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Die Rückkehr

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 05/2018
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 900



BeitragVerfasst am: 06.05.2018 19:00    Titel: Die Rückkehr eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Edda schreckte hoch. Wieder einmal geweckt von den Schritten des alten Doktors, der wie so oft nicht schlafen konnte? Oder war es das Gebell der Hunde?
Sie trat ans Fenster, um es zu schließen und sah noch die Rücklichter eines sich entfernenden Autos.
Die Hunde in dem verschlafenen Küstenort schlugen jedes Mal an, wenn nachts ein Auto durch die spärlich beleuchtete Hauptstraße fuhr, und jedes Mal wurde auch der alte Herr dann besonders unruhig, stand auf, lief hin und her, sprach mit sich selbst.
Sie wollte sich abwenden, blieb jedoch stehen, als der Wagen anhielt und langsam zurückkam.
Ungewöhnlich, aber warum nicht, dachte Edda.
Der Wagen parkte am Straßenrand. Mehr geschah nicht.
Neugierig blieb Edda noch eine Weile stehen, dann hörte sie wieder die Schritte ihres Brotherrn im Erdgeschoss und ihn reden. Mit sich selbst. Mit wem sonst. Längst besuchte keiner mehr den alten Mann
Sie überlegte kurz, ob er sie wohl brauchte, doch dann hätte er geklingelt.

Diese Nacht fand sie keinen Schlaf mehr, immer wieder drängte sich die Unruhe  ihres Arbeitgebers in ihre Träume, seine schlurfenden Schritte,  seine  befehlsgewohnte Stimme, die durch Schwerhörigkeit im Laufe der Zeit noch lauter geworden war.

Als sie am nächsten Tag müde, aber gewohnheitsmäßig flink das Frühstück auf den Tisch im Salon stellte, war er wie immer geistig abwesend. Erst nachmittags pflegte er einige Worte mit ihr zu wechseln, meistens ohne sie dabei anzusehen.
"Sie waren heute Nacht besonders unruhig, Herr Doktor", begann sie. Er blickte sie mit leeren Augen an, antwortete aber nicht.
"Und Sie haben soviel geredet ..."
Ein Zittern lief durch seinen dürren Körper, ehe er anhob: "Er ist tatsächlich zurückgekehrt."
"Er...?"
Ob er auf das Auto in der Nacht anspielte?
"Wie er es damals ankündigte. Ich habe es nie geglaubt, doch jetzt ist es soweit."
"Damals...?"
Es genügten wenige angedeutete Fragen, um den alten Herrn zum Reden zu bewegen.
"Ich habe nur meine Arbeit getan. Er hat sie freiwillig gegeben und viel Geld dafür bekommen."
Edda fühlte ihr Herz bis zum Hals klopfen.
"Er? Geld?"
"Aber er hat damals geschworen, zurückzukommen ..."
Er wandte sich wieder von ihr ab und schien in seiner Welt zu versinken.

Edda kehrte in die Küche zurück, wehrte den drängenden Hund ab, der an die Reste auf dem Teller wollte.
"Pfui, aus! Nichts für dich."
Wie üblich packte sie die Essensreste sorgfältig zusammen, sie würde sie im Garten vergraben. Den Pflanzen tat es nichts, aber der Hund konnte daran Schaden nehmen, auch wenn das Bilsenkraut so gering dosiert nicht tödlich wirkte, sondern nur langsam schwächte, Unruhezustände und Halluzinationen erzeugte.
Als sie im Flur den großen Spiegel passierte, dachte sie eine Sekunde lang, das Gesicht ihres Vater sähe sie daraus an. Rückkehr! dachte sie höhnisch. In mir kehrt Vater zurück, kehren alle deine Opfer zurück, du Horrorarzt, denen du aus Profitgier die Organe entnommen hast, für ein Trinkgeld. Und täglich wirst du schwächer und kränker werden, in meiner Hand, bis ich dir eines Tages die Wahrheit offenbare. Ehe du stirbst ...

