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Schrödingers Katze

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 05/2018
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 761



BeitragVerfasst am: 06.05.2018 19:00    Titel: Schrödingers Katze eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das Meer schwappt schwarzglänzend gegen die Mauer. Es verwirbelt den Widerschein des Laternenlichts auf seiner Oberfläche. Sina starrt aufs Wasser hinaus, sieht das Meer und sieht es nicht. Hinter ihr, auf der anderen Straßenseite, wartet der Eingang der Notaufnahme. Sie muss dorthin. Nein. Sie braucht mehr Zeit.

Lichtkegel von Scheinwerfern blenden sie, gleiten dann die Straße hinunter zu zwei Dackeln und einem Schild. 30 km/h, Lärmschutz! Das Auto bremst, die Hunde kläffen und verjagen es ins Dunkel. Sie sollte jetzt wirklich – nein. Sie kann das nicht.

Die alte Dame mit den Hunden geht langsam. Als sie Sina erreicht, fährt das Auto wieder vorbei, nun in die Gegenrichtung. Die Hunde bellen erneut. „Scht“, macht die Dame. Sie erblickt Sinas runden Bauch und lächelt. Mühsam erwidert Sina das Lächeln. Heute Nachmittag ist ihr das leichtgefallen, bei der Kassiererin in der Drogerie, wo sie Windeln gekauft hat. Drei Wochen bis zum Termin, es kann jederzeit losgehen. Letzte Einkäufe und Vorbereitungen. Noch ein gemütliches Essen zu zweit. Nachdem ihr Mann zum Nachtdienst aufgebrochen ist, hat Sina die Windeln in die Wickelkommode geräumt und die frischgewaschenen Babykleider in den Schrank.

Erst da ist es ihr aufgefallen. Die Ruhe in ihrem Bauch. Wie lange schon? Seit gestern Abend? Sie hat den Bauch angestupst. Nichts. Fester. Nichts. Hat sich auf den Rücken gelegt, was das Kind nicht mag, weswegen es dabei jedes Mal zappelt. Diesmal: Nichts. Schließlich hat sie ein nasses, kaltes Handtuch auf ihrem Bauch ausgebreitet. Nichts. Und plötzlich fühlte sich das warme, weiche Kind in ihrem Leib, das – wann war das? – ihre ganze Bauchdecke zum Erbeben gebracht hat, an wie ein Stein.

Es ist Zeit.

„Setzen Sie sich“, sagt die Hebamme. „Ich schaue nach, ob ein CTG frei ist.“ Mit einem Blick auf Sinas Gesicht fügt sie hinzu: „Möchten Sie ein Glas Wasser?“

Sina will kein Wasser, und zum Sitzen fehlt ihr die Ruhe. Sie fröstelt. Die stickige Hitze im Krankenhausflur ändert nichts daran. Die Kälte kommt von innen.

Nicht immer endet eine Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes, auch nicht im Jahr 2018. Sina kennt die Wahrscheinlichkeiten. Sechs bis acht zu tausend: Herzfehler. Eins zu achttausend: Edwards-Syndrom. Damals für ihre Prüfung musste sie das auswendig lernen. Sie murmelt die Zahlen vor sich hin. Als würde das helfen. Eins zu tausend: Anenzephalie. Eins zu fünfzigtausend: Cri du Chat. Was, wenn sie auf der falschen Seite der Wahrscheinlichkeit steht? Totgeburt: Zwei bis drei von tausend.

Schrödingers Katze, denkt sie. Mein Kind ist Schrödingers Katze. Lebend oder tot, ich werde es erst wissen, wenn ich am CTG hänge. Ich bin die Kiste, in der die Katze sitzt. Oder bin ich ein Sarg?

„Frau Neelke?“ Die Hebamme öffnet die Tür zum Untersuchungszimmer. „Kommen Sie, damit wir Sie beruhigen können.“ Sie lächelt Sina zu. Warum lächeln alle, die eine Schwangere sehen?

Sina will nach Hause, so tun, als ob alles gut wäre. Nein, nicht nur so tun. Lass es am Leben sein. Bitte. Bitte.

„Bereit?“, fragt die Hebamme.

Sina nickt.

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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 47
Beiträge: 2704
Wohnort: Nullraum
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 00:47    Titel: Antworten mit Zitat

Vorweg: Ich interpretiere Un-Gewissheit als zweideutig, einmal eine Ungewissheit (nicht wissen, was kommt oder los ist) und eine Un-Gewissheit wie Un-Ding (oder wie cummings das "un" in seinen Gedichten benutzt hat), also eine schlimme Gewissheit.

