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Plot Point / Wendepunkt & Spannungsbogen

 

 
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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 86
Wohnort: Vereinigte Sibirische Latrinenmanufakturen


BeitragVerfasst am: 10.11.2018 06:00    Titel: Plot Point / Wendepunkt & Spannungsbogen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen meine Lieben!

Ich bin nun bei meinem Roman an einem Scheideweg angekommen.

Es geht um Folgendes. Ich muss auf jeden Fall verhindern, dass die Handlung einfach so dahinplätschert, denn wenn sie das tut, ist sie nicht nur langweilig, sondern genaugenommen auch gar keine Handlung mehr. Ob wir dazu jetzt "Plot Point I", "spannende Wendung" oder etwas Anderes sagen, Fakt ist: Ich brauche Abwechslung und Struktur. Ich brauche ein Ereignis, das eine Fortsetzung der Handlung unter neuen Gesichtspunkten ermöglicht, die Wandlung der Charaktere verdeutlicht und den Plot vorantreibt.

In meinem Buch geht es um einen traumatisierten jungen Mann, der von Freunden mit auf eine Reise genommen wird, die pures Abenteuer ist -- in dem Sinne, dass sie keinen Plan haben, wo es lang geht, sondern die Genesung des Protas Ziel der Reise ist.

Soweit, so klar. Meine Überlegung an der Stelle, wo ich (nach ca. 11.000 Wörtern) gerade feststecke, ist, dass sie versehentlich eine Straftat begehen und von jemandem erpresst werden, verraten zu werden, was sie dazu zwingt, die Reise fortzusetzen, länger als sie sich hätten träumen lassen; um das Land alsbald zu verlassen und den Behörden zu entkommen.

Mein Problem -- wie bekomme ich das glaubwürdig hin? Möglich wäre ja, dass es einen Spannungsbogen gibt, indem alles nur noch schlimmer wird. Zum Beispiel, indem sie einen Schmugglerauftrag übernehmen sollen, um zu verhindern, dass der Erpresser sie verpetzt. Ich weiß aber weder, ob das vielleicht zu ausgelutscht ist, noch wie ich das konkret hinbekomme.

Über Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Liebe Grüße
Kojote


_________________
Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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Kiara
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 170
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 10.11.2018 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ein wichtiger Punkt erscheint mir hier, den Prota dem Leser ans Herz wachsen zu lassen - schon bevor diese Wendung in der Story erreicht wird.

Denn nur, wenn dies der Fall ist, interessiert es den Leser auch und die Spannung bleibt erhalten. Ist er jedoch bis dahin eher blass und eher "egal", geht's für die Geschichte bergab.

Vielleicht kommst du auf eine Idee, wenn du die vorherigen Abschnitte überarbeitest und "mehr" hinzufügst? 11T Wörter liest sich für mich noch nicht viel - evtl. ist da noch Potenzial drin.



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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

Alter: 63
Beiträge: 7381
Wohnort: USA
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 10.11.2018 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Tipp. Wenn du Scapple (umsonst, oder ähnliches Mindmapping Programm hast, oder einfach auf Papier, veranstalte ein Brainstorming. Was könnte alles auf diesem Trip passieren, das dem Ziel entgegensteht? Zuerst einfach alles niederschreiben. Fällt dir nichts mehr ein, dann Blödsinniges raus. Anschließend sortieren, nach Schwere. Die Katastrophe zum Schluss.

Schau dir einen Film wie Jumanji 2 oder Ready Player One an. Schreibe die Stationen auf. Wie eskalieren die Schwierigkeiten? Sind es unendlich viele oder bilden sie eine Treppe, die zum Höhepunkt führt?

Das gibt dir dann Abwechslung und Struktur.

Wenn dir deine Idee zu schwierig erscheint, dann ersetze sie ruhig. Vier Freunde wollen die Sahara durchqueren. Was kann alles passieren? Spätestens, wenn ihnen das Wasser ausgeht, hast du Spannung.


_________________
*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
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*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019

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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 28
Beiträge: 86
Wohnort: Vereinigte Sibirische Latrinenmanufakturen


BeitragVerfasst am: 10.11.2018 21:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Murmel,

danke für deinen Ratschlag und ja, ich habe Scapple, und ich finde es großartig!

