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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Das Seil in meinem Ohr


 
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 12.03.2018 19:51    Titel: Das Seil in meinem Ohr eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Mir hängt ein Seil aus meinem Ohr, das alle haben wollen. Wenn ich einen Raum betrete, dann wird es still, doch niemand traut sich zu mir zu drehen. Nur die Augenwinkel werden genutzt und nervös zucken darin die Pupillen, wie Fische im Eimer. Bis ich einen von ihnen ertappe: Dann erschrecken sie alle und schauen versucht unschuldig weg.

Manchmal bemerke ich auch ein staunendes, langes „huu” ertönen. Dieser Jemand, der sich traut seinen Neid auszudrücken wird von mir nicht bestraft. Ich nehme nicht das Heftchen das er in der Hand hält und schlage es gegen sein Gesicht, dass es nur so klatscht. Im Gegenteil: Ich würde ihn gerne belohnen, falls ich es mir leisten könnte. Doch ich kann es mir nicht leisten, nicht mehr, also lasse ich mir meine Freude über seine Anerkennung nicht anmerken und beachte ihn nicht weiter. So gehe ich mit erhobener Brust durch den Raum, mit ermessenen Schritten, und stelle mich hier und da vor Jemandes Gesicht, um tief in seine Höhle zu blicken. Dieser Jenige meidet dann den Blickkontakt und wünscht sich in jede andere Haut, die es nur gibt, nur sei es bloß nicht die seine! Alsbald ich dann weitergehe atmet er auf, als hätte er bisher die Luft angehalten.

Ich muss aber aufpassen: Wenn ich mich nämlich hinsetze und nur für einen kurzen Augenblick meine Augenlider fallen lasse, dann kann es sein, dass sie sich an mich heranschleichen. Unterwegs ringen sie und streiten sie sich dann im Flüsterton, wer als Erster darf und wenn ich dann weiterhin meine Augen geschlossen halte und nicht irgendjemand schon am Anfang gegen mein Bein gekniffen hat um mich zu warnen, dann packen sie das Seil und ziehen es ein langes Stück weit aus meinem Ohr hinaus.

Dann muss ich so leben, dann hängt das Seil noch viel tiefer hinaus, und ich kann nichts machen, als noch mehr Menschen von mir abzuweisen. Denn je länger das Seil ist, desto mehr Aufmerksamkeit und Eifersucht lastet auf mir; desto öfter gelangt Verblüffen zu meinen Ohren. Und vor allem: desto mehr Leute stellen sich im Kreis um mich herum, sobald ich die Lider fallen lasse.

Es gab einmal Tage ­ diese sind leider schon längst vorbei ­ an denen ich noch nicht so sehr beachtet wurde. Damals ging ich in den Raum und musste zuerst meinen Namen in die Runde schreien, bevor ich ein paar Hände entgegengestreckt bekam. Es war zu dieser Zeit, als ich es einem unschuldigen, bemitleidenswerten Jungen erlaubte, der nervös in seinem Stuhl auf und ab rückte. Er hatte sich ganz nahe an mich heran gesetzt, als ich es nicht bemerkte. Dann saß er aber schon bei mir und ich konnte nichts dagegen machen. So zu tun als würde ich weiterhin die Schneeflocken im Fenster beobachten ergab keinen Sinn mehr. Wie er also mit offenem Mund zu meinem Ohr hinauf blickte, erlaubte ich es ihm. Ich ließ ihn das Seil greifen, das damals noch ganz kurz war und mich überhaupt nicht störte und ich ließ den Jungen ein wenig daran ziehen.

Heute könnte ich mir das nicht mehr leisten. Bald hängt das Seil bis zum Boden hinab und dann muss ich es hinter mir her schleifen lassen. Das Schlimme wäre nicht der Schmutz, den ich dann jeden Abend abwaschen müsste und auch nicht, dass ich leicht über das Seil stolpern könnte, sondern die vielen Personen die erfolglos unauffällig zu beobachten versuchen würden. Das Schlimme wäre vor allem der unermessliche Affekt der Masse, jeden Moment dazu bereit sich auf mich zu stürzen und das Seil aus mir hinauszuziehen.

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5829
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 12.03.2018 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Was für eine Idee.

Was mir nicht so gefällt, ist die Einordnung der Reaktionen der anderen als Neid, Eifersucht. Offener würde mir das mehr gefallen.

Auf jeden Fall aber würde ich am Anfang "das alle haben wollen" weglassen. Das schränkt zu früh zu sehr ein.
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 13.03.2018 22:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, firstofferito, für deinen Kommentar! Ich lasse mir das mit der Offenheit durch den Kopf gehen und ich glaube du hast Recht mit dem Anfang. Es könnte alles noch viel parabelhafter sein.

Eine Frage: kann man in diesem Forum Werke bearbeiten und die bearbeitete Form im selben Thema erneut hochladen??

Herzliche Grüße,
Peter
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5829
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BeitragVerfasst am: 13.03.2018 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Du kannst hier im Faden eine neue Version einstellen.
Und bevor du sie abschickst, kannst du sie unter dem Beitrag als solche kennzeichnen.
Dann erscheint oben im Faden ein Link, mit dem man zur neuen Version springen kann.
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Tlönfahrer
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 51
Beiträge: 26
Wohnort: Koblenz


BeitragVerfasst am: 14.03.2018 05:23    Titel: Antworten mit Zitat

Was für eine großartige Idee!

Sprachlich wirkt der Text auf mich allerdings so, als wäre er von einem Nichtmuttersprachler ins Deutsche übersetzt worden. Es gibt ein paar überraschende und ungewohnte Formulierungen und Bilder, alles in allem aber ist es doch sehr "holprig". Die geizige Kommasetzung verstärkt noch diesen Eindruck.

Dennoch ein Text, der richtig Spaß macht.
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 14.03.2018 16:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, firstofferito, ich verstehe, brauche aber erstmal noch Zeit bis ich das Werk überarbeitet habe.

Schließlich hat Tlönfahrer Recht:

Sprachlich blutet dieses Stück.
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 14.03.2018 16:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Tlönfahrer und Dankeschön fürs Lesen und Kommentieren!

Es freut mich, dass du die Grundidee "großartig" findest und dass du "Spaß" beim Lesen hattest. Damit bin ich schon recht zufrieden.
Natürlich möchte ich mich aber sprachlich verbessern, bin in der Tat Nichtmuttersprachler, meine Familie ist in den Neunzigern aus dem einst ungarischen Siebenbürgen nach Deutschland immigriert, bis ich im Kindergarten dazu gezwungen wurde konnte ich also kein Deutsch, zuhause haben wir immer nur ungarisch gesprochen, was aber nichts heißen muss, schließlich hatte ich ein 15 Punkte Abitur in der Gedichtinterpretation und möchte einmal Preise gewinnen für mein Deutsch, ich möchte mich also nicht rausreden ...

