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Prolog Historisches/SF-Mix


 
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.04.2019 16:22    Titel: Prolog Historisches/SF-Mix eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Eine Idee für eine gerade erst in Ideenfetzen begriffene Geschichte.
Es soll als historischer Roman beginnen, aber dann etwa ab der Mitte ein SF-Element hinzukommen:

Am Horizont schälte sich eine ärmliche Ansiedlung von Hütten aus dem Dunst. Für diese Ansammlung windschiefer Behausungen erschien selbst die Bezeichnung Dorf zu hochtrabend.
„Schneller“ rief der Mann auf dem Kutschbock.“ Wir haben's gleich geschafft!“
Schwitzend legten sich die Kinder ins Zeug. „Ins Zeug legen“ war hier nicht nur eine Floskel, nein,  vier zerlumpte, barfüßige Kinder hingen anstelle des Esels, der im letzten Winter gestorben war, am Joch. Zwei weitere Kinder drückten von hinten den einachsigen Karren die leichte Anhöhe hinauf.
Auf dem kuhfladenübersäten Dorfplatz war keine Menschenseele zu sehen. Zwei struppige Hunde kamen auf sie zugeschossen und kläfften aus sicherer Entfernung.
Suna wischte sich den Schweiß von der Stirn, der ihr brennend in die Augen lief. Ihr älterer Bruder Gino neben ihr sah nicht besser aus. Es war für Mitte Oktober noch außergewöhnlich warm. Von hinten klopfte ihr Orkan auf die Schulter und reichte einen Krug nach vorne. Das Wasser war lauwarm, trotzdem trank sie gierig, bis Gino sich vorwurfsvoll räusperte. Schuldbewusst gab sie ihm den letzten Schluck.

Ihr Vater hatte sich auf  den Kutschbock gestellt und legte die Hände wie ein Sprachrohr an den Mund.
„Leute, kommt herbei! Attraktionen, Kunst und Zauberei! Seht Schlangenmenschen und die größten Artisten des Abendlandes ! Ein einmaliges Erlebnis!“
Ein Hustenanfall unterbrach seine Tirade



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Optimismus ist, bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!!" zu rufen.
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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.04.2019 17:07    Titel: Re: Prolog Historisches/SF-Mix Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

historische Romane sind immer gut! Ob sich das Genre mit SciFi verträgt, kann ich nicht beurteilen, was nicht bedeutet, dass es nicht reizvoll sein kann. Aber nun zum Prolog, ich kritzele mal in den Text.

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Am Horizont schälte sich eine ärmliche Ansiedlung von Hütten aus dem Dunst. Für diese Ansammlung windschiefer Behausungen erschien selbst die Bezeichnung Dorf zu hochtrabend.

Diese beiden einleitenden Sätze empfinde ich als abgeschnitten vom Mann auf dem Kutschbock, der das doch sicher sieht? Wenn er das Dorf sähe, wären die Sätze besser an die Handlung gekoppelt.

„Schneller“ rief der Mann - hat er keinen Namen? auf dem Kutschbock.“ Wir haben's gleich geschafft!“

Schwitzend legten sich die Kinder ins Zeug.

„Ins Zeug legen“ war hier nicht nur eine Floskel, - Warum wird das erklärt? Einfach das Aussehen der Kinder beschreiben reicht, sonst wird der Text zu wertend. - nein,  vier zerlumpte, barfüßige Kinder hingen anstelle des Esels, der im letzten Winter gestorben war, am Joch.

Zwei weitere Kinder drückten -  (schoben?) - von hinten den einachsigen Karren die leichte Anhöhe hinauf.

Auf dem kuhfladenübersäten Dorfplatz war keine Menschenseele zu sehen.  - Kuhfladenübersät klingt vielleicht toll, drückt aber keine Handlung aus. Warum fahren sie nicht einfach Slalom, dann wird auch klar, dass da überall Fladen liegen.

Zwei struppige Hunde kamen auf sie zugeschossen und kläfften aus sicherer Entfernung. - Schiessen auf sie zu, kläffen aber aus sicherer Entfernung? Hunde, die das machen, habe ich noch nicht gesehen. Es sei denn, sie sind eingesperrt.

Suna wischte sich den Schweiß von der Stirn, der ihr brennend in die Augen lief. Ihr älterer Bruder Gino neben ihr sah nicht besser aus. - Das kommt für mich an dieser Stelle zu spät, denn sie schwitzen bestimmt auch schon beim Schieben?

Es war für Mitte Oktober (noch - würde ich streichen) außergewöhnlich warm.

Von hinten klopfte - ihr Orkan - Wer soll das sein? Auch ein Kond? - auf die Schulter und reichte einen Krug nach vorne. Das Wasser war lauwarm, trotzdem trank sie gierig, bis Gino sich vorwurfsvoll räusperte. Schuldbewusst gab sie ihm den letzten Schluck.

Ihr Vater hatte sich auf  den Kutschbock gestellt und legte die Hände wie ein Sprachrohr an den Mund.
„Leute, kommt herbei! Attraktionen, Kunst und Zauberei! - Das List sich gut. Was danach kommt, bräuchte es für mich nicht mehr. - Seht Schlangenmenschen und die größten Artisten des Abendlandes ! Ein einmaliges Erlebnis!“
Ein Hustenanfall unterbrach seine Tirade


Insgesamt finde ich den Text ausbaufähig. Er könnte auch ein guter Einstieg als erstes Kapitel sein, warum also Prolog? Für meinen Geschmack werden die Personen auch unübersichtlich eingeführt, mal haben Sie Namen, mal nicht, das finde ich verwirrend, es reißt mich aus dem Lesefluss. Was den Erzähler betrifft, bin ich auch unsicher. Wer ist der Protagonist, der Vater, eines der Kinder? Es fehlt eine klare Perspektive, eine Person, durch deren Augen ich die Welt sehe. Aber, lass dich davon nicht entmutigen, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mit ein bisschen Schliff wird das werden.

LG Diamond
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.04.2019 17:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für dein Feedback
Hhmm, ich wollte es gerade vermeiden, schon in der ersten Szene sieben Personen mit Namen einzuführen und habe es auf die wichtigsten reduziert. Da warte ich erstmal ab, ob das andere auch so sehen.

"Kuhfladenübersät" soll ausdrücken, dass der Platz dreckig und voller Kuhsch...stuhl ist.
Und mit den Hunden: Doch, das tun die. Gerade streunende Dorfköter. Gibt es zum Beispiel in Osteuropa noch jede Menge. Die zetern aus sicherer Entfernung.

Das mit dem Schweiß wischen hat für mich die Intension, dass sie beim Schieben keine Hand zum Wischen frei hatten. Aber du hast recht, das klingt unverständlich.

