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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 05/2018
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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 48
Beiträge: 2521
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 06.05.2018 19:00    Titel: Ausgetauscht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sie wisse, so erklärt Frau Schenebeck, das Erlebnis nicht einzuschätzen. Das Auto sei mit hoher Geschwindigkeit in die Stadt gefahren und habe auf dem Kopfsteinpflaster die Geschwindigkeit reduziert, das höre man am Reifengeräusch. Sie habe es nur registriert, weil sie aufgrund einer Blasenschwäche nachts die Toilette habe aufsuchen wollen. Die drei Airedale Terrier des Nachbarn hätten versucht, den Wagen zu verbellen, was weitere Nachbarn geweckt habe, hinter deren Gardinen das Licht angegangen sei. Einer der Hunde habe den Gartenzaun übersprungen und den Wagen zu einer schlingernden Ausweichbewegung veranlasst. Der Airedale Terrier sei erschrocken in den Garten zurückgesprungen, der Wagen, eine schwarze Limousine mit verdunkelten Scheiben, habe wieder beschleunigt und in Richtung der Steilküste den Ort verlassen, jedenfalls vermute sie das. Frau Schenebeck sei noch eine Weile hinter der Gardine verblieben und habe beobachtet, wie der Wagen erneut den Ort durchquert und mit unbekanntem Ziel verlassen habe.
Das sei eigentlich nicht der Rede wert und sie hätte den Vorfall wohl auch bald vergessen, wenn ihr nicht etwas Ungewöhnliches aufgefallen wäre. Vor wenigen Tagen habe sie in den Fernsehnachrichten einen Politiker gesehen, der ihr bislang nur durch seine Frisur aufgefallen war. Es handle sich um den Diktator eines asiatischen Landes, vielleicht Vietnam, so genau kenne sie sich da nicht aus. Dessen quaderähnlich geformte Haartolle, eine Mischung zwischen Elvis Presley und Herman aus der Serie „The Munsters“, habe sie wieder an den Vorfall erinnert. Denn genau dieses Gesicht mit eben jener Tolle habe ihr damals voll Verzweiflung aus der Limousine entgegengeblickt. Vielleicht habe der Schauder, der ihr über den Rücken gelaufen sei, dazu geführt, dass sie weiter die Straße beobachtet und so die erneute Passage der Limousine mitbekommen habe. Dabei habe dann kein Gesicht mehr durch das Fenster gesehen.
Auf den Einwand, dass im Licht der Straßenlaternen und durch verdunkelte Fenster einer fahrenden Limousine ein Gesicht gar nicht zu erkennen sei, ja, dass die Abdunklung der Scheiben genau diesem Zweck diene, entgegnet Frau Schenebeck, dass sie sich mit solchen technischen Details nicht befasse. Sie sei sich absolut gewiss, den Diktator erkannt zu haben. Entsprechende Schlüsse könne sie jedoch nicht anbieten. Es fiele freilich auf, dass die Auftritte jenes Diktators seither ein völlig verändertes Bild böten: Das eines besonnenen Landesvaters, der die Kluft zwischen zwei Staaten, wie auch immer sie nun hießen, überwinden wolle. Das, so Frau Schenebeck, komme ihr seltsam vor. Schließlich habe sich besagter Diktator bislang weder besonnen noch zuvorkommend gezeigt. Seither grüble sie über die Bedeutung des Vorfalls nach, ohne eine Lösung zu finden.
Warum man einen asiatischen Diktator ausgerechnet durch ein Ostseestädtchen fahren sollte, könne sie nicht beantworten, habe aber vieles nachgelesen über Staatsstreiche und durch sinistre Kräfte heimlich ausgetauschte Staatsführer. Man denke nur an den alten Fritz, der erst höfisches Französisch sprach und später Deutsch, oder an den Mann, der derzeit vorgebe, amerikanischer Präsident zu sein. Es gebe so viel Unerklärliches in diesen Tagen. Sie würde sich, so Frau Schenebeck, nicht wundern, wenn in der kommenden Zeit eine asiatisch aussehende Leiche mit sonderbarem Haarschnitt am Strand angeschwemmt würde.

