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no_one ever really dies

 
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 27
Beiträge: 4688
Wohnort: Heidelberg
Das silberne Stundenglas DSFx
Goldene Harfe Pokapro III & Lezepo I


Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 27.12.2017 19:00    Titel: no_one ever really dies eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.






no_one ever really dies


Hallo, wir sind die Cantina-Band! Wenn ihr Songwünsche habt, ruft sie einfach!
Spielt den selben Song nochmal!
Alles klar, den selben Song noch
__________________________ein Bier haben?
Du Pisser! Benutz gefälligst die Dixis!
Was will ich mit scheiß Couscous?! 11 Uhr, guten Morgen!
MACHT DIE KACK MUSIK AUS!
Einen bauen?
Sonnenbrand an den fucking Zehen!

Aber davor zimmern wir uns noch Bier rein, ich hab für jeden Tag eine Palette eingeplant, keine einzige Dose werd ich zum Auto zurückschleppen!
11 Uhr, guten Morgen!

Auftauchen, nach Luft schnappen, nach einem Rhythmus. Mit nichts als meiner Unterwäsche wurde ich hier angespült, in einem brütend heißen Zelt, noch im Nachhall meines Traums gefangen, dessen Erinnerung versickert wie eine Welle im trockenen Sand. Die Isomatten links und rechts neben mir leer. Wann bin ich schlafen gegangen?                                 
11 Uhr, guten Morgen!
HALTS MAUL!

Letzte Erinnerung: Bier im Stuhlkreis. Großstadtgeflüster aus den Boxen, darf ich mir eine Kippe drehen? Irgendwas über die Form von männlichen Geschlechtsteilen. In meinem Wochenendhäuschen in der Fickt-euch-Allee...
Der Reisverschluss entlässt mich in flutendes Licht. Na endlich isser wach! Fang! Eine Bierdose landet vor mir im plattgetretenen Gras. Zischen, Schaum absaugen, Magen zusammenkneifen. Beim Konterbier darf man nicht wehleidig sein. Mund abputzen, weitermachen. Inventur: Jemand sitzt auf meinem Camping-Stuhl und schmiert sich ein Nutella-Brot. Brütende Sonne. Plattgetretene Bierdosen, ein Brandfleck auf dem Boden, dort wo der Einweggrill stand. Und ist nicht jeder Brandfleck ein Wurmloch? Eine Plakatwand in Kopenhagen. No_one ever really dies in schwarzen Majuskeln, im Hintergrund eine herausgestreckte Zunge, keine 5 Minuten von Christiania entfernt. Grabkerzen am See sind die einzigen Farben, die es bis hierhin gibt, und niemand weiß, für wen sie brennen, weil es keine Namen gibt, nichts, was bleibt. Durch den Vorhang aus Regen zum Weihnachtsmarkt. Green Light District, mit Edding auf ein Pappschild geschrieben. Cloud Rap, abgeschnittene Plastikflaschen, die mit getrockneten Pflanzen befüllt sind. Einatmen und lange in den Lungen behalten. Noch drei oder vier Züge, und alles ist wie weggewischt.
Flunkyball?
Flunkyball.

Zwei oberkörpefreie Kerle stehen am Wegrand, die Wasserpistolen im Anschlag. Mir dreht sich, mir ist nach Grinsen zumute, ich laufe fünf Meter ab und ziehe eine Markierung. Hände aneinander reiben, das bringt den Kreislauf wieder in Schwung. Schnick, Schnack, Schnuck!
Schere.
Brunnen.
Brunnen zählt nicht!
Das haste nicht gesagt, dass wir ohne Brunnen spielen.
Na meinetwegen.

Wir haben den Ball vergessen. Einen Ball wie jenen, den ich als Kind gegen die Hauswand schoss, ein übergroßes Podolski-Shirt tragend. Rauputz ist unberechenbar. Mal fliegt der Ball nach links weg, mal nach rechts, aber nie genau zu mir zurück. So wie die Worte, die wir aneinander richten, gedankenlos, angetrunken, abgelenkt vom leisesten Wind, von der kleinsten Unebenheit im Gehirn. Und was ist schon wirklich glatt?
Jemand hat einen Ball aufgetrieben, jetzt werfen wir. Und trinken. Rennen, werfen, trinken. Bierdose triumphierend auf den Boden werfen, am besten zuvor noch in der Hand zerknüllen. Das zeigt Dominanz, oder etwas anderes. Hier darf man nicht zu lange in die Sonne schauen, denn wenn man sie aus den Augen verliert, sieht man lange noch das Phantombild, das sie auf den Photorezeptoren hinterlassen hat. Ähnlich verhält es sich mit Geräuschen. Selbst, wenn jeder zur selben Zeit schweigen würde, eine Minute lang oder zwei, wäre es noch laut.
Ich hab Stopp gesagt!
Dann sprich lauter!

