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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Crime Against Nature Prolog und Intro


 

 
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DragobAttack
Geschlecht:männlichAbc-Schütze


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BeitragVerfasst am: 01.11.2017 02:01    Titel: Crime Against Nature Prolog und Intro eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Prolog
Es gibt in der Literatur die beiden Begriffe der Utopie und der Dystopie. Von Beginn an, entwarfen die Menschen Visionen ihrer Zukunft. Welten, in denen die Technologie alles Leiden verbannt hatte und Welten, in denen sie den Untergang brachte. Diese Welt lag irgendwo dazwischen.

Nachdem die Menschheit endgültig geeint war, brach sie in die Leere des Alls auf. Schnell lernten sie auf die harte Art, dass sie nicht allein waren. Die anderen nannten sich Skraa. Eine viel ältere, kriegerische Spezies. Wir hatten in ihrem Territorium gesiedelt und mussten die Konsequenzen tragen. Doch die Skraa wurden durch die Anpassungsfähigkeit der Menschen überrascht und so schafften wir es ihre Technologie zu stehlen und zu adaptieren. Dadurch artete der Krieg in einer Gewaltigen Materialschlacht aus, mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Gelöst wurde der Konflikt schlussendlich durch das gewaltsame eingreifen des "Rats der Herrscher" dem Zusammenschluss der Umgebenden Stellaren Reiche. Die Menschen wurden als Aufsteiger bewundert und großzügig in den Rat aufgenommen. Die Skraa wurden für ihr Verhalten verurteilt und hart Sanktioniert. Bis heute haben sich die Verhältnisse zwischen Kastalos, der Zentralwelt des Skraa Imperiums und Terra, der Zentralwelt der Terranischen Republik nicht vollständig entspannt. Doch auch innerhalb der Republik gab es Spannungen, die sie Schlussendlich zerrissen. Und dort stehen wir heute. Zwei Jahre nach einem Erfolgreichen Putsch, sind die Zeiten des Wohlstands und des Friedens vorbei. Kurz darauf erklärten die Humanoiden Vogel Spezies Sil und Feris zusammen mit über 50 weiteren Systemen ihre Unabhängigkeit und formierten sich gemeinsam als Wing Alliance neu. Weitere Systeme verloren wir an die "Freien Völker", einem losen Verbund von Welten, die sich die Persönliche Freiheit als höchstes Ziel gesetzt hatten. Selbst unsere einst so guten Beziehungen zum Königreich der Keetz, einer katzenartigen Humanoiden Spezies, verschlechterten sich rapide. Kleinere Rebellionen brachen im ganzen Herrschaftsgebiet der Menschen aus. Doch alle wurden Niedergeschlagen.

Und am härtesten trifft es die schwächsten. Die Zeiten der Freiheit und Offenheit hatte den Erfindungsgeist angestachelt. Universal Echtzeit Übersetzter hoben die Kommunikations Grenzen der Verschiedenen Völker auf und bald begann auch die Vermischung dieser. Die Hybriden, künstlich erschaffene Mischlinge, in Laboren gezüchtet, mischten bald das Straßenbild der Mega Cities. Sie waren neu, sie waren anders. Beides Dinge, die Gesellschaften hassten. So wurde erst versucht Sie klein zu reden. "Das ist nur eine Mode Erscheinung" oder "Die werden bald wieder verschwinden" waren typische Sätze. Doch sie blieben und wurde sogar mehr. Geblendet von ihrer Angst, setzten ihre Feinde Gerüchte in die Welt. "Die normalen Spezies werden bald aussterben, wenn wir nichts unternehmen.", "Sie verbreiten Krankheiten" oder ähnlich Unhaltbare Aussagen, zeigten dennoch ihre Wirkung. Sie schürten die schon vorhandene Angst und Unsicherheit, und jede neue "wissenschaftliche" Studie, genauso wie jede stumpfes Propaganda Spam, zeigte seine Wirkung. Die Politik sah stillschweigend zu, Symbolisieren die Hybride doch jene Werte, die die sie verachteten. Und in diesem Pool der Korruption, des Hasses und Gewalt, versuchen einige wenige doch irgendwie Gerechtigkeit walten zu lassen.

Intro
Der Gleiter näherte sich langsam dem Lagerhaus. Es befand sich auf Ebene 12, tief unter den Wohngebieten, sogar unter den meisten Slums. Diese hatten sich in den letzten Monaten weiter nach oben bewegt und hatten die Untersten Ebenen verdreckt und vermüllt zurückgelassen. Die Umgebung wurde durch die Lampen und Leuchtreklamen der Oberstadt in ein fahles Licht getaucht. Das große graue Gebäude lag am Boden einer der Schluchten zwischen zwei Kilometer hohen Türmen. Seit dem Umsturz hatte sich die Stadt dramatisch verändert. Ehemalige Mittelstands Gebiete waren von den Slums einverleibt worden, laut den meisten Meinungen mit Nachhilfe der Regierung. Denn diese unternahm nicht nur nichts, sondern zog sogar aktiv Öffentliche Dienste, wie Polizei oder Müllentsorgung aus diesen Gebieten zurück. Das Geld wurde lieber in den Ausbau der Oberen Ebenen Investiert, wo zurzeit unzählige große Luxus und Business Gebiete im Eiltempo errichtet wurden. Doch diese befanden sich drei Kilometer höher. Der Gleiter flog durch den Regen auf das blaue Aufblitzen zweier Warnleuchten zu, die durch den Schleier drangen.

Er landete wenige Meter von den Silhouetten zweier Polizeiwägen entfernt. Unsicher verließ der Keetz-Mensch Hybrid das bequeme innere des Gleiters und näherte sich dem nächsten Polizeibeamten. Schon nach wenigen Schritten hing sein orangenes Fell triefend an ihm herab und das obwohl der dünne Kunststoffmantel ihm vor dem meisten Schützte. Er hatte blondes kurzes Haar und gelbe Augen. Die sonst schlitzförmigen Pupillen seiner Katzenaugen waren große schwarze Abgründe, geöffnet um jedes Detail dieses Drecklochs wahrzunehmen, trotz des fahlen Lichts. Die hohen Türme verhinderten, dass die Feuchtigkeit nach oben abziehen konnte und das führte dazu, dass es hier unten ständig unangenehm Regnete, was mit Sammlern zwar zu verhindern wäre, aber auch Geld gekostet hätte, das die aktuelle Regierung niemals in die "Verlorenen Bezirke" investiert hätte. Und so moderte die Basis der Stadt vor sich hin, während sie immer weiter in die Höhe wuchs.
***

Der Hybrid hatte die Polizeiabsperrung erreicht und schritt durch die Blau schimmernde Barriere, die den Bereich vor dem Eingang der Lagerhalle sicherte. Ein kurzer Warnton erklang und zwei Polzisten, ebenfalls in Regenmäntel gehüllt, wandten sich dem Neuankömmling zu. "Schau mal, das Büro hat uns einen modernen Bürger vorbei geschickt." konnte der Hybrid einen der Beiden Polizisten sagen hören. "Die da oben machen sich halt einen Spaß draus, uns zu ärgern.", erwiderte der andere. "Eine Schande, dass die immer noch welche von denen Beschäftigen. Es gibt bestimmt genug andere für den Job." Dann war der Hybrid nur noch wenige Meter entfernt und die Männer verstummten. "Ich bin Detektive Sascha DeTiris vom CID." Das "Captiol City Center Crime Investigation Department", "kurz" CCCCID, oder einfach CID, war für alle schwereren Verbrechen im Zentrum der Hauptstadt zuständig und hatte seinen Sitz im zwischen der 150. und 160.Ebene des Worldgatetowers . Ein dritter Polizist trat an ihn heran. Keine Begrüßung. Ein kühler abschätzender Blick. "Wir haben sechs Tote, ziemlich bunter Haufen. Zwei Terraner, eine Skraa, zwei Keetz und einen Feris. Sie alle wurden..." Er hielt kurz inne. "Sie alle wurden übel zugerichtet. Mehrfache tiefe Wunden. Vermutlich verursacht durch einen spitzen Gegenstand, ohne Schneide. Zusätzlich schwere Verbrennungen, vermutlich durch eine Plasmawaffe."

Der Hybrid trat wortlos an dem Polizisten vorbei und betrat die Lagerhalle. Seine Katzenaugen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt, trotzdem schaltete er seine Implantate dazu. Es dauerte einen kurzen Augenblick, dann erhellte sich seine Sicht und grauenhafter Anblick zeigte sich. Die Leichen lagen im gesamten Raum verteilt. Jede in einer großen Blutlache. Ein Overlay blendete sich über sein Sichtfeld und begann Informationen der über Hundert Sensoren auszuwerten, die der Hybrid an seiner Kleidung trug, oder direkt in seinen Körper implantiert waren. Alle Daten wurden Gesammelt und beim nächsten Netzkontakt an das Büro gesendet. Leider konnte er ohne Verbindung die Daten nicht direkt mit der Polizeidatenbank abgleichen. So erhielt er nur grundlegende Informationen. Doch vor allem die Schnittwunden fielen ihm ins Auge. Die Ränder waren nicht Glatt, sondern aufgerissen. Also tatsächlich keine Schneide, vielleicht Klauen... Der Scanner konnte DNA Rückstände in der Wunde feststellen, die nicht vom Opfer stammten. Er scannte noch die anderen Leichen. Sie hatten großflächige schwere Verbrennungen, eindeutig Wunden von Plasmawaffen. Diese verschossen ein Projektil aus Gas, das so stark erhitzt wurde, dass es in den Zustand eines Plasmas überging. Während des Flugs wird es durch ein Magnetfeld zusammengehalten, zerstäubt aber beim Auftreffen auf einen Festkörper. Dabei verteilt es sich großflächig und führt zu schwersten Verbrennungen. Es war nicht sonderlich schwer auf dem Schwarzmarkt an eine solche Waffe zu kommen. Der Hersteller LunaArms vertrieb seit geraumer Zeit eine handliche Plasma-Pistole für den privaten Endkunden. Es waren inzwischen vermutlich Millionen davon im Umlauf. Doch die DNA Rückstände waren ein wichtiger Hinweis. Den Hybriden störte eines: Hatte der Täter tatsächlich auch seine eigenen Klauen benutzt, um einige diese Leute zu töten? Der Täter war ein guter Kämpfer, vermutlich sogar Professionelle Ausbildung, bewaffnet mit einer effektiven Schusswaffe. Und trotzdem kämpfte er auch mit den eigenen Klauen, ohne Handschuhe. Ein großes Risiko. Also hatte die Tat einen Emotionalen Hintergrund... Er wollte diese Personen mit bloßen Händen töten!

Enttäuscht verließ er die Lagerhalle. Alles sah so vielversprechend aus. Ein Professioneller Killer auf einem Rachefeldzug. Doch durch den Fehler DNA zurück zu lassen, würden sie ihn bald haben. War er nicht in der Datenbank, würde er beim nächsten Einkauf, bei der nächsten Nutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem nächsten passieren eines Kontrollpunkts identifiziert werden. Der Detektiv konnte schon mal mit der Bürokratie beginnen, während das Polizeinetz seinen Täter suchte. Also machte er sich auf den Weg zum CiD Hauptquartier. Sein Gleiter stieg aus der Dunkelheit hinaus, dem Licht der Oberstadt entgegen.

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Pickman
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BeitragVerfasst am: 01.11.2017 12:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hi DragobAttack,

das sieht doch schon mal ganz gut aus.

Zu nörgeln gibt es immer. Hier meine nicht abschließende Liste:

1. Mein erster Gedanke war: "Prolog, Intro - wann fängt endlich die Geschichte an?" Nimm den Prolog aus der Geschichte und füge die darin enthaltenen Informationen später in leicht verdauliche Häppchen zerteilt an verschiedenen Stellen wieder ein. Mach aus den Intro das erste Kapitel; denn hier scheint es loszugehen.

2. Mache dich mit den Regeln für Zusammen- und Getrenntschreibung vertraut und wende sie an. Sonst bleiben Sätze wie dieser für Leser wie mich unverständlich: "Kurz darauf erklärten die Humanoiden Vogel Spezies Sil und Feris zusammen mit über 50 weiteren Systemen ihre Unabhängigkeit und formierten sich gemeinsam als Wing Alliance neu."

