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[Der erste Satz] Eier und Speck

 

 
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Autor Nachricht
Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 272
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 03.11.2017 02:36    Titel: [Der erste Satz] Eier und Speck eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Als ich das Haus verließ, ahnte ich noch nicht, welchen schrecklichen Fehler ich begangen hatte. Dabei war es ein wirklich toller Abend. Gab zwar nur Dosenfraß, aber dann ist die Alte schnell auf der Couch eingeschlafen. Hab mich rausgeschlichen und bin ein paar Mal um den Block.
Traf den neuen Nachbarn, der aus Apartment Vier. Hat sich aufgeplustert wie ein Gockel. Hab ihm erstmal die Federn gerupft. Wird er nie wieder machen.
Danach brauchte ich etwas Vernünftiges zwischen den Beißerchen. Also zu Giovanni. Mann, der macht einfach die beste Pizza. Bin durch den Hintereingang direkt in die Küche, hab mir eine Tonno gekrallt und dabei fast die Pfoten verbrannt.
Giovanni ist eigentlich Türke. Er sagt, die Leute lieben das Klischee – hab’s gehört, als er draußen eine rauchen war – deshalb sagt er, er ist Italiener. Mir egal, seine Tonno ist klasse, und er zu fett, um mich zu kriegen.
In der Gartenanlage kratzte ich mir den Thunfisch von der Pizza - nur Deppen essen den Boden. Konnte meinetwegen der aus Apartment Vier haben, wenn er sich wieder aufgerafft hatte.
Ich überlegte gerade, ob ich eine Nachricht für meinen alten Kumpel dalassen sollte, da ging die kleine Rote vorbei und nahm mir die Entscheidung ab. Sie wackelte mit ihrem süßen Hinterteil vor mir her, doch als ich sie einholte, machte sie einen auf Rühr-mich-nicht-an.
Zieh deine Krallen wieder ein, Zuckerschnäuzchen.
Am Ende hat sie geschnurrt wie ein kleines Kätzchen.
Sie wollte, dass ich noch etwas bleibe. Aber die Nacht war jung und außerdem hatte mir ein Vögelchen gezwitschert, dass sich in dem verlassenen Haus in der Schusterstraße allerlei Ungeziefer traf. Und hey, was soll ich sagen, wenn sich die Ratten treffen, brauchen sie jemanden, der sie aufmischt!
Das war ein Spaß, hab erst aufgehört, als es wieder hell wurde. Eine Nacht, ganz nach meinem Geschmack.
Das etwas nicht stimmte, hätte mir gleich auffallen müssen, als ich zu Hause ankam. Die Alte briet Speck und legte mir drei dicke Scheiben auf den Teller.
Für dich, mein Guter.
Jetzt belohn ihn nicht auch noch, keifte ihr fetter Anhang.
Aber er kann doch nichts dafür.
So ein Unsinn, das ganze Haus stinkt, und gestern hat er auf meine Tastatur gemacht!
Oh ja, diese Nachricht war für ihn. Ich hoffte, er hatte direkt mit seinen Wurstfingern reingepatscht. Aber ich merkte, dass es vielleicht keine meiner besten Ideen war, die dicke Ader an seinem Hals pochte.
Die Alte stellte sich vor mich, aber er schob sie zur Seite und packte mich am Nacken.
Jetzt sitze ich hier in einer Box, warte darauf, dass sie mir die Klöten abschneiden, und heul mich bei einem stinkenden Chihuahua aus.
Keine Angst, mein Guter, du wirst gar nichts merken.
Die Alte hat gut reden.
Scheiße, ich wollte heute nochmal zu der kleinen Roten.
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1164



BeitragVerfasst am: 03.11.2017 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

lol
Klasse Geschichte!
Ich bin nicht gerade ein Fan von so grober Sprache, aber wie der Kater durch die Nacht läuft und sein Revier inspiziert mit allen Konsequenzen, ist schön anschaulich geschrieben.
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Muskat
Hobbyautor


Beiträge: 341



BeitragVerfasst am: 03.11.2017 10:45    Titel: Eier und Speck Antworten mit Zitat

Liebe Lilly,

 :lol:Deine Geschichte hat mich amüsiert.

