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Schwitzbackl


 

 
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Gast







BeitragVerfasst am: 06.03.2019 15:05    Titel: Schwitzbackl eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Schwitzbackl


Es rattert und röhrt und es schreit, dann röhrt’s und rattert’s und es beißt. Möwen auf dem Geländer vor der tankerdurchfahrenen Suppe, einer der Hintern ruckt hoch, an einem der Streben tropft’s runter. Eine Frau lacht gellend auf, die Seiten des aufgespannten Schirmes flattern, der Mann gegenüber zieht den Reißverschluss seiner Jacke zu.
„Darf es sonst noch was sein?“
Ein Kellner vor einer älteren Dame, ihr gegenüber sitzt niemand. Sie schließt die Karte.
Danke, das wär’s, denk ich mir.
„Nein danke“, sagt sie.
Knapp daneben. Ich schieb mir das letzte Stück der Möhre in den Mund und setzte meinen Weg schmatzend und kauend durch die grobgeflasterte Fußgängerzone fort. Ab und zu blitzt ein Sonnenstrahl durch die Wolken, das Rattern des Busses am Ende wird leiser, ein weiterer Luftzug, flapp, flapp machen die Schirme und jetzt tue ich es dem Mann von gerade gleich, wieder beißen mir die auf der Krageninnenseite liegenden Stoppeln in den Nacken — 19 Euro war der Schnitt nicht wert, fährt es mir durch den Kopf und die Linke durch den Rest meiner Haare. Letzteres wiederhole ich wieder und wieder, als die Gedanken zum Ereignis des gestrigen Tages wechseln.
Allet halb so wild, sag ich, die werden es wieder vergessen, sag ich, doch das macht es nur noch schlimmer. Ich bleib stehen und fass mir an die Schläfen, in meinem Kopf beginnt es wieder zu röhren. Dann höre ich wieder das flupp und kling! des abspringenden und gegen die Probenvitrine springenden Knopfes und das Schreien der Sabbel und das belustigte Grunzen vom Wolfgang, als ich da mit heruntergelassenen Buchs aufn Boden lag und mich im selben Moment daran erinnerte, wat ich drunner trug: ne weiße Unnerbuchs. Heiß war’s gestern gewesen und lecker die letzten drei Jahre, so dass sich meinen Kollegen da zwei wulstige, in nassem Stoff steckende Backen entgegenstreckten, die mir wohl schon gestern — doch hab ich’s heut erst gehört — den Namen Schwitzbackl einbrachten. Schwitzbackl. Ich denk an Sabbel und daran, wie ich ihr am liebsten eine in ihr dämliches Pferdegebiss … mal so richtig … ich seufze, sehe zu den Möwen, die sich gegenüber dem immer stärker aufziehenden Wind unbeeindruckt geben, das Gefieder bläht sich entgegen der Wuchsrichtung, dann ist die Bö vorüber und das Gefieder wird wieder glatt. Ihr habt’s gut, denk ich. Euch muss nix peinlich sein, ihr müsst euch an keine Gepflogenheiten halten, ihr gebt euch keine entwürdigenden Spitznamen (denke ich zumindest) und könnt sogar schitteln wohin ihr wollt. Einer der Möwen schwingt sich vom Geländer und kreischt und kurz darauf folgen ihr die anderen drei und gemeinsam kreisen sie über eines der langen, langen Schiffe und kreisen noch ein paar Runde, obwohl das Schiff schon unter der Brücke durch ist, und lassen sich dann aufs Wasser nieder und hüpfen im Auf und Ab der Wellen.
Jemand tippt mir auf die Schulter. Ein Obdachloser mit Rauschebart fragt mich nach nem Euro. Ich gebe ihm einen und er schlendert wortlos weiter. Gerade will ich mich wieder zu den Möwen drehen, da sehe ich einen Jungen, der einem Mädchen mit roter Jacke eine kleine bemalte Leinwand darbietet.
Sie stehen ein gutes Stück entfernt auf einem rechteckigen Wiesenstück. Das Mädchen betrachtet das Bild. Sie hält sich die Hand vor den Mund, dann entfährt ihr ein Lachen und ein bisschen hört es sich so wie das Lachen der Frau unter dem Schirm an, schroff und hässlich, und dann seh ich sie mit ihrem Kopf schütteln und den Jungen von einer Stelle auf die andere treten und zu Boden blicken. Oh, da is was ganz schön schief gelaufen, denk ich mir und irgendwie beginnt sich da etwas in mir zu rühren. Es ist nicht dieses hässliche Lachen oder dass der Junge so am Boden zerstört aussieht (das Bild hängt schwer und bedeutungslos in seiner Hand), nein, es ist eher, dass niemand Notiz von der Szene zu nehmen scheint, dass sich die Welt ganz normal weiter dreht, doch für den Jungen tut sie das ganz sicher nicht, denn jetzt macht das Mädchen kehrt, lachend und