hufen. In einer unendlich groß wirkenden Armee präsentierten sie die Kraft ihres Gebieters.
"Dem Königspaar Levendia und Amaroth wurde heute Nacht eine reizende, kleine Tochter geschenkt. Ich will sie, lebend."
Einer der Semtauen klapperte nervös mit seinen Hufen.
"Aber Mylord, wir sollen einer Mutter das Kind rauben?", fragte er und schnaufte durch seine Nüstern. Cas funkelte ihn wütend an, trat auf ihn zu, ohne von seiner Größe eingeschüchtert zu werden. Seine Stimme schnitt wie ein eisiger Wind durch den Raum.
"Du wagst es, die Entscheidung deines Königs infrage zu stellen?"
Der Büffel verbeugte sich und schritt einige Meter zurück.
"Natürlich nicht", sagte er ergeben.
Mit düsterem Blick beobachtete Cas, wie seine Diener den Raum verließen. Er drehte sich um und wandte seinen Blick aus dem Turmfenster.
Mehrere tiefe Glockenschläge donnerten durch die Nacht und ein Heer von Semtauen versammelten sich vor der Festung. Sie machten sich bereit für den Angriff auf das Königreich Oran. Stampfend, in Reih und Glied, durchzogen sie die bewucherten Wälder.

Weit entfernt, in einem Land, indem Raum und Zeit keine Rolle spielten, hatten sich in einem glitzernden Kristallpalast die vier Ältesten versammelt. Es waren die Hüter Castas. Die hochangesehnsten Beschützer dieser Welt.
Ein gewaltiges Wesen, das in seiner Statur mächtiger und gewaltiger als die Armee der Semtauen auftrat, schritt behutsam über den glasigen Boden. Es war auf dem ganzen Körper mit einem schneeweißen Fell bedeckt. Sein Schädel, der viel größer als sein Körper war und fast bis zum Boden reichte, hatte die Länge zwei ausgewachsener Menschenmänner.
"Wir müssen sofort etwas unternehmen! Die Botschaft verbreitet sich bereits im ganzen Land!"
Eine junge Frau schaute den Eisriesen mit ihren schimmernden Augen an. Als sie sich von ihrem diamantbesetzten Thron erhob, fielen ihr, ihre blauen Haare über den Rücken. Es schien, als würde an ihrem Körper ein Meer entlang fließen.
"Wir können nicht viel tun. Cas Armee ist stärker als unsere Truppen.", sagte sie.
Das weiße Geschöpf donnerte mit seiner geballten Faust auf den Tisch, der tief in den Boden verankert war und genauso glasig schimmerte, wie der Rest des Raumes.
"Das ist nicht wahr!", widersprach der Krieger des Eises. "Wir wurden für den Krieg ausgebildet! Für einen Krieg, der ausbrechen wird, wenn wir ihn nicht verhindern!"
Ein Mädchen, fast schon eine junge Frau, bat den Riesen, seine Kraft zu zügeln. Ruhig und ohne Ausdruck sprach sie ihre Bitte aus. Mudge, das Oberhaupt seines Stammes, schwebte über den Boden und redete auf die blaue Schönheit ein.
"Prinzessin Iylia, die Königin und der König sind ihre Freunde, ihre Familie und haben eine Tochter geschenkt bekommen, die vielleicht das heilige Feuer in sich trägt."
Er sah in die Runde. Er sah in die Gesichter der stärksten und gerechtesten Krieger und Kriegerinnen Castas und sprach weiter.
"Es ist in unserem allem Interesse, die Lebensflamme zu schützen und deren Trägerin vor dem Unheil zu bewahren."
Die Prinzessin seufzte und schob ihre Zweifel beiseite. Mit beiden Händen lehnte sie sich auf die glasige Tischplatte und sprach aus, was alle dachten.
"Ich muss mich wohl eurer Bitte beugen. Ihr alle glaubt an unser Land und an den Frieden. So schicken wir unsere Truppen nach Oran, in der Hoffnung, dass kein Blut heute Nacht sinnlos vergossen wird."

In Irul, dem Ausbildungslager für menschliche Soldaten des Landes, übermittelte man dem General, er sollte augenblicklich Truppen ins Königreich Oran aussanden. Wenige Minuten später donnerten unzählige Pferde durch die dunkle Nacht, auf ihnen die stolzen Krieger und Kriegerinnen, die bereit waren, ihren König und seine Familie zu schützen. Im weit entfernten königlichen Schloss wurde die warnende Botschaft durch einen weißen Falken überbracht. Mit weit gespannten Flügeln segelte er oben am Himmel, dicht an den Wolken. Er war wie ein funkelnder Stern, der durch die Wolken blitzte. Sanft ließ er sich auf dem mit grünen Ranken bedeckten Geländer des Balkons nieder, welcher ins königliche Bettgemach führte. Er riss seinen goldenen Schnabel auf und krächzte, um seine Ankunft zu verkünden. Der Priester erblickte das stolze Tier als Erster und entnahm ihm die Schriftrolle, die er in einem dünnen Behälter um den Hals trug.
Der Priester wickelte die Rolle auf und las entsetzt die darauf stehenden Worte. Mit einer Geste bedankte er sich bei dem Falken. Mit leichten Flügelschlägen segelte er zurück in die Wolken, um sie wieder als leuchtender Stern zu beschmücken.
Der Priester wandte sich dem König zu, zog ihn beiseite und warnte ihn in einem kaum hörbaren Ton.
"Euer Majestät, Cas Armee ist auf dem Weg hierher!"
Der König sah zu seiner kleinen Familie. Zu seiner erschöpften Frau, die seine unschuldige Tochter im Arm hielt, zu seinem Sohn, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte. Sein Gesicht war ohne Ausdruck, kalt und nichtssagend. Er wusste, dass seine neugeborene Tochter in Gefahr war.
"Was ist mit unseren Truppen?", fragte er den Priester.
"Ich werde den Notstand ausrufen", antwortete dieser ohne zu zögern. "Die Ältesten haben bereits alle kampfbereiten Krieger hierher geschickt."
Der König wandte sich seiner kleinen Familie zu. Behutsam legte er seine Hand auf die Schulter seiner Königin und strich ihr über das goldene Haar. Durch die Anstrengung der Geburt war es ganz zerzaust und einige Strähnchen klebten ihr an der Stirn. Der König sprach vorsichtig auf seine Liebste ein.
"Levendia, die Semtauen sind auf dem Weg hierher", sagte er leise.
Die Königin zuckte mit ihrer Tochter im Arm zusammen und drückte sie fest an sich. Sie wusste, was das bedeutete. Die Zofe der Königin, eine füllige, immer stets muntere Frau mit blutroten Locken, stand neben dem Bett und lauschte den Worten des Königs.
"Ich werde Sie hinab in die Kellergewölbe führen, euer Majestät. Dort ist es am sichersten", sprach sie entschlossen zum Königspaar. Caillou, der immernoch ganz erstaunt über das kleine Wesen in Mutters Armen war, machte neugierige Augen.
"Warum in den Keller?", fragte er.
Der König ging nicht auf die Frage ein, kniete sich stattdessen vor seinen Sohn und nahm seine Hand. "Caillou, mein Kleiner, hör mir zu. Da draußen lauert eine Gefahr", er streckte seinen Arm aus und zeigte mit seinem Finger auf die offenstehende Balkontür, durch die der nächtliche, kühle Wind seinen Weg ins Zimmer fand. "Du musst Mama und deine Schwester beschützen. Versprichst du mir, dass du das tust?", fragte er seinen Sohn. Caillou war stolz, dass sein Vater ihm das zutraute und nickte heftig mit dem Kopf. Dann kletterte er von dem großen Bett und zog seine Mutter am seidenen Ärmel ihres Kleides.
"Komm, Mama! Wir gehen mit Zofe Anika in die Keller!"
Anika und zwei Wachen, die stets an der Seite des Königs waren, führten die kleine Familie hinunter, die Tiefen des Schlosses. Der König sah seiner Familie nach, voller Hoffnung sie wiederzusehen. Dann wandte er sich wieder seinem Priester zu.
"Taison, ist es dir möglich ein Schutzschild um das Schloss zu errichten?", fragte er ihn.
Der alte Mann strich sich über seinen weißen, langen Bart, der ihm fast bis zur Brust reichte und klopfte überlegend mit seinem Zepter auf den vergoldeten Steinboden.
"Ich weiß nicht, ob meine Magie dafür noch ausreicht, aber ich werde es versuchen. Gebt mir ein wenig Zeit.", sprach er.
Taison trat hinaus auf den königlichen Balkon und erhob sein funkelndes Zepter zu den Wolken. Entschlossen rief er Worte einer fremden Sprache in die kalte Nacht hinaus. Hochoben am Himmel zogen sich die Wolken zusammen, als suchten sie Schutz vor den Rufen des Priesters.
Während Taison seine geballte Kraft zu nutzen, die Königsfamilie zu schützen, orderte der König einer der Wachen vor dem Bettgemach zu sich. Er befahl ihm den Notstand im gesamten Schloss auszurufen. Alle Soldaten des Schlosses sollten sich krampfbereit machen und die Bewohner in Sicherheit bringen.
Der Soldat salutierte vor seinem König und verlor keine weitere Zeit. Hastig stieg er die holzigen Stufen des höchsten Turmes des Schlosses hinauf. Hochoben hing eine silberne, leuchtende Glocke. Sie war seit jeher das Heiligtum, dass die Bewohner vor Unheil warnte.
Es war ein helles, lautes Läuten, dass seinen Ruf durch die Finsternis schickte. Im selben Augenblick prasselte plötzlich ein starker, schwarzer Regen aus dem Himmel her nieder. Jeder im Schloss spürte die Gefahr, doch niemand getraute sich, sie auszusprechen.

