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Gewiss nicht Weiß


 
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 57
Beiträge: 430
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 06.05.2018 19:00    Titel: Gewiss nicht Weiß eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.








Gewiss nicht Weiß

 Es zieht aus meiner Westentasche. Wesen
die träumend einst im Kambrium gekreist,
ins Freie, wo sie erst nichts weiter speist
als Langmut. Und längst Ansässige lesen

ihre Spur, die Abdrücke alter Zeiten
im Sediment von Edens Schlangenspiel
und hoffen auf ein irdenes Fossil.
Im fahlen Ton durch Druck gepresster Seiten

entscheidet sich ob Falter oder Schneck
ein Himmelstümmler, Paradiesengeck,
darin pastellen die ganze Palette.

Auch mein Papier ist mir partout zu weiß,
solange nicht darauf der bunte Kreis,
ist‘s mir als ob ich sie nicht alle hätte.

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5940
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ein schönes Sonett, das einen ziemlich großen zeitlichen Rundumschlag (bunten Kreis) macht.

Schön die Mehrdeutigkeiten von Druck, Abdruck. (Fossilien, Bücher), die Palette von Himmelstuemmlern, Paradiesengecken (und was sonst noch).

LI ein Sammler, der alle haben wollte auf dem Papier, weil er/sie bunt mag.

Ein bisschen zu wenig ungewiss ist mir dies. Aber sprachlich gefällt's.
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1927
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zentrale Rolle des Themas Un-Gewissheit - Hier brauche ich eine ganze Weile, bis ich sie entdecke, diese schöne leise Spannung gespannter Un-Gewissheit und als ich sie entdecke, bin ich regelrecht entzückt von diesem Stück. Ja, hier ist die zentrale Rolle sehr schön, sehr leise, unaufgeregt, fast unspektakulär und dabei fast großartig poetisch getroffen. Gefällt mir sehr.


Einarbeitung des Zitats - Inhaltlich sehr gut, technisch nicht perfekt eingefügt. Irgendwie sticht die Zeile dann doch heraus, weil sich hier irgend etwas am sprachlich-klanglichen Gesamtgefüge ändert.  Vielleicht ist es auch das "Auch", das davor gesetzt wurde? Bin mir nicht sicher.


Lyrischer Gesamteindruck - Sehr schön. Auf den zweiten, dritten Blick, gelingt es mir, aus meinem immer nur Halbwissen heraus ein Sonett zu erkennen und ich meine einschätzen zu können, dass es als solches schon recht gelungen ist: die unaufdringlichen Reime, der leise inhaltliche Bruch in den Terzetten. Was mir noch etwas zu holpern scheint, ist der sprachlich-klangliche Rhythmus. Ich fliege hier öfter mal raus, hier zum Beispiel:

Zitat:
ihre Spur, die Abdrücke alter Zeiten


oder hier:

Zitat:
darin pastellen die ganze Palette.


die Verse laufen nicht ganz rund.

Aber im Ganzen ist das eine poetische Szene, die mir gefällt. Und vor allem die letzte, doppelsinnige Zeile kann mich regelrecht begeistern, denn sie ist humorig und bricht dennoch nicht mit der selbstvergessen-stillen Szenerie, die das spannungsvolle Kramen im Erdaltertum, das Geheimnis, das Un-Gewisse schwebend festgehaltene so schön einfängt.


_________________
when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4399
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 14.05.2018 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

-

Hallo Inko,

okay,  der optischen Form nachgaukelnd, soll das Stück wohl Richtung Sonett gehen [ auch brav kampf-gereimt, seltsame Kommas, seltsame Umbrüche ... ] ... mMn formal wie auch inhaltlich fernab davon; geht's mir hierbei auch zu Null um klassische Korsette,

ungeachtet dessen, ist mir der Inhalt gänzlich unklar.

Haben nun die Dichterahnen Dichterei umgesetzt?  / Langmut ??? ... im Sediment von Edens Schlangenspiel ???

oder wird Dichterei erst sinnig, wenn (heutzeitlich) gedruckt?

umso mehr, dichtet nun tatsächlich LI etwas aufs Papier ... oder bleibt's nur beim faselnden Konjunktiv?

Ist mir ehrlich keine Linie vorhanden, liegt bestimmt an mir   Wink

... auch diese Konstruktion z.B. :  im Sediment von Edens Schlangenspiel  / ’von’ plus Genitiv blubbert aaaarg in meinem Magen.