Hallo Inko,
oha, heftige Geschichte, da kommen Traumata hoch. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe, als die Herztöne unserer Tochter runtergingen, der Arzt meine Frau ansah und irgendwas von "sofort Not-OP" sagte. Da war die Nabelschnur um den Hals, ist aber zum Glück gut ausgegangen, dank dem schnellen Kaiserschnitt. Die Un-Gewissheit sehe ich nur zu gut, und die Angst deiner Prota kommt gut rüber.
Was fett Punktabzug gibt ist die vorgegebene Szene. Nicht nur hast du sie ziemlich verändert, sie ist auch noch komplett irrelevant für die eigentliche Geschichte und hat keinen wirklichen Bezug dazu. Daher leider: Thema verfehlt.
Dein selbstgewähltes Schrödingers Katze Thema Thema hinkt leider auch etwas, denn da geht es ja um das absurde Gedankenexperiment, dass die Katze in Superposition ist und lebend und tot zugleich. Okay, mag für das Baby in ihrer Vorstellung auch zutreffen, aber diese Ambivalenz hätte gut zu Ungewissheit vs- Un-Gewissheit gepasst und hätte man stärker rausarbeiten können.

Ansonsten: Gut und stimmungsvoll geschrieben, hat mir gefallen und mich berührt.

Ob es trotz der Verfehlung mit der vorgegebenen Szene noch für Punkte reicht, sehe ich, wenn ich alles gelesen habe.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 48
Beiträge: 2521
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Schwangere kurz vor der Entbindung, mit Verdacht auf vorgeburtlichen Kindstod. Selbst Medizinerin, kennt sie die Wahrscheinlichkeiten. Ob das Kind lebt, wird man erst nach dem CTG wissen – die Ungewissheit ist besser eingefangen als in den bisherigen Geschichten. Auto am Anfang. Ich war zwischendurch am Überlegen, ob das zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt ist – ist es nicht. Ich habe ein paar Menschen mit einer solchen Geschichte kennengelernt, mit bösem Ausgang. Vielleicht habe ich deshalb die Frage im Kopf, ob man so was schreiben darf. Natürlich darf man. Vor allem wenn es so packend und gleichzeitig distanziert geschrieben ist. Schrödingers Katze - ein wirklich gelungenes Bild.
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Amarenakirsche
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 27
Beiträge: 292
Wohnort: tief im Westen


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text trifft das Thema Ungewissheit auf den Kopf. Sinas Gedanken und Gefühle sind gut nachvollziehbar und gerade der Gegensatz zum Lächeln der Dame mit den Hunden tat mir beim Lesen weh.
Du schreibst solide und man kann der Handlung leicht folgen. Ein wenig hat mir der Überraschungsmoment gefehlt, aber den muss ja auch nicht jeder Text haben. Wie geht es weiter? Ich hoffe so sehr, dass es gut ausgeht, doch ich befürchte das Gegenteil.

6 Punkte
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 41
Beiträge: 980
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Auch hier kommt keine Atmosphäre auf, jedenfalls nicht die, die ich mir unter der Vorgabe vorgestellt habe. Obwohl dem Meer ein wenig Rechnung getragen wird, zerstört die Notaufnahme komplett das Bild.
Was ich gut fand: die Assoziation zu Schrödingers Katze!
Vielleicht, hätte man das anders aufgezogen, subjektiver, offener, hätte ich mich dran freuen können. So bleibt der Text aber leider hinter anderen zurück.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2894

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich leider nur 10 Beiträge bepunkten kann, war die Auswahl schwierig.
Dein Beitrag erhält von mir leider 0 Punkte.
Sorry.
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1304
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 21:01    Titel: Re: Schrödingers Katze Antworten mit Zitat

Was mir etwas unlogisch erscheint: Warum ist das Krankenhaus so nah am Meer?

Was mir gefällt ist

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Lichtkegel von Scheinwerfern blenden sie, gleiten dann die Straße hinunter zu zwei Dackeln und einem Schild. 30 km/h, Lärmschutz! Das Auto bremst, die Hunde kläffen und verjagen es ins Dunkel. Sie sollte jetzt wirklich – nein. Sie kann das nicht.


wie du diese Sache löst. Mit eigenen Worten und dann auch die Hunde agieren lässt.

