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Schreiben mit der richtigen Emotion

 

 
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Coralia
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 11
Wohnort: Wentorf bei Hamburg


BeitragVerfasst am: 31.01.2019 22:59    Titel: Schreiben mit der richtigen Emotion eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich bin Bauchschreiberin. Ich schreibe also das, was ich gerade als richtig empfinde. Und das heißt wiederum, dass ich nicht schreiben kann, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Fast jede Situation entsteht aus einem Gefühl oder einer Emotion heraus. Ob das richtig ist? Keine Ahnung, aber anders geht es nicht.
 Jetzt bin ich an einer Szene angelangt, in der alles recht düster und emotional ist. Meine Protagonistin hat erfahren, dass sie eine Seherin ist und hat zuvor von dem Tod ihrer Seelenverwandten geträumt bzw diesen gesehen. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich nicht genügend einfühlen kann, obwohl ich mich sozusagen selbst in das Buch geschrieben habe und auch meine Seelenverwandte. Es ist sozusagen unsere Geschichte in Fantasy. Tja, aber ich möchte halt ihre Verzweiflung zum Ausdruck bringen und fühle es nicht. Oder vielleicht kann ich es nicht fühlen, weil es mir zu nahe geht und das irgendwie blockiere. Ich weiß es nicht. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie ich diese Blockade lösen kann oder mich besser einfühlen. Und ja, leider ist die Szene notwendig für die Handlung. Rolling Eyes
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Kiara
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 40
Beiträge: 1129
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 01.02.2019 07:33    Titel: Antworten mit Zitat

Könnt ihr beide einen Teil der Szene "erleben"? Es könnte schon helfen, wenn ihr euch beide aufmacht und eine längere Wanderung unternehmt, um anschließend in einer Hütte, Ruine oder Ähnliches zu übernachten - da kommt man auf ganz andere Gedanken smile
Ist eine skurrile Idee...
Übernehme keine Haftung für eventuelle Folgeschäden smile Angaben sind wie immer ohne Gewähr...
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Taranisa
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 51
Beiträge: 1127
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 01.02.2019 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Vorschlag von mir: Schreibe die Szene in einem ruhigen Moment, vielleicht am Abend mit Kerzenschein, auch, wenn du emotional nicht so tief drin bist, wie du es dir wünschst oder von dir erwartest. Dann dürfte auch der Druck abnehmen, jetzt sofort die "perfekte Szene" schreiben zu müssen. Überarbeiten kannst du später so oft du willst. Möglicherweise löst sich dadurch auch das auf, was dich blockiert.

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
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Ebor
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 01.02.2019 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt irgendwie nach einer Blockade als Selbstschutzmaßnahme.
Ich kann leider nur sagen was mir persönlich hilft, mich besser einzufühlen: ich nehme ein neues, leeres Dokument/Blatt zur Hand und schreibe eine Art Momentaufnahme jener Figur. Wichtig dabei: die Ich-Perspektive.
Dann lasse ich das Ganze im Tagebuch-Stil plätschern, wie ich es für einen Leser eher nicht schreiben würde.

z.B. "Mein Name ist Coralia. Ich würde mich als hilfsbereiten, freundlichen und aufgeschlossenen Menschen bezeichnen...usw. ..Diese Nacht hatte ich einen Traum, der mich ziemlich aus der Fassung gebracht hat .. ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich die Vorstellung lähmt, meine Seelenverwandte tatsächlich zu verlieren... mein Herz scheint in tausend Stücke zu brechen, denn was wäre ich nur ohne sie?" etc, Irgendwann kommen bei mir die Gedanken dann nur noch aus dem Bauch. Ich achte dabei nicht auf Stil, Grammatik oder Rechtschreibung und halte es völlig getrennt vom restlichen Manuskript. Da es nie jemand zu Gesicht bekommen wird, kann ich mich völlig entspannt in die entsprechende Stimmung versetzen lassen und dann wieder dem richtigen Text zuwenden. Wie Taranisa schon schrieb, ohne Druck schreibt es sich einfacher, so manche Blockade löst sich dann einfach in Luft auf.
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Nina C
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 32
Beiträge: 417
Wohnort: Nordrhein-Westfalen


BeitragVerfasst am: 05.02.2019 05:54    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich Emotionen „anstoßen“ möchte, hilft mir manchmal einfach ein sehr trauriger Film (ich meine keinen Liebesfilm, eher etwas gesellschaftsdramatisches). Vielleicht kannst du dir einen Film aussuchen, der intensiv das transportiert, was du brauchst, als Verzweiflung und Trauer. Das hat auch den Vorteil, dass dir ein Film, im Gegensatz zu einem andern Buch nicht in den eigenen Stil „reinredet“. Wenn du vorher die Fixpunkte festlegst, kannst du das Schreiben dann quasi noch mit den Tränen auf den Wangen beginnen ...

Liebe Grüße,

Nina


_________________
Wenn ihr nicht die gequälten Sklaven der Zeit sein wollt, macht euch trunken, ohn’ Unterlass! Mit Wein, mit Poesie mit Tugend, wie es euch gefällt. (Charles Baudelaire)
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Nina
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4461



BeitragVerfasst am: 05.02.2019 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Coralia,

was Du tun kannst? Etwas Abstand zum Text gewinnen, auch davon, dass die Geschichte, die Du gerade erzählst, nicht zwingend total mit Deiner Realität übereinstimmen muss (Du schreibst ja keine Biographie oder ein Buch mit lauter Fakten, sondern eine fiktive Geschichte, oder nicht?). Vielleicht musst Du Dir selbst erlauben, "auszubrechen und zu fliegen", wenn Du verstehst, was ich meine.
Viel Erfolg und keine Angst. Schreibe es doch so, wie es geht und wenn es nicht geht, schreibst Du es noch einmal, wie es geht und wenn es auch dann nicht geht, schreibst Du es noch einmal, wie es geht. Und wenn es auch dann noch nicht geht, dann lege eine Pause ein und behalte die vorherigen Versionen und überarbeite später und schreibe die Geschichte weiter, mit dem, was Du als "gesichert" fürs weitere Erzählen verwenden möchtest. Viel Erfolg.

LG
Nina
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