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Auszüge erstes Kapitel


 

 
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Pollux
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 22.03.2018 15:27    Titel: Auszüge erstes Kapitel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mein Roman steckt im Moment noch in den Kinderschuhen. Aber ich hab mir gedacht, dass ich einen Auszug aus dem ersten Kapitel hier schonmal reinschreibe, damit ich beim weiter schreiben mögliche Stilfehler vermeiden kann.

Der Text ist jetzt leider etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe keinen Spannungsbogen drin oder etwas, was direkt die Handlung betrifft. Es geht mir auch eher um den Fluss in einer Konversation. Damit habe ich leider ein paar Probleme.
Zum groben Handlungsrahmen: Es ist ein Thriller-Fantasy-Horror Roman, der in einem fiktiven England um 1900 spielt (Steampunk).

----------------------
Jarissa sah der Kutsche kurz nach und ging dann hinüber zum Hotel „Eisenpfanne“. Sie hoffte, dass das Hotel die Zimmer nicht im voraus bezahlt haben wollte, denn sie hatte ihr letztes Geld für die Zugfahrt ausgegeben. Jetzt brauchte sie dringend irgendwo einen kleinen Job oder eine andere Gelegenheit um an etwas Geld zu kommen.
Vor dem Hotel fiel ihr eine Gruppe Männer ins Auge. Ihre Stiefel waren schlammverschmiert, als wenn sie vor kurzem erst aus den Sümpfen zurück gekehrt waren. Jeder von ihnen schulterte ein wuchtiges Gewehr und trug dazu reichlich Munition in sichtbaren Patronengurten mit sich. Es wirkte seltsam, dass sich derart bewaffnete Männer hier mitten auf dem Gehweg unterhalten konnten, ohne dass sich die vorbei gehenden Mitbürger daran störten.
„Ich sag euch, ich geh gleich wieder los. Diese Biester müssen irgendwo sein.“, rief grade ein großer stämmiger Mann mit altem speckigen Porkpiehut.
„Lass es Walter.“, beruhigte in ein anderer mit langem Rauschbart. „Morgen ist die große Jagd. Das bringt jetzt doch nichts mehr.“
„Das sagst du!“, der Walter genannte mit Porkpie spuckte aus. „Da draußen hab ich meine Rinder. Bisher haben die Biester sie in Ruhe gelassen. Aber ich will nichts riskieren.“
„Walter. Geh nicht alleine. Das sag ich dir. Die Hunde haben in den letzten Wochen nicht ein einziges Rind gerissen.“
„Greg hat recht.“, ein Mann mit schulterlangen lockigen, schwarzen Haaren und Dreitagebart ergriff das Wort. „Bis jetzt weiß ich von mindestens dreißig Mann, die morgen bei der Jagd dabei sind.“
Jarissa war an der Tür stehen geblieben und tat so, als wenn sie das Tagesmenü studieren würde, welches neben der Hoteltür auf eine Schiefertafel geschrieben wurde.
So, morgen sollte es eine Jagd auf diese Hunde geben. Da bin ich genau zum passenden Zeitpunkt hier angekommen, dachte sie.
„Dreißig? Das ist doch lächerlich.“, Walter spuckte wieder aus. „Die Sümpfe sind riesig, meinst du wirklich, wir bekommen eines dieser Viecher vor die Flinte?“
„Das sind keine Marder, Walter.“, der Rauschbart sprach wieder. „Das sind riesige Bestien. Wo sollen die sich denn verstecken? Die schrecken wir schon auf. Mach dir mal keine Sorgen.“
„Mach was du willst.“, der Walter genannte Mann drehte sich weg. „Ich gehe zu meiner Weide und wenn sich irgendein schwarzes Biest da blicken lässt, durchlöchere ich dessen Fell.“
Mit den Worten verließ Walter die beiden anderen Männer.
Jarissa warf einen kurzen Blick zu der Gruppe und bemerkte, dass der schwarzhaarige nun direkt zu ihr rüber sah.
Sie wandte schnell den Blick und ging in das Hotel.
Hinter der Tür befand sich gleich das dazugehörige Restaurant. Es roch nach altem Fett, Bier und Holzofen. Alles hier wirkte schon recht alt und staubig. Die Treppenstufen ausgetreten, die Petroleumlampen trüb und die Möbel im Restaurant fleckig. Dennoch war es hier ganz gemütlich. Die Wände waren mit zahlreichen Pfannen in unterschiedlichen Größen, Farben und Formen geschmückt. Unter jeder Pfanne hing ein kleines Messingschild mit einem kurzen Text. Neugierig ging Jarissa zu einer alten schwarzen Pfanne mit schiefem Griff und las den Einzeiler auf dem kleinen Schild.
„Duell Pfanne gegen Kopf. Pfanne hat gewonnen“ stand da. Jarissa musste grinsen. Der Humor gefiel ihr.
„Kann ich Ihnen helfen?“, unbemerkt war ein dicker Mann mit Halbglatze aus der Küche aufgetaucht. Er trug eine bestickte Samtweste, mit Brille in der Westentasche, über einem Leinenhemd.
„Haben Sie noch Zimmer frei?“, Jarissa ging einfach davon aus, dass der Mann der Besitzer des Hotels war. Warum sollte er, da er augenscheinlich kein Koch war, sonst in der Küche herumlungern.
„Nicht mehr viele.“, sagte der Mann, ging hinter den Tresen und öffnete ein großes schwartiges Lederbuch. „Nachdem Chief Constable Craven diese Jagd ausgerufen hat, kommen in den letzten Tagen zahlreiche Jäger hier in die Stadt.“
„Welche Jagd?“, fragte Jarissa. Sie wusste zwar, dass diese Jagd stattfinden sollte, immerhin stand es überall in den Zeitungen und man brauchte nur die Leute auf der Straße belauschen, aber sie wollte Details erfahren.
Der Mann sah auf und schien kurz verwundert.
„Na, diese Hundejagd.“, erklärte er nichtssagend.
Ein kurzes Schweigen entstand, in dem Jarissa wartete, dass der Mann mehr erzählte. Aber er war der Meinung, dass er wohl alles wichtige genannt hatte.
„Gibt es denn eine Belohnung?“.
„Klar.“, der Mann blätterte derweil weiter in seinem Buch, bis er das Ende seiner Buchungslisten erreicht hatte.
„Ein Pfund Sterling für jeden schwarzen Pelz.“
„Ein Pfund?“, rief Jarissa nun ehrlich erstaunt. Sie war froh, wenn sie es schaffte in einem Monat zwei Crown zu verdienen. Und das auch nur, wenn sie richtig viel Glück bei der Arbeitssuche hatte.
„Wie kommt man dazu so viel Geld für einen toten Hund zu bezahlen?“
„Weil das keine normalen Hunde sind.“, die Stimme kam von der Tür. Jarissa erkannte sie. Vorhin noch hatte sie den Mann sprechen hören. Sie drehte sich um. Es war der schwarzhaarige mit Dreitagebart.
Jarissa hatte bisher nur aus der Zeitung und von den kurzen Gesprächen mit Cole und Dinah von den Hunden gehört. Vielleicht wusste der Typ mehr. Sie brauchte aber nicht weiter zu fragen. Der Mann sprach von sich aus weiter und kam dabei rüber zu Jarissa.
„Diese Biester sind riesig. Die einen sagen groß wie Kälber, der nächste sagt groß wie ein ausgewachsener Bulle oder auch groß wie ein Pferd.“
Er setzte sich ungefragt neben Jarissa und legte dabei sein schweres, doppelläufiges Gewehr auf den Tresen.


