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Die Typenwalze [Auszug]


 
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 923
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 09.12.2018 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich habe jetzt – für meine Verhältnisse – recht lange über die Mechanismen und Bedingtheiten des Lesens im Forum nachgedacht, darüber, dass sich die Person des Autors/der Autorin, sobald wir es nicht mehr mit einem klar fiktionalen und aus einer klar personalen Perspektive erzählten Text zu tun haben, immer deutlicher zwischen Text und Leser schiebt, weil er/sie ja da ist, ansprechbar, sichtbar in dem, was er/sie (von sich) präsentiert.


Du befürchtest, ich bekäme ein Bild von dir als Autor?
Das ehrt mich. Embarassed
Diesem Risiko setzt man sich immer aus, da spreche ich aus Erfahrung.
Hier besonders, weil die Texte nicht allein für sich funktionieren. Weil man ein vages Bild vom Menschen hinter dem Text hat, das über eine kurze Vita auf einem Klappentext hinausgeht. Weil es auch hier überhaupt erst zum Interesse wird, werden sollte..
Aber ich kann dich beruhigen, ich versuche nicht auf Teufel komm raus, dich selbst hinter deinem Text zu sehen.

Zitat:
Wobei ich dazusagen muss: für mich ist Emotionalität keine Gegenpol zur Klarheit. Eher ist für mich Schonungslosigkeit, die das Durchdenken eines Satzes bis zum (bitteren) Ende fordert, das Sezieren des eigenen Selbst oder der eigenen Biografie, des eigenen Selbstbilds, der Gegenpol zu Apathie oder Resignation. Aber auch das ist nur mein Blick auf den Text.


Ja. Und das tut weh. Deshalb habe ich auch geschrieben, dass das nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich bin da eher so das Kind, das gern die Magie in den Dingen sieht, die Hoffnung nicht aufgibt. Mir ist klar, dass man sich selbst betrügt, aber das Träumen gehört für mich zum Leben dazu, ich könnte es sonst nicht ertragen. Es kommt auch immer darauf an, an welchen Punkt einen das Sezieren bringt, es ist nicht immer endgültig, eine Erklärung zu haben, manchmal bleibt dann nichts als eine trockene Fläche, auf der nichts mehr wachsen kann. Es ist also Mut und Gefahr in einem und die Erkenntnis am Ende kann sich wie eine Läuterung anfühlen, mit der man sich vielleicht zurückwünscht, an einen Punkt der Arglosigkeit.

Zitat:
Ich denke nicht, dass ich in absehbarer Zeit noch weitere Teile einstellen werde. Der Faden selbst ist ja schon sehr komplex, die eingestellten Ausschnitte sehr disparat und womöglich von Anfang an nicht geeignet, das Manuskript zu repräsentieren.
Nur: gut möglich, dass sich meine Meinung in ein paar Monaten wieder ändert.


Dann muss ich wohl warten, bis das Buch zu haben ist, leider


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 37
Beiträge: 2102
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 09.12.2018 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich habe jetzt – für meine Verhältnisse – recht lange über die Mechanismen und Bedingtheiten des Lesens im Forum nachgedacht, darüber, dass sich die Person des Autors/der Autorin, sobald wir es nicht mehr mit einem klar fiktionalen und aus einer klar personalen Perspektive erzählten Text zu tun haben, immer deutlicher zwischen Text und Leser schiebt, weil er/sie ja da ist, ansprechbar, sichtbar in dem, was er/sie (von sich) präsentiert.


Du befürchtest, ich bekäme ein Bild von dir als Autor?


Nicht unbedingt, dafür bin ich mir – auch als Autor – nicht wichtig genug. Ob sich jemand über meine Texte ein Bild von mir formt … na ja, ich denke, das bleibt nicht aus, betrifft mich aber zunächst nicht übermäßig.
Die Frage, die ich mir stellte, war eher: kann der Text in seiner Perspektive und seiner Konzeption richtig gelesen werden, wenn ich als Autor so präsent bin, wie es bei einem Text im Forum der Fall ist? Da geht es auch gar nicht um etwaige Charaktereigenschaften, die mir als Autor zugeschrieben und als Folie über den Text gelegt würden, sondern um ganz banale Gegebenheiten, Alter, Geschlecht usw.

