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HerbertH
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 555
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 12.03.2017 12:18    Titel: vorbei gegangen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

vorbei gegangen

sind die tage
voller stunden

nun finde ich

in den minuten
nur sekunden

schon kann ich

so schnell
nicht mehr denken

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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2049



BeitragVerfasst am: 12.03.2017 18:42    Titel: Hallo inkognito, Antworten mit Zitat

die Zeit scheint zurzeit ja sehr gefragt zu sein als Gedichthema. Wink
Die (immer schneller) vorbeigehende Zeit scheint dem LI keine Zeit mehr zum Nachdenken zu lassen.
Ich kann die Sogwirkung spüren, aber sie verschwindet wie das Wasser im Ausguß. Irgendwie fehlen mir die sich waschenden Hände oder etwas in der Art.
LG
Perry
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HerbertH
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 555
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 13.03.2017 06:00    Titel: Re: Hallo inkognito, pdf-Datei Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
die Zeit scheint zurzeit ja sehr gefragt zu sein als Gedichthema. Wink
Die (immer schneller) vorbeigehende Zeit scheint dem LI keine Zeit mehr zum Nachdenken zu lassen.
Ich kann die Sogwirkung spüren, aber sie verschwindet wie das Wasser im Ausguß. Irgendwie fehlen mir die sich waschenden Hände oder etwas in der Art.
LG
Perry


Hallo Perry,

schön, dass für Dich vom Gedicht eine Sogwirkung  ausgeht. Denn es ist die Beschreibung​ eines Prozesses. Wenn ich Dich recht verstehe, vermisst Du eine Conclusio, eine Aussage im Gedicht, worauf es hinausläuft. Aber das ist genau der Punkt, den das Gedicht nicht liefern darf. Denn dann wäre der Leser festgelegt auf eine​ Interpretationsmöglichkeit und die Sogwirkung dahin.

LG

A.


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Gast







BeitragVerfasst am: 27.03.2017 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ich hatte ja schon in einem anderen Forum geschrieben, dass der TExt für mich beides hat. Sogwirkung und conclusio. Diese ist allerdings gut "versteckt", bzw. eröffnet sich nur einem nicht flüchtigen Lesen.

Die Kernaussage ist für mich die Beschreibung des Eindrucks, der sich bei so vielen Menschen deckt, dass die Zeit bei fortschreitendem Altern immer schneller zu vergehen scheint.

Der Text als Ganzes sagt mir sehr zu. Auf den ersten flüchtigen Blick und das schnelle Lesen scheint das nix Besonderes zu sein. Aber wenn man genauer schaut, findet man viel und jedes Wort hat hier einen rechtmäßigen Platz gefunden.

Daumen hoch,
Monochrom
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Literättin
Geschlecht:weiblichExposéadler

Alter: 54
Beiträge: 2085
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BeitragVerfasst am: 28.03.2017 09:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo HerbertH,

ich könnte mich eigentlich Mono anschließen mit einem Daumen hoch, weil jedes Wort am richtigen Platz zu sitzen scheint und auch ich kann sagen: Insgesamt ein stimmiges kleines Werk.

Da sitzt einer und hat die Tage voller Stunden - es kann das Alter sein, wenn plötzlich Zeit, zu viel Zeit da ist - und dann fällt ihm auf, dass es ein einziges zu schnelles Verrinnen geworden ist, so schnell, dass selbst Denken kaum mehr möglich scheint.

Ja das hat was. Das hat sogar dieses eine Quentchen mehr, als in einer Zusammenfassung moderner Flüchtigkeits-Schnellebigkeits-Entschleunigungs-Sinnsprüchlein stecken könnte.

Und doch stolpere ich immer wieder über das "nun" und das "schon" und kann dir nicht einmal sagen, weshalb mir da etwas "unschön" dran erscheint. "Unrund", so, als könnte das ganze feine Gedichtlein um diese "unschönen Stolpersteine" herum entstanden sein. Als sei nicht zuerst die Idee da gewesen, sondern ein Gedichtansatz mit eben jenen zwei kleinen Stolpersteinen, die dann das Gedicht aus sich heraus entwickelt haben.

Dies als mein Feedback, ohne Werkstattvorschläge, einfach, weil es mir nicht aus dem Kopf ging.

Insgesamt aber: Doch, das hat was! Vor allem hat es dieses Quentchen mehr, als nur ein "moderner Sinnspruch mit uraltem Erkenntniseinschlag" zu sein: Dieser sich beschleunigende Sog ins Verschwinden.
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Longo
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 879



BeitragVerfasst am: 28.03.2017 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Text gelungen, keine Kritikpunkte. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.

MFG Longo
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant


Beiträge: 6133
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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
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BeitragVerfasst am: 28.03.2017 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

"vorbei gegangen

sind die tage
voller stunden

nun finde ich

in den minuten
nur sekunden

schon kann ich

so schnell
nicht mehr denken"

"voller Stunden" ist schön zweideutig: Ganze, gefüllte Stunden, oder Tage gefüllt mit Stunden.

Beides ist vorbei. Nun empfindet man, rechnet in Sekunden in Minuten, und das Hirn kommt nicht mehr mit.

Für mich schon ein Kommentar zur Schnelllebigkeit. Den man durchaus gepaart lesen kann mit dem Bewusstsein von älter werden. Denn je älter man wird, umso mehr (Stunden) hat man, worauf man zurückblicken kann.
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gold
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Alter: 67
Beiträge: 6393
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BeitragVerfasst am: 28.03.2017 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herbert,


ich bin um dein Gedicht herumgeschlichen und habe es zunächst abgelehnt.Jetzt ist mir auch bewusst geworden, wieso. Weil es so verdammt wahr ist und ich diese Wahrheit so gern verleugnen würde.

Du siehst also an meiner Reaktion, wie sehr du der Zeit im Alter auf den Zahn gefühlt hast.

Auch das Holperige am Ende des Gedichtes passt  m.E. zu diesem Thema. Zum Ende zu, drückt man sich manchmal nicht mehr so gewählt aus:
 
Zitat: "Schon kann ich so schnell nicht mehr denken" diese Formulierung finde ich richtig klasse und treffend.

Liebe Grüße
gold


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HerbertH
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 555
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 07.04.2017 18:19    Titel: Osterüberraschung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die so positiven Rückmeldungen. Ich war in letzter Zeit sehr beschäftigt, daher hat sich meine Antwort so lang verzögert. Aber jetzt freue ich mich um so mehr, dass dieses Gedicht solche Aufmerksamkeit gefunden hat. Smile

Und das, obwohl ich in letzter Zeit immer minimalistischer werde, geradezu geizig mit Worten umgehe - in den Gedichten. Vielleicht, weil ich so schnell nicht mehr denken kann Rolling Eyes

Ich werde hoffentlich die Zeit finden, auf Eure Kommentare ausführlicher einzugehen. Ich habe es mir jedenfalls fest vorgenommen.


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