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Dieser Jesus


 

 
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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 14.12.2018 14:14    Titel: Dieser Jesus eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dieser Jesus

Nichts ist so unnütz,
wie Barfuß im Winter
auf Nächstenliebe zu machen.

Dieses schon ewig
währende Gejammer.
Soll er doch
die rote Armee bekehren,
oder den nahen Osten.
Vielleicht AKK
oder Trump.
Macht er aber nicht.

Immer nur Opferempathie.
Aber Opfer werden nicht
durch Gebete geheilt.
Opfer werden nie geheilt.
Aber ist einfacher.
Such dir einen Gestrandeten,
quatsch ihm 'ne Frikadelle
ans Bein
und dann lass ihn stehen.
Und dann?

Nichts.
Absolut nichts.

Dann besser Revolution.
Von mir aus auch christliche Revolution.
Che Jesus
Bisschen anständige Klamotten an,
Mikro in die Hand
und gib ihm.
Dann folgt der eine
oder andere ihm bei Twitter.
Und er
kann sich in irgendein
Hinterzimmer verziehen
und da sein Ding
durchziehen.

Hauptsache es hört auf.
Diese nekrophilen Feste.
Nächste Woche Christi Geburt
in ein paar Monaten Christi Tod.
Was soll der Scheiß?
Wir feiern einen toten Mann.

Ne,
lass und das Leben feiern.
Mit Demut und Liebe.
Mit Anstand und Respekt.
Von mir aus auch
mit Nächstenliebe,
aber ohne den Karnevalsprinz.



_________________
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findling
Schreiberassi


Beiträge: 47



BeitragVerfasst am: 14.12.2018 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Vom Leben gegerbt,
Leder mit Runen und Narben,
Seele mit Herz und Humor,
Jesus liebt Dich
Und lädt Dich auf eine Tänzchen
Gern barfuss im Schnee...
Er war niemals ToT...
Trägt Dein Gesicht
Und meins
Und...

https://m.youtube.com/watch?v=yovvltbmvXg
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1926
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 16.12.2018 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

Was nun: Jesus- oder "Publikums"beschimpfung?

Ansonsten: einfaches Gedicht in einfacher Sprache, das mit einfachen Glaubens(an)sätzen quer liegt. Insofern formal und inhaltlich stimmig.

Ein wenig populistisch vielleicht (und ich meine das an dieser Stelle nicht abwertend) - also dem Volk aufs Maul geschaut und dessen Glaubensfrust lyrisch verarbeitet. Die enttäuschte Erwartung, Gott sollte doch, wenn schon, dann einmal von oben menschliche Fehlleistungen ausmerzen, quasi diktatorisch, und so einmal gewaltig durchgreifend für Ordnung unter den Menschen sorgen, wird hier thematisiert, und aus dieser Enttäuschung heraus wütend die Jesus-Figur verzwergt, zum Opfer-solidarischen-Opfer-Jammerer gemacht (so nach dem Motto, wer nicht wirklich allmächtig handelnd "Täter" ist... ?).

Das Fazit, erscheint mir dabei nicht mal so übel: ein Aufruf an den Menschen, es aufruhrtechnisch selbst in die Hand zu nehmen. Und hier wird erfreulicher Weise nicht das Schwert propagiert.

Kann man, finde ich, so stehen lassen, auch wenn mir die eingangs gestellte Frage formal-inhaltlich nicht so richtig aufgeht. Vielleicht aber stimmt dieser innere Widerspruch mit dem "populär-Glaubens-lyrisch-verarbeitenden" Ansatz durchaus überein.


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when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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Tula
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 468
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 16.12.2018 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Gute Analyse. Dennoch denke ich, geht das Gedicht zu weit in die Richtung der Ignoranz, d.h. Ablehnung des Glaubens an sich, und nicht allein der Farce um das Weihnachtsfest herum.

Der religiös fühlende Mensch und der nicht-religiöse werden sich in der Glaubensfrage (und den damit verbundenen Denk- und Handlungsweisen) nie verstehen (können), das bringt nur sinnlosen Streit. Die scheinheilige Übertreibung anzugehen, finde ich allerdings gerechtferrigt. In dieser Hinsicht wünschte ich mir solch ein Gedicht weniger direkt sondern satirisch angelegt, na gut einige Stellen gefallen mir durchaus (S3). Aber ohne den Karnevalsprinz, denn dieser ist wirklich beleidigend.

LG
Tula


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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1926
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 16.12.2018 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

@Tula - religiös empfindende Menschen, die sich durch ein solches Gedicht verletzt fühlen, mögen sich erinnern, dass Jesus nicht nur zu Lebzeiten wesentlich Schlimmeres widerfahren ist.

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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 18.12.2018 16:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun ja, Ignoranz ist wirklich keine Eigenschaft, die ich zu meinen wesentlichen Charaktereigebschaften zähle.
Vielleicht macht es sogar Sinn, wenn man als Basic dieses Textes weiss, das ich überzeugter Christ bin.

Wenn ich das Wort Karnevalsprinz nutze, dann ist das nicht banal gemeint,
oder einfach nur so rausgehauen.
Ich sehe das in Bezug zu carne levare ieiunium ( Fasten durch Fleischwegnahme), was der ursprünglichen Wortherkunft entspricht. Auch wenn das italienische carnevale oft zitiert wird.
In diesem Kontext, darf derjenige auch der Prinz in dieser Zeit sein, oder von mir so genannt werden.
Es entsteht KEINE Beleidigung.

Manchmal steckt mehr hinter den Texten, als banale Worte Idea

LG
ML


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Tula
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 468
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 19.12.2018 01:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cholyrika

Ich hätte wohl auch 'Intoleranz' schreiben sollen; nun ja, du musst zugeben, dass die üblichen Assoziationen beim Karneval eher andere sind Wink
Interessanter Rollentausch, ich antwortete dir sozusagen als toleranter Atheist.

Wie dem auch sei, vorweihnachtliche Grüße

Tula


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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 11.01.2019 20:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun ja, sind das wirklich andere?
Der Bezug ist nicht mehr da zur Fastenzeit.
Aber ich meine nicht, dass man etwas seine Sinnhaftigkeit
entziehen kann, nur weil der Sinn vergessen wurde.
Vielmehr würde ich den Sinn gerne reinkarnieren.

Schuld ist allein die Reformation.
Mmmmh interessantes Thema.....für einen Text Idea Shocked


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