Was mir ebenfalls gefällt, ist, dass es kaum Dialog gibt, dass du mir eine gute Innenansicht deiner Figur bietest. Ich komme ihrer Sorge nahe, obwohl das Un-Gewisse mMn noch nicht so deutlich spürbar wird, wie ich mir das wünschen würde. Ich meine damit, dass es mitschwingt, schwer zu beschreiben, leider. Ich versuchs mal so: Die Sorge wird spürbar, die Angst, dass mit dem Kind etwas nicht stimmen könnte, aber nicht, dass irgendwas ungewiss ist. Das kommt dann hier sehr beschreibend:

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:
Nicht immer endet eine Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes, auch nicht im Jahr 2018. Sina kennt die Wahrscheinlichkeiten. Sechs bis acht zu tausend: Herzfehler. Eins zu achttausend: Edwards-Syndrom. Damals für ihre Prüfung musste sie das auswendig lernen. Sie murmelt die Zahlen vor sich hin. Als würde das helfen. Eins zu tausend: Anenzephalie. Eins zu fünfzigtausend: Cri du Chat. Was, wenn sie auf der falschen Seite der Wahrscheinlichkeit steht? Totgeburt: Zwei bis drei von tausend.


Diese Informationen finde ich spannend. Vor allem auch, weil ich in letzter Zeit intensiv über Pränataldiagnostik nachgedacht habe. Und die Fragen, die sich Eltern stellen müssen, wenn sie vorweg wissen, dass sie ein behindertes Kind bekommen werden. Und die Entscheidung dann.
Ein schweres Thema, aber darüber schreibst du ja nicht, war nur ein kleiner Gedankenausflug von mir.

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:

Schrödingers Katze, denkt sie. Mein Kind ist Schrödingers Katze. Lebend oder tot, ich werde es erst wissen, wenn ich am CTG hänge. Ich bin die Kiste, in der die Katze sitzt. Oder bin ich ein Sarg?


Diese Bild. Tja, kann man aber eigentlich hätte der Text es nicht gebraucht. Wobei ich die fett markierte Frage spannend finde. Ich glaube, die alleine hätte schon gereicht, also ausgebaut mit eigenen Bildern, ohne einem, das bereits existiert.

Jetzt hab ich viel gesagt, ob du Punkte abkriegst ist aber ungewiss.
Es gibt Stellen die ich gelungen finde, aber das Gesamtprodukt überzeugt mich dann doch nicht. Vor allem auch, weil ich das Thema nicht wirklich umgesetzt vorfinde. Mal sehen.

Keine Punkte. Leider.


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der Phallus braucht Flügel
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3470

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade habe ich anderswo von einer soliden Geschichte geschrieben. Scheint mein Lieblingsausdruck hier im Wettbewerb zu werden. Tut mir leid, dass du das jetzt vielleicht ein wenig geballt abbekommst, aber mir ist das irgendwie zu langweilig. Das geht mir mit einem Großteil aller Bücher, die ich lese, genauso, vielleicht mildert das die Worte ein wenig ab. Ich lese die Bücher ja trotzdem, ich lese auch diese Geschichte hier, aber, nun ja.

Damit sich das jetzt nicht ganz so niederschmetternd anhört: Ich mag die Wahrscheinlichkeiten smile

Die Analogie, hakt die nicht? Oder verstehe ich sie nur nicht, das kann natürlich auch sein, aber ich hatte es so in Erinnerung, dass es eigentlich nicht gut ausgehen kann? Entweder man weiß nicht, was mit der Katze ist oder sie ist tot? Hier in der Geschichte könnte doch aber noch alles gut ausgehen, so rein theoretisch?

edit: Drei Punkte. Weil der Vergleich ergab, dass hier noch am ehesten eine Geschichte bzw. eine Figur für mich spürbar wird, die nicht alles erzählt.
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Jenni
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4051

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Schwangere zweifelt am Zustand ihres Kindes, das wie Schrödingers Katze tot und lebendig zugleich ist, solange man nicht sicher ist. Und sicher ist nichts. Schlicht und sicher erzählt ist diese Geschichte, ohne zu viel zu wollen. Die Vorlage wurde vom Ablauf korrekt eingebaut, spielt für die Geschichte jedoch keine Rolle - das Thema Un-Gewissheit dagegen finde ich damit schon sehr passend assoziiert, mit diesem Gefühl, das jede Frau kennt, die schon einmal schwanger war, und diese als plötzliche Gewissheit eintretende Un-Gewissheit ist auch durchaus gut und nachvollziehbar umgesetzt. Dafür gibt es von mir Punkte.
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VwieMargarita
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 36
Beiträge: 60
Wohnort: Remarque-Stadt


BeitragVerfasst am: 18.05.2018 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Gott, ich muss weinen. Deine Geschichte ist die Beste!