Nur: so dringend ist die Frage dann eben nicht, weil sie sich bei einer anderen Auswahl der Textausschnitte womöglich gar nicht gestellt hätte.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Hier besonders, weil die Texte nicht allein für sich funktionieren. Weil man ein vages Bild vom Menschen hinter dem Text hat, das über eine kurze Vita auf einem Klappentext hinausgeht. Weil es auch hier überhaupt erst zum Interesse wird, werden sollte..


Wie gesagt, ich halte das auch für ziemlich normal und sehe darin auch kein Risiko per se. Ich selbst mache mir dieses Bild ja auch, unweigerlich, und wenn ich früher daran glaubte, es ginge nur um den Text bzw. es wäre mir möglich, nur den Text zu sehen, denke ich da inzwischen anders. Das hat Vor- wie Nachteile, aber die meisten Versuche, es zu vermeiden, halte ich für wenig glücklich.

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Wobei ich dazusagen muss: für mich ist Emotionalität keine Gegenpol zur Klarheit. Eher ist für mich Schonungslosigkeit, die das Durchdenken eines Satzes bis zum (bitteren) Ende fordert, das Sezieren des eigenen Selbst oder der eigenen Biografie, des eigenen Selbstbilds, der Gegenpol zu Apathie oder Resignation. Aber auch das ist nur mein Blick auf den Text.


Ja. Und das tut weh. Deshalb habe ich auch geschrieben, dass das nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich bin da eher so das Kind, das gern die Magie in den Dingen sieht, die Hoffnung nicht aufgibt. Mir ist klar, dass man sich selbst betrügt, aber das Träumen gehört für mich zum Leben dazu, ich könnte es sonst nicht ertragen. Es kommt auch immer darauf an, an welchen Punkt einen das Sezieren bringt, es ist nicht immer endgültig, eine Erklärung zu haben, manchmal bleibt dann nichts als eine trockene Fläche, auf der nichts mehr wachsen kann. Es ist also Mut und Gefahr in einem und die Erkenntnis am Ende kann sich wie eine Läuterung anfühlen, mit der man sich vielleicht zurückwünscht, an einen Punkt der Arglosigkeit.


Damit hast du eines der Kernthemen des Manuskripts ja ziemlich genau umrissen Laughing

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Dann muss ich wohl warten, bis das Buch zu haben ist, leider


Ich denke, wirklich lesbar ist das Ganze auch erst in Buchform; wenn überhaupt.


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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 923
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 09.12.2018 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Damit hast du eines der Kernthemen des Manuskripts ja ziemlich genau umrissen Laughing


Ein Emoji von Dir Shocked  Das betrachte ich jetzt aber sehr durchwachsen. Einerseits könnte es ein Zugeständnis sein, andererseits eine Form des Hohns..


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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 09.12.2018 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

So selten benutze ich die Dinger doch gar nicht, oder? Shocked
Ich sag schreib es aber gern noch mal ohne Smiley: Damit hast du eines der Kernthemen des Manuskripts ja ziemlich genau umrissen.

Der Smiley war weder als Zugeständnis noch als Hohn gedacht; ich fand's nur lustig, dass ich da einfach ein So isses druntersetzen konnte.

Würde ich jemanden verhöhnen wollen, würde ich dazu Worte benutzen, keine Smileys, das wäre mir nicht subtil genug.


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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 923
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 09.12.2018 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
So selten benutze ich die Dinger doch gar nicht, oder?


So gut wie nie.

Außerdem ist es auch beängstigend, dass du an dieser Stelle kaum etwas hinzuzufügen hattest. wink
Von daher schwankte ich zwischen ungläubigem Staunen und verhohlenem Misstrauen. Laughing

Smileys können sehr subtil sein! Der hier zum Beispiel: Very Happy, untertitelt mir verry happy, sieht aber aus wie die Maske des Wahnsinns. Shocked


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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 09.12.2018 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
So selten benutze ich die Dinger doch gar nicht, oder?


So gut wie nie.


Zwölf Mal allein in diesem Faden! Razz

d.frank hat Folgendes geschrieben:
Smileys können sehr subtil sein! Der hier zum Beispiel: Very Happy, untertitelt mir verry happy, sieht aber aus wie die Maske des Wahnsinns. Shocked


Ich glaube ja, die meisten Smileys werden sehr gruselig, wenn man sie in menschliche Physiognomie übersetzt.



Edit: 13!


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