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Zunder

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Zehntausend 12/2017
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1673



BeitragVerfasst am: 27.12.2017 19:00    Titel: Zunder eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zunder

„The silence like an ocean rolled,
And broke against my ear.“
~ Emily Dickinson

„A little less conversation,
And a little more touch my body.“
~ Ariana Grande

Nora zieht ein dampfendes Blech aus dem Ofen und rümpft die Nase. Sie legt das Blech auf den Fenstersims. Der Regen tröpfelt auf die verkrustete Oberfläche des Kartoffelauflaufs. Nora zieht einen Stuhl ans Fenster, setzt sich darauf und betrachtet den Auflauf argwöhnisch, als könnte es jederzeit zum Leben erwachen und sich auf sie stürzen. Sie dreht sich eine Zigarette und legt sie auf den Küchentisch, ohne die blauen Augen vom Blech abzuwenden. Es ist der sechste Glimmstengel, der dort liegt – alle ungeraucht in einer Reihe.

Der Auflauf verwandelt sich in ein Kartoffelmoor. Nora zieht ihre baren Füsse auf den Stuhl pult Staubflocken zwischen ihren Zehen hervor. Dann nimmt sie den Nagellack vom Tisch und bemalt ihre zwanzig Nägel schwarz. Sie wartet, bis der Nagellack trocken ist. Irgendwo über ihr weint ein Kind. Irgendwo über ihr schimpft eine Mutter. Nora steht ruckartig auf und stellt das Blech auf den Boden. Das Regenwasser schwappt beinahe über. Sie stellt sich vor das Kartoffelgratin, schliesst die Augen und atmet tief ein, wie vor einem Sprung vom Fünfmeterbrett.

Sie hebt ihren Rock und tunkt ihren grossen Zeh ins Wasser. Es ist noch warm. Sie stöhnt auf. Behutsam lässt sie den Fuss sinken. Mit einem Schmatzen umschmeichelt der Kartoffelmatsch ihre Zehen. Nora legt den Kopf in den Nacken. Sie lächelt. Das Wasser wogt über den Rand des Blechs. Dann stampft sie mit dem linken Fuss in den Auflauf. Das Wasser spritzt auf. Es klatscht an ihre Unterschenkel. Mit der Zunge benetzt sie ihren Mundwinkel.

In Noras Schlafzimmer stehen zwei verdorrte Bonsais, fünf leere Cola-Dosen, einundzwanzig Horrorfilm-DVDs, ein Nintendo 64 mit eingesteckter Mario-Kart-Cartridge, fünf CDs von Paramore, die gesammelten Werke von Charlotte Roche und ein E-Bass. Eine Holzkette liegt herum, zwei Plüschkatzen, ein gestreifter Pullover, ein braunes Sakko, eine Hipsterbrille, ein Smartphone von Samsung, ein pornographischen Comic und sieben Metallringe. In Noras Schlafzimmer befinden sich noch andere, hier nicht genannte Gegenstände.

Nora wäscht das Blech aus, geht duschen, zieht sich danach Pullover und Sakko an. Sie greift nach ihrem Smartphone und flänzt sich aufs Bett. Sie öffnet Tinder und wischt sich durch die Selfies von Männern, meistens wischt sie nach links, links bedeutet: „Nein Danke“. Dann hält sie inne, dreht sich um und legt ihr Handy aufs Kopfkissen. Ein Mann grinst sie verschmitzt an, Dreitagebart, treue Augen, seriös, liebevoll. Auf dem Screen steht, er heisse Martin. Nora kaut an ihren Fingernägeln und blickt schräg nach oben in die Ecke; dorthin, wo die Decke etwas feucht ist.

Eine Katze hüpft über die Strasse und weicht nur knapp einem schwarzen Volvo aus, der im Regen leicht ins Schlittern gerät. Eine alte Dame sitzt vor dem Piano und studiert die Mondscheinsonate Beethovens. Ein Obdachloser fragt eine Passantin, ob sie vielleicht mit ihm reden wolle. Die Passantin ignoriert ihn und hastet weiter. Ein Spengler kauft sich im Lidl eine Packung Batterien. Ein Mann, der Martin heisst, sitzt auf dem Klo und blättert in einer Filmzeitschrift. Ein blondes Mädchen tut so, als würde es Schlagzeug spielen, während es seiner Mutter nach schlendert. Ein Junge versteckt sich in einem Busch und zieht zum ersten Mal an einem Joint.

Nora wischt nach rechts. Das bedeutet: „Ich finde dich irgendwie hübsch, lass uns mal was trinken gehen und dann miteinander schlafen und uns danach nie wieder sehen“. Zehn Minuten später schreiben sich Nora und Martin die nachfolgenden Zeilen.

hey wir kennen uns doch
ja voll von der uni
ist ja ewig her
magst du was machen mir ist langweilig
wann
am besten bald
sofort
wie wär’s mit heute abend
ONS?
ONS

Martin will Nora in seinem Lieblingsrestaurant treffen. Es heisst Chez Leonie. Nora ist einverstanden, schminkt die Lippen schwarz und holt ihre Lederjacke aus dem Schrank. Sie schlüpft in rote Turnschuhe, schnappt sich einen Schirm und macht sich auf den Weg. Das Chez Leonie ist ein nobles Lokal. Die Besitzerin trägt ein elegantes Hemd und beige Stoffhosen.
„Sie müssen Frau Studer sein“, sagt Leonie. „Herr Urech erwartet Sie bereits.“
Martin sitzt in der Mitte des Restaurants, an einem runden Zweiertisch, der überfüllt ist mit Kerzen. Leonie rückt den Stuhl nach hinten, sodass Nora Platz nehmen kann. Die Leute plaudern ausgelassen, die Intelligenzija der Stadt hat sich hier versammelt.