-------------
Danke fürs Lesen und kritisieren Wink

12Wie es weitergeht »


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Aneurysm
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 474



BeitragVerfasst am: 22.03.2018 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,

Jarissa erreicht eine fremde Stadt und hört von einer Hundejagd, die ihr nicht geheuer ist. Deine Grundidee ist interessant und regt zum Weiterlesen an. Aber die Szene muss noch überarbeitet werden, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Die Dialoge lassen sich an einigen Stellen kürzen, ohne groß den Sinn zu verändern, zum Beispiel hier:
Pollux hat Folgendes geschrieben:
„Na, diese Hundejagd.“, erklärte er. nichtssagend.
Ein kurzes Schweigen entstand, in dem Jarissa wartete, dass der Mann mehr erzählte. Aber er war der Meinung, dass er wohl alles wichtige genannt hatte.
„Gibt es denn eine Belohnung?“.
„Klar.“, der Mann blätterte derweil weiter in seinem Buch, bis er das Ende seiner Buchungslisten erreicht hatte.

Es gibt eine ordentliche Belohnung: ein Pfund Sterling für jeden schwarzen Pelz.

Im Moment liest sich das Ganze nicht wie ein spannender Thriller. Dazu gibt es zu viel unnötigen Ballast in der Szene. Wenn du so etwas weglässt, sieht es gleich anders aus. Redundantes wie diese Information
Pollux hat Folgendes geschrieben:
Sie wusste zwar, dass diese Jagd stattfinden sollte, immerhin stand es überall in den Zeitungen und man brauchte nur die Leute auf der Straße belauschen, aber sie wollte Details erfahren.

würde ich ebenfalls streichen. Aus dem Dialog zwischen den Männern ist ersichtlich, was die Protagonistin über die Jagd weiß.

Außerdem sind im Text mehrere Kommafehler zu finden. Achte darauf, zwischen Haupt- und Nebensatz immer ein Komma zu setzen. Und die Zeichensetzung bei Dialogen hast du noch nicht verstanden.
Pollux hat Folgendes geschrieben:
„Greg hat recht.“, ein Mann mit schulterlangen lockigen, schwarzen Haaren und Dreitagebart ergriff das Wort.

Ans Ende einer wörtlichen Rede gehört nur ein Punkt, wenn damit der ganze Satz zu Ende ist. Im Beispiel oben solltest du tatsächlich einen neuen Satz anfangen, weil es sich nicht um eine Inquitformel (z. B. „sagte er“) handelt.

Zu guter Letzt empfehle ich dir, möglichst wenige Füllwörter zu benutzen. Sie blähen den Text nur unnötig auf.

Liebe Grüße
Aneurysm
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Mara
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 129
Wohnort: Linz/Donau


BeitragVerfasst am: 23.03.2018 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,

dein Text klingt spannend und ist gut. Allerdings kannst du ihn noch knackiger machen, indem du z. B. redundante Informationen vermeidest. Hier mal ein bisschen Feedback zum Anfang:

Zitat:
Jarissa sah der Kutsche kurz nach und ging dann hinüber zum Hotel „Eisenpfanne“. Sie hoffte, dass das Hotel die Zimmer nicht im voraus bezahlt haben wollte, denn sie hatte ihr letztes Geld für die Zugfahrt ausgegeben. Jetzt brauchte sie dringend irgendwo einen kleinen Job oder eine andere Gelegenheit um an etwas Geld zu kommen. Ist die Info an der Stelle wirklich nötig oder kann sie auch später kommen?
Vor dem Hotel fiel ihr eine Gruppe Männer ins Auge. Ihre Stiefel waren schlammverschmiert, als wenn sie vor kurzem erst aus den Sümpfen zurück gekehrt waren. Jeder von ihnen schulterte "hatte geschultert" - oder hängen sie sich die Gewehre genau in dem Moment über die Schulter? ein wuchtiges Adjektive sollte man wann immer es geht vermeiden. Gewehr und trug dazu reichlich Munition in sichtbaren Patronengurten mit sich. Es wirkte seltsam, dass sich derart bewaffnete Männer hier mitten auf dem Gehweg unterhalten konnten, ohne dass sich die vorbei gehenden Mitbürger daran störten. Den Satz könnte man zeigen: Zum Beispiel ein Passant, der ohne mit der Wimper zu zucken an den Männer vorüber geht. Und dazu nur ein Gedanke von Jarissa: "Seltsam."
„Ich sag euch, ich geh gleich wieder los. Diese Biester müssen irgendwo sein.“, rief grade ein großer stämmiger Mann mit altem speckigen Porkpiehut. Sehr viele Adjektive. Wink
„Lass es Walter.“, beruhigte Ein simples "sagte" tut es hier vollkommen. Dass er den anderen beruhigen will, geht schon aus dem Text hervor.in ein anderer mit langem Rauschbart. „Morgen ist die große Jagd. Das bringt jetzt doch nichts mehr.“
„Das sagst du!“, der Walter genannte mit Porkpie spuckte aus. Das könntest du einfacher schreiben: "Walter spuckte aus." Wenn er vorher Walter genannt wurde, gehe ich als Leserin davon aus, dass es wirklich Walter ist und er nicht in Wirklichkeit Hans heißt. Wink „Da draußen hab ich meine Rinder. Bisher haben die Biester sie in Ruhe gelassen. Aber ich will nichts riskieren.“Den 2. Teil der direkten Rede könnte man verknappen: "Ich habe meine Rinder da draußen." Die restliche Info, die du explizit gibst, schwingt da schon mit.
„Walter. Geh nicht alleine. Das sag ich dir. Die Hunde haben in den letzten Wochen nicht ein einziges Rind gerissen.“
„Greg hat recht.“, ein Mann mit schulterlangen lockigen, schwarzen Haaren und Dreitagebart ergriff das Wort. „
Bis jetzt weiß ich von mindestens dreißig Mann, die morgen bei der Jagd dabei sind.“ Auch das kann man kürzen.
Jarissa war an der Tür stehen geblieben und tat so, als wenn sie das Tagesmenü studieren würde, welches neben der Hoteltür auf eine Schiefertafel geschrieben wurde.
So, morgen sollte es eine Jagd auf diese Hunde geben. Die Info gibst du schon in der direkten Rede. Jarissa und auch der Leser wissen es bereits, daher musst du es nicht wiederholen.Da bin ich genau zum passenden Zeitpunkt hier angekommen, dachte sie.


