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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Ein ganz normaler Traum


 

 
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Niklas7
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 21.12.2017 23:31    Titel: Ein ganz normaler Traum eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

OK, das ist nun mein erster Text im Forum. Habe ihn eben mal versucht zu verfassen. Ist mein erster Text überhaupt, den ich außerhalb der Schule geschrieben habe. Er ist sehr kurz, ja, aber vielleicht liest ihn sich ja jemand mal durch und kann mir Kritik entgegenbringen. Wäre äußerst dankbar dafür!! Und viel Spaß beim Durchlesen!

Ein ganz normaler Traum...

Ich spürte mein Blut blitzschnell in den Kopf jagen. Meine rechte Kopfhälfte begann schlagartig zu glühen. Dem Gefühl eine Kanonenkugel abgefangen zu haben, schloss sich ein unverzüglich eintretender nebliger Schimmer in meinem Blick an, der durch ein starkes Schwindelgefühl unterstützt wurde. Das Anschwellen spürte ich sofort. Ein fleischiger, großer Mann hatte mir soeben mit eindrucksvoller Kraft seine Faust in die Wange gebohrt. Sein Gesicht durchzog eine lange Narbe entlang der Schläfe, die ihr Ende schließlich an einer Träne fand. Einer unter dem Auge tätowierten Träne. Er sah mich grimmig und vor Wut schnaubend an. >>Wenn Du nicht redest, fängst Du Dir noch eine!<<, sagte er mit rauer, düsterer Stimme, während mich die beiden Typen neben ihm zornig musterten. Die Arme verschrenkt, mitleidlos. Sie alle waren in schwarze Kluft gekleidet, mit schwarz-weißen Stoffaufnähern. Diverse Totenköpfe blickten mich an.
Dass hinter mir eine weitere Person stand, hörte ich am Schnauben und lautem Atmen. Volle Gewissheit erlangte ich, als die vierte Person bei Namen genannt wurde. Gnolle. Der Kerl, der mir den Schlag verpasste war wohl der Anführer meiner Entführer.
Sie hatten mich in ein irrsinnig großes Gebäude verschleppt. Und hier saß ich nun. In einer Lagerhalle. Hohe Decken. Hohe, große Fenster. Ich befand mich inmitten des Raumes, doch konnte nur nach vorn schauen. Arme und Beine waren gefesselt an einem wackelnden Stuhl. Sich umzudrehen stand außer Frage. Zu groß war die Furcht vor einem weiteren Schlag. Wie ich herkam und welche Verschwörung dahintersteckte, wusste ich nicht. Sicher war ich mir nur darüber, dass die Typen an Informationen wollen. >>Aber warum von mir?<<, fragte ich mich dutzendfach. Was würden diese gestandenen Männer schon von mir wollen. Von einem hageren, 18jährigen blonden Sohn einer deutschen Mittelstandsfamilie. Ich hatte doch nie etwas im Leben verbrochen.
Plötzlich lief mir ein eiskalter Schauer den Rücken hinab, als ich etwas Kühles am Hinterkopf spürte. Gnolle drückte mit gewaltigem Druck einen Revolver an meinen Schädel. Die Waffe drohte augenblicklich meinen Kopf zu durchbrechen. Da ich den Blick Richtung Boden richtete, erblickte ich aus dem Augenwinkel ein Nicken des großen Mannes vor mir. Mein Herz pochte lautstark. Ich kniff die Augen augenblicklich zusammen und betete. Dann ein markerschütternder Knall.