„Ich werde Sie heute persönlich bedienen“, sagt Leonie gönnerhaft. Sie stellt einen Teller in die Mitte des Tisches. „Hier. Ein Gruss aus der Küche“, erklärt sie. Der Teller ist leer.
Nora runzelt die Stirn.
„Ach ja“, meint Leonie. „Martin hat mir verraten, dass Sie Anfängerin sind. Daher habe ich mir erlaubt, Ihnen Besteck aufzutischen.“ Drei Gabeln, drei Messer und ein Löffel liegen vor Nora auf dem Tisch.
Sie sieht sich um. Alle Teller im Restaurant sind leer. Niemand ausser Nora hat Besteck, auch Martin nicht.
„Na los, worauf wartest du?“, fragt Martin. „Greif zu!“
Nora tut so, als greife sie nach einer Bruschetta. Martin nickt zufrieden.

Wäre der Teller nicht leer, gebe es im ersten Gang Kürbissuppe. Wäre der Teller nicht leer, gebe es im zweiten Gang Nüsslisalat mit Speck und Ei. Nora übt Pantomime mit dem Besteck. Sie tut so, als ässe sie. Sie tut so, als trinke sie Wein. Sie lacht über Martins Geschichten. Manchmal schielt sie zu den anderen Tischen. Alle stieren auf ihre eigenen Teller. Mit ihren Blicken tasten sie das Essen ab, das nicht da ist. Die Leute sehen sich nicht in die Augen, selbst wenn sie miteinander sprechen.

„Ich muss auf die Toilette“, sagt Nora, faltet ihre Serviette, legt sie auf den Tisch und verlässt den Raum. Sie stellt sich vor den Spiegel, streckt sich selbst die Zunge raus, beisst sich in den Handrücken und leckt über ihre Haut. Sie krempelt den Pullover hoch und betrachtet ihren Bauch. Kreideweiss zeichnen sich ihre Knöchel ab. Nora trinkt vom Waschbecken, speit das Wasser sofort wieder aus. Sie fährt sich übers feuchte Kinn und betrachtet ihre atemlose, dürre Gestalt im Spiegel. Ihr Magen knurrt. Dann kehrt sie zurück an ihren Platz.
 
Wäre der Teller nicht leer, wäre der erste Hauptgang Risotto mit Steinpilzen. Wäre der Teller nicht leer, wäre der zweite Hauptgang Rehpfeffer mit Spätzli. Wäre der Teller nicht leer, gebe es als Dessert Vermicelles. Leonie räumt den letzten Teller ab. Nora atmet auf und lehnt dankend einen Kaffee ab.

Martin und Nora treten nach draussen. Der Regen ist nur noch eine leise Ahnung, die Stadtlichter spiegeln sich auf dem dunklen Asphalt. „Und?“, fragt Nora. „Wollen wir zu mir oder zu dir?“
Martin kratzt sich an der Nase und blinzelt müde. „Sorry“, sagt er. „Ich spür‘s gerade nicht so.“
„Wieso nicht?“
„Um ehrlich zu sein, deine Tischmanieren machen mich gar nicht an.“
Nora sieht nach unten auf den Strassenrand. Dort ist eine Pfütze, und in dieser Pfütze schwimmt ein zerknittertes Konzertticket.

Noras Mutter machte oft Würstchen im Schlafrock. Wallte den Teig aus. Legte Würstchen darauf. Zerschnitt den Teig mit einem Rollmesser. Wickelte die Würstchen ein. Stach mit der Gabel Löcher in den Teig. Strich mit einem Pinsel Eigelb darauf. Schob das Blech in den Ofen. Wartete. Tischte die eingerollten Würstchen zusammen mit Ketchup auf. Noras Mutter ist jetzt tot.

Leonie verlässt ihr Restaurant, wirft einen dicken Pelzmantel über und tritt zu Martin.
„Ich mach heute mal früher Feierabend“, antwortet sie auf seinen fragenden Blick. Martin wendet sich ab, da zupft Leonie an seinem Ärmel. „Hey du“, haucht sie lasziv. „Wollen wir noch was trinken gehen? Ich kenn da ein nettes kleines Pub.“
Martin bedenkt Nora mit einem entschuldigenden Lächeln, bevor sich Leonie bei ihm einhängt und ihn in die nächste Gasse manövriert.

Bedächtig klopft Nora mit der Spitze ihres Regenschirms auf das Trottoir. Ziemlich genau zehn Minuten vergehen. Dann schlurft Nora zum Bahnhof. Sie betritt einen Coop. Die Verkäuferin steht vor dem Obstregal. Sie stopft Bananen, Äpfel und Birnen in einen grossen Müllsack.
„Weshalb tun Sie das?“, fragt Nora.
Die Verkäuferin spuckt einen Kaugummi auf ihre Handfläche und betrachtet ihn wie ein seltenes Juwel. Dann schmeisst sie ihn ebenfalls in den Müllsack. „Das Zeug verkauft sich halt nicht mehr“, sagt sie.
Nora füllt sechs Tomaten in eine Plastiktüte ab und sucht nach der Waage.
„Die sind gratis“, sagt die Verkäuferin. „Nehmen Sie so viele mit, wie sie wollen.“

Auf dem Nachhauseweg trifft Nora auf einen Bettler. Sie drückt ihm eine Tomate in die Hand. Verdutzt nimmt er sie entgegen. Nora geht fünf Schritte, da schmeisst der Bettler ihr die Tomate an den Kopf. Sie dreht sich um, der Bettler lacht kehlig. Er hat schiefe Zähne. Sie fasst sich ins Haar und kratzt sich die Tomatenstücke vom Kopf.

Nora geht zurück in ihre Wohnung im vierten Stock, greift nach den sechs Zigaretten auf dem Küchentisch, zündet sie alle miteinander an und zieht an ihnen. Sie hustet, rennt ans Waschbecken und übergibt sich. Die Zigaretten fallen in ihre Kotze und in das, was vom Kartoffelauflauf übrig geblieben ist. Sie klaubt eine Tomate aus der Tüte und legt sie an ihr Ohr.
„Wieso seid ihr alle so still?“, flüstert sie. Die Tomate sagt nichts. Nora schmiegt ihre Wange an die kalte, pralle Haut des Gemüses. Dann beisst sie hinein. Roter Saft spritzt über ihr Gesicht. Sie leckt jeden Tropfen auf und verschlingt die ganze Tomate. Ihre Augen füllen sich mit Tränen.

Bevor sie schlafen geht, schreibt Nora „I love tomatoes“ in ihr Tinder-Profil. Seither findet sie keinen einzigen Mann mehr, der mit ihr ausgehen will.