Soweit ein paar Vorschläge zum Überarbeiten. Ich hab's gerne gelesen und konnte mir die Situation gut vorstellen. Very Happy
So jetzt habe ich genug prokrastiniert und wende mich wieder der Überarbeitung meines eigenen Romans zu. Smile
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Pollux
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 23.03.2018 18:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die Hilfen!

Hab schon ein wenig umgeschrieben, damit es flüssiger wirkt.
Aber sagt mal... ich habe jetzt im weiteren Kapitel ein sehr langes Gespräch zwischen drei Charakteren drin. Es werden quasi Informationen über einen Mord ausgetauscht.
Und da die Charaktere das sehr sachlich tun (Polizist, Arzt, Detektiv) hab ich ständig die Wörter "sagte", "fragte", "erwähnte" oder "ergänzte" drin.
Ich versuch schon irgendwie krampfhaft diese Wörter zu umgehen, damit ich sie nicht zum 5. Mal hintereinander drin hab. Und genauso ließt es sich teilweise Confused
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Fenris
Schreiberassi


Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 23.03.2018 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:
Danke für die Hilfen!

Hab schon ein wenig umgeschrieben, damit es flüssiger wirkt.
Aber sagt mal... ich habe jetzt im weiteren Kapitel ein sehr langes Gespräch zwischen drei Charakteren drin. Es werden quasi Informationen über einen Mord ausgetauscht.
Und da die Charaktere das sehr sachlich tun (Polizist, Arzt, Detektiv) hab ich ständig die Wörter "sagte", "fragte", "erwähnte" oder "ergänzte" drin.
Ich versuch schon irgendwie krampfhaft diese Wörter zu umgehen, damit ich sie nicht zum 5. Mal hintereinander drin hab. Und genauso ließt es sich teilweise Confused


Stell den Teil gerne einmal ein, dann kann man ganz konkrete Hilfestellung geben smile
Was du generell tun kannst (spontan fallen mir nur diese Dinge ein):
a) nach anderen Synonymen suchen
b) direkte Reden durch indirekte Reden oder zusammenfassende Textteile ersetzen
c) Paraphrasen einsetzen, indem du Verben des Sagens ersetzt (z.B. durch Nominalisierungen, Zwischenhandlungen, ...)

Ein paar Beispiele (der Inhalt des Gesagten wird unsinnig sein, aber zum veranschaulichen reicht es hoffentlich Laughing )

"Der Leichnam ist nicht mehr erkennbar", sagte er.

-> Gemäß "b)": Der Zustand des Leichnams sei Dr. Säbelbein zufolge ein Musterbeispiel an Unkenntlichkeit; oder: Der Zustand des Leichnams war, Dr. Säbelbeins Kommentar folgend, ...

-> "b)" und "c)" in Kombination: Während Dr. Säbelbein über den Zustand des Leichnams sprach, bekam er/XYZ einen Hustenanfall, der...
[-> und statt sprach hast du wieder unzählige Optionen: kommentieren, sich auslassen über, mit Worten in die Gegenwart bringen, ...]

________________________________

oder:
Dr. Säbelbeins Vermutung über ... nötigte Mister Revolver-Mann zu einem Widerwort: "Lalala."

oder:
"Lalilu und ohnehin aha", Dr. Säbelbein griff zu einem Cognacglas, "das sei aber nicht sehr sittsam, meine Herren!" [= Auslassung des Verbs, geht ohne Probleme]

Wenn es vielleicht doch etwas amüsanter sein sollte oder alle drei gleichzeitig sprechen oder (...), dann kannst du die Verben des Sagens auch ganz weglassen:

In dem Durcheinander, das folgte, war kaum das eigene Wort zu verstehen:
"Noch nie!"
"Und ob!"
"Meine Herren, ich bitte Sie!"
"Eichhörnchen tanzen im Kreise-"
"und fallen in den Schnee!"

Ist etwas Passendes dabei?
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Aneurysm
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 474



BeitragVerfasst am: 23.03.2018 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:
Und da die Charaktere das sehr sachlich tun (Polizist, Arzt, Detektiv) hab ich ständig die Wörter "sagte", "fragte", "erwähnte" oder "ergänzte" drin.
Ich versuch schon irgendwie krampfhaft diese Wörter zu umgehen, damit ich sie nicht zum 5. Mal hintereinander drin hab. Und genauso ließt es sich teilweise

Ersetze die Inquitformeln durch Handlungen der Charaktere. Der Arzt untersucht das Opfer, der Detektiv macht sich Notizen, der Polizist runzelt die Stirn … Damit vermeidest du die Eintönigkeit und stellst nebenbei die Gefühle der Charaktere dar. Wenn offensichtlich ist, wer spricht, kannst du auch ganz auf einen Zusatz verzichten.

PS: Fenris war schneller, mein Beitrag überschneidet sich mit seinem.
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Mara
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Beiträge: 129
Wohnort: Linz/Donau


BeitragVerfasst am: 23.03.2018 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Den gleichen Tipp, wie Aneurysm wollte ich dir auch gerade geben. Vorallem, da man bei drei Personen leider mehr oder weniger permanent irgendwie anzeigen muss, wer gerade spricht. Eventuell hat einer der drei auch eine spezielle Art zu reden, an der man ihn von den anderen unterscheiden kann, weil er sich z. B. sehr wissenschaftlich oder sehr derb ausdrückt?
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Pollux
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 27.03.2018 22:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke euch.
Ich hatte jetzt nochmal ein paar Nächte überschlafen. Hab es dann nochmal etwas geändert, jetzt liest es sich besser.

Aber ich wollte euch grade mal eine unheimliche Szene präsentieren und fragen ob die bei euch Spannung erzeugt.

