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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 12.10.2018 19:44    Titel: Erstkontakt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meta-Informationen

Die folgende Geschichte will ich unter CC-BY-Lizenz im Weblog freigeben, einer neu erstellten Plattform für meine „Kurz“geschichten. Die meisten sind erheblich länger, alle -zig dutzendfach überarbeitet. Da dünkt mich nun die Grenze erreicht, vielleicht liegt es am ursprünglichen Zweck: Einreichung beim Schreibwettbewerb.

Umfang rund 1800 Wörter, liefere portionsweise. Bitte keine Textarbeit. Gern gelesen? Ein Wort, ein Satz dazu, oder was euch sonst umtreibt. Ich krieg sowieso wieder die Krise, wenn mehr als drei Leute antworten bemühe mich, den Thread nicht löschen zu lassen, wenn mehr als drei Leute antworten.
smile

Kurz: Im Frühlingswald mit Tjana, das hatte sich Alex anders gedacht.
Lovestory mit Waldkulisse, Neufassung 2018.
Urfassung erschienen in „Best of Wort-Café ‘12“, Hrsg. Heike Wulf. Anmerkung: Die Urfassung war nicht so doll, bin ins Buch nachgerückt wegen Ausfall einer anderen Geschichte.

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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 12.10.2018 19:54    Titel: Erstkontakt (1/3) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstkontakt

Auf dem Weg zur Endstation wurde Alex ganz schön warm unterm Filz, doch Ablegen war keine Option. Stattdessen drehte er sein Haar zusammen, stopfte es unter den Jägerhut. So hielt er wenigstens, und wenn Tjana eine seltene Blume fand, konnte er wie Papa nachdenklich an der Krempe zupfen: ‚Hab’s grad nicht parat.‘
Ansonsten baute er auf Wetter und Frühlingswald, so viel Schönheit musste einen Stadtmenschen einfach umhauen.
Da kam schon die Bahn, brachte Tjana. Gleich lief sie auf ihn zu, auffangen wollte er sie, sich mit ihr drehen wie in dieser Filmszene, er sah schon …
… die Schuhe. Zum ersten Date trug Tjana High Heels, schriller Kontrast zum Wanderrucksack. Letzterer vollgestopft, ein Riesending, so wurde das nichts mit dem Rumwirbeln.
Seine Traumfrau sah zweimal an ihm vorbei, bis sie ihn entdeckt hatte, dann guckte sie komisch, grüßte verhalten. Ihr die Hand hinzustrecken fand Alex blöd, er nickte lässig, ließ sie zu sich aufrücken.
Im Gehen tippte sie eine Nachricht, ständig musste er seine Schritte an ihr Gestakse anpassen. Noch befanden sie sich auf einer geteerten Straße, den Aussichtspunkt auf der Kuppe würde Tjana kaum lebend erreichen. Die Route ändern? Unmöglich, außer dem Pfad gab es nur Holzrückewege.
Am Waldrand lagerten Baumstämme, hauptsächlich Buchen, und seit dem letzten Sturm die schöne Fraxinus, die er für stabil gehalten hatte. Exakt auf dieser Esche ließ Tjana sich nieder, legte den Rucksack ab, schaute zu ihm auf. „Hier ist es mir egal, aber unterwegs bin ich gern schick.“
„Okay.“ Ihr Blick, spielte sie auf seine Kleidung an? Schick, so ein Schwachsinn. Im Wald galten andere Gesetze.
In aller Gemütsruhe öffnete Tajna ihr Gepäckstück, zog die Tüte heraus, die zuoberst lag. Das konnte dauern, Alex ging an den Stämmen entlang, zählte ein paar Jahresringe, machte kehrt. Trampelte den Gedanken nieder, er tue Tjana Unrecht. Hatte sie ihm die Begrüßung verdorben, oder er ihr? Also.
Im Vorübergehen beäugte er, was sie da anzog. Von grellen Farben hob sich weiß ein Preisschild ab, Extremtourstiefel für einen Spaziergang. Krachneu, hoffentlich lief sie sich keine Blase.
Wie verändert sie wirkte ohne zuckendes Lichtbunt, den Pulk quirliger Freundinnen. Konnte sie ihren Zauber ablegen wie Schmuck, wegwaschen mit der Farbe im Gesicht? Als sie aufstand, lag die Kusshöhe merklich niedriger, Alex lächelte nicht mal. Er fühlte sich betrogen.
Der Weg führte an der Talflanke abwärts, es gab kaum Unterholz. Überall sprossen Maiglöckchen, in den Baumkronen schwebte das Gespinst jungen Laubes. Ein herrlicher Fagus-Bestand, Hochwald, rund anderthalb Jahrhunderte alt. Hiebreif, früher wäre hier bald ein Kahlschlag entstanden. Zu Großvaters Zeiten war so gewirtschaftet—
„Ganz schön hoch, die fallen bestimmt leicht um.“ Unbehaglich betrachtete Tjana die astlosen Stämme. Ihr Telefon plärrte, das enthob ihn einer Antwort. „Grüß dich, Sventje!“
Unter betroffen verharrenden Buchen erfuhr er vom jüngsten Liebesskandal. Diese Sventje schrie noch lauter als Tjana. Gewöhnlich wimmelte es hier von Wildtieren, geplant war, Tjana selbst ein paar entdecken zu lassen. Vergeigt, die rannten jetzt. Nicht mal ein Vogel ließ sich hören.
„Hallo? Sventje?“ Wie ein Kleinkind schüttelte Tjana das Fon, starrte aufs Display. „Menno. Kein Empfang.“
„Die Bäume“, sagte er, „wir sind schon tief im Tal.“ Zum Glück, aber das verkniff er sich.
Erster Halt, Tjanas Hose besaß keine Taschen. Umständlich nahm sie den Rucksack ab, stopfte das Gerät hinein, schnallte ihn wieder um, schwärmte von der Freundin. In weithin hallenden Hymnen, er lauschte den Echos nach. Sventjes Ruhm verklang, als sie auf wackligen Steinen den Bach überquerten, danach stieg der Pfad in Serpentinen an. Alex fand in den gewohnten Schritt, schob den Hut zurück, stutzte. Irgendwas fehlte.
Tjanas Schlurfen. Zweiter Halt, in der letzten Wegkehre stand sie, Gepäck zwischen den Knien, leerte einen Energy-Drink. Warf die Dose ins Gebüsch, eine Hasel parierte, Blech kullerte talabwärts.
Wie sie guckte. „Hast du das gesehen, die Eiche da? Ich will kein Leergut mit mir rumtragen.“
Viele Leute verwechselten Baumarten miteinander, Baum und Strauch war ein anderes Kaliber. Vom Müll ganz zu schweigen. Da half nur abwenden, einatmen, ausatmen. „Wir sammeln sie auf dem Rückweg ein“, sagte er, stolz auf seine Selbstbeherrschung.
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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 12.10.2018 20:11    Titel: Erstkontakt (2/3) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Damit sie nicht verlorenging, ließ er Tjana vorüberzockeln, musterte sie im Weitergehen. Discoqueen bei Tageslicht, höhnten die Gedanken, blöde Kombination. Aber er mochte Tjana doch gern. Eine Witzfigur, klassischer Fehlgriff. Nicht wirklich, sie benahm sich bloß seltsam. Irritiert konzentrierte er sich auf den Weg, das Geschwätz im Kopf ließ nicht nach. Du siehst sie gern tanzen, hier hörst du ihr Plappern. In der Tat, Tjana drehte sich immer wieder zu ihm um, schwatzte, keinen Blick für die Umgebung. Er mochte sich nicht zuhören und nicht ihr.
Nach einem Marsch, länger denn je, erreichten sie die Hügelkuppe. Schweiß trickelte durch sein Haar, dritter und letzter Halt, er lupfte den Filz. Albern, den zu tragen, bei wolkenlosem Himmel und geschätzten sechsundzwanzig Grad. Dann fiel ihm Tjanas schick ein, der Hut blieb. Genauso kindisch, aber erst musste er rauskriegen, wie es stand.
Vorerst ließ er den Blick über die Lichtung schweifen. Der Ameisenhaufen am Stumpf der Esche hatte zugelegt, der Baum selbst trieb nur zögerlich aus. Fraxinus excelsior, vor dem Sturm ein schöner Solitär. Seit eh und je hatte er hier oben auf der felsigen Kuppe gestanden, wo nur Einzelbäume und Sträucher gediehen, dazwischen eine bunte Flora aus Gräsern, Stauden und Kräutern.
Ein Stück weiter döste unbeschädigt der Pinus in der Sonne, umgeben von Quarzgestein. Alex atmete seinen Duft. Einer seiner Lieblingsplätze, nach Westen gab ein Steilhang den Blick frei, frühe Schmetterlinge gaukelten in der Brise. Unten rauschte die Stadt.
Neben ihm Tjana, still jetzt, genoss sie das alles? Ihre Anwesenheit, er spürte sie mit dem Körper … wollte ihre Lippen kosten. Bemerkte eine Bewegung drüben am Waldrand, verriet nichts, wartete gespannt. So nah kamen sie selten.
Ihre Stimme, ganz klein. „Du, Alex? Bist du sauer?“
„Was?!“ Sein Nichtbegreifen, gehaucht.
„Naja“, piepste Tjana, „du sagst kein Wort. Guckst überall rum, nur nicht zu mir.“
Facepalm. Begriff sie wirklich nicht, dass er ihr was zeigte? Okay, Flüstermodus. „Schau mal, da rechts, unter der Birke. – Das ist links. – Gut. Jetzt der weiße Stamm. Siehst du sie?“
Aaw! Das ist ja to - tal niedlich! Mist, mein Handy …“ Hektisch löste Tjana den Gurt, wand sich aus den Trägern, knallte den Rucksack auf den Boden.
Immer wieder faszinierend, wie anmutig Rehwild aus dem Stand heraus auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen konnte.
Mit dem Smartphone kam Tjana wieder hoch „Wo ist es denn hin?“
„Die siehst du so schnell nicht wieder“, seufzte er. „Wildtiere sind nun mal scheu.“
„Oh, ich hätte so gern ein Rehpic- Ih, ein Vieh! Alex, nimm es weg!“
Vorsichtig klaubte er den Maikäfer von ihrer Schulter, tat ein paar Schritte, ließ ihn fliegen. Hinter ihm schleifte Tjana den Rucksack über den Boden, kruschelte in ihrem Kram. Ein Kitz hatte sie scheinbar gezielt verjagt, das andere und die Mutter nicht mal bemerkt. Einfach nur ein Stadtkind, oder … ?
Ein paar Erklärungen würden die Sachlage erhellen. Unwissenheit ging in Ordnung, echt jetzt, da hatte er sich blöd benommen auf dem Hinweg. Gezicke musste er sich nicht geben.
Die Sonne brannte, er nahm den verdammten Filz ab, lupfte das Haar, setzte ihn wieder auf. Zeigte auf den Nadelbaum. „Riechst du die? Eine Kiefer, Pinus sylvestris.“
Hallo-oh. Ja, das wusste ich schon.“
Wie herablassend das klang, wollte sie lieber angehimmelt werden? Den Gefallen tat er ihr nicht, blickte stur auf den Pinus.

