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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Blaues Blut


 

 
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Justadreamer
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 21
Beiträge: 49
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 10.10.2018 17:12    Titel: Blaues Blut eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Blaues Blut

Sechzehn Tage.
Würden diese sechzehn Tage seine Tat rechtfertigen?
Ylias´ schwarze Haare fielen lang über seine Schulter und umschwärmten die straff gespannte Bogensehne. Über seine braungebrannte Haut huschte ein tödliches Schaudern.
 
Nur ein Mal.

Ein einziges Mal…


Schweißperlen, die sich schon vor Minuten auf Ylias Stirn gebildet hatten, glitten von der glatten Oberfläche ab und fielen zu Boden. Wie Lebenszeit, die von Ylias abgezählt wurde, trafen die durch das Licht opalglänzenden Kugeln auf dem Waldboden auf.

*tropf*

*tropf*

Aus einem Schnitt, der sich über seinen Fuß erstreckte und am Knöchel unheilvoll vertieft war, sickerte ein kleiner, aber steter Blutstrom. Selbst die dicke Bandage aus Blutmoos vermochte diese Blutung nicht zu stillen.

Es ist verboten.

Doch ich bin in Not…


Ylias war vor zwei Tagen von einem Baum gefallen, dessen Astwerk marode war. Nie wäre ihm das passiert, doch nach zwölf Tagen ohne Nahrung machte man Fehler. Tödliche Fehler. Nur durch Glück und seinen noch jungen, strapazierfähigen Körper war der Schnitt am Knöchel neben einigen Prellungen die einzige Wunde, die er davongetragen hatte. Der scharfkantige Fels, den er gestreift hatte, befand sich nur wenige Meter von ihm entfernt.
Noch wenige Tage, dann werde ich zurückkehren.

Falls ich bis dahin noch lebe…

Der Arm des jungen Mannes begann bereits zu zittern - zu lange hielt er die Bogensehne nun schon gespannt. Blau schimmerte das getrocknete Blut auf dem Felsen, den er aus dem Augenwinkel betrachten konnte. Dieser Stein erzählte die ganze Geschichte seines Leidens. Nicht nur die Wunde, die er geschlagen hatte, auch das Blut selbst war ein Mahnmal.

Wenn ich nichts esse, schaffe ich es nicht bis nach Hause…

Die Verletzung am Knöchel machte es Ylias unmöglich, auf einen Baum zu klettern. Zu hoch waren die riesenhaften Stämme, zu anstrengend der Aufstieg mit nur einem gesunden Bein. Doch nur dort oben gab es für ihn Nahrung. Der Boden war… heilig. Dieser Boden gehöre nur den erhabensten Kreaturen. Wie konnte es sonst sein, dass alle Wesen dort blaues Blut besaßen, während die kleinen Wildkatzen und Äffchen, die Vögel und sogar die Baumschläfer, die allesamt ausschließlich in den Baumkronen lebten, aus roten Wunden bluteten?  Preisend verneigte man sich vor einer Elyra, sah man sie im Wald. Doch nun war sie das einzige Lebewesen, das Ylias davor bewahren könnte, hier unten zu verhungern. Nur diese erhabene Kreatur befand sich in der Reichweite seines Bogens.

*tropf*

*tropf*

Ylias betrachtete das wundervolle Wesen, das sich direkt in seinem Schussfeld befand. Glatte Haut straffte sich über starken Muskeln, eine Nase bewegte sich hektisch schnüffelnd über den moosigen Untergrund. Die feuchten Augen der Elyra blickten jedoch ohne Angst ins Dickicht des Dschungels, denn der Wind stand günstig und sie hatte noch nichts gewittert.

Dafür wurde ich nicht losgeschickt…

Vor sechzehn Tagen war Ylias von seinem Dorf aufgebrochen, um auf den Baumkronen seinen persönlichen Weg zu finden. Dieser heilige Teil des Waldes war nur dazu bestimmt, junge Männer und Frauen in seinem Dickicht zu verschlingen. Niemand sonst durfte ihn betreten. Jeder musste diese Erfahrung machen, bevor er sich wirklich als Ibn Isoî, als ruhender Geist und damit als Erwachsener bezeichnen durfte.

Ich soll mit der Natur im Einklang sein. Ich soll sie nicht schänden!

Weitere Schweißperlen lösten sich von seiner Stirn. Auch Nacken und Oberarme glänzten und zitterten nun. Die Elyra, die wahrscheinlich schon alt gewesen war, als Ylias zur Welt kam, horchte unterdessen auf. Die dünnhäutigen Ohren leuchteten im paradiesischen Scheinwerferlicht der Sonne und schienen vor Leben zu pulsieren. Plötzlich knackte etwas neben Ylias. Sein verletzter Fuß, den er auf einem Ast abgelegt hatte, rutschte einige Handbreit nach unten. Schmerz jagte durch den Körper des Schützen. Als er es bemerkte, war es jedoch bereits zu spät.

Zschh!

„Neiiiiin!“, schrie Ylias, doch der Fehler war begangen. Der Pfeil war ihm aus den Fingern geglitten. Den stechenden Schmerz in seinem Fuß ignorierend stürzte er zu der Elyra, die in zuckenden Krämpfen im Moos lag. Der Pfeil war vergiftet. Überhastet riss Ylias das todbringende Geschoss aus der Wunde, worauf prompt ein viel zu breiter Strahl Blut aus der klaffenden Öffnung schoss. Es war diese Menge Blut, von der er wusste, dass sie zu viel war. Zu viel, um zu überleben. Viel zu oft hatte Ylias Kämpfer bei Überfällen oder Ritualen sterben sehen.
„Nein, nein, nein…“, stammelte er immer wieder unter Tränen, riss mit angstverzerrter Miene Büschel von Blutmoos aus dem Boden und presste sie auf die Wunde.
„Nein, nein… lieber wäre ich verhungert, ich schwöre es!“
Doch er konnte nur unbeholfen auf der blau verschmierten Haut des Wesens herumpatschen. Mit zitternden Händen legte Ylias den Kopf der Elyra auf seinen Oberschenkel, um die Wunde am starken Hals des Tieres möglichst weit oben zu halten. Die halb mit Moos, halb mit Erde bedeckte Wunde verschwamm durch einen Tränenschleier, brannte sich jedoch trotzdem als pulsierender, Leben vernichtender Strudel in Ylias Kopf ein.
Die Elyra zuckte nun nicht mehr mit den Gliedern. Die sonst so strahlende Haut, die von stahlblau über waldgrün bis hin zu rostrot nuanciert war, überdeckte ein grauer Schleier.
Doch war das mystische Wesen in Ylias´ Armen weder angsterfüllt noch panisch. Es hob mit einer für Ylias beängstigenden Gelassenheit den Kopf. Die tiefschwarzen Augen fixierten die grünen Tränenteiche des Jungen in einem unendlich erscheinenden Moment.

