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Plotter, Pantser oder Bojenschreiber? Was seid ihr und was funktioniert?

 
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Calvin Tower
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 35
Beiträge: 138



BeitragVerfasst am: 12.04.2019 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Minerva hat Folgendes geschrieben:


@Calvin Tower[/b] (btw witzig, du heisst wie die erste Romanfigur aus meinem ersten "Buch" ... nur der Vorname. Nicht dass du dich gruselst Verstecken )


Gruseln würden sich nur die Leser, wenn sie über mein ereignisloses, durchgetaktetes Leben lesen müssten. Laughing


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“Books aren't written - they're rewritten. Including your own. It is one of the hardest things to accept, especially after the seventh rewrite hasn't quite done it.” - Michael Crichton
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Minerva
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 267



BeitragVerfasst am: 12.04.2019 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Gruseln würden sich nur die Leser, wenn sie über mein ereignisloses, durchgetaktetes Leben lesen müssten. Laughing
 Daumen hoch haha

Ähnlich ...
Bei mir würden sie sagen: der Plot plätschert vor sich hin, alles wiederholt sich immer wieder mit geringer Variation. Höhepunkte werde übertrieben ausgeschmückt und danach passiert ...das Gleiche wie vorher! Ich bin fast eingeschlafen. Noch nie etwas mit so unglaublichen Längen gelesen. Wenn man das um 95% kürzen würde, wäre es immer noch scheintot. Deswegen nur 1 Stern (würde 0 geben, wenn es möglich wäre).


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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 281
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 13.04.2019 00:22    Titel: Antworten mit Zitat

Also. Ich handhabe das so. Ich schreibe generell max. 50 bis 150 Seiten Probekapitel (kommt auf das Projekt an) und ein Exposé. Wenn meine Agentur das Projekt dann anbringt, schreibe ich weiter/beende das Buch. In der Praxis muss ich also die ganze Story bereits geplottet haben. Allerdings mache ich das nicht bis ins kleinste Detail, sondern nehme mir heraus, hier noch kräftiger zu verändern oder halte mir gewisse Dinge offen (wie zb beim Buch, das jetzt angenommen wurde, die genauen Motive der Täter). Technisch heißt das bei Fortführung, dass ich dann in weiterer Folge, den ganzen Plot grob im Hinterkopf, Kapitel für Kapitel vorgehe. Kapitel durchdenken. Stichworte der Handlung aufschreiben und ordnen (per Hand). Dann schreibe ich das Kapitel in einem Rutsch und lektoriere es mehrmals. Dann das nächste und das nächste usw. In diesem Prozess kommen mir stets durchaus komplett neue Ideen und manchmal schmeiße ich dann auch das eine oder andere vom Originalplot um. Je nach Verlag geschieht das selbstständig oder auch in Feedback-Schleifen.
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RememberDecember59
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 516
Wohnort: Franken


BeitragVerfasst am: 13.04.2019 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin auch ein Hybrid und das Drauflosschreiben und Sehen, wie sich die Charaktere und der Plot entwickeln, liegt mir am meisten und macht mir vor allem auch am meisten Spaß. Ich denke, während ich schreibe, weniger davor, und überarbeite dann aber eben gefühlt tausendmal.

Ich will davon aber gerne etwas wegkommen, denn meine Arbeitsweise ist extrem ineffizient und ich habe eh so wenig Zeit. Ich brauche jedesmal locker 100 Seiten Text, eher mehr, bevor ich sagen kann, ob das Projekt wirklich in die Richtung geht, die ich ursprünglich angepeilt habe. Aber ich möchte ja nicht jedesmal erst das ganze Manuskript fertigschreiben müssen, bevor ich das Projekt anbieten kann, denn am Ende will es keiner und für die Schublade mach ich mir die Mühe nicht gerne. Schon bei der Zusammenarbeit mit meiner ehemaligen Agentur hab ich gemerkt, wie schwer es mir fällt, bei dem zu bleiben, was wir als gute Idee ausgearbeitet haben. Und jetzt habe ich gerade das Problem, dass ich auf Bitte vom Verlag in einem Genre-Mix die Lovestory zurückschrauben und den Thrilleranteil stärker ausarbeiten soll, weil das Buch auf genau diese Weise entstanden ist und sich die Geschichte selbstständig gemacht hat und damit nicht mehr richtig ins Konzept passt (und weil eh niemand meine Lovestorys romantisch zu finden scheint. Ich glaub, ich geb das jetzt auf Laughing ) Professionalität ist halt echt was anderes, das ist mir klar. Ich kann keine Projekt mit Exposé und Leseprobe verkaufen und dann am Ende was anderes abliefern, weil mir beim Schreiben danach war.