--------------------
Hutsch ging vor und führte die beiden tiefer ins Moor.
„Wie finden wir zurück?“, fragte Jarissa mit Herzklopfen. Ihr schmeckte die Situation überhaupt nicht mehr.
„Ich habe einen Kompass bei mir“, beruhigte sie Hutsch. Es platschte hinter ihnen. Jarissa zückte sofort ihr Messer.
„Verflucht!“ Victor zog seinen durchnässten Stiefel aus dem brackigen Wasser. „Man sieht kaum, wo man hintritt, verdammt.“
„Still jetzt!“, zischte Hutsch. Sie alle verstummten. War da was? Es war irgendwie gar nicht still hier im Moor. Irgendwo hörte man es leise blubbern und knacken. Ein Rascheln hier, ein Platschen da. Was gehörte einer Kröte, was einem größeren Tier?
Dann hörten sie es. Ein leises Knallen in der Ferne.
„Da schießt schon jemand“, stellte Hutsch fest.
„Der ist aber weit weg“, sagte Victor. „Ob die so ein Vieh erwischt haben?“
„Ein Wildschwein.“
„Ach, hör doch auf mit deinen Wildschweinen“, beschwerte sich Victor. „Wir sind so tief im Sumpf, welche Wildsau..“ Ein Knurren.
Jarissa sog die Luft ein. Die anderen Beiden hatten es auch gehört. Sie waren sofort verstummt und starrten angestrengt in die Dunkelheit. Obwohl sie die Laternen schnell in jede Richtung schwenkten war außer Nebel und schemenhaften Bäumen nichts zu erkennen. Oder doch? War da eine Bewegung?
Irgendwo in der Ferne schrie jemand auf. Oh verdammt, so hatte sich Jarissa das nicht vorgestellt.
Victor stellte die Laterne auf den Boden und hob sein Gewehr schussbereit.
Doch es herrschte wieder Stille.
„Ihr habt das auch gehört, oder?“, fragte er nach einer quälend langen Zeit. Jarissa nickte.
„Da vorne läuft etwas“, murmelte Hutsch leise. Victor zielte an ihm vorbei in den Nebel. Nichts.
„Wo?“
„Ich habe es gehört.“
„Das bringt mir nichts.“ Victors Stimme war angespannt. Jarissa zuckte zusammen. Da war ein großer Schatten in ihrem Augenwinkel vorbei gehuscht. Ein lautes Platschen. Victors Gewehrlauf zuckte herum. Wieder ertönten Schüsse, diesmal näher. Ein weiterer Schrei.
„Die kommen in unsere Richtung.“ Jarissa hörte Hutsch Stimme leise zu ihr durch dringen. Aber ihre Aufmerksamkeit war auf etwas anderes gerichtet. Dort vorne im Nebel war es. Zwei glimmende Punkte waren für einen Moment aufgeleuchtet.
Ohne das Jarissa etwas dagegen tun konnte, begannen ihre Zähne zu klappern.
„Wer kam auf diese saudumme Idee hier mit zu machen, verdammt“, fluchte Victor leise. Eine männliche Stimme näherte sich brüllend. Es platschte und krachte. Dann fiel ein Schuss. Victor, Jarissa und Hutsch duckten sich instinktiv. Doch der Schuss zischte vorbei und spritzte in einiger Entfernung ins Wasser.
Dann war es da. Ein Knurren, wie es nur aus der Hölle entstammen konnte.
„LAUFT!“, schrie ein Mann, der jetzt plötzlich aus dem Nebel auftauchte.
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ernst.niki
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 11



BeitragVerfasst am: 28.03.2018 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux

Wie auch be deinen anderen Texten beschreibst du für meinen Geschmack eher zu viel.
Gerade wenn es spannend sein soll, würde ich gewisse stellen kürzen.

Zitat:

Hutsch ging vor und führte die beiden tiefer ins Moor.
„Wie finden wir zurück?“ die frage hat sie hoffentlich schon gestellt, bevor sie das Moor betreten haben, fragte Jarissa mit Herzklopfen Ich hoffe sie hat Herzklopfen, ohne ist ziemlich ungesund. Ihr schmeckte die Situation überhaupt nicht mehr. Spezielle Ausdrucksweise, habe ich so noch nicht gehört
„Ich habe einen Kompass bei mir“, beruhigte sie Hutsch. Es platschte hinter ihnen. Jarissa zückte sofort ihr Messer.
„Verflucht!“ Victor zog seinen durchnässten Stiefel aus dem brackigen Wasser. „Man sieht kaum, wo man hintritt, verdammt.“
„Still jetzt!“, zischte Hutsch. Sie alle verstummten. War da was? Es war irgendwie gar nicht still hier im Moor. Irgendwo hörte man es leise blubbern und knacken. Ein Rascheln hier, ein Platschen da. Was gehörte einer Kröte, was einem größeren Tier? Eher: Welches Geräusch kommt von einer Kröte? Welches von etwas grösserem?
Dann hörten sie es. Ein leises Knallen in der Ferne. Vorschlag: Dann hörten sie es zum ersten Mal an diesem Abend/Tag. Ein leises Knallen in der Ferne. (Der Leser weiss, das ihn etwas erwartet, er will wissen was)
„Da schießt schon jemand“, stellte Hutsch fest.
„Der ist aber weit weg“, sagte Victor. „Ob die so ein Vieh erwischt haben?“
„Ein Wildschwein.“ Alle wissen, das sie Monsterhunde jagen, weshalb sollte plötzlich einer auf eine Wildsau schiessen? Falls du auf die Unfähigkeit der anderen Jäger anspielen willst, könntest du hier etwas einbauen.
„Ach, hör doch auf mit deinen Wildschweinen“, beschwerte sich Victor. „Wir sind so tief im Sumpf, welche Wildsau..“ Ein Knurren. Evtl. kannst du die Leser das Knurren selbst hören lassen. "Grrrrrrrrrrrr"
Jarissa sog die Luft ein. Die anderen Beiden hatten es auch gehört. Sie waren sofort verstummt und starrten angestrengt in die Dunkelheit. Obwohl sie die Laternen schnell in jede Richtung schwenkten war außer Nebel und schemenhaften Bäumen nichts zu erkennen. Oder doch? War da eine Bewegung?
Irgendwo in der Ferne schrie jemand auf. "Aaaaaahhhhh" Auf einmal erklingt ein Schrei in der Ferne. Oh verdammt, so hatte sich Jarissa das nicht vorgestellt.
Victor stellte die Laterne auf den Boden und hob sein Gewehr schussbereit.
Doch es herrschte wieder Stille. Was ist mit den vielen Geräuschen die du vorher beschrieben hast? Kröten und so..
„Ihr habt das auch gehört, oder?“, fragte er nach einer quälend langen Zeit. Jarissa nickte. Halte ich den Reaktionen der Teilnehmer nach für sebstverständlich
„Da vorne läuft etwas“, murmelte Hutsch leise. Victor zielte an ihm vorbei in den Nebel. Nichts.
„Wo?“
„Ich habe es gehört.“
„Das bringt mir nichts.“ Victors Stimme war angespannt. Jarissa zuckte zusammen. Da war ein großer Schatten in ihrem Augenwinkel vorbei gehuscht. Ein lautes Platschen. Victors Gewehrlauf zuckte herum. Wieder ertönten Schüsse, diesmal näher. Ein weiterer Schrei.
Die kommen in unsere Richtung.“ Die Hunde? Die andern Jäger? Oder kommen die Schüsse und Schreie näher? Jarissa hörte Hutsch Stimme leise zu ihr durch dringen. Aber ihre Aufmerksamkeit war auf etwas anderes gerichtet. Dort vorne im Nebel war es. Zwei glimmende Punkte waren für einen Moment aufgeleuchtet. waren für einen Moment zu sehen
Ohne das Jarissa etwas dagegen tun konnte, begannen ihre Zähne zu klappern. Gegen Zähneklappern kann man etwas tun. Entweder hat das Zähneklappern begonnen, ohne das sie es realisiert hat, oder sie presst ihren Kiefer zusammen, um es zu verhindern. Mit dem zweiten zeigst du ihre Angst vermutlich besser.
„Wer kam auf diese saudumme Idee hier mit zu machen, verdammt“, fluchte Victor leise. Eine männliche Stimme näherte sich brüllend. Es platschte und krachte. Dann fiel ein Schuss. Victor, Jarissa und Hutsch duckten sich instinktiv. Doch der Schuss zischte vorbei und spritzte in einiger Entfernung ins Wasser. Der Schuss geht los -> sie ducken sich -> der Schuss zieht an ihnen vorbei. Matrix?
Dann war es da. Ein Knurren, wie es nur aus der Hölle entstammen konnte.
„LAUFT!“, schrie ein Mann, der jetzt plötzlich aus dem Nebel auftauchte.