Ein Funke sprang über.

Dann senkte die Elyra den Kopf und berührte sanft Ylias´ Brust.

…Momente darauf war das Tier gestorben.

Vergebung.
 
Er wusste, dass es das bedeutete. Nie war sich Ylias sicherer gewesen, von einem übermenschlichen Wesen berührt worden zu sein. Mit der linken Hand wischte er sich die Tränen aus den Augen, während er mit der rechten sein Jagdmesser zückte. Er schniefte. Die größte Ehre, die einem Lebewesen nach dem Tod zukommen konnte, war, selbst wieder Leben zu spenden.
„Nagiura. Harara. Meio!“
Ylias bohrte die Klinge in das Herz der Elyra. Wasser. Erde. Licht. Das waren die Grundlagen seiner Existenz. Die Worte, die gesprochen werden mussten, um sich daran zu erinnern, was das Leben war. Eine Kaskade an sanftfließenden Strömen, die nur der geerdete Geist erspüren konnte.
Ylias aß lange von dem seidenen Fleisch des Wesens. Mit jedem Bissen spürte er, wie Energie in seinen Körper floss. Das Fleisch war heilig. Lange Jahre benötigte eine Elyra, um zu solch stattlicher Größe heranzuwachsen. Lange Jahre, in denen die Kreatur lebte, indem sie nur dem Ruf der Natur folgte. Mit ihr in Harmonie lebte.
Doch er hatte diese Harmonie brechen müssen.
Langsam, einen entschlossenen Ausdruck im Gesicht, stand Ylias auf und drehte sich um. Er würde zum Dorf zurückkehren, egal, was danach passierte.
Sechzehn Tage des Hungerns waren kein Vergleich zu den Folgen, die das Töten einer Elyra hatte.
Blaues Blut tropfte von seinen Händen.


Er würde zurückkehren und den Menschen Vergebung lernen.
Er würde ihnen von Göttern berichten, die nicht zürnten.

Blaues Blut tropfte von seinen Händen...[/u]

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PikaCat
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 45



BeitragVerfasst am: 26.10.2018 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Justadreamer,
eine fantasievolle Szene, ich empfinde es nicht als abgeschlossene Kurzgeschichte.

Du schreibst sehr ausgeschmückt und stimmungsvoll, allerdings mit sehr vielen Adverbien, die man meiden sollte bzw sparsam einsetzen sollte. Meist fehlt einem das passende Verb oder Substantiv, wenn man Adverbien nutzt.

Aktive, die Handlung voranbringende Verben nutzt du leider wenig. Bis zum Satz "Der Arm des jungen Mannes begann bereits zu zittern - zu lange hielt er die Bogensehne nun schon gespannt." ist die einzige Handlung in der Szene, dass der Prota denkt und sitzt oder liegt? Dafür handeln die Haare, der Schweiß und das Blut sehr viel, das ist mir zu viel. Und ich spüre gar keinen Hunger bei dem Prota, nach einer so langen Hungerzeit. Auch keine Schmerzen.

Formulierungen wie "begann zu zittern", zu + Verb, sollte man auch meiden, Warum nicht: Da Ilias die Bogensehne schon lange gespannt hielt, zitterte sein Arm. Statt ". Warum "Ylias´ schwarze Haare fielen lang über seine Schulter und umschwärmten die straff gespannte Bogensehne." Warum beschreibst du den Prota nicht aktiv, dann hätte man auch ein Bild vom Prota, dass mir auch fehlt. "Ylias hat lange, schwarze Haare...., " "...fielen lang...", können Haare "lang" fallen, sie sind lang! , ebenso "...umschwärmten...", finde ich unpassenden, "umwehten" evtl., , Wie heißt es so schön: schreiben ist einfach, man muss nur die passende Worte finden".

Mich irritiert ganz stark dieses "tropf, tropf" und ein wenig, die einfach eingeworfenen Gedanken des Protas.

Auch fehlt mir von Beginn an ein Bild, wo sich der Prota konkret befindet, evtl. eine Umgebungsbeschreibung.

Was mir bis zum Schluss nicht klar ist: hat er den Schnitt am Fuß nun vom Baumunfall oder vom Fels? Und was ist nun heilig, der Boden oder die Baumkronen? Und die vorletzten zwei Sätze irritieren mich wieder.

Insgesamt finde ich, ist es zu viel erklärender Anteil und zu wenig Handlung. Und zu verwirrend aufgebaut.

Lass ihn doch zu Beginn seine GEdanken kreisen: sechzehn Tag....., soll ich, soll ich nicht. Dann beschreibe doch wo konkret er ist und ein Bild vom Prota und warum er unterwegs ist (das kommt erst ganz zum Schluss), Was ist er eigentlich, Mensch? Und dann eine aktive Welterklärung, um sein Dilemma zu verstehen.

Sorry, so schlecht wie meine Kritiken den Anschein haben, finde ich den Text aber auch nicht!

Gruß PikaCat
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emr
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 240
Wohnort: St. Johann


BeitragVerfasst am: 26.10.2018 13:08    Titel: Anrührend ... Antworten mit Zitat

Justadreamer,

deinen Text habe ich vor Tagen gelesen und nicht vergessen. Hab mich quasi nicht gewagt, zu kommentieren (staune selbst). Sprachlich möchte ich hier nichts bekritteln, ich las es gern, auf mich wirkt es ausgereift und mehrfach überarbeitet. Vom Bogenschützen hab ich sofort ein Bild. Meine Wahrheit, was PikaCat davon hält, ist ebenso wahr - die Krux mit Feedback. Jeder kann nur seine Wahr-nehmung in Worte fassen. Hab nicht nochmal gelesen, weil ich sonst nicht auf den Punkt ... Und ja, wo die Fußwunde herkommt, erschließt sich auch mir nicht ganz. Sie ist frisch, also Tage nach dem Sturz entstanden?

Was mich nicht losließ: Die Elyra. Was für eine anrührende Szene.

