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Auftragskiller


 

 
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Noctis
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 28.07.2018 22:33    Titel: Auftragskiller eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo an alle Leser,

hier ist ein zweites Werk von mir, dieses Mal aus dem Bereich Thriller (der Titel ist nur provisorisch). Das Problem: Ich komme einfach nicht weiter. Vielleicht bekomme ich neue Ideen, wenn ich eure Meinungen/Kritiken lese und wieder aktiver am Text arbeite.
Ich werde nach und nach alles posten was ich bis jetzt habe.
Ich bedanke mich jetzt schon fürs Lesen und die Kommentare. (:


Liebe Grüße,
Noctis

Auftragskiller

Mein Name ist Jay, Jay Carter und ich wurde zum Auftragskiller erzogen. Seit meinem 10. Geburtstag, vor 6 Jahren, wurde ich darauf trainiert, zu töten. Jedoch nutze ich nicht die einfachen, normalen, langweiligen Methoden, wie jemanden mit einem Scharfschützengewehr aus großer Distanz zu erschießen. Nein, ich habe meine ganz eigene, effektive Methode, die jeden zur Strecke bringt.

Ding Dong.
Endlich verkündete die Klingel das Ende der Schule. Schule war für mich ein notwendiges Übel, ein Mittel zum Zweck. Sie diente einzig und allein der Tarnung. Niemand hier kannte mein Geheimnis und niemand würde es jemals herausfinden. Warum? Ich habe keine Freunde und besitze auch nicht das Verlangen, mir welche zu suchen. Sie würden mich nur aufhalten, vielleicht sogar verweichlichen. Ich war der geborene Einzelgänger, auf niemanden angewiesen. Es ist nicht so, dass ich ausgegrenzt wurde, ich suchte einfach keine Gesellschaft. Die anderen wussten zwar, dass ich da bin, aber das war es auch. Niemand sprach mit mir, niemand beachtete mich.
„Perfekt für einen Auftragskiller“, dachte ich.
Ich verließ hastig das Schulgebäude und machte mich auf den Heimweg. Dabei dachte ich an meinen neuen Auftrag. Ein freudiges Kribbeln breitete sich in meinem Körper aus. Drei Wochen hatte ich den Mord bereits vorbereitet und heute war es endlich soweit.
Nachdem ich die Tür geöffnet hatte, betrat ich meine Wohnung. Sie war klein, aber das genügte mir. Bezahlen musste ich für sie nichts, das übernahm mein Chef, sofern ich gute Arbeit leistete. Ich ging ins Wohnzimmer, das zugleich als Schlafzimmer diente und legte meine Schulsachen ab. Danach machte ich mir in der angrenzenden Küche etwas zu essen. Hinterher schnappte ich mir das kleine Täschchen, in dem sich mein Werkzeug für den Mord befand. Ich verstaute es sicher in meiner Hosentasche und verließ meine Wohnung. Unten angekommen bestellte ich mir ein Taxi. Während ich wartete, wuchs meine Vorfreude immer mehr. Ich hätte förmlich zerplatzen können. Nach einiger Zeit kam das Taxi an und ich sprang schnell auf die Rücksitzbank. Ich nannte dem Fahrer mein Ziel mit verstellter Stimme: den Spielplatz im Stadtzentrum. Während der Fahrt versteckte ich mein Gesicht vor dem Fahrer, indem ich die Kapuze meines Hoodies tief ins Gesicht zog. Sollte man nach dem Mörder suchen, darf niemand mein Gesicht gesehen haben.
 Als der Fahrer am Ziel anhielt, legte ich genügend Geld auf die Rücksitzbank und sprang aus dem Wagen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der Spielplatz war überfüllt von kleinen kreischenden Kindern, was mir ziemlich auf die Nerven ging, doch ich würde mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, nicht an einem solchen bedeutsamen Tag. Ich schlenderte lässig zu einer der freien Schaukeln und setzte mich darauf. Dabei behielt ich das Taxi gut im Auge. Ich tat so, als würde ich auf jemanden warten. In Wirklichkeit saß ich nur dort, um sicherzustellen, dass das Taxi auch abfuhr. Nach einer gefühlten Ewigkeit, verließ es dann auch den Spielplatz und verschwand im dichten Stadtverkehr. Sicherheitshalber verweilte ich noch einige Minuten auf der Schaukel, bis ich von ihr heruntersprang und den Spielplatz gen Norden verließ.
Ich folgte den Straßen und Gassen, bis ich mein Ziel erreichte: Eine kleine, abseitsstehende Blockhütte. Im Schatten der Bäume, die eng auf dem Grundstück nebeneinander standen, schlich ich zur Eingangstür. Dank meiner drei-wöchigen Spionage, kannte ich den Tagesplan meines Opfers in-und auswendig und wusste, dass es sich zurzeit nicht im Haus befand. Außerdem hatte ich herausgefunden, wo es seinen Zweitschlüssel aufbewahrte. Ich zog einen Plastikbeutel aus meiner Hosentasche und holte ein paar Socken heraus. Ich bewahrte sie in solch einer Tüte auf, um sicher zu gehen, dass keine Haare oder ähnliches von mir daran klebten. Ich zog sie über meine Turnschuhe. Als nächstes streifte ich Handschuhe über, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Bevor ich nach dem Schlüssel im Blumentopf suchte, zog ich meine Kapuze noch etwas fester, um zu verhindern, dass einige meiner Haare auf den Boden fielen. Ich sah mich vorsichtshalber noch einmal um, obwohl mich niemand sehen konnte, da die Eingangstür durch die dicht stehenden Bäume verdeckt war, und öffnete vorsichtig die Tür. Ich hielt sie ein Stück weit auf und legte den Schlüssel zurück in den Blumentopf, danach ging ich vorsichtig hinein. Leise schloss ich hinter mir die Haustür, falls doch jemand zu Hause sein sollte. Neben der Haustür hing ein weiterer Schlüssel, den ich nutzte, um die Tür zu verriegeln.
Ich überlegte, wo ich mich am besten verstecken sollte, ohne entdeckt zu werden. Ich entschied mich für die Abstellkammer im Erdgeschoss. Nachdem ich sie gründlich inspiziert hatte, merkte ich, dass er mich nicht entdecken konnte, selbst wenn er die Tür öffnete und hereinkam. Hinter der Tür befand sich nämlich eine große Nische, wahrscheinlich um zu verhindern, dass die Tür die Wand beschädigte. Mein Versteck war also gefunden, nun galt es eine Minikamera im Wohnzimmer anzubringen.
Ich ging also in den großen Raum und suchte eine geeignete Stelle. Ich installierte sie gegenüber des Fernsehers, sodass sie die Couch perfekt zeigte. Ich schaltete sie ein und überprüfte auf meinem Handy, ob sie ein klares Bild zeigte.
Nachdem ich den Winkel noch etwas verändert hatte, begab ich mich in die Küche. Dort suchte ich nach dem Kaffee, den er täglich trank, wenn er von Arbeit kam. Ich wurde schnell fündig, da ich mit dem Fernglas immer beobachten konnte, aus welchem Schrank er das braune Pulver holte. Ich öffnete die angefangene Tüte und holte aus meinem Täschchen einen Beutel mit ebenso braunem Pulver heraus. Allerdings waren das zerstampfte, sehr starke Schlaftabletten, die ich mit Lebensmittelfarbe gefärbt hatte. Ich verteilte die Substanz großzügig in der Tüte. Danach verschloss ich sie wieder und stellte sie zurück. Ich räumte meine Sachen zusammen und ging zurück in die Abstellkammer. Dort stellte ich mich in die Nische und wartete auf die Heimkehr meines Opfers.
Gegen 20 Uhr hörte ich die Haustür. Ich vernahm ein geschafftes Stöhnen. Wenig später lief bereits die Kaffeemaschine.
„Perfekt“, dachte ich. Alles lief genau nach Plan.
Ich beobachtete auf meinem Handy, wie er mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf der Couch lag und fernsah. Ich amüsierte mich über seine Gelassenheit, wobei sein Tod doch immer näher rückte. Ich holte aus meinem Täschchen nun mein Mordinstrument hervor. Eine Spritze, die komplett mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war. Die Nadel war hauchdünn, sodass ein Einstich nach wenigen Sekunden verschwinden würde.
Als ich das nächste Mal auf mein Handy blickte, hatte er den Kaffee vollständig ausgetrunken und schlief auf der Couch. Ich wartete vorsichtshalber noch eine Stunde ab, damit die Schlaftabletten vollkommen wirkten und verließ dann die Kammer, um ins Wohnzimmer zu schleichen. Dort hörte ich mein Opfer schnarchen und war mir sicher, dass es nichts mitbekommen würde. Ich suchte in seiner Ellenbeuge nach einer deutlich hervortretenden Vene und setzte die Nadel dort an. Ich stach sie in die Haut des friedlich schlummernden Mannes Haut und injizierte ihm die komplette Dosis, damit sie auch sicher tödlich wirkte. Danach zog ich die Nadel heraus und steckte sie zurück in mein Täschchen.
Ich sammelte meine Minikamera wieder ein, überprüfte noch mal alle Räume nach Spuren von mir. In der Küche sackte ich das Kaffeepulver ein, falls noch Reste von Schlaftabletten darin enthalten waren. Als ich mir sicher war, dass nichts auf meine Anwesenheit schließen lassen würde, verließ ich das Haus und ließ die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Ich sprang von der Holzveranda und lief zwischen den Bäumen auf eine Gasse zu. Ich verschwand in der Dunkelheit und zog dort Socken sowie Handschuhe aus und lockerte die Kapuze meines Hoodies. Mein Herz raste immer noch, wenn ich daran dachte, dass ich erneut einem ahnungslosen Opfer den Tod beschert hatte. Ich schlenderte genüsslich durch die Straßen der Stadt und fuhr mit der Straßenbahn in meinen Stadtteil. Von dort aus ging ich nach Hause. Ich duschte und legte mich anschließend zufrieden ins Bett.