Aber das vorher sorgfältig plotten und mich dann dran halten, ist nicht mein Ding und ich muss das erst lernen. Ich bin auch ein miserabler Schachspieler, da hab ich ebenfalls keine Lust, ewig Züge im Voraus zu planen, und es nervt mich tierisch, wenn mein Gegenüber das macht und ich deshalb so lange warten muss, bis ich wieder dran bin. Laughing

Naja, ich bemühe mich. Als Zwischenlösung mache ich es momentan tatsächlich so, dass ich mit einer groben Idee, einem Setting und einer Vorstellung von den wichtigsten Charakteren starte, dann erstmal gute hundert Seiten schreibe und mich dann erst ans Exposé setze. Bis dahin kann ich dann halbwegs abschätzen, ob es ein Thriller oder eine Lovestory wird, haha! lol2

Was ich außerdem noch ziemlich kritisch am Drauflosschreiben und ständig Überarbeiten finde, ist, dass sich dadurch schnell Fehler und Unstimmigkeiten einschleichen. Weil man immer alles nachziehen muss und dabei STellen auch mal übersehen kann.


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

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Minerva
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 267



BeitragVerfasst am: 13.04.2019 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, klingt so, als müsste man das Einfach-Losschreiben und Kreative noch besser mit dem Plotten verzahnen, so dass es quasi Hand in Hand geht.

Vielleicht ist das erstmalige Runterschreiben auch eher so ein Prozess mit dem man die Geschichte findet, irgendetwas drängt einen ja dazu. Es ist ja nicht nur irgendeine Story, sondern hat ja etwas mit einem selbst zu tun und wird aus dem Unterbewusstsein gesteuert.

Auch wenn es vielleicht ineffizient wirkt (was ich verstehe), ist es vielleicht notwendig.

Hm, das ist schade, dass die Agenturen oder der Markt an sich diese Mix-Genres eher abzulehnen scheinen. Die Frage ist, ob der Mix funktioniert hätte auf die individuelle Art der Autorin, ob es wirklich nötig ist zu sagen: Hier muss etwas zurückgeschraubt werden!

Finde es auch schade, dass man vorschreibt, es anbietet und dann nicht mehr weitermacht/weitermachen kann, weil es nicht mit den Vorstellungen übereinstimmt.


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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 13.04.2019 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Minerva hat Folgendes geschrieben:
Finde es auch schade, dass man vorschreibt, es anbietet und dann nicht mehr weitermacht/weitermachen kann, weil es nicht mit den Vorstellungen übereinstimmt.
Naja, kommt immer darauf an, was für Ambitionen du als Schriftsteller hast. Willst du Geld verdienen, musst du den Markt bedienen, aber dann ist es ein Job und kein Hobby mehr. Und im Job macht man eben nicht nur das, woran man selbst Spaß hat.

Heutzutage kann man ja auch den Selfpublishing-Way gehen, relativ einfach sogar. Frage ist da natürlich, wie schnell und ob es jemandem gelingt, eine ausreichend große Fanbase zu bekommen, so dass sich das ganze auch finanziell lohnt. Ich habe auf der LBM mit einigen Leuten aus dem Self Publishing Bereich gesprochen und sie nach ihren Erfahrungen befragt, und sehr unterschiedliche Antworten bekommen. Das ging von "ist eigentlich nur ein eitles Hobby von mir, wo ich wesentlich mehr Geld reinstecke als verdiene" bis zu "ich kann gut davon leben".