Ein Wesen, das dem Menschen durch eine solche Geste verzeihen kann, ist kein Tier.

Danach geht er sofort mit dem Messer auf sie los und isst? sad

Es könnte nun sein, dass in Ylias bereits das "Böse" lauert, dass er von irgendwas infiziert ist und deswegen vom Baum fällt, deswegen so ungeschickt den Felsen streift. Deswegen auf die Elyra überhaupt anlegen kann mit einer tödlichen Waffe. Und er weiß es nicht.
Beim Lesen empfinde ich aber, Ylias sei einer von den "Guten". Dann ist das Opfer, das sein Fehler fordert, zu groß für die Umstände, die dazu führen. Es grenzt fast an Slapstick. Ein erfahrener Schütze weiß um seine Schwächen (Bein, Hunger) und stellt sich trotzdem so ungeschickt hin, verbraucht seine Kraft im Zielen?

Zum Veranschaulichen ein Beispiel, das ich mir ausgemalt hatte, als mir klar wurde, warum mir deine Leseprobe nicht aus dem Kopf ging: In dieser Welt lebt eine Art Marsupilamis. Keine albernen Viecher, der ellenlange Schweif dient ihnen selten zum Treiben von Schabernack. Sie brauchen ihn zum Paarungsritual, zum Jagen, zu Verhaltensweisen, die sich Menschen nicht erschließen.

Diese Tiere hängen meterweit von einem Ast runter und schwingen hin und her. Schwierig zu treffen, Ylias kann es, denn er weiß: Die pendeln halbstundenlang, wenn sie mal dabei sind, dann gibts einen winzigen Moment der Ruhe, bevor sie blitzschnell aufwärts verschwinden. Etliche hat er so schon erlegt (sofern er denn am Boden wandelt, ich kenne deine Welt nicht). Bloß weiß man nie, wann eins auftaucht. Tagelang hat er keins gesehen, legt an, der Schuss ist sicher, doch dieses eine Tier macht plötzlich etwas nie Gesehenes. Schwingt sich sofort wieder hoch, lässt sich fallen, was immer. Als hätte es die Gefahr erkannt (wer weiß, was Ylias alles lernt in diesem Wald). Oder es wird von einem anderen Tier erjagt, gerade als der Pfeil die Sehne verlässt.
Ylias sucht den Pfeil, findet die Elyra.

Kann gut sein, dass mein Beispiel nicht gerade der Brüller ist - ich will nicht den Text für dich umschreiben, ich will zeigen, was ich meine. Möge Ylias keinen Anfängerfehler begehen, wie man sie zigfach liest, nicht um diesen Preis. -- Auch wieder meine Wahrheit, du musst dich darum nicht scheren. smile
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Justadreamer
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BeitragVerfasst am: 26.10.2018 23:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo PikaCat

vielen Dank erstmal für dein ausführliches Feedback!

Ich finde deine Einschätzung, dass diese Szene nicht als geschlossen betrachtet werden könne, sehr treffend, denn so wollte ich es auch. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann ich dir jedoch auch nicht sagen Rolling Eyes

Interessant finde ich auch, dass dir der wenig aktive Stil unpassend erscheint. Ich habe hier versucht, diese doch sehr klischéehafte Jagdszene in ein Licht zu rücken, das versucht, die Geschichte zu mehr zu machen als zu einem Ausschnitt aus einem Fantasybuch.   
Zitat:
"Ylias´ schwarze Haare fielen lang über seine Schulter und umschwärmten die straff gespannte Bogensehne." Warum beschreibst du den Prota nicht aktiv, dann hätte man auch ein Bild vom Prota, dass mir auch fehlt.

--> Dies eben mein Versuch, eine andere Perspektive einzunehmen. Dem Leser die Transzendenz der Situation zu vermitteln. Ich werde (und tue es schon) nochmal über meine Wahl der Methodik nachdenken! Smile

Sehr schwer ist in dieser Geschichte natürlich dir Frage nach den Informationen, die gegeben werden müssen. Eine Fantasy-Welt in drei Seiten erklären? Sehr schwierig. Ich glaube, wir haben ähnliche Zweifel an meinem Text Laughing

Es grüßt dich herzlich

Tobi D.

PS: Zum Verständnis: Beim Sturz fällt er auf den scharfkantigen Felsen.
Die Wunde ist zwar nicht frisch, Ilyas kann die Blutung jedoch nicht stillen.
Heilig ist der Boden. Bei mehr Zeit würde ich anführen, dass die am Boden lebenden Tiere durch andere Ernährung eine andere Stoffwechselform als die in den Baumkronen lebenden Tiere entwickelten und so die Anomalien in der Blutfarbe zustande kommen. "Heilig" ist wegen der farbe des Blutes natürlich niemand, die Menschen maßen diesem Umstand jedoch göttlichen Ursprung bei.
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Justadreamer
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BeitragVerfasst am: 26.10.2018 23:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo emr

vielen Dank für deine offenen Worte.

Philosophisch betrachtet hast du hier eine Ungereimtheit in meiner Argumentation aufgedeckt, der mir selbst entgangen war. Die hohe Empathiefähigkeit der Elyra sollte hier eigentlich Grund sein, sie zu verschonen (aber auch, wenn man sonst stirbt? Das ist eben die Frage). --> Wenn Ylias aber nun wirklich unabsichtlich die Elyra trifft, (wie ich es auch eigentlich beschreiben wollte) ist die Situation etwas besser verdaulich.

Bei deiner Kritik zu der Messerszene kann ich nur zustimmen Laughing Laughing

Was ich hier eigentlich bezwecken wollte, war folgendes: Da nur die am Boden lebenden Lebewesen blaues Blut besitzen, halten sie die Menschen für heilig. Daraus folgt: Sie essen die Tiere mit rotem Blut. Ich wollte zeigen, dass die Tötung der Tiere in beiden Fällen (rotes oder blaues Blut) nicht vertretbar ist.
Sozusagen bricht Ylias scheinbar göttliche Regeln und gelangt durch dieses in Reue begangenes Unrecht in eine Stellung, die ihn zum "Ethik-Propheten" (unschönes Wort, passt aber irgendwie) macht, wenn man so will .


Für mich persönlich war es sehr schwer, die Thematik strukturiert zu Papier zu bringen, was du hier sicher bemerkt hast. Zu viele ineinander geschachtelte Ebenen in so kurzer Zeit.