Diesen Text habe ich außerdem vor zwei Jahren geschrieben, er ist seitdem also  etwas verrostet und benötigt eine ordentliche Polierung, was aber auch der Grund ist, wieso ich ihn hier hochgeladen habe.

Was ich an der Formulierung "geizige Kommasetzung" nicht verstehe weiß ich nicht, aber heißt das nun ich habe zu viele oder zu wenige Kommata gesetzt?

Nochmal ein Danke für deine Worte ich bin gerührt! Zu "Pig" möchte ich ebenfalls ein paar Gedanken verlieren aber das nicht hier ...

Herzliche Grüße
Peter
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 36
Beiträge: 1975
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 14.03.2018 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, die Idee … die hebt diesen Text natürlich schon heraus. Und dann … dazu gleich (ein wenig) mehr.

Ich denke, dem Text stünde eine zurückgenommene Sprache besser zu Gesicht. Das würde einige schiefe Bilder
Zitat:
Nur die Augenwinkel werden genutzt und nervös zucken darin die Pupillen, wie Fische im Eimer. Bis ich einen von ihnen ertappe: Dann erschrecken sie alle und schauen versucht unschuldig weg.

oder sprachliche Unsauberkeiten
Zitat:
So gehe ich mit erhobener Brust durch den Raum, mit ermessenen Schritten

Zitat:
Dieser Jenige meidet dann den Blickkontakt und wünscht sich in jede andere Haut, die es nur gibt, nur sei es bloß nicht die seine!

ebenso zu vermeiden helfen wie den Eindruck des (unnötig) Prätentiösen, den ich bei der Lektüre bisweilen hatte. Auf die (kurze) Länge trägt die Idee auch eine dezentere Sprache weit genug. Vielleicht ist das aber auch der zweite Schritt vor dem ersten – wenn ich an frühere Texte von mir zurückdenke, musste ich mir eine Ökonomie der sprachlichen Mittel auch erst aneignen.

Zurück zur Idee: ein wenig stelle ich mir schon die Frage, wohin sie mich eigentlich führen will, wenn ich ihr schon so bereitwillig folge. Wird hier eine Ausgangsposition so weit ins Absurde geführt, bis es in meine (wahrgenommene/empfundene) Wirklichkeit kippt und mich packt? – ich glaube, da fehlen noch ein paar Schritte.

Versuche ich, mir diese Idee in einem Vakuum vorzustellen, denke ich tatsächlich zunächst an einen Kurzfilm – der es leichter hätte, eine Stimmung oder Empathie zu erzeugen, über Bilder, Musik oder allein über die unumgängliche Körperlichkeit seiner Figuren. Hier habe ich ein Ich, das mir sehr fern bleibt – was nicht schlecht sein muss, je nachdem, was der Text will und soll.


_________________
100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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Dschungelraabe
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 22
Beiträge: 6
Wohnort: Rostock


BeitragVerfasst am: 15.03.2018 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hat nicht ein jeder von uns ein Seil im Ohr? :O
Könnte mit dem Seil soetwas wie Verantwortung gemeint sein?
Mir scheint es, je länger das Seil wird, desto größer wird die Verantwortung zu seinem Schicksal. Hat man erst einmal dahinter den Tropfen des Wissens  geschmeckt,
so wird der Unschuldige belastet und trägt fortwährend seine Schuld als Verantwortung dem Wissen gegenüber.
Mhm....
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 18.03.2018 21:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank, Klemens_Fitte für deine "doppelte Analyse", das heißt die Interpretation von Inhalt und Sprache. Ich freue mich, dass dich mein Text zu solcher Kritik inspiriert hat. Soviel gesagt möchte ich genauer auf dein Feedback eingehen:

1. Inhalt
Inhaltlich meinst du, dass der Text besonders ist, wirst gegen Ende deiner Antwort, insofern ich das richtig verstehe jedoch skeptisch gegenüber dem Ziel des Textes. Du hinterfragst die Absicht und gehst auch darauf ein, dass die Übermittlung in einem Kurzfilm effektiver wäre, bzw. die Distanz zwischen dem Ich und dem Leser verringern könnte. Zum Schluss lauten die Worte "je nachdem, was der Text will und soll" - daraus schließe ich, du fandest es grundsätzlich unklar, worauf die parabelartige Erzählung zielt.

2. Sprache
Sprachlich kritisierst du "schiefe Bilder", "Unsauberkeiten" und "den Eindruck des (unnötig) Prätentiösen", wobei du für die ersten beiden Kritikpunkte auch Beispiele hervorbringst. Einleitend meinst du eine "zurückgenommene Sprache" wäre passender zum Inhalt, wobei mir etwas unklar ist was das bedeuten soll. Abschließend sprichst du auch an, dass "eine dezentere Sprache" der kurzen Länge entsprechen könnte, wobei mir hier erneut nicht ganz klar ist worauf du zielst, vor allem weil du als nächstes dir selbst widersprechend meinst, dies wäre vielleicht einen Schritt zu weit gedacht, zurückdenkend an deine jungjährigen Leistungen.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich nicht notwendiger Weise viel schlauer geworden bin aus deiner Rückmeldung. Es sind fast mehr Fragen entstanden, als dass Antworten und Wegweisungen entstanden wären.

Es kommt mir fast so vor, als könntest du mit meinem Werk nicht so wirklich etwas anfangen; als würdest du im Dunkeln herumstechen und selber nicht wirklich wissen "wohin [...] [du] mich eigentlich führen will[st]".

Findest du den Inhalt wegen der allegorischen Form unverständlich. Wahrscheinlich kannst du mit der Parabel nichts anfangen, weil sie keine reine und klare Parabel ist die einfach zu erschließen ist, sondern eine eher verschlossene und verschlüsselte mit uneindeutigem Realitätsbezug ...

Insofern danke ich dir nochmal, auch wenn hier ein kleiner Konflikt entfacht ist, für deine Zeit und Aufmerksamkeit. Es würde mich freuen eine fortgesetzte Antwort von dir zu erhalten.

LG
Peter
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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 18.03.2018 23:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, @Dschungelrabe, für deinen kleinen hübschen Assoziationsgang im Bezug auf den Text.
Die beiden Fragen die du stellst lasse ich bewusst unbeantwortet, erstens da sie mir recht rhetorisch erscheinen und ich außerdem möchte, dass sich der Leser selbständig mit der Lösung der Parabel beschäftigt. Vielleicht braucht der Text jedoch eine Überarbeitung, sowohl sprachlich als auch inhaltlich, wie ich es Klemens_Fitte auch angedeutet habe.

Ob nicht jeder von uns ein Seil in seinem Ohr hat? - Vielleicht.
Ob mit dem Seil sowas wie Verantwortung gemeint sein könnte? - Wieso nicht?