Einige Vorschläge, welche Bereiche du in deinem Text anpassen kannst. Nimm dir heraus was dir gefällt und lasse das andere Weg.


Liebe Grüsse
Niki

edit: kleiner Fehler
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KingStevie
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BeitragVerfasst am: 28.03.2018 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Jarissa

ich weiss es ist nur ein auszug aus ihrer geschichte

als kreativer input? vielleicht wenn es kommod ist?

die doppelläufige flinte macht Jarissa keine angst...

sie ist es gewohnt eine flinte in ihrem früheren hause zu haben
nicht nur das
alte munition wieder flott zu machen... das musste sie als sie klein war täglich


sie kennt den klick des metalls wenn kein zündhütchen auf dem zündrohr liegt

das klingt nicht gut papa???
es braucht mehr öl denke ich?

papa?


______________________________
nur eine spontane idee

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stefan


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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 28.03.2018 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,
zu deiner Frage: Auf mich wirkt der kurze Text nicht sehr unheimlich und spannend, um ehrlich zu sein. Es wird mit zu wenig Atmosphäre aufgebaut. Es ist offenbar nachts, im Moor, es ist neblig und nur die Laterne spendet Licht – das ist ja eigentlich eine unheimliche Situation, aber du bist so auf die Dialoge konzentriert, dass du das Setting und die Stimmung, die das in den Charakteren auslöst, in meinen Augen zu stiefmütterlich behandelst.
Ohne, dass diese unheimliche Grundstimmung aufgebaut wird, kann sich für mich dann auch keine wirkliche Spannung „entladen“, als dann später das Chaos ausbricht.

Ein paar Dinge waren mir auch nicht ganz klar bzw. erschienen mir unlogisch, das hat dazu beigetragen, dass wenig bei mir angekommen ist. Zum Beispiel habe ich mich gewundert, dass niemand Angst davor zu haben scheint, im Dunkeln im Moor danebenzutreten, zu stürzen, oder sowas. Dann war mir nicht klar, wie nahe das Knurren ist, das sie hören. Am Ende ging alles ein bisschen drunter und drüber. Das soll wohl auch so sein, aber als Leser finde ich es nicht wirklich spannend, wenn es ständig irgendwo kracht und platscht und ich nicht weiß, was los ist. Wenn man den Fokus ein bisschen vom Ablauf wegnimmt und stattdessen auf die Angst und Panik der Charaktere legt, könnte man das stimmungsvoller schildern.
Ich hoffe, du weiß, was ich meine, und kannst was mit meinen Anmerkungen anfangen. smile


_________________
Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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Pollux
Sonntagsschreiber


Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 28.03.2018 17:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, danke für die ganzen Tipps.

Manchmal ist es ja schon eine ziemliche Gratwanderung. Der eine sagt "Du beschreibst zu viel" der nächste sagt "Du beschreibst zu wenig" Laughing

An ernst.nikki:
Es ist mir klar, dass Leser des kurzen Textes nicht wissen können, was davor passiert ist. Auch warum die drei Personen im Moor herum wandern und warum sie damit scheinbar nicht so die Probleme haben.

Auf das schriftliche Darstellen von Geräuschen möchte ich allerdings verzichten, weil sich der Leser selber besser vorstellen kann wie ein "Knurren aus der Hölle" klingt oder wie ein Mann in Panik brüllt.

Und nein, Mann muss nicht in der Matrix sein, um einem Schuss auszuweichen. Sie hören ihn ja in der Nähe. Schau dir mal Menschengruppen an, wenns irgendwo sehr laut knallt. Alle ducken sich instinktiv. Das wollte ich in der Szene aufgreifen.


Zitat:
das ist ja eigentlich eine unheimliche Situation, aber du bist so auf die Dialoge konzentriert, dass du das Setting und die Stimmung, die das in den Charakteren auslöst, in meinen Augen zu stiefmütterlich behandelst.

Wie meinst du das? Sollte ich zwischen den Sätzen mehr auf die Gefühlsebene der Charaktere eingehen? Ich hatte da immer so meine Bedenken, dass ich mich dann alle paar Absätze wiederhole.
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RememberDecember59
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 30
Beiträge: 470
Wohnort: Franken


BeitragVerfasst am: 28.03.2018 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:

Wie meinst du das? Sollte ich zwischen den Sätzen mehr auf die Gefühlsebene der Charaktere eingehen? Ich hatte da immer so meine Bedenken, dass ich mich dann alle paar Absätze wiederhole.

Ja, so meine ich das. Deine Hauptperson ist, wenn ich es richtig verstehe, Jarissa. Aber man ist ihr nicht sehr nahe, von ihrer Beklemmung kriegt man nicht viel mit. Stattdessen kriegt man das Geplänkel und Fluchen der anderen beiden mit, aber das hilft nicht wirklich, um eine unheimliche Stimmung aufzubauen. Vielleicht würde es stattdessen helfen, stärker in Jarissas Kopf einzutauchen und den Leser an dem, was sie sieht, fühlt, hört und denkt, mehr teilhaben zu lassen. Denn sie scheint ja durchaus nervös zu sein. Was Hutch und Viktor tun, nimmt im Moment ja fast genauso viel Platz ein, wie Jarissa. Das ist für die Stimmung nicht sehr zuträglich, denn die beiden haben, wie es sich für mich liest, weniger Angst als Jarissa, bzw. sie versuchen, ihre Angst zu überspielen.