Weitere Werke von Noctis:
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ella propella
Sonntagsschreiber


Beiträge: 23
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 28.07.2018 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Noctis,
ich habe deinen Text eben gelesen.
Von der Idee her finde ich ihn ganz gut. Allerdings liest er sich für mich recht statisch. Du benutzt oft „und“ als Verbindungswort. Dadurch leidet der Lesefluss.

Der Vortext ist auch schwierig für mich. Er gibt Informationen über deinen Protagonisten und das ist wohl auch sinnig, aber auch hier fehlt mir etwas, das mich catcht. Auch die Aufzählung „einfach, normal, langweilig“ ist mir etwas zu viel.

Insgesamt könntest du mehr Absätze einbauen. Das würde den Lesefluss erleichtern. Desweiteren hast du außer „und“ auch andere Wiederholungen, bei denen du schauen solltest, dass du diese vermeidest.

Ich hoffe, ich könnte dir etwas helfen. Leider kann ich nichts markieren, da ich mit meinem Handy schreibe.
LG Ela
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Noctis
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 28.07.2018 23:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die Hinweise, Ella.

Ich werd mich morgen dransetzen und sie beachten. Der Text ist vor einigen Jahren entstanden, da war mein Schreibstil noch anders.^^

Ich werde mal versuchen, den Text an meinen neuen Stil anzugliedern.


Grüße,
Noctis
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ella propella
Sonntagsschreiber


Beiträge: 23
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 28.07.2018 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem kenne ich. Der Roman, der bereits beendet ist und nun auf die mittlerweile vierte Überarbeitung wartet, ändert sich leider auch im Schreibstil.
Wenn ich mal wieder am Computer sitze, gehe ich nochmal einzelne Punkte ein und schreibe meine Gedanken daneben.
LG und einen schönen Abend
Ela
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azareon35
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 206
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 30.07.2018 02:37    Titel: Re: Auftragskiller Antworten mit Zitat

Heyo Noctis,

dann wollen wir mal.

Noctis hat Folgendes geschrieben:

Auftragskiller

Mein Name ist Jay, Jay Carter Seine Schokomilch trinkt er wohl geschüttelt, nicht gerührt? und ich wurde zum Auftragskiller erzogen. Seit meinem 10. Geburtstag, vor 6 Jahren, wurde ich darauf trainiert, zu töten. Jedoch nutze ich nicht die einfachen, normalen, langweiligen Methoden, wie jemanden mit einem Scharfschützengewehr aus großer Distanz zu erschießen. Was durchaus die smartere Methode wäre. Nein, ich habe meine ganz eigene, effektive Methode, die jeden zur Strecke bringt.