_________________
"Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben".
J.W.v.G
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 59
Beiträge: 1923
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 20.05.2018 01:42    Titel: Antworten mit Zitat

Berührend.
Die Ungewissheit, ob das Kind noch lebt, trotz allen erlernten Wissens.
Die Vorgaben nur beiläufig erwähnt, aber vielleicht habe ja auch nur ich mir dabei etwas Bedrohliches gedacht.
Punkte in jedem Fall.


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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traumLos
Hobbyautor


Beiträge: 375



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 06:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich weiß nicht wer.

Der Text hat nicht nur die Stimmung der vorgebebenen Szene wiedergegeben, er hat ihr eine passende Stimmung gegeben. Eine der besten Einbindungen in den Text. Das Thema in der Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes erlebbar gemacht. Und ein Titel, der wie kaum ein anderer im Wettbewerb zur Geschichte passt. Dazu sprachlich ein Genuss.

Wahrscheinlich einer der Texte, die um den ersten Platz mitspielen.

Meine 4 Punkte


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Meine Beiträge geben nur meine Meinung wieder. Jede Einbeziehung realer oder fiktiver Personen wäre nur ein Angebot. Zwinkersmiley
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 897



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Wie bereits einmal festgestellt: Die Schwierigkeit, große Gefühle darzustellen. Hier finde ich das sehr gelungen! Auf jeden Fall unter meinen Favoriten.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 982



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Titel und Geschichte gefallen mir gut. Beim Lesen bin ich eng an der Protagonistin, spüre ihre sie quälende Ungewissheit.
Ja. Hier ist alles drin. Der Ablauf der Vorgabe, auch wenn das Auto nicht unbestimmt zurückkommt, sondern vorbeifährt, ich denke das ist hinzunehmen.

Etwas schade finde ich trotzdem, dass das Auto lediglich als leere Staffage eingebaut ist. Ich wüsste jedoch auch nicht, wie in diese Geschichte die Szene mit dem Auto eine andere Wertigkeit bekäme.

Vor allem aber, die Ungewissheit trägt durch den gesamten Text  und löst sich, Gott sei Dank, auch am Ende nicht auf.
2 Punkte.
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Aneurysm
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 474



BeitragVerfasst am: 21.05.2018 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Endlich wieder ein Text, an dem ich nichts auszusetzen habe! Die Gefühle der schwangeren Sina, ihr Ungewissheit darüber, wie es ihrem Kind geht, sind gut eingefangen. Sie versucht sich an Statistiken festzuhalten, muss aber einsehen, dass es keinen Halt gibt für eine Mutter, die ihr Kind zu verlieren droht. Der Text bringt verschiedene Facetten unter, ohne sich zu viel vorzunehmen; die Sprache ist schlicht, aber nicht anspruchslos. Die Szene mit dem Auto ist nur Beiwerk, aber das verzeihe ich dem Text gerne.

Sieben Punkte.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6133
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.05.2018 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, auch hier interessiert mich persönlich  die Situation zu wenig.
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Akiragirl
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Beiträge: 5601
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BeitragVerfasst am: 22.05.2018 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Was mir gefallen hat: Der Text ist routiniert geschrieben und liest sich angenehm. Die Umsetzung des Themas Ungewissheit in Bezug auf das Baby im Mutterleib ist sehr gut gelungen und für mein Empfinden recht originell. Die Verbindung zu Schrödingers Katze gefällt mir, obwohl ich persönlich es besser gefunden hätte, diesen Querverweis im Titel zu belassen und nicht noch einmal explizit im Text zu benennen – dadurch fühlte ich mich als Leser nicht so ganz ernst genommen.

Ein zweiter Kritikpunkt, den ich habe, ist die Verarbeitung der vorgegebenen Szene. Ja, die ist in der Geschichte enthalten, insofern ist das formelle Kriterium erfüllt, allerdings fügt sie sich inhaltlich nicht wirklich ein, und kommt mir eher wie ein Anhängsel vor.