Unten in den Kellern wiegte sich die Königfamilie in Sicherheit. Die Königin, die von der Geburt noch ganz geschwächt war, atmete schwer nach den vielen Treppen. Zofe Anika breitete auf dem kalten Fußboden mehrere saubere Decken und Kissen aus, damit sich die Mutter mit ihrem Neugeborenes darauf niederlassen konnte.
"Haben Sie schon einen Namen für den kleinen Engel?", versuchte Anika von der Gefahr abzulenken. Levendia schaute ihre Tochter an. Trotz ihres geschwächten Körpers, ihres schweren Atems und der vielen Haare, die ihr im Gesicht hingen, funkelten ihre Augen bei dem Anblick ihres kleinen Lieblings. Ihr Blick strahlte unendliche Liebe und Zuneigung aus.
"Mellicent soll sie heißen", flüsterte sie laut genug, dass es jeder hören konnte.
"Ein schöner Name für eine Prinzessin", meinte die Zofe.
Caillou kniete sich zu seiner Mama nieder und stützte sich mit seinen kleinen Patschehänden über seine Schwester.
"Hallo kleine Mellicent", sagte er und lächelte das hilflose Wesen an.
Plötzlich erschütterte das Schloss. Die Königsfamilie, die Zofe und die Wachen lauschten angespannt. Es bröselten kleine Steine von den Wänden der Gewölbe, man hatte das Gefühl, dass sich die großen Steine unter dem Boden jeden Moment voneinander lösen könnten und man in eine endlose Tiefe fallen könnte. Doch so schnell das Rumpeln begonnen hatte, hörte es wieder auf. Die Königin atmete erleichert aus, aber wagte es nicht, sich zu rühren. Niemand rührte sich.

Oben im Thronsaal hatte Amaroth einige seiner besten Soldaten versammelt. Er wusste, was bevor stand. Er wusste, dass er einige der Gesichter, die in diesem Moment zu ihm aufsahen, nie wiedersehen würde. Amaroth hatte ein flaues Gefühl im Magen. Er hatte Angst, aber nicht vor dem Kampf. Nein, er hatte Angst um das Leben seiner geliebten Tochter, um das Leben seiner tapferen Frau und um das Leben seines mutigen Sohnes.
"Soldaten", sprach er und erhob sich aus seinem Thron. Um seine silberne Rüstung trug er einen schwarzen Umhang, der knapp bis zum Boden reichte. Als wären die Kacheln etwas Heiliges, dass man nicht berühren durfte, tänzelten die Spitzen des Umhangs leicht darüber.
"Cas Armee ist auf dem Weg hierher, ebenso die Krieger und Kriegerinnen unseres Reiches! Sie kommen, um uns im Kampfe gegen das Böse beizustehen!"
Amaroth machte eine kurze Pause, bevor er weiter sprach. Er ließ seinen Blick durch den Saal schweifen und schaute in die Gesichter seiner mutigen Untertanen.
"Heute Nacht kämpfen wir für unser Königreich, für unsere Heimat und für die Prinzessin!"
Er stachelte seine Truppen an, auf das sie im Kampfe sowohl Tapferkeit, als auch Stärke beweisen würden. All das, wofür ihr Königreich stünde. Die Soldaten jubelten ihrem König zu und versprachen innerlich, heute Nacht würde kein Blut sinnlos vergossen werden.
Plötzlich wurde eine große holzerne Tür aufgestoßen und Priester Taison trat herein. Erschöpft stützte er sich auf seinem Zepter ab und fiel fast zu Boden bei dem Versuch einige Schritte auf seinen König zuzugehen. Zwei Soldaten, die ihn in den Thronsaal begleitet hatten, reagierten schnell und halfen ihm bei seinem Weg. Amaroth schaute Taison besorgt an.
"Ich konnte ein Schutzschild errichten", keuchte der Priester. "Doch es hat viele meiner Kräfte geraubt und die Semtauen versuchen bereits den Schild zu durchbrechen."
Amaroth, der nicht wusste, dass die Armee der Dunkelheit bereits einen Weg in sein Schloss suchte, schaute den erschöpften Mann entsetzt an.
"Sie sind schon hier?", fragte er.
Taison konnte nur nicken. Der König versuchte Haltung zu bewahren und deutete seinem Priester, er solle sich auf den Thron niederlassen, da er kaum stehen konnte. Mit schweren Beinen ließ der alte Mann sich auf den königlichen Stuhl fallen und schloss erschöpft die Augen. König Amaroth bemerkte die plötzliche Unruhe, die im Saal herrschte. Die Soldaten wurden unruhig und warteten auf Anweisungen. Der General, ein kräftiger Mann, trat aus der Menschenmasse hervor und sah zu seinem König auf.
"Euer Majestät", redete er aufrichtig auf den König ein.
"Castas Truppen sind noch nicht hier. Wir sind vielleicht nicht stark genug, um gegen sie anzutreten, aber wir können dennoch versuchen, sie daran zu hindern ins Schloss einzudringen." Der General sprach in einem castianischen Akzent. Die Worte, die aus seinem Mund kamen, rollten sanft über seine Zunge. Er erklärte dem König, dass es im Schloss viele Waffen gab, die man zur Verteidigung nutzen konnte und von denen die Semtauen nicht wussten, dass sie existierten. Sie könnten es als eine Art Überraschung nutzen und die feindlichen Krieger so überwältigen. Amaroth schaute nachdenklich, während er die Worte seines Generalen lauschte. Er beschloss Umaruths Vorschlag ernst zunehmen und sie umzusetzen. Er hatte diesen Mann schließlich nicht ohne Grund zum Generalen ernannt.
So befehligte der General seine Truppen die hiesigen Waffen zu aktivieren und zu nutzen. In dieser Zeit machte sich König Amaroth ebenfalls kampfbereit. Er deutete den zwei Wachen, die den Priester in den Thronsaal begleitet haben, ihn weiterhin zu schützen. Zwei weitere Wachen folgten ihm durch die langen Gänge des Schlosses, hinaus zu den königlichen Ställen. Man sattelte Amaroths Pferd und legte seinem treuen Begleiter eine Rüstung an, die ebenso silbern funkelte wie seine. Von weit her ertönte plötzlich das Brüllen hunderter Büffelkrieger. Es war wie ein scharfer Schrei, der die Nacht durchriss. Sie waren wütend, sie wollten ihrem Herrscher huldig sein und keinesfalls enttäuschen. Doch der Schutzschild um das Schloss herum, hinderte sie daran, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Königin Levendia zuckte mit ihrer kleinen Tochter im Arm zusammen. Sie war eine starke, tapfere Kriegerin, doch in diesem Moment fühlte sie sich nur als eine schwache, erschöpfte Mutter, die eben ihre Tochter zur Welt gebracht hatte. Sie hatte furchtbare Angst. Sie wollte nicht, dass ihrer Familie etwas zu stößt. Sie wollte nicht begreifen, dass unzählige, unschuldige Menschen bereit waren, ihr Leben für sie aufs Spiel zu setzen. Sie wollte so ein großes Opfer nicht erwarten. Zofe Anika legte beruhigend eine Hand auf den zitternden Arm der Königin.
"Macht Euch keine Sorgen", sagte sie.
"Ihnen und Ihren Kindern wird nichts passieren."
Dabei zweifelte sie selbst an ihren Worten. Sie versuchte eine treue und mutige Dienerin zu sein, aber sie erkannte die große Gefahr, die von Cas ausging. Ihm bedeuteten unschuldige Leben nichts mehr. Sie wusste, um an die Kräfte der neugeborenen Prinzessin zukommen, würde er sie auch töten.
Der kleine Prinz spürte die Unruhe, die alle um ihn herum ausstrahlten. Er kaute auf seiner Unterlippe herum und begann nervös mit seinen Füßen zu wackeln. Caillou fragte sich, wie er denn den Erwartungen seines Vaters standhalten sollte. Wie er denn seine Mutter und seine Schwester beschützen sollte, wenn er denn selbst noch so klein war. Nichteinmal ein Schwert konnte er halten, wenn es darauf ankommen würde.