Schweißgebadet schreckte ich hoch. >>Alles nur ein Traum?<<, flüsterte ich ungläubig, nach links und rechts schauend. Ich spürte meine nackten Beine, die Decke wurde während des Traumes auf den Boden geschmissen. Mein graues T-Shirt war durchtränkt mit Schweiß. Eine eisige Winterbrise kitzelte meine Nase. Ich hatte das Fenster nicht geschlossen. Die Hände an der Matratze abstützend wollte ich aufstehen. Nässe. >>Oh verdammt, bitte nicht!<<, wimmerte ich leidig. Der unverkennbare, prägnante Geruch stieg mir in die Nase. Ich ertastete weitere Nässe auf der Matratze und eine brühende Hitze stieg in meinen Kopf. Vor Selbstscham strotzend sprang ich blitzartig auf, schaltete das Licht an und erblickte das Desaster. Es verschlug mir den Atem. Das letzte Mal lag doch schon sicher zehn Jahre zurück. Bestürzt blieb ich zitternd inmitten meines Zimmers stehen und schüttelte ungläubig den Kopf.
Ich zermarterte mir den Kopf über das Geschehene, den Vorfall und den Albtraum. Ein erneuter Schweißausbruch trat ein. >>Was, wenn das etwas zu bedeuten hatte?<<, murmelte ich in mich hinein. Der Typ für Aberglauben war ich wahrlich nicht. Dass Träume möglicherweise eine Vorausdeutung seien, hielt ich schon immer für Unsinn. Doch dieser war zu echt! Ich erinnerte mich im Detail an den hölzernen und leicht fischigen Geruch in der Lagerhalle, in der ich gefangen war.
Am nächsten Tag, so nahm ich es mir vor, würde ich allem näher auf den Grund gehen…

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Ginkgo
Abc-Schütze


Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 22.12.2017 10:28    Titel: Lebe Deinen Traum.... Antworten mit Zitat

Hallo Niklas7,
also eines kann ich schon einmal sagen: Die Geschichte macht mich neugierig auf die Erklärung, was hinter diesem Traum wohl stecken mag. Ich möchte auch darauf wetten, dass Du schon eine Idee dazu hast.
Ich finde, man merkt Deiner Geschichte an, dass sie Dir schon klar vor Augen stand und  - wie soll ich es beschreiben, dass sie aus Deiner Phantasie direkt und mühelos in Deine Finger geflossen ist. Ich sehe auch eine gewisse Tiefe, ein Potenzial darin und Du solltest auf jeden Fall weitermachen.
Über Grammatik, Form und Rechtschreibung will ich, fehlerbehaftet wie ich bin, lieber nicht sprechen.Ich hoffe, das enttäuscht Dich nicht zu sehr.
Liebe Grüße, Ginkgo
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Niklas7
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 22.12.2017 11:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast den Text durchzulesen und etwas Nettes zu schreiben @Gingko.
Ich habe schon eine Idee wie es weitergehen soll, jedoch denke ich, dass es noch zu früh ist eine komplette Geschichte zu schreiben. Stattdessen sollte ich lieber noch erst einmal kürzere Texte schreiben und üben inhaltlich authentischer zu wirken. Charaktere entwickeln, Szenen ansprechend zu verfassen etc.
Ich danke dir sehr für dein Feedback! Very Happy
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Selanna
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 434
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 22.12.2017 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Niklas7,

willkommen im Forum!
Als kleiner Tipp vorab: einen Text, den man „eben mal versucht zu verfassen“, und den man dann umgehend einstellt, der ist meistens nicht so gut wie einer, den man eine Nacht oder zwei oder mehr ruhen lässt und dann noch einmal selbst durchliest und dran feilt, bevor man ihn einstellt
Die Länge Deines Textes finde ich übrigens sehr sympathisch, den kann ich ohne große zeitliche Probleme durchsehen, also sehr kritikerfreundlich Daumen hoch

