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Erwachen


 

 
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uma1
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 17.07.2017 08:02    Titel: Erwachen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gedanken in die
 Ferne schweifen
Träume scheinen
wunderbar

Leise Wellen
in die Tiefe greifen
Sinne sind
ganz klar

Gefühle breiten
sich nun aus
bahnen sich
den Weg

Einsame Seele
bricht heraus
Traurigkeit
vergeht

Wärme neigt sich
 mir entgegen
legt sich zart
auf mein Herz

Ganz sanft fängt
es an zu beben
ausgelöscht ist
nun der Schmerz

Lange war es
tot und starr
fest gefroren
im starken Eis

Ganz sacht '
erwacht es nun
ist für ewig
jetzt befreit

05/2017 U.L.

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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2134



BeitragVerfasst am: 21.07.2017 10:35    Titel: Hallo uma1, Antworten mit Zitat

vom Eise befreiht sind Strom und Bäche schrieb einst Goethe.
Ein wenig klingt dieses frohe Erwachen auch in deinen Bildern mit, auch wenn im Hintergrund die dunkle Jahreszeit noch durchscheint.
Konstruktiv sind mir die Bilder einen Tick zu gefühlsbetont (Träume, Wellen, einsame Seele, Traurigkeit, Wärme, zart, Herz), da wäre für mich weniger mehr.
LG
Perry
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uma1
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 22.07.2017 09:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Perry,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Dieses Gedicht ist während eines völligen Gefühlschaos entstanden, mir tat es damals gut, diese Zeilen so zu verfassen...

Liebe Grüße Uma
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Abari
Geschlecht:männlichAlla breve

Alter: 40
Beiträge: 1364
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 22.07.2017 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

uma1 hat Folgendes geschrieben:

Dieses Gedicht ist während eines völligen Gefühlschaos entstanden, mir tat es damals gut, diese Zeilen so zu verfassen...

 Hallo uma1,

Wie siehst Du Deine Zeilen heute, nach zwei Monaten? Für mich ist immer die Frage, wie sehr ich in einem Text stecken kann oder darf, um nicht total in ihn verknallt zu sein bzw. er mich völlig kalt lässt. Die emotionale Ebene lässt manchmal Werkstatt nicht zu. Denn wie weit darf dann Kritik gehen, wenn mir der Text noch zu sehr am Herzen liegt? Was kann das Gegenüber leisten, um mir beim Text voran zu helfen? Und kann ich das annehmen?

Ich persönlich fände auch eine kleine Straffung und Klärung sinnvoll. Optisch wie inhaltlich. Denn bisher lassen die  Zeilenumbrüche den Text eher zerfallen als ihm zu helfen. Das finde ich schade, denn z.T. sind schöne Bilder drin, die es lohnte, zum Leuchten zu bringen.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Aranka
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3379
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 22.07.2017 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Uma,

ich hatte von Beginn an Schwierigkeiten mit dem Text, weil ich die Nähe von „Textsubjekt und Autor“ spürte, auch wenn das Textsubjekt  sich nicht direkt als L-ICH zeigt, sondern  versteckt  als „Gedanke / Gefühl / Sinne / Seele / Herz“ auftritt.

Diese deine Antwort bestätigte dann mein Gefühl, dass hier ein Autor sich etwas von der Seele geschrieben hat.

Du schreibst:
Zitat:
Dieses Gedicht ist während eines völligen Gefühlschaos entstanden, mir tat es damals gut, diese Zeilen so zu verfassen...


Auch gibt es im Text selbst Indizien:

Zitat:
Gefühle breiten
sich nun aus
bahnen sich
den Weg

Einsame Seele
bricht heraus


Abari sagt:

Zitat:
Die emotionale Ebene lässt manchmal Werkstatt nicht zu. Denn wie weit darf dann Kritik gehen, wenn mir der Text noch zu sehr am Herzen liegt?


Das sehe ich genau so und Abaris Gedanken veranlassen mich, hier ein wenig über die Beschaffenheit des Textsubjekts in der Lyrik nachzudenken. Ich lehne mich da an einen Aufsatz von Kurt Drawert an.

