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Acheron|Dreistrom, weiß

 
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Mich überrascht wirklich, dass dieser Text nicht höher oben steht.
Ist er vielleicht zu plakativ? Keine Ahnung.
Ich sehe immer noch etwas Besonderes darin.
Und ich fühle mich angestachelt, das zu begründen.
Später. Gute Nacht!


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

lebefroh hat Folgendes geschrieben:

Und vielleicht bin ich deshalb voreingenommen und finde auch Deinen Text zu sentimental. Die Geschichte ist mir zu vorhersehbar und kitschig.
Zu sentimental, naja, okay. Kitschig möchte ich mir nicht anziehen. Vorhersehbar ist gewollt, siehe meine Erklärung nach Erscheinen des Textes im Wettbewerb.
Mittlerweile denke ich, den SoC falsch verstanden (oder zu extrem gesehen) zu haben, und das hat mich enorm eingeschränkt. Ich wollte nämlich keine klaren, schriftsprachlichen Gedanken, sondern dieses Fetzen, wie Gedanken eben sind. Hätte also durchaus was anderes, vielschichtigeres schreiben können.
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

RememberDecember59 hat Folgendes geschrieben:
Liebe/r Verfasser/in,
oha, der Text hat mich total mitgenommen, mir ist beim Lesen richtig der Puls hochgegangen und ich hing am Bildschirm bis zum letzten Wort. Ich war echt fertig mit den Nerven, als ich durch war. Sehr dramatisch, fast ein bisschen zu dramatisch für meinen Geschmack. Ich mag es doch lieber etwas subtiler oder nüchterner, gerade bei einem so emotionalen Thema.

Jupp, den Schuh muss ich mir anziehen. Ist ja, wie in der Erklärung zum Text gesagt, ein Thema, das mir ebenso ging. Wie auch schon gesagt hatte ich den SoC zu ernst genommen und glaubte, nur Gedankenfetzen machen zu dürfen, und das war dann doch schwierig, was daraus zu basteln.
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 23:53    Titel: Antworten mit Zitat

Municat hat Folgendes geschrieben:
Lieber Autor smile

Der Acheron ...  der Weg in die Unterwelt für alle die, die weder wirklich gut, noch richtig schlecht waren ... weder Helden noch Schurken ... weder schwarz noch weiß,
Hallo Moni. Ich glaube, du verwechselst Hades gerade mit Hel. Der Acheron ist der Fluss des Leids, der Schmerzen. Neben der Lethe (Vergessen) und dem Styx (eher neutraler Übergang) einer der Flüsse in die griechische Unterwelt. Soweit ich weiß war Hades für alle dar (von Tartarus mal abgesehen, aber dafür musste man sich ja schon eine Menge geleistet haben)

Municat hat Folgendes geschrieben:
Dein Text bewegt, lässt mich fühlen und nachdenken. Schreibtechnisch finde ich nichts, worüber ich meckern könnte. Definitv einer meiner Favoriten.
Freut mich. Danke für die Punkte und Kommentare. Eine genauere Erklärung zum Text habe gleich nach seinem Erscheinen im Wettbewerb gepostet, kannst du weiter oben nachlesen.

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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:

Ich glaub, mir ist es auch zu zerrupft und zu wiederholt. Ich habe den Eindruck, andauernd das gleiche zu lesen
Ging mir ehrlich gesagt auch etwas so und sehe ich auch als Schwachstelle des Textes, aber ich hatte ob der SoC Vorgabe den falschen Eindruck, ich müsste das so machen.
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:35    Titel: Antworten mit Zitat

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Der Titel scheint noch interessant, was dann folgt, ist ein pseudolyrisches Drama, durch das ich mich weder beim ersten, noch beim mehrmaligen lesen hindurch kämpfen mag, ein solches Unbehagen bereitet mir diese seltsame Mischung aus literarisch fragwürdig herausgekitzeltem Mutterpathos, Foltergedöns und misslungener Mythologie-Anleihe im Acheron.
Kann ich alles nachvollziehen, bis auf die "misslungene Mythologie-Anleihe im Acheron". Warum ist die misslungen, wenn der Textstrom selbst der Acheron ist? Diese Dimension muss dir bei der ganzen Suche nach verletzenden Kritik-Formulierungen irgendwie entgangen sein. Hass macht eben manchmal blind. Wobei mein Text ja noch verhältnismäßig gut weggekommen ist, im Vergleich zu dem, was du sonst so an Kommentaren rausgehauen hast.