Gruß Stimmgabel ...

-


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2682

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

just points smile
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1786
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BeitragVerfasst am: 15.05.2018 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ein amüsantes und klangvolles Sonett, das mir nach dem fantasievollen Michel klingt ...
Doch wer und wie auch immer ...: Gut. Sehr sogar. Doch erst

Zitat:
im fahlen Ton der wertgepixten Zahlen
wird sich entscheiden:  Falter oder Schneck


 Twisted Evil
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 57
Beiträge: 430
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 17:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

.

Ja was ist denn hier los gewesen? Schon im ersten Quartett ein Holperer im Metrum... Shocked

Was, wenn Knück vorbeihoppelt - durch dieses Jambental? (Ich könnte Absicht vorgeben). Ja, stilbildender Stilbruch am Jambus!
Doch es hat solche hervorragenden Werke links und rechts... Surprised
Also, bisschen mehr Fokus und ansonsten mehr Weite, dann könnte es sonett daherkommen. Übe!

 Rolling Eyes


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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 38
Beiträge: 1223
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 21:33    Titel: Re: Gewiss nicht Weiß Antworten mit Zitat

Hm ... vor hundert Jahren wäre ich von deinem Werk bestimmt begeistert gewesen.
Ist alles sehr gut ins Korsett gezwängt. Mich fasziniert das sehr, diese Genauigkeit in der Ausformung, alles sehr ordentlich durchdacht. Aber so überhaupt nicht mein Geschmack.

Inhaltlich finde ich es interessant, dass von träumenden Wesen die Rede ist, aus denen dann Erde und Leben entspringt und eben auch die Spuren. Sie hinterließen Spuren für uns, die wir (an)schauen können. So lese ich den Text.
Zum Schluss dann das LI-Empfinden, dass es, wenn es nicht kreativ tätig ist, das Papier befüllt, dann diese Wesenshaftigkeit die aus der pastellenen Palette der Natur spricht, nicht ergreifen kann. Ein LI, das sich dessen bewusst ist, wie es Bewusstsein erlangt.

Der Inhalt ists, der mich dazu bringt, diesem Text 6 Punkte zu überreichen - ausschließlich. Weil mich die Form tatsächlich überhaupt nicht überzeugt. Ich hoffe Text kann was damit anfangen.


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Hand_Tuch

Mein salzig nasses Haar
und deine Füße frieren nicht mehr
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 00:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Formal bedient der Text die Kriterien eines Sonetts: zwei Quartette, zwei Terzetten, gereimt, fünfhebige Jamben, wenn es auch hier und da metrisch holpert.
Ob der Inhalt jedoch der inneren Struktur eines Sonetts entspricht?
Ich sehe es nicht wirklich.

Die Eingangszeile ist frisch und reizvoll:

Zitat:
Es zieht aus meiner Westentasche. Wesen


Dieser originelle Einstieg klingt verheißungsvoll und ich war gespannt.  Doch dann verändert sich  Ton und  Sprache. Der Text fällt in Duktus und Wortwahl in eine auffällige Getragenkeit.

Worte wie „längst Ansässige / Abdrücke alter Zeiten / Edens Schlangenspiel“ liegen schwer und fern im Text und erreichen mich in ihrer Aussage nicht wirklich.

Der Versuch, das Zitat in den Text einzuarbeiten wirkt sehr gewollt.
Für das „auch“, mit dem das Zitat angeschlossen wird, gibt es im Text keinen logischen Anschluss.

Inhaltlich kann ich nicht viel entnehmen.
Das Spärliche, was ich zu erfassen glaube ist in wenigen Worten gesagt: der Text greift die Tatsache auf, dass bereits im Kambrium  die Bauformen aller heutigen Tierformen entstanden. Wohin der Text dies jedoch führen will, bleibt mir im Dunkeln. Das mag durchaus an mir liegen.

Hier bin ich sehr gespannt, etwas von den anderen zu lesen und auch vom Autor zu hören. Vielleicht gelingt mir dann ein besserer Zugang.

Gruß Aranka


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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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d.frank
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Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 19.05.2018 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Das Leben ist bunt?
Ich muss zugeben, dass ich mit der Interpretation hier so meine Probleme habe.
Das ist wieder so ein Stück, wo ich mir jede Zeile einzeln heranziehen muss und die Bedeutung dahinter nur vermuten kann.
Also:

Zitat:
Es zieht aus meiner Westentasche.