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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 13.04.2019 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Manchmal frage ich mich, was man für schriftstellerische Ziele haben kann, wenn man finanziell unabhängig ist.
Noch mehr Geld? Eine Null mehr auf dem Konto?
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2799
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BeitragVerfasst am: 13.04.2019 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

... oder weniger.
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RememberDecember59
Geschlecht:weiblichAutor


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Wohnort: Franken


BeitragVerfasst am: 14.04.2019 06:23    Titel: Antworten mit Zitat

Minerva hat Folgendes geschrieben:

Finde es auch schade, dass man vorschreibt, es anbietet und dann nicht mehr weitermacht/weitermachen kann, weil es nicht mit den Vorstellungen übereinstimmt.


Nein, ich hatte es dem Verlag angeboten, als es fertig war. Die Agentur war diejenige, die zuvor schon gewarnt hatte. Der Verlag hat unter der Voraussetzung zugesagt, dass ich nochmal rangehe, damit sie es eindeutig platzieren können. Ich wusste also, worauf ich mich einlasse Wink
Da es keine Änderung am Plot ist, sondern in erster Linie das Rauskürzen von Beziehungsgeplänkel, um den Spannungsbogen nicht ständig zu unterbrechen, kann ich gut damit leben. Ärgerlicher finde ich es, wenn Leser hinterher enttäuscht sind, weil sie aufgrund von Cover und Co. einen spannenden Thriller erwartet haben und dann was anderes kriegen. Ich hatte beim letzten Buch den Fall andersrum: die Leser haben aufgrund der Verpackung mehr Liebe und Romantik erwartet, als drin war.

Meine Seele habe ich sowieso schon vor Jahren an die Bauindustrie verkauft, die hat am meisten dafür geboten. Wink


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Ribanna
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Beiträge: 243
Wohnort: am schönen Rhein...


BeitragVerfasst am: 14.04.2019 06:43    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Manchmal frage ich mich, was man für schriftstellerische Ziele haben kann, wenn man finanziell unabhängig ist.
Noch mehr Geld? Eine Null mehr auf dem Konto?


Also, ich schreibe, um eine Geschichte zu erzählen. Ich möchte sie gut erzählen, möchte, dass die Leser Anteil nehmen am "Leben" meines Helden, möchte sie rühren, aufrütteln, zum Denken bringen. Ich möchte, dass sie Spaß haben, während sie das Buch lesen, und traurig sind, weil es schon vorbei ist.

Für mich möchte ich Spaß haben, die Dinge geschehen zu lassen, immer bessere Formulierungen finden, immer anschaulicher schreiben, meinen Helden immer mehr "Leben geben".
Das alles möchte ich, ohne dass mir jemand 'reinredet.

Das sind meine Ziele.


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Wenn Du einen Garten hast und eine Bibliothek wird es Dir an nichts fehlen.
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Minerva
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 267



BeitragVerfasst am: 14.04.2019 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ribanna hat Folgendes geschrieben:
BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Manchmal frage ich mich, was man für schriftstellerische Ziele haben kann, wenn man finanziell unabhängig ist.
Noch mehr Geld? Eine Null mehr auf dem Konto?


Also, ich schreibe, um eine Geschichte zu erzählen. Ich möchte sie gut erzählen, möchte, dass die Leser Anteil nehmen am "Leben" meines Helden, möchte sie rühren, aufrütteln, zum Denken bringen. Ich möchte, dass sie Spaß haben, während sie das Buch lesen, und traurig sind, weil es schon vorbei ist.

Für mich möchte ich Spaß haben, die Dinge geschehen zu lassen, immer bessere Formulierungen finden, immer anschaulicher schreiben, meinen Helden immer mehr "Leben geben".
Das alles möchte ich, ohne dass mir jemand 'reinredet.

Das sind meine Ziele.