Zitat:
es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen


...und fünf Euro ins Phrasenschwein... Wink


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.04.2019 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Fünf Euro? Das ist Wucher! Laughing
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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 30.04.2019 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas Smile ,

die Idee, einen historischen Roman mit Scifi-Elementen zu verbinden, finde ich grundsätzlich originell und interessant! Mir fällt auf Anhieb keine Geschichte mit diesem Genre-Mix ein.

Dein Textabschnitt ist relativ kurz, weshalb ich noch nicht viel dazu sagen kann. Dennoch kann ich mir die Szenerie bildhaft vorstellen, wie sich die Kinder mit dem Karren abmühen und durch die Kuhscheiße waten.

Zitat:
Am Horizont schälte sich eine ärmliche Ansiedlung von Hütten aus dem Dunst. Für diese Ansammlung windschiefer Behausungen erschien selbst die Bezeichnung Dorf zu hochtrabend.
„Schneller“ rief der Mann auf dem Kutschbock.“ Wir haben's gleich geschafft!“


Das ist eine widersprüchliche Aussage. Wenn ich etwas am Horizont betrachte, dann liegt es eher in weiter Ferne. Die Aussage des Mannes "Wir haben es gleich geschafft" passt nicht dazu.

Zitat:
Ihr Vater hatte sich auf den Kutschbock gestellt und legte die Hände wie ein Sprachrohr an den Mund.


Vielleicht ist es ja so von dir gewollt, aber welcher erwachsene Mann bzw. liebende Vater würde faul auf dem Kutschbock sitzen und sich von seinen hustenden Kindern ziehen lassen, anstatt selbst Hand anzulegen?

Wie soll's denn jetzt weitergehen? Neugierig bin ich schon. Hast du eine konkrete Idee? Die Außerirdischen könnten doch z.B. den Vater abholen! Laughing


LG Katinka
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 30.04.2019 13:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich meine, bei dunstiger Atmosphäre ist der Horizont recht nahe. Aber ich werde es wohl umformulieren...

Und mit dem Vater...hab ich irgendwo geschrieben, dass er seine Kinder liebt und nicht nur als Mittel zum Zweck betrachtet? Wink

Noch bin ich in der Planungsphase, aber das hier wird nur einer von bis jetzt vier Handlungssträngen. Ohne kleine grüne Männchen.


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Katinka2.0
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Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 30.04.2019 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und mit dem Vater...hab ich irgendwo geschrieben, dass er seine Kinder liebt und nicht nur als Mittel zum Zweck betrachtet? Wink


Ne, hast du nicht Smile . Deswegen habe ich ja nachgefragt, ob das so von dir gewollt ist. Die Kinder den Karren ziehen zu lassen, war der einzige Anhaltspunkt in dem wirklich kurzen Text, der auf ein asoziales Verhalten des Vaters schließen lässt. Denn möglicherweise war es zu dieser Zeit (wann spielt die Story eigentlich?) sogar üblich, dass Kinder solche Arbeiten übernehmen?

Zitat:
Ohne kleine grüne Männchen.


Das würde ich mir noch einmal überlegen.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 30.04.2019 21:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hab noch ein bissel weitergeschrieben. Immer noch der erste Erzählstrang.

Langsam kamen ein paar Gestalten aus dem Hütten. Kinder, ebenso zerlumpt, barfuß und mit Rotz an der Backe, ein paar zahnlose Alte. Die Bauern arbeiteten noch auf den Feldern. Wichtig für den Umsatz waren die Kinder, die abends ihren Eltern in den Ohren liegen würden, doch unbedingt zur Vorstellung zu gehen.
Suna seufzte innerlich. In diesem Kaff würden sie mit Glück etwas zu essen und einen Platz für die Nacht bekommen, irgendwelche Gewinne, womöglich sogar Geld, waren hier nicht zu erwarten. Sie konnte an einer Hand abzählen, wann im letzten Sommer Zuschauer mit Geld für ihre Darbietungen bezahlt hatten. Ohne Geld waren sie verdammt, in Nestern wie diesem, weitab der Städte, zu gastieren, wo niemand für den Stellplatz die Hand aufhielt.

Als es dunkelte, hatte die Kunde von dem Wanderzirkus auch die entfernteren Hütten erreicht und sich eine erkleckerliche Anzahl von Zuschauern eingefunden.
 Fackeln erleuchteten einen Kreis aus Sägemehl, auf dem die Wunder, Attraktionen und Zauberei die weite Welt in das kleine Dorf brachten. Junge Männer in exotischen Kostümen, dem Sprecher nach direkt aus dem Orient, jonglierten mit brennenden Holzkeulen, schluckten Feuer und Schwerter, stapelten sich zu menschlichen Pyramiden und  liefen über Glasscherben.
Das Publikum hielt den Atem an, als sich „Prinzessin Salome“in einem Weidenkorb von unzähligen Schwertern durchbohren lies und diesem unverletzt entstieg.
Den Höhepunkt bildete jedoch das Mädchen ohne Rückgrat, die Schlangenfrau, die, auf den Händen stehend, die Füße auf den eigenen Kopf stellen konnte oder die Beine im Nacken verschränkte. Die Zuschauer applaudierten begeistert.

  Immer noch im Schlangenfraukostüm schritt Suna das Rund der Zuschauer ab. Wie erwartet gab es nur Naturalien, ein paar Stücken Speck, Eier, Brot. Ihr Vater hatte einen Stellplatz für die Nacht ausgehandelt. Morgen würden sie weiterziehen. Der Winter war nicht mehr weit und ihr erhofftes Winterquartier noch ein gutes Stück Weges entfernt.
Vor ihrer Hand blitzte es im trüben Fackelschein gelb auf. Irritiert sah sie genauer hin. Eine behandschuhte Männerhand hielt ihr ein Goldstück hin. Als sie hastig zugreifen wollte, zog er die Hand zurück. Suna schaute dem Mann ins Gesicht. Ein etwa dreißigjähriger Mann, der überhaupt nicht wie ein Dorfbauer wirkte, lächelte ihr kühl zu. „Nicht so voreilig!“, flüsterte er. „Für eine Nacht mit der Schlangenfrau!“ Sie schenkte ihm einen eisigen Blick und schüttelte den Kopf. „Die ist nicht zu haben.“
Er lächelte unergründlich. „Oh doch! Jeder ist käuflich. Gerade bei einem … so florierenden Unternehmen!“ Spöttisch musterte er ihren Karren.
„Nein!“
„Dein letztes Wort?“
Sie wandte sich ab und sammelte weiter ihre Lebensmittel ein. Der Blick des Mannes verfolgte sie.