Das klingt nach Leichtigkeit. Das Es in der Zeile setzt noch einen drauf, weil aus einer aktiven Handlung ein Geschehen macht. Was immer da aus der Westentasche hervorkommt, es sprudelt einfach.

Zitat:
die träumend einst im Kambrium gekreist,


Ebenfalls eine Dopplung. Das Kambrium, aller Entwicklung Anfang und dann auch noch träumend, nicht fassbar,  ganz und gar erdacht

Zitat:
ins Freie, wo sie erst nichts weiter speist
als Langmut.


Die Gedanken haben den Weg hinaus gefunden und dann werden sie von Geduld getragen?

Zitat:
Und längst Ansässige lesen


Sie vermischen sich mit dem schon Vorhandenen? Oder sie werden wortwörtlich von außen gelesen?

Zitat:
ihre Spur, die Abdrücke alter Zeiten
im Sediment von Edens Schlangenspiel


Wahrscheinlich kann man das zweideutig auslegen, weil es ja abgetrennt wird.
Das Sediment als Pol zum Kambrium und doch geht es um Menschliches, Edens Schlangenspiel.

Zitat:
und hoffen auf ein irdenes Fossil.
Im fahlen Ton durch Druck gepresster Seiten


Alles so archäologisch Question
Der Künstler ist ein Archäologe?
Ja, das ist er!
Der letze Vers ist wunderbar offen. Es geht ja um die Suche. Und dann sucht man nach diesem Fossil, Ton steht in Beziehung zu irden, aber auch in Beziehung zur Nuance, die da fahl scheint, weil sie gepresst wurde, durch Druck (den sprichwörtlichen oder den technischen, mit dem etwas zwischen Seiten gepresst wird)

Zitat:
entscheidet sich ob Falter oder Schneck
ein Himmelstümmler, Paradiesengeck,
darin pastellen die ganze Palette.


Entscheidet sich, ja!
Es gibt eine ganze Palette an Tönen, an Entscheidungen.

Zitat:
Auch mein Papier ist mir partout zu weiß,
solange nicht darauf der bunte Kreis,
ist‘s mir als ob ich sie nicht alle hätte.


Das Paradoxon des Künstlers?
Er sucht nach Wahrheit, nach Beständigkeit und will sich dabei nicht fesseln lassen. Seltsamerweise ist das, was er ausspuckt (oft sehr konfus, wenn er sich aller Töne der Palette bedient) gleichzeitig auch das, was in ihm Ordnung schafft.

Mit dieser Sichtweise gefällt mir das!
Auch die Archäologie ergibt dann einen weiteren Sinn.
Gut gemacht smile [/quote]


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 20.05.2018 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Vorweg: Ich bin kein Lyrik-Experte und fühle mich nicht wirklich qualifiziert, Lyrik zu bewerten. Daher muss ich mich auf mein Bauchgefühl beschränken und mehr danach gehen, was mir von Gedanken, Sprache und Inhalt gefällt, statt wirklich nach lyrischem Können zu beurteilen. Das „un“ in un-Gewissheit interpretiere ich wie cummings die Vorsilbe verwendet hat.

Hallo Inko,

So nett zu lesen, gefällt mir. Humorvoll, aber doch nicht platt.
Un-gewissheit in einer Handvoll Sand, auch das ist drin. Leider holpern Metrum und Sprache manchmal, einige Formulierungen wirken zu bemüht ins Schema passend.

Abgesehen davon, gerne gelesen und gefällt mir.


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AchWiesoNicht
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BeitragVerfasst am: 20.05.2018 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Neutraler Kommentar, um bewerten zu können.
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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BeitragVerfasst am: 21.05.2018 06:37    Titel: Antworten mit Zitat

irrtümlich erneut hier gelandet. bitte löschen. danke

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d.frank
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Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 21.05.2018 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Acht!
Grüße an den Künstler. smile


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Zinna
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Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21.05.2018 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

bei diesem Wettbewerb werde ich meinen Kommentar nach einem Schema erarbeiten.

Titel
Unauffällig, deutet sich nach dem Lesen.

Thema
Es ist ungewiss, ob sich Spuren aus dem Fossilium finden und deuten lassen.

Zitat
Fügt sich harmonisch ein, nur im Folgevers vermisse ich ein Verb(?)

Weiteres
Sonett, ach ja. love
Jamben mit angenehmen Schwüngen sowie die unverbrauchten Reime machen dein Gedicht richtig gefällig.
Der Schluss nimmt sich erfrischend unernst.