Cheers,

Pickman
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DragobAttack
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Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 01.11.2017 12:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Pickman hat Folgendes geschrieben:
Hi DragobAttack,

das sieht doch schon mal ganz gut aus.

Zu nörgeln gibt es immer. Hier meine nicht abschließende Liste:

1. Mein erster Gedanke war: "Prolog, Intro - wann fängt endlich die Geschichte an?" Nimm den Prolog aus der Geschichte und füge die darin enthaltenen Informationen später in leicht verdauliche Häppchen zerteilt an verschiedenen Stellen wieder ein. Mach aus den Intro das erste Kapitel; denn hier scheint es loszugehen.

2. Mache dich mit den Regeln für Zusammen- und Getrenntschreibung vertraut und wende sie an. Sonst bleiben Sätze wie dieser für Leser wie mich unverständlich: "Kurz darauf erklärten die Humanoiden Vogel Spezies Sil und Feris zusammen mit über 50 weiteren Systemen ihre Unabhängigkeit und formierten sich gemeinsam als Wing Alliance neu."

Cheers,

Pickman


Danke für das Feedback, hab mir schon länger überlegt das ganze umzubauen und dein Kommentar hat mich dabei bestärkt. Also ab ans Schreibprogramm
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DragobAttack
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Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 01.11.2017 12:59    Titel: Neuer Einstieg pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier eine neue Version des Anfangs. Den Prolog habe ich auf anraten gestrichen.

Der Gleiter näherte sich langsam dem Lagerhaus. Es befand sich auf Ebene 12, tief unter den Wohngebieten, sogar unter den Meisten Slums. Diese hatten sich in den letzten Monaten weiter nach oben bewegt und hatten die Untersten Ebenen verdreckt und vermüllt zurückgelassen. Die Umgebung wurde durch die Lampen und Leuchtreklamen der Oberstadt in ein fahles Licht getaucht. Das große graue Gebäude lag am Boden einer der Schluchten zwischen zwei Kilometer hohen Türmen. Seit dem Umsturz hatte sich die Stadt dramatisch verändert. Ehemalige Mittelstands Gebiete waren von den Slums einverleibt worden, laut den meisten Meinungen mit Nachhilfe der Regierung. Denn diese unternahm nicht nur nichts, sondern zog sogar aktiv Öffentliche Dienste, wie Polizei oder Müllentsorgung aus diesen Gebieten zurück. Das Geld wurde lieber in den Ausbau der Oberen Ebenen Investiert, wo zurzeit unzählige große Luxus und Business Gebiete im Eiltempo errichtet wurden. Doch diese befanden sich drei Kilometer höher. Scheinbar unerreichbar. Der Gleiter flog durch den Regen auf das blaue Aufblitzen zweier Warnleuchten zu, die durch den Schleier drangen.

Er landete wenige Meter von den Silhouetten zweier Polizeiwägen entfernt. Unsicher verließ der Keetz-Mensch Hybrid das bequeme innere des Gleiters und näherte sich dem nächsten Polizeibeamten. Schon nach wenigen Schritten hing sein orangenes Fell triefend an ihm herab und das obwohl der dünne Kunststoffmantel ihm vor dem meisten Schützte. Er hatte orangenes kurzes Haar und gelbe Augen. Die sonst schlitzförmigen Pupillen seiner Katzenaugen waren große schwarze Abgründe, geöffnet um jedes Detail dieses Drecklochs wahrzunehmen. Die hohen Türme verhinderten, dass die Feuchtigkeit nach oben abziehen konnte und das führte dazu, dass es hier unten ständig unangenehm Regnete. Dies wäre zwar mit Sammlern zu verhindern, würde aber auch Geld gekosten. Geld das die aktuelle Regierung niemals in die "Verlorenen Bezirke" investiert hätte. Und so moderte die Basis der Hauptstadt vor sich hin, während sie immer weiter in die Höhe wuchs.

Der Hybrid hatte die Polizeiabsperrung erreicht und schritt durch die Blau schimmernde Barriere, die den Bereich vor dem Eingang der Lagerhalle sicherte. Ein kurzer Warnton erklang und zwei Polzisten, ebenfalls in Regenmäntel gehüllt, wandten sich dem Neuankömmling zu. "Schau mal, das Büro hat uns einen modernen Bürger vorbei geschickt." konnte der Hybrid einen der Beiden Polizisten sagen hören. "Die da oben machen sich halt einen Spaß draus, uns zu ärgern.", erwiderte der andere. "Eine Schande, dass die immer noch welche von denen Beschäftigen. Es gibt bestimmt genug andere für den Job." Dann war der Hybrid nur noch wenige Meter entfernt und die Männer verstummten. "Ich bin Detektive Sascha DeTiris vom CID." Das "Captiol City Center Crime Investigation Department", "kurz" CCCCID, oder einfach CID, war für alle schwereren Verbrechen im Zentrum der Hauptstadt zuständig und hatte seinen Sitz im zwischen der 150. und 160.Ebene des Worldgatetowers . Ein dritter Polizist trat an ihn heran. Keine Begrüßung. Ein kühler abschätzender Blick. "Wir haben sechs Tote, ziemlich bunter Haufen. Zwei Terraner, eine Skraa, zwei Keetz und einen Feris. Sie alle wurden..." Er hielt kurz inne. "Sie alle wurden übel zugerichtet. Mehrfache tiefe Wunden. Vermutlich verursacht durch einen spitzen Gegenstand, ohne Schneide. Zusätzlich schwere Verbrennungen, vermutlich durch eine Plasmawaffe."
***

Der Hybrid trat wortlos an dem Polizisten vorbei und betrat die Lagerhalle. Seine Katzenaugen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt, trotzdem schaltete er seine Implantate dazu. Es dauerte einen kurzen Augenblick, dann erhellte sich seine Sicht und grauenhafter Anblick zeigte sich. Die Leichen lagen im gesamten Raum verteilt. Jede in einer großen Blutlache. Ein Overlay blendete sich über sein Sichtfeld und begann Informationen der über Hundert Sensoren auszuwerten, die der Hybrid an seiner Kleidung trug, oder direkt in seinen Körper implantiert waren. Alle Daten wurden Gesammelt und beim nächsten Netzkontakt an das Büro gesendet. Leider konnte er ohne Verbindung die Daten nicht direkt mit der Polizeidatenbank abgleichen. So erhielt er nur grundlegende Informationen. Doch vor allem die Schnittwunden fielen ihm ins Auge. Die Körper der Terraner waren mit Tiefen Schnitten übersäht. Die Ränder waren nicht Glatt, sondern aufgerissen. Also tatsächlich keine Schneide, vielleicht Klauen... Der Scanner konnte DNA Rückstände in der Wunde feststellen, die nicht vom Opfer stammten. Er scannte die anderen Leichen. Die schlanke, grün geschuppte Skraa slag einige Meter abseits, ihr Körper wies keine Schnitte auf, dafür klaffte in ihrer eine große Wunde und das darunter liegende Fleisch war schwarz verbrannt. Das gleiche Bild zeigte sich bei den beiden Keetz. Das orangene Fell der Katzen um die Wunden herum verbrannt und es stiegen noch immer feine Rauchfäden auf. Zu guter letzte gelangte er zu dem Feris. Der Vogel Humanoide lag zusammen gekauert in einer Ecke des Raums. Scheinbar hatte er versucht sich vor dem Angreifer zu verstecken. Das verbrannte rote Gefieder des Vogels zeigte, dass seine Taktik wohl nicht aufgegangen war. Der Detektiv zog erste Schlüsse. Die Wunden stammte eindeutig von Plasmawaffen. Die Projektile aus extrem heißen Gas, die diese verschossen verteilten sich beim einschlag großflächig und fraßen sich in das Ziel. Es war nicht sonderlich schwer auf dem Schwarzmarkt an eine solche Waffe zu kommen. Der Hersteller LunaArms vertrieb seit geraumer Zeit eine handliche Plasma-Pistole für den privaten Endkunden. Es waren inzwischen vermutlich Millionen davon im Umlauf. Doch die DNA Rückstände waren ein wichtiger Hinweis. Den Hybriden störte eines: Hatte der Täter tatsächlich auch seine eigenen Klauen benutzt, um einige diese Leute zu töten? Der Täter war ein guter Kämpfer, vermutlich sogar Professionelle Ausbildung, bewaffnet mit einer effektiven Schusswaffe. Und trotzdem kämpfte er auch mit den eigenen Klauen, ohne Handschuhe. Ein großes Risiko. Also hatte die Tat einen Emotionalen Hintergrund... Er wollte diese Personen mit bloßen Händen töten!

Enttäuscht verließ er die Lagerhalle. Alles sah so vielversprechend aus. Ein Professioneller Killer auf einem Rachefeldzug. Doch durch den Fehler DNA zurück zu lassen, würden sie ihn bald haben. War er nicht in der Datenbank, würde er beim nächsten Einkauf, bei der nächsten Nutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem nächsten passieren eines Kontrollpunkts identifiziert werden. Innerhalb der Grenzen der Republik war es schwer sich zu verstecken und hier, in ihrem Herz, der Haupstadt nahezu unmöglich. Der Detektiv konnte schon mal mit der Bürokratie beginnen, während das Polizeinetz seinen Täter suchte. Also machte er sich auf den Weg zum CiD Hauptquartier. Sein Gleiter stieg aus der Dunkelheit hinaus, dem Licht der Oberstadt entgegen.
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DragobAttack
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BeitragVerfasst am: 01.11.2017 14:05    Titel: Kaptitel 1 Ermittlung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kapitel 1 Ermittlung

Im Fundament, über einen Kilometer tiefer, hinkte eine Gestalt durch die dunklen Gassen. Ein grauer Mantel verdeckte seinen Körper. Einzig ein Arm, der den Mantel festhielt, war sichtbar. Die Grünen Schuppen eines Skraa zierten seine Oberfläche, am Rand schimmerte jedoch Stellenweise blasses Rosa von der Menschlichen Haut durch, die die Unterseite bedeckte. Hoffentlich hatte sein Kontakt ihm keinen Scheiß erzählt, denn ihn erneut Fragen würde sich als reichlich schwierig herausstellen. Wie lange es wohl dauern würde, bis die Polizei die Leichen fand? Es war alles aus dem Ruder gelaufen. Doch wenn die Informationen stimmten, konnte er hier wenigstens untertauchen. Ein leises Piepsen seines Armbands riss ihn aus seinen Gedanken. Er hatte sein Ziel erreicht. Vor ihm lag ein kleines Gebäude aus Beton. Neben dem Eingang hatten sich früher wohl Fenster aus buntem Glas befunden. Von diesen waren nur noch kleine Splitter in den Fensterrahmen geblieben. Die leeren Rahmen waren von innen mit Metallplatten verschlossen worden. Über der Tür hing ein Kreuz aus Edelstahl. Die Enden waren verbogen, als hätte jemand versucht daran hinauf zu klettern. Der Hybrid betrat die Kirche. Die Schritte seiner schweren Schuhe auf dem Betonboden, wurde von den Wänden zurück geworfen und klangen in der Stille der Kirche, fast schmerzhaft laut. Der Pfarrer verstummte und die Kirchenbesucher wandten sich dem Neuankömmling zu. Eine bunte Mischung aus Federn, Schuppen und Haut in verschiedensten Farben wurde sichtbar. Viele Gesichter die sich zu ihm drehten, sahen krank aus, blass und abgezehrt. Der Neuankömmling schlug seine Kapuze zurück. Darunter kam kurzes schneeweißes Haar zum Vorschein. Seine Haut war bleich und eine gespaltene Zunge zuckte nervös über die Lippen. Trotzdem lächelte er den Kirchengästen zu. Er war unter seines gleichen. Der Skraa-Hybrid nahm auf einer Bank in der letzten Reihe Platz, dabei spürte er die wohl bekannte Präsenz seines stetigen Begleiters. Während der Pfarrer weiter Predigte, rief der Hybrid über ein Armband Daten ab. Straßenpläne, Energienetze, Verkehrswege. Dabei lag ihm das Flüstern seines Begleiters im Ohr. In drei Tagen würde ein großes Ereignis stattfinden. Und er war sich sicher, dass sich ihm dort eine Möglichkeit auftat seinen Zielen einen Schritt näher zu kommen. Bis dahin würde er wohl hierbleiben können. Nach der Predigt trat er an den Pfarrer heran. Er war ein älterer glatzköpfiger Terraner, ein grauer Ansatz hatte bereits begonnen an seinen Haaren zu nagen. Der Hybrid spürte tiefsten Respekt gegenüber diesem Mann, der Versuchte diese kleine Gruppe Menschen in dieser Hoffnungslosen Welt Halt zu geben und zu beschützen.