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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 12.10.2018 20:22    Titel: Erstkontakt (3/3) pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Okay. Unter der Woche kannst du ’ne Stunde lang durch diesen Wald laufen, ohne jemandem zu begegnen.“
„Ja, wir- Jetzt lass mich mal ausreden!“
Er erstarrte im Umdrehen. Auf dem Baumstumpf saß sie, Fon am Ohr, umringt von Wetterjacke, Insektenabwehrspray, Sonnenmilch, Wundpflaster, mehreren Sorten Energydrinks und einer Familienpackung Schokoriegeln. Eine Abordnung der großen, rotschwarzen Waldinsekten erforschte die Taschenlampe neben ihrem Fuß. „Wir haben ein echtes Rehbaby gesehen“, schwärmte sie. „Nee, kein Rehpic. In wild sind die furchtbar scheu.“
In seinem Brustkorb regte sich etwas, drängte gewaltsam nach draußen.
Tjana sah auf, strahlte ihn an „Du, Sventje, der Alex lacht sich grad kaputt. Voll knuffig! – Jetzt nicht. – Nee, echt nicht, bis später.“
Das Fon ließ sie bei den Ameisen, lief zu ihm, fast so grazil wie das Wild. Schmiegte sich an ihn. „Endlich kommst du zu dir.“
Verdutzt legte er die Arme um sie, hob die Brauen.
„Meine Güte, Alex.“ Entrüstete Tjana, rätselhaft, aber süß. „Seit da unten an der Haltestelle guckst du wie Legolas, wenn er richtig grantig ist. Sagst kaum was, und wenn, dann mit knirschenden Zähnen, und dieses grüne Dingsi passt ohne die Haare null zu deinem Gesicht. Echt jetzt, ich hab dich fast nicht erkannt.“
„Ganz meinerseits“, murmelte er.
Dann ruckte die Welt, das Garstige in ihm wogte, er lachte es weg. Griff sich Tjana, sie quietschte, umklammerte ihn. Endlich wirbelte er mit ihr herum, und nochmal, hielt inne nur wegen der Felsen, setzte sie auf dem größten ab. „Das war schön. So wollte ich dich empfangen, habs mir hundert Mal vorgestellt, und dann gings nicht. Hab mich wohl ziemlich angestellt, sorry. Alles gut?“
„Ich finds wunderfein hier.“ Tjana schaute über die Lichtung. „Die vielen Riesenkiesel, die überall aus dem Boden gucken, fühl mal, ganz warm von der Sonne. Die ganzen Grüntöne, deine Kiefer ist dunkel, die Waldbäume sind hell, und das Niedrige ist jedes nochmal anders. Es riecht gut, und alles ist so still, dass die dicken Käfer richtig laut brummen. Aber nicht zu still, man hört auch die Straßenbahn, und ich glaube, ich würde sogar den Rückweg finden.“ Sie sah ihn an, auf Augenhöhe dank Riesenkiesel. „Ich weiß, dass dein Vater hier der Förster ist und dir alles beibringt, und ich hab doch null Ahnung vom Wald. Die ganze Zeit war ich total verkrampft vor Angst, mich vor dem Waldelb zu blamieren.“ Vorsichtig zupfte sie am Filz.
Gerührt nahm er die Kopfbedeckung ab, die Welt verschwand, er spürte den Wind und Tjanas Hände. Sorgsam streifte sie ihm das Haar aus dem Gesicht, griff sich den Hut. „Das bist du.“
Der Filz würde wieder rutschen, egal – sie hatte ihn drapiert, nicht ins Gebüsch geworfen. Jetzt lächelte sie ihn an, einen Schimmer in den Augen. „Dein Zauber“, murmelte er.
In einem Kuss teilten sie das Schöne, kosteten es aus. Lösten sich erst voneinander, als ein Tier durchs Niedrige geraschelt kam.
„Alles gut“, hauchte Tjana. „Krieg ich mal dein Fon?“