Bevor Du alle meine Anmerkungen in Deinem Text unten liest, möchte ich unbedingt noch voranstellen, dass es nur Anmerkungen sind. Das heißt, es ist eine Mischung aus persönlicher Meinung, Ideen, Vorschlägen, Assoziationen, von denen ich hoffe, sie könnten Dir helfen, Denkanstöße zu neuen Ideen oder ein Gefühl für Deinen künftigen potentiellen Leser geben. Ich versuche das möglichst umfassend zu machen, weil mir das Spaß macht (und weil ich, wenn ich schon mal die Zeit investiere, keine halben Sachen machen will), und so gut wie alles, was mir einfällt, schreibe ich hin. Deshalb heißt es nicht, nur weil jetzt viel grüne Schrift in Deinem Text steht, dass viel „falsch“ oder „schlecht“ ist, bitte nicht so verstehen. Ist alles nett und hilfreich gemeint smile

Zitat:
Ein ganz normaler Traum...

Ich spürte mein Blut blitzschnell in den Kopf jagen.

Das Bild finde ich nicht ganz gelungen. Du willst wohl das abgedroschenere „Das Blut schoss mir in den Kopf“ vermeiden, aber ich spüre mein Blut nie blitzschnell in einen Körperteil fließen, das Wort „blitzschnell“ verbinde ich nicht mit meinem Blutkreislauf. Dass Blut durch Venen und Adern jagt, kann man, denke ich, sagen. Aber kann man oder etwas „blitzschnell jagen“? Gibt es diese Kombination? Bin mir unsicher. Ich persönlich finde, es klingt ungelenk und holprig.
Zitat:
Meine rechte Kopfhälfte begann schlagartig zu glühen. von „blitzschnell“ zu „schlagartig“ wink das ist ein bisschen viel des Guten, oder? Das wär doch die Gelegenheit, das „blitzschnell“ im Satz davor zu streichen, dann ist die Schnelligkeit nicht überbetont und das „blitzschnell“ ist verschwunden Dem Gefühl Komma eine Kanonenkugel wie wärs mit der Ergänzung: mit dem Gesicht abgefangen zu haben, schloss sich ein unverzüglich blitzschnell, schagartig, unverzüglich … eines solltest Du mindestens streichen, zwei wären sogar noch besser, denke ich eintretender nebliger Schimmer in meinem Blick an, der durch ein starkes Schwindelgefühl unterstützt wurde.

Ehrliche Frage: Hattest Du schon mal einen Schimmer im Blick? Der Blick kann vernebeln, ja, aber kann die Sicht, die ich aus meinen Augen nach draußen habe, schimmern? Meine Augen können für die da draußen schimmern, vor Freude oder Tränen, aber hier sprichst Du ja von der Innensicht. Ist das möglich? Wie wär’s mit „schummerig“? Bin mir (mal wieder) nicht sicher, aber ich denke, das trifft’s doch eher, oder? Verschwommen wär die beste Alternative, glaube ich. Noch eine Frage: Kann ein Schwindelgefühl einen schimmernden Blick unterstützen? Ist es nicht so, dass das Schwindelgefühl die verschwommene Sicht noch verstärkt/steigert?
Zitat:
Das Anschwellen spürte ich sofort wenn Du schon davor einige tempolastigen Wörter gestrichen hast, macht sich das „sofort“ hier nicht allzu schlecht, ansonsten würde ich es wegkürzen. Ein fleischiger, großer Mann hatte mir soeben mit eindrucksvoller Kraft seine Faust in die Wange gebohrt Dass sich eine Faust in eine Wange bohrt, ist auch keine Standardformulierung, aber sie ist eindeutig und gut vorstellbar, somit finde ich sie gut! smile . Sein Gesicht durchzog eine lange Narbe entlang der Schläfe Wenn die Narbe nur entlang der Schläfe verläuft, durchzieht sie nicht sein Gesicht, sondern ist am Rand seines Gesichts, die ihr Ende schließlich an einer Träne fand. Einer unter dem Auge tätowierten Träne. Die Tränensequenz finde ich gelungen Daumen hoch Er sah mich grimmig und vor Wut schnaubend an. >>Wenn Du nicht redest, fängst Du Dir noch eine!<<, sagte er mit rauer, düsterer Stimme, während mich die beiden Typen neben ihm zornig musterten. Die Arme verschrenkt von „Schranke“, also „verschränkt“, würde ich sagen Embarassed, mitleidlos.

