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a.no-nym
Schreiberling


Beiträge: 273



BeitragVerfasst am: 28.01.2019 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht, um drüber zu schlafen
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V.K.B.
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Beiträge: 2095
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 28.01.2019 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Und das ging eigentlich an Veiths Adresse, um ihm zu erklären, was so alles schief gehen kann.
Jo, ich hab's ja auch begriffen. Manchmal geht man halt von ganz falschen Prämissen aus und liest dann was völlig anderes, wie abwegig es im Nachhinein auch erscheinen mag. Ich könnte nicht behaupten, dass mir das noch nie passiert wäre.

Also ist es im Nachhinein auch müßig, darüber zu diskutieren, wie jemand so lesen konnte wie er gelesen hat.

Edit:
Danke @a.no-nym, dass du für meinen Text eine Lanze zu brechen versuchst, aber sieh lieber zu, dass du an Land gewinnst und dich nicht mit zur Zielscheibe hier machst.


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Municat
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 52
Beiträge: 366
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BeitragVerfasst am: 29.01.2019 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich habe kein Problem damit, zur Zielscheibe zu werden, wenn ich damit Texte und Meinungen von Menschen, die (egal ob nun absichtlich oder versehentlich) missverstanden werden, in ein vernünftiges Lich rücken kann.

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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Catalina
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 47
Beiträge: 339
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Veith, da hast Du wahrlich einen hartnäckigen Fan gefunden! Ich werde fast ein wenig neidisch.

a.no-nym, in einem anderen Tread hat anderswolf etwas gesagt, das bei mir hängen blieb:
"Sowas will ich lesen, solche Blitzerkenntnisse, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellen, weil sie so wahr sind oder sein könnten oder sollten."

Genau so geht es mir auch. Und Erkenntnisse, die hat man, wenn man eine neue Idee bekommt. Oder wenn man über etwas nachdenken muss, um eine Meinung zu bekommen. Und dazu muss man auch noch Interesse am Thema haben.

Das alles ist sehr persönlich.

Darf ich Dich ganz persönlich fragen, warum der Text Dich so sehr angesprochen hat? Welche Saite hat er zum Schwingen/Klingen gebracht?

Für mich persönlich ist vor dem Text und nach dem Text, ohne neue Erkenntnisse, Meinungen, Blickwinkel... Und das liegt sicher nicht daran, dass Veiths Text nicht gut ist. Das liegt an dem Unterschied unserer beider Ausgangspositionen.

Es könnte sein, dass mir manches zu klar ist (und auch annehme, dass es jedem klar sei müsse), als dass mich die Auseinandersetzung damit langfristig berühren würde. Ebensogut könnte es sein, dass ich vieles einfach nicht verstehe bzw. mit meinem Denken nicht verstehen kann. Wohlmöglich ist es sogar eine Mischung aus beidem.
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a.no-nym
Schreiberling


Beiträge: 273



BeitragVerfasst am: 29.01.2019 23:50    Titel: Antworten mit Zitat

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Den Rest habe ich irgendwo in der Welt angesiedelt. Und das Böse ging von China aus über dieselbe hinweg.
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Mich interessiert deine Leseweise jetzt wirklich: Wie hast du dir das dann mit der Giftwolke vorgestellt, wenn die Häuser überall auf der Welt wären? Und dass die Leute sich begegnen, wenn sie ihre Häuser verlassen?

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Diese Fragen haben sich mir ganz einfach nicht gestellt: auf der Handlungsebene und im Geschehen hatte ich keinerlei Irritationen, da habe ich Szene für Szene so stimmig gefunden, das sich nirgends gestolpert bin, obwohl mir nicht vollkommen klar war, was da abging - das hat mein Hirn gelassen auf später, auf die Auflösung vertagt. Das brauchte ich beim Lesen selbst noch nicht, da war ich in den Szenen drin, die in sich und in mir keinen Widerspruch erzeugt haben.