Ob mir dein Tipp in diesem Fall weiterhilft kann ich noch nicht sagen. Die "Probleme", die dem Ziel entgegenstehen, sind hier ... nun ... gehen wir es anders an.

Das Ziel am Ende meines Romanes ist mir -- natürlich -- bereits bekannt. Aber es ist ein sehr abstraktes Ziel. Es geht darum, dass der Prota Laurenz einen Zusammenbruch erleidet, da er von seiner langjährigen Freundin betrogen und anschließend verlassen wird, und er aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer für ihn eine Freundin zu bekommen ist. Um Laurenz auf andere Gedanken zu bringen, nehmen ihn zwei Freunde, Bragg und Tami, mit auf eine Reise "mit offenem Ende". Ziel ist also: Der Prota soll genesen; er soll Burnout-Symptome im Laufe der Zeit abbauen (die charakterliche Änderung) und am Ende seine Liebe zu Tami erkennen.

Mein ursprünglicher Plan, den ich wieder verworfen habe, war, eine Neufassung von "In 80 Tagen um die Welt" zu schreiben. Da war es einfach, denn das Ziel war klar definiert, und dementsprechend einfach war es, den Protas Steine in den Weg zu legen.

Wie sollen die Steine hier aussehen? Bei so einem abstrakten Ziel der Handlung?

Wär toll wenn du einen Tipp wüsstest!

Liebe Grüße
Kojote

PS: Scapple ist leider nicht gratis. Wink


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Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2529
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 10.11.2018 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kojote,
wenn es um eine Reise geht als roter Faden in der äußeren Welt, dann bieten sich doch eigentlich alle Möglichkeiten, um eine Reise spannend/abwechslungsreich zu gestalten. Reisegeschichten oder Reiseromane als Ideengeber wird man nicht lange suchen müssen.

Vielleicht wäre es sinnvoll, mal die ganze Reisroute aufzuzeichnen und dann zu schauen, an welchem Ort was passieren könnte. Dabei würde ich auf jeden Fall versuchen, jeweils äußere Konflikte oder Stolpersteine zu finden, die aus der Geografie kommen und nicht zu offensichtlich auf den Prota zugeschnitten sind.

Falls dir nichts einfällt, beschäftige dich ein wenig mit der jeweiligen Gegend, dann kommt dir vielleicht der passende Gedanke.

Also das "abstrakte Ziel" (der Reise), wie du es nennst, sollte zunächst der Geografie untergeordnet werden. Natürlich nur scheinbar, denn du behältst es ja im Hinterkopf und richtest die Reaktion des Protas daran aus. Aber eben nicht so aufdringlich, sondern eher auf natürliche Weise. Dabei kannst du durchaus den Grad der Reaktion bestimmen. Also ob er in großen oder kleinen Schritten lernt.

Beispiel: Der Prota kann nicht schwimmen und hat Angst vor Wasser. Dann kann man unter einem großen Spektrum an Herausforderungen für ihn wählen (nach Intensität sortiert):

1. Er rutscht aus, fällt in flaches Wasser und kriecht sofort raus.
2. Er gerät in tiefes Wasser, kann sich aber am Rand festhalten.
3. Er fällt rein und muß von jemandem gerettet werden, kann sich aber selbst eine Weile über Wasser halten.
4. Er springt freiwillig rein (natürlich mit Schwimmhilfen oder Seil), um einen Freund zu retten.

In deinem Fall würde ich die Herausforderungen eher vorsichtig dosieren. Rückschläge natürlich erlaubt.

Und schließlich einen der wichtigsten Zwecke einer Reise nicht vergessen: Ablenkung. Allein die kann sehr heilsam sein. Da wird es dir nicht erspart bleiben, dir kleine Geschichten auszudenken. Passende, aber auch ganz andere, überraschende - denn du schreibst ja letztlich für den Leser.
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RememberDecember59
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 30
Beiträge: 459
Wohnort: Franken


BeitragVerfasst am: 11.11.2018 07:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kojote,

dieses Projekt lässt dich einfach nicht in Ruhe, hm? Laughing Ich frage mich allmählich (nach dem Lesen des gefühlt vierten Threads zu deinen Plot-Problemen wink ), ob du dich da nicht ein bisschen verrannt hast. Hast du schon mal drüber nachgedacht, es mal eine Weile liegen zu lassen, dich mit einem anderen abzulenken und später weiter zu machen? smile

Oder lässt es dich das nicht tun? Dann würde ich vielleicht folgendermaßen an das Problem rangehen: Erstmal diese Frage hier beantworten.