Dennoch eine der besseren Geschichten im Wettbewerb. 6 Punkte von mir.
LG
Anne


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Literättin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 22.05.2018 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Dieses Drama funktioniert für mich als Leser nicht, denn die existenziell dramatische Thematik fügt sich weder zum Titel noch zum Ausgangsszenario des verlangsamenden und zurückkehrenden Wagens. Es wirkt, als sollte einfach das Thema Un-Gewissheit dramatisch auf die Spitze getrieben werden, was mir zu effekthascherisch wäre. Es passt auch nicht wirklich die Szenerie zwischen Meer, Straße und Notaufnahme. Textlogisch ergibt das nicht viel Sinn und wirkt irgendwie zusammengestückelt und auf die Wettbewerbsanforderung zurecht gebogen. So wirkt auch das Drama um das eventuell tote Ungeborene willkürlich herbeigezogen, ohne dass eines der Themen wirklich zum tragen käme: das Drama erreicht mich in dieser Konstellation nicht und wirkt so durcheinander, dass es in meinen Augen weder als eigenständiger Text, noch als Auszug aus etwas Größerem funktioniert.

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when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
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Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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lebefroh
Geschlecht:weiblichHobbyautor

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Beiträge: 378
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.05.2018 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Den Titel finde ich gut - und auch dass ausgerechnet dieser Gedanke im Kopf der Schwangeren herumschwirrt. Ansonsten hat die Geschichte mich aber trotz des schwierigen Themas kalt gelassen. Vielleicht weil ich schon von Anfang an ahnte, worauf es hinausläuft?
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Terhoven
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 24.05.2018 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko. Ich kann nicht ohne Stichpunktzettel

Gesamteindruck: Sehr beunruhigend, in der Tat. Ich möchte gern wissen, wie es weitergeht.

Umsetzung der Regeln:
Thema Un-Gewissheit --  Definitiv
Autoszene -- Ja, gut umgesetzt.

Beste Stelle:
Zitat:
Ich bin die Kiste, in der die Katze sitzt. Oder bin ich ein Sarg?


Nörgelei am Ende:
Die Rechtfertigung, warum sie die Zahlen auswendig kann, finde ich überflüssig. Meiner Meinung nach würde es ohne beruflichen Hintergrund stärker wirken.
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Yorinde
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 32
Beiträge: 150
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 24.05.2018 22:16    Titel: Antworten mit Zitat

Du schreibst hier eine Geschichte so ganz anders als der Rest zu einem bedrückenden Thema. Ich finde, du hast das gut umgesetzt. Auch dieser Gedanke (und der Titel) zu der Katze gibt dem Ganzen noch mal einen interessanten Anstrich. Gefällt mir!

_________________
Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 761



BeitragVerfasst am: 26.05.2018 00:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Lieben,

ich danke Euch allen! Ich freue mich sehr, dass ich einige von Euch mit meinem Text berühren, bei Euch Gefühle auslösen konnte. Nach dem Abschicken hatte ich Angst, ob es okay ist, so eine für mich sehr persönliche (hier selbstverständlich veränderte und abstrahierte) Geschichte zu erzählen. Eigentlich hatte ich auch erst über etwas ganz Anderes schreiben wollen. Aber ich konnte nicht. Un-Gewissheit habe ich niemals stärker empfunden, genau in der Ambivalenz, die der Bindestrich in das Wort trägt. Umso schöner finde ich es, dass das angekommen ist.

Schrödingers Katze ... ja ... ich hatte extra nochmal nachgelesen, aber Veith hat es ja in seinem Kommentar schon wunderbar erklärt. Da hätte ich mehr draus machen können, stimmt. Ich habe es viel zu vage gelassen.

Dass man die Szene mit dem Auto tatsächlich in die Geschichte integrieren kann, ist mir erst aufgegangen, als ich andere Wettbewerbstexte gelesen habe, die das großartig geschafft haben. Asche über mein Haupt rotwerd

Danke für all Eure Kommentare. Ich finde es spannend, wie ein und derselbe Aspekt (z.B. Schrödingers Katze in Titel und Text einzubauen, oder die Wahrscheinlichkeiten und warum Sina sie kennt) so ganz unterschiedlich aufgenommen wird. Danke für alles Lob und alle Punkte smile und danke für die Erklärungen, warum der Text Euch etwas oder auch nichts gegeben hat.
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