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lebefroh
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 38
Beiträge: 299
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 07.01.2018 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Amüsiert habe ich mich. Sehr verschrobene Einfälle. Musste lächeln. Vielleicht auch lachen.

Bin mir aber nicht sicher, ob die Vorgaben wirklich getroffen wurden. Erinnerungsbild? Bloß das mit der Mutter? Habe mir irgendwie doch noch etwas mehr Sinn gewünscht.
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Municat
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 51
Beiträge: 322
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 08.01.2018 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor smile

Erst mal Respekt vor der - meiner Meinung nach - mutigen Entscheidung, den neutralen Erzähler zu wählen. Es ist wirklich schwer, sämtliche Wertungen und subjektiven Hintergründe eines Protas zu ignorieren und trotzdem Emotionen zu vermitteln, die dann eben indirekt, beschreibend sein müssen. Über weite Strecken gelingt Dir das wirklich gut! An manchen Punkten brichst Du die neutrale Erzählweise allerdings auf. Ich habe den Eindruck, dass Nora sich selbst beobachtet.

Nora scheint eine vielschichtige Persönlichkeit zu sein, die von Spannungen und Gegensätzen getrieben wird. Sie sucht nach unverbindlicher körperlicher Befriedigung, will sich nicht binden ... aber in ihrem Zimmer liegen Plüschkatzen und sie vermisst ihre Mutter. Ihre Gedanken kreisen fast ständig um das Thema Essen, obwohl sie bis auf eine Tomate nichts zu sich nimmt (in meinem Kopf entsteht das Bild eines magersüchtigen Teenagers - dieses Bild wird im Verlauf der Geschichte immer dominanter) ... aber in ihrem Zimmer liegen leere Cola-Dosen. Allgemein scheint in ihrer Wohnung ein ziemliches Chaos zu herrschen ... aber ihre Zigaretten bereitet sie fast zwanghaft ordentlich vor. Sie lackiert sich die Nägel schwarz, trägt Hippster-Klamotten und verabredet sich (in ihrer Phantasie oder tatsächlich) in einem noblen Lokal.

Mit dem Anfangsbild tue ich mich ein bisschen schwer. Ja, ok ... sie kocht und tritt hinterher ihr eigenes Essen, vor dem sie sich inzwischen ekelt, mit Füßen. Dann geht es plötzlich um heißes Wasser statt um heiße Kartoffel-Matsche. Ist das Dach undicht und es regnet in die Küche? Steigt sie vielleicht in Wirklichkeit in die Badewanne und träumt nur vom Essen? Aber nein, sie geht ja anschließend duschen.

Das Bild mit dem pantomimischen Restaurant ist schräg und gefällt mir ... auch und gerade zusammen mit der Aussage, dass ihre Tischmanieren nicht gerade anregend sind.

Das Thema und das Motto ... die Leere und die Stille trägt Nora wohl in sich, weil sie einsam ist. Dann sind da natürlich noch die leeren Teller und ihr leerer Magen. Inwiefern jetzt die Leere den folgenden Tagtraum von dem Lokal ohne Essen und dem ONS ohne Abschluss auslöst, sehe ich nicht so deutlich.

Ein paar Details noch:

Zitat:
und betrachtet den Auflauf argwöhnisch, als könnte es jederzeit zum Leben erwachen und sich auf sie stürzen.
ist das Absicht oder stimmt hier der Bezug nicht?

Zitat:
Nora zieht ihre baren Füsse auf den Stuhl pult Staubflocken zwischen ihren Zehen hervor.
hier fehlt ein Komma oder ein "und"

Zitat:
Wäre der Teller nicht leer, gebe es im ersten Gang Kürbissuppe.
gäbe

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Beiträge gelesen habe.


_________________
Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 867
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 08.01.2018 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fange einfach von vorne an und habe mir aufgrund fehlender Zeit ein System überlegt, nach dem ich beabsichtige, die Beiträge zu kommentieren. Selbiges nimmt mit dem Schreiben dieses ersten Kommentars erst Form an, Unstimmigkeiten zu späteren Kommentaren seien mir also verziehen: wink

1. Gesamteindruck und Nachhall:
Der Stil gefällt mir, das Ganze hat sich flüssig weggelesen, sicherlich auch, weil die "Normalität", die hier geschildert wird, eng an eigenen Welten liegt und weil mich nichts "Enervierendes" überfordern wollte. Mit Abstand betrachtet, hinterließ die Geschichte dann aber einen faden Nachgeschmack. Ihr kafkaeskes Gewand erschien mir an einigen Stellen zu nebulös im Sinne von: "Könnte jetzt alles sein", an anderen Stellen dann wieder fast plakativ, so zum Beispiel bei der Aufzählung diverser Alltagsgegenstände oder feuchter Wände. In Anbetracht der durchweg surrealen Atmosphäre hat mich die Symbolik teilweise überfordert. Wenn nun in jedem zweiten Wort etwas Großes stecken könnte, fühlt sich das für mich an, als beobachte ich jemandem beim wirren Träumen und sollte mit freudschem Blick kanalisieren, welche der Subjekte im Traum eine tiefere Bedeutung haben könnten. Vielleicht jedes einzelne Wort? Mag sein, vielleicht hab ich dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen.

2. Vorgaben und Inhalt
Der neutrale Erzähler ist durchgängig durchgehalten. Alles wird nur beobachtet, nirgendwo finden sich greifbare Emotionen. Bewusstseinsstrom fällt wohl flach, aber ich gebe an dieser Stelle zu, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, wann nicht mehr von einem solchen geredet werden darf. Die Leere sehe ich eigentlich nur angekratzt. Versteckt sie sich in einem fehlenden Zugehörigkeitsgefühl oder in der Oberflächlichkeit menschlicher Beziehungen? Wer ist hier wirklich leer? Nora jedenfalls ist spätestens am Ende angefüllt mit Tränen.

3. Interpretation
Wie eben beschrieben. Würstchen im Schlafrock machen, dass Nora die Tischmanieren fehlen. Kochen für sich selbst endet in orgastischer Moortreterei, latente Einsamkeit darin, dass man sich schlussendlich sogar zu Pennern herab gibt, um irgendeine Art von Wärme zu kassieren. Nur die Tomaten bleiben, die kann man kaufen und ausweiden. Insgesamt fehlt mir hier trotzdem ein kritischer Blick auf scheinbar offenliegende Gesetzmäßigkeiten.