Ding Dong.
Endlich verkündete die Klingel das Ende der Schule. Schule war für mich ein notwendiges Übel, ein Mittel zum Zweck. Sie diente einzig und allein der Tarnung. Niemand hier kannte mein Geheimnis und niemand würde es jemals herausfinden. Warum? Ich habe keine Freunde und besitze auch nicht das Verlangen, mir welche zu suchen. Sie würden mich nur aufhalten, vielleicht sogar verweichlichen. Ich war der geborene Einzelgänger, auf niemanden angewiesen. Es ist nicht so, dass ich ausgegrenzt wurde, ich suchte einfach keine Gesellschaft. Die anderen wussten zwar, dass ich da bin, aber das war es auch. Niemand sprach mit mir, niemand beachtete mich.
„Perfekt für einen Auftragskiller“, dachte ich. Nein. Sobald die Polizei nach jemand Auffälligem sucht, werden alle sofort auf ihn deuten. Es macht mehr Sinn, wenn Jay Freunde hat und ihnen einfach nur was vorspielt.
Ich verließ hastig das Schulgebäude und machte mich auf den Heimweg. Dabei dachte ich an meinen neuen Auftrag. Ein freudiges Kribbeln breitete sich in meinem Körper aus. Ist der Teenie ein Psychopath? Drei Wochen hatte ich den Mord bereits vorbereitet und heute war es endlich soweit.
Nachdem ich die Tür geöffnet hatte, betrat ich meine Wohnung. Sie war klein, aber das genügte mir. Bezahlen musste ich für sie nichts, das übernahm mein Chef, sofern ich gute Arbeit leistete. Erklärt sich von selber. Ich ging ins Wohnzimmer, das zugleich als Schlafzimmer diente und legte meine Schulsachen ab. Danach machte ich mir in der angrenzenden Küche etwas zu essen. Hinterher schnappte ich mir das kleine Täschchen, in dem sich mein Werkzeug für den Mord befand. Ich verstaute es sicher in meiner Hosentasche und verließ meine Wohnung. Unten angekommen bestellte ich mir ein Taxi. Wo genau spielt das? Und wann? Während ich wartete, wuchs meine Vorfreude immer mehr. Ich hätte förmlich zerplatzen können. Nach einiger Zeit kam das Taxi an und ich sprang schnell auf die Rücksitzbank. Ich nannte dem Fahrer mein Ziel mit verstellter Stimme: den Spielplatz im Stadtzentrum. Ja, ne, is klar. Das fällt ja überhaupt nicht auf. Während der Fahrt versteckte ich mein Gesicht vor dem Fahrer, indem ich die Kapuze meines Hoodies tief ins Gesicht zog. Sollte man nach dem Mörder suchen, darf niemand mein Gesicht gesehen haben. Äh, nein. Jetzt kann Jay auch noch den Fahrer töten, denn der erinnert sich garantiert an den komischen Hoodie. Spielt das in London?
 Als der Fahrer am Ziel anhielt, legte ich genügend Geld auf die Rücksitzbank und sprang aus dem Wagen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der Spielplatz war überfüllt von kleinen kreischenden Kindern, was mir ziemlich auf die Nerven ging, doch ich würde mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, nicht an einem solchen bedeutsamen Tag. Ich schlenderte lässig zu einer der freien Schaukeln und setzte mich darauf. Dabei behielt ich das Taxi gut im Auge. Ich tat so, als würde ich auf jemanden warten. In Wirklichkeit saß ich nur dort, um sicherzustellen, dass das Taxi auch abfuhr. Nach einer gefühlten Ewigkeit, verließ es dann auch den Spielplatz und Bald verschwand es im dichten Stadtverkehr. Sicherheitshalber verweilte ich noch einige Minuten auf der Schaukel, bis ich von ihr heruntersprang und den Spielplatz gen Norden verließ.
Ich folgte den Straßen und Gassen, bis ich mein Ziel erreichte: Eine kleine, abseitsstehende Blockhütte. Im Schatten der Bäume, die eng auf dem Grundstück nebeneinander standen, schlich ich zur Eingangstür. Dank meiner dreiwöchigen Spionage, kannte ich den Tagesplan meines Opfers in-und auswendig und wusste, dass es sich zurzeit nicht im Haus befand. Außerdem hatte ich herausgefunden, wo es seinen Zweitschlüssel aufbewahrte. Ich zog einen Plastikbeutel aus meiner Hosentasche und holte ein paar Socken heraus. Ich bewahrte sie in solch einer Tüte auf, um sicher zu gehen, dass keine Haare oder ähnliches von mir daran klebten. Ich zog sie über meine Turnschuhe. Als nächstes streifte ich Handschuhe über, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Bevor ich nach dem Schlüssel im Blumentopf suchte, zog ich meine Kapuze noch etwas fester, um zu verhindern, dass einige meiner Haare auf den Boden fielen. Ich sah mich vorsichtshalber noch einmal um, obwohl mich niemand sehen konnte, da die Eingangstür durch die dicht stehenden Bäume verdeckt war, und öffnete vorsichtig die Tür. Ich hielt sie ein Stück weit auf und legte den Schlüssel zurück in den Blumentopf, danach ging ich vorsichtig hinein. Leise schloss ich hinter mir die Haustür, falls doch jemand zu Hause sein sollte. Neben der Haustür hing ein weiterer Schlüssel, den ich nutzte, um die Tür zu verriegeln.
Ich überlegte, wo ich mich am besten verstecken sollte, ohne entdeckt zu werden. Ich entschied mich für die Abstellkammer im Erdgeschoss. Nachdem ich sie gründlich inspiziert hatte, merkte ich, dass er mich nicht entdecken konnte, selbst wenn er die Tür öffnete und hereinkam. Hinter der Tür befand sich nämlich eine große Nische, wahrscheinlich um zu verhindern, dass die Tür die Wand beschädigte. Mein Versteck war also gefunden, nun galt es eine Minikamera im Wohnzimmer anzubringen.
Ich ging also in den großen Raum und suchte eine geeignete Stelle. Ich installierte sie gegenüber des Fernsehers, sodass sie die Couch perfekt zeigte. Ich schaltete sie ein und überprüfte auf meinem Handy, ob sie ein klares Bild zeigte.
Nachdem ich den Winkel noch etwas verändert hatte, begab ich mich in die Küche. Dort suchte ich nach dem Kaffee, den er täglich trank, wenn er von Arbeit kam. Ich wurde schnell fündig, da ich mit dem Fernglas immer beobachten konnte, aus welchem Schrank er das braune Pulver holte. Ich öffnete die angefangene Tüte und holte aus meinem Täschchen einen Beutel mit ebenso braunem Pulver heraus. Allerdings waren das zerstampfte, sehr starke Schlaftabletten, die ich mit Lebensmittelfarbe gefärbt hatte. Ich verteilte die Substanz großzügig in der Tüte. Danach verschloss ich sie wieder und stellte sie zurück. Ich räumte meine Sachen zusammen und ging zurück in die Abstellkammer. Dort stellte ich mich in die Nische und wartete auf die Heimkehr meines Opfers.
Gegen 20 Uhr hörte ich die Haustür. Ich vernahm ein geschafftes erschöpftes Stöhnen. Wenig später lief bereits die Kaffeemaschine.
„Perfekt“, dachte ich. Alles lief genau nach Plan.
Ich beobachtete auf meinem Handy, wie er mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf der Couch lag und fernsah. Ich amüsierte mich über seine Gelassenheit, wobei sein Tod doch immer näher rückte. Ich holte aus meinem Täschchen nun mein Mordinstrument hervor. Eine Spritze, die komplett mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war. Die Nadel war hauchdünn, sodass ein Einstich nach wenigen Sekunden verschwinden würde. Dazu muss ich unten etwas mehr sagen.
Als ich das nächste Mal auf mein Handy blickte, hatte er den Kaffee vollständig ausgetrunken und schlief auf der Couch. Ich wartete vorsichtshalber noch eine Stunde ab, damit die Schlaftabletten vollkommen wirkten und verließ dann die Kammer, um ins Wohnzimmer zu schleichen. Dort hörte ich mein Opfer schnarchen und war mir sicher, dass es nichts mitbekommen würde. Ich suchte in seiner Ellenbeuge nach einer deutlich hervortretenden Vene und setzte die Nadel dort an. Ich stach sie in die Haut des friedlich schlummernden Mannes Haut und injizierte ihm die komplette Dosis, damit sie auch sicher tödlich wirkte. Kommt auf das Gift an. Wenn es dieses Quallenextrakt ist, genügen schon wenige Milliliter. Danach zog ich die Nadel heraus und steckte sie zurück in mein Täschchen.
Ich sammelte meine Minikamera wieder ein, überprüfte noch mal alle Räume nach Spuren von mir. In der Küche sackte ich das Kaffeepulver ein, falls noch Reste von Schlaftabletten darin enthalten waren. Als ich mir sicher war, dass nichts auf meine Anwesenheit schließen lassen würde, verließ ich das Haus und ließ die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Ich sprang von der Holzveranda und lief zwischen den Bäumen auf eine Gasse zu. Ich verschwand in der Dunkelheit und zog dort Socken sowie Handschuhe aus und lockerte die Kapuze meines Hoodies. Mein Herz raste immer noch, wenn ich daran dachte, dass ich erneut einem ahnungslosen Opfer den Tod beschert hatte. Der Typ ist total psychotisch, oder? Ich schlenderte genüsslich durch die Straßen der Stadt und fuhr mit der Straßenbahn in meinen Stadtteil. Von dort aus ging ich nach Hause. Ich duschte und legte mich anschließend zufrieden ins Bett.