Die schlanke Gestalt des Gleiters stieg aus dem Dunkeln der Unterstadt auf und reihte sich in den Verkehrsstrom ein, der sich endlos zwischen den Megawolkenkratzern zog, die in den Dunklen Nachthimmel ragten. Kaum hatten die Implantate des Hybriden sich mit dem Netz der Stadt verbunden, prasselten die Informationsströme auf ihn ein. Die DNA der Opfer wurden mit der Polizeidatenbank abgeglichen. Er wischte die Profile der Opfer zur Seite, wo sie sich als kleine Icons aufreihten. Für jedes der Opfer existierten nur die absoluten Basis Daten. Sie waren alle unauffällig. Keiner von ihnen hatte irgendwelche Vorstrafen. Auch hatte das System zwischen den Opfern keine offensichtliche Verbindung finden können. Viel interessanter war die Analyse der Spuren aus den Wunden. Doch für diese erhielt er keine Ergebnisse. Er lächelte, wobei er seine scharfen Reißzähen entblößte, dieser Fall würde wohl doch nicht so einfach werden. Die Silhouetten des Worldgate Towers ragte vor der Frontscheibe des kleinen Fluggefährts auf. Der Hybride landete seinen Gleiter im Hangar des Cid. Große Teile des Parkdecks standen leer, nur eine Reihe privater Gleiter und einige wenige Polizeigleiter für Streifen. "Verdammte Sparmaßnahmen", schoss es ihm durch den Kopf. Früher hatte des CiD eine stolze Flotte von 50 eigenen Patrouillen und 20 weiteren Transportern gehabt. Seit der Neuverteilung der Polizeiresourcen, war diese auf knapp ein Viertel geschrumpft. Jetzt musste für jede größere Aktion zusätzliche Ressourcen, meist von privaten Sicherheitsdienstleistern, angefordert werden. Durch eine Sicherheitsschleuse gelangte man in die Lobby. Auch dort hatte sich einiges Verändert. Die Theke, hinter der früher eine Blau gefiederte Feris gestanden und jedem freundlich Auskunft gegeben hatte, war einem schlichten Terminal gewichen. "Gute Tag, Detektive DeTiris." begrüßte ihn die Holografische Darstellung einer Terranerin. Er beachtete sie nicht. Als sich die Tür zum Präsidium öffnete, schlug ihm lauter Lärm entgegen. Trotz des verringerten Personals, oder wohl ehr genau deswegen, war im Büro die Hölle los. Die Gänge waren voller Leute, die mit Tablett-PCs, Datenspeichern, Beweiskisten und Kaffeetassen durch das Büro stürmten. Er kämpfte sich einen Weg zu einem Terminal durch. Diese standen in extra Räumen für freie Ermittler. Unterwegs kamen ihm mehrere Kollegen entgegen, alle sahen gestresst aus. "Lässt du dich auch mal wieder blicken?" oder ähnliche Kommentare waren oft deren Reaktion. Er hatte gerade einen mehrwöchigen Zwangsurlaub hinter sich. "Die haben dich doch nicht rausgeschmissen?" war eine weitere Reaktion, die er noch mehrfach, so oder so ähnlich, zu hören bekam. Die Daten seines Körpernetzes hatten sich bereits mit dem Polizeisystem synchronisiert. Doch was sollte er jetzt machen. Die einzige Spur die er hatte, war die DNA-Probe vom Tatort und diese brachte kein Ergebnis. Oder etwa doch? Ein einziges Ergebnis blinkte auf. Die Probe stimmte zu 79% mit einer Probe eines doppelten Mordes von vor 3 Jahren überein. Er lächelte. Dann tauchte eine weitere Meldung auf. Die weitere Analyse hatte ihm ein grobes Täterprofil gegeben. Der Täter war männlich. Ein Terraner Skraa Hybrid, wobei die terranischen Merkmale überwiegten. Er tat ihm fast leid. Dieser Hybrid war keine besonders saubere Arbeit. Höchstwahrscheinlich illegal produziert. Das Hybriden züchten, war eine nicht zu verachtende Kunstform. So gab es viele unsaubere Hybriden, die im ständigen Kampf mit ihrem eigenen Körper lagen, sogar manche Legal produzierten hatten Probleme, und mussten regelmäßig Medikamente nehmen, um zu verhindern, dass ihr Körper sich selbst zerstörte. Unten in den Slums gab es tausende unsaubere Hybriden, die langsam vor sich hinsiechten, oder kriminell wurden, um irgendwie das Geld zusammen zu bekommen, um sich eine Dosis lebensrettendes „Genfix“ leisten zu können. Die wenigen öffentlichen Ausgabestellen waren in den letzten Jahren immer mehr verkommen und hatten inzwischen fast alle geschlossen worden. Der illegale Handel boomte und der Hersteller T-Genetics machte Milliarden. Der Täter würde wohl nicht eine der verbliebenen öffentlichen Stellen ansteuern. Wer von dort sein „Genfix“ beziehen wollte, musste sich registrieren. Fast als wären wir Hybriden Drogensüchtige, deren Konsum kontrolliert werden musste. Also blieben „nur“ ein paar Hundert illegale Dealer. Dann war da noch die Spur mit dem Tatort von vor 3 Jahren. Er rief die Akte auf und ließ sich enttäuscht zurückfallen und schloss die Augen. Die Akte von damals war nicht nur unvollständig, Nein, sie enthielt nur eine grobe Beschreibung des Tatorts, einige Namen beteiligter und die eine DNA-Probe. Er versuchte verzweifelt einen Anhaltspunkt zu finden. Irgendetwas, das hervorstand, an dem er sich festklammern konnte um der Lösung entgegen zu klettern. Er würde wohl versuchen müssen, Zeugen des alten Falls aufzutreiben. Das war seine letzte Option. Ansonsten blieb ihm noch der mühsame Weg, über die Opfer. „Hey Mischling! Schlafen kannst du zuhause. Ich muss an das Terminal ran.“ Die unfreundliche Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Hinter dem Hybriden stand ein groß gebauter Skraa, der ihn wütend anfunkelte. Er trug eine Uniform des CiD, auf der mehrere Abzeichen prangten. „Entschuldigung Lieutenant.“ Der Hybrid lud die Daten auf sein Körpernetz und loggte sich aus.

Das Apartment des Detektivs lag am Rande des Zentrums, auf Ebene 150. Es war zwar nicht die Vornehmste Gegend, doch wurde es immer schwieriger bezahlbare Wohnungen ihn höheren Lagen zu finden. Ein Anstieg von nur zehn Ebenen bedeutete inzwischen mehr als eine Verdopplung des Preises. Es war offensichtlich, dass versucht wurde eine klare Grenze zwischen Arm und Reich zu ziehen, Platztechnisch zugunsten der Oberschicht. Er landete den Gleiter und betrat seine Wohnung. Der Flur lag in Dunkelheit. Nur ein schmaler Lichtstrahl fiel durch die Tür zum Wohnzimmer. Das Licht flackerte kurz, bevor es ganz erlosch. Schwärze. Absolute Dunkelheit umgab den Hybriden. Es dauerte kurz, bis sich die Nachtsicht seiner Implantate dazu schaltete. Sein scharfes Gehör tastete in die Stille und jedes noch so kleine Geräusch ließ ihn zusammenzucken. Das Brummen eines vorbeifliegenden Gleiters. Schritte im Stockwerk über ihm. Langsam schritt er durch den Raum, vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzten. Langsam einatmen. Luft anhalten. Auf Geräusche achten. Ausatmen. Er schlich mindestens fünf Minuten durch seine Wohnung, bis er sicher war, dass alles in Ordnung war. Dann aktivierte der Hybrid die Verriegelung seiner Wohnung. Erst als die Blenden vor den Fensterfronten nicht einmal den kleinsten Lichtstrahl einließen, schaltete er das Licht an und ließ sich auf sein Sofa fallen. Er hatte wohl vergessen die Tür zum Flur zu schließen. Kombiniert mit einem kurzen Ausfall des Stroms, der die Steuerung seiner Wohnung hatte abstürzen lassen. Seine letzte Wohnung hatte weiter oben gelegen. Dort wurden Stromausfälle kompensiert, indem man Energie von weiter unten umleitete. Die Stadt war viel zu schnell gewachsen... Es wurde Zeit das hier abzuschließen und ein neues Leben anzufangen. Vielleicht weiter oben, oder in einer anderen Stadt, oder auf einem anderen Planeten. Doch es gab hier noch Arbeit und er wusste, dass nicht so einfach wäre, dass alles hier hinter sich zu lassen. Das alles zu vergessen. Doch er war hier noch nicht fertig. Mit einem Gedanken rief er die Profile der Opfer auf, vielleicht hatte das System etwas übersehen. Stunden verstrichen, während der Detektiv sich durch die Akten wühlte. Der eine Terraner war ein Wissenschaftler, der für CoreTEX arbeitete. Der andere ein Investment Bänker. Die beiden Keetz waren für verschiedene Sicherheitsfirmen tätig gewesen und der Feris war ebenfalls Wissenschaftler bei T-Genetics einem großen Genetik- und Kybernetik-Konzern. Er stutzte, T-Genetics und CoreTEX waren auf dem Gebiet der Gentechnik Konkurrenten. Ging es hier um Firmenspionage? Vielleicht Verkauf von geheimen Informationen.

Es war dunkel. Nur selten blitzte vor dem Fenster das Licht eines Gleiters auf, der über die Kirche hinweg flog. Der Skraa Hybrid prüfte ob die Tür wirklich verriegelt war. Dann breitete er den Inhalt seiner Tasche auf dem kleinen Tisch aus, der in der Mitte des Zimmers stand. Für sein weiteres Vorgehen waren seine zwei Plasmapistolen unverzichtbar. Die drei kleinen Fläschchen "Genfix" Pillen reihte er vorsichtig auf und prüfte deren Inhalt. Er hatte noch genug für knapp drei Wochen. Er konnte sich also auf seine nächsten Schritte konzentrieren. Dann vertiefte er sich in den Konstruktionsplan des Avenue Skyways, einer großen Brücke im Stadtzentrum. In drei Tagen würden dort Hunderte für die Rechte der Hybriden protestieren und noch viel mehr dagegen. Ein perfektes Ziel. Die Brücke hatte zwei Zugänge. Die eine Seite war an einer großen Terrasse eines Hochhauses befestig. Das andere Ende führte zu einem größeren Park. Im Fall einer Panik, gab es nur diese beiden Möglichkeiten die Brücke zu verlassen, wobei der Park nicht genug Platz für alle Demonstranten bieten würde. Es gab keine Möglichkeit für eine schnelle Evakuierung. Sein Begleiter wies ihn auf die Stützkonstruktion hin. Es gab Sechs große Stützen, die über einen Wartungsgang erreichbar war. Würde eine davon gesprengt werden, würden die anderen das Gewicht der Brücke und der Personen darauf nicht tragen können. Die Demonstranten würden über einen Kilometer in die Tiefe stürzen. Durch die Fallenden Trümmer Teile würde es weitere Kollateralschäden geben. Tausende würden sterben. Er prüfte noch einmal sämtliche Zugangswege und Evakuierungsrouten. Sein Begleiter hatte Recht. Schon eine kleine Sprengladung konnte zur Katastrophe führen. Es würde der Bewegung einen harten Schlag versetzten. Niemand würde sich mehr sicher fühlen und die wenigsten würden es wagen weiter öffentlich ihre Stimme zu erheben.