kopfschüttelnd, und wählt eine Nummer und gackert im Gehen in ihr Handy, lacht und lacht und lacht. Der Junge betrachtet derweil das Bild, dann sehe ich, wie er die Ränder umkrallt, die Arme zittern kurz vor Anstrengung, dann kracht das Bild von einem Wutschrei begleitet auf seinem Knie nieder und springt entzwei; und diesmal, diesmal sieht man hin — Köpfe drehten sich, unnötigerweise aufgezogene Sonnenbrillen werden abgesetzt, dann Getuschel, kurz sieht man dem Jungen noch nach, wie er in der kleinen Gasse zwischen Eisdiele und Pizzeria verschwindet, dann nimmt alles wieder seinen gewohnten Gang. Das zerbrochene Bild liegt im Gras. Ich gehe darauf zu, bleibe stehen, schaue mich um, niemand interessiert sich für das Bild oder mich oder beides; ich gehe weiter und heb die zwei Hälften auf. Dicht daneben liegt ein halbvertrockneter Hundehaufen.
Ne, wat schön, denk ich, während ich die beiden Hälften aneinander halte. Auf dem Bild ist eine tanzende Frau zu sehen, eine Sambatänzerin, völlig konturlos, ein schlichter Kontrast von weiß und rot, in der rechten Ecke steht: Lilli, darf ich zum Tanz bitten? und dazu eine seriphenreiche Unterschrift: Merlin.
Ich überlege, ob ich den Jungen hinterherlaufen soll, um ihm zu sagen, dass er sich nichts daraus machen soll, doch was für ein nichtsnutziger Rat wäre das bitteschön, schließlich versuche ich, ihn seit gestern selbst zu befolgen, ohne nennenswerten Erfolg. Doch vielleicht braucht man manchmal einfach wen, der einem zeigt, dass es noch eine andere Seite gibt und nicht nur die kleine, sumpfige, stinkende auf der man sich nach sowas befindet. Ich beschließe, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen und laufe durch die kleine Gasse, es riecht nach Pizza und Fritösenfett und kurzzeitig wird mir schlecht, dann stehe ich vor der kleinen Gabelung und irgendetwas bringt mich dazu, den Weg nach rechts einzuschlagen, Richtung Kirche. Nach ein paar Metern sehe ich den Jungen vornübergebeugt und an einer Lasche seiner ausgetretenen Schuhe spielend auf den Treppenstufen sitzen, er kann nicht älter als sechzehn sein. Ich vergegenwärtige mich nochmal seines Namens, indem ich auf die Signatur der rechten Hälfte schaue. Merlin. Die Tragelaschen des Plastikbeutels schneiden mir in den Arm.
Na Merlin, willst ne Möhre snacken?, höre ich mich schon das Gespräch anfangen, von dem ich beim besten Willen nicht weiß, wie ich es wirklich anfangen soll.
Doch das brauche ich auch gar nicht, denn der Junge schaut in diesem Moment auf, sieht mich, sieht die Leinwand in meinen Händen, wirkt wie ein verunsichertes Huhn, der Kopf ruckt nach vorn, dann wieder zu mir, er steht auf, setzt sich wieder, steht auf. Ich gehe auf ihn zu.
„Mach dir nichts draus“, sage ich im Gehen. „Aus der ganzen Sache hier, meine ich.“ Ich halte die Hälften hoch. Ich stehe vor ihm, er schaut finster drein.
„Können sie ruhig behalten“, sagt er und spielt wieder an seiner Lasche herum.
Ich überlege, ob ich ihm nicht doch eine Möhre anbieten soll, doch mir kommt ein besserer Gedanke. „Weißt du, was mir gestern passiert ist?“, frage ich.
„Ne“, sagt der Junge, ohne den Kopf zu heben. Ich erzähle ihm die Geschichte und bei meinem neuen Spitznamen fängt er an zu lächeln. „Mann“, sagt er. „Das ist wirklich peinlich. Aber sie sollten sich das nicht so zu Herzen nehmen.“ Er blickt auf meine Tüte mit Möhren, in dem Moment gibt mein Wanst ein Mordsgrummeln von sich. Wir beide lachen durch die Nase.
„Die ganze Schule wird’s morgen wissen“, sagt er.
„Scheiß drauf“, sag ich. „Denk dann einfach an Schwitzbackl.“
Er grinst.
„ Möhre?“ Ich setze mich und gemeinsam unterhalten wir uns noch ne ganze Weile — über die zwei Mädels, die mich in meiner Schulzeit haben abblitzen lassen, über nicht genutzte Chancen, weil ich zu große Angst hatte, so etwas noch einmal zu erleben. Dann schlägt es zur Sechsten und ich stopfe die Bildhälften in den Plastikbeutel und verabschiede mich.
„Danke“, sagt er und ich sehe, dass es ernst gemeint ist.
Am späten Abend ruht meine Hand auf dem Lichtschalter und der Blick auf der von Tesastreifen überzogenen Tänzerin über meinem Bett. Schwitzbackl, denke ich. Eigentlich ziemlich witzig.
Das Licht geht aus, ich krieche unter die Decke und träume von lachenden Möwen.