LG
Peter
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 36
Beiträge: 1975
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 19.03.2018 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Womöglich hilft es, wenn ich etwas vorausschicke: mein Kommentar war keine Interpretation, und ich bin auch nicht daran interessiert, den Text zu interpretieren; das ist Sache des Deutschunterrichts, dem ich schon einige Zeit entwachsen bin.

ad 1.:

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Inhaltlich meinst du, dass der Text besonders ist


Ich schrieb – wenn – dass die Idee "besonders" ist. Folglich gilt meine Skepsis gegenüber dem Text nur der Frage, ob er seiner Idee gerecht wird oder gar über sie hinausgeht. Ob das, was er ist, was er sagt, dem entspricht, was er kann oder soll.
Das hat nichts mit einem Ziel oder einer Absicht zu tun. Und insbesondere interessiert mich in dieser Frage zunächst mal nicht, was der Autor mit dem Text sagen will.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
gehst auch darauf ein, dass die Übermittlung in einem Kurzfilm effektiver wäre


Nein. Ich schrieb, ein Film hätte es leichter, Dinge – quasi nebenher – zu übermitteln, die über die Idee hinausgehen. Etwas Greif- oder Fühlbares evtl, während der Text sehr auf der Reflexionsebene bleibt, ich nur die Ausführungen eines Ich lese. Dafür ist Text zwar ein sehr naheliegendes Medium – aber wie gesagt: ich frage mich, ob das, was ich jetzt lese, dem gerecht wird, was der Text verspricht.

ad 2.:

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Einleitend meinst du eine "zurückgenommene Sprache" wäre passender zum Inhalt, wobei mir etwas unklar ist was das bedeuten soll.


Was ist unklar? Was zurückgenommene Sprache ist? Das ist eigentlich recht einfach und konkret.

Zitat:
Personen die erfolglos unauffällig zu beobachten versuchen würden


Angucken, wie viele Worte in diesem Halbsatz eigentlich benötigt werden. So als Beispiel.

Der "Eindruck des (unnötig) Prätentiösen" lässt sich kaum an einzelnen Stellen festmachen, sondern bezieht sich auf die gesamte Art, in der er daherkommt. Das muss nicht fair sein, ist eben nur ein Eindruck – wie wir uns ja auch bei der Begegnung mit einem Menschen ein Bild von ihm machen, ohne es sofort begründen zu können.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Abschließend sprichst du auch an, dass "eine dezentere Sprache" der kurzen Länge entsprechen könnte


Nein. Ich schrieb, dass die Idee auch eine dezentere Sprache, die ja schnell eintönig wirken kann, über diese kurze Distanz zu tragen imstande wäre.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
vor allem weil du als nächstes dir selbst widersprechend meinst, dies wäre vielleicht einen Schritt zu weit gedacht, zurückdenkend an deine jungjährigen Leistungen.


Nein. Ich weise nur darauf hin: ich versuche, meinen Eindruck bei der Lektüre zu schildern. Nichts davon ist eine Interpretation oder gar der Versuch, dir konkrete Ratschläge zu erteilen. Wenn ich bspw. von einer zurückgenommenen Sprache spreche, ist das nicht der Ratschlag an dich, den Text umzuschreiben – daher der Verweis darauf, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Und da macht man eben einen Schritt nach dem anderen.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Wahrscheinlich kannst du mit der Parabel nichts anfangen, weil sie keine reine und klare Parabel ist die einfach zu erschließen ist, sondern eine eher verschlossene und verschlüsselte mit uneindeutigem Realitätsbezug ...


Das wird es sein. Ich bin einfach zu blöd, um verschlüsselte "parabelartige Erzählungen" zu goutieren. Nochmals: meine Kritik am Text würde da ansetzen, wo er eben nicht über seine Idee hinausgeht. Mit der Forderung nach einer "reinen Parabel" oder einem "eindeutigen Realitätsbezug" hat das null komma nichts zu tun.

Ich hoffe, dieser nicht fortgesetzte, sondern lediglich wiederholende Kommentar macht deutlicher, was ich bereits in meiner ersten Rückmeldung schrieb.


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100% Fitte

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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 19.03.2018 15:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Haarspalterei! Ich halte es für unnötig in solch einer Form wie du es hier machst darauf zu bestehen was du gesagt und was du nicht gesagt hast. Lass uns weiterziehen und nicht den selben Teig durch und durchkauen.

Insbesondere halte ich es für überflüssig nach deiner Art einen Text zu kommentieren ohne zu erwarten, dass dadurch der Ersteller des Textes Inspiration und Zurechtweisung erlangt.

Dass du der Interpretationen aus dem Deutschunterricht entwachsen bist glaube ich dir gern, obschon ich nicht verstehe wie dieses Entwachsen aussehen soll. Ob es also allein an deinem Alter oder eher sogar an deinem schriftstellerischen Niveau liegen soll!

All dies losgeworden möchte ich doch exakt darauf eingehen was du geschrieben hast, auch wenn es bloß Wiederholung und keine Fortsetzung ist.

Du bist also skeptisch ob der Text seiner Idee gerecht wird. Ob der Text über die Idee hinausgeht (ich versuche zu verstehen was du meinst indem ich vereinfachend wiederhole und dadurch von dir lerne). Ob das was der Text ist - ein Text eben - bzw. "was er sagt, dem entspricht, was er kann oder soll". Was soll das bedeuten? Was soll ein Text können oder sollen? Du zielst hier meiner Meinung nach auf ein größeres Bild und verlangst in gewisser Weise, dass der Text kunsttheoretisch in sich stimmig ist. Wann wird ein Text seiner Idee gerecht? Was soll denn diese Idee überhaupt sein? Ich philosophiere hier ein wenig und weiche möglicherweise von deinen Worten ab aber wann und wie zum Kuckuck geht ein Text über seine Idee hinaus? Worüber redest du hier?

Die Idee ist doch ursprünglich möglicherweise - und ich rate hier was du unter Idee genau verstehst - dass der Hauptcharackter, bzw. Ich-Erzáhler ein Seil in seinem Ohr hat. Inwiefern soll der Text über diese Idee hinausgehen? Inwiefern entspricht die Idee dem was der Text kann? Was soll er denn können?

Natürlich kannst du an diesem Punkt wieder wiederholen was du gesagt hast aber die Worte erreichen mich, sie sind bloß derart abstrahiert, dass sie beinahe schon an Bedeutung verlieren. Das sind wie gesagt Haarspaltereien und sturre Wortvorlieben. Damit erreichst du bloß den von dir ach so angestrebten "Individualismus". Schreibst du wirklich bloß für die immer strengere Individualisierung?