4. offene Fragen
Der Absatz mit den vielen Leuten. Etwas Ähnliches habe ich vor Kurzem in einem Buch gelesen. Aber in diesem Text erging es mir damit, wie ebenfalls schon beschrieben:
Ich sehe keinen direkteren Zusammenhang, als den, dass die kurz angeschnittenen Leben mit Vorurteilen und gegen Schablonen anspielen. Was  die allerdings mit der Nora zu tun haben, deren zwanzig schwarz lackierte Zehen und genau gezählte Sammlung an Horrorfilmen ebenfalls ein durchaus gefertigtes Bild transportieren, ist mir bis hierher unklar geblieben.

4. Lieblingssatz / Szene:
Zitat:
Nora wischt nach rechts. Das bedeutet: „Ich finde dich irgendwie hübsch, lass uns mal was trinken gehen und dann miteinander schlafen und uns danach nie wieder sehen“. Zehn Minuten später schreiben sich Nora und Martin die nachfolgenden Zeilen.


5.Punkte:
die kommen oder kommen nicht, wenn ich alles hier gelesen habe.

PS: Auch wenn ich mir anmaße, mich wie ein waschechter Ranicki aufzuführen, kann ich nichts weiter von mir behaupten, als dass ich mich ganz frei Schnauze zum Text geäußert habe. Etwaige Fehlbarkeiten liegen also bei mir und es wird schon im voraus um Verzeihung gebeten!


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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hobbes
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Beiträge: 3044

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich musste jetzt erst mal googlen, wer Ariana Grande ist. Und nun suche ich nach einem Wort, das ausdrückt, wie ich es finde, die beiden (Emily, Ariana) bzw. ihre Worte gegenüber oder nebeneinander oder noch genauer untereinander zu stellen. Nun ja, mir fällt keines ein. Ist aber eigentlich auch egal, schließlich geht es um Nora. Oder nicht? Die Sache mit dem unsichtbaren Essen wirft mich nämlich ziemlich aus der Bahn. Oder nein, nicht aus der Bahn, aber ich frage mich, wer die Hauptrolle in der Geschichte spielt, Nora oder das Essen. Bei Nora geht es ja auch ums Essen. Kartoffelauflauf, die Verkäuferin am Ende. Entweder, ich kapiere es nicht oder da ist gar kein Zusammenhang. Oder du benutzt Nora nur, um mir irgendwas übers Essen sagen zu wollen bzw. mit dem Essen etwas über weißderGeier, die Gesellschaft oder schlimmeres. Wie dem auch sei, ich weiß leider nicht, was du mir sagen willst.
Was mich auch noch aus der Bahn wirft, dummerweise ganz am Anfang, ist das Blech auf dem Fenstersims. Was hast du für Bleche? Bzw. Fenstersimse? Bei mir würde das nicht klappen.
Ist aber auch egal. Wenn ich mal davon ausgehe, dass Nora die Hauptsache an der Geschichte ist, und das tue ich, denn es ist mir lieber, eine Figur als Hauptsache zu haben, als (nicht vorhandenes) Essen, dann habe ich aber schon das nächste Problem, denn, tja nun, ich finde Nora ziemlich widerwärtig. Interessiert mich ja schon, ob das so sein soll. Aber wozu dann das ganze, was soll ich als Leser damit? Soll ich mit ihr mitfühlen? Tut mir leid, geht nicht. Überhaupt fühlen. A little more touch my soul. Hätte ich gern, ich bin nämlich so gar nicht getouched. Und das ist nun mal das, was mir bei Texten das liebste ist.

Und ähm, der Titel? Noch so ein Fragezeichen.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 10:08    Titel: Antworten mit Zitat

Gedächtnisbilder - Leere.

Ich muss mich an was festhalten, um diesen Text kommentieren zu können, denn ich hadere.

Es ist eine bizarre Szenerie, die hier entwickelt wird und ich weiß am Ende des Textes: Nora geht leer aus. Leitmotiv ist das Essen, sind die Nahrungsmittel, die hier entweder nicht vorhanden sind, zweckentfremdet oder verachtet / weggeworfen werden.

Und Nora ist dürr.

Ich finde im ganzen Text insgesamt drei Zeilen Gedächtnisbild: die Mutter bereitet Würstchen im Schlafrock. Und die Mutter ist tot.

Im Heute des Textes geht es darum, dass Nora in Verbindung kommt, dass ihr Leben eine Bedeutung bekommt. Und sie scheitert. Sie spielt die bizarren Regeln des Heute mit und - geht leer aus. Was nicht überrascht.

Zu vieles bleibt mir hier zunächst nur als schlichte Inszenierung des Bizarren, das allein für sich genommen nicht mehr ist als ein düsteres Hintergrundbild für eine verstörte / verstörende Hauptfigur, die die Lebenssituation vor allem junger Menschen heute auf die Spitze treibt. Die Beschreibung und Aufzählung "sämtlicher" Gegenstände im Setting für sich genommen wirkt zwar "irgendwie interessant" und im Blick "gekonnt reduziert" - ergibt aber im Textganzen so wenig Sinn wie die Metallringe, die Anzahl der Coladosen, das Feuchte in der Zimmer-Ecke. Vielleicht doch ein Hinweis auf die "Zusammenhanglosigkeit" im Ganzen?

Was mich stört, sind die sprachlichen Holprigkeiten und die perspektivischen Ungenauigkeiten vor allem zu beginn des Textes. Der neutrale Erzähler ist so neutral nicht, er interpretiert Noras Blick schon zu Beginn, er weiß etwas über Sprünge vom 5m Brett und er schweift von Nora zum Geschehen außerhalb und scheint auch über die Motivation der Restaurantbetreiberin im Verbund mit jenem Martin mehr zu wissen. Zumindest ahne ich hier erzählerisch einen "Überblick über das Gesamtgeschehen".