Literättin hat Folgendes geschrieben:
aus dem Text heraus den Leser ansprechende Du
Leseransprache? Wo hast du das denn gelesen?

Literättin hat Folgendes geschrieben:
die simpel-grobe Rollenaufteilung in Gut und Böse
Da gibt es keine Rollenaufteilung, das ist, wie du am Schluss selbst sagst, kommentarlos. Hier widersprichst du dir.

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Sprachlich nicht schön, dieses ganze "oh" und "ah", das "nein nein nein nein nein" und "du Wichser".
Full Ack. Wie schon gesagt habe ich SoC etwas falsch verstanden und gedacht, es müsste so ungeordnet und wenig literarisch sein. Im Nachhinein hätte ich anders geschrieben, und wahrscheinlich auch was anderes. Fühlte mich nur von den Vorgaben extrem eingeschränkt und hab dann versucht, trotzdem noch irgendwas mit Wirkung daraus zu machen.

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Inhaltlich ein Ding von dem ich mich nur abwenden will.
Genau das ist doch der Punkt. Wir sind viel zu oft blind für Dinge in der Welt, die wir nicht sehen wollen und uns abwenden.

Literättin hat Folgendes geschrieben:
Vergewaltigungs- und Erschießungssachen im Wald, dargeboten als eine Art kommentarloses "Hörspiel" sind schlicht nicht mein Ding.
Das kann ich gut verstehen. Meins auch nicht. Und gerade deshalb habe ich es ja geschrieben (siehe Eigenkommentar). War eben ein Experiment, und bei dir ist es nicht angekommen, und das ist völlig in Ordnung für mich. Bin/war ja selbst zwiegespalten hier, wie du in meinem Erstkommentar nachlesen kannst.

Danke fürs Lesen und Kommentieren


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:37    Titel: Antworten mit Zitat

jaeani hat Folgendes geschrieben:
neutraler Kommentar

und neutraler Dank für deine Punkte


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:44    Titel: Antworten mit Zitat

Heidi hat Folgendes geschrieben:
Was ich schwer zuordnen konnte, war der Begriff "Amme", der etwas altbacken wirkt. Bei mir war eine Hebamme, die mich bei meinen Geburten unterstützt hat und das Kind auch gemessen, gewogen, geguckt hat, ob alles dran ist, gesäubert, angezogen usw. Natürlich kann dieser Begriff auch unter künstlerische Freiheit fallen, vielleicht spielt der Text in Zeiten, in denen es hierzulande noch Könige gab (oder in der Zukunft, möglicherweise). Ich will auch nicht darauf herumreiten. Es ist mir nur aufgefallen.

 Kopf an die Wand Ja, Hebamme war auch, was ich meinte und hab Amme einfach als kürzere Version genommen, für den neutralen Teil. Gar nicht bedacht, dass das eine andere Bedeutung hat.

Heidi hat Folgendes geschrieben:
Und dann habe ich mich gefragt, wie oft es vorkommt, dass ein Neugeborenes, so frisch nach der Geburt, lächelt. Das kam mir doch sehr verkitscht vor als Bild.
Auch hier gebe ich dir recht, das hätte ich mir schenken können. Wobei, vielleicht ist es ja nur in der Wahrnehmung der Mutter.