Außerhalb des Schlosses traten die Büffel immer noch voller Zorn auf die magische Mauer ein. Mit ihren Schilden, Schwertern und Hufen traten sie danach. Erst als der Ruf eines Horns durch die Nacht hallte, hielten sie inne und lauschten. Es war der Ruf ihrer Feinde, der Krieger und Kriegerinnen Castas. Hochoben auf den Hügeln, die rundherum um das Schloss reichten, präsentieren sie sich nach und nach stolz auf ihren Pferden. Angeführt von Prinzessin Iylia, die bereit war, ihr Leben für ihre Freunde zulassen. Eine Flagge reichte in den dunkeln Himmel empor, darauf das Zeichen des Reiches Casta. Das Wappen präsentierte nicht nur die Ehre und den Mut der Krieger, seit Jahrhunderten präsentierte es auch den Frieden, der im Reich herrschte und kein Mensch, der an das Gute glaubte, würde zulassen, dass der langanhaltende Frieden heute Nacht fallen würde.
Eine unheimliche Stille breitete sich zwischen den einst befreundeten Völkern aus. Keiner wagte es, in die Augen seines Feindes zu blicken, denn sie wussten alle, dass sie Kinder des Reiches Casta waren. Die Semtauen fühlten sich verraten von ihrem König und hintergangen von ihrem Land. Sie wussten, was sie taten war falsch. Sie hatten das Ziel eine Familie entzwei zu reißen, dabei stand ihr Land jeher als das Zeichen der Familie und Freunschaft. Doch ihr Glauben wurde getrübt, als ihr König einen Groll und einen ausgewachsenen Hass gegen das Königspaar Orans entwickelte und seine Wut an seinen Untertanen ausließ. Niemand hatte ihnen beigestanden, Niemand hatte Cas rechtzeitig aufgehalten. So hielten sie sich an an ihr letztes Gebot, dass ihnen noch blieb. Daran, ihrem König bis an ihr Lebensende zu dienen.
Ein Kriegesschrei von Königin Iylia zeriss die gefährliche Stille. Es war das Zeichen für den Angriff. Hunderte Soldaten schrien in die finstere Nacht und erhoben ihre Schwerter. Die Hufen der Pferde donnerten über die Hügel hinab. Die Semtauen schauten sich um und stellten entsetzt fest, dass sie eingekesselt waren. Sie hatten nicht bedacht, dass das Schloss Oran in einem Tal lag, doch sie fassten sich und brüllten. Einige von ihnen blieben an der Stelle stehen und traten weiter auf den Schild ein. Sie spürten die Bedrängnis im Rücken, dass ihnen die Zeit abgeschnitten wurde, ins Schloss einzudringen und ihrem Herrscher das zubringen, worauf er so gierig war. Die restlichen Semtauen, es waren immernoch hunderte von ihnen, rannten auf die menschlichen Krieger zu. Es war, als würde die Luft angespannt sein, Blitze zwischen den verfeindeten Kriegern abgeben. Als würden sich die Völker gegenseitig aufladen, um bereit für den entscheidenden Schlag zu sein. Doch die Semtauen waren den Menschen körperlich weit überlegen und mit ihren geballten Kräften gelang es vielen von ihnen Soldaten Castas mit einem Schlag vom Pferd zu reißen. Die am Boden liegenden Menschen traten den Schlägen der Büffelkrieger mit Schilden entgegen, doch nicht allen geling der gegen Angriff. In wenigen Minuten wurden die ersten Tropfen Blut vergossen und Pfützen der Unschuldigen bildeten sich auf den immer blühenden Wiesen. Einige Menschenkrieger kämpften strategisch, wichen den Angriffen der Semtauen aus, Andere versuchten ihre Kräfte mit denen der Büffel zu duelieren. Es war ein Anblick des Grauens. Die Menschen waren in der Überzahl, doch hatten sie keine Chance gegen die gewaltige Kraft die eine ganze Armee der Semtauen ausstrahlte.

Im Schlosshof klapperten Hufe über den steinernen Boden. Es war das stolze Tier des Königs, welcher sich auf dem Rücken seines Gefährten befands. Er war bereit, seinen Feinden gegenüber zu treten, sobald das Schild gebrochen war. Es war nur noch eine Frage der Zeit. Die Standhaftigkeit der schützenden Wand war abhängig von den Kräften des Priester, doch dieser lag erschöpft hinter den Schlossmauern verborgen. Die Soldaten im Schloss hatten alles gegeben um die feindliche Meute in Schach zu halten. Doch ihre Waffen hatten ihre Kraft verbraucht und so hatten sie nur noch die Möglichkeit des Wartens. Alle, die sich auf den Mauern des Schlosses positionierten hatten, beobachteten angespannt das Bild, das sich vor ihnen bot. Sie sahen, dass die Semtauen ihnen überlegen waren. Einigen schauderte es bei dem Gedanken, gegen sie antreten zu müssen. Doch sie waren alle bereit ihrem König im Kampfe zur Seite zu stehen.
Da geschah es. Wie ein Spiegel in einzelnen Glasscheiben zerbrach der schimmernde Schild vor dem königlichen Schloss. DIe Büffel stießen Siegesschreie empor.
"Lasst die Zugbrücke her runter!", rief König Amaroth seinen Leuten zu. Sie taten, wie ihnen befohlen. Das einzige Hinderniss, dass sich noch zwischen Amaroth und den feindlichen Soldaten befand, wurde aus eigener Hand niedergelegt. Mit einem entschlossenen Gesichtsaudruck zog der König sein Schwert. Sein Pferd bäumte sich auf, als präsentierte es sich ebenfalls für den Kampf. Als würde es vom Wind getragen werden, führte es seinen Reiter in den Kampf.

In den Kellergewölben ließen nur die Kampfgeräusche erahnen, was sich oberhalb abspielte. Die Königsfamilie war eng zusammen gerückt, die Soldaten hielten sie immer Fest im Blick, ihre Hände griffbereit auf ihren Schwertern. Zofe Anika hatte sich ebenfalls auf den Boden gekniet und wagte es nicht, weiter beruhigende Worte für die Königin auszusprechen.
"Ich hab Angst", flüsterte Caillou irgendwann in die Stille und drückte sich an seine Mutter. Er konnte und wollte nicht an die Bitte seines Vaters denken, denn genauso wie seine Schwester, war er ein kleines, unschuldiges Kind. Königin Levendia sagte sich in Gedanken, sie müsse sich zusammen reißen für ihre Kinder. Sie lockerte ihren Griff, mit dem sie ihre schlafende Tochter hielt und legte einen Arm um ihren Prinzen.
"Uns wird nichts passieren", sagte sie behutsam.
"Dein Vater wird uns beschützen."
Sie glaubte an ihre Worte, sie glaubte an ihren Mann. Sie wusste, er war ein geschickter Schwertkämpfer und nicht leicht unterzukriegen.

Am dunklen Himmel durchbrach der schwarze Rabe die Wolken. Ein Semtaue, der eine noch viel mächtigere Erscheinung als seine Artgenossen ausstrahlte, streckte seinen Arm aus, damit das gefiederte Tier darauf landen konnte. Das graue Fell des Kriegers war mit einzelnen Blutflecken bedeckt, doch es waren nicht seine Wunden, die sich ergossen. Es war das Blut unschuldiger Soldaten, die das Königreich verteidigen wollten.
"Überbring dem Meister die Botschaft, dass wir den Schild durchbrochen haben, aber uns Soldaten im Weg stehen."
Mit diesen Worten krächzte der Rabe laut auf, schlug kräftig mit seinen Flügeln und stieg wieder in die Wolken empor.
Cas erreichte die Botschaft schnell und ihm passte es überhaupt nicht, was er zu Ohren bekam. Mit einer unbezähmbaren Wut musste er feststellen, dass man geahnt hatte, dass er das Königsschloss angreifen würde. Doch er spürte, dass die Prinzessin nicht fortgebracht wurde, sondern sie sich im Schloss befand. Sicher hofften sie dort auf ihre Sicherheit.
"Ihr Narren!" Er sprach es aus, als würden seine Feinde vor ihm stehen und er ihnen spöttisch ins Gesicht lachen.
Seine Sohlen hallten auf dem Steinboden, als er mit stolzen Gang auf eine kleine, hölzerne Truhe zu ging und sie öffnete. Es befand sich ein Stück Stoff darin. Es war aus Seide, nicht größer als eine Handfläche. Ein Teil eines Kleides der Königin, dass Cas bei ihrer letzten Begegnug ihr heimlich entnommen hat. Jetzt wendete er es an, um sich an dem Ort, an dem sich die Königin befand, zu teleportieren. Er war davon überzeugt, dass dort, wo sie sich beand, auch die Prinzessin aufhielt. Keine Mutter würde ihr Neugeborenes aus den Augen lassen. Cas war ein geübter und mächtiger Magier, es war ihm ein leichtes vor seinem geistigen Auge ein Bild seiner Levendia zu zeichnen. Mit geschlossenen Augen sprach er den Zauber aus.
"Levindia Sivintias!"

Die Königin hörte Schritte, die auf die verschlossene Kellertür zu kamen. Die Soldaten zogen ihre Schwerter und stellten sich schützend vor die Königsfamilie, als die Tür aufgerissen wurde und der schwerverletzte König zu Boden stürtzte. Mit letzter Kraft hatte er es geschafft sich in die Keller zu flüchten, dorthin wo seine Familie sich befand. Eine breite Blutlache bildete sich um dem am Boden liegenden Amaroth. Seine Verletztung war tief und zog sich quer über seinen Bauch. Die Rüstung, die ihn vor Angriffen schützen sollte, hatte den Kräften der Semtauen nicht stand gehalten. In einzelnen Teilen war sie zu Boden gefallen. Für seine Feinde war es ein Leichtes gewesen, denn sonst so mächtigen König auszuschalten.
Die Königin stieß einen Schrei aus. Die Zofe nahm die kleine Prinzessin schützend in ihre Arme und zog auch den kleinen Prinzessin zu sich.
Levindia vergaß all ihre Erschöpfung und Ängste und stürzte zu ihrem König, der am Boden lag. Ein Soldat riss ein großen Stück Stoff von seinem Ärmel und verband die Wunde des Königs damit, so gut es ging. Er wollte die Blutung stoppen. In der Angst um ihren geliebten König bemerkte Niemand, dass in der Zwischenzeit eine weitere Person den Raum betreten hatte. Sie war in einem schwarzen Umhang gehüllt und versteckte sich in einer dunklen Ecke. Es war Cas, gewillt die Prinzessin an sich zu nehmen, doch die Zofe hielt sie weiterhin fest in den Armen. Wäre er außerhalb der Schlossmauern, wäre es ihm ein Leichtes gewesen seine Fähigkeiten einzusetzen, doch trotz des Kampfes, umgab das Schloss eine positive Energie, die ihn schwächte. Er zog seine Kraft aus Hass und Wut. Seine Quelle war in dieser Umbegung versiegt.