Deine Version mit den Lianas (wie ich deine Marsupilamis umbenennen würde) gefällt mir auch sehr gut - mit mal wieder ebenso vielen Möglichkeiten, den vorliegenden Diskurs hineinzubauen. Sie werden mir sicherlich noch einige Zeit im Kopf umherschwingen Wink

Ich danke dir sehr für deine Zeit!
Liebe Grüße
Tobi D.
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SannyB
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BeitragVerfasst am: 27.10.2018 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Justadreamer,

die Welt, die Du zeichnest, hat etwas besonderes. Sie erinnert mich ein wenig an "Prinzessin Mononoke" (Anime) oder den Film Avatar. Die Geschichte ist an einigen Stellen unklar, wie auch schon PikaCat und emr geschrieben haben. Allerdings habe ich beim Lesen schon verstanden, dass der Boden heilig ist (nicht die Baumwipfel). Und trotz der Schwächen wollte ich Deinen Text zu Ende lesen.

Ylias hat ebenfalls blaues Blut, also gehört er selbst auch zu den heiligen Bodenbewohnern?

Gestoplpert bin ich über das Scheinwerferlicht (der Sonne), da diese Welt so ganz anders als unsere anmutet, und ich beim lesen dachte, dass es dort keine Scheinwerfer gibt. Auch das *tropf* *tropf* ist nicht so elegant.

Was das Jagen mit dem Bogen angeht: da kenne ich mich nicht wirklich aus, meine jedoch gehört zu haben, dass erfahrene Jäger den Bogen immer nur kurz zum zielen spannen. Evtl. wäre das eine Möglichkeit die Zerrissenheit von Ylias zu verbildlichen: er spannt den Bogen, weil sein Magen knurrt, lässt dann wieder locker, weil es undenkbar ist dieses Wesen zu töten, und spannt ihn wieder, etc...
Aber einen vergifteten Pfeil zu verwenden, wenn man die Jagtbeute essen will, klingt für mich nicht so gesund. Außer man selbst ist gegen das verwendete Gift immun ...

Viele Grüße,
Sanny
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Justadreamer
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 21
Beiträge: 49
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 28.10.2018 16:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo SannyB

auch dir vielen Dank für deine Anmerkungen!

Genau, Ylias besitzt auch blaues Blut - was auch Grund für die Menschen ist, die anderen Lebewesen mit blauem Blut mit in ihren Glauben aufzunehmen. Da das Charakteristikum des blauen Blutes als heilig angesehen wird, jedoch kein Alleinstellungsmerkmal ist, müssen die Menschen neben sich selbst auch manche Tiere als heilig anerkennen.
--> Das müsste sicherlich auf etwas mehr Seiten aufgearbeitet werden.

Scheinwerferlicht... ja, das ginge sicher eleganter. Ich hatte das Bild von vereinzelten, aber starken Lichtkorridoren im Blick, deswegen umschrieb ich es mit diesem Wort. Vielleicht passen "gleißende Lichtspeere" oder etwas in der Art besser. Aber gut, dass es dir auffiel - Scheinwerfer passen hier nicht hinein.

Bei der Szene mit dem Bogen hast du Recht - erfahrene Jäger spannen nur kurz. Das dachte ich mir auch und habe das lange Aufrechterhalten der Spannung als Verbildlichung der Zerrissenheit gewählt. Mir erschien es so stimmiger, da so eine unabsichtliche Tötung möglich war und gleichzeitig buchstäblich "Spannung aufrecht erhalten" werden konnte Laughing

Zum Gift: Ich habe mir das auch in unserer Welt existierende Pfeilgift Curare zum Vorbild genommen. "Curare wirkt bei Aufnahme über die Blutbahn, nicht aber über den Verdauungstrakt, tödlich. Der Genuss der erlegten Beute ist daher ungefährlich." https://www.biologie-seite.de/Biologie/Curare

Schlussendlich kann ich dir bei deinen Bedenken zum "tropf tropf" zustimmen - hier versuchte ich, meine Erzähllinie immer durch etwas zu unterbrechen, sei es durch Ylias Gedanken oder eben Geräusche. Es war sozusagen ein Versuch, die gesamte Geschichte einer simplen Beschreibung zu entheben und mit diesem Bewusstseinsstrom zu strukturieren.

Liebe Grüße und vielen Dank, dass es dir gefallen hat!
Tobi D.
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agu
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Beiträge: 1724
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BeitragVerfasst am: 13.11.2018 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Justadreamer,

kurz und knapp - ich finde die Szene ziemlich gut. Sie transportiert eine tolle, mystische Stimmung (ich fühlte mich auch an Avatar erinnert), sie ist spannend und man entwickelt eine Beziehung zum Helden.
Ich finde auch, dass für einen Einstieg gerade die richtige Menge an Information gegeben (bzw. weggelassen) wird - es reicht, um ein stimmiges Bild zu zeichnen und man vertraut als Leser darauf, dass sich die Lücken in den folgenden Kapiteln schon füllen werden.

Sprachlich ist der Text noch etwas rau an den Kanten - vieles haben aber meine Vor-Schreiber schon herausgepickt. An der einen oder anderen Stelle bist Du für meinen Geschmack etwas zu verschwenderisch mit Adjektiven unterwegs, das können ein paar weniger sein.
Ein paar Sprachbilder und Formulierungen sind unpassend oder ungenau, die reißen einen dadurch aus dem Leseerlebnis. Ein paar Beispiele:


Ylias´ schwarze Haare fielen lang über seine Schulter und umschwärmten die straff gespannte Bogensehne. Über seine braungebrannte Haut huschte ein tödliches Schaudern.

umschwärmten ist unpassend, weil zu aktiv - schmiegen, sich verflechten, umfließen o.ä. wäre besser.
das tödliche Schaudern sollte auch nicht aktiv über die Haut huschen, als wäre es lebendig Smile

trafen die durch das Licht opalglänzenden Kugeln auf dem Waldboden auf.
Schönes Bild, aber etwas überdramatisch, nachdem es sich nur um Schweiß handelt.

Ganz allgemein wird es übrigens ab hier flüssiger und besser:
Ylias war vor zwei Tagen von einem Baum gefallen...

Der Sonnenscheinwerfer ist mir auch negativ aufgefallen, der moderne Begriff passt nicht in das Fantasy-Setting.

Er würde zurückkehren und den Menschen Vergebung lernen.
An diesem Satz ist irgendwas komisch, da passen Subjekt und Verb nicht zusammen.