Hier draußen kann man die Stille hören. Schnee auf der Feuerstelle, oder ist es Asche? Eigentlich müsste ich glücklich sein, weil die Stille mich glücklich macht. Weil es hier nichts gibt, das mich an dich erinnert. Vielleicht ist das der Grund, aus dem ich jede Nacht von dir träumte, die ich hier war. Wir sind uns nie wirklich begegnet, und jetzt begegnest du mir an Orten, die ich nicht vor dir verbergen kann, weil es sie nie gegeben hat, nicht wirklich. Und das zermürbt mich. Die Kippe zischt, nachdem sie in der fast leeren Bierflasche verschwunden ist. Knarzende Dielen, knisterndes Holz, dänische Radiowerbung und ein Sofa, das groß genug ist für mich und meine Gedanken, die von allem abgelenkt werden, nur nicht von dir. Erinnerungen sind das glatteste, was es nie gegeben hat. Un jetz noch n Schnappes? Paul stellt viele rhetorische Fragen, denn er hat unsere Gläser bereits mit zwei fingerbreit Linie Aquavit befüllt. Das ist ein Schnaps, der während seiner Reifung auf einem Schiff zweimal den Äquator überquert. Do kannsch gugge, wo der scho überall war, auf der Rückseite des Etiketts, eine Weltkarte mit eingezeichneten Routen. In Sherryfässern gelagert, und doch in Bewegung. Wie die meisten Menschen, wie die meisten Gehirne. Im Grunde geht es nicht um dich, sondern um das, was ich glaube, von dir behalten zu haben. No_one ever really dies, auch du nicht, du lebst ja schließlich noch - für andere, an anderen Orten, in anderer Zusammensetzung. Skål! Und runter damit. Nicht nur den Schnaps, auch seine Route, seine Geschichte.
Die Wolken sind wie aus dem Nichts aufgezogen, noch vor dem ersten Konzert des Festivals. Jetzt tragen wir Gummistiefel und Capes, während es aus Strömen regnet. Immer wieder das Wasser vom Dach des Pavillons schütten, sonst kracht es zusammen wie das unserer Nachbarn.
SCHLAAAAAMMSCHLAAAACHT!
Am Hang haben sie eine Rutsche aus aneinandergeklebten Planen gebaut, in Unterwäsche werfen wir uns drauf, schreien vor Vergnügen und feiern das Chaos. Man macht ja das Beste aus seinem Rausch. Offspring spielt gleich! Arm in Arm durch den Schlamm, durchnässte Zigarettenpapiere, tropfende Frisuren. Prost! Mit jedem, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Aber die Sturmwarnung macht uns einen Strich durch die Rechnung. Runter vom Platz, allesamt, geht in die Autos, gebt acht aufeinander. Gebt acht aufeinander. Wie soll das gehen? Wie soll das jetzt gehen, wo der Regen immer heftiger wird, die Wolken immer dunkler, wo ich nicht mal weiß, wo ich bin, wo meine Leute sind, wo mein Zelt ist, wo du wohl sein könntest? Oh boy. Alles löst sich auf, erste Pavillons werden über das Gelände geweht. Eine Gruppe Männer schmeißt Dixi-Klos um, andere spielen Flunkyball, als wäre nichts geschehen. Alles ist nass und meine Kehle ist trocken. Wir spielen Canasta, Paul ist schon betrunken, Bosse und ich an der Schwelle. Und du? Irgendwo in meinem Unterbewusstsein, lauernd, lachend. Du könntest jederzeit aus der Menschenmenge ausbrechen, einen wahllosen Typen Huckepack reitend. Vermutlich sogar mit Regenschirm, lachend, eine Bierdose zum Himmel gereckt, Wasser mit Alkohol bekämpfend. Aber du kommst nicht.
Notunterkünfte in der Turnhalle
Shuttlebusse
Hat jemand Kondome?  