Was ist denn das an dem Projekt, was dir so wichtig ist und weshalb du das so unbedingt schreiben möchtest? Geht es dir um die Reise, also eine Abenteuergeschichte? Oder geht es dir um die Entwicklung des Protas (und der Love Interest ist nur Beiwerk)? Oder geht es dir um die Liebesgeschichte (und die Reise ist nur interessantes Setting)?
Mir ist das bisher nämlich noch nicht ganz klar, und möglicherweise dir selbst auch nicht – denn deine Pläne haben sich ja schon ein bisschen geändert. Aber irgendwas an dem Projekt lässt dich ja nicht los, also was genau ist das? smile

Wenn das klar ist, kann man viel gezielter auf die Ideensuche für passende Szenen gehen, die einerseits die Handlung voranbringen und andererseits für Spannung und Abwechslung sorgen.

Ist es z.B. die Liebesgeschichte, die dir wichtig ist, dann könnte man so überlegen: Der Prota soll ja unterwegs erkennen, dass Tami ohnehin die bessere Wahl für ihn ist. Wieso? Welche ihrer Eigenschaften sind es denn, die ihm guttun würden und die sie plötzlich besser als seine Ex machen? Diese Erkenntnis muss er ja erst im Laufe der Geschichte machen – also bietet es sich an, nach Szenen zu „suchen“, in denen er genau das tun kann. Oder – weil du ja Steine im Weg willst – die ihn daran wieder ins Zweifeln bringen. Das übergeordnete Ziel ist es, Tami kennenzulernen und zu dem Schluss zu kommen, dass sie die Richtige für ihn ist.

Wenn es die Reise ist, um die es dir geht, sieht das ganz anders aus. Wenn es die „Genesung“ des angeschlagenen Prota ist, um die es dir geht, dann braucht es wieder andere Erkenntnisse und auch andere Steine im Weg. Also ganz andere Szenen und Wendepunkte. Wenn man das also geklärt hat, kann man viel gezielter nach den nötigen Plotpoints suchen. smile


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

Alter: 63
Beiträge: 7381
Wohnort: USA
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 11.11.2018 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

RD59 hat dein eigentliches Problem gut auf einen Nenner gebracht, du weißt nicht, was du schreiben willst. Du brauchst zuerst ein klares Ziel (nicht drei), damit die passenden Konflikte kreiert werden können.

Zitat:
Der Prota soll genesen; er soll Burnout-Symptome im Laufe der Zeit abbauen (die charakterliche Änderung) und am Ende seine Liebe zu Tami erkennen.

Ja, was denn nu?

Wobei Burnout überwinden und genesen dasselbe sind, oder? Muss er genesen, damit er seine Liebe erkennen kann?  Dann gibt es nur ein Ziel, denn er könnte sich krank ebenso verlieben. Oder soll er genesen und sich verlieben? Dann hast du zwei Ziele, die es für einen Anfänger schwerer machen.

VIelleicht zäumst du das Pferd von hinten auf. Gehe so, wie *hier* beschrieben vor. Zuerst musst du deine Idee konkretisieren, bevor du plotten kannst.

Dann könnte man auch konkrete Konflikte formulieren. Aber eigentlich ist das dein Job.

Obwohl eine Abenteuerreise weniger für das Überwinden von Burnout geeignet ist, meine ich, das nur nebenbei. Denn Stress (und das ist eine Reise ins Ungewisse) ist ein No-No.


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*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
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Kojote
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Beiträge: 86
Wohnort: Vereinigte Sibirische Latrinenmanufakturen


BeitragVerfasst am: 12.11.2018 15:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke euch allen, die Ratschläge haben mir sehr weitergeholfen! Smile

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Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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