„Du bist doch völlig bescheuert!“ Die klatschende Ohrfeige traf  sie unvorbereitet. Sie taumelte kurz, wischte sich das Blut von der Nase und starrte ihren Vater mit wutfunkelnden Augen an.
„Du hast gesagt, meine Unberührtheit ist mein höchstes Gut!“, giftete sie zurück.
„Bah!“, Er spuckte ihr vor die Füße. „Die ist aber kein Goldstück wert ! Irgendwann ist es halt soweit! Und wir brauchen jeden Heller! Einmal ficken lassen, und gut!“
„Gut?!“, kreischte sie zurück. „Wenn es so gut ist, halt ihm doch deinen Arsch hin! Vielleicht will...“
Der nächste Schlag riss sie von den Beinen. Sie rappelte sich auf, spuckte ihrem Vater einen Klumpen Blut vor die Füße und rannte aus dem Verschlag.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 17:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hab den Feiertag genutzt und bisschen weitergeschrieben...


 Immer noch im Schlangenfraukostüm schritt Suna das Rund der Zuschauer ab. Wie erwartet gab es nur Naturalien, ein paar Stücken Speck, Eier, Brot. Ihr Vater hatte einen Stellplatz für die Nacht ausgehandelt. Morgen würden sie weiterziehen. Der Winter war nicht mehr weit und ihr erhofftes Winterquartier noch ein gutes Stück Weges entfernt.
Vor ihrer Hand blitzte es im trüben Fackelschein gelb auf. Irritiert sah sie genauer hin. Eine behandschuhte Männerhand hielt ihr ein Goldstück hin. Als sie hastig zugreifen wollte, zog er die Hand zurück. Suna schaute dem Mann ins Gesicht. Ein etwa dreißigjähriger Mann, der überhaupt nicht wie ein Dorfbauer wirkte, lächelte ihr kühl zu. „Nicht so voreilig!“, flüsterte er. „Für eine Nacht mit der Schlangenfrau!“ Sie schenkte ihm einen eisigen Blick und schüttelte den Kopf. „Die ist nicht zu haben.“
Er lächelte unergründlich. „Oh doch! Jeder ist käuflich. Gerade bei einem … so florierenden Unternehmen!“ Spöttisch musterte er ihren Karren.
„Nein!“
„Dein letztes Wort?“
„Ja, mein letztes Wort!“
„Ich bin es nicht gewohnt, einen Korb zu bekommen!“ zischte er.
Sie lies ihn stehen und sammelte weiter ihre Lebensmittel ein. Der Blick des Mannes verfolgte sie.
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er sich im Dämmerlicht des Hintergrundes von einem jungen Mann in Novizenkutte auf ein Pferd helfen lies. Kurz darauf entfernte sich das Trappeln zweier Reittiere in der Dunkelheit.

„Du bist doch völlig bescheuert!“ Die klatschende Ohrfeige traf  sie unvorbereitet. Sie taumelte kurz, wischte sich das Blut von der Nase und starrte ihren Vater mit wutfunkelnden Augen an.
„Du hast gesagt, meine Unberührtheit ist mein höchstes Gut!“ giftete sie zurück.
„Bah!“ Er spuckte ihr vor die Füße. „Die ist aber kein Goldstück wert ! Irgendwann ist es halt soweit! Und wir brauchen jeden Heller! Einmal ficken lassen, und gut!“
„Gut?!“, kreischte sie zurück. „Wenn es so gut ist, halt ihm doch deinen Arsch hin! Vielleicht will...“
Der nächste Schlag riss sie von den Beinen. Sie rappelte sich auf, spuckte ihrem Vater einen Klumpen Blut vor die Füße und rannte aus dem Verschlag.  

Trotzig hatte sie die ganze Nacht unter dem Karren gehockt. Als ihre Geschwister früh gähnend aus dem Stall traten, stand sie schon am Joch und starrte finster auf die holprige Straße. Sie sprach kein Wort, auch nicht, als ihre Brüder versuchten, sie aus der Reserve zu locken.
„Papa ist sauer“, murmelte Gino.„ Da wird das Popöchen glühen !“ setzte Roman spöttisch hinzu. Er und Orkan kicherten gehässig.
Suna würdigte sie keines Blickes.
Missmutig hockte sich ihr Vater auf den Kutschbock. „Abfahrt“ knurrte er. Rumpelnd setzte sich die Fuhre in Bewegung. Ihr heutiges Tagesziel war eine kleine Provinzstadt. Eher ein größeres Dorf, aber mit einer Komturei eines der zahlreichen Ritterorden.

Schon am frühen Nachmittag lag das Städtchen im Tal vor ihnen. Auch während der Mittagspause hatte Suna kein Wort gesprochen, nur abseits der anderen ihr Brot gekaut.
Irgendwann gaben sie ihre halbherzigen Versuche auf und ließen sie schmollen.

Sie hatten sich dem Stadttor auf Rufweite genähert, als plötzlich mehrere bewaffnete Uniformierte auf sie zutraten. Die Kinder bremsten schnaufend den Wagen, nicht unglücklich über die unverhoffte Verschnaufpause.
„Halt!“ stellte sich der Anführer des Trupps in den Weg.
„Wir stehen doch schon!“ murrte Roman.
„Was gibt’s?“ fragte ihr Vater vom Kutschbock. „Unser Geleitbrief ist in Ordnung, wir haben alle Gebühren bezahlt! Wenn wir nicht in die Stadt dürfen, würden wir gerne außerhalb unser Lager aufschlagen!“
„Ihr werdet hier gar nichts aufschlagen!“ schnarrte der Uniformierte. „Spann die Kinder ab und in einer Reihe aufstellen!“
„Wieso? Wir sind ein freies Gewerbe!“
„Gegen euch fahrendes Gesin … ähhh-Volk liegt eine Anzeige vor! Dem Sekretär des Komturs wurde gestern von einem Haufen, auf den eure Beschreibung passt, eine nicht unbeträchtliche Summe Bargeld entwendet!“
Er wandte sich an seine Soldaten „Durchsucht den Karren!“

Machtlos mussten sie mit ansehen, wie die Soldaten ihre Kleiderbündel, Kisten und Requisiten aus dem Wagen zerrten und auf dem staubigen Weg ausbreiteten. Schon hatten sich erste Zuschauer angefunden. Ihr Vater versuchte mehrmals einzugreifen, eine Lanzenspitze drückte ihn unmissverständlich in die Reihe zurück.

