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Autor Nachricht
Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 16.07.2018 14:48    Titel: über die zäune hinweg eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

I.
das sagbare
denken.
das unsagbare
dichten.

sich heilig halten
das
dasein
jenseits der fakten.

II.
wer tot ist wird besessen.
er kauert
in sich gerollt
wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng. sieh!
eine stimme soll er haben
dass er riefe;
enthülle dich welt. ich
bin der abbilder satt.

III.
orte. unbetreten
kein wort mehr verlangt
etwas.
hier will ich wagen
ein stück
vergänglichkeit.

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Tula
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 219
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 17.07.2018 00:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Patrick

für mich ein originelles Loblied auf die Dichtung! - sich jenseits der realen Fakten (und Sprache) zu halten, ist auf jeden Fall richtungsweisend und eine Erkenntnis, die bei jedem Hobbydichter Zeit braucht, um zu reifen smile

Bei Teil II muss ich etwas grübeln:

Zitat:
wer tot ist wird besessen


wo ich hier an die Sprache selbst denken muss, doch ist diese nie tot, aber sinngemäß im täglichen Gebrauch mitunter recht verschlafen

Teil III finde ich großartig! - der vergängliche Ruhm, welch' Dichter möchte ihn nicht gern wagen?

Sehr gern gelesen

LG
Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 17.07.2018 17:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Tula!
Ich bin ja ein klein wenig stolz auf mich.
Ich habe mal ein Gedicht geschrieben, das verstanden werden kann und sich nicht in kryptischen Bildern verliert lol2

Nur kurz noch zur Nummer II.
Die erste Zeile, bis hin zu "sieh!" richtet sich tatsächlich auf den Menschen.
Tot bedeutet hier natürlich nicht den wirklichen Tod, der nach dem Sterben kommt, sondern einen Menschen, dessen Sprachgebrauch bloß Sachverhalte (im sinne Wittgensteins) wiedergibt. Dem also die, sagen wir, Mystik der Spracherfahrung nicht zugänglich ist, der bloß abbildet.

L.G
Patrick
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5324
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 17.07.2018 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

So lese ich das:

Den Titel verstehen ich gerne als ein über Zäune springen, ein aktives Tun und Erleben. Bei dem Worte gar nicht wichtig sind.

Der erste Sprachzaun, der übersprungen wird, ist der, der Äußerungen mit Fakten gleichsetzt. Fake news machen deutlich, dass das nicht immer so ist. Aber auch wenn, grenzen Worte, Fakten, ein. Also drüber springen.

Zaun II ist der, der Worte als Abbilder präsentiert. Wer da nicht drüber springt, bleibt ein Ball, der regelrecht in Tore gespielt wird. LDu wird aufgefordert, mit eigener Stimme zu springen, die Welt dabei nicht als Abbild wahrzunehmen.

Nach dem Sprung über den dritten Zaun gelingt es, und es braucht der Worte eigentlich  nicht mehr. Was bleibt, ist der vergängliche Moment. Auf eigene Art einfach erlebt.
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 17.07.2018 23:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo firstoffertio

Danke dass du deine Gedanken dagelassen hast.
Man kann das Gedicht durchaus so lesen. Ich möchte aber betonen das jeglicher Bezug zur Gesellschaftlichen Debatte, Politik (fake news) dem existenziellem Tun und lassen usw. von mir nicht beabsichtigt war. Ich wollte über das Gedicht selber schreiben und über mich und meine Position die das Dichten in sagen wir "philosophischer" hinsicht einnimmt.

Ich glaube ich schreibe einfach mal ein Prosa-Stück das alles hoffentlich eim wenig erhellt.
Zumindest wenn ich Zeit und Lust finde. Qualität kann ich nicht garantieren lol2

L.G
Patrick
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niko
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 60
Beiträge: 189
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 18.07.2018 08:22    Titel: Antworten mit Zitat

das ist wirklich hervorragend, Patrick!

unkryptische texte tuen dir gut! und der text ist dennoch reich und dicht! auch das gestorben / besessen....genau richtigso, wie ich meine!
die art der darstellung eines (inneren) ichs ist wirklich gelungen! ein "sein" über die eigenen grenzen hinweg.... man sollte es immer versuchen, über seine zäune zu springen, sich aller einfriedungen zu entledigen...

I.
das sagbare
denken.
das unsagbare
dichten.

eigentlich eine logische und schlichte aussage für uns kreative. aber in dieser schlichten klarheit ist es umwerfend (für mich).

sich heilig halten
das
dasein
jenseits der fakten.

"sich heilig halten" - hm.....es hat etwas von "sich ehrlich machen" mir liegen solche konstrukte weniger. aber die aussage hier gefällt mir gut.

II.
wer tot ist wird besessen.
er kauert
in sich gerollt
wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng. sieh!
eine stimme soll er haben
dass er riefe;
enthülle dich welt. ich
bin der abbilder satt.

