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Meisenleise


 

 
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 512
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 06.03.2017 18:57    Titel: Meisenleise eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Meisenleise

Märzgeläut trägt
schüchtern
Kunde was weiß
der Specht da
er schon trommelt
Felder lüften
durch die Poren
mir selbst
dämmert ein
Schwanen
wiewohl die Meise
weiter klettert zum
Beutel keck und sammelt
Schrot vorm Fenster
wie hohl
ertönt der Kuckuck  
aus manchen Nestern
Klagen



_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1905
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 07.03.2017 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

So fühle ich mich auch. Und viele fühlen sicherlich mit uns und fühlen sich deshalb angesprochen. Schon allein vom Titel! smile
Ähnlich wie bei einer unserer "Kolleginnen", möchte ich dir diesmal vorschlagen, die Umbrüche zur Disposition zu stellen. Es ergäbe sich so evtl. mehr Tiefenschärfe und ein schöner Rhythmus.
Eine Möglichkeit wäre:



Zitat:
Meisenleise

Märzgeläut trägt schüchtern Kunde
was weiß der Specht da
er schon trommelt

Felder lüften durch die Poren
mir selber dämmert ein Schwanen wie
wohl die Meise weiter klettert  
zum Beutel keck und
sammelt Schrot vorm Fenster

hohl
ertönt der Kuckuck - aus
manchem Nest ein Klagen


Ich habe mir angewöhnt, mit meinen Gedichten grundsätzlich so zu verfahren: Am Ende denke ich stets nochmal über Umbrüche nach ...
Durchgängige Kleinschreibung kann ich mir hier auch gut vorstellen.

Dir einen lieben Gruß
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 512
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 07.03.2017 19:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo M.

es ist doch erstaunlich, wie die geänderten Umbrüche den Text in Fluss bringen...

Das Verrückte daran ist, dass die ersten Bearbeitungen mehr Ähnlichkeit
mit Deinem Vorschlag aufweisen als der eingestellte Text.

Habe dann kräftig 'umgebrochen' und gekürzt, auch um eine dem Text enthaltene zweite
Bedeutungsebene erkennbarer zu machen. Vielleicht ist diese nicht genügend ersichtlich?

Die neue Version folgt weitgehend Deinem Beispiel:

Zitat:
mir selber dämmert ein Schwanen wie

...hier ist für mein Gefühl der Sprachrhythmus gängiger, wenn ich beim 'selbst' bleibe.
Das 'hohl' setze ich bewusst gleich nah zur Aktivität der Meise, wie auch der des Kuckucks.

Vielen Dank fürs Belesen und dem Zurechtrücken der Volière. Wink


Liebe Grüße - Poetnick




Meisenleise

Märzgeläut trägt schüchtern Kunde
was weiß der Specht da
er schon trommelt

Felder lüften durch die Poren
mir selbst dämmert ein Schwanen wie
wohl die Meise weiter klettert
zum Beutel keck und
sammelt Schrot vorm Fenster
hohl
ertönt der Kuckuck - aus
manchem Nest ein Klagen


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schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1962



BeitragVerfasst am: 08.03.2017 22:39    Titel: Hallo Poetnik, Antworten mit Zitat

das leise Meisenzirpen wird meist vom lauten Spechtrommeln übertönt. Schöne gesellschaftspolitische Metapher Wink
Konstruktiv frage ich mich, ob die Satzverdrehung in der 3. Zeile notwendig ist und zu welchem "Beutel" die Meise klettert, erschließt sich mir leider auch nicht. Ansonsten hat der Text durch die neuen Zeilenumbrüche gewonnen.
LG
Perry
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 512
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 09.03.2017 20:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Perry,

Zitat:
ob die Satzverdrehung in der 3. Zeile notwendig ist und zu welchem "Beutel" die Meise klettert, erschließt sich mir leider auch
nicht

Als weitere Ebene ist eine sich lösende, entzweiende Beziehung gemeint, mit ihren Ahnungen
und Ambivalenzen.

Die Natur (hier auch die Gefühle), geben Hinweise, Zeichen. Der Specht baut bereits am neuen ‚Haus‘,
die Felder atmen, verströmen erste Düfte. Das LyIch hingegen ist
noch im Alten, in winterlicher Starre (festhalten der Beziehung), gefangen.
Und die Meise nährt sich vom gewohnten Schrot,
doch vor dem Fenster; sie ist so frei sich mit einem Flügelschlag zu lösen und meisenfroh und leise zu entschwinden.

LyIch’s Ahnungen 'schwanen' in diese Richtung, einstweilen werden die Konsequenzen noch abgewehrt und nicht zu einer
Ent-scheidung gelebt.
Ja, zum Kuckuck…das ist so ein Vogel, der verwaiste Nestsituationen wahrnimmt und sich in ihnen einrichtet.
Zitat:
ob die Satzverdrehung in der 3. Zeile notwendig ist

Du würdest auf diese Inversion lieber verzichten?

wie
wohl die Meise weiter klettert
zum Beutel keck und
sammelt Schrot

vielleicht so:

wie
wohl die Meise weiter keck
zum Beutel klettert und
Schrot sammelt

 
Für mich liest es sich in dieser ‚Verdrehung‘ fließender, passt vielleicht auch zur Inversions-Wetterlage
der unterstellten Beziehung. Wink

Vielen Dank für Deine Gedanken, Anregungen und dem Einbringen der gesellschaftspolitischen Metapher.
Auch hier sind es Beziehungen, die geklärt werden müssen und es finden sich Specht, Meise, Kuckuck und
weitere gefiederte Freunde. Smile


Liebe Grüße - Poetnick

12Wie es weitergeht »



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schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Tula
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 544
Wohnort: die alte Stadt


BeitragVerfasst am: 05.04.2017 00:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo poetnick

lese mich noch durch die erste Seite. Auch mir gefällt es und sehe hintergründig das Gleichnis, nicht unbedingt gesellschaftspolitisch, aber immerhin rein menschlich, den Unterschied zwischen dem stets lärmenden Specht und der leise und lieblich zwitschernden Meise (die sich vom Specht aber nicht stören lässt).

Vielleicht auch:
was weiß der Specht der
wütend
trommelt

LG
Tula


_________________
aller Anfang sind zwei ...
(Dichter und Leser)
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 57
Beiträge: 512
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 05.04.2017 19:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Tula,


Tula schrieb
Zitat:
den Unterschied zwischen dem stets lärmenden Specht und der leise und lieblich zwitschernden Meise



Ja, das wäre eine mögliche Deutung und Lesart. Das LyIch erlebt die Meise jedoch als ein Vögelchen das es faustdick hinter den Federn hat.
Der Specht verkörpert hier die frühe Ahnung (Intuition), die trotz Trommeln keinen Einfluss auf die Handlung nimmt.

Und durchaus ist es möglich, dass das Trommeln des Spechts zu einem späteren Zeitpunkt wütend durch den Wald hallt. Wink

Vielen Dank für Deine Gedanken und Vorschläge zu dem Text. Es freut mich, dass er Dir gefallen hat.

LIebe Grüsse - Poetnick

Edit: Grammatik...

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