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ich weiß ...


 

 
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Autor Nachricht
Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 529
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 29.05.2018 00:53    Titel: ich weiß ... eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

ich weiß ...


dein Haar war damals wirklich seiden
das ptolemäische Vermächtnis

und Mondstein perlte
auf deiner Haut
bei jedem Griff
von mir
mitunter grob

ich weiß … ich weiß
die Zeit

vergilbt selbst Seide
trübt den Stein

was blieb?

dein süßer Duft

und eine sanfte Gier
nach dir



_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 29.05.2018 08:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tula,

ein wunderbarer Beginn: dieser Morgen mit der Sonne auf dem Frühstückstisch und diesen feinen Zeilen.

Da erinnert sich ein LI, lässt seine Gedanken zurück schweifen, sucht vielleicht ein paar Gewissheiten, Gewissheiten so seiden, wie das "ptolemäische Vermächtnis". Das steht hier inhaltlich wie klang sich richtig gut.

i
Zitat:
ch weiß ...


dein Haar war damals wirklich seiden
das ptolemäische Vermächtnis



Die Textmelodie der ersten (langen) Zeile, ein feines leises Dahinwellen, für mich passend zum Treiben der Gedanken. Das "seiden" fließt" trotz Doppellesbarkeit fast unauffällig zwischen beiden Zeilen hin und her und tritt als Stilmittel in den Hintergrund. Ebenso gut finde ich dann das Anhalten des "Fließens" in den  Worten:  "ptolemäische Vermächtnis". Sie liegen wie Kiesel im Flussbett.

Das ist mal ein Einstieg, der nach mir greift und mich in den Text holt.  

Zitat:
und Mondstein perlte
auf deiner Haut
bei jedem Griff
von mir
mitunter grob


Es folgt eine Erinnerungssequenz. Stückweise stellt sie sich ein in kurzen Zeilen.

(Ich bin geneigt, hier ein Präsens zu setzen, das LI in das damals kurz eintauchen zu lassen und das "von mir" wegzulassen, die entstehende Leerzeile aber als "Denkpause" besteht zu lassen. Für mich wäre das Bild dann nicht so eng und etwas schwebender. Ist nur so ein Gedanke.)

Zitat:
ich weiß … ich weiß
die Zeit


Ein schönes Innehalten. Gehe da gerne im Schritttempo des LI mit.

Zitat:
vergilbt selbst Seide
trübt den Stein

was blieb?

dein süßer Duft

und eine sanfte Gier
nach dir



Ja, was bleibt? Ein süßer Duft und eine sanfte Gier. Das sagt doch alles.

("nach dir", ist ein ZUVIEL für mich. Das schnürt den Sack zu. Auch hier die Frage: Warum Vergangenheit?)

Feine unaufgeregte Zeilen.Gerne gelesen.

Liebe Grüße Aranka


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1872
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 29.05.2018 08:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tula,

Arankas kritischen Anmerkungen schließe ich mich an.
Präsens wäre auch aus meiner Sicht dienlicher und der letzte Vers redundant.
Aber ebenso stimme ich den "guten" Worten zu: Ein anmutiges, leicht ironisches Werk. smile extra

Herzliche Grüße
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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Tr1ckSh0t
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 18
Beiträge: 82
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 29.05.2018 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Tula

Wirklich sehr schön
Die erste Zeile schien mir irgendwie seltsam geschrieben doch mir gefiehl das Wort "seiden" und auch wie es wieder aufgegriffen wird.
Die Erinnerung an eine einst brennende Liebe,Zuneigung etc. die mit der Zeit verblasst aber nicht ganz verschwindet.
Die Kombination der Worte sanft und Gier zusammen mit "mitunter grob" fügen etwas düsteres hinzu. Ein Fehler, den das LI gemacht hat, bald wieder machen wird? Oder nur gewöhnlicher Alltag?

Am besten gefällt mir dieser Abschnitt

und Mondstein perlte
auf deiner Haut
bei jedem Griff
von mir
mitunter grob

Danke für die schönen Zeilen.

LG
Trickshot


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NVRMND
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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 529
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 29.05.2018 23:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Aranka und liebe Menetekel

vielen Dank euch beiden! - die Vorschläge zur Kürzung der beiden Stellen nehme ich gern an, in der Tat sind diese redundant:

ich weiß ...


dein Haar war damals wirklich seiden
das ptolemäische Vermächtnis

und Mondstein perlte
auf deiner Haut
bei jedem Griff
mitunter grob

ich weiß … ich weiß
die Zeit

vergilbt selbst Seide
trübt den Stein

was blieb?

dein süßer Duft

und eine sanfte Gier



Was den Präsens in der zweiten Strophe angeht, da hadere ich noch etwas. Meine Befürchtung ist, dass manche Leser dann nicht mehr erkennen, dass es sich um eine Erinnerung handelt. Muss ich noch durchsickern lassen.

LG
Tula


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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 529
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 29.05.2018 23:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Trickshot

Dank auch dir.
Zitat:

Die Erinnerung an eine einst brennende Liebe,Zuneigung etc. die mit der Zeit verblasst aber nicht ganz verschwindet.


Nun ja, ich bin lange genug verheiratet und weiß um die pheromonischen Geheimnisse des Lebens Rolling Eyes

LG
Tula


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