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Aufprall


 

 
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Walking_High
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 23
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 15.04.2019 20:32    Titel: Aufprall eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Meine Familie und ich saßen am Esstisch, wie jeden Morgen, meine Mama servierte uns ein deftiges Frühstück, wie jeden Tag, ohne Ausnahme. Mein Papa sagte, wie jeden Morgen, den gleichen Spruch auf, „Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag, aber nur ein Frühstück mit Liebe gemacht“, er bedankte sich bei Mama und wir taten es ihm, wie immer, gleich.

9

Meine Schwester war jetzt an der Reihe mit dem Haushalt, sie schob es, wie immer, bis zum letzten Augenblick auf, und jedes Mal wartete sie bis ich sagte, „Soll ich dir helfen“, was sie jedes Mal mit einem Lächeln bejahte. Und ich jedes Mal mit einem Auge rollen entgegnete.

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Mein kleiner Bruder verschlief jeden Tag, nicht dass er wirklich verschlief, nur ihn zu wecken war eine Herkulesaufgabe. Licht an, Wecker unerträglich laut, Decke wegziehen, alles ohne Wirkung auf seinen Schlaf. Wie jeden Morgen, rief mich meine Mutter in sein Zimmer, und wie jeden Morgen, sagte ich zu ihm, „Wenn du jetzt aufstehst, mach ich dir auch deinen Lieblingskakao“, und wie jedes Mal antwortete er mit, „Na gut“ und stand auf.

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Mein Vater stand früh auf und kam immer spät nach Hause, er wachte nicht früh auf, weil er es musste, sondern weil er jeden Morgen, seine Frau wecken will. Und meine Mama wacht jeden Morgen mit einem lächeln auf. Unabhängig wann er eigentlich los musste, er ließ es nie bleiben. Und bei jedem gemeinsamen Frühstück, sagte meine Mama denselben Spruch, „Ratet mal wer mich heute geweckt hat?“.

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Mein Schulweg war, wie es wohl üblich ist, jeden Tag derselbe, ich ging aus dem Haus, lief durch unseren Garten, der egal ob Winter oder Sommer, immer seinen malerischen Charakter behielt. Meine Eltern hielten ihn stets in Schuss. Ihnen ging es weniger darum, dass alles perfekt aussieht, so ließen sie jeden Winter das Laub aufgetürmt im Garten, um den Kleintieren ein Zuhause zu bieten und ließen im Sommer das herabfallende Obst unserer Apfelbäume liegen, um der Insektenwelt Nahrung zu bieten. „Es muss nicht perfekt sein, es muss Charakter haben“, diesen Spruch können sie synchronisiert aufsagen, immer wenn er auch nur ansatzweise passen würde, konnte man den Spruch hören.

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Mein Schulweg bestand aber aus mehr als unserem Garten, schon bald grüßte mich der Beton des Bürgersteiges, immer darauf bedacht mich zielgerichtet zur Bushaltestelle zu führen. Unser Haus war eines von vielen in einer Straße, die darauf bedacht war, dass jeden Tag die Autos in der gleichen Reihenfolge am Straßenrand parkten. Jeden Morgen ging ich zur selben Bushaltestelle, wie auch anders, jeden Morgen begrüßten mich dieselben Personen. Ein Lächeln freute mich stets besonders, sie wohnte zwei Häuser weiter, in einem Haus mit einem Garten, der unseren nicht unähnlich war.

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Mein Schulweg wurde kürzer, ich lief nicht mehr, sondern ein Moped beschleunigte meinen Schulweg. Ich nahm nicht mehr den Bus jeden Tag, ich wurde nicht mehr der Hintergrundbeschallung ausgesetzt, in der es sich scheinbar immer darum dreht, wer denn die Hausaufgaben gemacht habe, mit sofortigem Anschluss der Frage, „Darf ich schnell abschreiben?“. Den Bus vermisste ich nicht, aber etwas fehlte. Eine Sache, auf die ich mich stets freute, die immer Bestandteil meiner immergleichen Tage war.
 
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Mein Moped, mein Papa hat es mir geschenkt, sobald ich fahren durfte, wollte ich eins haben, diesen Wunsch habe ich so präsent in den Köpfen meiner Eltern gehalten, dass ein Vergessen unmöglich war. Ich malte mir die Unabhängigkeit aus, kein warten mehr auf den Bus, kein Umsteigen mehr, um mal woanders sich zu finden als die Schule. Sie kauften mir ein gebrauchtes, wobei sie sehr darauf bedacht waren, dass es nicht sofort auseinanderfällt. Und wie bei jeder anderen Gelegenheit der auch nur irgendwie passte, kam auch wieder ihr Liebling Spruch, „Es muss nicht perfekt sein, es muss Charakter haben“. Es hatte ein Blau, das einen sonnigen Himmel glich.