Weiter auf deine Worte einzugehen empfinde ich als Zeitverschwendung, da du ja ohnehin weder helfen noch Wirkung erreichen möchtest, du schreibst bloß über dich und für dich, da kannst du deine Texte auch gleich für dich behalten!

Ich verstehe zurückgenommene Sprache nicht, weil ich nicht verstehe was das bedeuten soll. Inwiefern - praktisch gesehen - wird Sprache zurückgenommen oder sein Gegenteil, etwa nicht zurückgenommen?
Ich nehme jetzt meine Sprache zurück:

---

Zitat:
ich frage mich, ob das, was ich jetzt lese, dem gerecht wird, was der Text verspricht.


Was soll denn der Text versprechen? Du sprichst lauter Geheimnisse. Als haettest du eine besondere Beziehung mit dem Text die keiner außer dir hat. Also mir verspricht der Text jedenfalls nichts.


Zitat:
während der Text sehr auf der Reflexionsebene bleibt, ich nur die Ausführungen eines Ich lese.

Endlich etwas verstaendliches.


Zitat:

Zitat:
Personen die erfolglos unauffällig zu beobachten versuchen würden


Angucken, wie viele Worte in diesem Halbsatz eigentlich benötigt werden. So als Beispiel.


Ach meinst du mit zurückgenommener Sprache lediglich weniger Worte zu benutzen?

Anstatt:
Zitat:
Personen die erfolglos unauffällig zu beobachten versuchen würden


Zum Beispiel eher:
Zitat:
Personen die beobachten




Der "Eindruck des (unnötig) Prätentiösen" entsteht bei dir wohl aus folgendem Grund:
Ich habe den Text zu einer Zeit geschrieben, als ich sehr viel Kafka gelesen habe. Folglich entstand der Text in Inspiration von seinem Schreibstil, wobei ich wohl Worte in meinen Mund genommen habe die nicht zu mir passen und daher praetentiös erscheinen.

Ich danke dir für diese spannende Unterhaltung.

LG
Peter
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 36
Beiträge: 1975
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 19.03.2018 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ach herrje.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Ich halte es für unnötig in solch einer Form wie du es hier machst darauf zu bestehen was du gesagt und was du nicht gesagt hast.


Wenn du mir Aussagen in den Mund legst, die ich nicht getroffen habe, bleibt mir nicht viel anderes übrig?
Keine Sorge, ich mache es kurz und lasse dich danach in Ruhe.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Insbesondere halte ich es für überflüssig nach deiner Art einen Text zu kommentieren ohne zu erwarten, dass dadurch der Ersteller des Textes Inspiration und Zurechtweisung erlangt.


Wer bin ich denn, dich zurechtzuweisen? Und wer bin ich, zu erwarten, was du mit meiner Rückmeldung machst? Das bleibt notgedrungen dir überlassen.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Dass du der Interpretationen aus dem Deutschunterricht entwachsen bist glaube ich dir gern, obschon ich nicht verstehe wie dieses Entwachsen aussehen soll. Ob es also allein an deinem Alter oder eher sogar an deinem schriftstellerischen Niveau liegen soll!


Come on, den letzten Satz kannst du dir schenken.
Können wir uns darauf einigen, dass nicht jede Rückmeldung zu einem Text eine Interpretation ist?
Mal unverschämt aus Wikipedia kopiert:

Irgendein Heini auf Wikipedia hat Folgendes geschrieben:
Interpretation im Sinne der Kunsttheorie und Kulturwissenschaften ist der Vorgang, in dem ein literarisches, musikalisches oder bildnerisches Kunstwerk ausgelegt oder gedeutet wird. Interpretation umfasst neben der Formanalyse auch die Untersuchung des Subtextes.


An so etwas habe ich kein Interesse, und selbst wenn, würde ich die Zeit und Mühe nicht "einfach mal so" aufbringen.
Jetzt kannst du sagen, dass meine Rückmeldung nicht viel wert ist – okay.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Du bist also skeptisch ob der Text seiner Idee gerecht wird. Ob der Text über die Idee hinausgeht (ich versuche zu verstehen was du meinst indem ich vereinfachend wiederhole und dadurch von dir lerne). Ob das was der Text ist - ein Text eben - bzw. "was er sagt, dem entspricht, was er kann oder soll". Was soll das bedeuten? Was soll ein Text können oder sollen? Du zielst hier meiner Meinung nach auf ein größeres Bild und verlangst in gewisser Weise, dass der Text kunsttheoretisch in sich stimmig ist. Wann wird ein Text seiner Idee gerecht? Was soll denn diese Idee überhaupt sein? Ich philosophiere hier ein wenig und weiche möglicherweise von deinen Worten ab aber wann und wie zum Kuckuck geht ein Text über seine Idee hinaus? Worüber redest du hier?


Weißt du, wenn es auf all diese Fragen eine völlig klare Antwort gäbe, dann wären meine Fragen bei der Lektüre keine Fragen, sondern Aussagen, und meine Skepsis wäre keine Skepsis, sondern ein Urteil.
Mit beidem kann ich dir nicht dienen. Mit Kunsttheorie hat das mE nichts zu tun.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
du schreibst bloß über dich und für dich, da kannst du deine Texte auch gleich für dich behalten!


Natürlich schreibe ich über mein Lesen des Textes und meine Sicht darauf. Worüber denn sonst? Wenn du damit nichts anfangen kannst – schade. Was ich für mich behalte und was nicht … na ja, zu weiten Teilen entscheide ich das ja selbst.

Und jetzt entlasse ich mich aus dem Faden, okay? Das Stichwort Zeitverschwendung fiel ja schon.


_________________
100% Fitte

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Peter Sipos
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 20.03.2018 20:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Und jetzt entlasse ich mich aus dem Faden, okay?


Alles klar Klemens_Fitte. Danke nochmal für die wenn nicht gerade friedvolle aber dennoch nicht minder interessante und lehrreiche Unterhaltung!

Lebwohl,
Peter
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1225
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 21.03.2018 22:53    Titel: Re: Das Seil in meinem Ohr Antworten mit Zitat

Hallo Peter Sipos,

und herzlich willkommen im Forum.
Im Grunde wollte ich nur eine Interpretation schreiben, weil mir eine solche, als die sinnvollste 'Textarbeit' erscheint. Dann aber dachte ich, dass ich doch ein paar Sätze rauspicke, um dir gewisse Hinweise zu geben, woran ich beim Lesen stoperte, was du verändern könntest. Bei den Vorschlägen handelt es um eben solche. Soll heißen: Du musst nix, du darfst alles. Es ist dein Text, ich teile dir nur mit, was mir so durch den Kopf gegangen ist.
Die Interpretation schreib ich nach den Vorschlägen.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich einen Raum betrete, dann wird es still, doch niemand traut sich zu mir zu drehen.