Vorschläge:

Ich meine, du könntest die letzten drei Sätze weglassen und dort aufhören, als er dem Chihuahua die Ohren vollheult, oder sogar dort, wo er in der Box wartet.

Die Sprache passt, du könntest aber noch Kleinigkeiten ändern, also mehr in die Umgangssprache gehen. Bsp. Statt "etwas" das "was" wählen, nicht "ankam", usw. sondern einfache Worte wählen.

Gerne gelesen.

Liebe Grüße

Muskat
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 272
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 03.11.2017 21:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke @Stefanie
Hihi, wenn die Sprache zu dem Charakter passt, stört es mich nicht, wenn sie etwas grober wird. Dann macht es mir auch Spaß, so zu schreiben. Laughing

Liebe Muskat,
schön, dass dir die Geschichte gefällt.^^
Du hast recht, die Sprache könnte ich noch vereinfachen.
Über den Schluss denke ich auch noch einmal nach.

Liebe Grüße
Lilly
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Mara
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 134
Wohnort: Linz/Donau


BeitragVerfasst am: 04.11.2017 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lilly,

auch ich fand deine Geschichte sehr stimmig und habe sie gerne gelesen. Allerdings finde ich, dass die ersten beiden Sätze nicht zum Rest passen. Für mich klingen sie konstruiert, und passen vom Tonfall her nicht zur Erzählstimme des jungen Mannes.

Zwei Sachen sind mir noch aufgefallen:

„... Pizza - nur Deppen essen den Boden“.
Das finde ich problematisch, den damit nennst du vermutlich 99 Prozent (?) deiner Leser „Depp“ - nämlich alle jene, die den Pizzaboden essen.

„Danach brauchte ich etwas Vernünftiges zwischen den Beißerchen“. Müsste das nicht „... zwischen die Beißerchen“ heißen?

Liebe Grüße, Mara
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Muskat
Hobbyautor


Beiträge: 341



BeitragVerfasst am: 04.11.2017 12:17    Titel: Kater Antworten mit Zitat

Hallo Mara,

ich bin zwar nicht Lilly, doch will ich dich rasch auf etwas hinweisen.

Zitat:
„... Pizza - nur Deppen essen den Boden“.

Das finde ich problematisch, den damit nennst du vermutlich 99 Prozent (?) deiner Leser „Depp“ - nämlich alle jene, die den Pizzaboden essen.


Der Protagonist ist ein Kater. Seiner Meinung nach essen nur Deppen den Boden der Pizza.

Liebe Grüße

Muskat
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mokutro
Sonntagsschreiber


Beiträge: 25



BeitragVerfasst am: 04.11.2017 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss peinlicherweise gestehen, dass ich erst beim dritten Lesen begriffen habe, dass es um einen Kater geht (drei mal gelesen, weil mir der Text so sehr gefiel Wink).

Wobei ich die Geschichte unter der Annahme, dass es hier um Menschen (raubeinig, "Problemviertel") ginge, sogar noch lustiger finde.
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 272
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 04.11.2017 14:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mara,
der erste Satz entspringt nicht meiner Feder, er ist durch diese Schreibübung vorgegeben. Vielleicht kann ich ihn etwas biegen und den Übergang etwas passender gestalten. Ich lasse mir da etwas einfallen.
Mara hat Folgendes geschrieben:


„... Pizza - nur Deppen essen den Boden“.
Das finde ich problematisch, den damit nennst du vermutlich 99 Prozent (?) deiner Leser „Depp“ - nämlich alle jene, die den Pizzaboden essen.

Hier bin ich etwas verwirrt. Nicht ich sage, dass alle, die den Pizzaboden essen, Deppen sind, sondern mein Protagonist. Und hier hat Muskat ja schon angemerkt, dass es sich um einen Kater handelt. Ich denke also, man kann nachvollziehen, warum er eher den Belag bevorzugt, als den Boden. Laughing

Hallo mokutro,
ich habe natürlich gehofft, dass erst später klar wird, wer oder was der Protagonist ist, und Wörter wie Pfoten, Krallen, Ratten genau das beschreiben, was sie sind.
mokutro hat Folgendes geschrieben:
Wobei ich die Geschichte unter der Annahme, dass es hier um Menschen (raubeinig, "Problemviertel") ginge, sogar noch lustiger finde.