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Meine erste Liebe, sie wohnte zwei Häuser weiter, ich sah sie jeden Morgen, vor dem Moped. Nachdem Moped, schien sie eine ganze Stadt weit weg zu wohnen, weiter weg als dass mich eine Tankladung tragen könnte. Aber meine Füße konnten es, mein Moped blieb in der Ausfahrt, aus schlafend in seiner Decke aus Kunststofffasern. Der Bürgersteig, immer noch bedacht mir die selben Autos in der gleichen Reihenfolge zu präsentieren, bäumte sich ungewohnt vor mir auf, aber gleichwohl gewohnt, mich mit jedem Schritt zielgerichtet zur Bushaltestelle zu führen.
 
1

Unser Ausflug, der Bürgersteig war überwunden, nichts stand mehr dem Ziel im Wege, wir fuhren ins Kino, keine 27 Minuten von uns entfernt. Sie sitzt hinter mir auf, routiniert, und wir fahren los. Wie jeden Tag, jeden Morgen, wieder war es da, ein Lächeln, dass mich stets besonders freute. Sie wartete nicht mehr an der Bushaltestelle, sie lief nun immer zwei Häuser weiter, wo ich zum abfahren bereit, mich stets auf ihr Lächeln freute. Dieses Mal war das Ziel ein anderes, statt aufmerksam zuzuhören und vermeintliches lernen, gespannt dem Treiben auf der Leinwand zugucken, ich fahr los, sie hält sich an mir fest. Und, wie jedes Mal, sobald wir auf der Straße befanden, rief ich im Fahrtwind, „Spürst du auch den rasenden Wind in den Haaren!“, „Du, übertreib mal nicht, wir fahren gerade mal ganze 25“, erwiderte sie während wir das Lachen anfangen.

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Aufprall

Was kann unser Gehirn in 10 Sekunden erschaffen, was vermag es in einer Sekunde zu zerstören? (er-)Leben wir eine Illusion, eine Fantasie, eine Lüge oder die Wirklichkeit oder wer vermag die voneinander zu unterscheiden? Wenn unser Verstand fest von etwas überzeugt ist, es sei die Wirklichkeit, zerbricht sie erst dann, wenn man unausweichlich auf dem Boden aufschlägt? Oder bleibt man Gefangen in seiner Wirklichkeit. Eingesperrt im Unwirklichen oder gezwungen, aber selbst ausgesucht, zu zerspringen in der ungewollten Wirklichkeit.

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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 38
Beiträge: 840
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 16.04.2019 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

ich habe Deinen Text jetzt zweimal gelesen. Ich verstehe ihn nicht so recht.

Ich verstehe nicht, was da tatsächlich passieren sollte. Warum stürzt jemand (sich???) aus großer Höhe (ca. 90 Meter) hinab? Textsubjekts Leben scheint ja geradezu idyllisch, manche würden sagen konfliktfrei, verlaufen zu sein? Hmm. Das ist alles so schön, dass es mich aus der Geschichte ausgrenzt. Gut, es wollte mit seiner Freundin ins Kino. Aber da muss noch was Einschneidendes passiert sein. Hmm.

Spachlich kannst Du sicher konzentrieren oder Unschärfen einbauen. "Stets", und "immer" machen den Text ein bisschen - verzeih - langweilig. Immer dasselbe, konfliktlose Leben: Das kitzelt mich nicht so, wie es der Situation angemessen wäre. Das mag auch an der ruhigen Erzählweise liegen. Ansonsten sind noch einige wenige RS-Fehler drin, aber die findest Du sicher.

Ich bin unschlüssig: Ich sehe die Kraft, die Du in den Text gesteckt haben magst. Und dass die Idee durchaus tragfähig sein könnte. Aber sie braucht Pfeffer, damit sie überzeugt. Eine heile Welt tut dies noch nicht.

Stelle Dir die gedachte Situation bildlich vor. Was geht in einem Menschen vor sich, der gerade dem Tode entgegen stürzt? Was tut er? Jetzt wirkt es auf mich so, als sitze er wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange. Ich würde schreien, mein Herz würde mir bis in den Kopf schlagen, ich würde flüchtende Blicke um mich werfen, um einen Halt zu finden, all die verpassten Chancen und großen Fehler würden mir einfallen ... Sowas.