Der Detektive war auf der Suche nach der Bar, zu der ihn die alte Fall Akte leitete. Seine Anträge, die Büros der Wissenschaftler zu durchsuchen waren natürlich irgendwo in den ewig drehenden Mühlen der Bürokratie verschwunden und es würde an ein Wunder grenzen, wenn diese in absehbarer Zeit wieder auftauchen würden. Die schmalen Gassen der Unterstadt waren verlassen. Die Läden auf beiden Seiten waren mit Metallgittern verrammelt und den Graffitis und dem Rost nach zu urteilen schon länger. In einem Hauseingang kauerten mehrere heruntergekommene Gestalten. Sie beachteten mich nicht. Der Hybrid ging an ihnen vorbei und warf beiläufig einen Blick auf sie. Es waren definitiv keine Terraner. Er glaubte Schuppen zu erkennen, also wahrscheinlich Skraa. Aber vielleicht auch Rezz, diese verschlagenen Reptilien fand man in allen Ecken des Weltraums, solang es dort Arbeit gab, oder die möglichkeit auf anderen Wegen an, meist wertlose Besitztümer zu kommen, die Messies der Republik. Der Detektive hatte sein Ziel erreicht. Ein kleines schmutziges Schild wies auf die Bar „Shooting Star“ hin und unter dem Dreck glaubte er noch das Bild einer stilisierten Sternschnuppe zu erkennen. Er trat durch den Durchgang in das Innere der Bar. Der Laden war billig auf alt gemacht. Eine schmale Theke, die mit künstlichem Holz verkleidet war, lief zu seiner Linken durch den Laden. Zu seiner Rechten, standen mehrere kleine Tische im Raum verteilt. Ein leises Summen lag in der Luft. Etwas mehr als ein Dutzend Gäste befanden sich im Raum und unterhielten sich. Wie würde er jetzt fortfahren? Sein Blick wanderte durch den Raum... und blieb an einem Bild, das über der Theke hing, hängen. Darauf zu sehen war ein Mann. Er hatte schneeweißes Haar, eine gespaltene Zunge leckte über seine Lippen. An Hals und Händen waren grüne Schuppen zu sehen. War das etwa ein Volltreffer? Er wandte sich der Bar zu. Eine breit gebaute Gestalt stand dahinter. Schwarze Federn bedeckte ihren Körper. Der große gebogene Schnabel und die Rot funkelnden Augen ließen keinen Zweifel zu. Dies war ein Gruun... die Raubvögel galten eigentlich als Ausgestorben. Zögerlich fragte er den Baarkeeper nach der Person auf dem Bild. Das Summen verstummte und die Gäste wandten sich dem Hybriden zu. Es wirkte fast als wäre es unvorstellbar, dass er diese Person nicht kannte. Auch der Barkeeper verstand nicht, wie er den "Protektor" nicht kennen konnte. Er schien hier unten eine Berühmtheit zu sein. Das sollte es einfach machen ihn aufzuspüren. Und so fragte er den Barkeeper weiter über diesen Mann aus, den sie "Protektor" nannten. Und es schien sich bei ihm tatsächlich um den Mann zu handeln, der vor 3 Jahren hier zwei Personen getötet hatte. Doch heute war er ein "Beschützer Seinesgleichen" der Jagd auf jene machten, die gegen Hybriden vorgingen, oder es auch nur wagten etwas Negatives über sie zu sagen. Also ein radikaler Kämpfer für die Hybriden Rechte. Er fügte diese Informationen seinem Täterprofil hinzu und sandte die Daten an das CiD. Hier war er fertig. Er wollte gerade gehen, da packte ihn eine Klaue an der Schulter. Es war der Barkeeper. "Seien Sie vorsichtig. Der Vorfall vor drei Jahren war damals vertuscht worden. Es waren Maskierte Männer in Kampfanzügen hier gewesen, die alle Spuren beseitigt habe, bevor die Polizei ankam. Anschließend sind auch einige meiner besten Stammgäste nicht mehr aufgetaucht. Legen Sie sich nicht mit dem Protektor an. Es ist besser für Sie." Er wusste nicht ob das eine Warnung oder eine Drohung gewesen ist, doch sie gab ihm zu bedenken. Wenn damals wirklich maskierte Männer in Kampfanzügen den Tatort gereinigt hatten, bevor die Polizei auftauchen konnte, dann hatte er einen Verdacht wer dahinterstecken konnte. Es war Zeit ein paar alte Kontakte von vor dem Umsturz zu aktivieren. Das Ganze klang nach Geheimdienst. Doch die Menschen liebten es geheime Bürokratiemonster zu erschaffen. So gab es eine ganze Menge Staatsorganisationen, die in Frage kamen. Das Oberste Sicherheits-Büro war vor dem Umsturz von Feindkräften unterwandert worden, genau wie der Militär Geheimdienst. Erstes war von der neuen Regierung aufgelöst worden. Der Militär Geheimdienst bestand zwar weiter, wurde jedoch komplett umgekrempelt. Doch heute über nahmen meist Paramilitärische Privat Unternehmen diese Aufgaben, weswegen die Verantwortlichen den großteil der Zeit nur herum saßen und Däumchen drehten. Der Detektive sendete eine kurze Nachricht an einen Kommunikationsknoten im Alpha Zentaurie System. Jetzt hieß es abwarten. Während dessen konnte er sich um CoreTEX und T-Genetics kümmern.

Ein Ruf ging durch die dunklen Kanäle des Interstellaren Kommunikationsnetzes. Das Datenpaket bahnte seinen Weg durch die Datenknoten der Hauptstadt zum großen Hypersender im Orbit. Von dort aus ging er mit der nächsten Übertragungswelle in die Wirbel und Wellen des Hyperraums. Der Datenimpuls raste mit unglaublicher Geschwindigkeit durch den 5-dimensionalen Raum, um nur Sekundenbruchteile später von einem Empfänger in Alpha Zentaurie aufgefangen zu werden. Von dort liefen Kopien in alle Winkel des Terranische Imperiums. Zurück auf der Erde, blinkte ein kleines Nachrichtensymbol auf einem von dutzenden Schirmen, die die Wand eines dunklen Raums überspannten. Die Person die von einem bequemen Sessel aus die Aktivitäten des Netzes beobachtete, öffnete erstaunt die Nachricht des Detektives und entschied, dass es an der Zeit war aktiv zu werden. Endlich hatte Sie eine Spur von ihm. Die Blau Gefiederte Sil Mensch Hybridin speicherte die Daten ihres Überwachungssystems und begann ihre Spuren zu verwischen. Sie war hier fertig. Die großen Bildschirme erloschen einer nach dem anderen. Die Vogelhybridin entnahm reihenweise Speicherkristalle aus den Servern und legte diese in gepolsterte Koffer. Zuletzt entnahm Sie die Hauptplatinen und schmolz jede zu einem unidentifizierbaren Klumpen zusammen. Danach wandet Sie sich von den rauchenden Überresten ab und starrte durch die große Fensterfront hinab auf den Planeten Erde, der Kilometer unter ihr blau schimmerte. Irgendwo dort unten war er, dachte Sie. Sie suchte ihn seit Jahren und er war hier, direkt vor ihrer Nase. Ein gewaltiges, vor Waffen strotzendes Schlachtschiff der Terranischen Flotte schob sich vor ihr Fenster und versperrte ihr die Sicht. Es war bereits das fünfte das sich im Orbit um Terra in stellung brachte. Irgend etwas war im Gange. Früher hätte ihn das interessiert, dachte Sie, er hätte nachgebohrt, hinterfragt. Doch er hatte sich verändert. Aus ihm war eine Bestie geworden und es war ihre Schuld. Sie musste ihn aufhalten. Doch zuerst musste Sie hier weg und zwar unauffällig. Die Vogelhybridin rückte ihre Uniform zurecht. Ihr blieben nur wenige Stunden bis ihre Tarnung aufflog.