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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 41
Beiträge: 1001
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 13.05.2018 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Also erstens fehlt mir besagte, von den Vorgaben gefärbte Atmosphäre und zweitens ist das eine Geschichte mit Pointe.
Ich mag keine Geschichten mit Pointen, die einen erst am Ende und mit dem sprichwörtlichen Hammerschlag erreichen.
Was ich mochte, war das Flair: Hausdame, gehobener, alter Herr, flink zubereitetes Frühstück im Salon.
Trotzdem ist das nicht meins, tut mir leid.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Eliane
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 777



BeitragVerfasst am: 13.05.2018 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Liest sich gut, die Nachtszene mit dem Auto ist sauber umgesetzt. Die Ungewissheit klingt eher leise durch als dass ich sie wirklich fühle, was schade ist, denn sonst mag ich den Text sehr. Nur die Auflösung am Schluss kommt mir verbal etwas zu platt ("Horrorarzt").

Einhaltung der Vorgaben:
Szene: ja
Thema: mhm. Da, aber nicht sehr greifbar.
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Michel
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 48
Beiträge: 2683
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Edda bringt ihren alten Peiniger langsam mit Bilsenkraut um. Das Auto ist drin. Stark auf die Pointe angelegte Geschichte, die wenig Zusatz-Nährwert mitbringt. Gut zu lesen, aber für mich auch nicht mehr.
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3578

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Also, mal sehen, ob ich alles verstanden habe. Edda wurde an den Doktor verkauft, der Doktor hat seinen heiligen Eid nicht sonderlich ernst genommen, Edda vergiftet den Doktor.

Wo ist eigentlich die Ungewissheit? Die des Doktors, der fürchtet, Eddas Vater würde zurückommen? Warum sollte er das überhaupt tun, also warum sollte der Doktor Angst davor haben? Oder ist da noch irgendein Auftraggeber im Spiel (wegen: der Doktor hat nur seine Arbeit getan)?

Egal. Oder nicht, denn ich finde, auch dem Text schadet diese mangelnde Klarheit oder anders gesagt, ich finde sie in der Sprache wieder, es liest sich nicht wirklich flüssig, das fängt schon im zweiten Satz an, in dem du Worte unterschlägst, ich bin eigentlich ein großer Fan des Worte unterschlagens, wenn es denn passt, hier passt es eher nicht, macht die Sache unrund.
Dann auch noch Worte wie Brotherr, die schicken mich völlig in die falsche Zeit, obwohl es vielleicht doch die richtige ist, aber nun ja, es ist eben alles ein bisschen ungewiss.
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2913

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

just points smile
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Heidi
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 39
Beiträge: 1307
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 22:20    Titel: Re: Die Rückkehr Antworten mit Zitat

Hui, das ist aber böse. Mag ich.
Thema erfüllt. Schön.

Hm ... das ist nun der kürzeste Kommentar von mir in diesem Wettbewerb. Beim persönlichen dritten Platz doch etwas seltsam. Vermutlich. Ich sollten noch was schreiben.
Aber irgendwie hab ich schon alles gesagt.
Falls es Fragen gibt, frag einfach, dann bekommst du noch mehr Details an die Hand, warum mich dein Text überzeugt.

Ansonsten: 8 Punkte


_________________
Scheiße darf keine Flügel haben
der Phallus braucht Flügel
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4053

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Edda vergiftet ihren Arbeitgeber/„Brotherrn“ aus Rache, weil er Patienten, u.a. ihrem Vater, Organe entnommen hat. Die etwas antiquierte Sprache wirkt auf mich verkünstelt und hält mich auch davon ab, weiter über einen Bezug zu aktuellen Fällen von Organhandel nachzudenken. Einfach so als historische Kriminalgeschichte ist das nett aber eben auch nicht mehr. Solche kenne ich schon, habe ich das Gefühl. Das Ende erklärt noch mal schnell, worum es geht, weniger/subtiler wäre da m.E. mehr gewesen. Aber auch das hier ist vielleicht einfach eine Geschichte für mehr als 500 Wörter.
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 2905
Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 00:11    Titel: Antworten mit Zitat

Vorweg: Ich interpretiere Un-Gewissheit als zweideutig, einmal eine Ungewissheit (nicht wissen, was kommt oder los ist) und eine Un-Gewissheit wie Un-Ding (oder wie cummings das "un" in seinen Gedichten benutzt hat), also eine schlimme Gewissheit.