Es ist ein durchaus interessanter Text, der eine durchaus interessante Szene entwirft. Es fehlt nicht an Zeitkritischem und der Beschäftigung mit Sinn und Sinnentleerung. Aber ich erkenne die Aufgabenstellung nicht wieder: die Gedächtnisbilder, ausgelöst durch Leere. Auch wenn die Leere auf den Tellern gekonnt in Szene gesetzt und integriert ist, und selbst die stereotypische Wiederholung der Leere gut im Text zur Wirkung kommt.

Und überhaupt, was bedeutet der Titel? Wie bringe ich den Zunder unter? Und die zusätzlich vorangestellten Verse? Da bin ich jetzt einfach auf die anderen Kommentare und auf eine eventuelle Auflösung gespannt.

Verflixt. Ich hadere. Mal sehen, was unterm Strich im Vergleich und in der Textnachwirkung bleibt.


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Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 09.01.2018 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Nora quillt die Leere, der Ennui aus allen Poren. Sie treibt durch den Tag, hat ein seltsames Erlebnis und treibt in die Nacht. Das zum fehlenden Essen passende Erinnerungsbild kommt etwas spät, völlig random von einem Konzertticket getriggert.

Was mir gefällt: Zum einen ist das einer der dritte-Person/Kamera-Texte, die das (überwiegend, und mehr war nicht verlangt) bis zum Schluss durchhalten. Zum anderen liest sich das wie das transkript eines französischen Kunstfilms aus den Achtzigern, in dem leere Personen seltsame Dinge tun, die an keiner Stelle erklärt werden. Es fehlt nur die körperlich versehrte Hauptperson.

Was mir nicht gefällt: da sind ein paar Fehler drin. leider auch gleich zu Anfang:
Zitat:
betrachtet den Auflauf argwöhnisch, als könnte es jederzeit zum Leben erwachen und sich auf sie stürzen.
"es" ist falsch, denn es ist der Auflauf, nicht das Auflauf. Und das betrachten wird interpretiert, somit recht früh also schon die neutrale Perspektive verlassen (dafür aber nur kurz und an wenigen Stellen, was ich dem Text wiederum gut schreibe).

Fazit: weiß noch nicht.


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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Verfasser/in,
wieso habe ich nur das Gefühl, dass du dir bei diesem Text gar nicht so viel gedacht hast und jetzt gerade zuhause sitzt und dich halbtot lachst, weil wir anderen angestrengt nach einem Sinn in dieser schrägen Geschichte suchen? Laughing
Also ich höre jetzt auf mit der Suche, ich weiß nicht, was du damit sagen möchtest und bin gespannt auf die Auflösung. Sprachlich finde ich das nicht berauschend, ich habe einige Fehler entdeckt. Nach Motto und Thema zu suchen, macht wenig Sinn, wenn man nicht durchsteigt. Nimm’s mir nicht übel.

***

Nach dem Lesen und Kommentieren der anderen Texte habe ich mich dazu entschieden, keine Punkte zu geben.


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 10.01.2018 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, also…
erstmal ist der Text voller Fehler, ab und zu fehlen Wörter und das ganze sieht sehr ungeschliffen aus. Bei einem 10K-Wettbewerb erwarte ich eigentlich etwas mehr Sorgfalt.
Deine Kamera springt ziemlich wild umher und bleibt nicht bei der Prota. Manchmal ist sie sogar ganz woanders, aber die geforderte neutrale Perspektive bleibt größtenteils eingehalten.
Das Motto der Stille ist als zwischenmenschliche eingefangen, bei den durch Leere ausgelösten Gedächtnisbildern suche ich noch (größtenteils den Sinn).
Kommen wir zum Inhalt: Dafür liebe ich die Geschichte! Sie hat etwas völlig surreales, ist voller absurder WTF-Momente und erinnert mich an die absurden Filmklassiker von Luis Buñuel, wie z.B. "Das Gespenst der Freiheit". Sehr schön.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alles gelesen habe.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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Jenni
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Beiträge: 3745

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Nora ist so eine etwas gelangweilte ich vermute Mittzwanzigerin, die nicht weiß, was sie vom Leben will. Sie geht zu einem Tinder-Date. Alles was unterwegs passiert ist bizarr und wird immer bizarrer. Sowas mag ich, und Teile davon gefallen mir richtig gut. Das Telefonat mit der Tomate zum Beispiel, das ist toll. Einsam, aber auf so eine resignierte Weise, an der Stelle funktioniert das für mich gut, Betroffenheit auszulösen aus der neutralen Perspektive heraus. Trotzdem erschließt sich mir im Endeffekt nicht, worauf du damit hinaus willst, ist es letztlich Noras Wahrnehmung, die Surrealität alles Erlebten? Das fände ich schon fast genial, wobei ziemlich um die Aufgabenstellung herumgeschummelt. Der Text enthält so Schlampigkeitsfehler ("der Auflauf, als könne es", Konjunktiv 2 von geben ist "gäbe" und nicht "gebe"), die dann wiederum eher nicht den Eindruck erwecken, da wäre mit Sorgfalt etwas inszeniert worden.
Zur neutralen Perspektive, du benutzt viele Adverbien, "betrachtet argwöhnisch", "entschuldigenden Lächeln", "nickt zufrieden", die strenggenommen einen wertenden Erzähler vermuten lassen, aber jedenfalls deine Perspektive schwächen. Am stärksten finde ich deinen Text da, wo du wirklich trocken nur Gegebenheiten aufzählst, diesen Abschnitt zum Beispiel:
Zitat:
Eine Katze hüpft über die Strasse und weicht nur knapp einem schwarzen Volvo aus, der im Regen leicht ins Schlittern gerät. Eine alte Dame sitzt vor dem Piano und studiert die Mondscheinsonate Beethovens. Ein Obdachloser fragt eine Passantin, ob sie vielleicht mit ihm reden wolle. Die Passantin ignoriert ihn und hastet weiter. Ein Spengler kauft sich im Lidl eine Packung Batterien. Ein Mann, der Martin heisst, sitzt auf dem Klo und blättert in einer Filmzeitschrift. Ein blondes Mädchen tut so, als würde es Schlagzeug spielen, während es seiner Mutter nach schlendert. Ein Junge versteckt sich in einem Busch und zieht zum ersten Mal an einem Joint.