Auf dem Schlachtfeld verteidigte Königin Iylia das Königsschloss, so gut sie konnte. Sie hoffte, dass König Amaroth es geschafft hatte, sich in Sicherheit zu bringen. Durch einen Hinterhalt und einem gezielten Schlag, konnte sie den Semtauen, der ihren König und engsten Freund bedroht hatte, niederstrecken. Sie hatte ihm schon im Tode gesehen, da tauchte Priester Taison auf. Er hatte es geschafft, seine Kräfte vollständig zu regenieren und konnte König Amaroth durch einen einfachen Zauber schützen. Wie ein Engel hatte Prinzessin Iylia den Priester in diesem Moment gesehen. Doch es war keine Zeit gewesen, um sich zu bedanken. Um sie herum bildete sich ein Anblick des Grauens. Viele ihrer tapferen Krieger und Kriegerinnen waren gefallen. Ihre Armee war in der Überzahl gewesen, doch musste sie sich eingestehen, dass sie in diesem Kampf viele unschuldige Menschenleben aufs Spiel gesetzt hatte. Ausdauernd und tapfer kämpfte sie weiter, dabei hatte sie keinen Überblick mehr über ihre Handlungen. Sie erkannte nicht, gegen wen sie jetzt auswich und für wen sie zum Schlag ausholte. Sie war überrascht, dass sie noch lebte und sich auf ihrem Körper nur kleine Wunden ergossen. Ihr blaues Haar wirbelte wild im Kampf umher und umschloss sie immer wieder wie eine schützende Mauer.

Unterdes hielt die Königin ihren Amaroth in den Armen, weinte und flehte, dass er weiter leben würde. Unter Tränen sprach sie zu ihm, sagte ihm, dass seine Familie ihn brauchte.
Caillou drückte sich an die Zofe und vergrub sein Gesicht in ihre Arme. Er war klein, aber verstand, was um ihn herum geschah. Er wollte weinen, doch konnte nicht. Sein Verstand sagte ihm, dass er ein Prinz sei und stark sein musste. Er wollte so sein, wie Vater es immer von ihm erwartet hatte. Wenn es darauf ankam, wollte er seine Familie beschützen. Es machte ihn wütend, dass er dazu zu klein war.
In seinem Versteck horchte Cas auf. Er spürte das Erzürnen des Kleinen und verlor keine Zeit. Mit einem geschickten Zauber verstärkte er die Gefühle des jungen Prinzen und zog seine Kräfte daraus. Caillou war entsetzt und noch wütender. Er war wütend auf sich selbst, denn seine Mutter hatte ihm gelehrt, das dies kein gutes Gefühl sei und das Böse nährt. Er begann zu weinen, obwohl er es nicht wollte, doch er konnte nichts dagegen tun.
Nachdem Cas sich einige Augenblicke genährt hatte und das Schauspiel vor seinen Augen beobachtet hatte, kam er aus seinem Versteck.
"Prinzessin Levendia", sprach er und schritt gezielt auf die Königin zu. Unter Tränen spürte Levendia die Gefahr im Raum und erhob sich.
"Wer sind Sie? Was wollen Sie?", fragte sie den Fremden entschlossen.
"Eine Schande, dass du einen alten Freund nicht wiedererkennst!"
Cas entledigte sich seiner schwarzen Verhüllung und drohte der Königin.
"Ich will deine Tochter und du wirst sie mir geben!"
Seine Worte ließen keine Widerrede zu. Entschlossen streckte er seine Hände empor und richtete seine aufgeladene Energie gegen die Wachen, die das Leben ihres Königs retten wollten. Sie wollten ihre Schwerter ziehen und sich verteidigen, doch gegen diese Magie hatten sie keine Chance. Kraftlos glitten sie zu Boden.
"Dein Sohn schenkt mir Kraft, Levendia", sprach er zur Königin.
"Hast du ihm nicht gelehrt, aus was ich meine Energie ziehe?"
Caillou erblickte den Magier mit fassungslosen Kinderaugen. War das das Böse, vor dem Mutter ihn immer beschützen wollte? Vor dem sie ihn gewarnt hatte? Und er gab ihm Kraft? Cas zielte mit seiner Energie auf den Sohn der Königin. Levendia erkannte sofort sein Vorhaben und warf sich im letzten Moment zwischen die elektrisierenden Blitze und ihrem geliebten KInd. Doch ihr Gegenzauber kam nicht gegen den Zorn, der sich in Cas verankert hatte, an. Auch sie ging kraftlos zu Boden und bewegte sich nicht mehr. Caillou wollte weinen, seiner Mutter helfen, doch er wusste nicht, wie. Sie lag dort, nur wenige Meter von ihm entfernt. Er fühlte sich an den Steinboden gefesselt, vor Angst gelähmt. Cas schritt auf den kleinen Jungen zu und schaute ihm in die Augen. Caillou hatte das Gefühl, der Blick des dunklen Magiers würde ihm die Kehle durchschneiden, so eindringlich und kalt war er.
"Deine Mutter hat sich für dich geopfert, obwohl du es nichtmal würdig bist", sagte Cas zu dem Kleinen. Cailou hatte Angst, dass der Zauberer nocheinmal versuchen würde, seine Kräfte gegen ihn zu bündeln, doch stattdessen richtete Cas seine Energie gegen die Zofe, die die kleine Prinzessin im Arm hielt. Die Zofe erkannte seine Absichten, drückte die Prinzessin schützend gegen ihre Brust und kehrte Cas den Rücken zu. Die geladene Kraft wurde nicht an die Prinzessin weitergeleitet. Ohne Leben stürzte Anika auf die kalten Steine unter ihren Füßen. Das Neugeborene fiel aus ihren leblosen Armen. Ohne Schutz lag sie am Boden und weinte herzzerreißend. Cas blieb ruhig, er hatte ohnehin nicht die Absicht, das kleine Wesen zu töten. Er wollte lediglich ihre Kräfte in seinen Besitz bringen. Cas griff schon nach der kleinen Prinzessin, da durchfuhr ihn von den Füßen rauf ein stechender Schmerz. Der kleine Caillou, hatte es gewagt ihm auf die Füße zu treten. Ein leichter, aber für den Moment effektiver Angriff. Ohne weiteres Zögern schnappte der Kleine sich seine weinende Schwester und rannte durch die offenstehende Kellertür. Er rannte so schnell er konnte und sah dabei nicht zurück. Cas war im dicht auf den Fersen. Caillou hatte das Ziel, seine Schwester in Sicherheit zu bringen. Vater hatte gesagt, er solle sie beschützen. Er konnte Mutter nicht beschützen, aber das unschuldige Wesen in seinen Armen wird er in Sicherheit bringen. Er erinnerte sich, dass seine Mutter ihm einmal einen Raum im Schloss gezeigt hatte. Er war sehr groß gewesen, eine goldene Tür führte hinein und darin befanden sich viele Portale, die in verschiedene Reiche führten, hatte sie ihm erklärt. Wenn er nur wüsste, wo sich dieser Raum befand. Wenn er es nur schaffte durch eines dieser Portale zu gehen, vielleicht waren sie dann beide in Sicherheit. Er rannte die endlosen Gänge entlang, in der Hofnung, den Raum zu finden. Seine Schwester weinte in seinen Armen.
"Ganz ruhig", schnaufte er sie an.
"Ich bringe dich in Sicherheit!"
Gezielt, mit schnellen Schritten verfolgte Cas den kleinen Prinzen und seine Schwester. Immer wieder richtete er Blitze auf sie, doch der traf nur Wände, Böden und Gegenstände.
Als Caillou um die nächste Ecke bog, hoffend, dass sich dort die gesuchte Tür befand, leif  er Priester Taison in die Arme.
"Komm mit mir", sprach er zu dem Jungen, nahm ihn bei der Hand und führte ihn durch eine hölzerne Tür, wieder viele Steinstufen hinunter.
"Geht es der Prinzessin gut?", fragte Taison den Jungen, während sie weiterliefen, ohne stehen zu bleiben oder sich umzusehen.
"Sie weint ganz bitterlich", antworte Caillou.
"Aber sie ist nicht verletzt?", entgegnete der Priester.
Der kleine Prinz schüttelte im Laufen den Kopf.
"Nein, aber Mama und Papa", sagte er.
Der Priester versuchte den kleinen Jungen zu beruhigen. Sie erreichten das Ende der Treppe undTaison deutete mit seinem Finger auf eine Türe. Sie war vergoldet. Es war die Tür, die in den Raum der Portale führte!
"Ich werde mich um deine Eltern kümmern, aber zuerst müsst ihr zwei euch in Sicherheit bringen!", sagte er zu Caillou.
"Geh durch ein Portal, ganz egal durch welches, aber geh!" Mit diesen Worten öffnete Taison die Tür und schob die zwei hilflosen Kinder hindurch. Hinter Caillou fiel die goldene Tür wieder zu und er sah sich mit großen Augen um. Dieser Raum kam ihm noch mächtiger vor, als das Schloss, in dem er lebte. Er betrachtete die verschiedenen Portale. Manche waren rießige Tore, andere ganz kleine Türchen, durch die vielleicht nur kleine Mäuse hindurch passten. Alle hatten unterschiedliche Muster und Farben. Manche Griffe waren gold, manche silber und Andere ganz bunt. Es gab auch Portale, die schwebten hochoben in der Luft. Der kleine Prinz sagte zu sich selbst, er solle nicht alles bestaunen und eine Tür auswählen, durch die er hindurch gehen konnte. Er wählte eine aus, dessen bunte Farben ihm gefielen. Sie strahlte die Freude und positive Energie aus, die ihm in dieser Situation fehlten. Caillou musste sich auf Zehenspitzen stellen, um den Knauf zu drehen, damit sich das Portal öffnete. Ein Strudel wirbelte dahinter umher und verfärbte sich zu einem bewegenden Bild. Der kleine Prinz betrachte das Bild, das sich vor ihm bot. Er sah viele Menschen, die aussahen wie die, die er kannte, doch etwas in ihm sagte, dass sie anders waren. Er sah einige Menschen lachen, einige zusammen weinen. Das Bild zeigte ihm auch viele bunte Wiesen, grüne Bäume, aber auch mächtige Gebäude, die fast bis zum Himmel reichten.
"Da gehen wir hin", entschloss er und sah seine kleine Schwester an. Sie weinte nicht mehr, schlief wieder seelenruhig in seinen Armen. Caillou fragte sich, wie sie bei diesem Tumult schlafen konnte.
Vor dem Raum, in dem sich der Prinz befand, hatte sich Taison mutig mit seinem Zepter Cas entgegen gestellt. Doch seine Magie kam nicht gegen die des dunklen Magier an. Taison war zu alt, um gegen so einen mächtigen Mann zu siegen.
Als der junge Prinz durch das Portal hindurch gehen wollte, wurde der goldene Eingang zum raum aufgestoßen. Der erschöpfte Priester stürzte herein, fiel zu Boden und Cas richtete seine Blitze gegen ihn. Taison schrie verzweifelt den kleinen Jungen an, der wie angewurzelt an der Stelle stehen blieb.
"Geh, junger Prinz! GEH!", rief er ihm zu.
Cas folgte den Blicken des Priester und entdeckte Caillou, der die kleine Prinzessin immernoch im Arm trug. Entschlossen legte der Kleine seine Schwester in den widergekehrenden Strudel uns sagte ihr, er würde nachkommen und sie wäre jetzt in Sicherheit.
Imselben Moment richtete Cas seine ganze Magie gegen den Prinzen, doch Taison war schneller. Mit letzter Kraft bündelte er seine Magie und zielte auf Caillou.
"Sivintias!"
Der kleine Prinz verschwand.