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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 41
Beiträge: 980
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BeitragVerfasst am: 13.05.2018 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie mag ich das. Es hat eine ironisch, abstrakte Unternote. Die gute Frau Schenebeck und ihre Verschwörungstheorien. Laughing
Ich finde es auch bemerkenswert, dass der Stil einer nachträglich gemachten Aussage erhalten bleibt, ohne dass der Unterton oder die Spannung dabei verloren geht, allerdings fehlt es dadurch eben auch an Atmosphäre.
Mittelfeld würde ich jetzt mal sagen, ohne Gewähr abzugeben.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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lebefroh
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 39
Beiträge: 378
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Der Stil und die kurzweilige, präzise Sprache gefallen mir sehr gut. Was mich stört, ist, dass alles so deutlich ausgesprochen wird - schon mit dem Titel. So kommt für mich keine Spannung auf. Auch scheint Frau Schnebeck sich ja sehr gewiss zu sein. Wo ist die Ungewissheit?
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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 48
Beiträge: 2521
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 13:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jetzt bin ich gespannt, wie die Verbindung zu Kim Jong Un eingeschätzt wird: War das Holzhammer oder nicht dechiffrierbar? Und wie liest sich der (hoffentlich) distanzierte Ton? Verschraubt? Hölzern? Amüsant? Ich warte und kaue Nägel.
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 27
Beiträge: 2100
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr konsequent durchgezogenes Stilmittel, das gefällt mir, ebenso wie die Idee der Hausfrau, die eine Verschwörung wittert. Mag ich!
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6133
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag den Schreibstil. Und der Inhalt ist einfach bezaubernd skurril. Angefangen mit der Frisur. Und die Gedanken der Beobachterin sind durchaus zeitgemäß, selbst wenn man nicht geneigt sein mag, ihren Beobachtungen Glauben zu schenken.
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Aneurysm
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 474



BeitragVerfasst am: 15.05.2018 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist ein gewagtes Experiment, der breiten Leserschaft des Forums einen Text in indirekter Rede vorzulegen, wobei das vielleicht durch den Seitenhieb gegen Trump ausgeglichen wird. Jedenfalls, aus meiner Sicht funktioniert es. An keiner Stelle holpert der Text; es gibt einen schönen Lesefluss, der mir bei den anderen bisher von mir kommentierten Texten fehlte. Die indirekte Rede passt absolut zum Inhalt. Die Vorgaben sind voll erfüllt: Die Szene ist umgesetzt, und die Ungewissheit darüber, was Kim Jong-Un an der Ostseeküste macht, ist ein zentrales Thema.

Auch der Spannungsaufbau gefällt mir. Zunächst schildert Frau Schenebeck ein harmloses Ereignis, dann offenbart sie, welches Gesicht sie an der Fensterscheibe gesehen hat. Und in der Pointe wird offenbart, um welche Art von Austausch es geht. Ein lustiger Text, der mich gut unterhalten hat. Besonderer Tiefgang ist nicht vorhanden, aber auch nicht notwendig.

Sechs Punkte.
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3470

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist jetzt wieder einer dieser schwierigen Fälle. Weil, im Grunde ist das eine ganz solide erzählte Geschichte, in gewisser Weise sogar schon ein wenig absurd, also auf nette Art, aber sie geht so überhaupt nicht an mich. Vielleicht ist das so, weil es hauptsächlich um die Pointe* geht. Ja, ganz sicher liegt es daran. Denn auch wenn ich zumindest von Frau Schenebeck durch ihr Erzählen eine gewisse Vorstellung bekomme, ist Frau Schenebeck hier im Grunde völlig unwichtig, es geht ja nur darum, die Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte um der Geschichte willen ist aber nun leider etwas, mit dem ich recht wenig anfangen kann**.

edit: Zwei Punkte. Weil ich beim Entscheiden Vergleich mit den anderen Texten dieser Art des Erzählens, dem "Sie wisse" den Vorzug gegeben habe.