Das schafft irgendwie Atmosphäre, fast schon bedrohlich, und lässt Noras Leere spüren, ohne dass das Beschriebene wirklich auf sie zurückzuführen wäre.
Das Thema Gedächtnisbild sehe ich in der Erinnerung an die Mutter umgesetzt, die das Essen zubereitet. Da ist natürlich die Perspektive irgendwo unterbrochen, aber ich finde das sehr gut integriert.
Von dem Motto kann ich nicht viel spüren, vielleicht einen Bezug auf die Einsamkeit, die Nora nach Hause zurückgekehrt mit Härte überkommt.
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Angst
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BeitragVerfasst am: 14.01.2018 13:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was soll denn das?! Völlig unrealistisch.
Innerhalb von zehn Minuten auf Tinder einen Match zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das weiss doch jeder.
Schon im ersten Absatz hast du einen Tippfehler gemacht.
Diesen seltsamen Restaurantbesuch soll verstehen, wer will. Ich tu’s nicht.
Ausserdem: Plakativer Einsatz der literarischen Kamera.
Was im Kopf der Hauptfigur vorgeht, kapier ich trotzdem nicht.

0 Punkte.

Huch! Den Text hab ja ich selbst geschrieben.

Wie gesagt: 0 Punkte.

PS: Die Ariana-Grande-Lyrics stammen aus dem Lied Into You.


_________________
»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Lorraine
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Beiträge: 696
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, die Machart dieses Textes trifft so ziemlich ins Schwarze dessen, was ich erwarte, unter "neutralem Erzählen", es gibt da (für mich) nur zwei winzige Ausnahmen, die man erwähnen kann, so als Feedback.

Zitat:
„Ich werde Sie heute persönlich bedienen“, sagt Leonie gönnerhaft.


Zitat:
„Hey du“, haucht sie lasziv.


Beide Adverbien, "gönnerhaft" und "lasziv", scheinen mir hier als der Tick zuviel, eine Art Einflussnahme des Erzählers, der eben dadurch erst auftritt. Es wird hier "gewertet", so empfinde ich das jedenfalls und dabei hätte die Tatsache, dass Léonie die Besitzerin des Restaurants ist, zusammen mit den schon beschriebenen Unterschieden in Status und Kleidung, sowie das Hauchen genügt, um als Leser in die "richtige" Richtung zu lesen, ohne dass die Neutralität "aufgegeben" wird, wenn auch nur für Sekunden.

Noch eine zweite Winzigkeit:
Zitat:
Die Leute plaudern ausgelassen, die Intelligenzija der Stadt hat sich hier versammelt.

und, weiter unten:
Zitat:
Die Leute sehen sich nicht in die Augen, selbst wenn sie miteinander sprechen.
Ohne das "ausgelassen" im ersten Zitat hätte ich nicht gestutzt, bzw das Gefühl gehabt, da passe etwas nicht zusammen.

-

Insgesamt hat dieser Text eine starke Wirkung, eben durch das neutrale Erzählen, besonders der Einstieg profitiert davon, unterstreicht durch die Abwesenheit jedweder Wertung das Absurde der Situation, die Isolation der Frau und "Zunder" als Titel ist, denke ich, nicht nur die Übersetzung ins Deutsche eines Eigennamens, den du ja noch erwähnst, sondern passt in mehrfachem Sinn - ihre Art zu leben und das, auf was sie zusteuert: "leicht entzündliches Material", andererseits: Zunder wird benutzt, um ein Feuer zu entfachen, für die Wärme eines anhaltenden Feuers, gar eine Glut, die überdauert und mit deren Hilfe ein Feuer niemals ganz erlöschen müsste - da braucht es ganz anderes brennbares Material.

Bis hierher, ich beschränke meinen Kommentar für jetzt, aber: gut gemacht, wirklich.
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 15.01.2018 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist toll. Es hat diese abstrakte Ebene, dazu Absurdes, und nutzt den neutralen Erzähler sehr gut, um genau das darzustellen. Thema Tinder ist natürlich aus so einer unpersönlichen, oberflächlichen Ebene nochmal besser herausgestellt. Womit ich nicht zufrieden bin, ist das Ende. Warum, kannst du mich ja fragen, wenn du es denn wissen willst. Cool

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- Lütfiye Güzel
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 16.01.2018 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Der neutrale Erzähler hat es nicht leicht bei mir. Es muss schon alles stimmen, dass mich diese Art des Erzählens überzeugt.
Deine Geschichte ist perfekt inszeniert, viele Stellen beeindrucken mich. Vor allem der Fokus auf die Umwelt:

Zitat:
Eine Katze hüpft über die Strasse und weicht nur knapp einem schwarzen Volvo aus, der im Regen leicht ins Schlittern gerät. Eine alte Dame sitzt vor dem Piano und studiert die Mondscheinsonate Beethovens. Ein Obdachloser fragt eine Passantin, ob sie vielleicht mit ihm reden wolle. Die Passantin ignoriert ihn und hastet weiter. Ein Spengler kauft sich im Lidl eine Packung Batterien. Ein Mann, der Martin heisst, sitzt auf dem Klo und blättert in einer Filmzeitschrift. Ein blondes Mädchen tut so, als würde es Schlagzeug spielen, während es seiner Mutter nach schlendert. Ein Junge versteckt sich in einem Busch und zieht zum ersten Mal an einem Joint.


Das fühlt sich richtig an wie im Film.
Dann aber kommen solche Szenen, die ich doch eher von innen heraus empfinde:

Zitat:
Wäre der Teller nicht leer, gebe es im ersten Gang Kürbissuppe. Wäre der Teller nicht leer, gebe es im zweiten Gang Nüsslisalat mit Speck und Ei. Nora übt Pantomime mit dem Besteck. Sie tut so, als ässe sie. Sie tut so, als trinke sie Wein. Sie lacht über Martins Geschichten. Manchmal schielt sie zu den anderen Tischen. Alle stieren auf ihre eigenen Teller. Mit ihren Blicken tasten sie das Essen ab, das nicht da ist. Die Leute sehen sich nicht in die Augen, selbst wenn sie miteinander sprechen.