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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 19:18    Titel: Re: Orans verlorene Prinzessin - Kapitel 1 Antworten mit Zitat

Mellicent hat Folgendes geschrieben:


Kapitel 1 - Der Fall

Es war eine kalte und finstere Nacht, die über das dem Reich Casta lag.
Google mal bitte nach Show, don't tell wink
Inmitten einer weiten Hügellandschaft streckte sich ein Schloss in den Himmel empor. Umgeben von einem tiefen Burggraben, schützte eine hochgezogene Brücke die Bewohner vor feindlichen Soldaten. Wieso? Ist Krieg? Wäre die Brücke sonst unten?
Hochoben im Himmel wurden der Vollmond und die Sterne von vorbeiziehenden grauen Wolken verdeckt.
Es war fast zu spüren, dass sich eine finstere Macht den Weg zur königlichen Festung suchte. Wer spürt hier was?
Alles lag in einer tiefen Stille. Nur das Schreien eines neugeborenen Babys hallte durch die dunklen Gänge und erfüllte das Schloss mit Leben. Du springst von den Hügeln in den Himmel und dann in die Schlossgänge? Diese Stelle ist mir zu abrupt.
In einem der Gänge wurde eine große Türe aufgestoßen und ein Mann in goldschimmerndem Gewand, welches so lang war, dass es über den Boden strich, wenn er damit umherlief, trat zu den stillstehenden Wachen heraus.
Wenn der Mann steht, dann streicht das Gewand nicht über den Boden?
"Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!", sprach er tief und bestimmend. Die Wachen salutierten und verließen augenblicklich ihre Posten.
"Ist sie nicht wunderschön?"
Im Königsgemach hielt die frischgebackene Mutter ihre weinende Tochter im Arm. Liebevoll strich sie ihr über die Stirn und drückte sie sanft an ihre Brust.
"Das ist sie. So schön, wie ihre Mutter."
Ein Mann mit pechschwarzem Haar stand am Bett, worin die erschöpfte Frau lag und küsste ihr auf die Stirn. Er hob seine Hand und winkte einen kleinen Jungen zu sich. Ich gehe davon aus, dass der Mann der König/Fürst ist. Warum wird er nicht von Anfang an als solcher bezeichnet? Ist es wichtig, dass er pechschwarzes Haar hat?
Caillou war ein kleiner Prinz, der mit seinen schwarzen Haaren und giftgrünen Augen ganz seinem stolzen Vater glich. Wenn der Vater schwarze Haare hat und es sein Sohn ist, dann gehe ich, als Leser davon aus, dass beide die gleiche Haarfarbe haben. Die Augenfarbe könnte durch "blitzende/aufleuchtende" usw. eingeführt werden.
Hastig kletterte er auf das große holzige Bett seiner Eltern. Es war mit vielen Schnörkel verziert und weiße Tücher, welche an den Seiten des Bettes hinab hingen, bewegten sich sanft im Wind, der durch eine offenstehende Glastür herein getragen wurde.
"Langsam mein Junge, pass auf die Kleine auf", sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs.
"Aber warum weint sie? Ist sie traurig?", fragte dieser.
Der kleine Prinz, der die Welt noch mit großen Kinderaugen erkundete, sorgte sich um das neugeborene Wesen, das nun seine Schwester sein sollte.
Der König lachte. Es war ein lautes und offenes Lachen und es schien, als ertönte es durch alle Hallen des Schlosses.
"Nein, sie meint damit", sagte er zu seinem Sohn. "Dass sie am Leben ist und es ihr gut geht. Alle Babys weinen, die neu auf die Welt gekommen sind. Auch du hast geweint."
"Aber sie kann doch auch einfach sagen, dass sie da ist und es ihr gut geht", widersprach Caillou und schaute seine Schwester verständnislos an.
"Sie kann noch nicht sprechen", erklärte ihm seine Mutter.
"Achso", antworte der kleine Prinz und beobachtete weiter seine weinende Schwester.


Hallo im Forum smile Mit Blick auf die Uhr habe ich mir nur den ersten Absatz vorgenommen. Grundsätzlich empfinde ich Deinen Text als flüssig, Rechtschreibung und Grammatik sind gut und besonders gefiel mir der Dialog zwischen Eltern und Sohn. Meine persönlichen Anmerkungen siehst Du ja wink Ich hoffe, die kommenden Tage Zeit zu finden, den Rest zu lesen smile


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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Calvin Hobbs hat Folgendes geschrieben:
Google mal bitte nach Show, don't tell wink
Und du nach Tropes/Memen: https://en.wikipedia.org/wiki/It_was_a_dark_and_stormy_night

Ich habe den Rest jetzt aus Zeitgründen noch nicht gelesen, aber gehe mal einfach davon aus, dass dieser Anfangssatz trope-aware und pure Absicht ist.

Kleiner Tipp für den Einstand: Nicht mehr als 10K Zeichen am Anfang und später die Fortsetzungsfunktion benutzen, dann lesen es mehr Leute. Bei so langen Texten lässt man das liegen, bis man richtig Zeit hat, und vergisst es dann oft.


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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Calvin Hobbs hat Folgendes geschrieben:
Google mal bitte nach Show, don't tell wink
Und du nach Tropes/Memen: https://en.wikipedia.org/wiki/It_was_a_dark_and_stormy_night

Ich habe den Rest jetzt aus Zeitgründen noch nicht gelesen, aber gehe mal einfach davon aus, dass dieser Anfangssatz trope-aware und pure Absicht ist.


Ist eine gute Frage, ob das Absicht ist. Zerbreche mir grade den Kopf darüber, ob es das Reich Casta heißt oder dem Reich Casta. Im Endeffekt geht ja beides, oder? Finde, dass das Reich Casta einfach schöner klingt. Blink

Aber aufjedenfall schonmal danke für die kleine Kritik. smile


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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ist eine gute Frage, ob das Absicht ist. Zerbreche mir grade den Kopf darüber, ob es das Reich Casta heißt oder dem Reich Casta.
O-o… Grammatikalisch: Präposition "über" geht mit Dativ (über wem oder was?), folglich heißt es "dem Reich". "Das Reich" ist also schlichtweg falsches Deutsch. Frage ist (habe den Mammuttext ja noch nicht gelesen, siehe Edit oben) wohin du den Ton angeben willst mit diesem Anfangssatz. Totalparodie oder tongue-in-cheek? Bei letzterem solltest du dich auf Bulwer-Lytton beschränken und die Grammatik korrekt halten.