Das Auto ist leer. Hier werde ich schlafend auf dich warten, wo all das Wasser abperlt, und auch am nächsten Morgen, wenn das Festival abgesagt wird, wirst du nicht da sein. Wo dein Zelt gewesen sein könnte, liegt nur noch ein vom Regen gewellter Karton. Menschen werfen Bierdosen an Toilettenwände, wo sie aufplatzen und Fontänen sprühend über den Boden rollen. Und Paul gewinnt in Canasta, ganz locker gehen ihm die Karten von der Hand. Aber das war schon immer nebensächlich, oder nicht? Ich werde auch weiterhin zu dir sprechen, und weiterhin werden alle Worte ins Leere fliegen, wie ein Ball, für den es keine Wand gibt. Und später, wenn ich mich ins Bett lege, werde ich weiterhin träumen, wie wir uns kennengelernt hätten, wenn das Festival nicht abgesagt worden wäre. Mal auf dem Zeltplatz, mal vor der Bühne, mal in der Schlange vor den Dixis. Weil man die Stille hier hören kann, und weil du die Stille bist, die ich nie kennengelernt habe, und weil nichts und alles mich an dich erinnert; gerade hier, wo die Dämmerung nicht viel am Tageslicht ändert.

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lebefroh
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BeitragVerfasst am: 07.01.2018 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hach, was soll ich sagen, der letzte Absatz hat den Text für mich rumgerissen - irgendwie sentimental, aber gut-sentimental, Sehnsüchte erweckend, Erinnerungen aufrufend. Mir gefällt's.
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 04:16    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, das ist für mich kein SoC, sondern eine Ich-Erzählung. Die mit zwar gefällt, aber irgendwie geht mir das an den Vorgaben vorbei. Der fehlende Ball und das davon hervorgerufene Bild haben keine wirkliche Relevanz für die Geschichte und erscheinen mit nur ob der Vorgaben eingebaut. Thema silence like an ocean sehe ich auch nur perifer.

Schreibstil gefällt mir aber, und die Geschichte auch.

Wegen der ungenauen Vorgabenumsetzung aber wohl leider keine Punkte. Wobei sich das vielleicht noch ändert, das ist erst die zweite Geschichte, die ich lese, mal sehen, was der Rest so zu bieten hat.

Edit: Okay, nach Lesen der restlichen Texte erkenne ich, dass ich das mit dem Bewusstseinsstrom wohl zu extrem gesehen habe. Der Bewusstseinsstrom hier steht dem in vielen anderen Geschichten in nichts nach. Hab meine Wertung daher nochmal korrigiert. Für Punkte hat es dann trotzdem nicht gereicht, das waren einfach zu viele gute Texte diesmal und dieser hat es nicht in meine Top Ten geschafft.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Municat
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor smile

Ich habe eine Weile gebraucht, um in Deinen Text hinein zu finden, aber dann hat er mich doch noch gepackt. Lange dachte ich, Dein Prota betäubt einen Trennungsschmerz, aber der letzte Absatz sagt mir dann, dass es eher die Sehnsucht ist, die Traumfrau kennen zu lernen. Die Leere ist jedenfalls deutlich erkennbar ... sei es nur die Leere VOR oder NACH einer Beziehung. Das Bild des in die Stille nachhallenden Lärms gefällt mir! Nur der Rock-und-Mittelalter-Festival-Freak in mir schreit bei Deinem Beitrag ziemlich laut: "Fastivals sind doch so viel mehr als dröge Saufspiele und hemmungslose Orgien!" Aber gut, das ist ja nur eine Momentaufnahme.

Der Anfang kam mir ein bisschen vor wie linke Gehirnhälfte vs. rechte Gehirnhälfte (mit einem komischen Einschub von halblinks), danach hat sich dann der Flow entwickelt.

Mitten in dem Gedankenchaos habe ich Highlights entdeckt, die mich faszinieren. Zum Beispiel:
Zitat:
Rauputz ist unberechenbar. Mal fliegt der Ball nach links weg, mal nach rechts, aber nie genau zu mir zurück. So wie die Worte, die wir aneinander richten,
oder
Zitat:
Erinnerungen sind das glatteste, was es nie gegeben hat.


Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Verfasser/in,
den Text finde ich prima, ich habe ihn dreimal gelesen, es aber gerne getan, während ich mich durch andere quälen musste und auch nach fünfmal lesen noch keinen blassen Schimmer hatte, worum es geht. Hier gefällt mir erstmal die Dosis gut: vielschichtig, aber dabei nicht zu undurchsichtig und leserfeindlich.
Inhaltlich wird hier mit der Leere etwas anders umgegangen als in den meisten Texten. Aber ohne hier groß zu interpretieren und damit wahrscheinlich völlig an deinen Intentionen vorbeizurauschen: Gefällt mir gut und ich finde Thema und Motto sind getroffen.

***

Nach dem Lesen und Kommentieren der anderen Texte habe ich mich dazu entschieden, 6 Punkte zu geben.


_________________
Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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femme-fatale233
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Beiträge: 2087
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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 09.01.2018 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ok cool.

Wer der hier Schreibenden guckt Family Guy, war 2016 auf dem Southside und ist an Cloudrap interessiert? Irgendwie vermute ich Dennis hinter dem Text, vielleicht auch Marc, wobei das gute Schwäbisch weiter unten stark auf Dennis schließen lässt.

Die popkulturelle Referenzschlacht mag ich gerne, endlich verstehe ich mal einen der Texte in diesem Wettbewerb! Das darunter liegende Thema (die abwesende Person, die vermisst wird), ist für mich allerdings nicht so stark, wie erhofft. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Texte dieser Art gelesen, trotzdem gut gearbeitet und gerne gelesen!
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Okay. Eine Szenerie aus dem prallen Festival-Leben: saufen, feiern, blödeln, Schlammrutschen, weitersaufen, ein paar Erinnerungen an frühere Reisen, Flunkyball und dann schlägt profan der Sturm zu und trennt ihn von seiner Angebeteten. Ein Hauch von Freiheit und Rebellentum bringt die Erwähnung von Christiania auch mit hinein. Das ist ganz hübsch und gut und schön und bringt die Atmosphäre rüber, aber mehr gibt das jetzt nicht wirklich her. Ich fühl den Kater schon kommen und bin eigentlich von daher ganz froh, solche Zeiten hinter mir zu haben.

Sprachlich ist das okay, angemessen. Und ich könnte mir jetzt vielleicht noch mehr aus den Fingern saugen, aber das wäre nur, um den Anschein von mehr Mühe mit dem Text geben zu hinterlassen. Aber irgendwie verlangt er mir das nicht ab. Im zweiten Lesedurchgang dachte ich beim wieder vorbeikommen nur: ach der, den kenn ich ja schon, hatte ich nur vergessen. Böse? Ich hoffe nicht so sehr.

Also: nochmal gelesen. Sprachlich mehr als okay. Passagenweise richtig angenehm. Unaufgeregt. Da denkt noch jemand wirklich, trotz Suff und pubertärem Macho-Gehabe und Schnapsflaschenreisen (ich glaube das ist mir insgesamt einfach zu viel) auch in einiger kritischer Distanz, die sich anfühlt wie ein nahender Absprung aus der Pubertät. Melancholie ist spürbar, Vergangenes und ein namenloses Gedenken am See. Hm. Und trotzdem ... mir fehlt da was. Immerhin: ein authentischer, ein ehrlicher Text. Und es lebt etwas in ihm, das dann tatsächlich doch hängen bleibt. Einer, den ich beim wiederlesen auch wiedererkennen kann.

Aufgabenstellung und handwerkliche Anforderungen sämtliche erfüllt. Mal sehen, was aus den Punkten hier wird.


_________________
when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 10.01.2018 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Da ist ganz viel Festival. Mit dem üblichen Unwetter (Wacken/Hurricane/jedes zweite RockamRing). Da ist ganz viel jugendliches Sehnen nach dieser Einen, nie wirklich existierenden.
Da ist der fehlende Ball, wegen dem die Erinnerungen kommen, Alkoholrausch-Flashbacks zwischen Trinkspielen und Evakuierung. Dann ein Erinnern der Stille (das muss man auf einem Festivalcampingplatz erst mal hinkriegen). Und wieder zurück in die Sinn-Leere des Tages, aber diesmal mit einem klaren Hang zum Träumen.