Und ich würde bloß noch in Hauptsätzen denken können, höchstens ein Nebensatz hier und da.

Bau Deine Geschichte aus. Das lohnt sich. Es ist Deine Geschichte und Du kannst sie erzählen. Nur zu. Willkommen hier.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Lithium
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 27



BeitragVerfasst am: 16.04.2019 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Walking_High,

leider muss ich mich Abari anschließen - ich verstehe auch nicht so wirklich, was du dem Leser/der Leserin mit der Geschichte sagen willst...

Außerdem enthält dein Text sehr viele Rechtschreib- und Grammatikfehler, die das Lesen teilweise extrem erschweren. Gehe vielleicht die einzelnen Sätze nochmal durch und formuliere ein bisschen um, das würde sich lohnen (vor allem im letzten Absatz). Mir scheint, als hättest du die einzelnen Sätze so runtergeschrieben, wie sie dir in den Sinn gekommen sind...

Wie gesagt: ich verstehe die Geschichte auch nicht wirklich. Der Anfang liest sich leider in der Tat ziemlich langweilig, dann plötzlich dieser Bruch und am Ende ein paar philosophisch angehauchte Fragen, die ziemlich schlecht formuliert sind... und als Leserin weiß ich nicht, was ich damit anfangen soll/was du mir damit sagen willst.

Sorry... vielleicht kannst du deinen Text ja nochmal - vor allem im Hinblick auf die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie die sprachlich teilweise schlechten Formulierungen - durchgehen und eine neue Version einstellen? Vielleicht wird dann ja einiges schon klarer...

Liebe Grüße
Lithium


_________________
Bunte Grüße!
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Walking_High
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 23
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 16.04.2019 10:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Abari,

interessantes Feedback, danke dafür. Und genau diese Reaktion will ich mit meiner Kurzgeschichte erzeugen. Die Anaphern, die Hyperbeln auf das übertrieben harmonische und konfliktfreie Leben, sowie die ruhige und langweilige Schreibweise alles von mir beabsichtigt.

Was da tatsächlich passieren sollte, das gibt es nicht in meiner Geschichte, ich will den Leser nicht eine vorgefertigte Interpretation präsentieren, sondern ihn dazu bringen zu überlegen was da passiert sein könnte. Das ist aber natürlich Geschmackssache, ich persönlich mag gerade bei Kurzgeschichten viel Interpretationsspielraum, worin ich meine eigene Gefühlswelt rein projizieren kann. Deswegen möchte ich dazu gar nicht viel erläutern, trotzdem finde ich es schön, dass du erkennst, dass es sich um ein "es" handelt. Man nicht weiß, welches Geschlecht das Textsubjekt hat. Wenn man sich mit Homophobie, Diskriminierung, Ausgrenzung beschäftigt oder selbst erlebt hat, wäre eine Interpretation von vielen in einer jungen homosexuellen Frau, die sich nur ein "normales" Leben gewünscht hat. Wie gesagt, eine mögliche Interpretation von vielen, ich bin persönlich einfach ein Fan davon, aber ich verstehe, wenn nicht jeder damit warm wird, so wie ich kaum eine Kurzgeschichte mag, die mir nur eine Interpretation übriglassen.

Und deine Anmerkung vermehrt Parataxen zu benutzen werde ich mal ausprobieren und gucken wie ich es finde und um die RS-Fehler werde ich mich kümmern.

LG
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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 38
Beiträge: 840
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 16.04.2019 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

dass Du den Text mit Absicht(en) geschrieben hast, hoffe ich doch sehr. wink

Allerdings decken sich Autorenabsicht und Lesewirkung nicht unbedingt. Gut, es sind erst zwei LeserInnenmeinungen. Das sagt erstmal nicht viel aus. Vielleicht würde es Sinn haben, dennoch ein wenig - in ein zwei (kurzen) Sätzen vielleicht - die Situation zu skizzieren. Einfach, damit ich als Leser eine Chance habe, Deine Gedanken nachzuvollziehen.

Ich fühle mich als Leser nicht besonders wohl damit, wenn ich keine Realitätsanker habe. In einem Roman mag das angehen, da kommt man von ganz alleine drauf zu sprechen, aber eine Kurzgeschichte braucht - so finde ich - etwas mehr, als was Du mir anzubieten gewillt bist.

Ich möchte Dir nicht das Gefühl vermitteln, dass alles daran per se "schlecht" sei. Das wäre Quatsch. Ich möchte lediglich den Sinn für ein paar Textbedürfnisse schärfen, die ich für mich sehe.

Noch einmal: Nur zu. Dir gelingt das sicher.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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