Wow, so viele Emotionen und Gefühlsäußerungen! Grimmig, vor Wut schnaubend (also so richtig mit bebenden Nasenflügeln?), düster, zornig, verschränkte Arme, mitleidlos. Wäre es ein Film, würde ich sagen, das ist Overacting. Und wenn Du genau hinsiehst, sind die Gefühlsäußerungen auch ein wenig widersprüchlich. Wenn zB die beiden Begleiter so zornig sind, stehen sie dann mit verschränkten Armen da? Wenn man die Arme verschränkt, geht man doch eher auf Distanz, man nimmt sich aus dem Geschehen raus, will nicht direkt involviert werden. Aber das ist nur mein Eindruck, mal sehen, was andere dazu noch schreiben
Zitat:
Sie alle waren in schwarze Kluft gekleidet, mit schwarz-weißen Stoffaufnähern. Diverse Totenköpfe blickten mich an. schön formuliert
Dass hinter mir eine weitere Person stand, hörte ich am Schnauben und lautem Atmen warum schnauft der so laut? In Aktion getreten ist er ja anscheinend noch nicht . Volle Gewissheit erlangte ich, als die vierte Person bei beim Namen genannt wurde. Gnolle. Der Kerl, der mir den Schlag verpasste da der Schlag vor der Erzählzeit (Präteritum) liegt: verpasst hatte; außerdem: Komma war wohl der Anführer meiner Entführer.
Sie hatten mich in ein irrsinnig großes wirklich? Nicht nur groß/riesig? Wenn irrsinnig groß  nicht von Bedeutung für den Plot ist, würde ich es bei groß oder meinetwegen riesig belassen Gebäude verschleppt. Und hier saß ich nun. In einer Lagerhalle. Hohe Decken. Hohe, große Fenster. Ich befand mich inmitten des Raumes, doch ich konnte nur nach vorn schauen. Arme und Beine waren gefesselt an einem wackelnden Stuhl gefesselt - ich kann grammatikalisch nicht begründen, warum ich den Satz umstellen würde, aber so erscheint er mir schöner, rhythmischer. Sich umzudrehen stand außer Frage. Zu groß war die Furcht vor einem weiteren Schlag gerade klang es noch, als wäre er durch Stuhlstellung und Fesseln nicht in der Lage, hinter sich zu blicken. Mit dem letzten Satz erweckst Du den Anschein, er könnte, traut sich aber nur nicht. Was ist der tatsächliche Grund, den Du haben willst? . Wie ich herkam und welche Verschwörung Ist es schon klar, dass es eine Verschwörung sein muss? Könnte der Ich an dieser Stelle nicht noch von Pech ausgehen? Falscher Ort zur falschen Zeit? dahintersteckte, wusste ich nicht. Sicher war ich mir nur darüber, dass die Typen an Informationen wollen. >>Aber warum von mir?<<, fragte ich mich dutzendfach. Was würden diese gestandenen Männer schon von mir wollen Was könnten diese Männer schon von mir wollen./? - duden.de beschreibt „gestanden“ mit „abgeklärt“, „kenntnisreich“, „professionell“. Passt dieses Adjektiv wirklich zu diesen Rockern? . Von einem hageren, 18jährigen mit Bindestrich: 18-jährigen blonden Sohn einer deutschen Mittelstandsfamilie