Der Detektiv öffnete die Augen. Als erstes wanderte seine Aufmerksamkeit in die Ecke seines Sichtfelds. Null neue Nachrichten. Er hatte noch keine Antworten erhalten. Keine seiner Quellen hatte sich gemeldet. War es eine Sackgasse? Dann stand er wieder vor nichts. Enttäuscht wischte er das Interface zur Seite. Dann quälte er sich aus dem Bett. Er war gerade dabei sein Fell zu trocknen, jedes Mal eine langwierige Angelegenheit, da erschien endlich das Nachrichten Symbol. War das die Antwort auf die er gewartet hatte? Die Nachricht war verschlüsselt. Dem Hybrid wanderte ein Lächeln übers Gesicht. Millitärverschlüsselung! Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. Die Nachricht kam von Anrelis, der Feris wollte ihn Treffen. Der Vogel war... seltsam, ob im positiven oder negativen Sinn, konnte und wollte der Detektiv nicht beurteilen. Doch Gespräche mit ihm waren immer... "interessant". Während er vor seinem Kleiderschrank stand, schrieb er in Gedanken eine Nachricht an Anrelis. Die Worte erschienen am unteren Rand seines Sichtfelds und reihten sich im Textfeld des Messenger Programms ein. Er erhielt sofort eine Antwort, wieder verschlüsselt. Sie würden sich mittags im Legion5 treffen. Er sollte allein kommen und darauf achten, dass ihm niemand folgt. Das sah Anrelis ähnlich, auch wenn er gespannt war, wie Er ins Legion5 hineinkommen sollte. Hoffentlich hatte er sich auch darüber Gedanken gemacht, dachte der Detektiv während er in seinen Gleiter stieg. Der Gleiter bahnte sich seinen Weg durch die tiefen Schluchten der Stadt. Der Blick aus dem Fenster konnte Neulingen, die nicht aus einer Mega Metropole stammten, schnell den Atem rauben. Wie Spinnennetze zogen sich die Brücken und Verbindungsgänge durch die Leere zwischen den Türmen. Je weiter er in die Höhe stieg, desto mehr wichen die Wände der Türme zurück und machten Platz für großzügige öffentliche Plätze. So gab es auch mal, hängend zwischen zwei Hochhauswänden, einen unter einer Glaskuppel liegenden Park, oder die offene Seite eines Turms gab den Blick frei auf eine Einkaufsstraße im alt Europäischen Stil. Vor dem Fenster des kleinen Fluggefährts bildeten die Ausleger dreier Türme gemeinsam die Basis eines Sportstadions, das tausende Meter über dem Abgrund hing. Der Platzmangel in Kombination mit dem Größenwahn der Mega Reichen, hatte die oberen Ebenen der Stadt in ein unüberschaubares Gewirr, seltsamer, absurder und wahnsinniger Architektur werden lassen. Und das alles wurde erleuchtet durch Milliarden Scheinwerfer, Leuchtreklamen und den paar Strahlen Sonnenlicht, die sich in die Schluchten der Mega City verirrten. Das Legion5 hatte die Form eines Regentropfens und hing an der Außenseite des Euro Towers, der sich mit einer leichten Drehung in den Himmel schraubte. Das Edellokal war für seine Diskretion bekannt, doch der Detektiv hatte Bedenken, ob er in dieses Etablissement passte und ob man ihn überhaupt hineinlassen würde. Nachdem er seinen Gleiter verlassen hatte, trat er durch eine große Altmodische Drehtür in das Foyer. In der Mitte stand ein großer goldener Brunnen. Zu seiner Rechten befand sich ein Empfang und zu seiner Linken mehrere Edle Sofa Garnituren. Ein Terraner im edlen Samtanzug, augenscheinlich ein Angestellter des Legion, trat auf ihn zu. "Entschuldigung Sir, ich möchte ihnen nicht zu nahetreten, jedoch wirken Sie, als würden Sie nicht wirklich hierhergehören. Haben Sie eine Reservierung? Ansonsten muss ich sie bitten, zu gehen." Der Detektiv Atmete tief durch. Dann fragte er nach Anrelis. "Es tut mir leid, doch wir haben heute keine Reservierung auf diesen Namen. Darf ich Sie bitten zu gehen?" erwiderte der Angestellte und drängte ihn vorsichtig in Richtung Ausgang. Doch der Detektiv blieb standhaft. Vermutlich benutzte Anrelis eines seiner Pseudonyme. "Haben Sie eine Sir. Arthur von Braun auf ihrer Reservierungsliste? Wenn das der Fall sein sollte, informieren Sie ihn, dass sein Gast da ist." Der Angestellte hielt kurz inne und schien ein paar Informationen über sein Körpernetz zu prüfen. Dann deutete er auf die Treppe zu seinen Linke. "Darf ich Sie bitten den Seiten Eingang zu nehmen. Dadurch müssen Sie nicht durch den Hauptraum gehen. Einfach durch die Tür am oberen Ende der Treppe und dann die Vierte Tür links." Der Angestellte schaute dem Detektiv nach, während diese die Treppe hinaufstieg, als wollte er sichergehen, dass diese wirklich durch die Tür ging und nicht einen anderen Weg nahm. Er war noch nicht einmal durch die Tür geschritten, da merkte er wie die Atmosphäre um schwang. Die Prunkvoll übertriebene Ausstattung mit ihren Holz getäfelten Wänden wich kaltem Metall. Die sanfte Beleuchtung die den Schein von Kerzen bewehrten Kronleuchtern imitieren sollte, wechselte zu kaltem weißen Kunstlicht. Dies war die Welt hinter den Wänden, die die normalen Gäste nie zu Gesicht bekamen. Durch eine weitere Tür aus kaltem Metall, gelangte er in einen großzügig eingerichteten Raum, der mehr mit einer Suite wie mit einem Restaurant gemein hatte. Genau in der Mitte von all dem Prunk, stand ein Runder Tisch aus dunklem Holz und der Detektiv war sich sicher, dass es echt Holz war... inzwischen fast unbezahlbar. Am Tisch, ihm den Rücken zugewandt, saß eine Gestalt. Sie trug einen dunkelbraunen Mantel, der ihre Gestalt vollständig verhüllte. Der Detektiv lächelte und nahm auf der anderen Seite des Tisches platz. Die vermummte Gestalt hatte sich noch immer nicht bewegt. Der Detektiv aktivierte seine Nachtsicht. Dank seiner Implantate konnte er das gefiederte Gesicht mit dem krummen Schnabel, das sich unter der Kapuze verbarg, deutlich erkennen. "Wir können hier frei sprechen", erklang eine raue Stimme. Dem Detektiv fiel ein blutiger Kratzer an der Rechten Wange des Feris auf. Anrelis zog die Kapuze des Mantels, mit seinen dünnen geschuppten Händen zurück. Er liebte dramatische Auftritte, doch die Verletzung sah nicht so aus, als würde sie zu dem von ihm gewählten Look gehören. Das "Hast du deinen Schnabel mal wieder in Angelegenheiten gesteckt, die dich nichts angehen?" der Detektivs war anscheinend nicht die Reaktion die der Feris erhofft hatte, doch er öffnete den Schnabel halb und verharrte kurz so. Ein Gesichtsausdruck, der Vermutlich ein Lächeln darstellen sollte, dabei aber kläglich versagte. "Meine Quellen haben mir zugetragen, dass du nach einem Hybriden, suchst, der auch der 'Protektor' genannt wird", begann der Feris ohne umschweifen, während er nach dem Salat auf dem Tisch griff. Die Feris ernährten sich hauptsächlich Vegetarisch. Der Detektiv schob den Salat zur Seite und griff nach einem Teller gebratenem Fleisch. Das Legion5 war eines der wenigen Restaurants, dass noch echtes Fleisch leisten konnte. Vermutlich aß er gerade Essen im Wert von mehreren seiner Monatsgehälter. Er schluckte und erwiderte "Lass mich Raten, deine Quelle ist Amriza aus dem Archiv?" die Keetz Amriza arbeitete im Archiv des CiD und es gab inoffizielle Anweisungen, sie nicht in die Nähe Vertraulicher Akten zu lassen. Sie war jedoch schon so lang bei CiD, dass Sie gefühlt zur Ausstattung des Departments gehörte. Das was wahrscheinlich auch der Grund, weshalb man sie noch nicht gefeuert hatte. Der Vogel zuckte zusammen. "Keine Sorge, deine Quelle bleibt sicher. Das garantiere ich..." erwiderte der Detektiv, der ironische Unterton war nicht zu überhören. Doch der Feris schien dies zu ignorieren und fuhr fort. Laut einer seiner "geheimen Quelle" war sein Verdächtiger früher beim Geheimdienst gewesen, hatte einen Psychischen Zusammenbruch gehabt und war jetzt auf einem persönlichen Rachefeldzug. Dabei wird er von den Verbleibenden Splittern des Geheimdienstes gejagt." Es klang nach einem spannenden Spionagethriller, dachte der Detektiv, während er sich einen Streifen zartes Fleisch zwischen die Reißzähne schob. "Und er selbst versucht eine Verschwörung der Firma T-Genetics und der Regierung aufzudecken, welche von Agenten des Skraa Imperiums unterwandert wurden." Dies war der Punkt, an dem die Ausführungen Anrelis, den Detektiv verloren. Das weitere Gespräch plätscherte vor sich hin, ohne dass dabei irgendetwas interessantes herauskam. Noch während des Gesprächs verband er sich mit dem CiD Netzwerk und Prüfte ob es irgendwelche neuen Spuren gab. Doch auch hier war nichts aufgetaucht. Er würde eine aggressivere Strategie fahren müssen. Dann schloss er alle Verbindungen und konzentrierte sich auf das köstliche Essen auf dem Tisch vor ihm.

Stille. Dunkelheit. Der Skraa-Hybrid erwachte. Es war kein Piepen seines Armbands, kein Alarm Ton, keine Nachricht, sondern leise Schritte die ihn geweckt hatten. Sie kamen näher, ein leises Knarren der Tür, dann verstummten sie. Die Person befand sich mit ihm im Raum. Er tastete unter seinem Kopfkissen. Seine Hand schloss sich um den Griff seiner Waffe. Dann wandte er vorsichtig den Kopf und öffnete die Augen. Es war dunkel. Nur ein schmaler Streifen Licht fiel durch die geöffnete Tür in den Raum. Er hielt die Luft an und horchte in die Stille. Leises Atmen war zu hören. Die andere Person stand am Ende des Bettes. Er wollte gerade Aufspringen, da frage eine leise, zögerliche Stimme: "Mister? Sind Sie wach?" Seine Faust entspannte sich. Er ließ den Griff der Waffe aus seiner Hand gleiten, griff zu dem Bedienelement auf dem Nachttisch und schaltete das Licht ein. Am Ende des Bettes stand ein kleines Mädchen. Die junge Skraa, hatte grau grüne Schuppen und strahlende gelbe Augen. Doch an ihrem Hals waren Ansätze von Menschlicher Haut zu sehen und die Hände, die halb von den Ärmeln ihres Nachthemds verdeckt wurden, waren Menschlich. "Können Sie mir helfen? Bitte! Ich glaube meine Mutter ist krank." bettelte das Mädchen. Der Hybrid stand auf. Sein Begleiter knurrte. Er ignorierte ihn und folgte dem Mädchen. Warum war Sie ausgerechnet zu ihm gekommen? Das Mädchen führte ihn durch den Gang, die Holzdielen knarrten unter ihren Füßen. Sie deutete auf eine Tür zu ihrer Rechten. Der Skraa-Hybrid betrat das Zimmer. Eine Person lag auf dem Bett und krümmte sich vor Schmerz. Ein verdrehtes Knäul aus Fell und Haut. Er trat vorsichtig näher und legte seine Hand auf den Kopf der Keetz-Mensch Hybridin. Sie war heiß und verschwitzt, zuckte unkontrolliert. Das kleine Mädchen stand hinter ihm und schaute ihn mit an, die Augen Rot vor Tränen. Der Skraa-Hybrid zögerte. Dann nahm er eines der kleinen Fläschchens aus einer Tasche und gab der Keetz-Hybridin eine der Pillen. Sein Begleiter versuchte noch es ihm auszureden, er würde es selbst brauchen und könne nichts davon verschwenden. Der Körper der Hybridin erschlaffte. Die Dosis würde für die nächsten Tage halten. Er nahm selbst eine aus dem Fläschchen und schluckte sie herunter. Dann wandte es sich zu gehen. Das Mädchen schaute ihn immer noch besorgt an. Er zwang sich zu einem Lächeln und verließ den Raum. Vor der Tür stand der Pfarrer. "Ich danke ihnen. Es wird für uns immer schwieriger "Genfix" aufzutreiben. Unsere letzte Dosis haben wir von zwei Tagen aufgebraucht. Es wird bald noch mehr von uns erwischen. Ich bete für ein Wunder, doch glaubte selbst nicht mehr daran." Der Hybrid unterbrach den Pfarrer, "Das war die einzige Dosis die ich entbehren konnte. Tut mir leid." Er konnte die enttäuschte Miene des Pfarrers sehen. "Danke dass Sie Sie gerettet haben. Seit Sie zu uns kam, hat Sie sich um die jüngeren und vor allem die Weisen gekümmert. Sie ist eine Mutter für die die keine mehr haben. Seit die Ausgabestellen geschlossen haben, wird es immer schwieriger und wir haben auch nur sehr begrenzte finanzielle Mittel." Der Hybride blieb stumm und der Pfarrer schien dies zu akzeptieren. Der Begleiter des Hybriden fauchte kurz, zog sich dann aber zurück und ließ ihn allein.
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denLars
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LOONYS - Die Vergessenen Rosen der Zeit
BeitragVerfasst am: 01.11.2017 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

(EDIT: Gerade erst gesehen, dass du auch noch ein neues Kapitel gepostet hast. Mein Kommentar bezieht sich nur auf den neuen Prolog. Das neue Kapitel schaue ich mir vielleicht später einmal an.)


Hi Dragob,

vorweg: Mir imponiert es, dass du so schnell auf den ersten Kommentar reagiert hast und sofort an einer neuen Version getüftelt hast. Manch einer würde das vielleicht als überhastet bezeichnen, aber ich sehe da eine ordentliche Portion Willen und Mut zu Änderungen. Und die sind auf lange Sicht nützlicher als ein ruhiges Gemüt. Smile

Das 2. Vorweg: Ich stimme Pickman in seinen Punkten voll und ganz zu. Der Prolog kann gestrichen werden und liest sich nicht prosaisch, sondern eher wie ein enzyklopädischer Zusatzartikel (was nicht heißen soll, dass das nicht auch ein legitimes Stilmittel sein kann, wie eigentlich alles - richtig eingesetzt - ein literarisches Stilmittel sein kann. Aber ich glaube nicht, dass das hier deine Intention war). Bevor ich abschweife: Ich wollte nur sagen, dass ich mir den Prolog trotzdem durchgelesen habe und mir das Worldbuilding zusagt, weil du nicht vor gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und Themen zurückzuschrecken scheint. Das Ganze lässt auf jeden Fall auf eine spannende Story hoffen. Außerdem lassen einige Formulierungen und Sätze schon sehr viel dramaturgisches Gespür vermuten. Aber dazu später mehr.


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Mein erstes Thema: Originalität.
Beim Lesen sind mir die Namen verschiedenster Buch-, Film- und Videospieltitel durch den Kopf gegangen: Blade Runner, Minority Report, Ghost In The Shell, Deus Ex, The Expanse. Auch die Hintergrundgeschichte hört sich sehr nach etwas an, was man schon mal irgendwo gelesen hat.
Das ist erst mal nichts Schlimmes, versteh' mich nicht falsch. In Zeiten von Serien wie "Stranger Things" sind Genre-Remixes, Zitate und Neuinterpretationen etwas ganz Normales, jeder bedient sich aus vorangegangenen Werken, wir alle sitzen auf den Schultern von Riesen. Und dass du es schaffst, z. Bsp. die Atmosphäre eines Blade Runners mit so wenig Zeilen bei mir heraufzubeschwören, zeugt schon mal von Können.
Trotzdem: Was wird am Ende das Alleinstellungsmerkmal deiner Story sein? Der Unique Selling Point, wenn man einmal in Marketing-Begriffen sprechen will. Was gibt ihr den Twist? Was addierst du, was sie von Blade Runner und all den anderen Sci-Fi- und Dystopie-Stories unterscheiden wird?
Wenn du diese Frage für dich – ehrlich – beantworten kannst, hast du schon mal den ersten Meilenstein passiert.

Zweites Thema: Beispielhafte Sätze. Stil, Perspektive, Sonstiges

Zitat:

Der Gleiter flog durch den Regen auf das blaue Aufblitzen zweier Warnleuchten zu, die durch den Schleier drangen.


Könnte man vielleicht noch ein wenig umstellen, ansonsten aber ein sehr atmosphärischer Satz mit guter Wortwahl.
Manchmal reicht so ein Satz schon, um die Atmosphäre einer Szene einzufangen. Schau darauf, was wirklich nötig ist, um dem Leser eine Skizze deines Bildes im Kopf zu liefern. Vertrau' auf die Fantasie des Lesers, um die Flächen mit Farbe auszufüllen.