 Shocked Klar, aus Katersicht ist das ein hartes Ende, aber wenn ich es so betrachte, ist es doch echt heftig.

Du darfst den Text gerne noch ein paar Mal lesen. Laughing

Liebe Grüße
Lilly
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 272
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 04.11.2017 18:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Als ich das Haus verließ, hatte ich keine Ahnung, welchen verdammten Fehler ich gemacht hatte. Wer konnte auch wissen, dass diese Hohlbirne so überreagiert wegen einer Tastatur!
Dabei fing alles ganz normal an. Gab wiedermal nur Dosenfraß, aber dann ist die Alte schnell auf der Couch eingeschlafen. Hab mich rausgeschlichen und bin ein paar Mal um den Block.
Traf den neuen Nachbarn, der aus Apartment Vier. Hat sich aufgeplustert wie ein Gockel. Hab ihm erstmal die Federn gerupft. Wird er nie wieder machen.
Danach brauchte ich was Vernünftiges zwischen die Beißerchen. Also zu Giovanni. Mann, der macht einfach die beste Pizza. Bin durch den Hintereingang direkt in die Küche, hab mir eine Tonno gekrallt und dabei fast die Pfoten verbrannt.
Giovanni ist eigentlich Türke. Er sagt, die Leute lieben das Klischee – hab’s gehört, als er draußen eine rauchen war – deshalb sagt er, er ist Italiener. Mir egal, seine Tonno ist klasse, und er zu fett, um mich zu kriegen.
In der Gartenanlage kratzte ich mir den Thunfisch von der Pizza - nur Deppen essen den Boden. Konnte meinetwegen der aus Apartment Vier haben, wenn er sich wieder aufgerafft hatte.
Ich überlegte gerade, ob ich eine Nachricht für meinen alten Kumpel dalassen sollte, da ging die kleine Rote vorbei und nahm mir die Entscheidung ab. Sie wackelte mit ihrem süßen Hinterteil vor mir her, doch als ich sie einholte, machte sie einen auf Rühr-mich-nicht-an.
Zieh deine Krallen wieder ein, Zuckerschnäuzchen.
Am Ende hat sie geschnurrt wie ein kleines Kätzchen.
Sie wollte, dass ich noch bleibe. Aber die Nacht war jung. Außerdem hatte mir ein Vögelchen gezwitschert, dass sich in dem verlassenen Haus in der Schusterstraße allerlei Ungeziefer traf. Und hey, was soll ich sagen, wenn sich die Ratten treffen, brauchen sie jemanden, der sie aufmischt!
Das war ein Spaß, hab erst aufgehört, als es wieder hell wurde. Eine Nacht, ganz nach meinem Geschmack.
Zu Hause hätten bei mir gleich alle Alarmglocken bimmeln müssen. Die Alte briet Speck und legte mir drei dicke Scheiben auf den Teller.
Für dich, mein Guter.
Jetzt belohn ihn nicht auch noch, keifte ihr fetter Anhang.
Aber er kann doch nichts dafür.
So ein Unsinn, das ganze Haus stinkt, und gestern hat er auf meine Tastatur gemacht!
Oh ja, diese Nachricht war für ihn. Hoffentlich hatte er direkt mit seinen Wurstfingern reingepatscht. Aber ich merkte, dass es vielleicht keine meiner besten Ideen war, die dicke Ader an seinem Hals pochte.
Die Alte stellte sich vor mich, aber er schob sie zur Seite und packte mich am Nacken.
Jetzt sitze ich hier in einer Box, warte darauf, dass sie mir die Klöten abschneiden, und heul mich bei einem stinkenden Chihuahua aus.
Eins ist sicher, sobald wir wieder zu Hause sind, scheiß ich auf den neuen Teppich!
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Muskat
Hobbyautor


Beiträge: 341



BeitragVerfasst am: 05.11.2017 13:20    Titel: Lilly Antworten mit Zitat

Laughing  Ja, jetzt passt es gut.

Ein Kater mit Charakter und ein armer Teufel.

Liebe Grüße

Muskat
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 272
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 05.11.2017 22:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Laughing Danke @Muskat

So ein Katerleben ist nicht einfach.^^
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