Die Story ist flüssig geschrieben und bis auf einige Hickser sehr flüssig lesbar.
Was mich aber stört, das ist die interne Logik.
Jays ach so effektive Methode ist eine Spritze? Die er seinem Opfer auch problemlos auf offener Straße irgendwo reinstechen könnte? Da musst du nochmal ans Reißbrett.
Jays seltsame Anwandlungen von Erregung und Freude über seine Taten stechen unangenehm aus seinem doch eher professionellen Verhalten raus. Außer natürlich, das wäre der große Twist, Jay ist gar kein Auftragskiller, sondern ein angehender Serienmörder, der irgendwelche Leute ohne Sinn und Verstand stalkt und meuchelt, aber sich die Auftragskillerchose einbildet, um seine Probleme zu rationalisieren.
Wenn wir schon bei seinem Verhalten sind: er verhält sich viel zu auffällig. In der Schule hat er keine Freunde und redet mit niemandem, in der heutigen Zeit wäre er da schon auf drei Überwachungslisten. Auf dem Weg zu seinem Ziel macht er wirklich alles, um auf sich aufmerksam zu machen, sprich, er versucht so krampfhaft, sich unauffällig zu verhalten, dass es schon wieder auffällig wirkt. Was allerdings wieder zu meiner Serienkillertheorie passen würde.
Wo willst du mit dieser Story hin, Noctis? Jemand hat ihn seit seinem 10. Lebensjahr zum Auftragskiller erzogen? Warum? Und die können ihm nicht mehr beibringen als "Stalk die Leute und gib ihnen eine Spritze"? Und wo und wann spielt das?

Wegen der Spritze ... ich bin kein Mediziner, und wer einen entsprechenden Hintergrund hat, der darf mir gerne widersprechen, aber ich hab genug Spritzen erhalten, um sicher sagen zu können, dass es länger als ein paar Sekunden dauert, bis der Einstich verschwunden ist. Und wenn der Körper gerade am Sterben ist, kann es auch sein, dass sich der Einstich gar nicht mehr schließt. Weiterhin glaube ich, mich zu erinnern, dass Gerichtsmediziner bei ungeklärten Todesarten schon aus Routine die Ellbeuge nach Einstichen überprüfen.
Etwas anderes wäre es, wenn Jay einen Insulin Pen für die Injektion benutzen würde, deren Nadeln sind so dünn, dass das kaum auffällt. Da könnte er das Gift auch direkt zwischen die Finger spritzen, das wird eher übersehen, aber die Gerichtsmedizin lernt dazu.

Wenn du Fragen hast, melde dich.
Azareon


_________________
Nemo me impune lacessit.

"If you don't read my bleedin' text, you don't get to talk down about my bleedin' text!"
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Austrobass
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Alter: 52
Beiträge: 105
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BeitragVerfasst am: 30.07.2018 06:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hi   Noctis,
auch von mir eine Anmerkung zur Logik der Geschichte: Wenn er schon Schlaftabletten in das Kaffeepulver mischt, warum nicht gleich ein schnell wirksames/nicht nachweisbares Gift?

lg

Martin


_________________
Due to Budget cuts the light on the end of the tunnel will be turned off.
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Noctis
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 30.07.2018 15:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Azareon und Austrobass,


ich bedanke mich für die Anmerkungen. Leider ist mein Urlaub vorbei und die Arbeit geht wieder los und mein neuer Dienstplan sagt Früh, Spät, Früh, Spät usw.

Durch diese... bescheidenen Arbeitszeiten wird es ein wenig dauern, bis ich eine überarbeitete Version einstellen kann.

azareon35 hat Folgendes geschrieben:
Etwas anderes wäre es, wenn Jay einen Insulin Pen für die Injektion benutzen würde, deren Nadeln sind so dünn, dass das kaum auffällt. Da könnte er das Gift auch direkt zwischen die Finger spritzen, das wird eher übersehen, aber die Gerichtsmedizin lernt dazu.



Tatsächlich injiziert er Insulin, da es in Überdosis tödlich wirkt und gar nicht bis sehr, sehr schlecht nachweisbar ist (Information aus erster Hand, mache eine Ausbildung zum Krankenpfleger)
Das "Gift" soll aber erst später erwähnt werden.

azareon35 hat Folgendes geschrieben:
Wo willst du mit dieser Story hin, Noctis? Jemand hat ihn seit seinem 10. Lebensjahr zum Auftragskiller erzogen? Warum? Und die können ihm nicht mehr beibringen als "Stalk die Leute und gib ihnen eine Spritze"? Und wo und wann spielt das?


Gute Frage. Ich habe einmal ein provisorisches Ende geschrieben. Wir sollten im Englischunterricht in einer Klausur eine nervenkitzelnde Geschichte schreiben und damals war dieser Text aktuell und da dachte ich, schreibe ich doch einfach mal das Ende dazu. Da war sein "Vater" sein letztes Opfer und Jay hat danach Selbstmord begangen.
Aber davon bin ich weg. Er soll im Laufe des Textes merken, dass seine Ansichten zum Tod und Sterben, die ihm wie spielen mit dem Spielzeug beigebracht wurden, völlig falsch sind. Er soll neue Leute kennenlernen und immer weiter in einen Zwiespalt mit sich selbst geraten, bis er das Morden niederlegt, seine "Agentur" auffliegen lässt und sich letztendlich selbst stellt.
 Und das mit dem Einzelgänger: Das fand ich damals einfach cool (war 10. Klasse). Jetzt im Nachinein erscheint es mir auch komisch. Ich werde es vielleicht so ummodeln, dass er halt flüchtige Bekanntschaften, aber keine tieferen Beziehungen zu seinen Klassenkameraden hat.