„Leibesvisitation!“, ordnete der Anführer an. Suna knurrte, als ein Soldat sie mit spöttischem Grinsen abtastete und seine Hände länger als notwendig auf ihren Brüsten verharrten. Auch ein paar ihrer Brüder liefen zornesrot an.
Plötzlich rief ein Soldat vom Karren her „Ist es das hier?“, und hielt ein kleines Lederbeutelchen hoch.
„Ja, das ist meins!“ ertönte eine Stimme, die Suna nur zu gut in Erinnerung geblieben war.
Aus dem Hintergrund trat der Mann von gestern Abend vor sie, der ihr die Goldmünze für ihren Körper geboten hatte. Sie erblasste.
Er öffnete das Säckchen und ließ eine Reihe Goldmünzen in seine Hand gleiten. „Alle noch da!“ verkündete er. Sein Blick traf sich mit Sunas. Auch die Blicke ihrer Familie richteten sich auf sie.
„Ich...ich...ich war das nicht!“, stammelte sie. Inzwischen war alles Blut aus ihrem Gesicht gewichen und sie begann zu zittern. „Ich schwöre....!“
Der Mann schüttelte sacht den Kopf. „Und ich dachte, es geht dir um deine Ehre, du diebisches Drecksstück!“ lächelte er eiskalt.
Suna beteuerte weiter stammelnd ihre Unschuld. Niemand hörte ihr zu.
„Diebstahl ist ein schweres Verbrechen!“ dozierte der Mann. „Genau wie Landstreicherei!“ Er musterte die Familie der Reihe nach. „Und einen Sekretär des Komturs und  Vertreter der Heiligen Inquisition zu bestehlen ist besonders dreist und unverzeihlich!“
Er schaute wieder Suna an.
„Du hast am falschen Zeitpunkt die falsche Entscheidung getroffen. Die Konsequenzen werdet ihr alle tragen!“ Sie wusste, dass er nicht den vermeintlichen Diebstahl meinte.
„Was wird jetzt mit uns passieren?“ fragte ihr Vater kleinlaut.
„Darüber wird der Rat am Morgen entscheiden.  Bis dahin steht ihr unter Arrest!“

 Knarrend fiel die Tür zu. Bis auf etwas feuchtes Stroh und einen hölzernen Eimer war der Raum leer. Suna rutschte an der Wand zusammen.
„Du bist schuld!“ Branko riss sie an den Haaren hoch, dass ihre Füße kaum noch den Boden berührten. Ihr ältester Bruder war sonst eher der stille Typ, aber jetzt glänzte sein Gesicht wutrot.
„Vielleicht stimmt es ja, dass du den Kerl beklaut hast, wer weiß, wo du heute Nacht warst!“
Sie trat ihm in den Unterleib, dass er sie keuchend los lies. Seine Faust krachte auf ihr Auge.
„Nicht ins Gesicht, du Trampel!“ Ihr Vater zerrte ihn zurück.
„Suna, du wirst morgen vor dem Inquisitor knien! Du wirst flehen, winseln und dich ihm anbieten!
Notfalls zeigst du ihm deine verdammten Titten!“
Sie lief vor Scham und Wut rot an. In ihren Augen loderte der Hass.
„Und wenn nicht? Ich habe nichts getan, verdammt!“, schrie sie.
Eine weitere Ohrfeige klatschte. Diesmal hatte ihr Vater die Beherrschung verloren
„Ich sage dir...“, zischte er ihr zu. „Wenn der Herr Inquisitor dich haben will, wird er dich bekommen. Wenn er dich ficken will, wird er dich ficken. Und auch, wenn er dir deinen Arsch bis zum Hals aufreißen will, wird er das tun dürfen. Du bist jetzt sein Eigentum! Hast du das verstanden?“ Er schüttelte sie, dass ihre Zähne aufeinanderschlugen.
Sie schwieg trotzig.
Die nächste Ohrfeige. Suna fühlte, wie ihr Gesicht anschwoll. Im Mund spürte sie metallischen Blutgeschmack.  Die rechte Hand ihres Vaters hob sich erneut.
„Knie dich hin!“
Mit finsterem Gesicht fiel sie auf die Knie. Ihre Geschwister warteten gespannt, froh, nicht selbst im Zentrum des Zorns zu stehen.
„Übe schon mal für morgen! Leck mir die Stiefel!“ Suna blickte starr geradeaus.
Ein Fußtritt in die Rippen schickte sie auf den Boden. Langsam begann sie, ihre Zunge über die dreckigen Lederstiefel ihres Vaters zu schieben. Dieser grinste im Machtrausch.
„Genauso wirst morgen auf dem Bauch um Gnade winseln. Hast du das jetzt endlich kapiert?“    
„Ja, Vater ...“, quetschte sie mit zusammengebissenen Zähnen heraus.

Suna lauschte auf das vielstimmige Grunzen und Schnarchen um sich herum. Ihre Geschwister schienen sich mit ihrer Situation abgefunden zu haben. Ihr Vater sowieso. Sie hatten ja ihre Schuldige gefunden. Suna. Schön, wenn es so einfach war, dachte sie grummelnd. Ihre Wut brannte genauso in ihr wie ihre Wangen von den Ohrfeigen.
Durch das kleine Fenster oben in der Ecke fiel ein Streifen fahles Mondlicht in die Kammer. Das Fenster war winzig und zudem noch durch ein kreuzförmiges Gitter geteilt. Kein normaler Mensch passte dort hindurch. Kein normaler-aber das „Kind ohne Rückgrat“ war ja alles andere als normal.
Vorsichtig erhob sie sich und tastete zur Wand, bemüht, auf keinen der Körper auf dem Boden zu treten. „Au!“ Ginos Hand zuckte beiseite und er öffnete mürrisch die verquollenen Augen.
„Nur mal pinkeln!“ murmelte Suna. Gino musterte sie weiter kritisch. Demonstrativ hockte sie sich  über den Eimer in der Ecke und würgte einen dünnen Strahl hervor.
Gino grunzte zufrieden und drehte sich auf die andere Seite. Sekunden später verrieten seine tiefen Atemzüge, dass er wieder eingeschlafen war.
Sie atmete spürbar auf. Ihr Herz klopfte stärker. Aufregung wie vor einem Auftritt machte sich breit.
Vorsichtig kippte sie den Fäkaleimer in der Ecke aus, um ihn als Kletterhilfe nutzen zu können. Auf Zehenspitzen balancierend, erreichte sie das Fenstergitter und zog sich mit einem Klimmzug hoch. Die Öffnungen waren wirklich verdammt eng.
Suna hockte auf dem schmalen Fensterbrett und überdachte kurz ihren Plan. Wie bei einer Geburt war das Wichtigste der Kopf. Wenn der hindurch passte, war der Rest kein Problem. Oder zumindest ein lösbares.
Sie horchte noch einmal in die Kammer und zwängte Kopf und rechten Arm durch eines der Vierecke. Die Wand kratzte ihr Ohr und Nase auf, aber sie passte hindurch. Wie eine Schraube wand sie ihre linke Schulter hinterher. Für jeden normalen Menschen wäre hier Schluss gewesen, aber Suna war in der Lage, durch jahrelanges Training ihre Schultern kontrolliert auszukugeln.
Jetzt der Brustkorb. Stoßweise atmete sie immer weiter aus. Innerhalb der nächsten Minute musste sie hindurch sein, sonst würde sich ihre Lunge panisch mit Luft füllen und sie wie ein aufgequollener Korken im Flaschenhals stecken.
Es ging gut, bis sich ihre Brüste verklemmten. Innerlich verfluchte sie ihre seit kurzem immer weiter wuchernde Oberweite, die sich schon bei normalen Auftritten als Hindernis erwies. Mit Gewalt zerrte sie erst eine, dann die andere Brust hindurch. Um die Kratzer und blauen Flecken konnte sie sich später kümmern.
Hart schabten ihre Rippenbögen über Stein und Stahl. Erste schwarze Nebel waberten durch ihr Sichtfeld. Ihr blieben nur noch Sekunden. Kaum war sie durch, schnappte sie japsend nach Sauerstoff. Ihr Brustkorb spannte sich. Nun gab es kein Zurück mehr, ihre Rippen würden sie wie ein Widerhaken aufhalten.
Jetzt noch ihre Hüfte … und sie steckte fest. Leise zeterte sie auf jenisch vor sich hin. Warum musste sie auch nur so einen breiten Arsch kriegen. Scheiß Erwachsenwerden!
Sie ruckelte und schob, biss sich vor Schmerz die Lippen blutig und wurde langsam panisch. Zu allem Übel hörte sie in der Kammer ein empörtes Murren. Jemand wurde wach.
Sie flehte alle bekannten und unbekannten Götter um Hilfe an und schaukelte sich Millimeter um Millimeter voran. Zuerst gab ihr Kleid nach, dann ihre Haut. Sie zischte durch die zusammengebissenen Zähne, dann war sie plötzlich frei. Suna zog ihre Füße nach und hockte sich auf das äußere Fensterbrett. Ihre Hüftknochen brannten wie Feuer, ihre Rippen, als ob Eisenketten darum lägen. Sie zwang sich, tief und  gleichmäßig zu atmen, bis der Schleier vor ihren Augen verschwand und der Schmerz nachließ.
Im Inneren rief jemand fragend ihren Namen.
Etwa fünf Meter unter ihr schillerte eine ölige Wasserfläche im blassen Mondlicht. Der Burggraben der Komturei diente dem Geruch nach der halben Siedlung als Kloake. Sie zögerte.
„Suna?!“ Die Pranke ihres Vaters legte sich um das Fenstergitter. Gleich darauf erschien sein Gesicht. Selbst in dem trüben Licht erkannte sie seine wutverzerrten Züge. Er griff durch das Gitter und verfehlte ihre Wade nur, weil sie sich einfach vom Fensterbrett kippen ließ. Im Flug hörte sie seinen Wutschrei.