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d.frank
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BeitragVerfasst am: 12.10.2018 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hatte mich schon geärgert, dass ich die weiteren Teile zunächst nicht lesen konnte, ohne selbst in den Antwortmodus zu gehen. wink

Im ersten Teil hast du mich schnell eingefangen, über deinen Stil braucht man nicht viel zu reden. Im Mittelteil bin ich ein bisschen abhanden gekommen. Das wurde mir zu oberflächlich: die Discoqueen und der Förster (übertrieben gesagt), du untermalst das auch mit den entsprechenden Übertreibungen
Zitat:
Fon am Ohr, umringt von Wetterjacke, Insektenabwehrspray, Sonnenmilch, Wundpflaster, mehreren Sorten Energydrinks und einer Familienpackung Schokoriegeln
, das wurde mir zu einseitig und da habe ich in der Mitte viel überlesen. Am Ende kriegst du eine gute Wendung hin, auch keine, die man abtut, über die man nicht nachdenken könnte. Trotzdem: Die Vorbereitung könnte ein wenig differenzierter sein, die Figuren wirken nicht so richtig ausbalanciert, weil du dich immer wieder zu nah am Klischee bewegst, wie ich finde. Da ist noch mehr drin, also rein in dem Gedanken, in der Geschichte. smile

PS: Das Ganze erinnert mich an ein Erlebnis beim Geocachen, da hatte es auch so ein Kaliber mit von Partie - eine Herausforderung Rolling Eyes


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 13.10.2018 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Also, mir gefällt's, auch wenn ich's fast gruselig finde. Die Klischees (sind es welche) scheinen mir beabsichtigt.
Am Ende haben wir dann auch ihre, naive, Perspektive. Und doch tut er mir leid, weil er so auf Wildfang gehen muss, anscheinend. Oder tut er mir doch nicht leid? Nein, er tut's nicht. Weil er auch nur … Und dann wieder das Fon.
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emr
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BeitragVerfasst am: 13.10.2018 00:22    Titel: Überarbeitungswahn pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, d.frank, da muss ich erst mal drüber schlafen. Bekomme nur noch Geplapper zustande. Mit dem Einstellen hat es etwas gedauert, weil der Überarbeitungswahn am Werk war. Wink

Edit: Danke, first! Mehr nach den dunklen Stunden ...
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Catalina
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BeitragVerfasst am: 13.10.2018 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich darf ja noch, sind ja erst zwei. Smile

Mich hat der Text sehr angesprochen und berührt.

Ich kann Alex' Stimmung gut nachempfinden. Auf mich wirkt er wie ein Einzelgänger, nicht routiniert im daten. Er ist überfordert mit der Situation und enttäuscht von der Realität (im Kontrast zu seinen Träumen). Da kommt jemand, der in seine - ihm heilige - Welt "einbricht" und sich so gar nicht so verhält, wie in seiner Vorstellung.

Die Übertreibung bzw. das Klischee sehe ich als seine eigene, verschobene Wahrnehmung des "Fremden", das im starken Kontrast zu seiner Persönlichkeit steht - und deswegen gar nicht negativ. Es unterstreicht im Gegenteil sein persönliches Empfinden.

Einzig die weggeworfene Dose stört mich. Das ist mir zu plakativ und macht Tjana unsympathischer, als der Geschichte gut tut.
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 13.10.2018 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Off Topic:

Was ist das da? Auf welcher Art Material hat sich die Wespengang niedergelassen?