Berechtigte Frage. Warum haben sie sich keinen brünetten Sohn einer deutschen Mittelstandsfamilie geholt? wink Nicht böse gemeint, nur ein Scherz. Du willst hier unauffällig einige Infos über den Ich einbauen: Alter und Haarfarbe, sozialer Hintergrund. Der soziale Hintergrund passt hierher, weil er zeigt, dass der Ich wahrschl. keine Verbindung zu Rockern hat. Das Alter auch einigermaßen, weil das zeigt, dass der Ich wahrschl. noch keine großen Untaten auf seinem Kerbholz hat (naiv gedacht zumindest). Aber was sagt uns das blonde Haar? Blonde Männer eignen sich hervorragend zu Rocker-Größen, ich seh sofort Charlie Hunnam vor meinem inneren Auge wink Lange Rede, kurzer Sinn: Das „blond“ stört objektiv gesehen wahrscheinlich nicht, aber ich finde es an dieser Stelle unnötig und frag mich: was soll das jetzt? Macht blond ihn zu unschuldig, oder was? Das sagt aber schon Dein nächster Satz, dafür brauchst Du das „blond“ gar nicht.
Zitat:
Ich hatte doch nie etwas im Leben verbrochen.
Plötzlich lief mir ein eiskalter Schauer den Rücken hinab

„Plötzlich“ würde ich eher vorsichtig verwenden, das klingt einerseits schnell nach Schulaufsatz und andererseits ist es meistens überflüssig. Was hältst Du von: Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinab. Ohne das „Plötzlich“ hat es nicht weniger Aussage. Zudem wäre das Plötzliche eher das Kühle am Hinterkopf, nicht der Schauer, der ist ja mehr die Folge des plötzlichen Kühlen
Zitat:
als ich etwas Kühles am Hinterkopf spürte. Gnolle drückte mit gewaltigem Druck einen Revolver an meinen Schädel. Die Waffe drohte augenblicklich meinen Kopf zu durchbrechen.

Das ist unglaubwürdig. Frag mal jemanden, ob er Dir gegen den Hinterkopf drückt: Du kannst die Halsmuskeln anspannen und dagegen halten, aber, wenn der andere wirklich enorme Kraft besitzt, wird eher Dein Kopf bis aufs Brustbein sinken, als dass ein Revolver (ohne vorausgehenden Schlag) allein durch Druck den Schädelknochen durchbricht.
Zitat:
Da ich den Blick Richtung Boden richtete richtet der Ich den Blick auf den Boden? Oder ist sein Kopf, wie oben von mir überlegt, aufs Brustbein gedrückt worden?, erblickte ich aus dem Augenwinkel ein Nicken des großen Mannes vor mir. Mein Herz pochte lautstark Das „Pochen“ reicht, um das Gefühl zu verdeutlichen . Ich kniff die Augen augenblicklich Augenwinkel, Augen, augenblicklich: Wort(stamm)wiederholungen, statt augenblicklich bspw sofort zusammen und betete. Dann ein markerschütternder Knall. Du hast bisher nur vollständige Sätze, die Ellipse kommt mir hier vor wie ein Stilbruch. Ist dem so?