Ich finde, die Stimmung, die Atmosphäre passt. Diese Gedankenflüchte und dieses GROßE SEHNEN sind mir wohlbekannt. Ein schöner Text. 7 Punkte.

Zitat:
Erinnerungen sind das glatteste, was es nie gegeben hat.


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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hobbes
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Beiträge: 3214

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 12.01.2018 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Tag um Tag schleiche ich nun schon um diesen Text herum und weiß nichts zu ihm zu sagen. Außer, dass ich ihn gern mögen würde, es mir aber unfassbar (unfassbar wie nicht greifbar) schwer fällt. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir unsäglich alt vorkomme, beim Lesen. Vielleicht daran, dass ich nebenher N.E.R.D. höre und der Text und ich noch nicht einmal dieselbe Musik mögen (wobei gar nicht so klar ist, welche Musik der Text mag, aber diese hat er erwähnt und daher wird sie doch irgendwie wichtig sein).

Vielleicht auch, weil der Text der Typ aus der Raucherecke ist, ein cooler Typ, zumindest lässt er sich nichts anderes anmerken und einerseits denke ich, boah, ich will auch so cool in der Raucherecke stehen und andererseits weiß ich genau, stünde ich da, würde ich mich alles andere als wohl fühlen.

Und sollte das alles nicht eigentlich egal sein oder zumindest nicht so wichtig, es geht doch gar nicht um mich, es geht doch um den Text, aber ich finde es bei diesem Wettbewerb bzw. diesen Wettbewerbstexten unfassbar schwierig, das eine vom anderen zu trennen.

Punkte-Edit: 1
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 29
Beiträge: 1679



BeitragVerfasst am: 14.01.2018 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

„Eine Bierdose landet vor mir im plattgetretenen Gras.“ Geiler Satz.
Er zeigt mir, dass da eine echte Person schreibt.
Oder ein überzeugendes Konstrukt einer echten Person, haha.
Jedenfalls ist der gesamte Text wahnsinnig authentisch; er versetzt einen schnörkellos in die Situation.
Und mit Liebeskummer kann man mich immer angeln, besonders wenn dieser so ehrlich und badass geschildert wird.
Einige der Sätze wirken etwas floskelnhaft. Beweisstück eins: „und weil nichts und alles mich an dich erinnert“.
Dafür gibt es Stellen, die echt der Hammer: „Wir sind uns nie wirklich begegnet, und jetzt begegnest du mir an Orten, die ich nicht vor dir verbergen kann, weil es sie nie gegeben hat, nicht wirklich.“
Dieser Beitrag ist definitiv ein Favorit meiner Wenigkeit. Salopp, aber mit Herz.

7 Punkte.


_________________
»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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d.frank
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Alter: 40
Beiträge: 913
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BeitragVerfasst am: 14.01.2018 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Auch diese Geschichte wird mich viel Tagewerk kosten und das meine ich nicht negativ, es schafft nur eine schöne Überleitung zum Inhalt der Geschichte, wie ich ihn für mich erfasst habe.
Der Text spielt mit vielen Ebenen und verschiedenen Formen der Leere, klug, aus verschiedenen Blickwinkeln und gedanklich offen. Außerdem schafft er einen schönen Kontrast aus Sprache, Zuständen, Verdichtung und Weite und sucht dabei seine eigene Mitte, im sprachlichen, wie im sinnbildlichen, wie auch im inhaltlichen Kontext.