Ich verliere die Figuren aus den Augen. Keine Bilder. Keine Szenen.
Gut, das kann natürlich auch ein Stilmittel sein, ich will nicht so streng sein. Was ich aber schade finde, ist die Umsetzung dieser Stelle:

Zitat:
Martin und Nora treten nach draussen. Der Regen ist nur noch eine leise Ahnung, die Stadtlichter spiegeln sich auf dem dunklen Asphalt. „Und?“, fragt Nora. „Wollen wir zu mir oder zu dir?“
Martin kratzt sich an der Nase und blinzelt müde. „Sorry“, sagt er. „Ich spür‘s gerade nicht so.“
„Wieso nicht?“
„Um ehrlich zu sein, deine Tischmanieren machen mich gar nicht an.“
Nora sieht nach unten auf den Strassenrand. Dort ist eine Pfütze, und in dieser Pfütze schwimmt ein zerknittertes Konzertticket.


Bis hierhin erinnert mich der Text an den Film Allein, der die Geschichte einer Borderlinerin erzählt (den ich damals ganz allein gesehen habe, ich war die Einzige im Kinosaal Smile ).

Das Gefühl der inneren Leere wird anfangs sehr deutlich in deinem Text. An dieser Stelle lenkst du die Figuren aber auseinander. Dass Nora abgewiesen wird, nimmt der Geschichte meiner Meinung nach jede Dramatik. Die Leere verfliegt. Denn vorher erlebe ich Nora als einen Menschen, der die innere Leere durch Sex auszufüllen versucht, was aber nicht funktionieren kann, sie bestimmt auch "weiß", aber nicht in der Lage ist, in eine andere Richtung zu funktionieren. Das abgewiesen-Werden, wirft mich mit Nora raus aus der vorher aufgebauten Leere-Stimmung, löst dann Mitgefühl aus, anstatt Betroffenheit und das passiert zu früh. Du gehst mit ihr nicht bis an die äußerste Grenze.

Und hiermit setzt du dem noch einen obendrauf

Zitat:
Auf dem Nachhauseweg trifft Nora auf einen Bettler. Sie drückt ihm eine Tomate in die Hand. Verdutzt nimmt er sie entgegen. Nora geht fünf Schritte, da schmeisst der Bettler ihr die Tomate an den Kopf. Sie dreht sich um, der Bettler lacht kehlig. Er hat schiefe Zähne. Sie fasst sich ins Haar und kratzt sich die Tomatenstücke vom Kopf.


und entwickelst den Text in eine eher groteske Richtung, was meiner Meinung nach nicht zur restlichen Atmosphäre passt. Die Leere geht flöten.

Sehr schade. Es wären nur wenige Feinheiten, die diesen Text zu richtigem Horror machen könnten.
Für meinen Geschmack könnten die Szenen insgesamt etwas abgefahrener sein. Ich meine damit "stille" Bilder, ungewöhnliche, absurde, surreale. Es braucht oft nicht viel, um etwas auszudrücken. Wie das in einem Text aussehen könnte, das ist eine spannende Frage. Ich bekomme gerade bei deinem Text direkt Lust darauf, mal mit neutralem Erzähler zu schreiben. Bewusst abgefahrene Bilder in Szene zu setzen.
Allein dafür bekommst du ein paar Pünktchen. Und natürlich für gewisse sensationelle Stellen im Text, sowie für die Idee.

Ich bin selbst überrascht, aber es sind tatsächlich fünf Punkte geworden, die du von mir bekommst.
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Schlomo
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BeitragVerfasst am: 16.01.2018 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant geschrieben. Nur - ich versteh es nicht.

Könnte eine Traumsequenz sein, vielleicht auch ein Wachtraum, etwas depressiv.


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Mathematik bringt dich besser durch Zeiten ohne Ruhe als Ruhe durch Zeiten ohne Mathematik. (Frei nach Freewheelin' Franklin )
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Nihil
{ }

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BeitragVerfasst am: 18.01.2018 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