Der Satz holpert noch etwas. Guck dir den markierten Teil noch mal an.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Nur die Augenwinkel werden genutzt und nervös zucken darin die Pupillen, wie Fische im Eimer.


Das Bild ist eigentlich unnötig, der Satz spricht auch ohne. Du baust es aber auf, um es für den nächsten Satz zu verwenden; du willst etwas damit ausdrücken. Ich tendiere dazu, dass es schöner klänge, wenn du das Bild von diesem Satz abtrennst und zum folgenden

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Bis ich einen von ihnen ertappe: Dann erschrecken sie alle und schauen versucht unschuldig weg.


hinzufügst bzw. damit beginnst. Den Satz dann umstellst. Vielleicht? Müsstest du probieren, wie es wirkt.
Im Grunde brauchst du das Bild aber nicht. Ich schlage dir das nur vor, falls es dir wichtig ist.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Manchmal bemerke ich auch ein staunendes, langes „huu” ertönen.


Hier passt was nicht. Einen Ton bemerken klingt seltsam. Einen Ton hört man, vernimmt man. Guck dir den Satz noch mal an. Insgesamt könnte er, wenn er anders gestellt wird, wirksamer werden.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Dieser Jemand, der sich traut seinen Neid auszudrücken wird von mir nicht bestraft.


Diesem Satz würde es guttun, wenn du dieser wegglässt.
Ansonsten finde ich ihn inhaltlich klasse. Sagt viel über deine Figur aus.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Im Gegenteil: Ich würde ihn gerne belohnen, falls ich es mir leisten könnte.


Guck dir auch den Satz noch mal an. Die ersten beiden Wörter müssten nicht unbedingt sein, wenn das Gegenteil im Satz selbst mitschwingen würde.  

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Doch ich kann es mir nicht leisten, nicht mehr, also lasse ich mir meine Freude über seine Anerkennung nicht anmerken und beachte ihn nicht weiter. So gehe ich mit erhobener Brust durch den Raum, mit ermessenen Schritten, und stelle mich hier und da vor Jemandes Gesicht, um tief in seine Höhle zu blicken. Dieser Jenige meidet dann den Blickkontakt und wünscht sich in jede andere Haut, die es nur gibt, nur sei es bloß nicht die seine! Alsbald ich dann weitergehe atmet er auf, als hätte er bisher die Luft angehalten.


Dieser Abschnitt ist prima. Ab hier hab ich das Gefühl, dass du richtig drin bist in der Vision, die dir vorschwebt.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Dann muss ich so leben, dann hängt das Seil noch viel tiefer hinaus, und ich kann nichts machen, als noch mehr Menschen von mir abzuweisen.


So gesehen hängt es weiter raus, aber irgendwie mag ich tiefer in dem Zusammenhang, weil es als Bild wirkt. Ist das so gewollt?

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Denn je länger das Seil ist, desto mehr Aufmerksamkeit und Eifersucht lastet auf mir; desto öfter gelangt Verblüffen zu meinen Ohren. Und vor allem: desto mehr Leute stellen sich im Kreis um mich herum, sobald ich die Lider fallen lasse.


Dieses desto/desto. Es liest sich sperrig, aber nicht im positiven Sinne.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Es gab einmal Tage ­ diese sind leider schon längst vorbei ­ an denen ich noch nicht so sehr beachtet wurde.


Klar, kann man, liest sich aber seltsam. Die reicht auch. Und leider braucht der Text nicht, finde ich. Aber insgesamt besser den Satz umstellen, damit spielen, bis er flüssiger klingt.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Es war zu dieser Zeit, als ich es einem unschuldigen, bemitleidenswerten Jungen erlaubte, der nervös in seinem Stuhl auf und ab rückte.


Sollte auf seinem Stuhl heißen, dann ist aber geballtes auf an der Stelle. Deshalb vielleicht: hin und herrückte?

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Wie er also mit offenem Mund zu meinem Ohr hinauf blickte, erlaubte ich es ihm.


Auch den Satz solltest du noch mal anschauen. Das Wie am Anfang, irgendwie finde ich es nicht stimmig. Warum nicht deutlich: Er blickte mit offenem Mund zu meinem Ohr hinauf [...] oder Ähnliches?

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Das Schlimme wäre nicht der Schmutz, den ich dann jeden Abend abwaschen müsste und auch nicht, dass ich leicht über das Seil stolpern könnte, sondern die vielen Personen die erfolglos unauffällig zu beobachten versuchen würden.


Ginge auch flüssiger. Wenn du würden übergehen würdest, indem du es an dieser Stelle meiden würdest, dann würde das vielleicht schon jede Menge mit dem Satz 'machen'.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Das Schlimme wäre vor allem der unermessliche Affekt der Masse, jeden Moment dazu bereit sich auf mich zu stürzen und das Seil aus mir hinauszuziehen.


Fettes muss nicht sein. Für meinen Geschmack zu dick, aber das ist tatsächlich Geschmackssache.

Zur Interpretation:
Der Text ist sehr offen, was mir gefällt. Dieses Seil, irgendwie kann es alles Mögliche sein. Vielleicht hast du dir konkrete Gedanken gemacht, es nur in eine Richtung gedacht, aber ich finde hier eine gewisse Flexibilität vor, die es mir ermöglicht, das Bild in verschiedene Richtungen zu denken. Das macht es mir leichter, denn mit Texten, die mir klar vorgeben, was sie aussagen, bzw. was ich darüber denken soll, habe ich oftmals Probleme (ich denke sie dann dummerweise trotzdem anders als gemeint).
Dieses Seil will also jeder haben. Es wird sogar Neid empfunden und der Person, die es besitzt, gefällt diese Empfindung sogar, obwohl Neid nicht unbedingt etwas ist, was man gerne von anderen reflektiert bekommt. Es kann also, so wie ich es lese, vielleicht für Selbstbewusstsein stehen, oder für Fantasie aber auch für irgendetwas anderes Ungreifbares, was aus deiner Figur herausspricht, in ihr lebt. Im Grunde ist es auch egal. Die Figur hat etwas, was andere nicht haben, sie starren dieses Etwas fasziniert an, ziehen daran, damit es sich zeigt, weil es in der Natur der Sache liegt, Unsichtbares gewissermaßen als sichtbare Form erscheinen lassen zu wollen. Das Seltsame ist dann, dass die Länge des Seils zu immer mehr Neid führt, dieses Haben-wollen. Im Grunde könnte es auch für etwas Materielles stehen, aber die Verbindung zum Ohr - gerade zum Ohr - ruft bei mir eher Bilder anderer Art hervor. Im Ohr befindet sich das Gleichgewichtsorgan. Deshalb auch die Selbstbewusstseins-Assoziation (ich meine mit Selbstbewusstsein nicht Egoismus oder Arroganz, sondern Selbst-Bewusstsein - die Mitte).
Andererseits kommt mir auch der Gedanke (und das meine ich dann mit Offenheit im Text), dass es sich bei dem Seil ebenso gut um eine Behinderung handeln könnte. Da ist ein Mensch - und wenn ich mir das real so vorstelle - der hat da so ein Seil aus dem Ohr raushängen, dann klingt das erst mal wie: ein Finger zu viel oder ein Sprachfehler oder eine Beinprothese - also etwas Fremdes, was andere Menschen nicht gewohnt sind, weshalb sie weggucken, anstatt hinzugucken, normalerweise. Und das ist es, was mir an dieser Lesemöglichkeit gefällt - viele (nicht alle) Menschen würde also (außerhalb des Textes) wegsschauen, so tun würden als müssten sie den Fehler übersehen möglicherweise, aber in deiner Geschichte wäre dann der Mangel das, was die anderen haben wollen. Diese Leserichtung mag ich also besonders, weil es so abstrus 'klingt' und irgendwie auch etwas Tiefes in sich birgt. Es werden Fragen aufgeworfen, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Soviel nur: Ich finde den Gedanken faszinierend, dass andere um eine Behinderung neiden könnten.
Der Schluss ist dann recht existenziell geworden, auch dunkel. Die Angst deiner Figur, alles zu verlieren, was sie in sich trägt an Fantasie, Selbstbewusstsein oder in die andere Richtung gedacht: eine Behinderung, die ich lieber Besonderheit nenne oder etwas noch ganz anderes, eben weil es für den Text egal ist, worum es sich handelt; weil er das für den Leser sein darf, was der Leser darin sehen möchte.