Hallo Inko,
ah, mal eine Rachegeschichte. Und recht perfide, gefällt mir. Ein paar Wermutstropfen:
Zitat:
dann hörte sie wieder die Schritte ihres Brotherrn im Erdgeschoss und ihn reden.
Das haut von der Grammatik nicht hin mit dem "und", das kann nicht Dinge und Handlungen verbinden.

Auch
Zitat:
"du Horrorarzt, denen du aus Profitgier die Organe entnommen hast, für ein Trinkgeld"
wirft mich etwas raus, denn hier muss ich stutzen. War er doch nur ein Organhändler, oder doch ein KZ-Arzt, wie ich vermutet hatte (dann könnte gemeint sein, dass er Präparate erstellt hat). Diese Ungewissheit hätte nicht sein müssen.

Apropos Un(-)gewissheit, sehr schön umgesetzt, die anfängliche Ungewissheit geht dann am Ende direkt in eine Un-Gewissheit über. Trotzdem kommt der letzte Absatz mit der Erklärung recht plötzlich und holzhammermäßig, aber das ist wohl der geringen Wortzahl geschuldet.

Wofür ich Punkte abziehen muss, ist die vorgegebene Szene, denn die findet bei dir größtenteils im Off statt.

Auch wenn das nach viel Gemecker klingt, ist die Geschichte bisher trotzdem einer meiner Favoriten. Ich habe aber erst die Hälfte gelesen, daher kann ich noch nicht sagen, ob du in meinen Punkten bist. Aber gute Chancen hast du schon mal.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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Literättin
Geschlecht:weiblichExposéadler

Alter: 54
Beiträge: 2085
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Spielt das Thema Un-Gewissheit die zentrale Rolle? In meinen Augen nicht. Die Story bleibt zwar bis zur überraschenden Auflösung am Ende rätselhaft aber Un-Gewissheit ist hier nicht zentral. Zentral erscheint mir das nächtlich-geheimnisvolle rumoren, die leicht rätselhafte Verbindung der beiden, der ich lesend gerne nachspüren will.



Eröffnet oder schließt die vorgegebene Szene den Text und bleibt ihr Charakter erhalten? Die Szene eröffnet und der Charakter bleibt erhalten.



Gesamteindruck - Solide umgesetzte kleine Krimiszene mit leichten Schwächen. Der Dialog am Ende z.B. in dem der Doktor die Ankündigunng der Rückkehr einbringt, erscheint mir eine Spur zu konstruiert, um die Szene logisch einbinden zu können:

Zitat:
Ein Zittern lief durch seinen dürren Körper, ehe er anhob: "Er ist tatsächlich zurückgekehrt."
"Er...?"
Ob er auf das Auto in der Nacht anspielte?
"Wie er es damals ankündigte. Ich habe es nie geglaubt, doch jetzt ist es soweit."
"Damals...?"
Es genügten wenige angedeutete Fragen, um den alten Herrn zum Reden zu bewegen.
"Ich habe nur meine Arbeit getan. Er hat sie freiwillig gegeben und viel Geld dafür bekommen."
Edda fühlte ihr Herz bis zum Hals klopfen.
"Er? Geld?"
"Aber er hat damals geschworen, zurückzukommen ..."
Er wandte sich wieder von ihr ab und schien in seiner Welt zu versinken.


Es ergibt allerdings keinen Sinn, weshalb einer der ausgebeuteten Organ"spender" mit Rückkehr droht. Daher - und um wiederum die schleichende Vergiftung der Haushälterin logisch anzubinden - muss der Doktor hier auch gleichzeitig in "seiner Welt versinken", da es sonst irgendwie zu sehr holpert. Ansonsten aber solide, sprachlich wie inhaltlich und von der Stimmung her schlüssig. Gut zu lesen und bis zum Schluss auch angenehm rätselhaft, sodass ich dem nächtlichen Rumoren gerne gefolgt bin. Eine Prise Agatha Christie, eine Spur Hitchcock lese ich heraus.


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when I cannot sing my heart
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- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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VwieMargarita
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Die Sätze sind passend miteinander verknüpft, von vornherein ist die Geschichte verständlich, ohne die Spannung zu rauben. Ideal!
Nur der eine Punkt "Un-Gewissheit" wird erst im allerletzten Satz berührt.