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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 06.03.2019 15:46    Titel: Re: Schwitzbackl Antworten mit Zitat

Hallo ink_in_mind,

ich muss mal sofort etwas zu deinem Text sagen, weil mich beim Lesen der ersten Zeilen positive Aufregung erfasst hat.

Zitat:
Schwitzbackl

Es rattert und röhrt und es schreit, dann röhrt’s und rattert’s und es beißt. Möwen auf dem Geländer vor der tankerdurchfahrenen Suppe, einer der Hintern ruckt hoch, an einem der Streben tropft’s runter. Eine Frau lacht gellend auf, die Seiten des aufgespannten Schirmes flattern, der Mann gegenüber zieht den Reißverschluss seiner Jacke zu.
„Darf es sonst noch was sein?“
Ein Kellner vor einer älteren Dame, ihr gegenüber sitzt niemand. Sie schließt die Karte.
Danke, das wär’s, denk ich mir.
„Nein danke“, sagt sie.
Knapp daneben.


Bis hierher dachte ich mir nur: Toll, toll, toll!
Ich würde sagen, man merkt dem ganzen Text an, dass du intensiv an deinem Stil gearbeitet hast, aber auch noch in der Erprobungsphase bist (jetzt sag bloß nicht, nee, ist ein uralter Text, haha). Im Rest des Texts rumpelt es meinem Empfinden nach nämlich noch an einigen Stellen.

Beispielsweise hier:
Zitat:
Ich schieb mir das letzte Stück der Möhre in den Mund und setzte meinen Weg schmatzend und kauend durch die grobgeflasterte Fußgängerzone fort.


Oder hier:
Zitat:
19 Euro war der Schnitt nicht wert, fährt es mir durch den Kopf und die Linke durch den Rest meiner Haare. Letzteres wiederhole ich wieder und wieder, als die Gedanken zum Ereignis des gestrigen Tages wechseln.


Ein bisschen problematisch bzw. erzwungen erscheint die Tatsache, dass die Figur sich in der Fußgängerzone ausgerechnet an den "Schwitzbackl-Vorfall" erinnert, der dann später noch einmal bedeutsam wird. Es wäre womöglich eleganter, erst im Gespräch mit dem Jungen davon zu erzählen. Vorher könnte es vielleicht nur eine ganz vage Andeutung geben.

Nicht klar wird mir auch, warum es ab "Allet halb so wild" viel stärker ins Dialektale geht als vorher.

Die Szene mit dem Mädchen und dem Jungen ist vielleicht noch ein bisschen zu sehr Faust aufs Auge, da könntest du noch etwas dran tun, aber der Dialog mit dem Erzähler gefällt mir insgesamt gut. Den letzten Satz würde ich aber auf jeden Fall streichen.