Diese Tropf-Tropf-Unterbrechungen als Stilmittel finde ich übrigens gut. Bin nur nicht sicher, ob *tropf* als Wort das richtige Bild transportiert, da würde ich noch mal mit Alternativen experimentieren.

Ganz allgemein würde ich sagen - viel Potential, aber der Text braucht im Detail noch ordentlich Schliff.



viele Grüße,
Andrea


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Meine Bücher:
Engelsbrut (2009 Sieben, 2011 LYX) | Engelsjagd (2010 Sieben) | Engelsdämmerung (2012 Sieben)
Die dunklen Farben des Lichts (2012, SP)
Purpurdämmern (2013, Ueberreuter)
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Kill Order (2013 Sieben)
Choice / als Chris Portman (2014, Rowohlt)
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Beiträge: 227



BeitragVerfasst am: 14.11.2018 05:12    Titel: Re: Blaues Blut Antworten mit Zitat

Ylias´ schwarze Haare fielen lang über seine Schulter und umschwärmten Auch aus meiner Sicht nicht ganz das passende Wort. Vielleicht würde es helfen, den Satz ein wenig umzubauen, um das Problem ganz zu vermeiden? Oder doch "umschmeichelten"? die straff gespannte Bogensehne. Über seine braungebrannte Haut huschte ein tödliches Schaudern ( "Braungebrannte" würde ich hier herausnehmen und erst im nächsten Absatz einbauen. "huschte ein Schaudern", ganz ohne Adjektive gäbe m.E. ein sehr starkes Bild. Wenn das Schaudern tödlich wäre, würde es ihn umbringen, und dann wär die Geschichte jeden Moment zu Ende. Das wäre schade Smile. Wie gefällt Dir "Ein Schaudern huschte über seine Haut"? Oder ganz schlicht: "Er schauderte." (Mein Favorit Wink
 
Nur ein Mal.

Ein einziges Mal…
(Der Einschub seiner Gedanken gefällt mir sehr gut)

Schweißperlen, die sich schon vor Minuten auf Ylias Stirn gebildet hatten, glitten von der glatten (glitten und glatten so dicht beieinander würde ich vermeiden. Wie gefällt Dir "perlten von der glatten..." oder schlichter "perlten von der Oberfläche ab" - dass die Haut glatt ist, muss vielleicht gar nicht extra betont werden?) Oberfläche ab und fielen zu Boden (dass sie zu Boden fallen, geht aus dem nächsten Satz hervor.) Wie Lebenszeit, die von Ylias abgezählt wurde, trafen die durch das Licht opalglänzenden Kugeln auf dem Waldboden auf. (Mit diesem Satz habe ich mehrere Schwierigkeiten:"Wie Lebenszeit, die von Ylias abgezählt wurde" - ich verstehe, was gemeint ist, finde die Formulierung aber noch nicht so ganz glücklich. "verrinnende Lebenszeit" o.ä. könnte ich mir ganz gut vorstellen. Auf jeden Fall würde ich "abgezählt" vermeiden. Wenn, dann wird ja hier etwas von seinem Guthaben "abgezogen" (subtrahiert) oder "heruntergezählt" (aber so ein Countdown passt eigentlich nicht in die Stimmung dieser Geschichte. "die durch das" würde ich unbedingt  vermeiden. "opalglänzenden Kugeln" Das Wort Kugeln passt nicht so recht zu Schweißtropfen. Kugel lässt (zumindest mich) eher an etwas Größeres denken. Der "Opalglanz" ist mir an dieser Stelle eher zu viel/etwas zu dick aufgetragen. Wie verrinnende Lebenszeit versickerten sie im  Waldboden (?).

Tropfen für Tropfen.

*tropf*

*tropf*
(Das (zer)stört auch in meinen Augen die schöne Atmosphäre, die Du ansonsten schaffst. Es erinnert an Comics (oder lockere Forenkonversation). Mit "Tropfen für Tropfen" (oder einer ähnlichen Wendung) würdest Du m.E. das Gleiche ausdrücken, aber die Atmosphäre beibehalten (oder sogar verdichten)

Aus einem Schnitt, der sich über seinen Fuß erstreckte und am Knöchel unheilvoll vertieft war, sickerte ein kleiner, aber steter Blutstrom. Selbst die dicke Bandage aus Blutmoos vermochte diese Blutung nicht zu stillen.

Es ist verboten.

Doch (Aber. Oder ohne neuen Satz: "Es ist verboten, doch ich bin in Not.") ich bin in Not…


Ylias war vor zwei Tagen (zwei Tage zuvor) von einem Baum gefallen, dessen Astwerk marode war (durch das marode Astwerk eines Baumes gebrochen). Nie wäre ihm das passiert, doch nach zwölf Tagen ohne Nahrung machte man Fehler. Tödliche Fehler. Nur durch Glück und seinen noch jungen, strapazierfähigen (kräftigen - strapazierfähig klingt eher nach Werbung - oder nach Textilien) Körper war der Schnitt am Knöchel neben einigen Prellungen die einzige Wunde, die er davongetragen hatte. Der scharfkantige Fels, den er gestreift hatte, befand sich nur wenigeeinige, denn wenige hast Du im nächsten Satz Meter von ihm entfernt.
Noch wenige Tage, dann werde ich zurückkehren (sollte das nicht auch kursiv sein - das sind doch auch seine Gedanken?).
Falls ich bis dahin noch lebe…

Der Arm des jungen Mannes ("Sein Arm" - dass er jung und ein Mann  ist, wissen wir ja bereits?) begann (bereits) zu zittern - zu lange hielt er die Bogensehne nun schon gespannt. Blau schimmerte das getrocknete Blut auf dem Felsen, den er aus dem Augenwinkel betrachten konnte (Aus dem Augenwinkel betrachtet man nichts, da nimmt man bestenfalls schemenhaft etwas wahr. Dass er sich, während er die Sehne spannt, noch mit einem Fleck oder dem Felsen beschäftigt, irritiert mich. Ich würde es weglassen. Aus dem Augenwinkel wahrnehmen - das passt eher, wenn etwas in seinem Blickfeld/am Rand seines Blickfeldes sich bewegt.) Dieser Stein erzählte die ganze Geschichte seines Leidens (Das verstehe ich nicht. Sein Leiden hängt doch mit dem Sturz, dem Blutverlust, dem Hunger, dem fehlenden Jagdglück zusammen? Dass der Stein eine Rolle spielt, kann ich nachvollziehen. Aber dass der die "ganze Geschichte seines Leidens" erzählt? Hm.). Nicht nur die Wunde, die er geschlagen hatte, auch das Blut selbst war ein Mahnmal (Inwiefern? Ein Mahnmal wofür?).