Danke für deinen Punkt und noch viel mehr für den ausführlichen Kommentar.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:47    Titel: Antworten mit Zitat

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Ich habe nur überflogen. Erstens kann ich den Text nicht richtig verorten, die Sprache schwankt mir zu sehr, Zweitens lässt sich die Hälfte wahrscheinlich rauskürzen, Drittens fehlt mir die Tiefe in der Dramatik.
Einen Punkt gibt es vielleicht, weil der Autor versucht hat, sich an beiden Perspektiven zu versuchen, aber ich denke eher nicht, mir ist es zu wenig gelungen.
Gut, war ja auch ein Experiment, und die gelingen nicht immer und schon gar nicht für alle. Bei einigen anderen habe ich durchaus die Wirkung erzielen können, die ich beabsichtigt habe.
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:48    Titel: Antworten mit Zitat

Nihil hat Folgendes geschrieben:
...
Verzählt, das waren mehr als drei. Danke dafür.

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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

finis hat Folgendes geschrieben:

Insgesamt ein sehr spannender Text und willkommener Denkanstoß. In mehrfacher Hinsicht.
Und dann keine Punkte? Shocked
Danke fürs Lesen und deine interessanten Gedanken dazu.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:53    Titel: Antworten mit Zitat

Schlomo hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß nicht, wie ich die Geschichte bewerten soll.
Ich ehrlich gesagt auch nicht, wie du in meinem Eigenkommentar sehen kannst. War ein Experiment. Schade, dass es nicht für Punkte gereicht hat, obwohl du es intensiv fandest. Danke fürs Lesen und Kommentieren jedenfalls.

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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 00:56    Titel: Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
Einen gegenwartsrelevanten, realistischen Bezug oder Ansatzpunkt für eine entsprechende Interpretation kann ich nicht erkennen. Das enthält mir auch zu viele abgenutzte Bilder, Formulierungen, Zusammenhänge, um mehr dahinter zu vermuten.
Schade, dass es bei dir nicht funktioniert hat, aber war ja auch ein Experiment. Worauf ich hinauswollte, kannst du in meinem Erstkommentar nachlesen, wenn es dich interessiert. Ich gebe aber zu, dass das "mehr dahinter" nicht ganz einfach zu entdecken ist.
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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Municat
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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich glaube, du verwechselst Hades gerade mit Hel.
joa, ich hätte mich nicht auf Wikipedia verlassen dürfen und mehr in die Tiefe gehen. Inzwischen habe ich mich schlauer gemacht.

Das hier hat mich auf den Trichter gebracht (aus Wikipedia für "Acheron mythisch")
Zitat:
In Platons Phaidon werden die Toten beschrieben, die einen „mittelmäßigen Wandel geführt haben“ und über den Acheron zu einem See gelangen, in dem sie sich reinigen und ihre Verfehlungen abbüßen, bevor sie wiedergeboren werden.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Jenni
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Beiträge: 3852

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 22.01.2018 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Worauf ich hinauswollte, kannst du in meinem Erstkommentar nachlesen, wenn es dich interessiert.


Ich habe sogar schon gelesen, was du zu deinem Text erklärt hast. Und ich muss sagen, hättest du dich getraut das originale Bild mit in den Text zu nehmen, zu thematisieren was in China gerade passiert, und wäre dir das gelungen - das hätte meine Textwahrnehmung sehr wahrscheinlich komplett umgekehrt (zufällig habe ich daran sogar noch ein persönliches Interesse). Ich denke, es war keine gute Entscheidung, Zeitpunkt/Ort/Regime des Textes im Allgemeinen zu halten, da es ihn gerade dort belanglos scheinen lässt, wo vielleicht sein Potential gesteckt hätte.
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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

holg hat Folgendes geschrieben:
Das ist einer dieser Texte, bei denen ich echt hin- und hergerissen bin.
Ging mir bezüglich dessen, ob er gelungen ist oder nicht, auch so.

holg hat Folgendes geschrieben:
Der Dreistrom (Gedanken, Sprache, Handlung) optisch fantastisch umgesetzt, auch und gerade die verblassenden Gedanken, viel Formatierungsarbeit.