Liebe Grüße
Bananenfischin


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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BeitragVerfasst am: 07.03.2019 00:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mensch, Bananenfischin, das freut mich aber riesig, dass du dir die Zeit genommen hast, mir deine Anmerkungen zum Text dazulassen. Vielen Dank! smile extra

Du liegst völlig richtig, diesen Text kann man durchaus als einzige Stilfindungsphase bezeichnen. Dank einer aufmunternden Nachricht der lieben MoL, habe ich mich endlich wieder dazu aufraffen können, in die Tasten zu hämmern. Eigentlich hatte ich mit dem Schreiben schon abgeschlossen gehabt, weil ich so frustriert über die Tatsache war, dass es mir einfach keinen Spaß mehr machte. Schuld daran -- und das merke ich erst jetzt -- war wohl wirklich der innere Kritiker, der mich einfach nicht mehr hat machen lassen. Ich habe dann MoLs Ratschlag, mich nicht selbst so unter Druck zu setzen, umgesetzt, indem ich den Text einfach habe machen lassen, was er wollte -- keine Erwartungen, keine Planung, aber auch keine Schlampigkeit, rein nach Bauchgefühl. Ich kann dir gar nicht sagen, wie viel Spaß mir das Ganze bereitet hat. Der Wahnsinn, einfach nur der Wahnsinn. Nach so langer Zeit habe ich endlich mal wieder etwas fertiggestellt und wenn ich ehrlich bin, dann finde ich das Fabrizierte gar nicht mal so scheiße. Und dann der Spaß, dieser unglaubliche Spaß, einfach nur cool! Auf MoLs Nachricht habe ich mich bisher noch gar nicht gemeldet, weil ich es schon anstrengend fand, mehr als zehn Wörter zu schreiben. Doch jetzt fühlt sich das alles wieder so ... lebendig und schön an. Das ist gerade wie Verliebtsein, keine Ahnung.
Aber genug des Geschwafels. Ich möchte natürlich immer noch dazu lernen, doch dabei versuche ich mich künftig nicht mehr selbst zu geißeln, sondern ab sofort immer den Spaß im Vordergrund stehen lassen.

Auslöser für diesen Text war der Anfangssatz in meinem Kopf, und zwar genau so, wie er da steht. Hatte keine Ahnung, was er bedeuten sollte oder woher er rührte, aber der Singsang darin hat mir gefallen. Dann erschien mir die MoL mit erhobenem Zeigefinger und sagte: "Mach dir kein Druck, Jung" und ich dachte mir: "Komm, einfach mal machen und sehen, was draus wird."
Na ja und während ich schrieb, da ließ ich einfach geschehen und merkte, dass sich der Stil, den ich anfänglich eingeschlagen hatte, nicht halten wollte, aber ich habe nicht gegenzusteuern versucht. So ging es dann munter weiter, dann fragte ich mich irgendwann, worum es in dem Text eigentlich geht und mal was passieren müsse, dann ein paar Assoziationen zu Plot á la Charakter muss ein Ziel haben usw. aber auch das ließ ich dann einfach zu und schrieb einfach weiter, so lange es sich eben gut anfühlte. Manchmal bin ich falsch abgebogen und ich habe wieder gelöscht und neugeschrieben. Jetzt, wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich eigentlich auch nicht, warum die Fußgängerzone Erinnerungen an das Ereignis auf der Arbeit bei meinem Protagonisten ausgelöst hat ... hmmm ... aber was hat den ersten Satz des Textes in meinem Kopf aufblitzen lassen? Auch keine Ahnung, auf einmal war er eben da, zumindest bin ich mir keines Auslösers bewusst Blink

Dann zum Mädchen und dem Jungen: jap, völlig recht mit deiner Anmerkung. Da hat wieder etwas interveniert, daran erinnere ich mich noch. Das war sowas wie: "du kannst den doch nicht die ganze Zeit auf Möwen glotzen lassen" oder so. Meine Güte, jetzt merke ich erstmal, dass der Schreibprozess wohl doch nicht so kritikfrei verlaufen ist, wie ich dachte. Dieser Schlingel!

Die Sache mit dem Dialekt: ja, ich hab's gemerkt, aber nichts dagegen unternommen. Jetzt sehe ich aber den Fehler. Ich hätte am Ende nochmal über den Anfang gehen müssen und ihn im Nachhinein einbauen sollen. Damn.