* Ich nenne den "Austausch" jetzt einfach mal so.
** Figuren, ich will Figuren!
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2894

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich leider nur 10 Beiträge bepunkten kann, war die Auswahl schwierig.
Dein Beitrag erhält von mir leider 0 Punkte.
Sorry.
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Eliane
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 761



BeitragVerfasst am: 15.05.2018 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Wunderbar absurde Story mit irren Fake-News-Verschwörungstheorien, in konsequent durchgehaltenem, ungewöhnlichen (und mit herrlichem Kontrast zum Inhalt vollkommen sachlichen) Stil. Gefällt mir.

Einhaltung der Vorgaben:
Szene: ja
Thema: Musste ich drüber nachdenken, aber: Ja. "Sie sei sich vollkommen gewiss, ..." - dass ihre ungeheuerlichen Neuigkeiten wahr sind. Da isses.

6 Punkte.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 41
Beiträge: 980
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

Vier Punkte, weil´s gekonnt ist. smile

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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1304
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Durch die Durch-und-durch-indirekte-Rede wirkt der Text alt. Vor hundert Jahren hätte ich ihn bestimmt geliebt.
Für die Gegenwart empfinde ich diese Sprache etwas zu viel des Guten, obwohl sie ausgereift ist. Es fließt alles. Nur eben althergekommen, schwer, nach-unten-sackend.
Das Un-gewisse wird durch den 'Wahn' einer Frau deutlich, die Dinge nacherzählt, denen ich nicht trauen will. Und das ist schon gut gemacht. Also, wie du dich dem Thema angenähert hast.

Gibt sicherlich Punkte, aber sicherlich nicht massig viele, da mir der Text sprachlich zu gewollt 'ernsthaft' erscheint. Mir fehlen auch Zufälligkeiten. Ich mag sie, diese Flecken, die nicht bis ins Letzte durchdacht sind.

Ein Pünktchen ist noch übrig. Für dich.
Vielleicht machts dich satt.


_________________
Scheiße darf keine Flügel haben
der Phallus braucht Flügel
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Jenni
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4051

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Verschwörungstheoretiker-Geschichte vom Ostseestrand, die Erzählweise als Zeugenbefragung komplett in indirekter Rede verfasst originell. Ein zwei Mal rutschst du in Konjunktiv II oder Präteritum, mit dem Ergebnis, dass mich die Sprache zwischendurch dann doch ein wenig von der Handlung abgelenkt hat, nicht nachhaltig jedoch.
Die Story ("Zeugenaussage") ist extrem abstrus, Kim Jong Un wurde auf einem Nordseekutter gegen einen guten Kim Jong Un ausgetauscht, die Zeugin wirkt jedoch überzeugend überzeugt davon ... und ich mag abstrus.
Das Thema Un-Gewissheit sehe ich umgesetzt, auch den Bindestrich darin, den Zusammenhang zwischen Gewissheit und Ungewissheit, indem sich die Frau selbst ihrer Sache so sicher ist.
Gibt ein paar Punkte, denke ich.
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Terhoven
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 410



BeitragVerfasst am: 16.05.2018 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko. Ich kann nicht ohne Stichpunktzettel ...
Gesamteindruck:
Gefällt!

Umsetzung der Regeln:
Thema Un-Gewissheit -- volle Punktzahl
Autoszene -- technische und künstlerische Umsetzung sehr gut, die B-Note ist hier besonders hoch.

Ich habe das Gefühl, dass der Konjunktiv ein wenig rauscht, also manchmal nicht ganz richtig oder einfach nur zu viel eingesetzt ist, vielleicht reicht die Zeit noch, um das zu belegen.

Beste Stelle: Mir gefällt, wie der Hund hin- und herhüpft, das hat was Pingpongartiges
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 66
Beiträge: 800

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Postkartenprinzessin oder ...prinz?

eigentlich keine Zeit und auch keine Lust zum Kommentieren, höchstens zum kurzen Schnüffeln.
Aber diesen Stimmungswandel will ich dir doch nicht vorenthalten.
Erst mal hab ich schlecht geschnüffelt, Nase verzogen, gejammert: Kein Bock auf diese manierierte indirekte Rede, das ist sowas von gewollt künstlerischer Schreibe, das nervt. Dann wollte ich mich aber doch mal kurz drauf einlassen und siehe da, ich wurde zunehmend angetan. Das ist ja richtig satirisch. Und die indirekte Rede passt zum Inhalt, ist nicht nur Show. Nimm mal alles zurück, Frau Zufall, ja okay, mach ich ja schon. Und zum Schluss war ich voll begeistert. Ja genau.