Mensch Literättin, hättest Du genau das, was Du jetzt zuletzt geschrieben hast, schon in ähnlicher Klarheit in Deiner oben zitierten Antwort auf Veiths noch obener zitierte Nachfrage erwidert, dann, ja dann... hätte vielleicht sogar ich verstanden, was Du sagen wolltest! Vielleicht verstehst Du, was ich meine, wenn Du die Zitate oben nochmal in Ruhe durchliest.

Literättin hat Folgendes geschrieben:
indem Du meine (oder anderer Leuts) Lesart für nicht möglich, doof, schief am Text vorbei und für sonst was noch erklärst
Kannst Du diese Vorwürfe bitte mal anhand von Zitaten belegen? Falls nicht, betrachte ich das gern als erledigt.
 
Dass Du das Missverständnis aufgeklärt hast, finde ich prima und sage danke. Dass ich zu diesem Missverständnis beigetragen (oder es in Deinen Augen sogar erzeugt) habe, tut mir leid.

Municat hat Folgendes geschrieben:
Also ich habe kein Problem damit, zur Zielscheibe zu werden, wenn ich damit Texte und Meinungen von Menschen, die (egal ob nun absichtlich oder versehentlich) missverstanden werden, in ein vernünftiges Lich rücken kann.
Es tut gut, das hier zu lesen. Nur ist das mit dem In-Vernünftiges-Licht-Rücken anscheinend in der Fitze des Gehechts ein bisschen in die Büx gegangen. Bliebe höchstens die Frage, ob ich mich nicht an ganz anderer Stelle als Zielscheibe für den Beschuss hier qualifiziert habe. smile

Catalina hat Folgendes geschrieben:
Veith, da hast Du wahrlich einen hartnäckigen Fan gefunden! Ich werde fast ein wenig neidisch..
1. Nicht Text und Autor verwechseln!  2. Na warte! Mal gucken, ob´s schon einen Uschi-Fanclub gibt… Ach, nee… Vergiss es. Geht gar nicht. Mir fehlt die Kreisch-Qualifikation.

Catalina hat Folgendes geschrieben:
Darf ich Dich ganz persönlich fragen, warum der Text Dich so sehr angesprochen hat? Welche Saite hat er zum SchwingenKlingen gebracht?

Es fällt mir schwer, das in der Offenheit zu beantworten, die dafür vermutlich angebracht wäre. Nachdem ich nun den ganzen Tag drüber gebrütet habe, will ich es trotzdem versuchen:
Ich habe sehr persönliche Erfahrung damit sammeln dürfen, was Systeme, wie sie in diesem Text beschrieben sind, mit Menschen machen; vor allem mit jenen, die sich nicht anpassen können oder wollen.
Der beklemmende Unterschied zum Hier und Jetzt ist, dass die technischen Möglichkeiten der Überwachung noch niemals so mächtig waren. Genau das führt m.E. dazu, dass es kaum mehr möglich sein dürfte, solche Systeme noch zu durchbrechen oder ihnen zu entrinnen, wenn sie einmal etabliert sind. Betrachte ich dazu noch ein paar andere Alltags-Wahrnehmungen, ist das, was Veith da beschrieben hat, in meinen Augen weder utopisch (bzw. dystopisch) noch weit weg, sondern es ist nackte Realität, die längst auch hierzulande an die Türen klopft.  
Mir macht z.B. Sorgen
- wie unbeschwert und wie umfassend Menschen (größtenteils freiwillig) ihre Daten hergeben
- welche technischen Möglichkeiten heute bereits da sind, um diese Daten zu nutzen bzw. sie mit dem entsprechenden Willen für Zwecke nutzbar zu machen, die sich hierzulande kaum jemand vorstellen mag
- wie wenig sensibel die meisten Menschen hierzulande dafür sind, was für ein unglaublich kostbares (und fragiles) Gut Freiheit ist  (was bei vielen damit zusammenhängen mag, dass sie anderes ja (glücklicherweise) nicht kennenlernen mussten)
- wie gefährdet Freiheit, Demokratie und Menschenrechte durch wirtschaftliche Interessen sind
- wie stark internationale wirtschaftliche Verflechtungen gewachsen sind - und mit ihnen die Macht, mittels der Wirtschaftskraft auch eine Einflussnahme in anderen Bereichen auszuüben
- wie groß das Bedürfnis vieler Menschen ist, Leuten hinterherzurennen, die ihnen das Denken abnehmen und vermeintlich einfache Antworten haben (obwohl es auf die Komplexität der heutigen Welt beim besten Willen keine einfachen Antworten geben kann).