Inhalt, Interpretation und Vorgaben:
Vorab: Das hier wird wahrscheinlich mehr der Versuch einer Interpretation, deshalb sei mir verziehen, wenn ich nicht alles erfasst habe.
Es beginnt mit dem Bild eines hinter sich gelassenen Rausches, der Protagonist taucht wie ein Ertrinkender daraus auf. Und das ist er auch im weiteren Verlauf der Geschichte, ein Ertrinkender, er ertrinkt an seiner eigenen Leere, von der er nicht weiß, womit er sie füllen soll, außer mit der Watte bewusstseinsverändernder Substanzen oder der Sehnsucht nach einem Sinn, personifiziert in einem Gegenüber, von dem er nicht mal weiß, wie es aussehen soll. Buchstäblich verloren, ein Ball ohne Wand, ohne Resonanz, weil man nicht weiß, wie man diese erzeugt, so ganz ohne Hilfsmittel. Die unmittelbare Körper- und Herzlichkeit eines Festivals wird hier zum Synonym für den vorgeschobenen Zweck echter Menschlichkeit. Man hat Spaß, rutscht auf den Auswüchsen einer sich anbahnenden Katastrophe ins Nirvana, mit jedem, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Gebt acht aufeinander, aber wie denn, wenn man es nicht mal schafft, auf sich selbst aufzupassen? Weil man leer ist, ausgesaugt von der Suche nach einem Gegenüber?
Macht nix, rein in den Kopp, und mittendrin immer wieder das Aufwachen, das Hinterfragen, aber bloß nicht zu weit durchdringen, bloß nicht bei sich selbst ankommen...
Mit dieser Interpretation funktioniert der Text für mich an den Vorgaben entlang, schwer zu fassen, aber eindringlich, die Leere im Kleinen wie im Großen, hochaktuell, aber dabei auch zeitlos. Er bietet keine Lösung, aber Lösungsansätze und den Impuls, sich mit dem eigenen Standpunkt zu befassen.
Der Sintflut artige Regen steht für mich für den Ozean, der die Stille, die Leere überschwemmt und den Protagonisten endgültig mit den Fragen konfrontiert, die sich zwischen Rausch und Erwachen schon zu ihm durchgekämpft haben.  Auch sprachlich ist der Ozean im Text verbaut, ohne deplatziert zu wirken. Der Gedankenstrom ist vielleicht nicht konsequent in seiner handwerklichen Verarbeitung, aber durch die Einwürfe klar abgegrenzt. Der Titel ist Gedächtnisbild, ist Metapher, ist Anklage und Frage.
Aber von diesen ganzen und vielleicht starren Vorgaben mal abgesehen:
Dieser Text rüttelt mich auf, er handelt nicht nur etwas ab, sondern lässt Platz für mich als Individuum in einem großen Ganzen und von daher ist er einer meiner Favoriten im Wettbewerb und ich sehe ihn auch die Gunst fachkundiger Leute erringen.

Lieblingstextstellen:
Zitat:
Einen Ball wie jenen, den ich als Kind gegen die Hauswand schoss, ein übergroßes Podolski-Shirt tragend. Rauputz ist unberechenbar. Mal fliegt der Ball nach links weg, mal nach rechts, aber nie genau zu mir zurück. So wie die Worte, die wir aneinander richten, gedankenlos, angetrunken, abgelenkt vom leisesten Wind, von der kleinsten Unebenheit im Gehirn. Und was ist schon wirklich glatt?


Zitat:
Hier darf man nicht zu lange in die Sonne schauen, denn wenn man sie aus den Augen verliert, sieht man lange noch das Phantombild, das sie auf den Photorezeptoren hinterlassen hat. Ähnlich verhält es sich mit Geräuschen. Selbst, wenn jeder zur selben Zeit schweigen würde, eine Minute lang oder zwei, wäre es noch laut.


Zitat:
Wir sind uns nie wirklich begegnet, und jetzt begegnest du mir an Orten, die ich nicht vor dir verbergen kann, weil es sie nie gegeben hat, nicht wirklich. Und das zermürbt mich.


Zitat:
In Sherryfässern gelagert, und doch in Bewegung. Wie die meisten Menschen, wie die meisten Gehirne. Im Grunde geht es nicht um dich, sondern um das, was ich glaube, von dir behalten zu haben. No_one ever really dies, auch du nicht, du lebst ja schließlich noch - für andere, an anderen Orten, in anderer Zusammensetzung. Skål! Und runter damit. Nicht nur den Schnaps, auch seine Route, seine Geschichte.


Zitat:
Die Wolken sind wie aus dem Nichts aufgezogen, noch vor dem ersten Konzert des Festivals. Jetzt tragen wir Gummistiefel und Capes, während es aus Strömen regnet. Immer wieder das Wasser vom Dach des Pavillons schütten, sonst kracht es zusammen wie das unserer Nachbarn.


Ok, das reicht dann jetzt mal, würden sich aber sicher noch Weitere finden.


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 15.01.2018 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Doch, das ist schon interessant geschrieben, gut geschrieben, sehr strukturiert. Konsistenz trocken. Mir fehlt ein wenig das Dazwischen. Es gibt Bilder, es gibt Sinneseindrücke, die ich aber nicht spüre, so wie ich mir das im Gedankenchaos aber (oder auch strukturiertem Denken) wünsche.