Der letzte Satz: den will stehen lassen, weil mir die lachenden Möwen so gut gefallen. Aber der Rest des Satzes ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, keine Ahnung wie ich sonst einen Übergang hätte hinbekommen sollen. Aber am Ende habe ich wieder geknabbert, das wollte einfach nicht von selbst kommen.

Ich gebe dir recht, an vielen Stellen holpert es noch gewaltig, werde schauen, woran das liegt und wieder mehr üben ... und zwar durch Schreiben und nicht durch bloßes Analysieren und 10 word/h mentality.

An dieser Stelle danke ich dir nochmal ganz herzlich, liebe BaFi! Hab noch einen schönen Abend! (Was, schon 12?!) Wünsche dir eine gute Nacht!

Liebe Grüße
Finn
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 07.03.2019 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Finn,

danke für deine Erläuterungen zum Text. Sehr spannend.

Zitat:
Mensch, Bananenfischin, das freut mich aber riesig, dass du dir die Zeit genommen hast, mir deine Anmerkungen zum Text dazulassen. Vielen Dank! smile extra


Ich konnte gar nicht anders. smile Bin immer noch sehr begeistert vom Anfang.

Zitat:
Du liegst völlig richtig, diesen Text kann man durchaus als einzige Stilfindungsphase bezeichnen. Dank einer aufmunternden Nachricht der lieben MoL, habe ich mich endlich wieder dazu aufraffen können, in die Tasten zu hämmern. Eigentlich hatte ich mit dem Schreiben schon abgeschlossen gehabt, weil ich so frustriert über die Tatsache war, dass es mir einfach keinen Spaß mehr machte.


Ganz am Rande hatte ich das mitbekommen, und auch die Suche nach deinem Stil (hatte damals Queneau empfohlen, wenn ich mich richtig erinnere).

Zitat:
Schuld daran -- und das merke ich erst jetzt -- war wohl wirklich der innere Kritiker, der mich einfach nicht mehr hat machen lassen. Ich habe dann MoLs Ratschlag, mich nicht selbst so unter Druck zu setzen, umgesetzt, indem ich den Text einfach habe machen lassen, was er wollte -- keine Erwartungen, keine Planung, aber auch keine Schlampigkeit, rein nach Bauchgefühl.


Ich glaube ja, dieses Hadern und das Ringen gehören dazu. Schreiben ist nicht einfach. Loslassen und einfach mal machen halte ich aber auch für hilfreich, wenn dann gar nichts mehr geht.

Zitat:
Ich kann dir gar nicht sagen, wie viel Spaß mir das Ganze bereitet hat. Der Wahnsinn, einfach nur der Wahnsinn. Nach so langer Zeit habe ich endlich mal wieder etwas fertiggestellt und wenn ich ehrlich bin, dann finde ich das Fabrizierte gar nicht mal so scheiße. Und dann der Spaß, dieser unglaubliche Spaß, einfach nur cool!


Freut mich richtig, das zu lesen. smile Und wie gesagt, nur weil es etwas zu verbessern gibt, ist der Text doch nicht schlecht. Für deine persönliche Entwicklung als Schreibender könnte er vielleicht sogar ein Meilenstein sein.

Zitat:
Doch jetzt fühlt sich das alles wieder so ... lebendig und schön an. Das ist gerade wie Verliebtsein, keine Ahnung.


 love Mach auf jeden Fall weiter. smile

Zitat:
Aber genug des Geschwafels. Ich möchte natürlich immer noch dazu lernen, doch dabei versuche ich mich künftig nicht mehr selbst zu geißeln, sondern ab sofort immer den Spaß im Vordergrund stehen lassen.


Zitat:
und zwar durch Schreiben und nicht durch bloßes Analysieren und 10 word/h mentality


Das finde ich grundsätzlich gut, vor allem wenn es so für dich besser bzw. überhaupt funktioniert. Ganz leise will ich aber vermuten, dass es dennoch nicht immer Spaß sein wird (der, glaube ich, in erster Linie ja bedeutet, man hat das Gefühl, die richtigen Worte zu finden und zu wissen, wo man hinmuss), sondern eben auch harte Arbeit. Wenn der Knoten sich dann irgendwann löst, ist die Befriedigung wiederum umso größer.
Eine Mischung aus beidem ist vielleicht der gangbarste Weg, aber da du dich wohl zu lange am kleinteiligen Analysieren festgehalten hast und dir irgendwann nichts mehr gut genug erschien, brauchst du vermutlich erst mal so einen Befreiungsschlag.