"er kauert" bräuchte es meiner meinung nach nicht. es würde diesen absatz noch verdichten, was ihm gut täte. ich persönlich, der zudem immer ohne interpunktion schreibt, ist dieses "sieh" zuviel. eie aufforderung, ein zwang, genau hinzusehen....warum? der leser tut es doch gerade intensiv! die letzten beiden zeilen sind auch wieder wirklich gut, auch wenn du da ins nahezu kryptische abgleitest. Wink  

III.
orte. unbetreten
kein wort mehr verlangt
etwas.
hier will ich wagen
ein stück
vergänglichkeit.

das wort "etwas" ist im grunde überflüssig. vielleicht täte es dem text gut, wenn die zwei letzten zeilen nicht da wären. aber da bin ich mir selbst nicht ganz sicher...

großes kino, mein lieber!

herzlichst - niko


_________________
Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 18.07.2018 21:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dankeschön niko smile

Du sprichst einen wichtigen Punkt an. Mich hat an Teil II. irgendetwas gestört, durch deinen Kommentar bin ich nochmal auf das "sieh" aufmerksam geworden und empfinde es nun als den Störfaktor den ich vorher nicht ausfindig machen konnte. Nun halte ich ein Verbindungswort zwischen Zeile 6 und 7 aber für notwendig, sonst klingt es so abgehackt. Klänge:
...
wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng, GELENKT.
eine stimme SOLLTE er haben
....

besser?

Fragende Grüße
Patrick
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niko
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 60
Beiträge: 189
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 18.07.2018 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

"gelenkt" klingt mirpersönlich etwas hart,was denkst du über "geführt"? esklingt etwasmilder, finde ich. vom sprachrhythmus würde es passen.oder?

herzlichst - niko


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niko
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 60
Beiträge: 189
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 18.07.2018 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

"gelenkt" klingt mirpersönlich etwas hart,was denkst du über "geführt"? esklingt etwasmilder, finde ich. vom sprachrhythmus würde es passen.oder? das"soll"könnte trotz allem meiner meinung nach verbleiben.

herzlichst - niko


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1393
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 19.07.2018 16:29    Titel: Re: über die zäune hinweg Antworten mit Zitat

Patrick Schuler hat Folgendes geschrieben:
I.
das sagbare
denken.
das unsagbare
dichten.

sich heilig halten
das
dasein
jenseits der fakten.

II.
wer tot ist wird besessen.
er kauert
in sich gerollt
wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng. sieh!
eine stimme soll er haben
dass er riefe;
enthülle dich welt. ich
bin der abbilder satt.

III.
orte. unbetreten
kein wort mehr verlangt
etwas.
hier will ich wagen
ein stück
vergänglichkeit.


Grüß dich, Patrick,

schön, dass du wieder mehr unter Leute gehst.  smile

Das Gedicht gefällt mir in seiner Gesamtheit sehr gut. Ein paar Kleinigkeiten finde ich sprachlich ungenau - über die könntest du nachdenken, falls es beliebt:

Zitat:
das sagbare
denken.
das unsagbare
dichten.

sich heilig rein (?)halten
das
dasein
jenseits der fakten.

II.
wer tot ist wird besessen. verstummt (?)
er kauert
in sich gerollt
wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng. sieh!

wie ein ball,
den man stößt. auf bahnen
eng, gelenkt.
eine stimme sollte er haben (bereits nachgebessert)

dass er riefe;
enthülle dich welt. ich
bin der abbilder satt.

III.
orte. unbetreten
kein wort mehr verlangt
etwas.
hier will ich wagen
ein stück
vergänglichkeit.


Ein sehr schönes Stück Lyrik. love smile extra

Liebe Grüße
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 19.07.2018 17:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo niko
Ich bevorzuge "gelenkt".
"geführt" ist nicht nur klanglich, sondern auch inhaltlich milder. Es klingt zu sehr nach "an der hand nehmen " Dabei möchte ich ja auf eine etwas wenigwr milde Fremdeinwirkung hinaus smile

L.G
Patrick
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Patrick Schuler
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Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 19.07.2018 17:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo menetekel

Die oben angesprochene Stelle wird übernommen.

Du hast auch sehr recht, "sich heilig halten" das klingt nicht, zumindest nicht nach 21tem Jahrhundert und bleibt ungenau."Rein " ist ein schöner Vorschlag, bezeichnet er doch sowohl die Abwesenheit der angeprangerten Sprache als auch deren authentisches Gegenteil.

Ich werde das übernehmen.

L.G dir
Patrick
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Patrick Schuler
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 23
Beiträge: 34



BeitragVerfasst am: 19.07.2018 17:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das ganze also als Antwort. Ich kann den Beitrag ja nicht mehr überarbeiten.

I.
das sagbare
denken
das unsagbare
dichten

sich rein halten
das
das dasein
jenseits der fakten.

II.
wer tot ist wird besessen
er kauert
in sich gerollt
wie ein ball
den man stößt. auf bahnen
eng, gelenkt
eine stimme sollte er haben
das er riefe
enthülle dich welt.
ich bin der abbilder satt

III.
orte. unbetreten.
kein wort mehr verlangt
etwas.
hier will ich wagen
ein stück
vergänglichkeit.
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 19.07.2018 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich freu mich, dass das "heilig" weg ist. Das war ein guter Vorschlag von menetekel.
Nun ist da ein überflüssiges "das". Wirst es schon gemerkt haben.

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