Wenn ich nichts esse, schaffe ich es nicht bis nach Hause…

Die Verletzung am Knöchel machte es Ylias unmöglich, auf einen Baum zu klettern. Zu hoch waren die riesenhaften Stämme, zu anstrengend der Aufstieg mit nur einem gesunden Bein. Doch nur dort oben gab es für ihn Nahrung. Der Boden war… heilig. Dieser Boden gehöre (gehörte) nur den erhabensten Kreaturen. Wie konnte es sonst sein, dass alle Wesen dort blaues Blut besaßen, (dieses Komma würde ich durch einen Gedankenstrich ersetzen, um den Lesefluss zu verbessern) während die kleinen Wildkatzen und Äffchen, die Vögel und sogar die Baumschläfer, die allesamt ausschließlich in den Baumkronen lebten, aus roten Wunden bluteten (rot aus ihren Wunden bluteten?) Preisend verneigte man sich vor einer Elyra, sah man sie im Wald. Doch nun war sie das einzige Lebewesen, das Ylias davor bewahren könnte, hier unten zu verhungern. Nur diese erhabene Kreatur befand sich in der Reichweite seines Bogens. (Evtl. einfügen "Schweiß rann ihm von den Handgelenken/Ellenbogen" - o.ä., um den gedanklichen Bezug zu den Tropfen wieder herzustellen?)

*tropf*

*tropf*
(Tropfen für Tropfen.)

Ylias betrachtete das wundervolle Wesen, das sich direkt in seinem Schussfeld befand. Glatte Haut straffte (evtl. passender: "spannte") sich über starken Muskeln, eine (hier würde ich mir ausnahmsweise ein Adjektiv wünschen, denn ich habe keine Ahnung, wie die Nase eines solchen Wesens wohl aussehen könnte) Nase bewegte sich hektisch schnüffelnd über den moosigen Untergrund. Die feuchten Augen der Elyra blickten jedoch ohne Angst ins Dickicht des Dschungels, denn der Wind stand günstig und sie hatte noch nichts gewittert.

Dafür wurde ich nicht losgeschickt…

Vor sechzehn Tagen war Ylias von seinem Dorf aufgebrochen, um auf (in) den Baumkronen seinen persönlichen Weg zu finden. Dieser heilige Teil des Waldes war nur dazu bestimmt, junge Männer und Frauen in seinem Dickicht zu verschlingen. Niemand sonst durfte ihn betreten. Jeder musste diese Erfahrung machen, bevor er sich wirklich als Ibn Isoî, als ruhender Geist und damit als Erwachsener bezeichnen durfte.

Ich soll mit der Natur im Einklang sein. Ich soll sie nicht schänden!

Weitere Schweißperlen lösten sich von seiner Stirn. Auch Nacken und Oberarme glänzten und zitterten nun (Einen zitternden Nacken kann ich mir nicht vorstellen. Vorschlag: "Sein Nacken glänzte, die Oberarme zitterten."?) Die Elyra, die wahrscheinlich schon alt gewesen war, als Ylias zur Welt kam, horchte ([s]unterdessen)[/s] auf. Die dünnhäutigen Ohren leuchteten im paradiesischen Scheinwerferlicht (dazu hast du ja schon einige Kommentare. Vielleicht ist sowas wie ein Leuchten im "Gegenlicht der Sonne" gemeint - einfach nur "leuchteten in der Sonne" fände ich aber auch sehr schön.) der Sonne und schienen vor Leben zu pulsieren. Plötzlich knackte etwas neben Ylias. Sein verletzter Fuß, den er auf einem Ast abgelegt hatte, rutschte einige (eine) Handbreit nach unten. Schmerz jagte durch (seinen) den Körper des Schützen (Dass er der Schütze ist, weiß der Leser.) . Als er es bemerkte, war es jedoch bereits zu spät.

Zschh!(Das ist wieder Comicsprache und passt m.E. nicht zu Deinem Stil. Wie wäre das: "Der Pfeil sirrte." "Sirrend fand der Pfeil seinen Weg."

„Neiiiiin!“, schrie Ylias, doch der Fehler war begangen ("war begangen" klingt in meinen Ohren mehr nach Absicht, aber Du willst ja gerade betonen, dass es sich um ein Versehen handelt. "doch der Fehler war passiert" oder "doch es war zu spät"?) . Der Pfeil war ihm aus den Fingern geglitten. Den stechenden Schmerz in seinem Fuß ignorierend (Komma) stürzte er zu der Elyra, die in zuckenden Krämpfen im Moos lag. Der Pfeil war vergiftet. Überhastet riss Ylias das todbringende Geschoss aus der Wunde, worauf prompt ein viel zu breiter Strahl Blut aus der klaffenden Öffnung schoss. Es war diese Menge Blut, von der er wusste, dass sie zu viel war. Zu viel, um zu überleben. Viel zu oft hatte Ylias Kämpfer bei Überfällen oder Ritualen sterben sehen. (Das würde ich überarbeiten. Zu viele "zu" und "viel" drängeln sich hier an einem Fleck)
„Nein, nein, nein…“, stammelte er immer wieder unter Tränen, riss mit angstverzerrter Miene Büschel von Blutmoos aus dem Boden und presste sie auf die Wunde.
„Nein, nein… lieber wäre ich verhungert, ich schwöre es!“
Doch er konnte nur unbeholfen auf der blau verschmierten Haut des Wesens herumpatschen (Das assoziiere ich mit Babys und Kleinkindern - und würde es deshalb unbedingt vermeiden). Mit zitternden Händen legte Ylias den Kopf der Elyra auf seinen Oberschenkel, um die Wunde am starken(das stört hier und lenkt m.E. von der Situation ab) Hals des Tieres möglichst weit oben zu halten. Die Der Anblick der halb mit Moos, halb mit Erde bedeckten Wunde verschwamm durch einen Tränenschleier (die Wunde verschwimmt nicht, sondern sein Blick), brannte sich jedoch trotzdem als pulsierender, Leben vernichtender Strudel in Ylias Kopf ein.
Die Elyra zuckte nun nicht mehr mit den Gliedern. Die sonst so strahlende Haut, die von stahlblau über waldgrün bis hin zu rostrot nuanciert war, überdeckte war wie von einem grauen Schleier überzogen.
Doch war (wirkte) das mystische Wesen in Ylias´ Armen weder angsterfüllt noch panisch. Es hob mit einer für Ylias beängstigenden Gelassenheit den Kopf. Die tiefschwarzen Augen fixierten die grünen Tränenteiche (die grünen Tränenteiche würde ich weglassen, falls Du nicht zu sehr daran hängst. Die wirken irgendwie... übertrieben?) seinen verschwommenen Blick des Jungen in einem unendlich erscheinenden Moment.