Sätze wie diese beiden hier:
Zitat:
Ihr schmeckte die Situation überhaupt nicht mehr
.
Zitat:
Oh verdammt, so hatte sich Jarissa das nicht vorgestellt.

… beschreiben ein bisschen zu plakativ Jarissas Beklemmung, als dass sie wirklich Emotionen transportieren können. Dass du die Geräusche beschreibst, finde ich zum Beispiel einen Schritt in die richtige Richtung. Aber da könnte noch mehr gehen, für meinen Geschmack. Auch, wie sie körperlich auf die unheimliche Situation reagiert. Herzklopfen hast du genannt, aber es gibt noch so viel mehr, was mit dem Körper und im Kopf passiert, wenn man sich fürchtet. Die Gefahr, sich da zu wiederholen, sehe ich bei der großen Auswahl eigentlich nicht.
Für mich sind es die Details, die in so einer Szene entscheidend sind. Aber wie du selbst sagst, was manchen zu wenig ist, kann anderen zu viel sein. Deshalb betrachte meine Kritik bitte nur als das, was sie ist: meine höchst subjektive Meinung. smile


_________________
Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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Pollux
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BeitragVerfasst am: 28.03.2018 20:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Natürlich. Mir hilft die Kritik schon sehr weiter.

Ich lese mir meine Texte immer wieder durch und stelle dabei selber fest "Hm... irgendetwas fehlt da". Dann merke ich auch, dass der momentane Hauptcharakter (es gibt mehrere, die sich in den Kapiteln abwechseln, weil es mehrere Handlungsorte gibt), ganz oft viel zu kurz kommen aber irgendwie fehlt mir dann der richtige Einstieg: Wie, wo und wann gehe ich auf die Gefühlsebene des Charakters ein, und wann ist es zu viel usw.

Da hilft es mir, wenn ich lese, wie andere den Text sehen.
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KingStevie
Schreiberassi

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Beiträge: 34
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 29.03.2018 08:40    Titel: Antworten mit Zitat

Pollux hat Folgendes geschrieben:

Da hilft es mir, wenn ich lese, wie andere den Text sehen.



Es macht in jedem Fall gute Bilder im Kopf Very Happy


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CQ, CQ, CQ...

Hier spricht W9FOG
kommen bitte?

CQ, CQ
hier spricht W9FOG!



kommen bitte?
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Yorinde
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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BeitragVerfasst am: 01.04.2018 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,
ich gebe einfach auch mal meinen Senf zu deiner zweiten Szene dazu. Nimm, was du gebrauchen kannst. Smile

Ich denke, die Waage zwischen zu viel und zu wenig erzählen ist tatsächlich schwierig. Mehr Zwischentöne würden der Szene gut tun. Körperliche Reaktionen auf die aufsteigende Angst, wie ja schon empfohlen wurde. Die Stimme beginnt zu zittern. Man hat das Bedürfnis, in der Dunkelheit lauter zu sprechen, muss das aber unterdrücken. Schauer, die über den Rücken jagen. Ein Herz, das bis zum Hals klopft. Schweißnasse Hände. Fluchtreflex... So viele Möglichkeiten, sich nicht zu wiederholen. Alles Dinge, die der Leser nachfühlen kann.

Gleichzeitig täte der Szene auch ein Weniger ganz gut. Muss es tatsächlich Nacht und Nebel und Moor sein? Schon eins der drei Settings wäre Grund genug, Angst zu kriegen - denn da sind ja noch diese Hunde. Ich denke, ein erfahrener Jäger, der sich so einem gefährlichen Gegner gegenüber sieht, würde in diese Lage nicht reinstolpern. Nachts siehst du nicht, wo du hin schießt, da hilft auch keine Lampe. Und ein Nachtsichtgerät haben sie auch nicht. Die Gefahr, einen der anderen Jäger zu treffen, ist doch viel zu groß.
Ein Moor ist meist auch kein Teichgebiet, wo überall Wasser steht. Das gefährliche am Moor ist ja gerade, dass du nicht weißt und siehst, wo der Boden dich trägt und wo nicht. Die Gefahr ist unter der Oberfläche und der Schritt rein in den Morast ist schon ein Schritt zu viel.

Noch zu dem Matrix-Schuss. Wink
Natürlich werden sich die drei instinktiv ducken, wenn ein Schuss fällt. Aber die Reaktionszeit plus die Zeit, zu realisieren, dass der Schuss gerade neben dir ins Wasser spritzt - das ist unrealistisch. In dem Moment, wo es knallt, pfeifft die Kugel quasi schon an dir vorbei.

Das Problem mit dem Anzeigen, wer was spricht, umgehst du vielleicht, wenn sie einfach weniger reden und mehr reagieren bzw. fühlen. Wobei, fühlen muss eigentlich nur Jarissa, denn du schreibst ja aus ihrer Perspektive, oder? Zum Beispiel könnte nur einer vor Aufregung dauernd reden wollen, der andere bringt ihn zum Schweigen. Denn das würde auch Sinn ergeben, man will sicher die Hunde nicht unnötig auf sich aufmerksam machen, oder? Wink

So weit, so gut. Vielleicht kannst du mit dem einen oder anderen Gedankenanstoß was anfangen. Viel Freude beim Weiterschreiben!
Yorinde


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Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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Pollux
Sonntagsschreiber


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BeitragVerfasst am: 24.04.2018 21:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hab wieder herum geschrieben und jetzt ein relativ fertiges Kapitel raus gesucht.
Also die Fassung, die ich demnächst Familie/Freunde vorlege zum Probelesen Laughing
Daher mal eure Einschätzung dazu. Ach und nochwas: Bitte keine Fragen wegen dem Setting. Es ist klar, das keiner von euch Jarissa oder Dinah kennt und keiner weiß warum sie da im Wald herum laufen und die Hütte aufsuchen. Das ist ja auch Teil der Story wink Mir geht es nur rein um den Schreibstil, ob er sich flüssig ließt, usw.