Ja, das unterschreibe ich ^^

Wäre ich finanziell unabhängig würde ich trotzdem schreiben, wann immer ich Lust dazu hätte. Ansonsten ein Klavier kaufen und endlich mal richtig spielen lernen, mich mit Malen ausprobieren, reisen, aufs Land ziehen, Familie gründen, andere Leute unterstützen bei ihrer Persönlichkeits- und kreativen Entwicklung.


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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6894
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 14.04.2019 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Wäre ich finanziell unabhängig würde ich trotzdem schreiben

Ja, schon! Aber dasselbe (d.h. kommerziell und auf Massenakzeptanz ausgerichtet)?
Aber das ist leider ein neues Thema
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Minerva
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 267



BeitragVerfasst am: 14.04.2019 08:44    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Zitat:

Wäre ich finanziell unabhängig würde ich trotzdem schreiben

Ja, schon! Aber dasselbe (d.h. kommerziell und auf Massenakzeptanz ausgerichtet)?
Aber das ist leider ein neues Thema


Das "Luxusproblem", dass ich mich mit Agenturen auseinandersetzen muss, habe ich ja (noch Laughing ) nicht. ...jetzt träume ich schon wieder... Rolling Eyes

Aber ich spinne mal herum: mir ist es wichtig, dem Leser zu dienen, er soll unterhalten werden und seine Emotionen erfahren, träumen können, aus dem Alltag raus, mitleiden können, aufgeregt sein, sich verstanden und akzeptiert fühlen  ... die Art von Gefühl oder Ablenkung, die er im Lesen eben sucht.
Klassischer Aufbau und Plot, Sprache, Genre, alles was es an Regeln gibt ist mir dazu recht. Das würde ich immer nutzen, solange es seinen Zweck erfüllt und dort, wo es besser wäre, die Grenzen zu weiten oder Regeln zu brechen, würde ich es auch tun. Aber immer in Gedanken, wie es ankommen würde, ob ich den Lesenden damit erreiche. Und wenn es experimentell wäre und nicht angenommen, dann hätte ich eben etwas gelernt.

EDIT: Die Befriedigung, die ich daraus ziehen möchte: Ich will verstanden werden und mich mit anderen verbunden fühlen.


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Ribanna
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BeitragVerfasst am: 14.04.2019 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich vergessen habe: Ich schreibe in einer Mischform. Ich weiß am Anfang der Geschichte, um was es geht: ein Junge wächst auf einem Bauernhof auf, kommt in die Stadt, macht dort eine Lehre, usw. usf. Ich weiß wo es spielt und um welche Zeit. ich weiß, wie und warum er da hin kommt, wo er am Schluss sein wird. Smile Ist ja irgendwie ein Plot, oder?
Dann schaffe ich mir Kapitelüberschriften, die mir einen ungefähren Rahmen vorgeben. Cool Das sind meine "Bojen"
Ich schreibe los, vom Anfang an, denke aber in stillen Stunden (wenn ich mit dem Hund unterwegs bin, im Wartezimmer, an der Bushaltestelle, vorm Einschlafen tbc) natürlich über die Geschichte nach. Dann am Schreibtisch schreibe ich alle Einfälle nieder, verschiebe und/oder ergänze Kapitel, streiche eins 'raus, erfinde ein Neues. Laughing
Nach und nach füllen sich die Seiten, die Geschichte geht ihrem Ende zu... es funktioniert also.


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Murmel
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BeitragVerfasst am: 14.04.2019 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ebenfalls eine Mischung. Ich plotte vor, schon alleine, um dem Verlag und der Agentur schnell etwas mitgeben zu können. Damit habe ich eine Richtschnur, an der ich mich entlanghangele, um den Spannungsbogen zusammenzuhalten. Während des Schreibens allerdings ergeben sich neue Aspekte, die ich dann einbaue, solange sie in das Grundkonzept passen.