Ein Funke sprang über.

Dann senkte die Elyra den Kopf und berührte sanft Ylias´ Brust.

…Momente darauf war das Tier gestorben.

Vergebung. (kursiv?)
 
Er wusste, dass es das bedeutete. Nie war sich Ylias sicherer gewesen, von einem übermenschlichen Wesen berührt worden zu sein. Mit der linken Hand wischte er sich die Tränen aus den Augen, während er mit der rechten sein Jagdmesser zückte. Er schniefte. Die größte Ehre, die einem Lebewesen nach dem Tod zukommen konnte, war, selbst wieder Leben zu spenden.
„Nagiura. Harara. Meio!“
Ylias bohrte die Klinge in das Herz der Elyra. Wasser. Erde. Licht. Das waren die Grundlagen seiner Existenz. Die Worte, die gesprochen werden mussten, um sich daran zu erinnern, was das Leben war. Eine Kaskade an (von) sanft(Leerzeichen)fließenden Strömen, die nur der geerdete Geist erspüren konnte.
Ylias aß lange von dem seidenen (seidigen) Fleisch des Wesens. Mit jedem Bissen spürte er, wie Energie in seinen Körper floss. Das Fleisch war heilig. Lange Jahre benötigte eine Elyra, um zu solch stattlicher Größe heranzuwachsen. Lange Jahre, in denen die Kreatur lebte, indem sie nur dem Ruf der Natur folgte. Mit ihr in Harmonie lebte.
Doch er hatte diese Harmonie brechen müssen.
Langsam, einen entschlossenen Ausdruck im Gesicht, stand Ylias auf und drehte sich um. Er würde zum Dorf zurückkehren, egal, was danach passierte.
Sechzehn Tage des Hungerns waren kein Vergleich zu den Folgen, die das Töten einer Elyra hatte.
Blaues Blut tropfte von seinen Händen.


Er würde zurückkehren und den Menschen Vergebung lernen (die Menschen Vergebung lehren?).
Er würde ihnen von Göttern berichten, die nicht zürnten.

Blaues Blut tropfte von seinen Händen...(Ist diese Wiederholung Absicht?)



Hallo Justadreamer,
ich habe in Deinem Text eine ganze Menge Erbsen gezählt (auch ganz kleine), Vorschläge und Anmerkungen gemacht usw.
Aber nicht etwa, weil die Geschichte mir nicht gefallen würde, sondern gerade, weil ich sie gern gelesen habe - und das, obwohl ich mit Fantasy normalerweise wenig am Hut habe. Mir hat ganz besonders gefallen, dass durch die Sparsamkeit Deiner Beschreibungen der Landschaft und der Gegebenheiten so viel Raum für meine Leserphantasie blieb und dass mir in Ylias´ Welt weder die üblichen, blutrünstigen Monster noch die Ach-so-niedlichen-Drachen begegnet sind.

Weiterhin viel Freude beim Schreiben!
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BeitragVerfasst am: 17.11.2018 16:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Andrea

auch dir vielen Dank für dein Feedback!

Hm... kann ein Schaudern tödlich sein? Wahrscheinlich nicht. Hier gefällt mir die Version von a.no-nym sehr gut - "Er schauderte." Schlicht, aber auch nicht zu opalglänzend herumgeschleimt Laughing

"Jemandem Vergebung lernen" - wow, das ist wirklich nicht so toll... Vielleicht eher "lehren" ? Oder "die Herzen öffnen"? Hier ging es mir darum, zu zeigen, dass Ylias die festgefahrenen religiösen Bilder auflockern würde.

Bei dem *tropf tropf* finde ich den Kompromiss gut, es nicht wegzustreichen, sondern durch etwas schöneres zu ersetzen Smile Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein!

Danke, dass es dir gefiel und viele Grüße!
Tobi
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BeitragVerfasst am: 17.11.2018 17:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo a.no-nym

Viele, viele Baustellen, die du da mit Absperrband eingezäunt hast Laughing

Ich habe mich sehr über diese sehr ausführliche Nachricht gefreut und werde meine Antwort auch in Form einer neuen Version des Textes geben.

Vielleicht zu ein, zwei Sachen eine Erklärung:

"Das Blut selbst war ein Mahnmal"   Hier fragtest du nach der Begründung für diesen Satz.  Zum einen ist der Stein das Mahnmal für Ylias´ offensichtliches Fuß-Problem, das ist klar. Das Blut jedoch öffnet hier schon den ethischen Konflikt, der in der Geschichte im Vordergrund steht. Da das Blut der Menschen (Und Elyrae) blau ist, werden sie als heilig angesehen und deswegen darf Ylias die vor ihm stehende Elyra nicht töten. (--> Verhungern, Tod)

Hier fällt mir gerade auf, dass ich schrieb, sie erzähle "die gesamte Geschichte seines Leidens."  Das ist vielleicht auch wieder ein bisschen zu dick aufgetragen - wenn man den Text auf einen Roman ausweiten würde, dann würde ich dir wahrscheinlich sagen, dass der Ethik-Streit so wichtig ist, dass das blaue Blut wirklich die gesamte Leidensgeschichte von überhaupt Allem sei. Laughing  --> Ich meinte hier, dass der Stein durch seine zwei Bedeutungen als verwundendes Objekt und Symbol für die Problematik des blauen Blutes sehr wichtig ist.

Die Wiederholungen, die du fandest, waren Absicht von mir - was mich wiederum etwas ob deren Wirkung verunsichert... Aber ich denke, ich werde sie erst Mal beibehalten.