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emr
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Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 13.10.2018 14:46    Titel: Danke pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe d.frank, du machst mir einen Mangel deutlich. Die Urfassung hackt erbarmungslos ein auf Tanja (dort noch Tine), damals gings mir nur um Hohn. Sofort sehe ich viel Arbeit, will ändern, tippe das schon ins Posting -- halte ein.
Später sehe ich dank deiner Rückmeldung meine Kurzgeschichten als Furchen. Begradigt an vielen Stellen, drinnen schöne Muster, mag sein, ich verliere überm Sprachlichen die Richtung. Die Versuche, aus den Fahrrinnen zu finden, haben sie vertieft. Lieber gebe ich die Werke frei für Menschen mit noch klarem Blick.

Grusel und Mitgefühl bringst du ins Spiel, liebe firstoffertio. Erstaunt spüre ich dem nach, empfinde es selbst. Ohne Fon schiens mir kitschig, Tjana ändert sich, nur eben langsam. Die beiden lernen aneinander, sie rennt schon nicht mehr kreischend nach dem eigenen Handy. Alex kriegt sich ein, will auf den Filz verzichten, übernimmt ihr Behelfsvokabular. Das ist meine Sicht, wie du mir zeigst, gibt es da noch mehr. Es freut mich, mehr zu geben als ich weiß.

Alles grün, liebe Catalina, bin froh. Ich mag niemandem sagen, wie er die Geschichte lesen soll, alle haben recht. Zufällig stimmen wir überein, Alex ist durch seine Enttäuschung die Sicht verstellt. Tjana hilft ihm, sie zu überwinden, Tjana ist auch nicht ganz doof. Ihr fehlt noch der Wortschatz, also beschreibt sie die Lichtung auf eigene Art. -- War schon dabei, die Dose rauszuwerfen: Tjana ist richtig wie sie ist, ebenso Alex. Wieder sah ich, dass ich so bloß weiter in der Furche laufe, endlos feile.

Eure zeigen Anmerkungen mir etwas. Will nicht vorgreifen, erkläre das nach Reaktionen (es müssen nicht eure sein) auf die nächste, vermutlich zuletzt entstandene Geschichte. Hab noch eine dritte in petto, schon zwei dünken mich eine Menge Holz. Andererseits störts mich nicht, wenn unsere Besucher sie ohne Feedback konsumieren. Hm.

Wespen-Edit: d.frank, poste dazu später in "Eure eigenen Kunstwerke". Cool
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Michel
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Beiträge: 1825
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 13.10.2018 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Buh! Nummer vier. Mr. Green
Ich bestätige den Eindruck, dass die Geschichte im Mittelteil etwas zu tief ins Klischeefach greift. Da droht Tinatjana zum Abziehbild zu verkommen und der Waldschrat kommt auch nicht gerade gut weg. Offenbar haben die zwei sich in irgendwelchen Tanzschuppen kennengelernt (ich spekuliere mal, welche) und versuchen den Zauber auch ohne Stroboblitzer zu erhalten.
"Wunderfein" - ganz in Deiner Sprache drin, hier für mich hier einen Tick zu stark. Ansonsten habe ich Bilder im Kopf, höre die Stimmen der Figuren - trägt sie das Phone wirklich im Rucksack? Mein eigenes Klischee ist: Das ist bei vielen schon in die Hand hineingewachsen wie ein altes Blechschild in die Baumrinde.
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emr
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Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 13.10.2018 21:06    Titel: Später mehr ... :) Edit: Mehr pdf-Datei Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Buh! Nummer vier. Mr. Green



Edit: Alles gut. Am Ende nimmt den Post noch jemand ernst ...

Muss mich grad am Stuhl festhalten, um nicht ans Schreib-Notebook zu rennen und zu überarbeiten. Gottseidank ist mir das mit LibreOffice Writer und der Tastatur hier zu unbequem. Denn: Ja, Michel. Irgendwie passt es zur sympathischen Tjana besser, wenn sie das Leergut sorgsam in ein Außenfach packt, womöglich noch in einer Tüte. Und das Handy in der Hand wiederum passt zum Stadtkind, das kommunikatorisch jederzeit auf Zack sein muss.
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reißwolf
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 146



BeitragVerfasst am: 13.10.2018 23:54    Titel: Antworten mit Zitat

Dann werde ich mal die Fünf sein. Mal sehen, ob du den Laden anschließend dicht machst …
Textarbeit willst du ja nicht – von mir hättest du sie ohnehin nicht bekommen. Dein Stil ist zu ausgereift für dergleichen. Jede Meckerei über ein vergessenes Komma oder über eine missverständliche Vokabel da und dort würde angesichts deiner sicheren Erzähltechnik zur Korinthenkackerei verschrumpeln.
Stattdessen hier meine spontanen Gedanken während des Lesens:

Was ist denn ein »Filz« und warum wird jemandem warm unter ihm?, denke ich in der ersten Sekunde und lese weiter, um sogleich kombinieren zu dürfen: Ach so, Synonym für Hut. Andeutung und verzögerter Informationsflow. Mit dieser Technik hast du mich sofort eingefangen, ich muss weiterlesen und bekomme auch weiterhin etwas geboten. Schrittweise entfalten sich die handelnden Figuren, ich bekomme eine Ahnung vom Geschehen.
Aha, denke ich etwa in der Mitte von Nummer eins, so läuft der Hase: Wir haben es mit dem Clash komplementärer Charaktere zu tun. Ist ein alter Filz. Aber, wenn gut gemacht, immer wieder reizvoll. Hoffentlich geht die Autorin nicht in die Falle, vor lauter Ringen um Polarität die Charaktere zu stereotyp zu zeichnen. Passiert leicht, bei diesen Clash-Konstellationen.
Hoppla, was glänzt denn da? Sollte ich inmitten des försterhaft-erdigen Settings auf ein sprachliches Goldklümpchen gestoßen sein? Ich heb’s auf, poliere es und halte es gegen das Licht: Hübsch. Du wolltest keine Textarbeit, aber diesen kleinen Fund muss ich ausnahmsweise herausstellen:
Zitat:
[…] in den Baumkronen schwebte das Gespinst jungen Laubes.
Vielleicht nicht gerade Gold, aber doch ein ansprechendes Schmuckstückchen.
Weiter geht’s durchs Gehölz. Erlesene Begriffe aus waldigen Idiomen klingeln mir in den Ohren. Die Autorin hat recherchiert, denke ich, oder ist Muttersprachlerin des Försterlektes. Was die Figuren betrifft: Die von mir leise befürchteten Stereotype schälen sich stärker heraus. Merkwürdig: In dieser Geschichte stören mich, dem ausgewiesenen Stereotyp-Allergiker, die Charakter-Klischees gar nicht so sehr. Woran liegt das? Vielleicht, weil die Geschichte auch einen komischen Einschlag hat, eine zaghafte Tendenz zur Satire.
Gut, das mit der Dose hätte jetzt vielleicht nicht sein müssen. Ist doch arg mit dem Hammer in die Holzschnitt-Kerbe. Dose in den Wald, in so einer Situation (Date mit einem Waldfreak, sie will sich von der besten Seite zeigen)? Ah, geh!

Der innere Monolog am Anfang von Text zwei gefällt mir spontan. Widerstreitende innere Stimmen, eine davon kursiv. Gut gelöst. Haben wir es hier mit einer Durchführung zu tun? Leider bleibt es irgendwie hängen. Wir müssen erst noch durch einen langweiligen Absatz. Nichts wirklich Neues darin, nur Zementierung des Gehabten, die Lektüre fühlt sich an wie ein Marsch »länger denn je.« (merkwürdiger Einsatz dieser Redewendung, nebenbeibemerkt.)
 
Ich gerate an die Szene mit dem fliehenden Reh. Schöne Ellipse:
Zitat:
[…] Tjana […] knallte den Rucksack auf den Boden. Immer wieder faszinierend, wie anmutig Rehwild aus dem Stand heraus auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen konnte.

Nein, ich meine nicht die elliptisch weggelassenen Satzteile im ironischen Satz zwei, sondern den ausgelassenen Plotpoint zwischen den Sätzen. Jeder Ottonormalidiot hätte hier Worte eingefügt wie: »Das Reh raste davon«, und sich damit um eine Chance gebracht, flott und witzig zu erzählen.
Es geht weiter mit tiefen Griffen in die Stereotyp-Kiste: Sie kreischt, weil ihr ein Käfer über die Schulter krabbelt – und ruft nach dem Mann, sie zu retten. Na ja.

Text drei. Hier nun ein Hauch von Durchführung und Reprise. Die Figuren brechen aus den Gefängnissen ihrer Vorurteile aus und nähern sich an. Es ist zugleich auch die Überwindung ihrer stereotypen Züge. So jedenfalls stellt es sich für mich dar, wenn auch der Text dabei ein wenig tastend wirkt, nicht so auf den Punkt. Es fühlt sich für mich so an, als ob sich der Text über sich selbst wundert, dass er diese Richtung einschlägt.
Ich würde ihm gerne sagen: Ja, steh dazu! Genau dort willst du hin! Bring es auf kurze Formeln. Mach es an Symbolen fest: Sie setzt seinen Filz auf (in dem sie unheimlich süß aussieht), er probiert einen ihrer Energydrinks (er könnte sich vorstellen, sich an den Geschmack zu gewöhnen). Und als Finale der eingangs ersehnte Ballhaus-Kamerakreis. Kleiner Schlenker, damit es nicht zu glatt wird: Im letzten Satz beschreibst du einen Käfer, der unbemerkt auf ihrer Schulter landet. So ungefähr.