Ich sehe das beim Lesen wie ein Bühnenstück vor mir. Und genau da haken die Zweifel ein. Dass mit Sprache und Handling der Blick in den Kopf, der Bewusstseinsstrom gebrochen wird, geschenkt. Die Aufgabe hieß überwiegend. Und das betrachte ich als erfüllt. Zumindest, was die Textmenge angeht. Aber wie steht es mit der Tragfähigkeit. Sind nicht das Gesprochene, die Handlung, so kurz und knapp das hier auch gehalten ist, der  mindestens ebenso wichtige Teil des Textes, kann man da noch von überwiegend sprechen?
Wie in den Vorgaben gesagt erhält der Gedankenstrom diese drei Elemente, und damit finde ich ihn eigentlich nicht gebrochen und überwiegend, sondern komplett als Einheit, ist nur eben nicht die traditionelle Form eines Bewusstseinsstroms. Aber aber wenn wir durch unsere Umgebung gehen und denken, sind da einmal unsere Gedanken und inneren Monologe, gehörte und gesagte gesprochene Worte und Wahrnehmungen unserer Umwelt, auf die wir uns fokussieren. Zusammen bildet das doch, zumindest meiner Meinung (und Denkweise) nach ziemlich genau ab, was im Bewusstsein vor sich geht. Somit sehe ich das komplett als Bewusstseinsstrom, nicht nur teilweise. Aber ich bin eben jemand, der das Rad immer neu erfinden will, und das muss doch auch irgendwie eckig gehen Very Happy
Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 01:31    Titel: Antworten mit Zitat

anderswolf hat Folgendes geschrieben:
Der Fluss des Leides, des Schmerzes und des Todes; dieser Dreistrom ist titelgebend, und dreiströmig ist auch die Struktur des Textes und formal eine Kombination aus neutralem Erzähler (bis auf die "Eisige Kälte") und Bewusstseinsstrom, verbunden durch die gemeinsame Ebene der direkten Rede. Die drei benannten Ströme bezeichnen auch die Ebenen der Geschichte, erst das Leid der Vergewaltigung, dann der Schmerz der Geburt mit anschließender Misshandlung, zuletzt der Tod (übertragbar auch auf den Vergewaltiger).
Wie auf einem Fluss reist man als Leser auch erst mal ungewissem Ziel entgegen, bis man sich plötzlich in einer Strömung gefangen und ohne Ausweg sieht, bis man erkennt, dass am Ende nichts anderes wartet als das Ende. Die Formatierung durch Farben (sofern Grau eine Farbe ist) bereichert den Leseeindruck, macht das Abschweifen und später Versiegen der Gedanken deutlich, ist hier also unverzichtbar. Bei keinem anderen Beitrag in diesem Wettbewerb ist die Formatierung des Textes so gelungen und so essentiell.
Freut mich, dass es mal jemand genauso erkannt hat, wie ich es mir gedacht habe.

Zitat:
Ziemlich entsetzt bin ich von dem Rechts- und Gerechtigkeitsverständnis, das mit dieser Geschichte porträtiert wird, was dem Text natürlich keinen Malus auflegt, mich aber daran erinnert, wie gerne ich in einer Gesellschaft ohne Todesstrafe lebe. Nicht weil ich vorhätte, jemanden umzubringen und deswegen um mein Leben fürchte, sondern weil die Todesstrafe inhuman und es darum eine der größten Leistungen einer Gesellschaft ist, sie zu ächten. Mir das in Erinnerung zu rufen in einem dafür eigentlich dessen komplett unverdächtigen Wettbewerb, das muss man erst mal können.
Auch das hast du genauso erfasst, wie es gedacht war. Entsetzen und in Erinnerung rufen, dass es nicht selbstverständlich ist, auf solche Barbarei zu verzichten. Und dadurch, dass ich den Text absichtlich nicht verortet habe, weder zeitlich noch räumlich, dass es in unserer Gesellschaft auch nicht zwingend ewig so bleibt. Wiedereinführung der Todesstrafe wird ja gelegentlich mal von einigen gefordert, und in Hessen steht sie soweit ich weiß sogar noch in der Landesverfassung und wird nur von der Bundesverfassung "overruled".