Schweißgebadet schreckte ich hoch. >>Alles nur ein Traum?<<, flüsterte ich ungläubig, nach links und rechts schauend. Ich spürte meine nackten Beine, die Decke wurde während des Traumes auf den Boden geschmissen der Traum war vor dem Aufwachen, also Vorzeitigkeit: war geschmissen worden. Da Du bisher keine Umgangssprache verwendet hast, würde ich hier geworfen oder gefallen schöner finden . Mein graues T-Shirt war durchtränkt mit Schweiß Wiederholung: Du hast schon erwähnt, dass er schweißgebadet ist . Eine eisige Winterbrise kitzelte meine Nase. Ich hatte das Fenster nicht geschlossen. Hier wäre es logisch, wenn Du noch erwähnst, dass ihn ziemlich friert Die Hände an der Matratze abstützend wollte ich aufstehen. Nässe. >>Oh verdammt, bitte nicht!<<, wimmerte ich leidig „leidig“ kenne ich nur in Verbindung mit einem Substantiv, wie etwa leidiges Problem. Ich denke nicht, dass diese Formulierung  von Dir hier funktioniert . Der unverkennbare, prägnante Geruch stieg mir in die Nase. Ich ertastete weitere Nässe auf der Matratze und eine brühende Hitze brütende Hitze und auch das wäre noch ungewöhnlich für die Kombination mit Kopf stieg in meinen Kopf. Vor Selbstscham Nur: vor Scham. Man schämt sich fast immer für sich selbst, das ist die Norm. Erst wenn es von der Norm abweicht und man sich für jemand anderes schämt, fügt man etwas hinzu: Fremdschämen strotzend strotzend hat immer mit etwas Kräftigem zu tun, man kann vor Kraft und Energie strotzen, aber nicht vor etwas Negativem wie Angst oder Scham sprang ich blitzartig auf man kann nicht langsam aufspringen, Du kannst das „blitzartig“ also weglassen, weil es schon in „Aufspringen“ drinsteckt , schaltete das Licht an und erblickte das Desaster. Es verschlug mir den Atem. Das letzte Mal lag doch schon sicher zehn Jahre zurück. Bestürzt blieb ich zitternd inmitten meines Zimmers stehen und schüttelte ungläubig den Kopf. WW
Ich zermarterte mir den Kopf WW über das Geschehene, den Vorfall und den Albtraum. Ein erneuter Schweißausbruch trat ein. >>Was, wenn das etwas zu bedeuten hatte?<<, murmelte ich in mich hinein. Der Typ für Aberglauben oder: Der abergläubische Typ war ich wahrlich nicht. Dass Träume möglicherweise eine Vorausdeutung seien oder: sein könnten , hielt ich schon immer für Unsinn. Doch dieser war zu echt gewesen. Er ist ja schon vorbei ! Ich erinnerte mich im Detail an den hölzernen und leicht fischigen Geruch in der Lagerhalle, in der ich gefangen war.
Am nächsten Tag, so nahm ich es mir vor, würde ich allem näher auf den Grund gehen…


Mir hat gefallen, dass sich nicht nur alles als Traum herausstellt, sondern auch noch als Art Trauma, das verschiebt unerwartet das ganze Bild, gleich mindestens eineinhalb Mal. Das ist gut! Das Thema ist spannend und unterhaltsam, ich konnte mich auch sehr gut in die Lage Deines Protagonisten einfühlen. Auch das ist gelungen.

Was Du zurücknehmen könntest (sogar solltest), sind die sehr häufigen Tempoverweise. Das wird schnell redundant und dann ist die Gefahr sehr groß, dass es nervig wird. Der Leser kann sich vorstellen, dass alles Schlag auf Schlag passiert und die Entführer sich nicht zwischendurch eine Tasse Tee kochen (überspitzt ausgedrückt). Auch bei Gefühlen lese ich einen gewissen Hang zur Überdramatisierung heraus. Du willst ja nicht, dass Dein Leser dann ein karikaturenhaftes Bild eines wild gestikulierenden und Grimassen schneidenden Rockers vor sich hat, den man nicht mehr ganz ernst nehmen kann. Lass die Taten der Rocker für sich sprechen. Wenn sie jemanden entführen, fesseln und schlagen, kann sich der Leser schon denken, dass sie nicht wie Honigkuchenpferde grinsen, da reichen dann wenige Hinweise auf Mimik und Gefühl völlig.
Dann habe ich ein paar kleinere Logikfehler entdeckt, die mich in einem Buch geärgert hätten. Auf Vorzeitigkeit solltest Du auch aufpassen, Du hast ein paar Mal nicht das richtige Tempus verwendet. Wenn Du den Text ein paar Tage vor dem Einstellen ruhen lässt, wären Dir vielleicht auch ein paar ungelenke Formulierungen und die Tempusfehler selbst aufgefallen, war ja nichts Dramatisches.