Lieblingsstelle
„ein Himmelstümmler, Paradiesengeck“

Ich denke, es gelangt in die Punkteränge.

LG
Zinna


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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Sue Ulmer
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Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 24.05.2018 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Die Pointe zum Schluss fand ich ganz lustig. Ins Kambrium mag ich dem LI aber nicht so recht folgen ...

_________________
Hier ruht ein gelynchtes Gedicht.
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Rübenach
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Beiträge: 2334



BeitragVerfasst am: 25.05.2018 04:26    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab: Das Problem bei den Wettbewerben im dsfo ist, dass es nur sehr eingeschränkt möglich ist, einen Text einige wochen liegen zu lassen, um ihn dann mit etwas Abstand neu zu betrachten und gegebenenfalls nochmal zu verändern. Andererseits ist eine Woche eine Menge Zeit, da können die Bewertungsmaßstäbe schon etwas strenger sein als beim fff.

Das sechste Gedicht, die vierte regelwidrige Änderung des Zitats. So langsam sollte ich mir den Fragenthread mal zu Gemüte führen. (Nein, keinerlei Erlaubnis, das Zitat außer durch veränderte Zeilenumbrüche zu verändern.) Also auch hier eigentlich ein Grund zur Disqualifikation.

Ein Sonett, welches nach meinem Rhythmusempfinden nicht nur im letzten Vers ein wenig holpert. Warum es zentriert gesetzt ist, erschließt sich mir nicht. Wie auch so manches andere nicht. Eine Versteinerung, wie bekomme ich da eine Verbindung zur Westentasche, die ja sehr prominent an den Anfang des Sonetts gestellt ist, gezogen? Hab ich da was überlesen, nicht verstanden?

Ich bleibe etwas ratlos zurück.

Aber zumindest an der (inoffiziellen) Schmetterlingswertung nimmt das Gedicht teil.

Edit: Der letzte Vers holpert nicht nur, sondern ist im zweiten Teil arg umgangssprachlich, was nicht zur Wortwahl des Restgedichts passt.

Am Ende reicht es für einen Punkt.


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Lorraine
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Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 25.05.2018 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Sonett. Das einzige im Wettbewerb. Umarmende Reime in den Quartetten, Schweifreime in den Terzetten. Begonnen wird im fünfhebigen Jambus. Sobald der nicht mehr durchgehalten wird (V 4), fragt man sich, ob das einen besonderen Grund hat, stößt beim Weiterlesen (V5 und V6) auf weiteres, leichtes Durcheinander im Versmaß, und ich sage mir: Klang und Rhythmus waren dem Verfasser kein besonderes Anliegen, die Frage stellt sich, warum ausgerechnet ein Sonett versucht wurde?
Durch Inversionen wie »darin pastellen die ganze Palette« wird der Eindruck des Angestaubten verstärkt, Verkürzungen wie
Zitat:
die träumend einst im Kambrium gekreist,

Zitat:

solange nicht darauf der bunte Kreis,


tragen noch dazu bei.

Man könnte sagen, die Form wurde entsprechend des ›altertümlichen‹ Inhalts gewählt, ich finde aber, dazu gehörte dann auch, konsequenter zu sein und sich, sorry, ein wenig mehr Mühe zu geben? Und ehrlich, ich habe echte Probleme, zu verstehen, um was es wirklich gehen soll.
Ich stelle mir jetzt einfach vor, es schreibt da einer, der ein Fossilien-Bestimmungsbuch bei sich hat und gern zu den abgebildeten (gedruckten) Fundsachen (im Gegensatz zu denen, die ›echte‹ – (irdene) Fossilien suchen) einen Sonettenkranz verfassen würde …?

Grüße,
Lorraine
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poetnick
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BeitragVerfasst am: 26.05.2018 21:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

möchte hier alle grüßen, die sich mit dem Text beschäftigt haben - ihn kommentierten - oder, wie ich es in dieser Anzahl nicht erwarten konnte, ihn punktiert haben.
Aus den Rückmeldungen, so viel ist klar, nehme ich einiges an Selbstvergewisserung, Anregungen für mein weiteres Vorgehen, Hinweise auf blinde Flecken bei frischer Sicht mit - auch auf formale und inhaltliche Schwächen. Ähnlich wie den ‚Wesen‘ der Vergangenheit, die der Westentasche entfleuchen und ins Leben drängen auf die Reaktionen und den ‚Langmut‘ ihrer neuen Umwelt angewiesen sind.