Zitat:
Gewünscht hätte ich mir noch einen größeren Bezug der Krabben auf den Rest. […] Die Krabben sind für mich eher Fremdkörper, die keinen Anknüpfungspunkt haben.
Meine Idee hier war zu zeigen, dass die Protagonistin aus eher ärmlichen Verhältnissen stammt, die Eltern vielleicht Fischer sind und die selbst gefangen haben, um ein besonderes Essen zu Weihnachten zu haben. Es gibt ja auch nur ein Geschenk, die Puppe eben, die tatsächlich eine Vorausdeutung auf das Kind sein sollte. Der Vergewaltiger mit seinem weißen Teppich (=teuer, pflegeaufwendig) stammt eben aus der Stadt und hat einen höheren sozialen Rang, weshalb sie auch nicht mit Selbstverteidigung durchgekommen ist. Meine Idee war, dass sie da gearbeitet hat, vielleicht als Putzkraft (weshalb sie an den Teppich denkt, für dessen Sauberkeit sie zuständig war) und der Typ sie nicht nur einmal vergewaltigt hat, sondern öfter (ist ja auch relativ unwahrscheinlich, von einem Mal Sex schwanger zu werden, wir haben für unser zweites Kind über ein Jahr gebraucht). Irgendwann konnte sie es nicht mehr aushalten und hat sich gewehrt. Vielleicht hätte ich das deutlicher rüberbringen können, aber ich fühlte mich von der (falsch verstandenen) Vorgabe, nur flüchtige Gedankenfetzen benutzen zu dürfen, sehr eingeschränkt.

Danke fürs Lesen und Kommentieren.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 01:42    Titel: Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Worauf ich hinauswollte, kannst du in meinem Erstkommentar nachlesen, wenn es dich interessiert.


Ich habe sogar schon gelesen, was du zu deinem Text erklärt hast. Und ich muss sagen, hättest du dich getraut das originale Bild mit in den Text zu nehmen, zu thematisieren was in China gerade passiert, und wäre dir das gelungen - das hätte meine Textwahrnehmung sehr wahrscheinlich komplett umgekehrt (zufällig habe ich daran sogar noch ein persönliches Interesse). Ich denke, es war keine gute Entscheidung, Zeitpunkt/Ort/Regime des Textes im Allgemeinen zu halten, da es ihn gerade dort belanglos scheinen lässt, wo vielleicht sein Potential gesteckt hätte.


Tja, so kann man irren. Ich dachte, wenn ich so intensiv von Innen schreibe, käme das ganze zu sehr als künstlich emotionalisierendes China-Bashing oder gar Propaganda rüber, und das wollte ich nicht. Todesstrafe ist ja auch ein generelles Problem menschlicher Gesellschaften und nicht nur auf China beschränkt, es war mir wichtiger, das Konzept an sich mit einem Kopfstoß in Frage zu stellen (bzw in Erinnerung zu rufen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass wir in Europa momentan davon ab sind), statt die Wahrnehmung auf ein spezielles Beispiel zu richten.

Ich dachte auch, diese in China angewendete Exekutionsmethode sei bekannter und der Leser käme selbst darauf, das Beispiel zu verorten (Reis mit Krabben als Festessen als weiterer Hinweis auf Asien), ohne dass ich das explizit und damit vielleicht propagandistisch tun muss.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 02:05    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Frau entbindet Kind, offenbar in Gefangenschaft, dann wird sie vom Todeskommando im Wald erschossen. Dreispaltig, ein SoC, eine Spalte direkte Rede, eine Spalte neutraler Erzähler/Regieanweisungen. Formal prima; die Idee, beide Anforderungen des Wettbewerbs zu erfüllen, das klappt hier hervorragend. Sperriger Text, der sich trotzdem gut lesen lässt, diesen Spagat bekommt nicht jeder Wettbewerbstext hin.
Danke, das fasse ich mal als Kompliment auf.