Zusammengefasst: In Veiths Text steckt aus meiner Sicht weit mehr Realität als uns allen lieb sein sollte.
So, genug für heute.

Gute Besserung, Veith!
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Municat
Geschlecht:weiblichHobbyautor

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Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 30.01.2019 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Veith, da hast Du wahrlich einen hartnäckigen Fan gefunden! Ich werde fast ein wenig neidisch.
Auf Gegensieitgkeit beruhend - und über lange Zeit erarbeitet in teilweise kontorversen, teilweise sich gegenseitig bestätigenden Diskussionen über Veiths Projekte, meine Projekte, Projekte anderer AGs, philosophische Themen, Gedankenexperimente, Power Metal und Irish Folk Songs. Ich schätze diese ehrliche, ungeschönte Kritik ohne Arbeitszeugnis-Filter, dafür gerne mal mit einem Augenzwinkern versehen, und teile auf sehr ähnliche Art und Weise aus, wenn ich Grund dazu habe.

Leider ist im Zusammenhang mit diesem Wettbewerb eine Stimmung entstanden, die wohl viele der Beteiligten als beklemmend, nervig, einengend oder belastend empfunden haben. Das nahm seinen Anfang in der Diskussion um die Definition von Ernsthaftigkeit in der Literatur und zog sich durch diverse Threads. Auch ich hatte (sowohl beim schreiben als auch beim kommentieren) immer wieder das Gefühl, irgendwelchen Ansprüchen nicht zu genügen, mich als E-Noob zu beweisen, weil ich bestimmte Dinge schreibe, stark finde, erkenne oder übersehe, Vorgaben als erfüllt ansehe oder eben nicht. Ich habe für mich darauf mit einer Art von persönlichem, höflichen Trotz reagiert und die Texte eben so geschrieben und kommentiert, wie ich (mit meinere rudimentären Ahnung von E-igkeit) persönlich sie einschätze - immer mit dem Gefühl, dass sich einige Leute dabei wohl wünschen, man könnte für diesen Wettbewerb nicht nur Autoren, sondern auch Jury-Mitglieder wegen fehlender Kompetenz ausschließen. Jetzt bin ich sehr (angenehm) überrascht, dass meine Kritik tatsächlich weitgehend richtig gut ankommt. Das freut mich tatsächlich sehr, weil ich mir auch in diesem Wettbewerb große Mühe damit gebe - auch wenn ich mich abeseits dieses Wettbewerbs kaum mir reinen E-Texten befasse.

Jeder Mensch reagiert anders. Wo ich den Trotz auspacke, verzagen andere, ziehen sich zurück (was super-schade ist / wäre) oder gehen in Verteidigungshaltung und fahren (gerne auch mal sarkastische) Krallen aus, um ihre Ideen zu verteidigen.

Das alles ist menschlich.

Obwohl ich zugeben muss, dass ich in diesem Fall tatsächlich einen für eine zusätzliche Ebene mehr als nur relevanten Begriff nicht gegoogelt habe, hat mich Veiths Text sehr bewegt und aufgewühlt (gerade auch unter den Gesichtspunkten, die a.no-nym hier aufführt). Ich selbst neige bei diesen Themen tatsächlich zur Naivität ("ich habe doch nichts zu verbergen ... sollen die Leute doch wissen ..., ..., ...") und winke Warnungen aus solchen Richtungen gerne mal ab. Gerade deswegen ist es eine echte Leistung, mich genau an DIESEM Nerv so sensibel zu treffen, dass es mich kopftechnisch UND emotional flasht. Das ist nach allem, was ich denke, eine entscheidende E-Komponente.