Insgesamt kein schlechter Einstand! Da kommen sicher noch einige Kommentare.

Liebe Grüße
Selanna


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Günter Leitenbauer
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BeitragVerfasst am: 22.12.2017 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Niklas,

Dein Stil kommt authentisch rüber, allerdings würde ich mir einige Dinge noch einmal genauer ansehen:

1. Du verwendest für meinen Geschmack zu viele abgedroschene Floskeln wie "eiskalter Schauer über den Rücken", etc.

2. Viele, viele Füllwörter. Sind wirklich alle nötig? Was geben sie dem Text (außer Länge)?

3. Adverben. Sol Stein sagt: Hüte dich vor Adverben. Und er hat recht. Meistens schaden sie dem Text mehr als sie ihm helfen.

4. Kommafehler.

LG und frohe Weihnachten!


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Günter
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AchimS
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Wohnort: Bayreuth


BeitragVerfasst am: 22.12.2017 15:33    Titel: Re: Ein ganz normaler Traum Antworten mit Zitat

Hi Niklas,

die Idee finde ich vom Pinzip her interessant. Jedoch ist mir der Schreibstil noch zu komplex - also mehr Worte als nötig. Dazu kommen einige Ausdrücke, die man vielleicht treffender bauen könnte. Ich gebe mal ein paar Beispiele:

Niklas7 hat Folgendes geschrieben:
Ein fleischiger, großer Mann hatte mir soeben mit eindrucksvoller Kraft seine Faust in die Wange gebohrt.


Das klingt so, als würde sich die Faust ganz langsam bewegen, mit dem Ziel Dein Gesicht zu quetschen. Sicherlich hat Dir der Typ einfach nur eine eingeschenkt, oder? Dann wäre etwas in der Richtung "krachend schlug seine Faust auf meinem Gesicht ein..." treffender...

Zitat:
Sie hatten mich in ein irrsinnig großes Gebäude verschleppt. Und hier saß ich nun.


Das klingt nicht nach Angst um das eigene Leben. Ich glaube, mir würde nicht auffallen, dass das Gebäude "irrsinnig" groß ist. Wenn man Angst um sein Leben hat, ist der Wahrnehmungsradius stark eingeschränkt. Der zweite Satz "Hier saß ich nun" klingt irgendwie drollig, drückt aber keine Angst aus.

Zitat:
Ich hatte doch nie etwas im Leben verbrochen.


Ich hatte noch nie im Leben etwas verbrochen.

Zitat:
Ich kniff die Augen augenblicklich zusammen und betete. Dann ein markerschütternder Knall.


Ich hoffe, das war kein Kopfschuss, sonst wäre es extrem unglaubwürdig, weil der Typ vorher den Anschein machte, als wollte er Dich ausquetschen. Und das überlegt er sich ja nicht in 15 Sekunden anders, richtig?

Dann "die Augen augenblicklich"...

Meiner Meinung nach kann man in actionreichen Szenen auch mal Verben in einem Satz weglassen, nicht aber bei dem letzten. Besser wäre m.E. "Ich hörte nur noch einen markerschütternden Knall."

Alles in Allem fehlt mir ein bisschen die Reife an dem Text. Die Idee finde ich interessant, da würde ich auch weiterlesen, wenn der Stil passt.

LG
Achim
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Niklas7
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 25.12.2017 23:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo @Selanna @AchimS @Günter Leitenbauer,
vielen Dank, dass Ihr solch konstruktive Kritik hinterlasst! Viele Punkte sind mir beim Durchlesen und Schreiben überhaupt nicht aufgefallen. Diese werde ich beim nächsten Mal definitiv beachten und ähnliche Fehler möglichst ausmerzen.
So etwa das mit der Überdramatisierung und teilweise Redundanz durch die Verwendung von zu vielen Begriffen der gleichen Art für z.B. Geschwindigkeit o.ä.
Lg und frohe Weihnachten
Niklas7
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