Zitat:
Inhaltlich ist die Geschichte in all ihrer Erbarmungslosigkeit kaum auszuhalten
Genau das war die Intention. Was Menschen auf der Welt einander antun, ist kaum auszuhalten, und das ist ja (wie in meinem Erstkommentar erklärt) keine aus der Luft gegriffene Fiktion, sondern etwas, das wirklich passiert.

Zitat:
und es bleibt der leise Verdacht, dass die Emotionen des Lesers nicht weniger gezielt gemolken werden als in der für diesen Wettbewerb so geschmähten U-Literatur.
Ich denke nicht, dass emotionales nur zur U-Literatur gehört. Ich habe als Schreiber versucht, mich in die letzten Gedanken im Leben einer Hingerichteten hineinzuversetzen, und das ist mir weiß Gott nicht leicht gefallen, auch emotional nicht. Um ehrlich zu sein, es hat mich ziemlich fertig gemacht, das zu schreiben und war auch ein emotionales Grenzexperiment, da Todesstrafe eins meiner Horrorthemen ist. Billige Effekthascherei sollte es bestimmt nicht sein.  

Zitat:
Ich fürchte, ich muss für die Form Federn geben – leider.
Tut mir leid, dass es bei dir so negativ ankam. Klar sind solche Experimente grenzwertig, aber ich finde es  auch wichtig, weil es ja eben keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir in einem Staat leben, wo man vor sowas geschützt ist. Zivilisation ist immer ein sehr fragiles Konstrukt und kann auch ganz schnell wieder kippen, wenn man vergisst, was man hat.
Hinrichtungen sind ein persönliches Horrorthema für mich, und trotzdem kann ich es nicht lassen, gelegentlich darüber zu schreiben. Und wenn ich das tue, versuche ich auch, all das rüberzubringen und weiterzugeben, was ich dabei empfinde. Tut mir wirklich leid, dir jetzt zum zweiten Mal damit starkes Unbehagen bereitet zu haben.
Trotzdem danke für die Punkte.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 02:28    Titel: Antworten mit Zitat

Tjana hat Folgendes geschrieben:
Die Bedeutung des Titels erkenne ich nicht. Der Fluss der Unterwelt – Dreistrom (die Hinrichtung geschieht per Schusswaffe) – weiß – vielleicht die Fliesen des Kreißsaales? Hmmm
Kannst du in meinem eigenen Kommentar zum Text nachlesen. Ich gebe zu, das war vielleicht zu schwierig, den Bezug zu erkennen, obwohl es einige doch geschafft haben, was mich überrascht hat. Ich hatte ja den Kommentar geschrieben, weil ich dachte, es erklären zu müssen.
Danke fürs Lesen und die Punkte.


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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 02:29    Titel: Antworten mit Zitat

Angst hat Folgendes geschrieben:
Wow. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wo der Text ist, der mich heftig durchschüttelt.
Und nun ist es der letzte, den ich hier lesen darf.
Eine gelungene Kombination aus innerem und neutralem Erzählen.
Hier tut sich ein heftiger Widerstreit auf: Zwischen kühler Realität und hitzigem Gedankenrasen.
Das ist sicher der Beitrag, der „theoterisch“ der interessanteste ist.
Und auch emotional eine Wucht.
Eine simple Idee, pointiert, treffend. Mitressend.

Gratulation! Das sind meine 12 Punkte.
Wow! Freut mich sehr, dass der Text bei dir angekommen ist. Danke für die Höchstwertung!

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BeitragVerfasst am: 22.01.2018 02:30    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.
Und dir danke für die vielen Punkte. Deine Gedanken dazu hätte ich trotzdem schon gerne gehört.

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