Die Brühe im Burggraben entpuppte sich als zäher Schlamm unter einer dünnen Wasserschicht, der noch mehr stank, als befürchtet. Suna wühlte sich durch den Modder ans Ufer und wischte sich die Augen. Erst spuckte sie schwarzen Sud, dann übergab sie sich vor Ekel. Wie ein Tier wälzte sie sich im taufeuchten Gras, um wenigstens etwas von dem Dreck loszuwerden.
Triefend schlich sie in die Nacht des stillen Dorfes. Einige Hunde kläfften, sie erreichte aber unbehelligt die umliegenden Wiesen und Felder. Langsam wurde ihr kalt. Aus einem Schuppen klang leises Blöken. Ein Schafstall. Sie schlüpfte hinein und kroch in das Heu, das der Bauer in einem Seitenverschlag aufbewahrte.
Schnell zog sie ihr nasses, stinkendes Kleid aus und deckte sich mit dem duftenden Heu zu. Mit der Ruhe kam ihre Müdigkeit zurück. Sie zog ein paar Bunde über ihren Kopf und schlief irgendwann ein.


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BeitragVerfasst am: 01.05.2019 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

ich habe mal wieder vorbeigeschaut und lasse Dir ein paar Anmerkungen da. Nimm, was Du gebrauchen kannst.

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:

Langsam kamen ein paar Gestalten - Warum wieder die (ab)wertende Stimme des Autors? - aus dem Hütten. Kinder, ebenso zerlumpt, barfuß und mit Rotz an der Backe, ein paar zahnlose Alte.
Die Bauern arbeiteten noch auf den Feldern. - Wer weiß das? Der Autor? Der Prota anscheinend nicht, von dem ist hier noch immer keine Rede. -
Wichtig für den Umsatz waren die Kinder - Umsatz im Mittelalter? Kann ich mir nicht vorstellen, gängig war zu dieser Zeit das Lehnswesen, selbstständige Bauern gab es meines Wissens nicht, die Bauern dieser Zeit besaßen nicht mal eigenes Land, das gehörte entweder der Kirche oder dem Lehnsherren - die abends ihren Eltern - in den Ohren liegen - Sagte man das im Mittelalter so? Und die zweite Frage ist ja, hatten sie dazu überhaupt noch Kraft? Feldarbeit zehrt. - würden, doch unbedingt zur Vorstellung zu gehen.
Suna seufzte innerlich. In diesem Kaff - Kaff hat damals sicher auch niemand gesagt - würden sie mit Glück etwas zu essen und einen Platz für die Nacht bekommen, irgendwelche Gewinne (?), womöglich sogar Geld (Hatten Bauern überhaupt Geld? Ich glaube nicht), waren hier nicht zu erwarten. Sie konnte an einer Hand abzählen, wann im letzten Sommer Zuschauer mit Geld für ihre Darbietungen bezahlt hatten. Ohne Geld waren sie verdammt, in Nestern wie diesem, weitab der Städte, zu gastieren, wo niemand für den Stellplatz (? Noch so ein Wort, das für mich nicht in diese Zeit gehört) die Hand aufhielt.

Als es dunkelte, hatte die Kunde von dem Wanderzirkus auch die entfernteren Hütten erreicht und sich eine erkleckerliche Anzahl von Zuschauern eingefunden.
 Fackeln erleuchteten einen Kreis aus Sägemehl, auf dem die Wunder, Attraktionen und Zauberei die weite Welt in das kleine Dorf brachten. Junge Männer in exotischen Kostümen, dem Sprecher nach direkt aus dem Orient, jonglierten mit brennenden Holzkeulen, schluckten Feuer und Schwerter, stapelten sich zu menschlichen Pyramiden und  liefen über Glasscherben.
Das Publikum hielt den Atem an, als sich „Prinzessin Salome“in einem Weidenkorb von unzähligen Schwertern durchbohren lies und diesem unverletzt entstieg.
Den Höhepunkt bildete jedoch das Mädchen ohne Rückgrat (Sprach man im Mittelalter wirklich schon von Rückgrat?), die Schlangenfrau, die, auf den Händen stehend, die Füße auf den eigenen Kopf stellen konnte oder die Beine im Nacken verschränkte. Die Zuschauer applaudierten begeistert.