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Kiara
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Kurze Anmerkung, habe den Text nur überflogen:
Mir ist die Formulierung "Der kleine Prinz" aufgefallen. Das erinnerte mich stark an Antoine de Saint-Exupérys "Der kleine Prinz" bzw. Le Petit Prince.

Ist das gewollt?
Für mich las sich das befremdlich, weil ich an das Kinderbuch erinnert wurde.

Edit: Willkommen smile
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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Ist eine gute Frage, ob das Absicht ist. Zerbreche mir grade den Kopf darüber, ob es das Reich Casta heißt oder dem Reich Casta.
O-o… Grammatikalisch: Präposition "über" geht mit Dativ (über wem oder was?), folglich heißt es "dem Reich". "Das Reich" ist also schlichtweg falsches Deutsch. Frage ist (habe den Mammuttext ja noch nicht gelesen, siehe Edit oben) wohin du den Ton angeben willst mit diesem Anfangssatz. Totalparodie oder tongue-in-cheek? Bei letzterem solltest du dich auf Bulwer-Lytton beschränken und die Grammatik korrekt halten.


Ja, okay. Halte mich da eher an mein Gefühl. Shocked Aber gut zu wissen.


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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 20:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kiara hat Folgendes geschrieben:
Kurze Anmerkung, habe den Text nur überflogen:
Mir ist die Formulierung "Der kleine Prinz" aufgefallen. Das erinnerte mich stark an Antoine de Saint-Exupérys "Der kleine Prinz" bzw. Le Petit Prince.

Ist das gewollt?
Für mich las sich das befremdlich, weil ich an das Kinderbuch erinnert wurde.

Edit: Willkommen smile


Nee, ist eigentlich nicht gewollt. Kenne die Geschichte auch gar nicht richtig. Aber werde mir das mal merken und falls es noch anderen so geht, werde ich das abändern. lol2


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,
herzlich willkommen im Forum.

Mellicent hat Folgendes geschrieben:

Nee, ist eigentlich nicht gewollt. Kenne die Geschichte auch gar nicht richtig. Aber werde mir das mal merken und falls es noch anderen so geht, werde ich das abändern. lol2


Mir ging es genauso - ich bin auch über den kleinen Prinzen gestolpert.

Und ist "Caillou" nicht eine Zeichentrickfigur?

Ich habe den Text nur überflogen. Meine Motivation wurde schon nach wenigen Sätzen von einem nicht enden wollenden Adjektiv-Hagel erschlagen - das wäre etwas, woran ich an Deiner Stelle intensiv arbeiten würde (genau wie an Grammatik und Zeichensetzung, denn auch da hast Du m.E. noch "Luft nach oben".) Gerade der altertümliche Stil, dessen Du Dich bedienst (ob bewusst oder unbewusst), erfordert m.E. ein hohes Maß an Sprachbeherrschung. Fehlt diese, kippt das Ganze sehr leicht ins Lächerliche. Beispiel: Du schreibst von einem "holzigen" Bett. Das wäre nur dann passend Beschreibung, wenn jemand dieses Bett essen wollte - denn "holzig" beschreibt eine Eigenschaft von Gemüse (https://www.duden.de/rechtschreibung/holzig) wink

Für Text und Autor alles Gute!
Freundliche Grüße
a.

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a.
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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 11:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,
herzlich willkommen im Forum.

Mellicent hat Folgendes geschrieben:

Nee, ist eigentlich nicht gewollt. Kenne die Geschichte auch gar nicht richtig. Aber werde mir das mal merken und falls es noch anderen so geht, werde ich das abändern. lol2


Mir ging es genauso - ich bin auch über den kleinen Prinzen gestolpert.

Und ist "Caillou" nicht eine Zeichentrickfigur?

Ich habe den Text nur überflogen. Meine Motivation wurde schon nach wenigen Sätzen von einem nicht enden wollenden Adjektiv-Hagel erschlagen - das wäre etwas, woran ich an Deiner Stelle intensiv arbeiten würde (genau wie an Grammatik und Zeichensetzung, denn auch da hast Du m.E. noch "Luft nach oben".) Gerade der altertümliche Stil, dessen Du Dich bedienst (ob bewusst oder unbewusst), erfordert m.E. ein hohes Maß an Sprachbeherrschung. Fehlt diese, kippt das Ganze sehr leicht ins Lächerliche. Beispiel: Du schreibst von einem "holzigen" Bett. Das wäre nur dann passend Beschreibung, wenn jemand dieses Bett essen wollte - denn "holzig" beschreibt eine Eigenschaft von Gemüse (https://www.duden.de/rechtschreibung/holzig) wink

Für Text und Autor alles Gute!
Freundliche Grüße
a.

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Caillou ist ein ganz normaler Name und leider kann ich nichts dafür, dass so eine Zeichentrickfigur heißt.

Auf die Adjektive hat mich ein Freund auch eben erst hingewiesen. Dann werde ich daran wohl mal arbeiten. Laughing


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

Mellicent hat Folgendes geschrieben:
Caillou ist ein ganz normaler Name und leider kann ich nichts dafür, dass so eine Zeichentrickfigur heißt.

Nein, dafür kannst Du nichts. Aber dafür, dass Du ausgerechnet diesen Namen für Deine Figur gewählt hast, schon. Unter abertausenden von Vornamen hast du einen ausgesucht, der ansonsten im hiesigen Sprachraum nicht verbreitet, aber durch eine Zeichentrickserie bekannt ist. Meine Leser-Rückmeldung ist: Ich lesen den Namen und sehe das Zeichentrick-Gesicht vor mir (und das, obwohl ich die Filme nie gesehen habe!). Ob und ggf. was Du mit dieser Rückmeldung anfängst, ist natürlich Deine Entscheidung smile

Freundliche Grüße
a.
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 12:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

a.no-nym hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,

Mellicent hat Folgendes geschrieben:
Caillou ist ein ganz normaler Name und leider kann ich nichts dafür, dass so eine Zeichentrickfigur heißt.

Nein, dafür kannst Du nichts. Aber dafür, dass Du ausgerechnet diesen Namen für Deine Figur gewählt hast, schon. Unter abertausenden von Vornamen hast du einen ausgesucht, der ansonsten im hiesigen Sprachraum nicht verbreitet, aber durch eine Zeichentrickserie bekannt ist. Meine Leser-Rückmeldung ist: Ich lesen den Namen und sehe das Zeichentrick-Gesicht vor mir (und das, obwohl ich die Filme nie gesehen habe!). Ob und ggf. was Du mit dieser Rückmeldung anfängst, ist natürlich Deine Entscheidung smile

Freundliche Grüße
a.


Naja, ich denke, dass man im Laufe der Geschichte ein anderes Bild vor Augen hat, weil ich den Charakter ja auch genauer beschreibe. Zumindest hoffe ich das, weil ich nicht vorhabe, den Namen zu ändern. Sad


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Bea H2O
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

willkommen!
Ich habe auch gerade erst einmal nur den ersten Absatz gelesen und direkt einmal eine Frage dazu. Hattest du da schon eine bestimmte Zielgruppe im Kopf?
Für mich wirkt es etwas "kindlich" geschrieben. Wenn es ein Kinderbuch sein soll, ist das viele "Show" vielleicht gar nicht so schlecht, während ein wenig ältere Leser sich vermutlich daran stören werden. Ich glaube, ich könnte dir eine bessere Kritik geben, wenn ich die Zielgruppe kennen würde.

Viele Grüße
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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 18:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bea H2O hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,

willkommen!
Ich habe auch gerade erst einmal nur den ersten Absatz gelesen und direkt einmal eine Frage dazu. Hattest du da schon eine bestimmte Zielgruppe im Kopf?
Für mich wirkt es etwas "kindlich" geschrieben. Wenn es ein Kinderbuch sein soll, ist das viele "Show" vielleicht gar nicht so schlecht, während ein wenig ältere Leser sich vermutlich daran stören werden. Ich glaube, ich könnte dir eine bessere Kritik geben, wenn ich die Zielgruppe kennen würde.

Viele Grüße


Die Zielgruppe wäre wohl eher Richtung Jugend. Da im Laufe der Geschichte von Krieg, Liebe gesprochen wird und es auch teilweise intime Szenen gibt.
Also wenn du Verbesserungsvorschläge hast, wie ich die Texte "erwachsener" gestalten kann, immer rauß damit. Bin ja noch ganz am Anfang. lol2

Edit: Obwohl ich es auch im Kopf hatte, das ganze teilweise ein bisschen märchenhaft zu gestalten. Also ab dem zweiten Kapitel wird das Ganze in der Ich-Version erzählt von einem verträumten Mädchen, die auch genauso ihre Umgebung und die Welt beschreibt, in der das alles stattfindet. Deshalb fände ich das irgendwie passend.


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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

du bist viel zu weit weg von den Charakteren. Du schaffst keine Nähe, zu keinen der Figuren. Das sorgt dafür, dass man das Interesse am Geschehen verliert. Wer ist denn deine Hauptfigur? Oder wessen Sicht könntest du in dieser Szene beschreiben, um die Szene interessanter zu gestalten? Dass du am Anfang erwähnst, das Unheil droht, macht es nicht spannend. Sorg dafür, dass ich wissen will, was mit den Charakteren geschieht.