Austrobass hat Folgendes geschrieben:
Wenn er schon Schlaftabletten in das Kaffeepulver mischt, warum nicht gleich ein schnell wirksames/nicht nachweisbares Gift?


Nah, das wäre mir zu einfach. Außerdem soll es später einen Grund geben, wieso er ausgerechnet die Spritze gewählt hat.

Grüße,
Noctis
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Catalina
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BeitragVerfasst am: 30.07.2018 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Noctis hat Folgendes geschrieben:
Aber davon bin ich weg. Er soll im Laufe des Textes merken, dass seine Ansichten zum Tod und Sterben, die ihm wie spielen mit dem Spielzeug beigebracht wurden, völlig falsch sind. Er soll neue Leute kennenlernen und immer weiter in einen Zwiespalt mit sich selbst geraten, bis er das Morden niederlegt, seine "Agentur" auffliegen lässt und sich letztendlich selbst stellt.
 


Lass' Dir, auch aus erster Hand wink, sagen: Wenn jemand Freude am Töten hat, dann ist das psychotisch. Das wird er dann nicht einfach so ablegen, nur weil er die richtigen Leute kennenlernt.

Wenn er seine Emotionen dabei unterdrückt, weil er so aufgewachsen ist und es ihm antrainiert wurde, dann ist das wesentlich glaubwürdiger.
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Noctis
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BeitragVerfasst am: 30.07.2018 17:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Catalina.
Dann werde ich versuchen, die Freude am Töten abzuwandelnd und es so aussehen lassen, als würde er jegliche Zweifel verdrängen.^^

Grüße,
Noctis
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Pickman
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BeitragVerfasst am: 30.07.2018 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Noctis,

fast hätte ich mich eingehender mit Deinem Text befasst. Zum Glück habe ich gerade noch rechtzeitig das Folgende gelesen.

Noctis hat Folgendes geschrieben:
Der Text ist vor einigen Jahren entstanden, da war mein Schreibstil noch anders.^^

Ich werde mal versuchen, den Text an meinen neuen Stil anzugliedern.


Ich bin gespannt auf die neue Fassung.

Liebe Grüße

Pickman


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"Damit sich alles erfüllt, damit ich mich weniger allein fühle, brauche ich nur noch eines zu wünschen: am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen." (Albert Camus: Der Fremde)
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Charlie Rose Kane
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Beiträge: 195
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 31.07.2018 00:13    Titel: Re: Auftragskiller Antworten mit Zitat

Noctis hat Folgendes geschrieben:


Mein Name ist Jay, Jay Carter und ich wurde zum Auftragskiller erzogen. Seit meinem 10. Geburtstag, vor 6 Jahren, wurde ich darauf trainiert, zu töten. Jedoch nutze ich nicht die einfachen, normalen, langweiligen Methoden, wie jemanden mit einem Scharfschützengewehr aus großer Distanz zu erschießen. Nein, ich habe meine ganz eigene, effektive Methode, die jeden zur Strecke bringt.


zuviel des guten und wertungen. also wenn überhaupt dann *ein* adjektiv.

wer sagt dir denn z.b., dass es einfach ist, jemanden mit der pistole oder dem gewehr zu erschießen? auch eine schusswaffe kann höchst effektiv sein.

wink

und ich muss catalina recht geben. ein psychopath will gar nicht aufhören, das ist wie so eine tickende zeitbombe, ...

mich würde auch interessieren, wie man als kind zum mörder wird. also erinnerungsrückblicke dahingehend währen spannend. *find*


_________________
~c.r.k. ~
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Dinshi
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 50
Wohnort: Limes


BeitragVerfasst am: 31.07.2018 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Noctis,
zum Schreibstil wurde ja schon viel geschrieben. Ich bin auch gespannt auf Deine neue Version.
Inhaltlich finde ich Jay an manchen Stellen schlecht motiviert. Er muss als Kind ja indoktriniert worden sein, ähnlich wie in einer Sekte mit Gehirnwäsche etc. Vielleicht könntest Du das in seinem Innenleben noch besser herausarbeiten, zB dass er immer wieder Leitsätze seiner "Agentur" im Geiste wiederholt (wie ein Tantra), oder er vllt Angst vor einer undefinierbaren Strafe hat, die ihn ereilen könnte, sollte er den Mord nicht ausführen. Denn spätestens in der Schule müsste er ja (zumindest theoretisch) gelernt haben, dass Töten falsch ist.
Vielleicht könnte er ja im Laufe seiner Karriere ein Opfer kennenlernen, dass ihn endgültig an seiner Erziehung zweifeln lässt... etc
Mach weiter.
Ich spreche mal für alle: Wir sind gespannt!
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Noctis
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 04.08.2018 18:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo! Es tut mir leid für die lange Wartezeit. Die erste Früh - Spät - Früh - Spät - Früh Woche ist endlich vorbei und ich hatte Zeit, an meinem Text zu arbeiten. Hier ist eine überarbeitete Version.

~Gravierende Änderungen~

Der Vortext ist ganz verschwunden.
Er verwendet für die Zukunft nicht mehr nur eine Methode, sondern der Mordhergang wird ihm auch aufgetragen.
Die Freude am Töten habe ich abgeschwächt.

~Ende~


Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße,
Noctis

PS: Der Spoiler enthält Änderungen, die teilweise auch die Zukunft des Textes beeinflussen.