Zitat:
Schon nach wenigen Schritten hing sein orangenes Fell triefend an ihm herab und das obwohl der dünne Kunststoffmantel ihm vor dem meisten Schützte.


Das ist eine gute Beschreibung, denn du bist nah am Charakter und der Handlung. Geht mir deutlich näher als das hier:

Zitat:
Er hatte orangenes kurzes Haar und gelbe Augen. Die sonst schlitzförmigen Pupillen seiner Katzenaugen waren große schwarze Abgründe, geöffnet um jedes Detail dieses Drecklochs wahrzunehmen.


Hier beschreibst du ihn, als würdest du ihn von außen betrachten. Entscheide dich, aus welcher Perspektive du erzählen willst und ob diese Informationen überhaupt wirklich relevant sind.
Die Katzenaugen erwähnst du hier zum Beispiel viel natürlicher:

Zitat:
Seine Katzenaugen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt, trotzdem schaltete er seine Implantate dazu.


Am Ende geht es beim Schreiben nur darum, wie elegant man Informationen vermittelt. Mehr ist es nicht. Und hier vermittelst du die Information, dass dein Protagonist Katzenaugen hat, deutlich behänder als vorher im Text.

Die ganze Sektion, in der er die Leichen untersucht, mag ich. Denn du bist nah am Charakter und ich kann seinen Gedanken gut folgen. Vergleiche diese Stelle einmal mit deinem Einstieg.
Im Einstieg erzählst du aus Sicht des Autors von der Stadt und was da so abgeht. An der Tatort-Stelle bist du voll in der Sicht deines Protagonisten. Vergleiche die Szenen und guck' auf die Wirkung, die sie hinterlassen. Versuch' einfach mal, den Einstieg so zu schreiben wie die Stelle hier.
Vermittle die Informationen aus Sicht deines Protagonisten.

Noch ein Vergleich:

Zitat:
"Schau mal, das Büro hat uns einen modernen Bürger vorbei geschickt." konnte der Hybrid einen der Beiden Polizisten sagen hören. "Die da oben machen sich halt einen Spaß draus, uns zu ärgern.", erwiderte der andere. "Eine Schande, dass die immer noch welche von denen Beschäftigen. Es gibt bestimmt genug andere für den Job."


Jetzt geht es um Subtilität. Deine Information, die du verkaufen willst: Hybriden werden von normalen Menschen verachtet.
Das machst du in diesem Dialog nicht gerade subtil, sondern sogar eher plump.
Dabei tust du es schon kurz darauf viel besser:

Zitat:

Ein dritter Polizist trat an ihn heran. Keine Begrüßung. Ein kühler abschätzender Blick. "Wir haben sechs Tote, ziemlich bunter Haufen. Zwei Terraner, eine Skraa, zwei Keetz und einen Feris. Sie alle wurden..."


Hier vermittelst du mir auch, dass die Polizisten ein Problem mit Sascha haben, aber viel subtiler und näher an der Handlung. Vielleicht ergänzt du hier noch einen Halbsatz á la "(Keine Begrüßung.) Nur ein kühler abschätzender Blick, wie er sie so häufig auf sich spürte." und fertig ist die Laube.

Zitat:
Sein Gleiter stieg aus der Dunkelheit hinaus, dem Licht der Oberstadt entgegen.


Schöner Satz.

Ich vermute mal, dass hinter der ganzen Tat mehr steckt, als es jetzt gerade noch den Anschein hat. Mich würde zumindest interessieren, was es damit auf sich hat. Um mein Feedback zusammenzufassen: Du hast sehr gute Ansätze, dramaturgisches Gespür und schreibst streckenweise schon sehr atmosphärisch. Allerdings würde es helfen, noch näher am Charakter zu sein und Informationen subtiler einfließen zu lassen. So viel für den Anfang.

Ich hoffe, das hilft.

LG und schönen Feiertag,

Lars


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BeitragVerfasst am: 01.11.2017 21:22    Titel: Crime Against Nature Prolog Überarbeitet pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier eine Überarbeitet Version des Prologs/Intros:

Der Gleiter näherte sich langsam dem Lagerhaus. Es befand sich auf Ebene 12, tief unter den Wohngebieten, sogar unter den Meisten Slums. Diese hatten sich in den letzten Monaten weiter nach oben bewegt und hatten die Untersten Ebenen verdreckt und vermüllt zurückgelassen. Die Umgebung wurde durch die Lampen und Leuchtreklamen der Oberstadt in ein fahles Licht getaucht. Das große graue Gebäude lag am Boden einer der Schluchten zwischen zwei Kilometer hohen Türmen. Seit dem Umsturz hatte sich die Stadt dramatisch verändert. Ehemalige Mittelstands Gebiete waren von den Slums einverleibt worden, laut den meisten Meinungen mit Nachhilfe der Regierung. Denn diese unternahm nicht nur nichts, sondern zog sogar aktiv Öffentliche Dienste, wie Polizei oder Müllentsorgung aus diesen Gebieten zurück. Das Geld wurde lieber in den Ausbau der Oberen Ebenen Investiert, wo zurzeit unzählige große Luxus und Business Gebiete im Eiltempo errichtet wurden. Doch diese befanden sich drei Kilometer höher. Scheinbar unerreichbar. Der Gleiter flog durch den Regen auf das blaue Aufblitzen zweier Warnleuchten zu, die durch den Schleier drangen.

Er landete wenige Meter von den Silhouetten zweier Polizeiwägen entfernt. Unsicher verließ der Keetz-Mensch Hybrid das bequeme innere des Gleiters und näherte sich dem nächsten Polizeibeamten. Schon nach wenigen Schritten hing sein orangenes Fell triefend an ihm herab und das obwohl der dünne Kunststoffmantel ihm vor dem meisten Schützte. Er hatte orangenes kurzes Haar und gelbe Augen. Die sonst schlitzförmigen Pupillen seiner Katzenaugen waren große schwarze Abgründe, geöffnet um jedes Detail dieses Drecklochs wahrzunehmen. Die hohen Türme verhinderten, dass die Feuchtigkeit nach oben abziehen konnte und das führte dazu, dass es hier unten ständig unangenehm Regnete. Dies wäre zwar mit Sammlern zu verhindern, würde aber auch Geld gekosten. Geld das die aktuelle Regierung niemals in die "Verlorenen Bezirke" investiert hätte. Und so moderte die Basis der Hauptstadt vor sich hin, während sie immer weiter in die Höhe wuchs.

Der Hybrid hatte die Polizeiabsperrung erreicht und schritt durch die Blau schimmernde Barriere, die den Bereich vor dem Eingang der Lagerhalle sicherte. Ein kurzer Warnton erklang und zwei Polzisten, ebenfalls in Regenmäntel gehüllt, wandten sich dem Neuankömmling zu. "Die da oben machen sich halt einen Spaß draus, uns zu ärgern.", flüsterte der eine noch kurz seinem Kollegen zu. Dann war der Hybrid nur noch wenige Meter entfernt und die Männer verstummten. "Ich bin Detektive Sascha DeTiris vom CID." Das "Captiol City Center Crime Investigation Department", "kurz" CCCCID, oder einfach CID, war für alle schwereren Verbrechen im Zentrum der Hauptstadt zuständig und hatte seinen Sitz im zwischen der 150. und 160.Ebene des Worldgatetowers . Ein dritter Polizist trat an ihn heran. Keine Begrüßung. Ein kühler abschätzender Blick, wie er sie so häufig auf sich spürte. "Wir haben sechs Tote, ziemlich bunter Haufen. Zwei Terraner, eine Skraa, zwei Keetz und einen Feris. Sie alle wurden..." Er hielt kurz inne. "Sie alle wurden übel zugerichtet. Mehrfache tiefe Wunden. Vermutlich verursacht durch einen spitzen Gegenstand, ohne Schneide. Zusätzlich schwere Verbrennungen, vermutlich durch eine Plasmawaffe."

Der Hybrid trat wortlos an dem Polizisten vorbei und betrat die Lagerhalle. Seine Katzenaugen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt, trotzdem schaltete er seine Implantate dazu. Es dauerte einen kurzen Augenblick, dann erhellte sich seine Sicht und grauenhafter Anblick zeigte sich. Die Leichen lagen im gesamten Raum verteilt. Jede in einer großen Blutlache. Ein Overlay blendete sich über sein Sichtfeld und begann Informationen der über Hundert Sensoren auszuwerten, die der Hybrid an seiner Kleidung trug, oder direkt in seinen Körper implantiert waren. Alle Daten wurden Gesammelt und beim nächsten Netzkontakt an das Büro gesendet. Leider konnte er ohne Verbindung die Daten nicht direkt mit der Polizeidatenbank abgleichen. So erhielt er nur grundlegende Informationen. Doch vor allem die Schnittwunden fielen ihm ins Auge. Die Körper der Terraner waren mit Tiefen Schnitten übersät. Die Ränder waren nicht Glatt, sondern aufgerissen. Also tatsächlich keine Schneide, vielleicht Klauen... Der Scanner konnte DNA Rückstände in der Wunde feststellen, die nicht vom Opfer stammten. Er scannte die anderen Leichen. Die schlanke, grün geschuppte Skraas lag einige Meter abseits, ihr Körper wies keine Schnitte auf, dafür klaffte in ihrer eine große Wunde und das darunter liegende Fleisch war schwarz verbrannt. Das gleiche Bild zeigte sich bei den beiden Keetz. Das orangene Fell der Katzen um die Wunden herum verbrannt und es stiegen noch immer feine Rauchfäden auf. Zu guter letzte gelangte er zu dem Feris. Der Vogel Humanoide lag zusammen gekauert in einer Ecke des Raums. Scheinbar hatte er versucht sich vor dem Angreifer zu verstecken. Das verbrannte rote Gefieder des Vogels zeigte, dass seine Taktik wohl nicht aufgegangen war. Der Detektiv zog erste Schlüsse. Die Wunden stammte eindeutig von Plasmawaffen. Die Projektile aus extrem heißen Gas, die diese verschossen verteilten sich beim Einschlag großflächig und fraßen sich in das Ziel. Es war nicht sonderlich schwer auf dem Schwarzmarkt an eine solche Waffe zu kommen. Der Hersteller LunaArms vertrieb seit geraumer Zeit eine handliche Plasma-Pistole für den privaten Endkunden. Es waren inzwischen vermutlich Millionen davon im Umlauf. Doch die DNA Rückstände waren ein wichtiger Hinweis. Den Hybriden störte eines: Hatte der Täter tatsächlich auch seine eigenen Klauen benutzt, um einige diese Leute zu töten? Der Täter war ein guter Kämpfer, vermutlich sogar Professionelle Ausbildung, bewaffnet mit einer effektiven Schusswaffe. Und trotzdem kämpfte er auch mit den eigenen Klauen, ohne Handschuhe. Ein großes Risiko. Also hatte die Tat einen Emotionalen Hintergrund... Er wollte diese Personen mit bloßen Händen töten!