  Immer noch im Schlangenfraukostüm schritt Suna das Rund der Zuschauer ab. Wie erwartet gab es nur Naturalien, ein paar Stücken Speck, Eier, Brot. - Darauf reagiert sie nicht? Keine Enttäuschung oder etwas in der Art?
Ihr Vater hatte einen Stellplatz für die Nacht ausgehandelt. (Woher weiß sie, wo der Vater ist/ der Stellplatz, sie war doch im Zirkus.) Morgen würden sie weiterziehen. Der Winter war nicht mehr weit und ihr erhofftes Winterquartier - Was ist ein erhofftes Winterquartier? - noch ein gutes Stück Weges entfernt.
Vor ihrer Hand blitzte es im trüben Fackelschein gelb auf. Irritiert sah sie genauer hin. Eine behandschuhte Männerhand hielt ihr ein Goldstück hin. Als sie hastig (hastig könnte gestrichen werden) zugreifen wollte, zog er die Hand zurück. Suna schaute dem Mann ins Gesicht. Ein etwa dreißigjähriger Mann, der überhaupt nicht wie ein Dorfbauer wirkte, lächelte ihr kühl zu. „Nicht so voreilig!“, flüsterte er. „Für eine Nacht mit der Schlangenfrau!“ Sie schenkte ihm einen eisigen Blick und schüttelte den Kopf. „Die ist nicht zu haben.“
Er lächelte unergründlich. „Oh doch! Jeder ist käuflich. Gerade bei einem … so florierenden - noch so ein Wort, gefolgt vom nächsten - Unternehmen!“ -Spöttisch musterte er ihren Karren.
„Nein!“
„Dein letztes Wort?“
Sie wandte sich ab und sammelte weiter ihre Lebensmittel ein. Der Blick des Mannes verfolgte sie.

„Du bist doch völlig bescheuert!“ - Sprach man im Mittelalter schon so? - Die klatschende Ohrfeige traf  sie unvorbereitet. Sie taumelte kurz, wischte sich das Blut von der Nase und starrte ihren Vater mit wutfunkelnden Augen an.
„Du hast gesagt, meine Unberührtheit ist mein höchstes Gut!“, giftete sie zurück.
„Bah!“, Er spuckte ihr vor die Füße. „Die ist aber kein Goldstück wert ! Irgendwann ist es halt soweit! Und wir brauchen jeden Heller! Einmal ficken - ficken bedeutete früher schlagen/ verprügeln, ob auch schon im Mittelalter weiß ich nicht - lassen, und gut!“
„Gut?!“, kreischte sie zurück. „Wenn es so gut ist, halt ihm doch deinen Arsch hin! - Die Sprache ist auch hier wieder zu modern und gehört nicht in diese Zeit, zumal Sex eines Mannes mit Knaben oder jungen Männern nicht ungewöhnlich war - Vielleicht will...“
Der nächste Schlag riss sie von den Beinen. Sie rappelte sich auf, spuckte ihrem Vater einen Klumpen Blut - ein Klumpen Blut? Wie soll der aussehen? - - vor die Füße und rannte aus dem Verschlag.


LG Diamond
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 05:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Diamond, danke für deine Anmerkungen.
Einige sind für mich hilfreich, andere nehme ich wohlwollend zur Kenntnis.

Zur Sprache:
Natürlich ist das keine authentische Mittelaltersprache. Zeitgenössische Mundarten würde niemand verstehen. Weder damals gebrauchte sprachliche Vergleiche noch Alltagswörter.
Also übertrage ich die Rede in heute gebräuchliches Deutsch auf einem etwa analogen Sprach-bzw. Bildungsniveau der Protagonisten. Quasi wie die Übersetzung aus einer Fremdsprache. Zu Wörtern wie "Kaff", "Umsatz" oder auch "ficken" gab es zur damaligen Zeit umgangssprachliche Entsprechungen, die aber heute niemand mehr kennt, da sowas eher keinen Weg in irgendwelche Aufzeichnungen gefunden hat. Ergo lasse ich die Leute heutige Umgangssprache sprechen, der Verständlichkeit wegen. Nichts klingt mMn. schlimmer, als gekünstelt auf alt getrimmte Sprache ohne historischen Bezug, die eigentlich nur versucht, Klischees zu bedienen, oh ehrwürdigster Mentorius.  

Aber ich denke zumindest über den Einwurf nach.

P.S. zum "Klumpen Blut"
Ihre Nase blutet. Sie zieht sie hoch und das Blut gerät zusammen mit dem Sekret aus den Nasennebenhöhlen, vulgo "Rotz", in ihren Rachen. Durch die gerinnungsfördernde Wirkung des Speichels bildet sich eine höherviskose Masse, durch den hohen Anteil an Hämoglobin rotfarben. Diese Masse speit sie ihrem Vater vor die Füße. Da beide weder die Zeit noch die Muße haben, den hochviskosen Klumpen chemisch zu analysieren, ist es für beide und auch für den Leser, das, was sie sehen, ein Klumpen Blut.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 02.05.2019 19:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

...und der Rest vom ersten Kapitel!

Ein Zwicken weckte sie in der ersten Dämmerung. Flöhe und Wanzen war sie nach den Jahren in Ställen und zwielichtigen Abstiegen gewohnt, deren Bisse spürte sie nicht mehr. Sie krabbelte schnell aus dem Heu und untersuchte ihren nackten Körper. An Beinen und Bauch hingen einige schwarze Klumpen, die dort definitiv nicht hingehörten. Blutegel! Angewidert zog sie die Biester, die sich schon ordentlich festgesogen hatten, aus ihrer Haut. Ein besonders fettes Exemplar klebte zwischen ihren Schamhaaren. Mit zusammengebissenen Zähnen entfernte sie den ungebetenen Gast.
Im Nachbarraum erwachten die Schafe aus ihrer Nachtruhe. Sie zog witternd die Luft ein. Nein, keine Schafe, Hammel. Suna lachte kurz auf. Sie hatte gestern offenbar noch mehr gestunken als die Schafböcke, daher hatte sie es nicht bemerkt.
Nachdem sie ihr nunmehr schwarzes Kleid von noch einigen anderen Blutsaugern befreit hatte, schlüpfte sie wieder in den klammen Stoff. Jeden Moment konnte der Bauer auftauchen. Sie vergewisserte sich durch ein Astloch, dass die Luft rein war und schlich sich davon.
Der  Gedanke an ihren Vater und ihre Brüder ließ sie wütend knurren. Für ein Stück glitzerndes Gold hätten sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre sonst so viel beschworene Ehre verkauft.
Sie spuckte aus.
Begonnen hatte alles vor ein, zwei Sommern. Ihr Vater hatte nie einen Unterschied zwischen seinen Kindern gemacht. Das Einzige, was sie von ihren Brüdern unterschied, war die Tatsache, dass sie nicht im Stehen pinkeln konnte. Sonst waren sie völlig unbefangen miteinander umgegangen. Bis zu dem Tag, wo ihr Vater ihr Hinterteil für sich entdeckt hatte. Erst mit den Fingern, dann mit seinem Schwanz. Es war ja keine Sünde, hatte er ihr erklärt, ihre Ehre und Unschuld blieben schließlich unberührt.
Natürlich, welcher Mann würde sie sonst  noch haben wollen? Eine vom fahrenden Volk? Bald schon würde sie heiratsfähig sein. Vierzehn war ein übliches Alter.
Mit ihrem knochigen Gesicht und der Adlernase standen die Kerle nicht gerade Schlange nach ihr. Da durfte sie froh sein, wenn sie überhaupt irgendwann einen abbekam und etwas hatte, mit dem sie punkten konnte.
„Ich achte und ehre dich, meine Sonne!“ hatte er verkündet, während er seine Ladung in ihren Hintern pumpte.
Suna hatte nicht zu widersprechen gewagt. Auch nicht, als ihre Brüder entdeckten, dass sie sich ebenso entspannen konnten, ohne der lästerlichen Selbstbefleckung zu frönen.  
 Sie war die brave Tochter, hielt still, und biss die Zähne zusammen.
 Wegen ihr konnten alle sechs dort im Verlies verschimmeln.