Ansatzweise ist es vorhanden. Wie hier:

Zitat:
Und ist nicht jeder Brandfleck ein Wurmloch?


Ich meine damit gewisse Sprünge, unvorhergesehene Unterbrechungen und "Umdenkungen". Dein Text läuft etwas zu chronologisch ab, eher wie eine Geschichte, die an einer Stelle beginnt und an der anderen endet. Von so einem Bewusstseinsstrom wünsche ich mir dann aber doch eher ein Bild das übrig bleibt, als eine gut erzählte Story. Nach dem Lesen deines Textes baut sich aber in mir keines auf.
Das Wort Stille wird sehr oft erwähnt, ersetzt aber nicht ein zwischen-den-Zeilen-Vorhandensein. Die Stille wird nicht spürbar. Insofern sehe ich zwar das Thema erfüllt - es fehlt hier eindeutig jemand, sogar jemand, den dein Denker/deine Denkerin noch nicht einmal kennt, was ich als Thema/Ansatz sehr interessant finde - aber das Motto empfinde ich als zu aufgesetzt.
Ich muss mal gucken, ob Punkte für dich übrigbleiben.
Nein, leider keine Punkte.
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Schlomo
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Beiträge: 161
Wohnort: Waldperlach


BeitragVerfasst am: 16.01.2018 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wahnsinn! Musste an ein paar Stellen echt lachen, einiges kommt mir bekannt vor …

_________________
#no13
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finis
Autor


Beiträge: 634
Wohnort: zurück
Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 18.01.2018 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich war noch nie auf so einem Festival, aber den Beschreibungen und Erzählungen, die mir immer wieder untergekommen sind, nach zu urteilen, hast Du die Atmosphäre dort ziemlich gut getroffen und eingefangen.
Ich finde die Idee sehr schön, so einen Kontext zu benutzen, um das Thema zu bearbeiten. Dadurch kommt ein frappierender Kontrast zwischen der gedanklichen und der tatsächlichen Gegenwart zum Vorschein, den ich sehr spannend und hier gelungen ausgelotet finde.

Zwischendurch habe ich den Eindruck, dass Du etwas zwischen zwei Stilen schwankst, was sicherlich an dem oben benannten Kontrast liegt, und Dich teilweise nicht recht entscheiden kannst, ob Du die Gedanken nun nüchtern-flapsig oder nachdenklich-lyrisch (das sind jetzt überspitzte plakative Begriffe, die in etwa verdeutlichen sollen, was ich meine, weil mir gerade nichts genau Treffendes einfällt) gestalten willst. Der Einstieg wirkt dadurch etwas befremdend, bzw nicht der Einstieg, sondern die erste längere gedankliche Auseinandersetzung. Im weiteren Verlauf des Textes verflüchtigt sich das allerdings und wird solide, sodass der Gesamteindruck ein schöner bleibt. Die Bilder, die Du verwendest sind schön und stimmig, da kommt einiges bei mir an.
Dennoch habe ich eine recht grundsätzliche Schwierigkeit mit Deinem Text und den Vorgaben. Und zwar habe ich die Vorgaben so verstanden, dass das Hervorrufen des Gedächtnisbildes gerade durch die Abwesenheit von etwas ausgelöst werden soll. Beide Elemente kommen in Deinem Text vor, nur der kausale Zusammenhang, der fehlt mir tatsächlich etwas.

Ansonsten natürlich sehr gerne gelesen.