Inhaltlich ein reicher Text, eine tolle Idee, an der du noch arbeiten kannst. Andererseits ist die beste Übung fürs Schreiben eben das Schreiben. Manchmal ist es auch besser, wenn man sich nicht zu sehr an etwas verbeißt und meint, das muss man jetzt sofort ändern und perfekt schleifen.
Mach einfach weiter. Und stell wieder was ins Forum.
Wenn du andere Texte kommentierst, dann kommen oftmals auch zu deinen eigenen mehr Beiträge und du lernst auch beim Kommentieren.

Grüße von
Heidi

Edit: Auf Kommata solltest du noch achten. Es herrscht Mangel, soweit ich das überblicken konnte.


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Peter Sipos
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BeitragVerfasst am: 28.03.2018 23:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun gut! Also loslegen! Ach herrje, es kommt mir so vor, als wäre deine Antwort länger als der ursprüngliche Text!!!

Erstmal danke für das warme "Willkommen' und Hallo Heidi!

Zitat:
Im Grunde wollte ich nur eine Interpretation schreiben, weil mir eine solche, als die sinnvollste 'Textarbeit' erscheint. Dann aber dachte ich, dass ich doch ein paar Sätze rauspicke, um dir gewisse Hinweise zu geben, woran ich beim Lesen stoperte, was du verändern könntest. Bei den Vorschlägen handelt es um eben solche. Soll heißen: Du musst nix, du darfst alles. Es ist dein Text, ich teile dir nur mit, was mir so durch den Kopf gegangen ist.
Die Interpretation schreib ich nach den Vorschlägen.


Danke dafür, aus der Tiefe meines Herzens. Ich freue mich, dass du dich dazu entschieden hast so viel Zeit mit meiner kleinen Parabel, falls es eine ist, zu verbringen!

Ach wie mache ich das jetzt? Ich möchte auf deine Kommentare reagieren, aber dazu müsste ich erstmal zitieren, was du von mir zitiert hast und dann noch das zitieren, was du darauf geantwortet hast - wie mach ich das jetzt am besten?

Ich springe gleich zur Interpretation und vielleicht fällt mir unterwegs was ein!

Zitat:
Der Text ist sehr offen, was mir gefällt. Dieses Seil, irgendwie kann es alles Mögliche sein. Vielleicht hast du dir konkrete Gedanken gemacht, es nur in eine Richtung gedacht, aber ich finde hier eine gewisse Flexibilität vor, die es mir ermöglicht, das Bild in verschiedene Richtungen zu denken. Das macht es mir leichter, denn mit Texten, die mir klar vorgeben, was sie aussagen, bzw. was ich darüber denken soll, habe ich oftmals Probleme (ich denke sie dann dummerweise trotzdem anders als gemeint).

Ich verstehe was du sagen willst und freue mich, dass dir diese gewisse Offenheit gefällt.

Zitat:
Dieses Seil will also jeder haben. Es wird sogar Neid empfunden und der Person, die es besitzt, gefällt diese Empfindung sogar, obwohl Neid nicht unbedingt etwas ist, was man gerne von anderen reflektiert bekommt. Es kann also, so wie ich es lese, vielleicht für Selbstbewusstsein stehen, oder für Fantasie aber auch für irgendetwas anderes Ungreifbares, was aus deiner Figur herausspricht, in ihr lebt. Im Grunde ist es auch egal. Die Figur hat etwas, was andere nicht haben, sie starren dieses Etwas fasziniert an, ziehen daran, damit es sich zeigt, weil es in der Natur der Sache liegt, Unsichtbares gewissermaßen als sichtbare Form erscheinen lassen zu wollen. Das Seltsame ist dann, dass die Länge des Seils zu immer mehr Neid führt, dieses Haben-wollen. Im Grunde könnte es auch für etwas Materielles stehen, aber die Verbindung zum Ohr - gerade zum Ohr - ruft bei mir eher Bilder anderer Art hervor. Im Ohr befindet sich das Gleichgewichtsorgan. Deshalb auch die Selbstbewusstseins-Assoziation (ich meine mit Selbstbewusstsein nicht Egoismus oder Arroganz, sondern Selbst-Bewusstsein - die Mitte).

Toll! Ich freue mich gespiegelt zu bekommen was ich geschrieben habe. Bis hierher ist es weniger Interpretation als inhaltliche Wiedergabe aber das ist gut so, nebenbei sind schließlich aber nämlich doch auch interpretative Momente dabei.

Zitat:
Andererseits kommt mir auch der Gedanke (und das meine ich dann mit Offenheit im Text), dass es sich bei dem Seil ebenso gut um eine Behinderung handeln könnte. Da ist ein Mensch - und wenn ich mir das real so vorstelle - der hat da so ein Seil aus dem Ohr raushängen, dann klingt das erst mal wie: ein Finger zu viel oder ein Sprachfehler oder eine Beinprothese - also etwas Fremdes, was andere Menschen nicht gewohnt sind, weshalb sie weggucken, anstatt hinzugucken, normalerweise. Und das ist es, was mir an dieser Lesemöglichkeit gefällt - viele (nicht alle) Menschen würde also (außerhalb des Textes) wegsschauen, so tun würden als müssten sie den Fehler übersehen möglicherweise, aber in deiner Geschichte wäre dann der Mangel das, was die anderen haben wollen. Diese Leserichtung mag ich also besonders, weil es so abstrus 'klingt' und irgendwie auch etwas Tiefes in sich birgt. Es werden Fragen aufgeworfen, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Soviel nur: Ich finde den Gedanken faszinierend, dass andere um eine Behinderung neiden könnten.

