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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Lesezeichenpoesie 05/2017
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Autor Nachricht
firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5677
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.05.2017 18:00    Titel: Achtung Leser! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat





Achtung Leser!

Jede Seite
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quietschende
Türen zur
Zunge eines
Autors, der dir
rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.

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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 21.05.2017 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

werter Verfasser, dein Lesezeichen warnt als ein Quasi-Klappentext den Leser davor, was ihn bei der Lektüre erwartet. Dein Lesezeichen lädt nicht zum Lesen ein, sondern führt bei mir dazu, das Buch zu schließen und wegzulegen.

Insofern sehe ich diese Vorgabe leider nicht umgesetzt:
Zitat:
- Dein Gedicht sollte nicht nur das obige Motiv verarbeiten, sondern auch und insbesondere den Charakter des Lesezeichens als solches. Indem es seine/n Besitzer/in Seite für Seite durch die Lektüre des Buches begleitet, stellt es die einleitenden Worte wie auch den Ausklang jeder Etappe dieser Reise dar. Es unterbricht, es hält fest, es erinnert. Die daraufstehenden Worte sind die vielleicht meistgelesenen. Können sie sich immer wieder etwas Neues hinzufügen, bei jedem Betrachten eine weitere Facette von sich offenbaren, gar eine veränderte Sichtweise auf die Lektüre selbst eröffnen?


Sprachlich empfinde ich deinen Beitrag als zu gewollt, zu dick aufgetragen, zu sehr mit dem Kopf durch die Wand wollen.
Formulierungen wie "rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten", die dazu noch "hilflos
verschnörkelt" sind, passen für mich vom Kontext nicht, dass ein Autor bewusst ein Buch schreibt und den Leser, wie in diesem Falle, packen möchte, das Lesezeichen das Buch aber bereits negativ bewertet und es dem Leser somit madig macht.
Wenn das deine Intention war, ein Lesezeichen zu formulieren, das den Leser vom Lesen des Buches abhält, so ist es dir gelungen, aber dann kann ich leider nicht die obigen Vorgaben erkennen und somit fällt für mich dein Beitrag als Themaverfehlung raus.

Im Vergleich mit anderen Teilnehmer-Texten hat es dein Beitrag leider nicht in meine Punkteränge geschafft: zéro points.
Es tut mir leid.

Merci beaucoup,
Constantine
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4383
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 22.05.2017 01:19    Titel: Antworten mit Zitat

-


Ein Lesezeichen das kotzt, aha  / na ja, wenigstens das als Idee Wink


Gruß Stimmgabel ...


-


_________________
Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Eulenbaum
Autor


Beiträge: 848



BeitragVerfasst am: 22.05.2017 04:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Achtung Leser!

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Türen zur
Zunge eines
Autors, der dir
rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.


Auf das Buch im Allgemeinen trifft dieses Gedicht allein wegen des Schlusses nicht zu. Ich weiß nicht, wie viele Bücher verlegt werden, also durchaus auch auf Qualität überprüft, auf die das hier

Zitat:
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.


zutrifft.

Den Anfang finde ich reizvoll, gut sogar.

Zitat:
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Türen zur
Zunge eines
Autors, der dir
rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten


Dann gehts für mich kaputt, weil es keine allgemeine, spannende Aussage über das Verhältnis Autor-Leser mehr darstellt, auf mich interessierende Weise, wie es das im Anfangsteil geschieht.
Vielleicht wäre das ein extra-Gedicht wert, in dem sich über das Verhältnis von bestimmten Sprachstilen zu Lesern Gedanken gemacht wird, das ist aber aus meiner Sicht nicht Thema des Anfangs des Gedichtes, es wird erst am Ende auf diese Weise speziell und fällt damit raus aus dem Gesamton, wie ich ihn im Gedicht und seinem Thema bis dahin vorfinde. Auch das Wort "kotzt" ist an der Stelle nicht erwartbar bei derauf gleichbleibender ebene gut durchformulierten ersten Hälfte. Es durchbricht seine eigene Sprachebene und wird so unglaubhaft für mich. Eindimensional. Bei "Kotzen" kann man nicht viel mehr denken, bei dem anderen, ersten Teil, öffnet sich das Denken durch die Sprache.

Gruß,
Eulenbaum
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 53
Beiträge: 1760
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 22.05.2017 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Das muss ein mieses Buch sein: hilflos, verschnörkelt entgegen gekotzt.  Also. Hm. Ein Gedicht aus einem Satz, bei dem allein die Vorgaben die Zeilenbrüche bedingt zu haben scheinen, denn einen Mehrwert (ich weiß, blöder Begriff, ich mag ihn auch nicht) ergibt sich hieraus nicht. Jedenfalls lese ich den Satz flüssig runter und zucke beim Kotzen zusammen, weil das hier nicht passt. Ich weiß nicht, weshalb dieses Lesezeichen so ungnädig mit seinem Buch ist, vielleicht klemmt es unfreiwillig in einem Wälzer und hasst ihn, diesen Wälzer verwickelten Inhalts?
Ich möchte dieses Buch und dieses Lesezeichen jedenfalls schnell wieder beiseite legen - da vertragen sich zwei offenbar nicht und ich bin in einen zänkischen Monolog geraten. Nichts für mich. Leider.
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Longo
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 863



BeitragVerfasst am: 23.05.2017 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ein kleines Anti-Lesezeichen, das in einem extrovertierten Roman liegen könnte. Das Aussehen des Lesezeichen beißt sich trotzdem etwas mit dem Text. Die Lesezeichenfigur wirkt sehr klassisch; das Lesezeichen zu deinem Text würde für meinen Geschmack noch frecher aussehen, vielleicht mit einem Irokesenschnitt oder mit gepiercter Zunge? 1 Punkt.