Ding Dong.
Endlich verkündete die Klingel das Ende der Schule. Schule war für mich ein notwendiges Übel, ein Mittel zum Zweck. Sie diente einzig und allein der Tarnung. Niemand hier kannte mein Geheimnis, niemand würde es jemals herausfinden. „Jay!“, rief einer meiner Klassenkameraden.
 Ich verdrehte die Augen, drehte mich um und setzte ein schwaches Lächeln auf.
„Was gibt es?“
„Möchtest du heute Nachmittag mit uns ins Kino?“
Ich schüttelte den Kopf. „Hab‘ ein Date.“
„Der Frauenschwarm wieder am Werk, was? Naja, viel Spaß!“
Er rannte davon. Ich seufzte. Es war nicht einfach, den guten Freund zu spielen. Ich ging zu meinem Spind und wuchtete die schwere Tasche auf meine Schulter. Hastig machte ich mich auf den Heimweg. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es langsam Zeit für meinen Auftrag wurde. Die üblichen Gewissensbisse krochen meinen Rücken hinauf. Sie zwickten an meinem ganzen Körper. Regel Eins: Der Tod ist Erlösung vom Leben. Regel 2: Bereue niemals. Regel Drei: Die Mission steht über allem. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte, betrat ich meine Wohnung. Sie war klein, aber das genügte mir. Bezahlen musste ich für sie nichts, das übernahm mein Chef. Ich ging ins Wohnzimmer, das zugleich als Schlafzimmer diente und legte meine Schulsachen ab. Danach machte ich mir in der angrenzenden Küche etwas zu essen. Hinterher schnappte ich mir das kleine Täschchen, in dem sich mein Werkzeug für diesen Mord befand. Ich verstaute es sicher in meiner Hosentasche und verließ meine Wohnung. Ein kühlender Wind wehte in mein Gesicht. Eine Willkommene Abwechslung im immer heißen Sommer in London. Ich verschloss die kleine Holztür zu meinem kargen Vorgarten und bestellte ein Taxi. Während ich wartete, wuchs die Nervosität. In Gedanken ging ich die Regeln meiner Firma durch, um meine Konzentration zu sammeln. Nach einiger Zeit kam das Taxi. Nachdem ich auf die Rücksitzbank gesprungen war, nannte ich dem Fahrer mein Ziel mit verstellter Stimme - den Spielplatz im Stadtzentrum. Während der Fahrt blickte ich verträumt aus dem Fenster. Ich beobachtete die vorbeisausenden Autos der stets gestressten Bürger und betrachtete die meterhohen Häuserfronten. In den kleinen Wohnungen hockte der Abschaum der Stadt. Sie schlugen ihre Kinder, schickten sie zur Arbeit statt zur Schule und gammelten den ganzen Tag auf dem Sofa. Klang ganz nach meiner Kindheit. Als der Fahrer am Ziel anhielt, legte ich genügend Geld auf die Rücksitzbank. Ich sprang aus dem Wagen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der Spielplatz war überfüllt von kleinen kreischenden Kindern. Der Lärm zehrte an meinen Nerven, doch ich würde mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, nicht an einem solchen Tag. Ich setzte mich auf eine der freien Schaukeln. Ein Auge ruhte auf dem Bildschirm meines Smartphones, das andere beobachtete das Taxi. Ich tat so als würde ich auf jemanden warten, in Wirklichkeit jedoch saß ich nur dort, um sicherzustellen, dass das Taxi auch abfuhr. Ich wischte mit dem Finger über den Bildschirm, kämpfte mich durch einige Spiele, bis das Taxi abfuhr im dichten Stadtverkehr verschwand. Sicherheitshalber verweilte ich noch einige Minuten auf der Schaukel, bis ich von ihr heruntersprang und den Spielplatz gen Norden verließ. Ein unangenehmes Gefühl drängte sich aus meinem Unterbewusstsein. Mein Herz raste, Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Mir wurde so heiß, dass ich wünschte, meine Sachen wegwerfen zu können. Ich atmete tief durch. Regel 1… Das widerliche Kribbeln verschwand wieder. Ein Seufzen entfuhr meiner Kehle. Wann wird meine Arbeit endlich zur Gewohnheit werden? Andere gewöhnen sich auch an ihren Arbeitstrott. Sie machen alles automatisch, ohne einen Gedanken an die Folgen zu verschwenden. Berufsblindheit nennt man das.
 Ich folgte den Straßen und Gassen, bis ich mein Ziel erreichte: eine kleine, abseitsstehende Blockhütte. Im Schatten der Bäume, die eng auf dem Grundstück nebeneinander standen, schlich ich zur Eingangstür. Die saftigen Blätter wehten im Wind. Dank meiner dreiwöchigen Spionage, kannte ich den Tagesplan meines Opfers wie meinen eigenen. Ich wusste, dass er momentan noch auf der Arbeit war. Außerdem hatte ich herausgefunden, wo es seinen Zweitschlüssel aufbewahrte. Ich zog einen Plastikbeutel aus meiner Hosentasche und holte ein Paar Socken heraus. Ich bewahrte sie in solch einer Tüte auf, um sicher zu gehen, dass keine Haare oder ähnliches von mir daran klebten. Ich zog sie über meine Turnschuhe. Als nächstes streifte ich Handschuhe über, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Bevor ich nach dem Schlüssel im Blumentopf suchte, versteckte ich meine Haare unter der Kapuze meines Hoodies und zog sie fest zu. Ich sah mich vorsichtshalber noch einmal um, obwohl mich niemand sehen konnte, da die Eingangstür durch die dicht stehenden Bäume verdeckt war. Vorsicht öffnete ich die knarzende Tür. Ich hielt sie ein Stück weit auf, um den Schlüssel zurück in den Blumentopf legen zu können. Danach ging ich vorsichtig hinein. Leise schloss ich hinter mir die Haustür, falls doch jemand daheim sein sollte. Ich überlegte, wo ich mich am besten verstecken sollte, ohne entdeckt zu werden. Ich entschied mich für die Abstellkammer im Erdgeschoss. Nachdem ich sie gründlich inspiziert hatte, merkte ich, dass er mich nicht entdecken konnte, selbst wenn er die Tür öffnete und hereinkam. Hinter der Tür befand sich nämlich eine große Nische, wahrscheinlich um zu verhindern, dass die Tür die Wand beschädigte. Mein Versteck war also gefunden, nun galt es eine Minikamera im Wohnzimmer anzubringen. Ich ging also in den großen Raum, um eine geeignete Stelle zu finden. Ich installierte sie gegenüber des Fernsehers, sodass sie die Couch perfekt abbildete. Ich prüfte kurz auf meinem Handy, ob sie funktionierte. Nachdem ich den Winkel noch etwas verändert hatte, begab ich mich in die Küche. Dort suchte ich nach dem Kaffee, den er täglich trank, wenn er von Arbeit kam. Ich wurde schnell fündig, da ich mit dem Fernglas immer beobachten konnte, aus welchem Schrank er das braune Pulver holte. Ich öffnete die angefangene Tüte und holte aus meinem Täschchen einen Beutel mit ebenso braunem Pulver. Allerdings waren das zerstampfte, sehr starke Schlaftabletten, die ich mit Lebensmittelfarbe gefärbt hatte. Ich verteilte die Medizin großzügig in der Tüte und stellte sie zurück in den Schrank. Ich seufzte. Eine Überdosis würde es auch tun, aber leider muss ich das Opfer so töten, wie es der Klient verlangte. Ich räumte meine Sachen zusammen und versteckte mich in der Abstellkammer.
Gegen 20 Uhr hörte ich das Klacken Haustür. Danach vernahm ich ein geschafftes Stöhnen. Wenig später lief bereits die Kaffeemaschine.
Perfekt. Alles lief genau nach Plan.
 Ich beobachtete auf meinem Handy, wie er mit einer Tasse Kaffee in der Hand vor dem Fernseher lag. Ich amüsierte mich über seine Gelassenheit, wobei sein Tod doch immer näher rückte. Ich holte aus meinem Täschchen nun das Mordinstrument hervor. Eine Spritze, die komplett mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war. Die Nadel war hauchdünn, sodass ein Einstich nach wenigen Sekunden verschwinden würde.
 Als ich das nächste Mal auf mein Handy blickte, hatte er den Kaffee schon vollständig ausgetrunken und schlummerte friedlich auf der Couch. Ich wartete noch eine Weile, ehe ich die Kammer verließ, um ins Wohnzimmer zu schleichen. Dort hörte ich mein Opfer schnarchen und war mir sicher, dass er nichts mitbekommen würde. Ich suchte in seiner Ellenbeuge nach einer deutlich hervortretenden Vene. Dort setzte ich die Nadel an und injizierte ihm die komplette Dosis, damit sie auch sicher tödlich wirkte. Ich verstaute die Spritze wieder in meiner Tasche. Kurz überkamen mich Zweifel, ob der Einstich wirklich verschwand, bevor der Mann das Zeitliche segnete, aber ich hatte keine Wahl gehabt. Das Mittel wirkte nur tödlich, wenn es direkt ins Blut gelangt. Ein versteckter Stich zwischen den Finger hätte nicht ausgereicht. Ich sammelte meine Minikamera wieder ein, überprüfte noch mal alle Räume nach Spuren von mir und sackte das Kaffeepulver ein, falls noch Reste von Schlaftabletten darin enthalten waren. Als ich mir sicher war, dass nichts auf meine Anwesenheit schließen lassen würde, verließ ich das Haus Die Tür rastete hinter mir im Schloss ein. Ich sprang von der Holzveranda und lief über das dunkle Grundstück auf eine Gasse zu. Ich verschwand in den Schatten, zog Socken sowie Handschuhe aus und lockerte die Kapuze meines Hoodies. Mein Herz raste erneut durch das schlechte Gewissen. Auf dem Weg zur Straßenbahn rezitierte ich mein Mantra im Kopf. Sieben Jahre Morden und immer noch quälen mich die Gewissensbisse. Würde mein Chef davon erfahren, würde er mich persönlich umbringen. Ich schüttelte den Kopf. Du tötest nur Menschen, die es verdient haben. Menschen, die der Gesellschaft schaden. Das ist das Gesetz unserer Firma.
Zu Hause legte ich mich nach einer dampfenden Dusche ins Bett. Es dauerte eine Weile, ehe ich einschlafen konnte.
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Austrobass
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BeitragVerfasst am: 06.08.2018 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich Colombo wäre, würde es mich wundern, wie der Ermordete den Kaffee gemacht hat, wenn Du das Kaffeepulver verschwinden läßt. Wink Vielleicht auch die Spuren vom Kaffeetrinken entfernen (Kaffeehäferl auswaschen und wieder verstauen? Oder noch einen Kaffee herunterlassen?)