LG.
finis


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"Mir fehlt ein Wort." (Kurt Tucholsky)
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Michel
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Alter: 47
Beiträge: 2066
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Festival wird wegen Sturm und Regen abgesagt. Saufende Freunde, Detail-Impressionen wie der Zigarettenstummel in der Bierdose. Ich-Perspektive Text als sehr freier Monolog an eine unbekannte Freundin, die man hätte kennen lernen können. Aber beim Lesen hebt der Text nicht ab, kommt nicht auf die Bühne, sondern bleibt im Schlamm stecken. Bierdose allein reicht (mir) noch nicht für einen guten Text.
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anderswolf
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Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Festival, ungefiltert, und ich weiß nicht, was ist Klischee, was ist tatsächlich so (weil: ich war noch nie auf einem Festival, wenn ich aber beschreiben sollte, was und wie das so ist, meine Erfindung wäre wohl nicht so viel anders, schätze ich). Anders verhält es sich mit dem Rauputz, wo ich mir denke: wie rau muss Rauputz sein, um den Ball zu verdrallen? Oder passiert das nicht automatisch, wenn man eher Kind als Fußballprofi ist [weil: ich war kein Fußballkind, stand einmal nur im Tor, da ist der Ball auch in alle Richtungen abgeprallt an mir, dabei war ich nur weich und rund, nicht rau und hart. Wie wahr ist also die erinnerte Beobachtung, die dann auch noch als Aufhänger für die Rückkehr in die Gegenwart genutzt wird: Deine Worte erreichen mich nie, obwohl wir doch mit ihnen aufeinander zielen. (Spoiler: so geht’s mir leider auch)].
Und dann beginnt ein anderes Fehlen, das mehr eine Sehnsucht nach dem Unbekannten ist, eine Einsamkeit, die sich nur durch Lendenwärme (worum sonst geht es bei Festivals? Musik? Ja, klar, auch. Wichtiger ist aber anderes. Kondome, anyone?) lindern lässt. Doch all die Erinnerungsbilder, die da nun aufgerufen werden, sind Phantasmen einer Gegenwart wie die Phantombilder der Sonne auf der Netzhaut.
Das macht es nun ein bisschen schwer, diesen Text nicht abzuwerten, weil die Konkurrenz sich in der Erinnerung tatsächlich nicht prospektiv oder konjunktiv in Möglichkeiten verankert hat, sondern tatsächlich retrospektiv. Und ja, es gibt den Ball, aber irgendwie … gibt es für den keine Wand.

PS.: Schön wäre es gewesen, die Rechtschreibkorrektur nochmal drüberlaufen zu lassen, bevor man einen Text einschickt.
PPS.: Nun habe ich vorgestern mit einer Festivalbesucherin über Flunkyball gesprochen, und sie versicherte mir, man benötige gar keinen Ball. Was soll ich denn da nun denken über Flunky? Und entsprechend: was über den Text?
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crim
Geschlecht:männlichsex, crim & rock'n'roll


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Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Kann gar nicht viel zu diesem Text sagen, aber er spricht mich an. Das Setting und der Ton, die Umsetzung passt. Wehmütig, aber nicht wehleidig. Gefällt mir.

Lg crim
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Am Anfang wollte ich gleich wieder wegklicken. Die Sprache stieß mich ab. Das wäre aber unfair gewesen, zu subjektiv.
Die Sprache änderte sich, doch leider wurde es mir dann zu wirr, um eine Richtung für den Text zu finden.
Der Typ scheint bei allem mitzumachen, was die Kumpels fordern. Nur im Stillen hat er ganz andere Gedanken und Wünsche. Ist das die Leere?


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Jenni
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 20.01.2018 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Festival. Und weil da nichts an die Frau erinnert, die er nie kennengelernt hat, ihr nur irgendwo begegnet ist, wahrscheinlich in Kopenhagen, und wegen der Stille (die man auf einem Festival hören kann?), träumt er von ihr und denkt an sie, und schließlich wäre sie doch auch auf dem Festival gewesen, hätte es nicht geregnet. Da habe ich eine Frage zu: Wer spielt denn Flunkyball mit einem Fußball?
Das klingt jetzt so negativ, aber ich halte es für eine ganz runde und lesefreundliche Geschichte, ich bin halt nicht so der Festivalmensch, und auch niemand, der gerne in verpasste Begegnungen romantisches interpretiert. Vielleicht konnte mich der Text deshalb nicht tiefer erreichen.
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

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Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 21.01.2018 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ein neutraler ‚Kommentar‘ um werten zu können; die Tiefenfülle des Materials ließ mir
keine andere Wahl.

Beste Grüße - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3816
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 913
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Mein eigentlicher Favorit.
Rein nüchtern betrachtet ist dieser Text vielleicht der Text, der Thema, Vorgaben etc. tadellos verarbeitet. Ich hätte ihm bei den Bewusstseinsströmen gern den Vorzug gegeben, habe mich aber entschlossen, dem Unfertigen meinen Respekt zu zollen, weil es stärker auf mich gewirkt hat.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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