Oberhalb der Weiden begann der Wald, der sich bis hinauf in die Berge zog. Hier am Waldrand rastete Suna und blickte zurück. Ein Menschenauflauf außerhalb des Ortes erregte ihre Aufmerksamkeit. Jeder Stadtbewohner schien dort unten auf den Beinen zu sein. Von ihrem Standpunkt aus war sie zu weit entfernt, um Genaues zu erkennen. Die Menschenmasse wogte um einen riesigen Baum, der dort auf einem Hügel stand.
Sie lehnte mit dem Rücken an einer der großen Fichten am Waldrand, knabberte wilde Birnen, die zahlreich am Unterholz hingen und wartete auf die Dämmerung. Dann wollte sie ins Dorf zurück schleichen. Ihre Wut hatte sich soweit gelegt, dass sie ihrem Vater zwar nicht verzieh, sich aber wieder mit ihm arrangieren würde. Alleine malte sie sich keine Chancen aus, länger zu überleben.

Als sie sich dem Baum näherte, sah sie mehrere dunkle Flecken in der Krone der Linde, die dort sicher nicht von selber gewachsen waren. Eine Vorahnung ließ ihren Magen zusammenkrampfen. Sie stolperte hölzern weiter, unfähig, den Blick abzuwenden. Alles in ihr schrie danach, sich umzuwenden und wegzulaufen, aber mechanisch setzte sie Schritt für Schritt in Richtung des Baumes. Um mit einem erstickten Keuchen auf die Knie zu fallen, als sie die grausigen Früchte erkannte.
Aus der Baumkrone baumelten die Körper ihrer Brüder und ihres Vaters. Die Augen verdreht, die Zungen blau aus den offenen Mündern hängend. Unfähig wegzuschauen, sog sie jedes Detail in sich auf. Neben den Körpern entdeckte sie etwas, das sie dann doch rückwärts von der Szenerie zurückweichen ließ. Taumelnd kam sie auf die Beine und rannte davon. Neben ihrem Vater hatte ein leerer Strick im Wind gependelt. Ihr eigener.    

Schluchzend saß sie unter der Wurzelscheibe einer umgestürzten Fichte. Sie hatte den Kopf auf die Arme gelegt. Das hatte sie nicht gewollt. Sie hatte ihre Familie zuletzt gehasst, aber den Tod hatten sie nicht verdient. Sie zog schniefend die Nase hoch. Hätte sie auf ihr bisschen Ehre geschissen und sich von dem Kerl bumsen lassen. Dann würden sie noch leben. „Ich bin schuld!“ flüsterte sie. Und statt zu ihrer Schuld zu stehen, war sie feige weggelaufen und hatte die sechs ihrem Schicksal überlassen. Ein neuer Weinkrampf schüttelte sie. Es begann zu regnen, Suna merkte es nicht.

Irgendwann waren ihre Tränen alle gewesen. Irgendwann hatte sie beschlossen, dass sie genug getrauert hatte. Und irgendwann war sie hungrig und frierend aus dem Wald herausgetreten. Noch fand sie die letzten Früchte des Herbstes. Doch der erste Frost würde diese Quelle schon allzu bald versiegen lassen. Die Berge am Horizont zeigten sich morgens mit weißen Spitzen, irgendwann schaffte es auch die Mittagssonne nicht mehr, das Weiß zurückzudrängen. Zum Schlafen kroch Suna in Heuschober, die noch auf den Wiesen standen oder in Schafställe, wo sie unruhig mit einem Ohr auf den Bauern lauschte. Sie stahl Milch von den Kühen auf der Weide, die sie direkt aus dem Euter trank. Nie jedoch bei einzelnen, mageren Tieren, die wohl nur einer armen Familie gehörten.
Mehrmals versuchte sie, sich auf Höfen zu verdingen. Doch die Erntezeit war vorbei, manche Bauern jagten sie sofort weg, andere gewährten ihr ein Asyl für ein oder zwei Nächte. Suna revanchierte sich mit kleinen Vorstellungen ihrer Künste. Ihr war klar, das dies kein Dauerzustand sein konnte. Insgeheim hoffte sie, auf andere Spielleute zu treffen, mit denen sie mitziehen könnte. Dieses Leben kannte sie, außer im Winter hatte sie nie länger als drei, vier Tage an einem Platz verweilt. Ihre Heimat waren die staubigen Straßen.


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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

ein paar Dinge sind mir noch aufgefallen: Nachdem in deinem ersten Textabschnitt lediglich von Suna und ihrer Familie die Rede war, taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein ganzer Wanderzirkus mit mehreren Artisten auf. Er ist auch nach dem Auftritt genauso schnell wieder verschwunden, und als aufmerksamer Leser frage ich mich, wo sind die alle hin? Wenigstens zwei, drei Sätze solltest du schreiben, weshalb sie sich z.B. wieder getrennt haben oder wo sich das Erdloch aufgetan hat, das sie alle verschluckt hat.

Zitat:
Für ein Stück glitzerndes Gold hätten sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre sonst so viel beschworene Ehre verkauft.

Zitat:
„Du hast gesagt, meine Unberührtheit ist mein höchstes Gut!“ giftete sie zurück.


Ich finde es ziemlich lächerlich, von ihrer Unberührtheit zu sprechen, wenn sie offensichtlich schon längere Zeit von ihrem Vater und ihren Brüdern sexuell missbraucht wird. Spielt die "eigentliche Defloration" später eine Rolle, oder weshalb betonst du das?