Und nein, ich wusste nicht, dass der Text von Veith ist. Ich habe vermutet, dass er er sein könnte, war mir aber alles andere als sicher. Da gab es noch zwei andere Beiträge, die ich ihm zugetraut hätte.


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Municat hat Folgendes geschrieben:
Auch ich hatte (sowohl beim schreiben als auch beim kommentieren) immer wieder das Gefühl, irgendwelchen Ansprüchen nicht zu genügen, mich als E-Noob zu beweisen, weil ich bestimmte Dinge schreibe, stark finde, erkenne oder übersehe, Vorgaben als erfüllt ansehe oder eben nicht. Ich habe für mich darauf mit einer Art von persönlichem, höflichen Trotz reagiert und die Texte eben so geschrieben und kommentiert, wie ich (mit meinere rudimentären Ahnung von E-igkeit) persönlich sie einschätze - immer mit dem Gefühl, dass sich einige Leute dabei wohl wünschen, man könnte für diesen Wettbewerb nicht nur Autoren, sondern auch Jury-Mitglieder wegen fehlender Kompetenz ausschließen.

Ich klinke mich hier mal kurz ein, weil ich eventuell angesprochen bin. Immerhin habe ich mich im Smalltalk-Faden laut gefragt, warum sich jemand zur (Publikums-)Jury in einem E-Wettbewerb "berufen" fühlen könnte, wenn er glaubt, dass es dafür keine ansatzweise objektiven Kriterien gibt.
Das hat aber nichts damit zu tun, User wegen fehlender Kompetenz ausschließen zu wollen (das würde früher oder später mich selbst treffen).
Ich finde es nur auch nicht gerade angenehm, wenn User selbstverständlich auf ihr Recht pochen, in beiderlei Funktion am Wettbewerb teilzunehmen, gleichzeitig aber - zum Teil sehr wortreich - die Grundidee dieses Wettbewerbs anzweifeln.
Da kann ich mich nicht reinversetzen, denn:
Hätte ich das Gefühl, mein (Un)Verständnis von U und E könnte sich nachteilig auf die Akzeptanz (meiner Texte, Kommentare oder gar meiner  Person im Forum) auswirken, dann würde ich eben einfach nicht mitmachen.


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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht wäre das eher ein Thema für einen eigenen Faden - und zwar nicht einen, der vorsätzlich nebensächlich ist, sondern absichtlich ernsthaft?
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 30.01.2019 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

Das kann man überlegen, aber bitte nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Stimmung etwas nervös ist und vor allem der Rezensentenpreis noch läuft.
Was mich angeht, möchte ich mich eigentlich nicht so viel darüber unterhalten, wer wann wo warum etwas möglicherweise Unbedachtes gesagt hat. Ich fände es viel sinnvoller, etwas dafür zu tun, dass Diskussionen wie U-Ü-E weniger vorurteilsbehaftet ablaufen, sondern eher im Sinne von Neugier und Erkenntnisgewinn. Wie man das hinbekommt ... weiß ich gerade auch nicht.

Von meiner Seite ist dazu auch alles gesagt.
Wenn ich mich in diesem Faden noch einmal äußere, dann (endlich!) zum Text.


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Kiara
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Beiträge: 804
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BeitragVerfasst am: 02.02.2019 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

(gekürzt)
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Kiara hat Folgendes geschrieben:
..., dass ich (momentan) keine Begründung dafür abgebe, .....
Danke ... aber irgendein Kommentar... hätte mich schon gefreut.



Na dann smile

Habe ja auch "momentan" geschrieben, weil ich nicht "mal eben schnell" meine kritzeligen Notizen zu den Texten ausformuliert niederschreiben wollte und konnte.

Ich wäre gespannt auf die "erste" Version deiner Story. Die "Trau mich doch nicht"-Geschichte. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt...?

Für dich:
Zur Sache:
Hoffentlich gibt diese Rückmeldung meine Gedanken einigermaßen rüber...