Ich drücke dir die Daumen, dass das Gefühl anhält!

Liebe Grüße
Bananenfischin


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Gast







BeitragVerfasst am: 08.03.2019 23:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallihallo Bananenfischin! smile

Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:

Ganz am Rande hatte ich das mitbekommen, und auch die Suche nach deinem Stil (hatte damals Queneau empfohlen, wenn ich mich richtig erinnere).


Dieses Buch hat mir extrem weitergeholfen! Hätte nicht gedacht, dass sich eine so schlichte Szene doch so unterschiedlich schreiben lässt. Für diesen Geheimtipp nochmals ein herzliches Dankeschön! smile

Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:

Ich glaube ja, dieses Hadern und das Ringen gehören dazu. Schreiben ist nicht einfach. Loslassen und einfach mal machen halte ich aber auch für hilfreich, wenn dann gar nichts mehr geht.


Ja, glaube ich auch. Bei mir war es irgendwann nur noch Hadern. Das hat mir alles vermiest. Ich hoffe darauf, dass sich das durch Fleiß und Übung auf ein Minimum reduzieren lässt.


Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:

Freut mich richtig, das zu lesen. smile Und wie gesagt, nur weil es etwas zu verbessern gibt, ist der Text doch nicht schlecht. Für deine persönliche Entwicklung als Schreibender könnte er vielleicht sogar ein Meilenstein sein.


Danke dir! Ein Meilenstein ist der Text für mich auf alle Fälle. smile Sitze  bereits am nächsten. smile

Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:

Das finde ich grundsätzlich gut, vor allem wenn es so für dich besser bzw. überhaupt funktioniert. Ganz leise will ich aber vermuten, dass es dennoch nicht immer Spaß sein wird (der, glaube ich, in erster Linie ja bedeutet, man hat das Gefühl, die richtigen Worte zu finden und zu wissen, wo man hinmuss), sondern eben auch harte Arbeit. Wenn der Knoten sich dann irgendwann löst, ist die Befriedigung wiederum umso größer.


Gebe dir da völlig recht. Gerade das Nehmen von Hürden ist einer der schönsten Gefühle. Und wenn es nichts mehr zu lernen gäbe? Eine grausige Vorstellung ...

Bananenfischin hat Folgendes geschrieben:

Ich drücke dir die Daumen, dass das Gefühl anhält!


Lieben Dank, das wird es! Dafür werde ich sorgen. Durch dieses kleine emotionale Tief habe ich erst gemerkt, wie wichtig mir das Schreiben ist. Das wird mir die nötige Orientierung geben, wenn die Dinge schon wieder aus dem Ruder zu laufen scheinen, da bin ich sicher.

Hab noch einen schönen Abend, liebe BaFi! smile
Finn
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Nina
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Beiträge: 4328



BeitragVerfasst am: 28.10.2019 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

lieber finn,

warum bist du nicht mehr im forum? was ist passiert? hat dich jemand geärgert oder verletzt? das ist wirklich sehr traurig, dass du dich hier hast löschen lassen.

ich habe deine schwitzbacklgeschichte gelesen und weißt du was? ich finde sie richtig gut. ehrlich jetzt. der einstieg ist toll und ich mag es, wie du durch die geschichte gehst, wie die figuren miteinander reden und wie die hauptfigur auch mit sich selbst kommuniziert bzw. über sich. das ist alles sehr lebendig geschrieben.
welche gründe auch immer es waren, die dich dazu gebracht haben, dich hier löschen zu lassen - bitte höre nicht auf zu schreiben. mir haben auch deine gedichte immer sehr gefallen. ich wollte dich eigentlich fragen, ob wir zusammen einen faden aufmachen mit gedicht-und antwortgedicht. das geht ja jetzt nicht mehr, weil du nicht mehr hier bist. man, ich bin traurig. und ich hoffe, es geht dir gut. halt die ohren steif, ja? war schön, dass du hier warst und vielleicht meldest du dich irgendwann ja wieder an.

ich wünsche dir das beste,
liebe grüße
nina


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