Enttäuscht verließ er die Lagerhalle. Alles sah so vielversprechend aus. Ein Professioneller Killer auf einem Rachefeldzug. Doch durch den Fehler DNA zurück zu lassen, würden sie ihn bald haben. War er nicht in der Datenbank, würde er beim nächsten Einkauf, bei der nächsten Nutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem nächsten passieren eines Kontrollpunkts identifiziert werden. Innerhalb der Grenzen der Republik war es schwer sich zu verstecken und hier, in ihrem Herz, der Haupstadt nahezu unmöglich. Der Detektiv konnte schon mal mit der Bürokratie beginnen, während das Polizeinetz seinen Täter suchte. Also machte er sich auf den Weg zum CiD Hauptquartier. Sein Gleiter stieg aus der Dunkelheit hinaus, dem Licht der Oberstadt entgegen.
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DragobAttack
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BeitragVerfasst am: 02.11.2017 21:57    Titel: Neu Verfasst Kaptitel 1 Beginn der Ermittlung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neu geschriebene Version des 1.Kapitels

Die schlanke Gestalt des Gleiters stieg aus dem Dunkeln der Unterstadt auf und reihte sich in den Verkehrsstrom ein, der sich endlos zwischen den Megawolkenkratzern zog, die in den Dunklen Nachthimmel ragten. Kaum hatten die Implantate des Hybriden sich mit dem Netz der Stadt verbunden, prasselten die Informationsströme auf ihn ein. Die DNA der Opfer wurden mit der Polizeidatenbank abgeglichen. Er wischte die Profile der Opfer zur Seite, wo sie sich als kleine Icons aufreihten. Für jedes der Opfer existierten nur die absoluten Basis Daten. Sie waren alle unauffällig. Keiner von ihnen hatte irgendwelche Vorstrafen. Auch hatte das System zwischen den Opfern keine offensichtliche Verbindung finden können. Viel interessanter war die Analyse der Spuren aus den Wunden. Doch für diese erhielt er keine Ergebnisse. Er lächelte, wobei er seine scharfen Reißzähen entblößte, dieser Fall würde wohl doch nicht so einfach werden. Die Silhouetten des Worldgate Towers ragte vor der Frontscheibe des kleinen Fluggefährts auf. Der Hybride landete seinen Gleiter im Hangar des Cid. Große Teile des Parkdecks standen leer, nur eine Reihe privater Gleiter und einige wenige Polizeigleiter für Streifen. "Verdammte Sparmaßnahmen", schoss es ihm durch den Kopf. Früher hatte des CiD eine stolze Flotte von 50 eigenen Patrouillen und 20 weiteren Transportern gehabt. Seit der Neuverteilung der Polizeiresourcen, war diese auf knapp ein Viertel geschrumpft. Jetzt musste für jede größere Aktion zusätzliche Ressourcen, meist von privaten Sicherheitsdienstleistern, angefordert werden. Durch eine Sicherheitsschleuse gelangte man in die Lobby. Auch dort hatte sich einiges Verändert. Die Theke, hinter der früher eine Blau gefiederte Feris gestanden und jedem freundlich Auskunft gegeben hatte, war einem schlichten Terminal gewichen. "Gute Tag, Detektive DeTiris." begrüßte ihn die Holografische Darstellung einer Terranerin. Er beachtete sie nicht. Als sich die Tür zum Präsidium öffnete, schlug ihm lauter Lärm entgegen. Trotz des verringerten Personals, oder wohl ehr genau deswegen, war im Büro die Hölle los. Die Gänge waren voller Leute, die mit Tablett-PCs, Datenspeichern, Beweiskisten und Kaffeetassen durch das Büro stürmten. Er kämpfte sich einen Weg zu einem Terminal durch. Diese standen in extra Räumen für freie Ermittler. Unterwegs kamen ihm mehrere Kollegen entgegen, alle sahen gestresst aus. "Lässt du dich auch mal wieder blicken?" oder ähnliche Kommentare waren oft deren Reaktion. Er hatte gerade einen mehrwöchigen Zwangsurlaub hinter sich. "Die haben dich doch nicht rausgeschmissen?" war eine weitere Reaktion, die er noch mehrfach, so oder so ähnlich, zu hören bekam. Die Daten seines Körpernetzes hatten sich bereits mit dem Polizeisystem synchronisiert. Doch was sollte er jetzt machen. Die einzige Spur die er hatte, war die DNA-Probe vom Tatort und diese brachte kein Ergebnis. Oder etwa doch? Ein einziges Ergebnis blinkte auf. Die Probe stimmte zu 79% mit einer Probe eines doppelten Mordes von vor 3 Jahren überein. Er lächelte. Dann tauchte eine weitere Meldung auf. Die weitere Analyse hatte ihm ein grobes Täterprofil gegeben. Der Täter war männlich. Ein Terraner Skraa Hybrid, wobei die terranischen Merkmale überwiegten. Er tat ihm fast leid. Dieser Hybrid war keine besonders saubere Arbeit. Höchstwahrscheinlich illegal produziert. Das Hybriden züchten, war eine nicht zu verachtende Kunstform. So gab es viele unsaubere Hybriden, die im ständigen Kampf mit ihrem eigenen Körper lagen, sogar manche Legal produzierten hatten Probleme, und mussten regelmäßig Medikamente nehmen, um zu verhindern, dass ihr Körper sich selbst zerstörte. Unten in den Slums gab es tausende unsaubere Hybriden, die langsam vor sich hinsiechten, oder kriminell wurden, um irgendwie das Geld zusammen zu bekommen, um sich eine Dosis lebensrettendes „Genfix“ leisten zu können. Der illegale Handel boomte und der Hersteller T-Genetics machte Milliarden. Der Täter würde wohl nicht eine der wenigen öffentlichen Verkaufsstellen Stellen ansteuern. Wer von dort sein „Genfix“ beziehen wollte, musste sich registrieren und die Ausgabe pro Person war begrenzt. Also blieben „nur“ ein paar Hundert illegale Dealer. Dann war da noch die Spur mit dem Tatort von vor 3 Jahren. Er rief die Akte auf und ließ sich enttäuscht zurückfallen und schloss die Augen. Die Akte von damals war nicht nur unvollständig, Nein, sie enthielt nur eine grobe Beschreibung des Tatorts, einige Namen beteiligter und die eine DNA-Probe. Er versuchte verzweifelt einen Anhaltspunkt zu finden. Irgendetwas, das hervorstand, an dem er sich festklammern konnte um der Lösung entgegen zu klettern. Er würde wohl versuchen müssen, Zeugen des alten Falls aufzutreiben. Das war seine letzte Option. Ansonsten blieb ihm noch der mühsame Weg, über die Opfer. „Hey, aufwachen! Schlafen kannst du zuhause. Ich muss an das Terminal ran.“ Die unfreundliche Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Hinter dem Hybriden stand ein groß gebauter Skraa, der ihn wütend anfunkelte. Er trug eine Uniform des CiD, auf der mehrere Abzeichen prangten. „Entschuldigung Lieutenant.“ Der Hybrid lud die Daten auf sein Körpernetz und loggte sich aus.

Kaum hatte er das stickige Büro verlassen und hatte im inneren seines Gleiters Platz genommen, blinkte ein kleines Symbol in der rechten unteren Ecke seines Sichtfeldes auf. Er hatte eine Nachricht in seinem Posteingang. Dem Hybrid wanderte ein Lächeln übers Gesicht. Millitärverschlüsselung! Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. Die Nachricht kam von Anrelis, der Feris wollte ihn Treffen. Der Vogel war... seltsam, ob im positiven oder negativen Sinn, konnte und wollte der Detektiv nicht beurteilen. Doch Gespräche mit ihm waren immer... "interessant". Während er vor seinem Kleiderschrank stand, schrieb er in Gedanken eine Nachricht an Anrelis. Die Worte erschienen am unteren Rand seines Sichtfelds und reihten sich im Textfeld des Messenger Programms ein. Er erhielt sofort eine Antwort, wieder verschlüsselt. Sie würden sich mittags im Legion5 treffen. Er sollte allein kommen und darauf achten, dass ihm niemand folgt. Das sah Anrelis ähnlich, auch wenn er gespannt war, wie Er ins Legion5 hineinkommen sollte. Hoffentlich hatte er sich auch darüber Gedanken gemacht, dachte der Detektiv während er in seinen Gleiter stieg. Der Gleiter bahnte sich seinen Weg durch die tiefen Schluchten der Stadt. Der Blick aus dem Fenster konnte Neulingen, die nicht aus einer Mega Metropole stammten, schnell den Atem rauben. Wie Spinnennetze zogen sich die Brücken und Verbindungsgänge durch die Leere zwischen den Türmen. Je weiter er in die Höhe stieg, desto mehr wichen die Wände der Türme zurück und machten Platz für großzügige öffentliche Plätze. So gab es auch mal, hängend zwischen zwei Hochhauswänden, einen unter einer Glaskuppel liegenden Park, oder die offene Seite eines Turms gab den Blick frei auf eine Einkaufsstraße im alt Europäischen Stil. Vor dem Fenster des kleinen Fluggefährts bildeten die Ausleger dreier Türme gemeinsam die Basis eines Sportstadions, das tausende Meter über dem Abgrund hing. Der Platzmangel in Kombination mit dem Größenwahn der Mega Reichen, hatte die oberen Ebenen der Stadt in ein unüberschaubares Gewirr, seltsamer, absurder und wahnsinniger Architektur werden lassen. Und das alles wurde erleuchtet durch Milliarden Scheinwerfer, Leuchtreklamen und den paar Strahlen Sonnenlicht, die sich in die Schluchten der Mega City verirrten. Das Legion5 hatte die Form eines Regentropfens und hing an der Außenseite des Euro Towers, der sich mit einer leichten Drehung in den Himmel schraubte. Das Edellokal war für seine Diskretion bekannt, doch der Detektiv hatte Bedenken, ob er in dieses Etablissement passte und ob man ihn überhaupt hineinlassen würde. Nachdem er seinen Gleiter verlassen hatte, trat er durch eine große Altmodische Drehtür in das Foyer. In der Mitte stand ein großer goldener Brunnen. Zu seiner Rechten befand sich ein Empfang und zu seiner Linken mehrere Edle Sofa Garnituren. Ein Terraner im edlen Samtanzug, augenscheinlich ein Angestellter des Legion, trat auf ihn zu. "Entschuldigung Sir, ich möchte ihnen nicht zu nahetreten, jedoch wirken Sie...", er musterte den Detektiv kurz, "...etwas verlohren. Haben Sie eine Reservierung?" Der Detektiv Atmete tief durch. Dann fragte er nach Anrelis. "Es tut mir leid, doch wir haben heute keine Reservierung auf diesen Namen. Darf ich Sie bitten zu gehen?" erwiderte der Angestellte und drängte ihn vorsichtig in Richtung Ausgang. Doch der Detektiv blieb standhaft. Vermutlich benutzte Anrelis eines seiner Pseudonyme. "Haben Sie eine Sir. Arthur von Braun auf ihrer Reservierungsliste? Wenn das der Fall sein sollte, informieren Sie ihn, dass sein Gast da ist." Der Angestellte hielt kurz inne und schien ein paar Informationen über sein Körpernetz zu prüfen. Dann deutete er dem Detektiv ihm zu folgen. Er führte den Hybriden durch den innen Raum des Restaurants. Dabei schien er zu versuchen ihn möglichst von den Gästen fern zu halten, welche jedoch kaum Notiz von ihm zu nehmen schienen. Über fiele Umwege gelangten Sie schließlich zu einer kleinen Seitentür, die in der Vertäfelung des Raums fast verschwand. Hinter der Tür lag ein großzügig eingerichteten Raum, der mehr mit einer Suite wie mit einem Restaurant gemein hatte. Genau in der Mitte von all dem Prunk, stand ein Runder Tisch aus dunklem Holz und der Detektiv war sich sicher, dass es echt Holz war... inzwischen fast unbezahlbar. Am Tisch, ihm den Rücken zugewandt, saß eine Gestalt. Sie trug einen dunkelbraunen Mantel, der ihre Gestalt vollständig verhüllte. Der Detektiv lächelte und nahm auf der anderen Seite des Tisches Platz. Die vermummte Gestalt hatte sich noch immer nicht bewegt. Der Detektiv aktivierte seine Nachtsicht. Dank seiner Implantate konnte er das gefiederte Gesicht mit dem krummen Schnabel, das sich unter der Kapuze verbarg, deutlich erkennen. "Wir können hier frei sprechen", erklang eine raue Stimme. Dem Detektiv fiel ein blutiger Kratzer an der Rechten Wange des Feris auf. Anrelis zog die Kapuze des Mantels, mit seinen dünnen geschuppten Händen zurück. Er liebte dramatische Auftritte, doch die Verletzung sah nicht so aus, als würde sie zu dem von ihm gewählten Look gehören. Das "Hast du deinen Schnabel mal wieder in Angelegenheiten gesteckt, die dich nichts angehen?" des Detektivs war anscheinend nicht die Reaktion die der Feris erhofft hatte, doch er öffnete den Schnabel halb und verharrte kurz so. Ein Gesichtsausdruck, der Vermutlich ein Lächeln darstellen sollte, dabei aber kläglich versagte. "Meine Quellen haben mir zugetragen, dass du nach einem Hybriden, suchst, der auch der 'Protektor' genannt wird", begann der Feris ohne umschweifen, während er nach dem Salat auf dem Tisch griff. Die Feris ernährten sich hauptsächlich Vegetarisch. Der Detektiv schob den Salat zur Seite und griff nach einem Teller gebratenem Fleisch. Das Legion5 war eines der wenigen Restaurants, dass noch echtes Fleisch leisten konnte. Vermutlich aß er gerade Essen im Wert von mehreren seiner Monatsgehälter. Er schluckte und erwiderte "Lass mich Raten, deine Quelle ist Amriza aus dem Archiv?" die Keetz Amriza arbeitete im Archiv des CiD und es gab inoffizielle Anweisungen, sie nicht in die Nähe Vertraulicher Akten zu lassen. Sie war jedoch schon so lang bei CiD, dass Sie gefühlt zur Ausstattung des Departments gehörte. Das was wahrscheinlich auch der Grund, weshalb man sie noch nicht gefeuert hatte. Der Vogel zuckte zusammen. "Keine Sorge, deine Quelle bleibt sicher. Das garantiere ich..." erwiderte der Detektiv, der ironische Unterton war nicht zu überhören. Doch der Feris schien dies zu ignorieren und fuhr fort. Laut einer seiner "geheimen Quelle" war sein Verdächtiger früher beim Geheimdienst gewesen, hatte einen Psychischen Zusammenbruch gehabt und war jetzt auf einem persönlichen Rachefeldzug. Dabei wird er von den Verbleibenden Splittern des Geheimdienstes gejagt." Es klang nach einem spannenden Spionagethriller, dachte der Detektiv, während er sich einen Streifen zartes Fleisch zwischen die Reißzähne schob. "Und er selbst versucht eine Verschwörung der Firma T-Genetics und der Regierung aufzudecken, welche von Agenten des Skraa Imperiums unterwandert wurden." Dies war der Punkt, an dem die Ausführungen Anrelis, den Detektiv verloren. Das weitere Gespräch plätscherte vor sich hin, ohne dass dabei irgendetwas interessantes herauskam. Noch während des Gesprächs verband er sich mit dem CiD Netzwerk und prüfte ob es irgendwelche neuen Spuren gab. Doch auch hier war nichts aufgetaucht. Er würde eine aggressivere Strategie fahren müssen. Dann schloss er alle Verbindungen und konzentrierte sich auf das köstliche Essen auf dem Tisch vor ihm. "Können wir bitte das Thema wechseln, ich habe Feierabend und meine Psychologische Bewertung empfielt mir, mich weniger mit der Arbeit zu beschäftigen." Das war leider nicht mal gelogen, dachte er verbittert.