Da mir dieser Wettbewerb und insbesondere einige Bewertungen sowie Kommentare aufgezeigt haben, dass, selbst wer es glaubt, doch kaum jemand so richtig zwischen E- und U-Literatur unterscheiden kann, lasse ich als Neuling den Versuch lieber sein.

Teil 1:
Die Dichterin schreibt mir zwar zu verworren, doch im Kontext zur Story war es stimmig. Sie hat wohl eine eigenartige Denkweise: Wie kommt sie auf diese Gedanken, eine Minute vor dem Ende? Wäre sie nicht von Angst erfüllt? Anderem instinktivem Verhalten? Nein, sie versucht trotzdem, ihrem Schaffen etwas Besonderes zu verleihen. Möglich? Bei all den Charakteren da draußen: Ja. Wahrscheinlich? Glaube ich nicht, doch ich war ja nicht in der Situation - wer weiß schon, was da in einem vorgeht. Dennoch ließ es ein "hmm"-Gefühl bei mir zurück.
Den letzten Satz im zweiten Absatz hätte ich umformuliert, da mir das "hatte" in der Mitte nicht so gut taugt, wie es mir am Ende gefallen würde. Das hat jedoch nur mit meinem Geschmack zu tun; ich schreibe es dennoch, weil es mir aufgefallen ist.
Auch das zweimal "Horizont" auftauchte, gefiel mir beim Lesen nicht, ich dachte zu sehr an die Vorgabe und fühlte, wie ich dem Text gegenüber gefühlt abfälliger wurde.

Teil 2:
Da hattest du mich wieder. Das Ende und das, was es aussagt, finde ich gut.
Auch in diesem Teil hätte ich die Formulierung anders gestaltet: Die zwei Sätze ab "Alles, was er hier noch...": Mir gefiel mir nicht so gut, dass es um den Mann geht, man dann kurz erfährt, dass die Produktiven in der Stadt leben dürfen und dann geht der Blickwinkel wieder zu dem Mann zurück. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit und Textarbeit, doch es wäre mMn stimmiger, den Teil mit der Stadt noch im vorherigen Satz unterzubringen (er ist ja wichtig) - und danach beim Mann zu bleiben, bis zum Ende. Zudem hätte die Wortwiederholung von "hier" vermieden werden können. Aber wie geschrieben, sind das Details. Vielleicht helfen sie dir irgendwie.

Teil 3:
Die Formulierung bei "zerschellt mit" ist grandios.
Klar ist die Situation mit Mutter und Sohn tragisch und traurig, vielleicht zu anrührend geschrieben. Finde es aber müßig, darüber zu reden, ob es nötig ist, diese Szene so darzustellen. Sie passt ins Konzept.

Teil 4:
Muss der Kerl durchtrainiert sein? Damit er den Schraubenschlüssel jemandem besser über den Kopf ziehen kann? Naja, bin an dem Wort etwas hängengeblieben, ist aber auch nicht wichtig.

Teil 5:
Ist zwar ein blöder Satz, den die Frau da anfangs sagt und den ich ihr in der Situation nicht abkaufe, doch der Rest des Teils gefällt mir.

Teil 6:
Der Einleitungssatz gibt mir zu viele Infos auf einmal, doch irgendwie musst du sie ja unterbringen. Vielleicht hättest du das "seit Wochen computerlose" in den späteren Sätzen mit einflechten können. Dass er - jetzt erst - der erste ist, der diese Kameras entdeckt - naja. Dass ausgerechnet er eins auf den Kopf kriegt, ist eine schöne Metapher.

Teil 7:
Die Auflösung finde ich stark. Und die rückt natürlich alles ins "rechte" Licht. Ein Name, endlich. Da leuchtet dann eine Kerzenfabrik auf, wenn das einrastet.

