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Wie nah kommt die indirekte Rede an direkte

 

 
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IvoCH
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 143
Wohnort: Südosten


BeitragVerfasst am: 03.02.2019 17:59    Titel: Wie nah kommt die indirekte Rede an direkte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallöchen,
Meine Schwester beanstandet, dass ich zu viel direkte Rede habe.
Es stimmt. Da ich immer befürchtete, durch eine indirekte Rede werden Inhalte verloren, oder Aussage werden verfälscht (Ich schreibe das Genre Krimi), verzichtete ich ganz auf indirekte Rede.

DOCH:
1. wieviel direkte Rede darf es sein?

2. Wie nah kommt eine indirekte Rede an die direkte?


3. Was macht wann sinn?
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6725
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 03.02.2019 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Indirekte Rede wirkt oft literarischer, bei direkter Rede bist du "näher dran". Außerdem schreibt sie sich wie von selbst. Du kannst jede Art von "Sprache" wählen, die natürlich erscheint. Besonders gewählt müssen sich deine Protagonisten ja nicht ausdrücken, besonders wenn du Unterhaltungsliteratur schreibst. Bei einen Krimi kommt wohl direkte Rede besser als indirekte.
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 49
Beiträge: 660
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 03.02.2019 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Bei der indirekten Rede bist du mehr im Kopf deines Perspektivträgers und kannst seine Gedanken, Rückschlüsse, Überlegungen und ähnliches ausdrücken, das die anderen anwesenden Personen nicht mitbekommen sollen.
Beispiel: "Verdammt", stieß Kommissar Rex aus und starrte auf die Waffe. Er hoffte, dass sein Partner im Nebenraum sein Schimpfen gehört hatte und dem Gangster von hinten die Vase, die neben dem Eingang stand, auf den Kopf schlagen würde.


_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
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IvoCH
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 143
Wohnort: Südosten


BeitragVerfasst am: 03.02.2019 19:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Spannend, ich verstehe die indirekte Rede ganz anders:
Direkte Rede Arrow "Kannten Sie das Opfer?", fragte Rex das Fräulein Pauline.
Indirekte Rede Arrow Nun fragte der Kommissar die Zeugin, ob sie das Opfer gekannt hatte.
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 49
Beiträge: 660
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 04.02.2019 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lt. Wikipedia (auf die Schnelle herauskopiert):
Die indirekte Rede ist ein Mittel zur distanzierten, berichtenden Wiedergabe von Äußerungen. Die Wiedergabe der Äußerung kann wortgenau oder verkürzt sein oder einzelne Teile in anderer Reihenfolge als im Original wiedergeben.

Da hatte ich im Eifer des Gefechts einen Denkfehler. Mein Beispiel bezieht sich mehr auf das, was im Kopf des Protas vorgeht und als Gedanke ja auch nicht direkt gesagt wird. (Gedanken versus wörtliche Rede)


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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2566
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 04.02.2019 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Der "innere Monolog" kann ja auch in Form einer indirekten Rede stattfinden. Nur wirkt sie da noch umständlicher. Insofern ist der Vergleich nicht ganz falsch.

Die Grundform ist aber die direkte Rede. Deshalb sollte man sich im Zweifelsfall daran orientieren und die indirekte nur benutzen, wenn es notwendig ist.

Bei manchen Autoren ist der Konjunktiv ein Stilmittel. Das wäre aber ein Spezialfall, und nicht jeder konnte das so geschickt einsetzen wie Hanns Dieter Hüsch. Wink
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PhilipS
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 114



BeitragVerfasst am: 04.02.2019 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Meinem Eindruck nach erzeugt die indirekte Rede eine gewisse Distanz. Das fühlt sich dann beim Lesen ein bisschen wie Zeitraffer an. Das ist mir aufgefallen, als ich "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg etc." gelesen habe. Die erste Begegnung mit einer anderen Figur und deren Unterhaltung wird komplett in der indirekten Rede geschildert, sodass man zwar alles Wichtige erfährt, aber irgendwie die ganze Zeit das Gefühl hat, es fehle etwas.

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Schreibt die Texte, die Ihr selber gerne lesen möchtet.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1661
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 04.02.2019 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

@Taranisa: Du meinst die erlebte Gedankenrede, oder? Die kann, in Maßen eingesetzt, den Leser näher an das Erleben einer Figur führen, vor allem, wenn man sparsam mit Inquits umgeht.
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Mettbrötchen
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 30
Beiträge: 966
Wohnort: Rheinland
Ei 1


BeitragVerfasst am: 04.02.2019 15:15    Titel: Re: Wie nah kommt die indirekte Rede an direkte Antworten mit Zitat

IvoCH hat Folgendes geschrieben:


DOCH:
1. wieviel direkte Rede darf es sein?

2. Wie nah kommt eine indirekte Rede an die direkte?


3. Was macht wann sinn?



1. Ungefähr vier.

2. Ungefähr 5,3 Zentimeter

3. Direkte Rede ergibt um 18:00 Uhr abends Sinn.


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(Christopher McCandless
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6725
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 04.02.2019 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt um 15:35 sind es aber auch mehr als 5,3 Zentimeter.
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Merlinor
Geschlecht:männlichArt & Brain

Alter: 67
Beiträge: 7908
Wohnort: Bayern
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 04.02.2019 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hm ... Zahlenspiele anstelle seriöser Antworten?
42 ... und damit ist ALLES gesagt!

Zurück zum Thema:


Hallo IvoCH

Direkte Rede versetzt den Leser stärker in die Handlung.
Indirekte Rede beschreibt ihm die Handlung aus einem gewissen Abstand.

Feste Regeln, welche dieser erzählerischen Formen man wann nutzen soll, gibt es nicht. Diesbezüglich gibt es nur Vorlieben und Abneigungen.
Als Autor muss man also letztlich selbst entscheiden, womit man sich besser fühlt.

Du schreibst Krimis. Da magst Du die Handlung gerne schnell und direkt vorantreiben. In der Regel bist Du dafür mit der direkten Rede gut bedient.
Allerdings kann ein sehr ausufernder Gebrauch der direkten Rede einen Text auch arg in die Länge ziehen. Dadurch geht dann wieder einiges an Geschwindigkeit verloren.
Möglicherweise ist es das, was Deine Schwester bemängelt.
Oft gewinnt eine Geschichte gerade durch an passender Stelle eingestreute, beschreibende Abschnitte an Druck und Geschwindigkeit, weil dadurch Szenen, die anders sehr langatmig und detailliert ausgeführt werden müssten, zusammengefasst und abgekürzt werden können.

Wie gesagt: Verbindliche Regeln gibt es dafür nicht. Hier muss der Autor seinem Sprachgefühl folgen und die Dramaturgie seines Plots durch ein geschicktes Wechselspiel zwischen zeigenden und beschreibenden Abschnitten vorantreiben.

LG Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Mettbrötchen
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 30
Beiträge: 966
Wohnort: Rheinland
Ei 1


BeitragVerfasst am: 05.02.2019 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie gesagt: Verbindliche Regeln gibt es dafür nicht.


Darauf kann man es runterbrechen.


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