Turnschuh an, Treppchen steigen.
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Michel
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Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Nora findet keinen Mann, im Restaurant gibt es Nicht-Risotto und der Bettler wirft mit geschenkten Tomaten. Absurde Ausflüge, die dennoch nicht bezugslos nebeneinanderstehen. Erinnert mich an Kurzgeschichten von Dürrenmatt. Ich mag Absurdes ganz gern, aber hier finde ich wenig Zugang. Nora ist seltsam, das Restaurant anorektisch und der Bettler gleich wieder verschwunden. Das einzige Gefühl als Pointe am Schluss.
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anderswolf
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 00:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hübsches Zitat zu Beginn wie als Persiflage der Vorgabe, gleichzeitig nur begrenzte Erkennbarkeit der zitatlichen Inspiration der Vorgabe im Text. Außerdem unklar, welche Stille da am/ans Ohr brach, evtl. ist die Stille vielmehr ein Ende der Selbstdistanz und ein Ende der ewig zwingenden Stimmen. Die Perspektive klar der neutrale Erzähler, gleichzeitig verwundert zwischendurch das Drüber-Hinauswissen des Textes (die alte Dame, der Spengler), Adjektive/Adverbien/Adverbialen wie "gönnerhaft", "zufrieden", "fragend", "lasziv", "entschuldigend" sowie Einschätzungen darüber, wie Leute blicken (bspw. den Kaugummi als seltenes Juwel ansehen), stören die Neutralität des Erzählers. Abwesenheiten gibt es gleich mehrere: die offensichtliche des Essens, aber auch der Umgangsformen, der Beziehungen, der Freude. Die Erinnerung dagegen ist die an die Mutter, die Würstchen im Schlafrock machte, was (und hier wird es evtl. ungewollt *knickknack* pubertätshumorig) Nora aufgrund ihrer angeblich furchtbaren Manieren mit Martin vorenthalten bleibt (noch so eine Abwesenheit).
Die Geschichte selbst ist recht hübsch und verwirrend, man kann sich als Leser durchaus vorstellen, dass es nicht nur Essens-Verweigerer gibt, die tatsächlich einen derart gezeigten Umgang mit Lebensmitteln haben, sondern durchaus entsprechende Restaurants für Magersüchtige, die dem So-tun-als-ob durchaus etwas abgewinnen können. Nicht alles wird klar dabei, denn inwiefern ist Nora Anfängerin, sie ist höchstens neu im entsprechenden Etablissement, zermagert ist sie ja vorher schon. Unklar ist auch die Rolle des Bettlers, den Beitrag, den er leistet. Schön insgesamt aber der Bogen: der heiße Auflauf als Metapher für Noras Leidenschaft, Genuss durch Lebensmittel ist für sie nur möglich durch Entfremdung, einen eher erogenen Akt des Konsums, der Lust entfacht und doch eher falsch ist. Dann die gestörten Tinderei mit Martin: Man kennt sich, hätte sich also auf einer deutlich persönlicheren Ebene treffen können, doch in einer Zeit der Entintimisierung trifft man sich per App, und so leidenschaftslos wie dieses Geschäft von Statten geht, verläuft sich auch das Date in einem invertierten Restaurant, in dem gerade das Fehlen von Essen zelebriert wird (als sei genau das der gesellschaftliche Kommentar: man feiert die emotionale Distanz, die aufrechtzuerhalten man dank eiserner Disziplin in der Lage ist.), bis sich die Sparringspartner unbefriedigt wieder trennen: Man spürts nicht so. Und da ist das zentrale Fehlen: das Fehlen vom Würstchen im Schlafrock, pubertär-ironisch reingeschoben, angekündigt durch das matschige Konzertticket: Heute, Kinder, wird's nix geben, denn dem Herrn Urech ist der Appetit vergangen.
Im Abgang klingts, als solle mit dem Tod der Mutter der Schlüssel zum Trauma dargestellt werden, immerhin ist mit dem fehlenden *knickknack* auch plötzlich etwas in Nora gewandelt, greift sie sich doch die fleischige, saftige, lebenspralle, zu Tränen rührende Tomate als Geliebte, deren spritzige Säure genau das Gegenmittel zu allem zu sein verspricht, was Nora in ihrem asketischen Leben angekotzt hat.
Das Schöne an der Geschichte ist, dass sie Ansatzpunkte für Interpretationen, also Zunder fürs Gehirn bietet, sogar Lust macht, sich in Noras kalte Seele einzufühlen, was angesichts des eigentlich ja neutral angelegten Erzählers irgendwie verwirrend ist. Andererseits wurde im Small-Talk-Faden ja genau das als große Kraft des nEZ gepriesen: dass vor dem rohen, rauen Blick das Individuum entblößt steht, kein Gedanke überdeckt das blanke Tun. Und kein empathischer Erzähler nimmt es dem Leser ab zu fühlen, wodurch ein instantes Erleben erst ermöglicht wird, wo man sonst einfach nur oberflächlich und unterhalten lesen würde.

Schätzungsweise Punkte. Durch einige eher befremdliche Partien (Bettler, Mondscheinsonate, noch irgendwas) und auch aufgrund des sich mir aufdrängenden Konjunktivfehlers ("gebe"), der mich ärgert, vielleicht aber schweizerischer Grammatik entspricht (was mich dann auch wieder ärgerte, stört mich doch da meine Ignoranz) und dem fehlenden Schritt in der Würstchen-im-Schlafrock-Bereitung (wann kommen die Dinger aufs Blech?), was vor allem auf eine Nachlässigkeit in der ansonsten akribischen Beschreibung hinweist: nicht die Höchstzahl.

Herausstechend tatsächlich (das schreibe ich, während ich eigentlich einen anderen Text kommentieren sollte), dass die Erinnerung einen Wendepunkt darstellt und damit nicht einfach nur *knickknack*-Anspielung durch Backstory bleibt.

Insgesamt Punkte. Sex sells halt.
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finis
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich finde das sehr interessant, wie Du hier das Thema Esskultur aufgreifst. Da kann ich einiges draus mitnehmen. Die Idee Ariana Grande neben Emily Dickinson zu stellen finde ich übrigens sehr sympathisch. Die Komplementarität der beiden Zitate hat mich überrascht und den Text bereichert.

Ich bin mir relativ sicher, dass Du statt Knöcheln die Rippen meinst. Eventuell würde es sich für Dich lohnen, sich den Konjunktiv nochmal anzuschauen oder einen guten Korrekturleser zu finden.
Manchmal frage ich mich auch, ob die absurderen Szenen (das Zerstampfen der Kartoffeln) für den Text an sich überhaupt wichtig sind, oder ob das eher eine Art Absurdität um der Absurdität Willen ist. Ich habe überhaupt kein Problem mit absurden oder skurrilen Texten oder Textstellen, es ist aber immer so, dass gerade solche Stellen einer (eigenen) inneren Textlogik folgen und für den Text in der Form wichtig sind und einen Mehrwert versprechen. Das finde ich hier manchmal etwas schwierig und das ist etwas schade, weil der Text an sich einiges an guten Gedanken und Ideen parat hat.

Insgesamt gern gelesen.
LG
finis


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crim
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Die Tomate sagt nichts.
Surreal das Ganze. Gut geschrieben. Punkte.

Lg crim
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 867
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 21.01.2018 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Obwohl ich anfangs eher negativ mit diesem Text zugange gewesen bin, möchte ich ihm rückwirkend und in der Gesamtheit aller gelesenen Texte nun doch meine Punkte geben. Die letzten Plätze machen es mir wirklich schwer, weil so viele solide und handwerklich gut gemachte Geschichten darunter sind, sie gegeneinander abzuwiegen, scheint mir fast wie eine Lebensaufgabe und mit dem Prädikat der unweigerlichen Ungerechtigkeit behaftet, weil mir die Zeit fehlt, weil ich nur rein subjektiv urteilen kann,  weil auch alle anderen, meiner Bewertungen rein subjektiv zu werten sind, bla...
Ich werde das Gefühl nicht los, diesem Text nicht gerecht geworden zu sein, in seinem Mut zum Experiment und vielleicht ist das hier meine Entschuldigung?
Wie auch immer, man kann diesem Text und seiner Verschlüsselung insofern etwas abgewinnen, als dass er ein wichtiges und aktuelles Thema auf seine ganz eigene Weise verarbeitet und das hat mich zur Punktevergabe veranlasst.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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