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Sie folgten dem Weg, den Glen ihnen erklärt hatte. Es war wirklich nicht mehr als ein kleiner Trampelpfad im Wald. Rechts und links wucherten Brombeeren, so dass man keine andere Wahl hatte, als diesem Pfad zu folgen.
Dinah beschwerte sich immer wieder leise, wenn sie mit ihrem Kleid an den Brombeeren hingen blieb oder sie mit ihren Absätzen über Wurzeln stolperte. Jarissa versuchte dagegen die Umgebung im Blick zu behalten. Je tiefer sie in den Wald gingen, desto mehr beschlich sie ein unangenehmes Gefühl. Es war nicht nur die Tatsache, dass sie den Sümpfen gefährlich nahe kamen, es war auch etwas anderes, unbestimmtes. Sie fühlte sich wie ein Tier, das Gefahr witterte, aber nicht wusste um welche Gefahr es sich handeln könnte. Immer wieder lauschte sie in den Wald. Hier und da waberte ein wenig Bodennebel in tieferen Mulden, aber es war nichts Verdächtiges zu erkennen.
Dinah bemerkte Jarissas Anspannung nicht. Sie löste sich leise schimpfend erneut von einem stacheligen Brombeerzweig.
Schließlich erreichten sie das Ende des Weges. Dort, zwischen buschigen Kiefern stand ein kleines Lehmhaus, umgeben von einem einfachen Zaun aus ineinander gesteckten Zweigen und Ästen. Ein kleiner gemauerter Brunnen befand sich auf dem Grundstück und etwas, dass mal ein Kräutergarten war, nun aber ungepflegt und verwildert da lag.
„Endlich“, murmelte Dinah erleichtert. Sie wollte schon weiter gehen, Jarissa zog sie aber sofort wieder zurück.
„Warte“, flüsterte sie. Dinah sah sie verwirrt an. Sie spürte wohl nichts. So genau konnte Jarissa auch nicht benennen, was in ihr dieses Gefühl auslöste. Angespannt sah sie zu der Hütte.
Die Tür ging auf.
Sofort zog Jarissa Dinah ins nächste Gebüsch. Unzählige fiese Stacheln traktierten ihre freien Hautstellen. Dinah quiekste leise, hielt sich aber sofort den Mund zu und blickte tapfer hinüber zur Hütte.
Da war er schon wieder. Der komische Typ aus dem Ironpan. Er hatte einen Zigarillo im Mundwinkel und sah sich aufmerksam um. Eine Hand hatte er auf den Revolver an seinem Gürtel gelegt. Unter seinem Mantel trug er so etwas wie eine Weste aus gehärtetem Leder. Ziemlich viel teure Ausrüstung für einen normalen Jäger, fand Jarissa.
Sein Blick schweifte über den Waldrand und Jarissa betete, dass er sie nicht entdeckt hatte, immerhin hoben sich Dinahs rote Haare deutlich vom einheitlichen grau-braun des Herbstwaldes ab. Was zur Hölle tat der hier? War er doch nicht wegen der Hundejagd hier?
Noch einen Moment lang blieb er dort aufmerksam stehen. Dann ließ er den Revolver los, nahm den Zigarillo aus dem Mund und verließ die Hütte. Jarissa hielt den Atem an und griff nach ihrem Dolch. Bitte nicht, dachte sie, da es so aussah, als würde der Unbekannte in ihre Richtung kommen. Nur wenige Meter weiter, dann würde er die beiden Frauen im Brombeerdickicht garantiert entdecken.
Jarissa konnte sich durchaus zur Wehr setzen, aber Dinah hätte gegen diesen Schrank keine Chance. Und Jarissas Menschenkenntnis verriet ihr, dass dieser Mann dort nicht lange fackeln würde.
Der Fremde schlug zum Glück einen anderen Weg ein, als den, den Dinah und Jarissa gekommen waren. Er folgte einem anderen Trampelpfad, tiefer in den Wald hinein, welcher weiter in Richtung der Sümpfe führte.
Jarissa atmete erleichtert aus.
„Was ist mit ihm?“, fragte Dinah leise. Für sie war der Mann vermutlich nur irgendein sonderbarer Jäger. Von denen waren in Fenhole bis heute morgen viele unterwegs gewesen.
„Ich weiß nicht“, gab Jarissa zu. „Mein Gefühl sagt mir, dass wir ihm besser nicht in die Quere kommen.“ Nach einem Moment fügte sie hinzu: „Mein Gefühl hat mich bisher noch nicht getäuscht.“
Sie horchte noch einen Moment, aber es war nichts auffälliges mehr zu hören.
„Seltsam, dass er hier an Nancys Hütte war“, überlegte Dinah. „Was hat er hier gesucht?“
„Jedenfalls keine Hunde“, brummte Jarissa. Sie standen auf und gingen langsam zur Hütte. Der Fremde hatte die Tür offen stehen lassen und sein Zigarillogeruch klebte noch in der Luft.

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McGimmick
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BeitragVerfasst am: 25.04.2018 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pollux,

ich schreibe dir meine Eindrücke beim Lesen einfach so mit. Nimm das, was du brauchen kannst, falls du was findest, und ignoriere den Rest. Meine Eindrücke sind natürlich subjektiv, aber ich versuche auf jeden Fall, ehrlich und konstruktiv zu sein.
Pollux hat Folgendes geschrieben:

Sie folgten dem Weg, den Glen ihnen erklärt hatte. Es war wirklich nicht mehr als ein kleiner Trampelpfad im Wald. Rechts und links wucherten Brombeeren, so dass man keine andere Wahl hatte, als diesem Pfad zu folgen.
Dinah beschwerte sich immer wieder leise, wenn sie mit ihrem Kleid an den Brombeeren hingen blieb oder sie mit ihren Absätzen über Wurzeln stolperte. Jarissa versuchte dagegen die Umgebung im Blick zu behalten. Je tiefer sie in den Wald gingen, desto mehr beschlich sie ein unangenehmes Gefühl. Es war nicht nur die Tatsache, dass sie den Sümpfen gefährlich nahe kamen, es war auch etwas anderes, unbestimmtes. Sie fühlte sich wie ein Tier, das Gefahr witterte, aber nicht wusste um welche Gefahr es sich handeln könnte. Ich finde, du machst er dir als Autor zu leicht mit dieser Art von Vorahnung. Sie kristallisiert sich an nichts Konkretem, soll aber dem Leser ein Gefühl der Bedrohung vermitteln. Das funktioniert nicht. Mach ihre Angst an Beobachtungen fest, an Gesagtem, Geräuschen oder meinetwegen Spuren. Aber nicht nur ein für den Leser unbegründetes, nebulöses Etwas. Ich will als Leser mitempfinden und nicht nur "aus der Zeitung erfahren", was der Prot empfindet.Immer wieder lauschte sie in den Wald. Hier und da waberte ein wenig Bodennebel in tieferen Mulden, aber es war nichts Verdächtiges zu erkennen.
Dinah bemerkte Jarissas Anspannung nicht. Sie löste sich leise schimpfend erneut von einem stacheligen Brombeerzweig.
Schließlich erreichten sie das Ende des Weges. Dort, zwischen buschigen Kiefern stand ein kleines Lehmhaus, umgeben von einem einfachen Zaun aus ineinander gesteckten Zweigen und Ästen. Ein kleiner gemauerter Brunnen befand sich auf dem Grundstück und etwas, dass mal ein Kräutergarten war, nun aber ungepflegt und verwildert da lag. "Grundstück" stört mich an der Stelle, es klingt mir zu technisch. "Vor der Hütte befand sich inmitten eines wild wuchernden einstigen Gartens ein alter Brunnen" oder so ähnlich reicht aus.„Endlich“, murmelte Dinah erleichtert. Sie wollte schon weiter gehen, Jarissa zog sie aber sofort wieder zurück.
„Warte“, flüsterte sie. Dinah sah sie verwirrt an. Sie spürte wohl nichts. So genau konnte Jarissa auch nicht benennen, was in ihr dieses Gefühl auslöste. Angespannt sah sie zu der Hütte. Wieder diese Anspannung ohne Anlass.
Die Tür ging auf.
Sofort zog Jarissa Dinah ins nächste Gebüsch. Unzählige fiese Stacheln traktierten ihre freien Hautstellen. Dinah quiekste leise, hielt sich aber sofort den Mund zu und blickte tapfer hinüber zur Hütte. Lass gut sein mit den Brombeeren ständig. Sie lenken von der Handlung ab. Dinahs unbekümmerte, unbeholfene Art lässt sich auch anders zeigen.
Da war er schon wieder. Der komische Typ aus dem Ironpan. Er hatte einen Zigarillo im Mundwinkel und sah sich aufmerksam um. Eine Hand hatte er auf den Revolver an seinem Gürtel gelegt. Unter seinem Mantel trug er so etwas wie eine Weste aus gehärtetem Leder. Ziemlich viel teure Ausrüstung für einen normalen Jäger, fand Jarissa.
Sein Blick schweifte über den Waldrand und Jarissa betete, dass er sie nicht entdeckt hatte, immerhin hoben sich Dinahs rote Haare deutlich vom einheitlichen grau-braun des Herbstwaldes ab. Ausgerechnet die Haare bereitet ihr Sorgen? Was ist mit dem Kleid und dem Gesicht? Was zur Hölle tat der hier? War er doch nicht wegen der Hundejagd hier?
Noch einen Moment lang blieb er dort aufmerksam stehen. Dann ließ er den Revolver los, nahm den Zigarillo aus dem Mund und verließ die Hütte. Jarissa hielt den Atem an und griff nach ihrem Dolch. Bitte nicht, dachte sie, Das ist überflüssig an der Stelle, schließlich verstecken sie sich vor ihm. Da weiß der Leser schon, wie sie sich fühlen. Die Beschreibung seiner Bewegungen können die Szene allein besser tragen. da es so aussah, als würde der Unbekannte in ihre Richtung kommen. Nur wenige Meter weiter, dann würde er die beiden Frauen im Brombeerdickicht garantiert entdecken.
Jarissa konnte sich durchaus zur Wehr setzen, aber Dinah hätte gegen diesen Schrank keine Chance. Und Jarissas Menschenkenntnis verriet ihr, dass dieser Mann dort nicht lange fackeln würde. Wieder droht Gefahr, allein weil Jarissa es "fühlt".
Der Fremde schlug zum Glück einen anderen Weg ein, als den, den Dinah und Jarissa gekommen waren. Er folgte einem anderen Trampelpfad, tiefer in den Wald hinein, welcher weiter in Richtung der Sümpfe führte. Unschöne Doppelung.
Jarissa atmete erleichtert aus.
„Was ist mit ihm?“, fragte Dinah leise. Für sie war der Mann vermutlich nur irgendein sonderbarer Jäger. Von denen waren in Fenhole bis heute morgen viele unterwegs gewesen.
„Ich weiß nicht“, gab Jarissa zu. „Mein Gefühl sagt mir, dass wir ihm besser nicht in die Quere kommen.“ Nach einem Moment fügte sie hinzu: „Mein Gefühl hat mich bisher noch nicht getäuscht.“ Nochmal: Warum fühlt sie das? Ohne konkrete Anhaltspunkte bleibt es für mich als Leser nur eine Behauptung, die ich nicht nachvollziehen kann. So entsteht keine Spannung.
Sie horchte noch einen Moment, aber es war nichts auffälliges mehr zu hören.
„Seltsam, dass er hier an Nancys Hütte war“, überlegte Dinah. „Was hat er hier gesucht?“
„Jedenfalls keine Hunde“, brummte Jarissa. Sie standen auf und gingen langsam zur Hütte. Der Fremde hatte die Tür offen stehen lassen und sein Zigarillogeruch klebte noch in der Luft.

Vom Ansatz her finde ich es gut, dass du zeigst, dass mehr los ist in Baskerville als nur streunende Hunde. Das macht die Handlung komplexer und interessanter. Andererseits finde ich, dass du paradoxerweise gleichzeitig zu viel und zu wenig erklärst. Zuviel dann, wenn die Protagonisten situativ reagieren:
"Dinah bemerkte Jarissas Anspannung nicht."
"Dinah sah sie verwirrt an. Sie spürte wohl nichts."
"Jarissa betete, dass er sie nicht entdeckt hatte"
"Bitte nicht, dachte sie"
Das sind alles Stellen, die besser funktionieren würden, wenn sie in die Interaktion zwischen den beiden einflößen, ohne ausgesprochen zu werden (nach dem Motto "Show, don't tell"), oder aber überflüssig sind, weil sie nur zu Wort bringen, was der Leser sich aus der Situation heraus ohnehin denkt.
Zu wenig Erklärung bietest du m.E. immer dann, wenn Jarissa "fühlt", dass etwas nicht stimmt. Ich hege die Vermutung, dass es daran liegt, dass du deinen Plot noch nicht fein genug ausgearbeitet hast, um etwas Konkretes zu bieten, anhand dessen Jarissa und damit der Leser schlussfolgern kann, dass Gefahr droht.

Ich hoffe, du kannst was mit meinem Kommentar anfangen.
Beste Grüße
McGimmick


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"In the beginning, the universe was created. This has made a lot of people angry and has been widely regarded as a bad move."
~Douglas Adams, The Restaurant at the End of the Universe
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Pollux
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BeitragVerfasst am: 26.04.2018 07:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Klar, danke, das hilft mir schon Smile


Der Charakter "Jarissa" ist etwas komplexer, ich hatte in den Kapiteln davor über sie öfters geschrieben. Sie hat quasi 15 Jahre lang auf der Straße gelebt und daher so eine Art "Instinkt" für gefährliche Situationen entwickelt. Also ab wann sie Gassen als gefährlich wahr genommen hat und wann nicht.
Oder dass sie rein aus Erfahrung einen bestimmten Schlag Mensch überhaupt nicht traut oder schon irgendwie ein Bauchgefühl dafür hat, wer gefährlich sein könnte.

Ich weiß nicht, ob es dann im Gesamten so passend ist, dass ich alleweil wiederhole, dass sie nunmal dieses intuitive Gefahrenbewusstsein, bzw. dieses generelle Misstrauen in bestimmten Situationen/Umgebungen hat. Sie kann es oft selber nicht beschreiben, es ist einfach da.

Ein bisschen Licht in ihre "Intuition" kommt erst in den letzten Kapiteln.
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