Ob ein „ETWAS des Autors“ ein Gedicht wird, hängt von der Souveränität ab, mit der sich ein Textsubjekt bewegt und ob es sich vom Autor tatsächlich ablösen kann. Das Subjekt des Textes gehört schon zum Imaginären des Textes und nicht mehr zum Autor. Es spricht in den Grenzen des Textes und sein Sprechen ist nicht das des Autors. Nur so schützt es die Privatheit und nur so kann das Gedicht in seiner intimen Verletzlichkeit auftreten, ohne den Leser zum Voyeur zu machen.

Du hast durchaus einiges versucht, genau diese Nähe Autor/Textsubjekt zu verschleiern, du lässt die Spuren des realen Anlasses im Dunkeln und verbirgst dein Subjekt hinter „versuchten Bildern“.
Aber da der Autor in seiner Nähe zum Anlass nicht als Autor sprechen kann und will, aber sein Subjekt so  wenig abgelöst von seiner Person noch keine eigene Sprache hat, quält sich das Textsubjekt ein wenig durch die Zeilen und der Text bekommt ungewollt Länge und Masse und braucht ganze vier Strophen (ich meine die letzten 4) um einen Endpunkt zu erreichen.

Zitat:
ist für ewig
jetzt befreit


Ob ein Text mit einem souveränen Subjekt zu diesem Ende gefunden hätte, oder ob es sich hätte wirklich befreien können? Die Ewigkeit ist ein kaum ein- oder auszuatmendes Etwas.

Ich würde mir Zeit lassen, solange, bis du in der Lage bist, ein LI wirklich sprechen zu lassen, bis dieses LI Bilder findet, die durchaus auch auf Realitätsmomente verweisen oder wenigstens diese durchschimmern lassen. Finde diesem LI einen Ton, indem es die Gefühle und den Konflikt, der im Text spürbar ist, auszusprechen kann. Und komprimiere das Ganze.

Lass dich durch deine ersten Versuch und die Kommentare dazu nicht entmutigen. Allein, dass kommentiert wird ist durchaus ein ermutigendes Zeichen. Ich jedenfalls kommentiere wenig und wähle gut aus.

Liebe Grüße. Aranka.


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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menetekel
Geschlecht:weiblichExposéadler

Alter: 101
Beiträge: 2214
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 22.07.2017 16:44    Titel: Re: Erwachen Antworten mit Zitat

uma1 hat Folgendes geschrieben:
Gedanken in die
 Ferne schweifen
Träume scheinen
wunderbar

Leise Wellen
in die Tiefe greifen
Sinne sind
ganz klar

Gefühle breiten
sich nun aus
bahnen sich
den Weg

Einsame Seele
bricht heraus
Traurigkeit
vergeht

Wärme neigt sich
 mir entgegen
legt sich zart
auf mein Herz

Ganz sanft fängt
es an zu beben
ausgelöscht ist
nun der Schmerz

Lange war es
tot und starr
fest gefroren
im starken Eis

Ganz sacht '
erwacht es nun
ist für ewig
jetzt befreit

05/2017 U.L.


Hallo Uma,

ein paar Kritikpunkte sind bereits genannt worden.
Ich möchte noch zwei Dinge ansprechen:

Du verdirbst dir mit einer derart geschraubten Sprache leider den Text. Embarassed

Schau:

Zitat:
Gedanken schweifen
in die Ferne


klänge leichtfüßiger und grammatikalisch richtig.

Zitat:
ein (oder der) Traum erscheint
mir, wunderbar


Damit wären wir schon beim zweiten Punkt.
Novizen machen häufig den Fehler, zu viel Plural zu benutzen (auch ich habe das getan, sprach anfangs von "Meereshäuten" und nicht von der viel einleuchtenderen und schöneren (!) "Meereshaut").

Ein Gedanke tritt selten isoliert auf; ein Traum hingegen schon. Der Wechsel vom Plural in den Singular (oder umgekehrt) bringt zudem mehr Spannung in einen Text.

Wenn du dein Gedicht auf diese Weise entkrampfen wolltest, käme am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas Ansprechendes heraus.

Und denk daran: "Ein Gedicht eintsteht nicht aus Gefühlen, sondern aus Worten" (Mallarmé), genau, wie es meine Vorredner angedeutet haben, also net so uff die Drüsen drücken ... Cool wink

Dir einen lieben Gruß und viel Erfolg
bei der Bearbeitung
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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