Ein Lesetipp: Das Kind, das nachts die Sonne fand. Es reicht schon, wenn du bei Amazon das erste Kapitel liest. Ich gehe davon aus, dass wenigstens der Anfang deiner Story gewisse Ähnlichkeiten mit diesem Buch haben wird. Schau dir mal an, wie der Autor hier die Hauptfigur vorstellt und gleich Nähe zu ihr aufbaut.

Übrigens, wenn die Tochter die Kronprinzessin ist, erhält sie den Thron, was ich echt unfair gegenüber dem erstgeborenen, kleinen Prinzen finde.


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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 11:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

nothingisreal hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,

du bist viel zu weit weg von den Charakteren. Du schaffst keine Nähe, zu keinen der Figuren. Das sorgt dafür, dass man das Interesse am Geschehen verliert. Wer ist denn deine Hauptfigur? Oder wessen Sicht könntest du in dieser Szene beschreiben, um die Szene interessanter zu gestalten? Dass du am Anfang erwähnst, das Unheil droht, macht es nicht spannend. Sorg dafür, dass ich wissen will, was mit den Charakteren geschieht.

Ein Lesetipp: Das Kind, das nachts die Sonne fand. Es reicht schon, wenn du bei Amazon das erste Kapitel liest. Ich gehe davon aus, dass wenigstens der Anfang deiner Story gewisse Ähnlichkeiten mit diesem Buch haben wird. Schau dir mal an, wie der Autor hier die Hauptfigur vorstellt und gleich Nähe zu ihr aufbaut.

Übrigens, wenn die Tochter die Kronprinzessin ist, erhält sie den Thron, was ich echt unfair gegenüber dem erstgeborenen, kleinen Prinzen finde.


Das erste Kapitel ist mehr eine Rückblende bzw. fällt mir jetzt auf Anhieb kein Charakter ein bei dem ich aus seiner Sicht erzählen könnte. Die Hauptperson ist noch ein Baby.
Und es hat seinen Grund, warum sie die Kronprinzessin ist und nicht der kleine Junge. Aber das erfährt man erst im Laufe der Geschichte.

Werde mir mal deinen Lesetipp vornehmen.


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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Michelle,

trotzdem könntest du versuchen, näher an die Charaktere ranzukommen. Beispiel:

Zitat:
In einem der Gänge wurde eine große Türe aufgestoßen und ein Mann in goldschimmerndem Gewand, welches so lang war, dass es über den Boden strich, wenn er damit umherlief, trat zu den stillstehenden Wachen heraus.
"Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!", sprach er tief und bestimmend. Die Wachen salutierten und verließen augenblicklich ihre Posten.


Es ist wirklich toll, was für ein Gewand er trägt, aber mich interessiert viel mehr, wer es ist und was er fühlt. Es ist überhaupt nicht spannend, dass du ihn als "der Mann" bezeichnest. Schreib doch: der König, und wie er sich fühlt. Auch benutzt du zu viele Passivkonstruktionen, die Abstand zu den Personen suggerieren. Allein schon sowas würde mir helfen, in deine Geschichte reinzufinden:

Der König stieß die großen Türe auf und eilte auf die Wachen zu. Sein goldschimmernder Gewand schleifte hinter ihm her. Voller Stolz verkündete er: "Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!"

Dann wären noch seine Gedanken ganz toll.

Zitat:
Und es hat seinen Grund, warum sie die Kronprinzessin ist und nicht der kleine Junge. Aber das erfährt man erst im Laufe der Geschichte.


Ich frage mich an keiner Stelle in der Einführung, warum die Tochter den Thron erbt und nicht der Sohn (Stichwort: Spannung), andernfalls hätte es mich bewegt, bisschen weiter zu lesen. Stattdessen unterstelle ich dir sofort, dass du nicht weißt, was das Wort Kronprinzessin bedeutet.

Sorg dafür, dass der Leser sich das fragt, schon erzeugst du bisschen Spannung, weil man die Antwort darauf wissen will.


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Bea H2O
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BeitragVerfasst am: 05.05.2019 10:03    Titel: Re: Orans verlorene Prinzessin - Kapitel 1 Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

schade, dass es kein Märchen werden soll. Ich glaube - ohne mich in dem Märchenbereich besonders gut auszukennen - dass es in diese Richtung weniger überarbeitet werden müsste. Mich hat es sofort ein wenig an Dornröschen erinnert. Bei dem Namen Mellicent habe ich außerdem auch direkt an Malefiz (bzw. Maleficent). War das Absicht?

Ich habe ein wenig überlegt, wie man es "erwachsener" gestalten könnte und finde es wirklich nicht so einfach, das es nicht nur an einzelnen Formulierungen, sondern auch am ganzen Aufbau hängt. Ich denke, dass deine Zielegruppe allgemein beschreibende "märchenhafte" Formulierungen wie "Es was eine kalte und finstere Nacht" nicht braucht, sondern eher näher an die Charaktere herangeführt werden möchte.

Dazu habe ich jetzt mal einen kleinen Versuch in diese Richtung unternommen. Ich befürchte aber, das könnte dich so sehr von deinem Stil wegbringen und dir deswegen nicht gefallen. Hoffentlich kann es dir trotzdem irgendwie weiterhelfen, um zu verdeutlichen, was ich meine.


Mellicent hat Folgendes geschrieben:

Kapitel 1 - Der Fall

Es war eine kalte und finstere Nacht, die über das Reich Casta lag. Inmitten einer weiten Hügellandschaft streckte sich ein Schloss in den Himmel empor. Umgeben von einem tiefen Burggraben, schützte eine hochgezogene Brücke die Bewohner vor feindlichen Soldaten. Hochoben im Himmel wurden der Vollmond und die Sterne von vorbeiziehenden grauen Wolken verdeckt. Es war fast zu spüren, dass sich eine finstere Macht den Weg zur königlichen Festung suchte.
Alles lag in einer tiefen Stille.
Nur d Das Schreien eines neugeborenen Babys hallte durch die dunklen Gänge und erfüllte das Schloss mit Leben des Schlosses und zog König Amaroth zu dem Gemach seiner Frau. Sein Herz klopfte, als er davor zum Stehen kam. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, bis sich die dunkle Eichentür öffnete und Levendias Zofe heraustrat. Sie lächelte. "Mein König, Eurer Frau geht es gut. Und Eurer Tochter."
Erleichtert atmete er aus. Kurz schloss er dankbar die Augen, dann sah er wieder fest zu
In einem der Gänge wurde eine große Türe aufgestoßen und ein Mann in goldschimmerndem Gewand, welches so lang war, dass es über den Boden strich, wenn er damit umherlief, trat zu den stillstehenden Wachen heraus.
"Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!", sprach er tief und bestimmend. Die Wachen salutierten und verließen augenblicklich ihre Posten.
Sein Herz klopfte noch immer, als er in das Gemach zu seiner Frau Tochter im Arm. "Ist sie nicht wunderschön?" Im Königsgemach hielt die frischgebackene Mutter ihre weinende Tochter im Arm. Liebevoll strich sie ihr über die Stirn und drückte sie sanft an ihre Brust.
Er kannte sich selbst nicht so sprachlos, wie er sich in diesem Moment fühlte. Nickend räusperte er sich. "Das ist sie. So schön, wie ihre Mutter."
Ein Mann mit pechschwarzem Haar stand am Bett, worin die erschöpfte Frau lag und küsste ihr auf die Stirn. Er hob seine Hand und winkte einen kleinen Jungen seinen Sohn zu sich, der noch in der Tür zum Gemach wartete. Caillou war ein kleiner Prinz, der mit seinen schwarzen Haaren und giftgrünen Augen ganz seinem stolzen Vater glich. Hastig kletterte hastig er auf das große holzige Bett seiner Eltern. Es war mit vielen Schnörkel verziert und weiße Tücher, welche an den Seiten des Bettes hinab hingen, bewegten sich sanft im Wind, der durch eine offenstehende Glastür herein getragen wurde.
"Langsam mein Junge, pass auf die Kleine auf", sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs.

"Aber w Warum weint sie? Ist sie traurig?", fragte dieser.
Der kleine Prinz, der die Welt noch mit großen Kinderaugen erkundete, sorgte sich um das neugeborene Wesen, das nun seine Schwester sein sollte.Durch seine willkommen neugierige Art, verdrängte Caillou auch die den letzten Rest der Anspannung, die Amaroth noch erfüllt hatte. Er lachte laut. Es war ein lautes und offenes Lachen und es schien, als ertönte es durch alle Hallen des Schlosses.
"Nein, sie meint damit", sagte er zu seinem Sohn. "D, dass sie am Leben ist und es ihr gut geht. Alle Babys weinen, die neu auf die Welt gekommen sind. Auch du hast geweint."
"Aber sie kann doch auch einfach sagen, dass sie da ist und es ihr gut geht", widersprach Caillou und schaute seine Schwester verständnislos an.
"Sie kann noch nicht sprechen", erklärte ihm seine Mutter herzerwärmend.
"Achso", antworte der kleine Prinz Caillou und beobachtete weiter seine weinende Schwester.



Meine Änderungen sind sicherlich nicht ausgefeilt und außerdem weiß ich natürlich nicht, ob ich den Charakter des Königs damit richtig getroffen habe, aber ich denke, so verdeutlicht es ganz gut, welche Informationen eventuell weglassen werden könnten und wo noch Bedarf bzw. Möglichkeiten da sind, um den Charaktere etwas näher zu kommen.