Jetzt aneinandergereiht:

@ firstoffertio

firstoffertio schrieb:

Zitat:
Schön die Mehrdeutigkeiten von Druck, Abdruck. (Fossilien, Bücher), die Palette von Himmelstuemmlern, Paradiesengecken (und was sonst noch).


Hier ergeben sich erste Andeutungen auf das Zusammenspiel von Vergangenem, der ‚kambrischen Explosion‘, und Entstehung, sowie Bestehen neuer ARTen.
Danke für Deine Zeit und die Punkte zum Text. Es freut mich, dass er Dein Gefallen findet.

Liebe Grüße - Poetnick


Fortsetzung folgt, der Mai machte es mir schwer mit seinen Blüten... Laughing

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poetnick
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BeitragVerfasst am: 27.05.2018 11:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Literättin,

Literättin schrieb:
Zitat:
die Verse laufen nicht ganz rund.

Aber im Ganzen ist das eine poetische Szene, die mir gefällt. Und vor allem die letzte, doppelsinnige Zeile kann mich regelrecht begeistern, denn sie ist humorig und bricht dennoch nicht mit der selbstvergessen-stillen Szenerie, die das spannungsvolle Kramen im Erdaltertum, das Geheimnis, das Un-Gewisse schwebend festgehaltene so schön einfängt.


Über das kritisch-wohlwollende Resümee Deiner Betrachtung und überhaupt das Hineinspüren in die Szenerie habe ich mich gefreut.
Es gibt mir abschließend wichtige Hinweise für den eigenen Standort; für mich ein ganz wichtiger Aspekt an diesen Wettbewerben. Vielen Dank auch für die Punkte!

Liebe Grüße - Poetnick



Hallo Stimmgabel,

Stimmgabel schrieb:

Zitat:
Ist mir ehrlich keine Linie vorhanden, liegt bestimmt an mir  Wink

... auch diese Konstruktion z.B. : im Sediment von Edens Schlangenspiel / ’von’ plus Genitiv blubbert aaaarg in meinem Magen.


Sei nicht so streng mit Dir...es liegt vielleicht auch an uns. Wink

Dieses von plus Genitiv hatte ich schon beobachtet und nach Verbannung wieder ins Spiel gebracht. Dein Hinweis zeigt mir, dass es da eine elegantere Lösung gibt.
Nun, fürs Verständnis werde ich weiter unten noch werben. Letztlich bleibt es aber ungewiss. Danke für den kritischen Hau-Draufblick.

Liebe Grüsse - Poetnick


Hallo Constantine,

Zitat:
just points smile
...kurze frohe Botschaft, auch das freut mich natürlich!

Liebe Grüße - Poetnick


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poetnick
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BeitragVerfasst am: 27.05.2018 13:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe(s) Menetekel,

Zitat:
Zitat:
Zitat:Menetekel schrieb:
im fahlen Ton der wertgepixten Zahlen
wird sich entscheiden:  Falter oder Schneck


...Paradiesengeck Laughing

Wars doch bei den Kinderreimen, ein erstes Sonett. Und noch immer ist's mir
als ob ich sie nicht alle hätt'. Habe mich sehr über Deinen Zuspruch und das Gefallen gefreut. Eingedenk der Luft nach oben. Danke auch fürs Punktewesen!

Liebe Grüsse - Poentick


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poetnick
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BeitragVerfasst am: 27.05.2018 14:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Heidi,

Heidi schrieb:
Zitat:
Hm ... vor hundert Jahren wäre ich von deinem Werk bestimmt begeistert gewesen.


Wie gut, dass Du nicht so weit zurück musstest. Der Konkurrenzdruck innerhalb der Art war vor 100 Jahren sicherlich gnadenlos/chancenlos; fast so wie heute beim Selfie. Laughing

Heidi schrieb:
Zitat:
Zum Schluss dann das LI-Empfinden, dass es, wenn es nicht kreativ tätig ist, das Papier befüllt, dann diese Wesenshaftigkeit die aus der pastellenen Palette der Natur spricht, nicht ergreifen kann. Ein LI, das sich dessen bewusst ist, wie es Bewusstsein erlangt.


Ja, das kommt einer/meiner ursprünglichen Denkweise nahe. Danke für Deinen Hinweis und die mitgebrachten Punkteplätzchen. Sie schmecken so gar nicht hundertjährig… Wink

Liebe Grüße - Poetnick


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