Das Apartment des Detektivs lag am Rande des Zentrums, auf Ebene 150. Es war zwar nicht die Vornehmste Gegend, doch wurde es immer schwieriger bezahlbare Wohnungen ihn höheren Lagen zu finden. Ein Anstieg von nur zehn Ebenen bedeutete inzwischen mehr als eine Verdopplung des Preises. Es war offensichtlich, dass versucht wurde eine klare Grenze zwischen Arm und Reich zu ziehen, Platztechnisch zugunsten der Oberschicht. Er landete den Gleiter und betrat seine Wohnung. Der Flur lag in Dunkelheit. Nur ein schmaler Lichtstrahl fiel durch die Tür zum Wohnzimmer. Das Licht flackerte kurz, bevor es ganz erlosch. Schwärze. Absolute Dunkelheit umgab den Hybriden. Es dauerte kurz, bis sich die Nachtsicht seiner Implantate dazu schaltete. Sein scharfes Gehör tastete in die Stille und jedes noch so kleine Geräusch ließ ihn zusammenzucken. Das Brummen eines vorbeifliegenden Gleiters. Schritte im Stockwerk über ihm. Langsam schritt er durch den Raum, vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzten. Langsam einatmen. Luft anhalten. Auf Geräusche achten. Ausatmen. Er schlich mindestens fünf Minuten durch seine Wohnung, bis er sicher war, dass alles in Ordnung war. Dann aktivierte der Hybrid die Verriegelung seiner Wohnung. Erst als die Blenden vor den Fensterfronten nicht einmal den kleinsten Lichtstrahl einließen, schaltete er das Licht an und ließ sich auf sein Sofa fallen. Er hatte wohl vergessen die Tür zum Flur zu schließen. Kombiniert mit einem kurzen Ausfall des Stroms, der die Steuerung seiner Wohnung hatte abstürzen lassen. Seine letzte Wohnung hatte weiter oben gelegen. Dort wurden Stromausfälle kompensiert, indem man Energie von weiter unten umleitete. Die Stadt war viel zu schnell gewachsen... Es wurde Zeit das hier abzuschließen und ein neues Leben anzufangen. Vielleicht weiter oben, oder in einer anderen Stadt, oder auf einem anderen Planeten. Doch es gab hier noch Arbeit und er wusste, dass nicht so einfach wäre, dass alles hier hinter sich zu lassen. Das alles zu vergessen. Doch er war hier noch nicht fertig. Mit einem Gedanken rief er die Profile der Opfer auf, vielleicht hatte das System etwas übersehen. Stunden verstrichen, während der Detektiv sich durch die Akten wühlte. Der eine Terraner war ein Wissenschaftler, der für CoreTEX arbeitete. Der andere ein Investment Bänker. Die beiden Keetz waren für verschiedene Sicherheitsfirmen tätig gewesen und der Feris war ebenfalls Wissenschaftler bei T-Genetics einem großen Genetik- und Kybernetik-Konzern. Er stutzte, T-Genetics und CoreTEX waren auf dem Gebiet der Gentechnik Konkurrenten. Ging es hier um Firmenspionage? Vielleicht Verkauf von geheimen Informationen. Bis spät in der Nacht brütete er über den Akten der Opfer, bis ihn die freundliche Stimme seiner Implantate daraufhin wies, dass er dringend Schlaf benötigen würde. Und erst nach dem sein Körpernetz eine ihm unbekannten Wirkstoff in seinen Blutkreislauf übertragen hatte, driftete er langsam über in die Dunkelheit.

Als er am nächsten Morgen erwachte, erwartete er schon eine Nachricht des CiD. Das Netzwerk musste seinen Täter inzwischen aufgespürt haben, doch Fehlanzeige. Für die beiden Wissenschaftler musste er noch Anträge einreichen, um deren Arbeitsplätze untersuchen zu dürfen, doch das konnte seiner Erfahrung nach länge dauern. Also blieb der Mord von vor drei Jahren. Doch die Akte machte nicht sonderlich fiel her. Außer der DNA-Spur und ein paar widersprüchlicher Zeugenaussagen waren kaum relevante Informationen darin enthalten. Nach einem hastigen Frühstück verließ er seine Wohnung. Das Licht im Flur erlosch, kurz bevor die Tür ins Schloss fiel. Sein schlanker Gleiter wartete bereits vor dem Ausgang des Apartment Blocks. Das Gefährt hatte auch schon bessere Tage gesehen, die dünne Schicht Staub und Schmutz, die die Karosserie zierte, flehte nach einer Grundreinigung. Und auch die innen Ausstattung konnte eine Wäsche vertragen. Doch machte sich der Detektiv darüber keine Gedanken als er den Zielort eingab und sich auf der durch gesessene Sitzbank zurücklehnte, während das Fluggefährt sich seinen Weg hinab in die unteren Ebenen suchte. Die schmalen Gassen der Unterstadt waren verlassen. Die Läden auf beiden Seiten waren mit Metallgittern verrammelt und den Graffitis und dem Rost nach zu urteilen schon länger. In einem Hauseingang kauerten mehrere heruntergekommene Gestalten. Sie beachteten mich nicht. Der Hybrid ging an ihnen vorbei und warf beiläufig einen Blick auf sie. Es waren definitiv keine Terraner. Er glaubte Schuppen zu erkennen, also wahrscheinlich Skraa. Aber vielleicht auch Rezz, diese verschlagenen Reptilien fand man in allen Ecken des Weltraums, solang es dort Arbeit gab, oder die Möglichkeit auf anderen Wegen an, meist wertlose Besitztümer zu kommen, die Messies der Republik. Der Detektive hatte sein Ziel erreicht. Ein kleines schmutziges Schild wies auf die Bar „Shooting Star“ hin und unter dem Dreck glaubte er noch das Bild einer stilisierten Sternschnuppe zu erkennen. Er trat durch den Durchgang in das Innere der Bar. Der Laden war billig auf alt gemacht. Eine schmale Theke, die mit künstlichem Holz verkleidet war, lief zu seiner Linken durch den Laden. Zu seiner Rechten, standen mehrere kleine Tische im Raum verteilt. Ein leises Summen lag in der Luft. Etwas mehr als ein Dutzend Gäste befanden sich im Raum und unterhielten sich. Wie würde er jetzt fortfahren? Sein Blick wanderte durch den Raum... und blieb an einem Bild, das über der Theke hing, hängen. Darauf zu sehen war ein Mann. Er hatte schneeweißes Haar, eine gespaltene Zunge leckte über seine Lippen. An Hals und Händen waren grüne Schuppen zu sehen. War das etwa ein Volltreffer? Er wandte sich der Bar zu. Eine breit gebaute Gestalt stand dahinter. Schwarze Federn bedeckte ihren Körper. Der große gebogene Schnabel und die Rot funkelnden Augen ließen keinen Zweifel zu. Dies war ein Gruun... die Raubvögel galten eigentlich als Ausgestorben. Zögerlich fragte er den Barkeeper nach der Person auf dem Bild. Das Summen verstummte und die Gäste wandten sich dem Hybriden zu. Es wirkte fast als wäre es unvorstellbar, dass er diese Person nicht kannte. Auch der Barkeeper verstand nicht, wie er den "Protektor" nicht kennen konnte. Er schien hier unten eine Berühmtheit zu sein. Das sollte es einfach machen ihn aufzuspüren. Und so fragte er den Barkeeper weiter über diesen Mann aus, den sie "Protektor" nannten. Und es schien sich bei ihm tatsächlich um den Mann zu handeln, der vor 3 Jahren hier zwei Personen getötet hatte. Doch heute war er ein "Beschützer Seinesgleichen" der Jagd auf jene machten, die gegen Hybriden vorgingen, oder es auch nur wagten etwas Negatives über sie zu sagen. Also ein radikaler Kämpfer für die Hybriden Rechte. Er fügte diese Informationen seinem Täterprofil hinzu und sandte die Daten an das CiD. Hier war er fertig. Er wollte gerade gehen, da packte ihn eine Klaue an der Schulter. Es war der Barkeeper. "Seien Sie vorsichtig. Der Vorfall vor drei Jahren war damals vertuscht worden. Es waren Maskierte Männer in Kampfanzügen hier gewesen, die alle Spuren beseitigt habe, bevor die Polizei ankam. Anschließend sind auch einige meiner besten Stammgäste nicht mehr aufgetaucht. Legen Sie sich nicht mit dem Protektor an. Es ist besser für Sie." Er wusste nicht ob das eine Warnung oder eine Drohung gewesen ist, doch sie gab ihm zu bedenken. Wenn damals wirklich maskierte Männer in Kampfanzügen den Tatort gereinigt hatten, bevor die Polizei auftauchen konnte, dann hatte er einen Verdacht wer dahinterstecken konnte. Es war Zeit ein paar alte Kontakte von vor dem Umsturz zu aktivieren. Das Ganze klang nach Geheimdienst. Doch die Menschen liebten es geheime Bürokratiemonster zu erschaffen. So gab es eine ganze Menge Staatsorganisationen, die in Frage kamen. Das Oberste Sicherheits-Büro war vor dem Umsturz von Feindkräften unterwandert worden, genau wie der Militär Geheimdienst. Erstes war von der neuen Regierung aufgelöst worden. Der Militär Geheimdienst bestand zwar weiter, wurde jedoch komplett umgekrempelt. Doch heute über nahmen meist Paramilitärische Privat Unternehmen diese Aufgaben, weswegen die Verantwortlichen den Großteil der Zeit nur herumsaßen und Däumchen drehten. Der Detektive sendete eine kurze Nachricht an einen Kommunikationsknoten im Alpha Zentaurie System. Jetzt hieß es abwarten. Während dessen konnte er sich um CoreTEX und T-Genetics kümmern.

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