So...
Die Sache mit dem Basilisken hätte es gar nicht gebraucht, doch vielleicht geht das nur mir so. Die Szenerie ist auch so ausschweifend genug. Etwas Effekthascherei hier und da, aber für eine Kurzgeschichte, die etwas vermitteln soll, passend. Sie ist auch unterhaltend, oh weh, was jedoch nicht abwertend gemeint ist. Der Hieb in Richtung von Chinas System greift. Wobei es mir nicht schwerfällt, vieles davon auf die westlichere Welt zu übertragen. Es funktioniert nur nicht so subtil wie durch Mikrokameras. Genauer eingehen muss ich darauf ja nicht, jedenfalls nicht an dieser Stelle.

Warum ist der Text nicht in der Gegenwart geschrieben? Dies frage ich mich. Würde ihm das nicht eine größere Vehemenz geben? Nur ein Gedanke.

So, das hat gedauert.
Nur ein Mosaikbaustein smile

Grüßle
Kiara
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 03.02.2019 04:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kiara,

Zitat:
Ich wäre gespannt auf die "erste" Version deiner Story. Die "Trau mich doch nicht"-Geschichte. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt...?
ich auch. Leider habe ich die nicht fertig gestellt und auch die Reste nicht mehr, weil ich gleich im Text rumgearbeitet habe. Im Stil war das etwa so wie der Anfang, die Worte der Dichterin, und dann die Überlegungen der Philosophin. Diese Textstellen sind die (etwas gekürzten) Teile dieser ersten Idee, bzw was davon fertig geworden ist. Dann befiel mich beim Schreiben plötzlich die Panik, ob da überhaupt jemand was mit anfangen könne und ich habe stark zurückgeschraubt. Mich hinterher geärgert, dann war ich wieder zufrieden mit meinem Text und dann wieder geärgert, jetzt ist es mir egal. Von daher habe ich keine Ambitionen, später noch eine andere Version  davon zu schreiben, weil für was denn? Der Wettbewerb ist lange vorbei, und nur dafür wurde die Geschichte überhaupt geschrieben. Mit Wettbewerbsgeschichten ist es bei mir später immer eher "Aus den Augen, aus dem Sinn".

Zitat:
Da mir dieser Wettbewerb und insbesondere einige Bewertungen sowie Kommentare aufgezeigt haben, dass, selbst wer es glaubt, doch kaum jemand so richtig zwischen E- und U-Literatur unterscheiden kann, lasse ich als Neuling den Versuch lieber sein.
Ich wünschte, diese Besonnenheit würden nicht nur "Neulinge" mitbringen… Ich denke, man kann triviale Literatur erkennen und man kann schlechte Literatur erkennen. Bei allem, was darüber hinausgeht, sind die Grenzen (für mich) fließend.

Zitat:
Teil 1:
Die Dichterin schreibt mir zwar zu verworren, doch im Kontext zur Story war es stimmig. Sie hat wohl eine eigenartige Denkweise: Wie kommt sie auf diese Gedanken, eine Minute vor dem Ende? Wäre sie nicht von Angst erfüllt? Anderem instinktivem Verhalten? Nein, sie versucht trotzdem, ihrem Schaffen etwas Besonderes zu verleihen. Möglich? Bei all den Charakteren da draußen: Ja. Wahrscheinlich? Glaube ich nicht, doch ich war ja nicht in der Situation - wer weiß schon, was da in einem vorgeht. Dennoch ließ es ein "hmm"-Gefühl bei mir zurück.
Den letzten Satz im zweiten Absatz hätte ich umformuliert, da mir das "hatte" in der Mitte nicht so gut taugt, wie es mir am Ende gefallen würde. Das hat jedoch nur mit meinem Geschmack zu tun; ich schreibe es dennoch, weil es mir aufgefallen ist.
Auch das zweimal "Horizont" auftauchte, gefiel mir beim Lesen nicht, ich dachte zu sehr an die Vorgabe und fühlte, wie ich dem Text gegenüber gefühlt abfälliger wurde.  
Das von mir fett markierte sagt eigentlich schon alles aus, was ich antworten könnte. Ja, ich muss zu gegeben, das ist eine unrealistische Kunstfigur und Plot Device, nur dazu da, hier einmal den McGuffin hochzuhalten.

