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Am Ende aller Dinge


 

 
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Winterfeld
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 38
Beiträge: 25
Wohnort: Pfalz


BeitragVerfasst am: 13.11.2018 19:25    Titel: Am Ende aller Dinge eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

im Rahmen meines 2. Einstands-Textes möchte ich mich auch hier im Lyrik Bereich vorstellen. Konstruktive Kritik natürlich sehr willkommen.

Einst stand am Rande der Gezeiten,
Ein einsam Wesen, nackt, allein.
Gestrandet schon vor Ewigkeiten -
und nur ergeben noch dem Wein.

Längst sind vergangen alle Sorgen,
schon längst verklungen jeder Schmerz.
Vorbei das Hoffen auf ein Morgen,
zurück bleibt nur ein kaltes Herz.

Der Blick gerichtet in die Ferne,
der Atem flach, die Seele schwer.
Inzwischen leuchten Mond und Sterne,
den Blick dafür,  er hat nicht mehr.

Die Stimme nur ein leises Klagen,
tritt er ins Wasser,  spürt den Sand.
Was bringt ein Leben voll Versagen?
Nur noch ein Schatten,  was verband.

Des Morgens erste Sonnenstrahlen,
nun treibt ein Körper in der See.
Ein letzter Atemzug voll Qualen -
und endlich tut es nicht mehr weh.


...

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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 39
Beiträge: 1177
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 13.11.2018 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

1. warum so förmlich (>"im Rahmen meines...")?!? Wir sind hier doch nicht beim Bewerbungsgespräch, mein Guter. Am anderen Ende der Leitung sitzen Leute wie Du. Nicht mehr und nicht weniger. smile extra

2. Der Text spricht mich etwas an, und das "etwas" hat zwei Gründe:

Er spielt mit einem Klischee: Da ist ein LyrEr, der, nachdem er einen nicht weiter bezeichneten Schmerz in Wein ertränkt hat, sich in der See suizidiert. Kann man machen, erinnert ein wenig an jemanden der sich von einer Rückenfigur von Caspar David Friedrich inspirieren ließ. Auch wenn die Story dahinter nicht besonders frisch ist und mich wie gesagt, an Klischee denken lässt.

Das zweite sind die Reime. Ich reime selber sehr gern, was mich auch um die Mängel des Reimes wissen lässt. Als da wären: Das Reimwort zieht seinen Begatter, ob sinnhaft oder nicht, hinter sich her: Herz-Schmerz ist so ein altes Reimpaar, dass manche schon die Augen verdrehen, wenn sie es sehen; zumal es schon geflügeltes Wort geworden ist. Das andere ist, dass das Deutsche vergleichsweise arm an (reinen) Reimen ist, jedenfalls welchen, die Sinn haben. Das liegt einfach an seiner Struktur. Die Vielfalt zu eruieren bedarf einiger Hilfsmittel, ich weiß nicht, ob Du Dich ihrer bedienst. Und der Reim verleitet dazu, die natürliche Wortstellung zu verstellen, bis zur Unkenntlichkeit des Satzbaues. Einfach, weil es reimen muss.

Ich rate Dir daher, wenigstens einen reimlosen Text mal probehalber zu schreiben, sehr gern mit diesem Thema. Das ist erst einmal schwerer, als es klingt. Aber Du hast ein metrisches Grundgefühl, auch wenn sich hie und da der Klang der Sprache noch nicht beugt. Und das Metrum kannst Du ja halten. Es liegt bei Dir, darüber zu entscheiden, was Dir lieber ist: Die Story aufzupeppen oder die Reime zu lassen. Du wirst merken, wenn Du erst einmal einen Schritt gegangen bist, wird der andere Dir leichter fallen. Welchen Du zuerst wagst, liegt an Dir.

Und Willkommen auch hier.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Soleatus
Klammeraffe


Beiträge: 807



BeitragVerfasst am: 15.11.2018 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Winterfeld!

Ein Text, der trotz einiger weniger Härten (S3,V4!) überzeugend gestaltet ist. Allerdings sind die Mittel der Gestaltung allesamt "von früher", genau wie die Gestaltung selbst; wäre ein wenig stärker erkennbar, dass der Text ins Heute gehört, Fragen des heutigen Menschen verhandelt, wirkte er stärker meinem Empfinden nach.

Gruß,

Soleatus
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Winterfeld
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 38
Beiträge: 25
Wohnort: Pfalz


BeitragVerfasst am: 04.12.2018 15:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo nochmal,

sorry, dass ich so spät antworte, aber ich habe mir darüber erst mal Gedanken machen müssen.  

Form und Inhalt sind natürlich nicht neu, da stimme ich uneingeschränkt zu.  Aber ich bin durchaus der Ansicht, dass gerade der begrenzte Wortschatz an reinen Reimpaaren durchaus den Reiz des Reimens an sich ausmacht (zusammen mit der Suche nach dem passenden Rhythmus). Ich empfinde das für mich selbst nicht als restriktiv, sondern eher als inspirierend.  Gerade der klassische Kreuzreim erlaubt da mitunter schon einige elegante Lösungen. Klar gibt es ausgelutschte Reimpaare, aber die Herausforderung besteht doch gerade darin, daraus etwas zu erschaffen, was sich eben nicht nur auf Klischees beschränkt. Und da spanne ich, zumindest für mich, den Bogen zum Inhaltlichen.

Wenn ich so etwas schreibe, dann meist aus ebendiesem emotionalen Zustand heraus, den ich thematisiere. Entweder weil ich es tatsächlich so empfinde, oder weil ich mich bewusst dieser Gefühlswelt hingebe und mich hineinversetze. Letztlich ist es dann genau das, was ich auszudrücken versuche: ein ganz spezielles Gefühl. Da geht es nicht um eine komplexe Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstmord, Schmerz oder was auch immer, sondern um einen einzigen – durchaus eindimensionalen Blickwinkel – ein einziger Gedanke, oder ein Gefühl, welches das Gedicht tragen soll.

Das Problem ist natürlich: Das weiß ich als Verfasser. Der Leser sieht natürlich nur die geschriebenen Verse. Und einen Disclaimer davor zu setzen halte ich ebenfalls für unpassend.

Ich hoffe das klingt jetzt nicht völlig absurd  Laughing

LG Dominik
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