Vielen Dank nochmals für deine Einschätzung und liebe Grüße!
Tobi
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BeitragVerfasst am: 17.11.2018 17:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

PS: Ich habe die Idee, die Welt dieser Geschichte in einen größeren Rahmen zu betten, schon zwei Mal umzusetzen versucht. Bei meinem jetzigen Zweitversuch hoffe ich, durch Vorüberlegungen etwas strukturierter heranzugehen. Ich bin ich immer offen für Ideen, wie diese große, neue Welt besonders sein könnte oder welche Art von Handlung zu ihr passt. Ein (klassischer) junger Mann, der das Schicksal der Welt in den Händen hält, höfische Intrigen oder was ganz anderes?
Magie oder Technik, Weltpolitik oder persönliche Krisen?
Falls hier schon jemand Meinungen zu diesem Thema hat, wäre ich sehr daran interessiert!
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BeitragVerfasst am: 20.11.2018 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Justadreamer!

Meiner Meinung nach hast Du in Deinem Text einige interessante Kniffe verwendet, auch wenn ich nicht alles gleich gut finde.
Die Gedankeneinschübe beispielsweise: Nur ein Mal. Ein einziges Mal: Hier fühle ich mich gegängelt: Schon gut, Spannung, ich hab's kapiert. Später finde ich sie nicht mehr so störend. Auch das "Es ist verboten. Doch ich bin in Not" stört mich nicht wirklich, weil die Trennung der Sätze seine Zerrissenheit abbildet.
Wie a.no-nym würde ich braungebrannt raushauen, irgendwie kommen mir da mehr so Gedanken an Palmeninsel, Strand und sowas in den Sinn.

Ziemlich stark finde ich die "ganze Geschichte seines Leidens". Ich verstehe das so, dass dieser Stein eine Art Kulminationspunkt ist, an dem sich sowohl sein Weg bis hierher, als auch der weitere Verlauf herauskristallisieren: Blut klebt am Stein, weil es sein menschliches Versagen im Baum anzeigt, das auf seinen Nahrungsmangel zurückzuführen ist, der wiederum durch seinen Initiationsritus begründet ist. Und zugleich zeigt es seine Verletzung an, die ihn in die Not treibt, das heilige Tier zu jagen, weil er nicht mehr hinaufklettern kann. Diesen Stein als solchen also finde ich ein ganz gelungenes Moment in der Geschichte, vielleicht ist er nur nicht an der richtigen Stelle untergebracht.

Im Übrigen finde ich es schon konsequent, dass er, da das Tier schon tot ist und ihm offenbar vergeben hat, sein Messer zückt und loslegt. Er hat sich mit den Konsequenzen seines nur halb beabsichtigten Schuss eben abgefunden.

Den Schluss mit dem Vergebung lehren (bitte nicht "Herzen öffnen"!) halte ich aber für zu knapp. Gerade noch sinniert er darüber, dass er die Harmonie brechen musste und jetzt gleich sowas? Ich weiß nicht recht, irgendwie fehlt mir da ein Schritt dazwischen oder davor oder was weiß ich. Gerade dadurch, dass das Tier ihm vergibt, stellt es doch die Harmonie wieder her. Vielleicht ist es das.

So weit so gut, schöne Grüße, Turm
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a.no-nym
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BeitragVerfasst am: 21.11.2018 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

Justadreamer hat Folgendes geschrieben:
PS: Ich bin ich immer offen für Ideen, wie diese große, neue Welt besonders sein könnte oder welche Art von Handlung zu ihr passt. Ein (klassischer) junger Mann, der das Schicksal der Welt in den Händen hält, höfische Intrigen oder was ganz anderes?
Magie oder Technik, Weltpolitik oder persönliche Krisen?
Falls hier schon jemand Meinungen zu diesem Thema hat, wäre ich sehr daran interessiert!


Meiner Ansicht nach sind das Dinge, bei denen Du Dich nicht nach den Präferenzen der Leser richten kannst/musst/darfst/solltest. Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Geschichte am glaubwürdigsten wird, wenn sie aus Deinem Innern kommt, es Dir ein Herzensanliegen ist, sie zu erzählen. Es ist Deine Welt, Du hast sie erschaffen. Nur Du kannst wissen, was darin vor sich geht. Mein Rat wäre, sich gedanklich in diese Welt hineinzuversetzen und sich verschiedene Szenarien auszumalen, auch wenn das Zeit kostet. Sicher wird eine Variante von den vielen mehr zu Dir sprechen als andere. Lass Dich treiben, spiele, versenk Dich in Deinen selbst geschaffenen Kosmos. Ich hatte bei einem Deiner letzten Beiträge den Eindruck, dass Du diese Welt, ihre Geschöpfe und ihre Regeln im Geiste bereits recht genau vor Dir hast (, was ich großartig finde!). Gerade deshalb bin ich überzeugt: Auch der Rest wird aus Dir selbst kommen. Nur Mut! Mit "Baukasten-System" von außen, "Leser-Wunschkonzert" oder Überlegungen, was sich wohl am besten verkauft, ist Dir da vermutlich eher nicht geholfen. (Sagt Dir jemand, der sich nur auf vage Ahnungen und Bauchgefühl berufen kann.) Falls Du in diesen Fragen gar nicht weiterkommst, gibt es aber sicher hier im Forum auch ein Eckchen für ein gemeinsames "Brainstorming". Smile

Was das Ende betrifft: Ich teile Turms Wahrnehmung.
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Justadreamer
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BeitragVerfasst am: 22.11.2018 21:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Turm

auch dir vielen Dank für deine Rückmeldung!

Da ich Probleme hatte, die Geschichte als wirklich kompakte Einheit zu formulieren, finde ich es gut, dass jetzt doch zu diesem Aspekt eine Kritik kommt. Ich werde sehen, was ich diesbezüglich tun kann, will aber nicht zu viel versprechen - manchmal pfuscht man nach einer Erstversion nur noch... Rolling Eyes

Deine Bemerkung zu dem Felsen habe ich beim Schreiben selbst gar nicht wirklich bemerkt, doch ist er wirklich ein sehr starkes Bild... möglicherweise vielleicht sogar am Schluss anzusiedeln! Das würde jedoch wirklich viel durcheinanderbringen.

Schön finde ich natürlich auch, dass dir die sprachlichen "Kniffe" auffielen. Zugegeben, ich habe die Gedankeneinstreuungen in dieser Form noch nie so verwendet und wollte testen, wie es wirkt. Wenn sie jedoch nicht da wären, glaube ich, verlöre die Geschichte ihren Reiz.

Hallo a.no-nym,

Ja...meine eigene Geschichte muss ich mir wohl wirklich selbst überlegen...
Vielen Dank für die Bestärkung in der Hinsicht!

Liebe Grüße an euch!

Tobi
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