liebe Grüße

Martin


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Noctis
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BeitragVerfasst am: 06.08.2018 22:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guter Einwand o:
Okay da lass ich mir noch was einfallen.^^
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Catalina
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BeitragVerfasst am: 07.08.2018 15:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, Deine Überarbeitung macht den Text um einiges glaubwürdiger!
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Noctis
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 18.08.2018 14:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ^^
Ich entschuldige mich für die lange Pause und das lange Schweigen, aber die Arbeit kam mir in die Quere und hat alle Pläne zunichte gemacht. Hier ist die Fortsetzung vom Text. Ich wünsche euch allen viel Spaß. (:

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
Noctis


Am übernächsten Morgen wurde ich gegen acht Uhr vom klingelnden Wecker aus dem Schlaf gerissen. Putzmunter kroch ich aus dem Bett und machte mich für die Schule fertig. Nachdem alles erledigt war, verließ ich das Haus und schnappte mir die Zeitung aus dem Briefkasten. Ob mein Opfer schon gefunden wurden? Nein. In den Eilmeldungen ging es lediglich um Tierquälerei. Ich warf die Zeitung unterwegs in einen Mülleimer und erreichte wenig später die Schule.
Als ich das Klassenzimmer betrat, war irgendetwas anders als sonst. Ich konnte nicht genau sagen was, aber die Atmosphäre fühlte sich seltsam an… Angespannter als normalerweise. Als wäre irgendwas Schlimmes passiert. Ohne mir meine Anspannung anmerken zu lassen, nahm ich Platz. Was konnte nur vorgefallen sein? Ich blickte mich im Raum um und bemerkte, dass andere Schüler offenbar genauso verwundert waren, jedenfalls zeugten ihre entgeisterten Gesichtsausdrücke und die hin und her sausenden Pupillen davon. Nach genauerem Überlegen stellte ich fest, dass es sich dabei ausschließlich um Klassenkameraden handelte, die genau wie ich die ersten beiden Stunden regulär frei hatten. Also schien am Morgen tatsächlich etwas passiert zu sein. Nicht, dass es mich interessieren würde. Andere sahen das offenbar anders. Sofort als der Lehrer das Klassenzimmer betrat, hob jemand seine Hand.
„Sagen Sie… Ist irgendetwas passiert? Irgendwas kommt uns komisch vor“, fragte der Schüler nach Aufforderung.
„Dann warst du heute früh also nicht da? Die Polizei war hier.“
Ich horchte auf. Die Polizei? Was könnte sie gewollt haben? Haben sie die Leiche doch schon entdeckt und irgendetwas gefunden, was zur Schule führen könnte? Unmöglich, ich hatte alle Spuren perfekt beseitigt. Ich konnte eine kleine Anspannung nicht vermeiden, doch gleichzeitig wuchs der Nervenkitzel. Hat die Jagd begonnen?
„Weswegen?“, fragte ein anderer Schüler.
„Es gab einen Mord. Aus taktischen Gründen wird man nichts in die Zeitung schreiben, aber man vermutet, es handele sich beim Täter um jemanden aus dieser Schule.“
Tatsächlich. Doch wie haben sie es herausgefunden? Ich grübelte, doch mir wollte nichts einfallen. Ich lächelte in mich hinein. Sie haben ihren Überraschungseffekt zunichte gemacht. Ich wusste, dass sie die Leiche gefunden hatten. Was dachte sich die Polizei dabei? Sie stellen die Tat nicht in die Zeitung, um den Täter nicht zu warnen, verkünden aber offen, dass sie einen Schüler verdächtigen? Das machte keinen Sinn. Es sei denn… Hofften sie etwa, dass der Täter plötzlich die Schule meidet? Wochenlang schwänzt? Nun gut, das wäre wohl sehr wahrscheinlich, aber für wie dumm halten sie mich eigentlich? Ich werde mit Sicherheit nicht in ihre Hände spielen, doch trotzdem beunruhigte es mich, dass sie meine Spur so schnell bis zur Schule verfolgen konnten.
Während ich in Gedanken versunken war, bekam ich nur bruchstückhaft mit, wie weitere Fragen meiner Mitschüler beantwortet wurden. Sie löcherten den Lehrer die restliche Doppelstunde mit ihrer Neugier, aber ich zog mich in meine Gedankenwelt zurück und überlegte, was ich am besten tun sollte.