Die Bojen kenne ich auch, allerdings schreibe ich strikt chronologisch, selten verschiebe ich Kapitel, denn bei mir baut die Handlung von Kapitel zu Kapitel auf. Gerade weil ich auch ein Stück Pantser bin, ergeben sich oft vorher nicht Geplantes im Fluss, was sich auf spätere Kapitel auswirkt. Ich müsste dann zu viel neu schreiben.
Die Bojen sind daher in meinem Kopf verankert, wo die entsprechende Szene immer wieder durchgespielt wird, bis zu dem Punkt, an dem ich sie nicht mehr schreiben mag. Laughing


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*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
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*Gut Gebellt, Katze - Edel Elements September 2018
*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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Calvin Tower
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BeitragVerfasst am: 15.04.2019 07:01    Titel: Antworten mit Zitat

RememberDecember59 hat Folgendes geschrieben:

Was ich außerdem noch ziemlich kritisch am Drauflosschreiben und ständig Überarbeiten finde, ist, dass sich dadurch schnell Fehler und Unstimmigkeiten einschleichen. Weil man immer alles nachziehen muss und dabei STellen auch mal übersehen kann.


Genau dieses Problem habe ich jetzt. Das nervt mich dermaßen, dass es den Spaß, den ich beim Drauflosschreiben und gleichzeitig Geschichtespinnen hatte, überlagert. Bei weitem!

Davon abgesehen plätschern meine Kapitel dann so dahin, da sie kein konkretes Ziel haben und ich mich leicht von neuen Ideen, die jetzt auch noch eingebaut werden müssen, verführen lasse. Nüchtern betrachtet, kann ich anschließend dreiviertel des Kapitel wegwerfen, da es vielleicht coole Ideen hat, die aber nicht zielführend sind. Oder die Geschichte geht in eine andere Richtung - was prinzipiell nicht schlecht ist - mich aber in einen Zwiespalt bringt, der mir wiederum den Spaß raubt.

Ehrlich gesagt, habe ich den meisten Spaß an einer Geschichte, wenn die Elemente nahtlos ineinandergreifen. Wenn es konstruiert ist, aber nicht gleich offensichtlich. Wenn bestimmte Dialoge wiederholt werden, aber dann eine ganz andere Bedeutung haben. Wie bei Casablanca z.B. "Here's looking at you, kid". Wenn Dinge, plötzlich aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet werden, und damit andere Einsicht bringen, die vielleicht offensichtlich waren, aber bei denen der Leser anfangs an der Nase herumgeführt wurde.

Das schaffe ich mit Drauflosschreiben leider nicht, wie ich ebenfalls leider feststellen musste. Also wird ab jetzt geplottet.


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Minerva
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BeitragVerfasst am: 15.04.2019 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Calvin Tower hat Folgendes geschrieben:


Das schaffe ich mit Drauflosschreiben leider nicht, wie ich ebenfalls leider feststellen musste. Also wird ab jetzt geplottet.


Kannst ja später mal berichten, wie deine Erfahrung damit war.


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RocketJo
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BeitragVerfasst am: 17.04.2019 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich bezeichne mich gerne als Planner, was abe rnur bedingt stimmt. Wenn ich eine Geschichte komplett auf dem Papier arbeite, ist es eine Mischung aus Planen und Bojenschreiben.
Wenn ich eine Geschichte weitestgehend außerhalb konzipiere ist es eine Mischung aus planen und drauflosschreiben.

Allerdings brauche ich meinen roten Faden, meine Szenenübersicht, um wirklich am Ball zu bleiben. Dass da viel neu- und umstrukturiert wird, ist dann eine andere Sache. Aber ich muss vorher wissen, wo ich am Ende hin will, ansonsten hänge ich irgendwann durch und höre auf.
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BeitragVerfasst am: 30.04.2019 17:59    Titel: Antworten mit Zitat

Bis jetzt war ich ausschließlich als Pantser tätig. Allerdings würde ich nicht sagen, dass die Ergebnisse sehr befriedigend waren. Eine Story musste ich nach ca. 11.000 Wörtern abbrechen, da ich einen ziemlich großen Logikfehler eingebaut habe... und das wäre mir wohl nicht passiert, wenn ich vorher darüber nachgedacht hätte, was ich da überhaupt zu Papier bringe.

