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Fallobst


 

 
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jessicagluch
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 19
Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 13.12.2018 01:59    Titel: Fallobst eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Fallobst

Ich möchte den Gärtner gerne über diese
Bäume befragen. Im Juni, wenn das Wasser fort ist.

Diese Wurzeln passen nicht zusammen. Welch hoffnungsloser Nostalgiker
Versammelte diese Stämme, wie ganze Lebenszeiten
die ins Negativ wachsen.
Die Blätter flüstern von Fremden, die sich an des Andern

Lieblingsfarben erinnern
Und das Fallobst noch schmecken.

- j.g. 2018

Bei diesem Text habe ich tatsächlich eine Bitte: Wenn die Worte so direkt aus dem eigenen Leben, Herzen, Denken, den eigenen Erfahrungen und Blickwinkeln geschöpft sind, sorge ich mich manchmal um den Kontext, der dem Leser verwehrt bleibt. (Da kommen mir Situationen in den Sinn, in denen ich Vertrauten ein Gedicht zu lesen gegeben habe, und die sich - Achtung, Wortspiel - keinen Reim darauf machen konnten.)

Da wäre ich hier also nicht nur um konstruktive technische Kritik, sondern auch um so etwas wie Deutungshypothesen etc. dankbar, mit anderen Worten: Was lest ihr in dieses Gedicht hinein, reicht das, oder ist das so spezifisch, dass ich etwaigen Lesern gar nicht die Chance gebe, es zu verstehen oder zu interpretieren. Wer ist dieser Gärtner, was bedeuten diese Bäume, was soll das denn.

Vielen Dank. smile

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5968
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 13.12.2018 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Fallobst

Ich möchte den Gärtner gerne über diese
Bäume befragen. Im Juni, wenn das Wasser fort ist.

Diese Wurzeln passen nicht zusammen. Welch hoffnungsloser Nostalgiker
Versammelte diese Stämme, wie ganze Lebenszeiten
die ins Negativ wachsen.
Die Blätter flüstern von Fremden, die sich an des Andern

Lieblingsfarben erinnern
Und das Fallobst noch schmecken.


Ich stutze in Zeile 2: Warum im Juni, wenn das Wasser fort ist?

Dann im nächsten Satz: Dass Wurzeln von Bäumen nicht zusammenpassen können, ist mir neu. Erkläre mir nun  den Juni-teil so, dass man ohne Wasser Wurzeln besser sehen kann, aber trotzdem bin ich irritiert.
Als nächstes kommen Stämme ins Spiel, und nun ahne ich eine Metapher, und dann haben wir hoffnungsvolle Nostalgiker, die für diesen missratenen  Wald verantwortlich sind, und ich denke, das geht in eine Richtung, die mir nicht gefällt. Bleibe trotzdem unsicher.

Wer der Andere ist, an dessen Lieblingsfarbe sich die Fremden erinnern, das Fallobst noch schmecken, laut den verschreckten Bäumen? Komme nicht drauf.  Wobei mir die Bäume wieder sympathischer erscheinen als die Nostalgiker, aber lese ich das richtig?
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 24
Beiträge: 254



BeitragVerfasst am: 13.12.2018 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Scheint mir ein Text über Erinnerungen zu sein, hoffnungslos wirr, in denen aber der... (weggang) (Tod)... des Anderen noch spürbar ist??

Völlig daneben?

Im Grunde auch egal, du hast das Gedicht ja veröffentlicht und damit die alleinige Deutungsbefugnis verloren Laughing

L.G
Patrick
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YesYesYes
Sonntagsschreiber


Beiträge: 15
Wohnort: Frankfurt/M.


BeitragVerfasst am: 13.02.2019 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, dann versuche ich mich mal an einer Deutung.




> Ich möchte den Gärtner gerne über diese
> Bäume befragen. Im Juni, wenn das Wasser fort ist.

> Diese Wurzeln passen nicht zusammen. Welch hoffnungsloser Nostalgiker
> Versammelte diese Stämme, wie ganze Lebenszeiten
> die ins Negativ wachsen.
> Die Blätter flüstern von Fremden, die sich an des Andern

> Lieblingsfarben erinnern
> Und das Fallobst noch schmecken.

Das lyrische Ich steht in einem Garten, in den es gefallen ist, wie ein Kind in einen Raum. Es weiß nicht so genau, was dort passiert ist und ahnt nur, dass jemand dem Garten viel Sorge hat zukommen lassen. So entsteht die Figur des "Gärtners". Denn real ist er nicht. Das Text-Ich adressiert ihn zwar, kriegt ihn aber nicht zu fassen. Er ist ein abwesender Gärtner, jemand, der Spuren hinterlassen hat. Die melancholische Konstruktion "Im Juni, wenn das Wasser fort ist", kündet davon, dass die Kommunikation mit dem Gärtner nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich ist, so wie manche Götter auch nur zu bei einer bestimmten Sternenkonstellation Sprechstunde haben. Jedenfalls ist jetzt nicht der Moment dazu, etwas muss noch eintreten, etwas steht im Weg: das Wasser? Die dritte Zeile bleibt mir unverständlich, vielleicht drücken sie eine weitere Verwunderung des Text-Ichs aus, das im Garten verständnislos steht und versucht sich einen Reim darauf zu machen, wer so viel Mühe in einen Garten steckt: Es müssen "Nostaligker" sein, Menschen, die ganz subjektive Gründe haben für das, was sie tun. Die nachfolgenden Zeilen spüren diesem subjektiven Grund nach und zeichnen ein anderes Bild des Gärtners, dieser flüchtenden Figur, die doch den Text zusammmenhält. Ist er jemand, der etwas lange hegt und pflegt, damit irgendwann, ganz zufällig, sich jemand über die freiwillige Gabe der Bäume ("Fallobst") freut? Der seinem Tagwerk nachgeht, etwas auf- und großzieht, aber nicht, um es zu er-ziehen, sondern damit es seiner Natur folgend sinnlichen Genuss erzeugen kann: Fallobst eben? Auch die flüsternden Blätter legen das nahe, die ohne einen besonderen persönlichen Bezug ("von Fremden" flüstern sie ja!), trotzdem um Lieblingsfarben wissen? Lieblingsfarbe: das ist eine Kategorie aus den Poesiebüchern meiner Kindheit. Hier wird sich dieser "erinnert". Die Bäume des Gärtners haben ein besonderes Wissen um die Fremden, vielleicht gerade weil sie fremd sind. Was bedeutet das also alles? Nun will ich nicht hinter die aufgemachte Komplexität zurückfallen: Mir scheint, es wird eine sehr vermittelte, sehr zaghafte Begegnung gezeichnet. Vermittelt, weil sie keine Begegnung zwischen Menschen ist, sondern über etwas, das lange aufgezogen wurde und deren zufälligem Nebenprodukt (Bäume, Fallobst), eine Begegnung, wie sie nur ganz selten manchmal passiert: Ohne zu sprechen sich zu verstehen.
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