Irgendwie gelang es mir, meine Aufregung zu verbergen. Obwohl ich normalerweise die Ruhe in Person bin, muss ich doch zugeben, dass mich die ganze Situation beunruhigt, nervös macht. Deswegen hatte ich beschlossen, meinen Chef anzurufen. Dies war mir normalerweise untersagt, es sei denn, es handele sich um einen absoluten Notfall. Ich ging also nach Hause, schnappte mir etwas Geld und ein uraltes Handy. Danach trottete ich langsam Richtung Stadtzentrum, um mir in einem Telefonladen eine SIM-Karte zu kaufen. Ich machte mich wieder auf den Heimweg und baute währenddessen die Karte in das Handy ein. Nachdem ich das Haus betreten hatte, wählte ich sofort die Nummer meines Chefs. Es vergingen Minuten, bis er den Hörer abnahm.
„Was gibt es?“, fragte eine raue Stimme.
„Es gibt ein Problem. Der Auftrag war erfolgreich, soweit ich weiß, habe ich auch alle Spuren restlos beseitigt, aber…“
„Was aber? Sag mir nicht, du bist aufgeflogen.“
„So würde ich das nicht sagen. Die Polizei weiß lediglich, dass es sich beim Täter um einen Schüler meiner Schule handelt. Sie werden sicher Undercover agieren.“
„Das ist wirklich seltsam. Selbst wenn du Spuren hinterlassen hättest, wie sollten sie auf deine Schule kommen?" Mein Chef machte eine Pause. Ich hörte ihn fluchen und husten. "Nicht, dass Informationen durchsickern. Ich lasse das umgehend prüfen. Verhalte dich so lange unauffällig, verändere nichts an deinem Verhalten und erfülle weiter deine Aufträge. Ich melde mich.“
Danach legte der Mann, der mich so eiskalt erzogen hatte, den Hörer auf. Ihm ging es nicht um mein Wohl, wenn er sich der Angelegenheit annahm. Es ging lediglich um seinen eigenen Profit. ich zuckte die Schultern. Ich war es schließlich gewohnt, ein bloßes Werkzeug zu sein, dessen Zweck es war, zu töten. Manchmal fragte ich mich, ob ich nur aus diesem Grund, auf dieser Welt weilte, doch mir wollte einfach kein anderer einfallen. Ich atmete einmal tief durch und zerstörte dann die SIM-Karte. Danach ging ich noch einmal zum Briefkasten, um nach neuen Aufträgen zu schauen. Tatsächlich befanden sich darin zwei kleine Zettel. Zwei? Das war ungewöhnlich. Normalerweise gab es immer nur einen, auf dem Name und Adresse der Ziele sowie die gewünschte Art des Todes standen. Ich holte beide heraus. Als ich wieder im Haus war, flogen meine Augen über das erste Stück Papier. Es nannte mir tatsächlich mein nächstes Opfer, das letzte für diesen Monat. Doch als ich die zweite Nachricht las, wurde mir  kalt. Mein Herz setzte einen Moment aus.
„HAB ICH DICH“ stand dick darauf geschrieben. Wer könnte das gewesen sein? Außer meinen Mitschülern und meinem Chef sollte ich niemand weiter kennen. Familie habe ich auch keine. Meine Eltern haben mich als kleines Kind ausgesetzte, sich nie für das Leid interessiert, das mir während meines Trainings widerfahren war. Könnte jemand meine Identität aufgedeckt haben? Ich schüttelte den Kopf. Der Einzige, der von meinem Beruf wusste, war mein Chef. Nicht einmal seine Kollegen kannten mich, genauso wenig wie ich andere Auftragskiller kannte. Dies tat man aus Sicherheitsgründen. Damit niemand andere auffliegen lassen konnte. Hat mich jemand bei einer Tat erkannt? Unmöglich. Ich prüfe die Umgebung immer sorgfältig und selbst wenn: Man hätte weder mein Gesicht erkennen noch meine Adresse  herausfinden können. Handelte es sich also um irgendeinen kranken Stalker? Spielte jemand ein Spiel mit mir? Wusste er wirklich von meinem Handwerk? Meinetwegen sollte er tun, was er nicht lassen kann. Er wird die Konsequenzen schon zu spüren bekommen. Selbst wenn er mir etwas tun sollte, wäre es mir egal. Ich bin lediglich ein Werkzeug, ein Gegenstand, der nicht am Leben hängt und der von niemandem vermisst werden würde. Mein Blick glitt ins Leere. Bin ich das wirklich? Oder stammt dieses Gefühl von den Jahren der Ausbildung zum Auftragskiller? Regel Vier: Vergiss deine Emotionen, folge dem Weg des Schattens.
Um der Grübelei zu entgehen, beschloss ich, mich meiner Arbeit zuzuwenden. Ich ging in mein kleines Wohnzimmer und setzte mich auf das Sofa. Dort klappte ich meinen Laptop auf, um mit der Recherche über mein nächstes Opfer zu beginnen. Da ich einen besonderen Status innerhalb meiner Beschäftigung innehatte, bekam ich nur bekannte Ziele. Das erleichterte die Recherchen enorm. Die meisten meiner Opfer veröffentlichten nämlich nahezu ihr gesamtes Leben im Internet. Lächerlich. Wie kann man alles, was man tut, im Netz preisgeben? Es ist ein leichtes, den Tagesablauf solch einer Person herauszufinden, ihr aufzulauern, sie auszuschalten. Aber das sollte nicht mein Problem sein. Im Gegenteil, es war mir eine gewaltige Hilfe.
Ich fand heraus, dass es sich bei meinem Ziel um einen wohlhabenden Arzt handelte, dessen Ruf immer mal wieder in Verruf geriet. Alle paar Monate wurde ihm Pfuscherei vorgeworfen, die jedoch durch gute Anwälte  abgewiesen werden konnte. Ob es sich beim Auftraggeber um einen unglücklichen Patienten handelte? Unwichtig, ich arbeite unabhängig von den Motiven unserer Klienten.
Nach weiterer stundenlanger Recherche hatte ich eine ordentliche Ansammlung an Informationen über mein neues Ziel. Der Arzt war Mitte 50, hatte zurzeit Urlaub, lebte in keiner festen Beziehung und seine Kinder wohnten nicht in der Nähe. Erschöpft von der langen Suferei im Netz lehnte ich mich zurück.Ich warf einen flüchtigen Blick auf die Uhr und stöhnte auf. Nach 23 Uhr. Ich ging rasch zu Bett, um morgen die nächsten Schritte meiner Arbeit einzuleiten.

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