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"Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben".
J.W.v.G
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Aneurysm
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 474



BeitragVerfasst am: 19.05.2018 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Auch in diesen Text passt die Beschreibung der vorgegebenen Szene nicht so richtig rein. Sie ist zwar inhaltlich mit der Geschichte verknüpft, aber den ersten Absatz hätte man auch streichen und den notwendigen Inhalt in den darauf folgenden Dialog einbauen können. Die Idee finde ich vielversprechend, aber so wie der Text dort steht, gefällt er mir nicht. Die Sprache finde ich mittelmäßig, und der Dialog hat mich trotz seiner Kürze genervt. Im Grunde erzählt nur der alte Doktor etwas, aber die Protagonistin quatscht alle zwei Sätze dazwischen, indem sie ein beliebiges Wort wiederholt.

Keine Punkte.
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Tjana
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 60
Beiträge: 1923
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 20.05.2018 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hausdame kennt ein düsteres Geheimnis ihres Brotherrn und tötet ihn langsam mit Bilsenkraut.
Nette Idee, doch nicht herausragend.
Mal sehen, ob im Vergleich mit den anderen Texten noch Punkte übrig bleiben ...


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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traumLos
Eselsohr


Beiträge: 375



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 04:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich weiß nicht wer.

Schon wieder eine dieser großartigen Geschichten, die Szene ist in ihrer Stimmung sehr gut in den Text integriert. Das Un-Gewissen in der Person eines ärztlichen Un-Geheuers? interpretiert. Und Erna, die werdende Giftmörderin? Ansätze eines Krimis und eines Dramas. Das alles in so wenigen Wörtern konzentriert, ohne dass es skelettiert wirkt, sondern im Gegenteil einen ganzen Roman in sicht verbirgt.

Dabei vermeidet Autor/Autorin es, jeglichen Ansatz von Ethik vorzugeben. Leser müssen sich selbst über richtig oder falsch gewiss werden.

Meine 5 Punkte


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 982



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Toller und fantasiereicher Krimi. Flüssig und mitziehend geschrieben. Die vorgegebene Wagen-Szene ist vorhanden.

Aber   wo ist die Un-Gewissheit? Oder hast du dich auf die Gewissheit konzentriert?

Die Protagonistin ist sich ihrer Rache sehr gewiss. Das Opfer weiß von nichts, schwebt also nicht in Ungewissheit. Irgendwann wird es um die Gefahr, in der es schwebt, erfahren, dann ist es zu spät und ungewiss ist nichts mehr, sondern auch wieder sehr gewiss.

Also, eine spannende, gern gelesene Geschichte, aber Andere waren an den Vorgaben, dem Grundthema Ungewissheit, dichter dran. Zumindest nach meiner Wahrnehmung.
Keine Punkte
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Stimmgabel
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Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

-

Hallo Inko,

diese Geschichte ist mir persönlich dann doch zu absehbar in der Kausa ...  hier jener Horror-Arzt aus einer quasi Nazi'esken Vergangenheit [ mindestens adaptiv intoniert ] ... will wohl das Hausmädchen den eruierten 'Doktor' , verdeckt und familiär betroffen langsam vergiften;

wird mir nicht klar, inwieweit tatsächlich ein Wagen vor seinem Haus immer wieder auftaucht oder hier nur Angst-Halluzinatonen kombiniert mit dem Gift im Doktor passieren  / mMn fehlt  die Konkretisierung, die dem Text eine interessante Hinausbewegung gäbe.


... irgendwie eine Krimi-Miniatur mit Hausmädchen und Löchern  Wink


Gruß Stimmgabel ...

-


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 21.05.2018 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text erscheint mir nicht abgeschlossen in sich, eher wie ein Teil einer längeren Erzählung. (Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine nicht, dass er das ist, aber er wirkt so auf mich.)
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 27
Beiträge: 293
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 22.05.2018 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Der letzte Abschnitt hat mir gut gefallen, davor war ich von den vielen verschiedenen Begriffen "Doktor", "Brotherr" und schließlich dann doch "Vater" ziemlich verwirrt.
Leider hast du mich sprachlich und inhaltlich nicht fesseln können. Deswegen gibt es von mir keine Punkte.
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lebefroh
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Beiträge: 379
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.05.2018 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Aus der Idee hätte man viel mehr machen können, wenn man am Ende nicht alles so überdeutlich ausgessprochen hätte.
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