Meinen ersten Fantasy-Roman habe ich mit dieser Methode zwar in Rekordzeit fertiggestellt, aber als "lesbar" kann man das Ergebnis wirklich nicht bezeichnet werden. Der Story fehlt einfach der rote Faden und das Tempo variiert zu stark. Es wirkt eben so, als wäre es völlig planlos geschrieben worden - was ja auch so ist.

Deshalb bin ich fleißig dabei, meinen zweiten großen Versuch dieses Mal als Plotter anzugehen. Ich habe ein "Design Document" bereits fertig gestellt und bin noch dabei zu jeder Szene ein etwas ausführlicheres Outline zu schreiben. Und nur mit einem solchen vor Augen werde ich auch an der Reinschrift arbeiten. Ob das gut oder schlecht funktioniert, werde ich euch wissen lassen!

Die Bojen-Technik war mir so nicht bekannt. Ich habe oft auch einzelne Szenen im Kopf bevor ich überhaupt eine gut durchdachte Story dazu erstellen konnte. Wäre also vielleicht gar nicht so verkehrt, so an die Sache heranzugehen. Vielleicht tue ich das auch bei meinem nächsten Projekt!
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Minerva
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Beiträge: 267



BeitragVerfasst am: 30.04.2019 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also bei den Bojen bleibe ich, aber ich merke, dass ich genauer plotten muss. Hatte ein Kapitel nur grob geplant und nur Probleme jetzt. Damit kann ich nicht richtig runterschreiben.

Ich schreibe auch immer Bojen für andere Roman zwischendurch, dann sind sie aus dem Kopf ^^

Aber ich wunder mich immer, wie Stephen King das auf die Reihe bekommt, der schreibt ja angeblich alles einfach runter. Vielleicht Erfahrung, er weiß wie ein Plot funktioniert.


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Care
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BeitragVerfasst am: 09.05.2019 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Anfangs war ich ein Pantser. Habe mit Rollenspiel begonnen, wo es gar nicht anders möglich wäre.

Mittlerweile bin ich eher zum Plotter mutiert. Meine letzten Fantasyromane habe ich komplett durchstrukturiert, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe. Dies gilt vor allem für den Hauptplot.

ABER: Ich stelle oft fest, dass sich die anfänglichen Strukturen ändern. Das kann aus den unterschiedlichsten Gründen passieren. Am erstaunlichsten finde ich es, wenn meine Charaktere ein Eigenleben entwickeln. Die machen nämlich nicht immer das, was ich für sie vorgesehen hatte. So kann es durchaus vorkommen, dass sich meine Protagonistin in einen völlig anderen Mann verliebt als vorherbestimmt. Und manchmal tauchen an den unmöglichsten Stellen im Plot Personen auf, die dort nicht geplant waren. Und schaffen es dann noch, die Handlung entscheidend zu verändern. Nennt es esoterisch, aber ich halte sehr viel von dieser inneren Stimme, die mit mir schreibt!
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Kiara
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Alter: 40
Beiträge: 795
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 09.05.2019 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Care hat Folgendes geschrieben:
... Nennt es esoterisch, aber ich halte sehr viel von dieser inneren Stimme, die mit mir schreibt!


Das hört man immer wieder, ich selbst schreibe genauso...wahrscheinlich gibt es auch kaum einen Schriftsteller, der nicht auf seine inneren Stimme beim Schreiben hört. Kann mir nicht vorstellen, alles durchzuplotten und während des Schreibens exakt dabei zu bleiben.

Ich sehe den vorgesehenen Plot eher als Leitlinie, an dem ich mich orientiere. Was am Ende herauskommt, enthält diese Leitlinie mit vielen Abweichungen - und als Schlangenlinie deformiert - doch im Endeffekt habe ich sie benötigt, um ans Ende zu gelangen.
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