Deine Idee mit der Behinderung finde ich besonders gut, ich denke das hat mir irgendjemand irgendwann mal auch schon aufgeworfen, und auch dann hat es mir gefallen, ja! Behinderung passt ganz gut und ich finde es auf eine kafkaeske Weise (nun vergleiche ich mich schon mit Kafka) toll, dass man ihn um die Behinderung beneidet ... ich liebe diesen Text lol2

PS: ich finde es gut, dass du das Tiefe im Werk erkennst.

Zitat:
Der Schluss ist dann recht existenziell geworden, auch dunkel. Die Angst deiner Figur, alles zu verlieren, was sie in sich trägt an Fantasie, Selbstbewusstsein oder in die andere Richtung gedacht: eine Behinderung, die ich lieber Besonderheit nenne oder etwas noch ganz anderes, eben weil es für den Text egal ist, worum es sich handelt; weil er das für den Leser sein darf, was der Leser darin sehen möchte.

existentiell und dunkel, finde ich gut, danke dafür, du bringst frische Luft in meinen Kopf!

Zitat:
Inhaltlich ein reicher Text, eine tolle Idee, an der du noch arbeiten kannst. Andererseits ist die beste Übung fürs Schreiben eben das Schreiben. Manchmal ist es auch besser, wenn man sich nicht zu sehr an etwas verbeißt und meint, das muss man jetzt sofort ändern und perfekt schleifen.
Mach einfach weiter. Und stell wieder was ins Forum.
Wenn du andere Texte kommentierst, dann kommen oftmals auch zu deinen eigenen mehr Beiträge und du lernst auch beim Kommentieren.

Danke und ich freue mich, dass du die Idee toll findest, den Text als reich bezeichnest, mir außerdem Unterstützung und gute Ratschläge bietest und ja, du hast hier mit allem völlig Recht.

Zitat:
Grüße von
Heidi

Grüße zurück!

Zitat:
Edit: Auf Kommata solltest du noch achten. Es herrscht Mangel, soweit ich das überblicken konnte.

Werde ich!

Und nun ist mir immer noch nichts besseres eingefallen im Bezug auf die Umgangsweise mit deinen vereinzelten und spezifischen Textkommentaren ...

ich gehe vielleicht grundsätzlich auf alles ein:

du hast insofern Recht, mit deiner Bemerkung ich solle mich evtl nicht zu sehr an einer Idee verbeißen, alsdass ich diesen Text vor etwa zwei Jahren geschrieben habe. Ich müsste infolgedessen, wenn ich ihn perfekt schleifen wollen würde komplett neu anfangen. Und das ist keine schlechte Idee, vielleicht sollte ich das. Auf deine Einwände im Einzelnen einzugehen empfinde ich als größere Arbeit mit weniger Erfolgserlebnis, als lieber alles komplett neu zu verfassen und nur die Grundidee zu behalten. Verstehst du was ich meine?

Dennoch möchte ich deine Vorschläge nicht außer Acht lassen.

Sprachlich ist der Text Grundschule, keine Frage.

Ich freue mich, dass du dennoch einen Abschnitt als "prima" bezeichnet hast.

Ob das "tiefer" so gewollt ist kann ich heute so weit entfernt im Nachhinein kaum noch beantworten aber selbsbewusst behaupte ich ja, natürlich war das bewusst!

Das sperrige desto, desto, desto sollte ich tatsächlich streichen.

"Auf seinem Stuhl hin und herrückte" hört sich gut an.

Evtl. "ALS er also mit offenem Mund zu meinem Ohr hinauf blickte, erlaubte ich es ihm."

würde würde würde.

zu dick zu dünn wer weiß

---

ich hoffe du verstehst die Bezüge, ich habe jetzt einfach nicht zitiert sondern geschrieben was ich auf deine einzelnen Kommentare zu sagen habe.

Puh das war lang. Wie kannst du  bloß schon 819 Kommentare geschrieben haben die anzunehmender Weise genauso lang waren wie dieser?

Nochmal ein unermessliches Danke lol2 für alles und ich hoffe auf weitere Kooperation. Ich sollte in der Tat mal ein bisschen aktiver werden, auch auf diesem Forum, wobei ich zugeben muss mich wieder in die Leselupe verliebt zu haben ... also mal sehen ... ich gehe fremd, was soll ich sagen?

LG
Peter
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 31.03.2018 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Peterle,

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Nun gut! Also loslegen! Ach herrje, es kommt mir so vor, als wäre deine Antwort länger als der ursprüngliche Text!!!


ich schätze mal, meine Antwort ist länger als dein Text.
Ich hab also gewonnen.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Danke dafür, aus der Tiefe meines Herzens. Ich freue mich, dass du dich dazu entschieden hast so viel Zeit mit meiner kleinen Parabel, falls es eine ist, zu verbringen!


Es war keine schlechte Zeit, die ich mit deinem kleinen Was-auch-immer (vielleicht nicht zuzuordnen?) Text verbracht habe.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Ach wie mache ich das jetzt? Ich möchte auf deine Kommentare reagieren, aber dazu müsste ich erstmal zitieren, was du von mir zitiert hast und dann noch das zitieren, was du darauf geantwortet hast - wie mach ich das jetzt am besten?

Ich springe gleich zur Interpretation und vielleicht fällt mir unterwegs was ein!


Genau - so hast du das richtig gemacht. Die Anmerkungen sind für dich da, um zu lernen, dich weiterzuentwickeln, dich daran zu reiben. Was immer du möchtest. Es ist nicht notwendig, weiter darauf einzugehen. Ich freue mich aber, dass du etwas damit anfangen kannst.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Deine Idee mit der Behinderung finde ich besonders gut, ich denke das hat mir irgendjemand irgendwann mal auch schon aufgeworfen, und auch dann hat es mir gefallen, ja! Behinderung passt ganz gut und ich finde es auf eine kafkaeske Weise (nun vergleiche ich mich schon mit Kafka) toll, dass man ihn um die Behinderung beneidet ... ich liebe diesen Text lol2


Du darfst dich mit allen möglichen Leuten vergleichen, mich stört das nicht.
Die Sache mit der Behinderung, um die man Kafka (eventuell) beneidet, finde ich mal einen spannenden Gedanken. Nun habe ich erst zwei Bücher von ihm gelesen - Amerika und Die Verwandlung - und deshalb nur einen minimalen Einblick in sein Werk, weiß auch nichts über seine Biografie, und dennoch glaube ich zu wissen, was du meinst.
Die nächste Frage wäre dann, ob nicht jeder über irgendeine Behinderung verfügt, um die er beneidet werden könnte, wenn er sie anhand von Kreativität "verwandelt". Das wiederum würde natürlich voraussetzen, dass er dazu in der Lage ist, das zu tun.