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Der goldene Spiegel - Prosa DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 23.05.2018 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Das hätte eine meiner Favoriten-Geschichten werden können; das Potenzial war da. Du hast einen wirklich sicheren, gut zu lesenden Stil, eine 1A Themenverarbeitung, glaubhafte Dialoge und eine gute Geschichte mit einem ansehnlichen Twist.
Leider finde ich die Ausführung des „Twists“ am Ende absolut nicht gelungen. Das Ende kommt deutlich zu abrupt, ist übererklärend und ruinierte (für mich) die Stimmung der Geschichte. Schade. Vielleicht hätten hier Kürzungen an früheren Stellen gut getan, um das Ende vernünftig auserzählen zu können.
Achso - und der Titel ist echt nicht so dolle, find ich.

Trotzdem noch 2 Punkte.
LG
Anne


_________________
"Man bereut nicht, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat." (Mark Aurel)
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Yorinde
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 32
Beiträge: 151
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 24.05.2018 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, was für ein Ende... Shocked
Bilsenkraut kenne ich noch gar nicht, muss ich gleich mal googlen und bei Gefallen in meiner Ideenkiste ablegen. Danke dafür!


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Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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Malaga
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 900



BeitragVerfasst am: 27.05.2018 11:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen, vielen Dank für Bewertung und Kommentare.
(Ich habe ein schlechtes Gewissen ob meiner eigenen kurzen Kommentare, wenn jemand einen detaillierten möchte, reiche ich den gerne nach. Hintergrund ist der alte Frust, wenn aufwändige Rückmeldungen ins Leere laufen und offensichtlich gar nicht gewünscht sind.)

Zu den inhaltlichen Punkten: Wieder einmal bemerkenswert ist das Auseinanderklaffen von Einschätzungen:
Manche sehen die Vorgaben nicht umgesetzt, andere sehen sie erfüllt.
Die einen lieben und fordern bei kurzen Texten eine Pointe, die anderen hassen sie.
Manche finden den Schluss holzhammermäßig aus dem Nichts, anderen lieben solche überraschenden Twists oder Auflösungen.
Okay. mittels mehr Wörter hätte es sicher ein wenig anders ausgesehen und wie immer war die letzte Arbeitsphase beim Pokapro das Kürzen. Smile
Mir waren es insgesamt zu viele "Befindlichkeitstexte" und zu wenig handlungsgetragene Geschichten - Geschmackssache,  wie man deutlich sieht. Aber aus dem Grund stehe ich zu meinem "Minikrimi",  an dem man sichern feilen kann und muss

@d.frank: Du bist einer von denen, die Pointen nicht mögen. Schade! Schön, dass Du den Flair mochtest und auch erwähnst.

@ Eliane: Freut mich, dass Du den Text magst, trotz Holzhammer. Ja es ist immer die Frage, wie greifbar und deutlich das Thema sein muss, um vorhanden zu sein.

@Michel: "Gut zu lesen" ist ja auch nicht schlecht. Was wäre Deiner Meinung nach ein "Mehr-Nährwert" gewesen?

@hobbes: Um von hinten anzufangen: Das Wort "Brotherr" war zu wenig reflektiert, wollte nur Varianten zu Arbeitgeber bringen  stimmt, ist veraltet und passt nicht zu Edda.
Die Ungewissheit bezieht sich auf die Rückkehr eines "Patienten" des Doktors, welche sie und die Rache damals ankündigte- deshalb auch der Titel.
Die Unklarheit war angesichts der Kürze und auch prinzipiell intendiert, da ich eigentlich das Verfahren, Räume für eigene Phantasien und Interpretationen zu schaffen, mag.
Hintergrund war das Bild eines Arztes, der die Notlage armer Menschen ausnützt und sie zum Verkauf eines Organs bewegt, um damit Geschäfte zu machen. Nicht für jeden "Spender" gehen solche Geschäfte und Operationen gut aus. Aber wie gesagt: Raum für Interpretationen und Assoziationen des Lesers.
Warum Du eigentlich elliptische Sätze magst, aber hier nicht, würde mich interessieren? Wegen des Leseflusses?
Danke für die ausführliche Beschäftigung mit dem Text.
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