Aber ob ich jetzt wirklich alle Texte lese und kommentiere, um werten zu können, ich weiß das nicht. Aber vielleicht freust du dich ja auch so.
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gold
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Beiträge: 6357
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

gefällt mir. Aber vor lauter Bepunkterei hab´ich den Überblick verloren. Sad Tut mir leid, hatte ursprünglich Punkte vergeben. Deinen Text finde ich nämlich durchaus lesenswert und humorvoll.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Spielt das Thema Un-Gewissheit die zentrale Rolle? Leider nicht. Diese Satire oder Groteske um merkwürdig verändert erscheinende Staatschefs hat unter aktuellem Bezug auf Politische Führungsfiguren ziemlich amüsant deren wahnwitziges Verhalten zum Thema.



Eröffnet oder schließt die vorgegebene Szene den Text und bleibt ihr Charakter erhalten? Weder noch, auch leider. Die kurze Erzählung kreist von Anfang bis Ende um den Wagen, die Insassen das vorbei und wieder zurück kommen und eröffnet weder, noch schließt sie die Geschichte - und bleibt deren Charakter erhalten?, - nee auch nicht.  Mr. Green



Gesamteindruck - Sprachlich souverän in trocken-satirischer Weise durcherzählt, weiß diese lustige Geschichte durchaus zu gefallen, nur will sie sich leider nicht in die Vorgaben fügen. Ich mag den Stil, den Inhalt und die hochgradig absurde Ostseestädtchen-Kim-Umtauschaktion, zumal sie so eifrig und dröge von Frau Schenebeck serviert wird, nur in die Punkteränge schafft sie es leider nicht.


_________________
when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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VwieMargarita
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BeitragVerfasst am: 18.05.2018 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee an sich nicht schlecht und sogar amüsant. Der Anfang ist leider nicht ansprechend. Und der Name der Protagonistin zu lang (dafür gibt es keinen Punktabzug).

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J.W.v.G
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Malaga
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Beiträge: 897



BeitragVerfasst am: 19.05.2018 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Thema und Vorgaben erfüllt. Inhaltlich zwar nicht der Reißer, aber es hat etwas. Sprachlich gibt die indirekte Rede, die Zeugenaussage einen gewissen Reiz. Punktverteilung am Ende, würde mich nicht wundern, wenn einige angeschwemmt kämen Smile
Drei Punkte.
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 897



BeitragVerfasst am: 19.05.2018 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

edit
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 59
Beiträge: 1923
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 20.05.2018 00:58    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Verarbeitung des Themas.
Die Vorgaben verpackt. Musste Trump unbedingt dabei sein?
Jedenfalls Punkte, weil die Geschichte sich abhebt.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
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traumLos
Hobbyautor


Beiträge: 375



BeitragVerfasst am: 20.05.2018 02:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich weiß nicht wer.

Ein Polit-Thriller aus der Beobachtung einer Hausfrau mittleren Alters erzählt.Die Szene findet sich gut eingebaut in dem Text wieder.

Doch was ist hier Un-Gewiss?
Frau Schenebeck jedenfalls ist alles klar. Die Beobachtung nicht einschätzen zu können, liest sich für mich als Behauptung, die sich im weiteren Verlauf nicht bestätigt. Soll beim Leser Un-Gewissheit erzeugt werden. Kim ausgetauscht in der deutschen Provinz? Hm. Hier passt einiges nicht zusammen. Schon dass der Wagen mit hoher Geschwindigkeit erst auf dem Kopfsteinpflaster die Fahrt verlangsamt. Höchst unprossenielle Austauscher. Oder soll einfach nur die Frage auftauchen, ob es nun tatsächlich Kim ist, oder ein Double oder nur eine zufällige Ähnlichkeit. Das hat der Text bei mir leider nicht geschafft.

Schade, weil die Figur der Frau Schenebeck wunderbar entwickelt wurde.

Leider 0 Punkte


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