MFG Longo
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 24.05.2017 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Bis auf den Titel mag ich dein Gedicht, vor allem das Provokante :

Zitat:
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.


Bezugnehmend auf Autoren und deren Texte. Du hast auch Glück, weil ich das Wort "kotzen" für die Aufgabenstellung (das Bild des Dämons mit dieser ellenlangen Zunge) sehr geeignet finde und in diesem Zusammenhang meinem Geschmack entspricht.
Bist oben mit dabei.


_________________
Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1675
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 26.05.2017 07:58    Titel: Re: Achtung Leser! Antworten mit Zitat

Postkartenprosa hat Folgendes geschrieben:




Achtung Leser!

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Türen zur
Zunge eines
Autors, der dir
rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.


Klanglich gut und sorgfältig gearbeitet, aber in meinen Augen fantasiearm betitelt. Zudem liest es sich - trotz der Umbrüche - mehr wie ein Prosatext.

LG, m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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Municat
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 51
Beiträge: 288
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 26.05.2017 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber unbekannter Dichter,

ich habe leider ziemlich wenig Ahnung von Lyrik. Meine Vorstellung geht nicht weit über Songtexte und gereimte, rythmische Texte hinaus. Den übrigen Beiträgen zu diesem Wettbewerb sehe ich an, dass moderne Lyrik mit der Moritaten-Schreiberei, die ich für Geburtstage ab und an von mir gebe, nicht viel zu tun hat. Ich werde also keine Stilmittel bewerten, weil ich nicht beurteilen kann, was in moderner Lyrik möglich, gut, verpöhnt oder schlecht ist. Ich werde nach meinem subjektiven Eindruck werten, nach dem Gefühl, das der Text bei mir verursacht ... und natürlich danach, ob ich die Vorgaben irgendwie sehe. Also bitte nicht böse sein, wenn ich wahrte Perlen nicht erkenne oder plumpe Versuche gutheiße.

hui ... ein Lesezeichen, das vor einem schlechten Text warnt. Mal eine ganz eigene Idee smile

Verwickelte Hirngärten ... herrlich!

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Gedichte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1627
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 27.05.2017 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

So so. Ein pragmatischer Satz. Warnung vor dem was drin steht.
Das "hilflos" passt meiner Meinung nach nicht.

Lieber Gruß
Zinna


_________________
Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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gold
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger

Alter: 65
Beiträge: 5418
Wohnort: ebenda
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 28.05.2017 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Achtung Leser!

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Türen zur
Zunge eines
Autors, der dir
rote Fäden
aus den Brunnen
verwickelter
Hirngärten
hilflos
verschnörkelt
entgegen kotzt.




Hahaha, eher kein Gedicht vom Sprachlichen her. Ist ein längerer Relativsatz. Mir gefällt die Ausdrucksweise aber:


 
Zitat:
rote Fäden aus den Brunnen verwickelter Hirngärten… entgegen kotzt. Hilflos verschnörkelt


_________________
es sind die Krähen
die zetern
in wogenden Zedern

Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 960
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 28.05.2017 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

lol2 Ein toller Humor! Dafür gibt es von mir 1 Punkt; für mehr Punkte ist mir der Text zu prosaisch, unter einer anderen Aufgabenstellung hätte es mehr gegeben.

_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Aranka
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Beiträge: 3371
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 30.05.2017 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Vier Texte werden in diesem Wettbewerb zwangsläufig 0 Punkte erhalten. Es werden die Texte sein, die auf der persönlichen Rangliste des jeweiligen Lesers die letzten vier Plätze belegen.

Ich habe mich nach einiger Überlegung entschlossen, auch die letzten vier Texte auf meiner Rangliste kurz zu kommentieren, da ich denke, der Autor soll erfahren, welche Details zu dieser Platzierung geführt haben, wo meine Störfaktoren saßen, wo mich der Text auf Abwege geleitet hat. Der Autor kann dann auch sehen, ob es viele  Kleinigkeiten waren, die zusammenkamen, oder ob ich generell keinen Zugang zum Text bekommen habe. Ob es vielleicht an meiner persönlichen Sichtweise zur Lyrik lag.


Nun zum Text:

Achtung Leser!

Das Lesezeichen als Warnung vor dem Autor, der dem Leser etwas entgegen kotzt.

Selten ließ sich ein lyrische Text so eindeutig und rasch zusammenfassen.

Das Lesezeichen lässt keine Fragen offen und stößt auch keine an.

Ein einziger durchaus durchschaubarer Satz mit einigen Adjektiven und Bildern, die mich nicht überzeugen, wie zum Beispiel:

„quietschende Türen zur Zunge eines Autors“ oder „die Brunnen verwickelter Hirngärten“.

Ich bekomme nicht wirklich Zugang zum Text.


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1443
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 02.06.2017 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich zu Lyrik sowieso nur wenig Qualifiziertes sagen kann, nur ein stummer Bewertungskommentar, um bepunkten zu können. Denn bepunkten will ich trotzdem. Auch auf die Gefahr hin, dass meine Bewertung nicht wirklich qualifiziert ist, sondern größtenteils mein persönliches Gefallen an dem Gedicht, Originalität der Sprache sowie von mir erkennbaren Themenbezug widerspiegelt.

_________________
»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5677
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
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BeitragVerfasst am: 12.06.2017 22:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ouch.

Das ging wohl mit seiner Direktheit an vielen Lesern vorbei.

Vielen Dank dennoch für die Kommentare und Punkte.

Antworten tu ich erst jetzt, weil ich im Urlaub war.
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