Viele Grüße
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Mellicent
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BeitragVerfasst am: 05.05.2019 12:20    Titel: Re: Orans verlorene Prinzessin - Kapitel 1 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bea H2O hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,

schade, dass es kein Märchen werden soll. Ich glaube - ohne mich in dem Märchenbereich besonders gut auszukennen - dass es in diese Richtung weniger überarbeitet werden müsste. Mich hat es sofort ein wenig an Dornröschen erinnert. Bei dem Namen Mellicent habe ich außerdem auch direkt an Malefiz (bzw. Maleficent). War das Absicht?

Ich habe ein wenig überlegt, wie man es "erwachsener" gestalten könnte und finde es wirklich nicht so einfach, das es nicht nur an einzelnen Formulierungen, sondern auch am ganzen Aufbau hängt. Ich denke, dass deine Zielegruppe allgemein beschreibende "märchenhafte" Formulierungen wie "Es was eine kalte und finstere Nacht" nicht braucht, sondern eher näher an die Charaktere herangeführt werden möchte.

Dazu habe ich jetzt mal einen kleinen Versuch in diese Richtung unternommen. Ich befürchte aber, das könnte dich so sehr von deinem Stil wegbringen und dir deswegen nicht gefallen. Hoffentlich kann es dir trotzdem irgendwie weiterhelfen, um zu verdeutlichen, was ich meine.


Mellicent hat Folgendes geschrieben:

Kapitel 1 - Der Fall

Es war eine kalte und finstere Nacht, die über das Reich Casta lag. Inmitten einer weiten Hügellandschaft streckte sich ein Schloss in den Himmel empor. Umgeben von einem tiefen Burggraben, schützte eine hochgezogene Brücke die Bewohner vor feindlichen Soldaten. Hochoben im Himmel wurden der Vollmond und die Sterne von vorbeiziehenden grauen Wolken verdeckt. Es war fast zu spüren, dass sich eine finstere Macht den Weg zur königlichen Festung suchte.
Alles lag in einer tiefen Stille.
Nur d Das Schreien eines neugeborenen Babys hallte durch die dunklen Gänge und erfüllte das Schloss mit Leben des Schlosses und zog König Amaroth zu dem Gemach seiner Frau. Sein Herz klopfte, als er davor zum Stehen kam. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, bis sich die dunkle Eichentür öffnete und Levendias Zofe heraustrat. Sie lächelte. "Mein König, Eurer Frau geht es gut. Und Eurer Tochter."
Erleichtert atmete er aus. Kurz schloss er dankbar die Augen, dann sah er wieder fest zu
In einem der Gänge wurde eine große Türe aufgestoßen und ein Mann in goldschimmerndem Gewand, welches so lang war, dass es über den Boden strich, wenn er damit umherlief, trat zu den stillstehenden Wachen heraus.
"Oran hat eine neue Prinzessin, eine Kronprinzessin! Geht und verkündet es im Land!", sprach er tief und bestimmend. Die Wachen salutierten und verließen augenblicklich ihre Posten.
Sein Herz klopfte noch immer, als er in das Gemach zu seiner Frau Tochter im Arm. "Ist sie nicht wunderschön?" Im Königsgemach hielt die frischgebackene Mutter ihre weinende Tochter im Arm. Liebevoll strich sie ihr über die Stirn und drückte sie sanft an ihre Brust.
Er kannte sich selbst nicht so sprachlos, wie er sich in diesem Moment fühlte. Nickend räusperte er sich. "Das ist sie. So schön, wie ihre Mutter."
Ein Mann mit pechschwarzem Haar stand am Bett, worin die erschöpfte Frau lag und küsste ihr auf die Stirn. Er hob seine Hand und winkte einen kleinen Jungen seinen Sohn zu sich, der noch in der Tür zum Gemach wartete. Caillou war ein kleiner Prinz, der mit seinen schwarzen Haaren und giftgrünen Augen ganz seinem stolzen Vater glich. Hastig kletterte hastig er auf das große holzige Bett seiner Eltern. Es war mit vielen Schnörkel verziert und weiße Tücher, welche an den Seiten des Bettes hinab hingen, bewegten sich sanft im Wind, der durch eine offenstehende Glastür herein getragen wurde.
"Langsam mein Junge, pass auf die Kleine auf", sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs.

"Aber w Warum weint sie? Ist sie traurig?", fragte dieser.
Der kleine Prinz, der die Welt noch mit großen Kinderaugen erkundete, sorgte sich um das neugeborene Wesen, das nun seine Schwester sein sollte.Durch seine willkommen neugierige Art, verdrängte Caillou auch die den letzten Rest der Anspannung, die Amaroth noch erfüllt hatte. Er lachte laut. Es war ein lautes und offenes Lachen und es schien, als ertönte es durch alle Hallen des Schlosses.
"Nein, sie meint damit", sagte er zu seinem Sohn. "D, dass sie am Leben ist und es ihr gut geht. Alle Babys weinen, die neu auf die Welt gekommen sind. Auch du hast geweint."
"Aber sie kann doch auch einfach sagen, dass sie da ist und es ihr gut geht", widersprach Caillou und schaute seine Schwester verständnislos an.
"Sie kann noch nicht sprechen", erklärte ihm seine Mutter herzerwärmend.
"Achso", antworte der kleine Prinz Caillou und beobachtete weiter seine weinende Schwester.



Meine Änderungen sind sicherlich nicht ausgefeilt und außerdem weiß ich natürlich nicht, ob ich den Charakter des Königs damit richtig getroffen habe, aber ich denke, so verdeutlicht es ganz gut, welche Informationen eventuell weglassen werden könnten und wo noch Bedarf bzw. Möglichkeiten da sind, um den Charaktere etwas näher zu kommen.


Viele Grüße


Das gefällt mir erstaunlicher Weise echt gut und ist auf jeden Fall etwas, woran ich mich orientieren kann.
Habe vor ein paar Tagen einen Versuch gestartet, das erste Kapitel zu überarbeiten mithilfe von den Kommentaren hier. Ist mir aber leider misslungen. Gerade bin ich dabei die anderen Kapitel zuüberarbeiten und sie an den Stil des ersten Kapitels anzupassen. Wobei ich bisher nichtmal wusste, ob ich es jetzt drinnen lasse oder nicht, weil ich daran so verzweifelt bin.
Aber das wird mir vielleicht helfen, danke dafür. lol2

Edit: Lese auch gerade eine Fantasygeschichte, um mich da besser reinzuversetzen und zu überlegen, wie ich das alles noch umformulieren kann und eben die Charaktere besser beschreiben kann.


_________________
"Weißt du was? Normal zu sein ist keine Katastrophe", sagt er.
"Stimmt", sage ich, "sondern nur ein Zeichen dafür, dass man keine Courage besitzt."

- Katie Kacvinsky
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Bea H2O
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BeitragVerfasst am: 05.05.2019 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

huch, mir fällt jetzt gerade erst auf, dass ich versehentlich einen Satz rot markiert habe und in dem Abschnitt davor ein paar Bruchstücke durcheinandergeworfen habe. Das war keine Absicht lol2

Schön, dass du etwas mit den Kommentaren anfangen kannst! Viel Erfolg bei der Überarbeitung.
(Bevor du das ganze Kapitel weglässt, kannst du ja auch überlegen es stark zu kürzen, z.B. indem nur die Sicht der Königsfamilie beschrieben wird. Das könnte es evtl. einfacher machen. Und dann könnten wichtige Informationen, wie z.B. dass die Semtauen eigentlich gar nicht so gerne gegen das Königreich kämpfen, evtl. im Laufe der Geschichte sogar noch effektiver wirken).

Viele Grüße
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riese70
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BeitragVerfasst am: 05.05.2019 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mellicent,

ein Fantasymärchen hätte mich sicherlich auch abgeholt und es klang nach den ersten Absatz stark danach, schade das es das nicht werden soll. Im übrigen, für Märchen ist man nie zu alt, behaupte ich mit fast fünfzig.

Aber dann auch noch was zum Verständnis:
Im ersten Absatz:
'...sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs. '
nicht doch Prinzen?
Und etwas weiter vorn, die Mutter bezeichnet sich selbst als schön? Zeugt das von einem starken Selbstvertrauen und ist das gewünscht?

LG riese70
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Mellicent
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Beiträge: 23
Wohnort: Heidmühle, Niedersachsen


BeitragVerfasst am: 05.05.2019 19:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

riese70 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mellicent,

ein Fantasymärchen hätte mich sicherlich auch abgeholt und es klang nach den ersten Absatz stark danach, schade das es das nicht werden soll. Im übrigen, für Märchen ist man nie zu alt, behaupte ich mit fast fünfzig.

Aber dann auch noch was zum Verständnis:
Im ersten Absatz:
'...sprach der Vater behutsam und legte seine Hände auf die Schultern des kleinen Königs. '
nicht doch Prinzen?
Und etwas weiter vorn, die Mutter bezeichnet sich selbst als schön? Zeugt das von einem starken Selbstvertrauen und ist das gewünscht?

LG riese70


Ich bin mir inzwischen gar nicht mehr so sicher, was es denn nun werden soll. Vielleicht stelle ich demnächst mal das zweite Kapitel rein oder nur einen Absatz davon, damit mir mal jemand sagen kann, ob das auch nach Märchen klingt. lol2 Weil dann muss ich wohl dabei bleiben.


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- Katie Kacvinsky
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