Zitat:
Teil 3:
Die Formulierung bei "zerschellt mit" ist grandios.
Danke. Leider nur sind die Gedanken dahinter anscheinend nie irgendwo angekommen. Und um mehr davon in die Geschichte zu holen, waren es einfach zu wenig Zeichen.

Zitat:
Teil 4:
Muss der Kerl durchtrainiert sein?
Nicht wirklich. Also für den Plot jetzt. Aber ich dachte, das sei ein professioneller Schläger sowieso.

Zitat:
Teil 5:
Ist zwar ein blöder Satz, den die Frau da anfangs sagt und den ich ihr in der Situation nicht abkaufe, doch der Rest des Teils gefällt mir.
Stimmt schon, mit dem blöden Satz, da wollte mir partout nichts besseres einfallen. Sollte aber auch irgendwas blödes sein, irgendwas völlig saloppes und selbstverständliches, dass der eigentlichen Bedrohung (für ihren Mann) nicht gerecht wird.

Zitat:
Teil 7:
Die Auflösung finde ich stark. Und die rückt natürlich alles ins "rechte" Licht. Ein Name, endlich.
Schrieb ich ja schon mal, dass er der einzige ist, der noch einen Namen braucht (die anderen hatten auch mal welche, die ich getilgt und durch Berufsbezeichnungen ersetzt habe, um sie mehr zu depersonalisieren), weil er der einzige ist, der noch eine Zukunft vor sich hat. Und ja, klar, der Name ist auch kein Zufall.

Zitat:
Die Sache mit dem Basilisken hätte es gar nicht gebraucht, doch vielleicht geht das nur mir so. Die Szenerie ist auch so ausschweifend genug.
Stimmt zwar und eigentlich sollte da auch gar nicht mehr rein, sondern es sozusagen eine Bonusebene bleiben, die man entdecken kann (Vergleich der beiden Konzepte). Ähnlich wie der Titel, der die zweite Bonusebene darstellt, über deren Bedeutung für die Geschichte man nachdenken kann. Mich hat nur gestört, dass es beim Basilisken niemand getan hat. Dass nicht jeder bei einem solchen Wettbewerb versuchen kann, jede tiefere Ebene jeder Geschichte auszuloten, ist klar. Ich hatte nur gehofft, dass es hier zumindest einer oder zwei versuchen.

Zitat:
Etwas Effekthascherei hier und da, aber für eine Kurzgeschichte, die etwas vermitteln soll, passend. Sie ist auch unterhaltend, oh weh, was jedoch nicht abwertend gemeint ist.
Weißt du was? Ich glaube, irgendwo meinen Stil gefunden zu haben, und da können Anspruch und Unterhaltung durchaus nebeneinander stehen. Für mich schließen sich die nicht aus.

Zitat:
Der Hieb in Richtung von Chinas System greift. Wobei es mir nicht schwerfällt, vieles davon auf die westlichere Welt zu übertragen. Es funktioniert nur nicht so subtil wie durch Mikrokameras. Genauer eingehen muss ich darauf ja nicht, jedenfalls nicht an dieser Stelle.
Ein interessanter Gedanke. Ich denke dabei an ein gewisses Neubaugebiet, wo wir mal übergangsweise zwei Jahre gewohnt haben. *grusel* Da hat glaub ich jeder sein Sozialkreditsystem aller Nachbarn mit im Kopf rumgeschleppt. Hmmm, würde ich heute da wohnen, könnte ich denen 'ne Handy-App dafür programmieren und verscherbeln. Um Richard Stallman mal zu zeigen, was wirklich unethische Programmierung ist.

Zitat:
Warum ist der Text nicht in der Gegenwart geschrieben? Dies frage ich mich. Würde ihm das nicht eine größere Vehemenz geben? Nur ein Gedanke.
Und gar kein schlechter. Habe ich sogar zuerst versucht, aber irgendwie wollte sich das für mich nicht gut anhören.

Zitat:
So, das hat gedauert.
Nur ein Mosaikbaustein
Macht ja nichts. Und danke dafür, ich freue mich immer über detailliertes Feedback.

Beste Grüße,
Veith


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