Abschließend
Deine Sprache ist sicher und pointiert. Ein vorwiegend parataktischer Stil, gewürzt mit Ironie. Dabei streust du an unvorhersehbare Stellen originelle Sprachwendungen. Auch die Figuren setzen sich durch ihre eigenen Soziolekte ab, du schreibst hier im Grunde in drei verschiedenen Sprachen. Bei einem eher semi-interessanten Plot hat mich allein dein Stil angenehm durch die Geschichte getragen.

Viel Spaß beim Verwenden oder Verwerfen!
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emr
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Beiträge: 253



BeitragVerfasst am: 14.10.2018 17:15    Titel: Danke pdf-Datei Antworten mit Zitat

Den Teufel werd ich tun und diesen Laden ...

Was ich in den Metas zu erwähnen vergaß: Ich schrieb unter dem Pseudonym Inga Hetten, einmal als Don Gustermann. Hatte 2011-12 ein paar Veröffentlichungen in Anthologien, zum Glück ist kaum etwas übrig davon.

Lieber reißwolf ( Smile ), vor ein paar Jahren habe ich alle Kurzgeschichten geschreddert, fand sie belanglos bis hin zu anbiedernd und hausbacken im Stil. Konnte aber die Protagonisten nicht vergessen, rekonstruierte im Sommer 2017, was sich retten ließ. Seitdem ringe ich mit den Texten, du sagst: Bei diesem gelang mir nur ein frischer Hauch. Das meinte ich oben mit "Eure (Edit) Anmerkungen zeigen mir etwas. Will nicht vorgreifen". Das Belanglose ist also noch da.

Zitat:
Jede Meckerei über ein vergessenes Komma oder über eine missverständliche Vokabel da und dort würde angesichts deiner sicheren Erzähltechnik zur Korinthenkackerei verschrumpeln.
Die betreib ich selbst, eine Besessenheit, mit der ich ständig kämpfe. Auch dieses Posting hier ...

Noch ein Ringen: In jedes Feedback kann ich mich einfühlen, will ändern, ebenso bei jedem Lesen. Hab ich denn kein Ziel, sind die Werke nur Übungsstücke? -- Eigentlich ja, es war geplant als Ausflug damals, ich mache mir nichts aus Kurzgeschichten. Unnötige Liebesmüh, sie immerzu perfektionieren zu wollen. Lieber freigeben, wie sie sind.
Dann wieder: Ist das Ausrede, Faulheit, bin ich dem Eigenen verpflichtet? Ist es gut genug zum Freigeben?

Zitat:
Die Autorin hat recherchiert, denke ich, oder ist Muttersprachlerin des Försterlektes.
Gelernte Landschaftsgärtnerin. Sprich: wenig Berufserfahrung. Lange her: Diplomarbeit über Kartensysteme in der Forstplanung.
Erstkonatkt entstammt einem Wettbewerb, Thema: Jugendlichen den Wald näherbringen.

Zitat:
Leider bleibt es irgendwie hängen. Wir müssen erst noch durch einen langweiligen Absatz. Nichts wirklich Neues darin, nur Zementierung des Gehabten, die Lektüre fühlt sich an wie ein Marsch »länger denn je.« (merkwürdiger Einsatz dieser Redewendung, nebenbeibemerkt.)
Ja, klingt seltsam. Der Aufstieg wird ihm lang wie nie zuvor. -- Monolog und Idee dahinter sind neu, das Langweilige Urfassung, allenfalls umgeformt. Mir fiel das nicht auf.

Zitat:
Es geht weiter mit tiefen Griffen in die Stereotyp-Kiste: Sie kreischt, weil ihr ein Käfer über die Schulter krabbelt – und ruft nach dem Mann, sie zu retten. Na ja.
smile In die Urfassung eingebaut nach Lektüre eines Artikels über "für die Natur" engagierte Jugendliche. Den Wald wollten sie retten, ekelten sich aber vor Käfern. -- Was natürlich am Klischee, an der Art des Einbaus nichts ändert. Tine/Tjana war ursprünglich angelegt als Lachnummer.

Zitat:
Kleiner Schlenker, damit es nicht zu glatt wird: Im letzten Satz beschreibst du einen Käfer, der unbemerkt auf ihrer Schulter landet.
Oder: Die Luft hält sie an vor Ekel, aber sie schreit nicht. Gefällt mir. Wieder das Ringen: Ertrage ichs, es trotzdem so zu lassen? Am Roman will ich arbeiten, dort mich üben.

Zitat:
Dabei streust du an unvorhersehbare Stellen originelle Sprachwendungen.
Dadurch fällt laut zweier Testleser auch der Romanbeginn auf. Aber das reicht nicht aus:
Zitat:
Bei einem eher semi-interessanten Plot hat mich allein dein Stil angenehm durch die Geschichte getragen.