Welchen Text liebst du? Einen von ihm? Oder deinen?
Deinen sollst du auch lieben. Es ist wichtig, dass man seine Arbeit mag, ebenso sehr, wie kritisches Hinterfragen was noch drin ist, wo noch Luft nach oben ist. Dabei helfen dann andere Leute am Angenehmsten, weil sie mehr sehen, als man selbst sieht.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

PS: ich finde es gut, dass du das Tiefe im Werk erkennst.


Ich hoffe sehr, dass dir mein Lob nicht zu Kopf gestiegen ist. Du-Du-Du!
Aber ich lob mich auch gleich mal selber mit: nicht schlecht, weil ich solche Sachen erkenne.
 
Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Danke und ich freue mich, dass du die Idee toll findest, den Text als reich bezeichnest, mir außerdem Unterstützung und gute Ratschläge bietest und ja, du hast hier mit allem völlig Recht.


Wundervoll wie du das erkennst.
Es freut mich natürlich sehr, wenn du mit meinen Vorschlägen was anfangen kannst. So soll es sein.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
du hast insofern Recht, mit deiner Bemerkung ich solle mich evtl nicht zu sehr an einer Idee verbeißen, alsdass ich diesen Text vor etwa zwei Jahren geschrieben habe. Ich müsste infolgedessen, wenn ich ihn perfekt schleifen wollen würde komplett neu anfangen. Und das ist keine schlechte Idee, vielleicht sollte ich das. Auf deine Einwände im Einzelnen einzugehen empfinde ich als größere Arbeit mit weniger Erfolgserlebnis, als lieber alles komplett neu zu verfassen und nur die Grundidee zu behalten. Verstehst du was ich meine?


Ach, du bist auch der Typ: ab-in-die-Tonne-lieber-von-vorne. Finde ich sympathisch. Geht mir (oftmals) genauso.
Insofern verstehe ich absolut, was du meinst.
Ich schlage vor: Lass das Ding liegen und schreib weiter - an einem neuen Thema, einer neuen Geschichte. Diese hier noch mal komplett neu wäre dann auch wieder ein verbeißen, finde ich. Außer du hast gerade extrem Lust auf Das Seil in meinem Ohr und es ist dir wahnsinnig wichtig.
Insgesamt geht es dir aber - wenn ich alles richtig verstanden habe - darum, deine eigenen Stil zu entwickeln. Dazu brauchst du immer wieder neue Themen und vor allem Übung. Immer weiterschreiben und Erfahrungen sammeln. Spielen mit Worten. Und andere Texte lesen und genau hinschauen, analysieren, interpretieren. All so was.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Sprachlich ist der Text Grundschule, keine Frage.


Jetzt gehst du aber hart mit dir ins Gericht. Grundschule ist das nicht. Ich nenne es mal ausbaufähig.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

ich hoffe du verstehst die Bezüge, ich habe jetzt einfach nicht zitiert sondern geschrieben was ich auf deine einzelnen Kommentare zu sagen habe.


Ja, ich verstehe. Du machst das schon.
Wichtig ist doch, dass du für dich selbst herausfindest, was du dir als Veränderung im Text vorstellen könntest und was nicht. Du hättest also nicht unbedingt darstellen müssen, was du verstehst und womit du etwas anfangen kannst.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:

Puh das war lang. Wie kannst du  bloß schon 819 Kommentare geschrieben haben die anzunehmender Weise genauso lang waren wie dieser?


Ich bin schon ein Weilchen hier und nicht alle Kommentare sind so lang. Vermutlich.
Außerdem mache ich das nicht ganz uneigennützig. Ich lerne beim Kommentieren, weil ich dann genauer hinschaue. Nicht nur was die Sprache betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Frage, was der Text inhaltlich will, ob etwas mitschwingt oder nicht usw.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Nochmal ein unermessliches Danke lol2 für alles und ich hoffe auf weitere Kooperation. Ich sollte in der Tat mal ein bisschen aktiver werden, auch auf diesem Forum, wobei ich zugeben muss mich wieder in die Leselupe verliebt zu haben ... also mal sehen ... ich gehe fremd, was soll ich sagen?


Dazu musst du nix sagen. Ich bin enttäuscht. Wie kannst du nur?
Andererseits. Vielleicht sollte auch ich mal ein bisschen fremdgehen.

Gute Nacht
Heidi

PS.: Dir ist schon klar, dass Heidi in Frankfurt schreiben und lesen lernt und Peter ... na ja. Smile


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Pickman
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BeitragVerfasst am: 03.04.2018 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Peter,

ich habe alles gelesen und nichts verstanden. Deshalb ist das kein Text für mich.

Cheers,

Pickman


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Peter Sipos
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BeitragVerfasst am: 07.04.2018 12:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Heidi,

Ich schrieb: "Behinderung passt ganz gut und ich finde es auf eine kafkaeske Weise (nun vergleiche ich mich schon mit Kafka) toll, dass man ihn um die Behinderung beneidet ... ich liebe diesen Text"

Hier ist ein Missverständnis entstanden. Ich meinte nicht, dass man Kafka um "die Behinderung beneidet", sondern den Hauptcharakter meiner Kurzprosa und mit "diesen Text" bezog ich mich auf diesen Text, nicht auf einen von Kafkas Texten.

Du schriebst am Ende deiner Antwort: "PS.: Dir ist schon klar, dass Heidi in Frankfurt schreiben und lesen lernt und Peter ... na ja. Smile "

Was willst du mir damit sagen? lol2

LG,
Peter
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Peter Sipos
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BeitragVerfasst am: 07.04.2018 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Pickman,

ich finde es schade, dass du "nichts verstanden" hast und dass das "kein Text" für dich ist.
Ich frage mich woran das liegt. Kann es sein, dass du einfach etwas unaufmerksam gelesen hast? So komplex und abgehoben ist das Werk denn doch nicht.
Ich bitte um Erläuterung.

LG,
Peter
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Pickman
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BeitragVerfasst am: 08.04.2018 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Kann es sein, dass du einfach etwas unaufmerksam gelesen hast?


An derlei Spekulationen beteilige ich mich nicht.

Peter Sipos hat Folgendes geschrieben:
Ich bitte um Erläuterung.


Da gibt es nicht viel zu erklären. Ich weiß nicht, wofür das Seil im Ohr stehen soll. Das ist alles.


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