Einige Wörter wie z.B. Stellplatz (erinnert mich an Campingplatz), Unternehmen oder bescheuert, empfinde ich als zu modern und unpassend für einen historischen Roman, und das hat nichts mit besserer Verständlichkeit zu tun. Das kann man auch anders formulieren, ohne sich beim Lesen als Junker zu fühlen.
Im Gegensatz zu den modernen Wörtern, benutzt du dann Ausdrücke wie es dunkelte, erkleckerlich (das Wort heißt übrigens erklecklich), lästerliche Selbstbefleckung, die mMn eher gestelzt klingen. Aber das ist wohl Geschmacksache, den Lesefluss, den ich nach wie vor durch deine bildhaften Beschreibungen als angenehm empfinde, behindern sie nicht.
In welcher Zeit spielt sich die Geschichte ab?

Zitat:
Die klatschende Ohrfeige traf sie unvorbereitet. Sie taumelte kurz, wischte sich das Blut von der Nase und starrte ihren Vater mit wutfunkelnden Augen an.


Eine Ohrfeige klatscht immer, deshalb kannst du das Adjektiv weglassen. Warum sollte sie durch eine Ohrfeige aus der Nase bluten? Dann solltest du schreiben "Der Schlag ins Gesicht traf sie unvorbereitet".

Zitat:
Innerlich verfluchte sie ihre seit kurzem immer weiter wuchernde Oberweite, ...


Wuchernde Brüste? Um Gottes Willen Laughing , die Formulierung passt nicht. Vielleicht "wachsende" oder "größer werdende" oder den Satz lieber ganz umformulieren.

LG Katinka
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 13:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

OK, Ziel erkannt, zumindest von der Verständlichkeit her.
Warst du schon mal in einem Zirkus, der als Familienbetrieb geführt wird? Da werden mit 3-5 Personen und einer ganzen Reihe an Kostümen die diversen Rollen abgedeckt und die Artisten sitzen auch an der Kasse und in der Pause am Zuckerwattestand.
Wer gerade nicht in der Manege steht, schlüpft in ein neues Kostüm (und eine neue Identität...)
So eine Kostümwechsel-Szene werde ich noch einbauen, danke für den konstruktiven Hinweis!
 
Warum soll das so um 1300 (deine nächste Frage...) anders gewesen sein?

Das mit der Unberührtheit wird in anderen Kulturkreisen noch heute so praktiziert. Das habe ich mir auch nicht selber ausgedacht. Wink

"Erklecklich" hieß zuerst "erheblich", da sind wohl beim Ändern ein paar Buchstaben zu viel stehen geblieben...Soviel zum Thema Betriebsblindheit.

OK, die Sache mit den Brüsten schreit wirklich nach Überarbeitung.
Gute Frage, wie würde das eine 13-14jährige selber formulieren? Denen ist es ja oft nicht recht, dass sich ihr Körper verändert.


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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Gute Frage, wie würde das eine 13-14jährige selber formulieren? Denen ist es ja oft nicht recht, dass sich ihr Körper verändert.


Au contraire, es kann gar nicht schnell genug gehen. Wenn man als 13/14-jähriges Mädel noch keine weiblichen Rundungen hat, starrt man wohl eher neidisch auf diejenigen, die körperlich schon weiter entwickelt sind.

Zitat:
Innerlich verfluchte sie ihre seit kurzem immer weiter wuchernde Oberweite, die sich schon bei normalen Auftritten als Hindernis erwies.


Mein Vorschlag: Innerlich verfluchte sie ihren mittlerweile deutlich sichtbaren Busen, der ...

Oberweite klingt irgendwie so fachmännisch ...
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 03.05.2019 17:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

...verfluchte sie ihre für ihr Alter schon großen Brüste, die sich selbst bei ihren Auftritten als Hindernis erwiesen.. ?

Als Leistungssportler, was sie ja als Kontorsionist ist, stelle ich mir das schon hinderlich vor.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 07:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jetzt aber:

Ihr Körper veränderte sich seit einiger Zeit enorm. Ihre Brüste hatte inzwischen eine recht respektable Größe erreicht. Jedes andere Mädchen wäre stolz darauf gewesen. Suna fühlte sich jedoch eher übergangen, zudem sie ihre "Wucherungen"  bei einigen Übungen behinderten. Auch sahen manche Zuschauer in ihr nicht mehr das Gesamtkunstwerk Schlangenfrau, sondern glotzten ihr nur noch in den Ausschnitt.


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schwarzistdiekatz
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 07:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Thomas74,

Vorschlag meinerseits:

Sunas Körper veränderte sich seit einiger Zeit enorm. Ihre Brüste hatten inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. Jedes andere Mädchen wäre stolz darauf gewesen. Suna jedoch fühlte sich vom Leben betrogen. Ihre neue Oberweite behinderte sie bei den Übungen. Und noch viel schlimmer: Viele Zuschauer sahen in ihr nicht mehr das Gesamtkunstwerk. Die Schlangenfrau. Stattdessen glotzten sie ihr nur noch in den Ausschnitt.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 07:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke!
Werde ich teilweise übernehmen, klingt wirklich flüssiger.
Ich muss aber mit "Sie" anfangen, da ich schon im vorangehenden Satz von "Suna" spreche.


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schwarzistdiekatz
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 07:48    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Danke!
Werde ich teilweise übernehmen, klingt wirklich flüssiger.
Ich muss aber mit "Sie" anfangen, da ich schon im vorangehenden Satz von "Suna" spreche.


Gerne.

Kenne den vorangehenden Satz jetzt nicht Wink Aber da kannst du dich ja herumspielen Cool z.B.

Ihr Körper veränderte sich seit einiger Zeit enorm. Die Brüste hatten inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. Jedes andere Mädchen wäre stolz darauf gewesen. Suna jedoch fühlte sich vom Leben betrogen. Ihre neue Oberweite behinderte sie bei den Übungen. Und noch viel schlimmer: Viele Zuschauer sahen in ihr nicht mehr das Gesamtkunstwerk. Die Schlangenfrau. Stattdessen glotzten sie ihr nur noch in den Ausschnitt.

Weiterhin viel Erfolg bei deinem schnellen Vorankommen ...
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 09:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gleiche Szene, nächste Frage:

Unter ihrem Kleid nestelte sie ein handlanges Wurfmesser hervor. Sie hatte es an ihrer intimsten Stelle durch die Leibesvisitation geschmuggelt. Zu ihrem Schlangenfrau-Kostüm gehörte praktischerweise eine Art Unterhose, damit die Zuschauer bei ihren Verrenkungen nicht alles zu sehen bekamen. Dort hatte sie nicht mal der Soldat zu betatschen gewagt.

Passt das Wort "betatschen" hier? Embarassed


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schwarzistdiekatz
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BeitragVerfasst am: 04.05.2019 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Würde je nach Laune zur gewünschten Wort-Intensität/Handlungsform z.B. "berühren", "anzugreifen" oder "befummeln" schreiben.
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