Danke, lieber reißwolf. smile
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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


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BeitragVerfasst am: 15.10.2018 18:22    Titel: Hasel ade pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, Leute. Dosenszene  in Rohfassung eliminiert. Cool

Die Hasel wars, von der ich nicht lassen wollte. #Eitelkeit
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reißwolf
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BeitragVerfasst am: 15.10.2018 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
So, Leute. Dosenszene in Rohfassung eliminiert.

Gut so, Szene war out of character. Die Hasel betreffend: Kann man die nicht retten und sie etwas anderes parieren lassen?

Aber lass das Kreischen über den Käfer ruhig unberührt. Bin nochmal in mich gegangen: Ist zwar ein Klischee, aber nicht erlogen. Es gibt dergleichen Leute und LeutInnen.
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emr
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BeitragVerfasst am: 15.10.2018 19:01    Titel: Coryllus avellana pdf-Datei Antworten mit Zitat

Exakt, reißwolf, das Parieren der Hasel hat es mir angetan. Die Benennung als 'Eiche' will ich Strauch und Tjana ersparen. Der Hasel wegen hab ich beide Versionen aufbewahrt, lasse sie vorerst ruhen, und behalte nun auch offiziell den Käferschrei. smile

Offtopic: Greifst du Die Kammer auf dem Dach nochmal auf? Hab noch nicht ...
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emr
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BeitragVerfasst am: 16.10.2018 19:30    Titel: Mehr pdf-Datei Antworten mit Zitat

Michel, aus wunderfein wurde wunderschön. War nicht meine Sprache, hat Tjana in irgendeinem Feenmärchen gelesen. Passte hier nicht, danke.

R(r)eißwolf, gleich nach Alles gut? fragt Alex, ob Tjana was zu trinken übrig habe. Später greift er in die Beintasche (nach dem Telefon), mit der anderen Hand streift er ihr unbemerkt eine Spinne von der Schulter. Danke.

Edit: Experiment beendet, siehe Buch-als-Blog-Schreiben - Thread.
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emr
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BeitragVerfasst am: 16.12.2018 18:58    Titel: Durchführung pdf-Datei Antworten mit Zitat

reißwolf hat Folgendes geschrieben:
Der innere Monolog am Anfang von Text zwei gefällt mir spontan. Widerstreitende innere Stimmen, eine davon kursiv. Gut gelöst. Haben wir es hier mit einer Durchführung zu tun? Leider bleibt es irgendwie hängen.

Werter Reißwolf, oder wer es auch noch weiß: Was ist eine Durchführung?
Hatte mich auf Google verlassen, es liefert nichts Passendes.
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 16.12.2018 22:49    Titel: Re: Durchführung Antworten mit Zitat

Hallo emr,

emr hat Folgendes geschrieben:
wer es auch noch weiß: Was ist eine Durchführung?
Hatte mich auf Google verlassen, es liefert nichts Passendes.


Kenne den Begriff nur aus der Musik. Aber das dort gebräuchliche Schema lässt sich bestimmt sinngemäß auch auf die Komposition von Texten übertragen... (?)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sonatensatzform

Freundliche Grüße
a.
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emr
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BeitragVerfasst am: 16.12.2018 23:14    Titel: Jessas pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, a., bin im Artikel auch dem Verweis zur Durchführung gefolgt. Beides entlockt mir ein Majusebetter - fachspezifisch, erklärt mir nichts, bzw. hab ich keinen Nerv dafür, mich hineinzudenken, um es dann auf Reißwolfs Beispiel anzuwenden zu versuchen. m(
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reißwolf
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Beiträge: 146



BeitragVerfasst am: 16.12.2018 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo emr,
Durchführung ist ein Begriff aus der Formentheorie des dreiteiligen musikalischen Dramas (Sonate). Sorry, ist also eigentlich fachfremd - manchmal verwechsle ich Literatur mit Musik (und umgekehrt).

In der Durchführung lässt man zwei gegensätzliche Motive aufeinanderprallen und spielt die Reibereien durch. Manchmal entsteht dabei auch Komik oder Tragik.
In deinem Text könnte man also den Waldspaziergang als Durchführung sehen. Aus einer echten Durchführung jedoch gehen beide Motive verändert hervor. Sie müssen sozusagen Federn lassen, bzw. sie entwickeln sich weiter. Im letzten Akt, der Reprise, passen die Widerstreitenden dank ihrer Veränderung plötzlich harmonisch zusammen. So ungefähr.
Das Ganze stammt aus der Zeit der Klassik. Wenn man heute in dieser Form komponiert (oder schreibt), kann das Produkt wegen seiner formalen Stimmigkeit schnell realitätsfern oder trivial wirken.


Deine andere Frage:
Kammer auf dem Dach - haha, lange her. Nein, ich schreibe eher nicht weiter daran.

Schönen Advent!
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