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Der Zeuge


 

 
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MYung
Abc-Schütze


Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 03.03.2017 00:33    Titel: Der Zeuge eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute! Dies ist der Anfang einer Fantasy Geschichte, welche ich vor kurzem begonnen habe zu schreiben. Mich interessiert es sehr, was ihr von dem Ausschnitt haltet und wo, bzw. wie ich mich verbessern kann. Ich freue mich über jeden Verbesserungsvorschlag und bin für ehrliche und offene Kritik dankbar.

Der Zeuge

Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet und fast am Ende seiner Kräfte. Die aschgrauen Haare klebten ihm auf der Stirn, sein Wanderstock war angeknackst und sein Umhang zum größten Teil in Fetzen gerissen. Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen. Im Schein des Vollmondes waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser sonst so stillen Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein. Die einzigen Stimmen die er hörte, waren in seinem Kopf und gaben ihm immer mehr das Gefühl von großer Besorgnis.
Für eine Weile blieb er stehen, atmete ein paar mal tief durch und fokussierte seinen Blick. Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er bereits das flackernde Licht erkennen, welches wie jede Nacht aus den Fenstern der alten Taverne schien.
Die Holzhütte gehörte Karson, einem dicklichen Mann, welcher auf den ersten Eindruck hin freundlich wirkte, sich des Öfteren aber schon als unberechenbarer Gastwirt erwiesen hatte. So konnte es schon mal vorkommen, dass eine fallengelassene Suppenschüssel einer Kellnerin die Arbeit kostete oder er wegen einer verlorenen Partie Poker seine komplette Kundschaft vor die Tür setzte. Trotz dieser Umstände war die alte Taverne schon immer ein gern besuchter Ort der hiesigen Bewohner gewesen.
Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes und fiel einem leicht ins Auge, sobald man den Waldrand erreichte. Die Gewissheit, dem kräftezehrendem Fußmarsch bald ein Ende bereitet zu haben, weckte in Kemian einen Schimmer von Erleichterung. Jetzt nicht mehr lange, und er könne den Bewohnern von Nerabin endlich erzählen, welch finstere Beobachtung er vor einigen Nächten gemacht hatte. Ob sie ihm glauben würden oder nicht war ihm gleich, denn er wusste, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden.

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Socki
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

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Beiträge: 33



BeitragVerfasst am: 03.03.2017 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hey MYung!

Ich muss sagen, mir gefällt dein Schreibstil und es hat sich mir sofort ein Bild vor dem inneren Auge abgezeichnet.

Zitat:
Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet und fast am Ende seiner Kräfte.


Da du anfangs schon davon sprachst, dass er erschöpft ist, finde ich nicht, dass man noch mal erwähnen muss, dass er am Ende seiner Kräfte ist. Wenn du das dennoch einbringen willst, würde ich es anders einbauen. Denn wenn du schreibst, dass gerade die Kälte ist es ja, die Kräfte raubt.
Man könnte sonst auch das Wort 'kraftlos' einbringen.

Zitat:
Im Schein des Vollmondes waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser sonst so stillen Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein.


Hier würde ich das 'im Schein des Vollmondes' raus lassen. Das klingt in erster Linie ja, als würde man etwas sehen. Dann schreibst du aber von den Geräuschen, die zu vernehmen sind. Da könnte man vielleicht schreiben 'Die Stille der Nacht wurde unterbrochen von [...]'

Die Geschichte rund um Karson finde ich in der Szene auch eher uninteressant. Das könnte man vielleicht einbauen, wenn er auf den Wirt trifft. In der jetzigen Szene sollte meiner Meinung nach das Hauptaugenmerk aber weiter auf Kemian liegen.

Zitat:
Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes


Klar, kann man so schreiben, auch wenn ich eine Taverne eher im Ortskern sehe.

Zitat:
Ob sie ihm glauben würden oder nicht war ihm gleich


Wirklich? Ich mein, er muss ja etwas schreckliches gesehen/erlebt haben und will sein Dorf ja offenbar vor der drohenden Gefahr warnen. Da glaube ich kaum, dass es ihm egal war, wenn man ihm keinen Glauben schenkte.

Das ist natürlich jetzt nur meine Meinung.
Meine Neugierde ist auf jeden Fall geweckt. Ich würde gern erfahren, was Kemian denn gesehen hat.

LG Socki
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Yaouoay
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Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 03.03.2017 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, MYung! smile extra

Mir gefällt dein Einstand im Großen und Ganzen. Und ich schließe mich auch meiner Vorrednerin an.
Vor allem, was "Ob sie ihm glauben würden oder nicht war ihm gleich" betrifft.

Überdies ist mir aufgefallen, dass du das Relativpronomen "welch-" präferierst.
Mir ging es früher auch so - vor allem im Zusammenhang mit wissenschaftlichen oder feierlichen Texten.
Es unterbricht aber dezent den Lesefluss und hat eine Silbe mehr als unbedingt notwendig.
Lass dir das mal durch den Kopf gehen; denn schon die kleinste Nuance kann das Lesevergnügen trüben.

Ansonsten hätte ich nur noch an kleinen Details rumzumäkeln - da dies aber der Einstand ist, möchte ich dir deine Geschichte nicht auseinander nehmen.

Ich finde besonders diese Stelle ist dir gut gelungen:

Zitat:
[...] er wusste, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden.


Es macht viel Lust auf mehr und weckt Spannung, was wohl als nächstes geschehen würde.

Liebe Grüße und willkommen im Forum smile
Yaouoay


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MYung
Abc-Schütze


Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 03.03.2017 18:24    Titel: Hallo Socki und Yaouoay pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Socki und Yaouay,

vielen Dank erstmal für eure Kritik und die Verbesserungsvorschläge. Was den Schluss angeht, habt ihr natürlich recht und nachdem ich es nochmal gelesen hatte, ist es mir sofort aufgefallen. Auch eure weiteren Tipps fand ich sehr wertvoll und habe sie in der nachträglichen Überarbeitung versucht umzusetzen. Würde mich natürlich wieder über konstruktive Rückmeldungen freuen. Wink

Der Zeuge (Überarbeitung)  

Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet, kraftlos und kurz davor sich aufzugeben. Die aschgrauen Haare klebten ihm auf der Stirn, sein Wanderstock war angeknackst und sein Umhang zum größten Teil in Fetzen gerissen. Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen. Im stillen Schein des Vollmondes waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser klaren Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein. Die einzigen Stimmen die er hörte, waren in seinem Kopf und gaben ihm immer mehr das Gefühl von großer Besorgnis.
Für eine Weile blieb er stehen, atmete ein paar mal tief durch und fokussierte seinen Blick. Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das flackernde Licht erkennen, das wie jede Nacht aus den Fenstern der alten Taverne schien. Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes und fiel einem leicht ins Auge, sobald man den Waldrand erreichte. Die Gewissheit, dem kräftezehrendem Fußmarsch bald ein Ende bereitet zu haben, weckte in Kemian einen Schimmer von Erleichterung. Jetzt nicht mehr lange, und er könne den Bewohnern von Nerabin endlich erzählen, welch finstere Beobachtung er vor einigen Nächten gemacht hatte. Die einflüsternden Zweifel, die Leute könnten ihm nicht glauben, geschweige denn verspotten, versuchte er zu ignorieren. Kemian war überzeugt von der Wichtigkeit seiner Botschaft, denn er wusste, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden.

Frage
Ich würde gern noch eine Frage an euch stellen. Irgendwie kommt es mir nicht richtig vor wenn ich schreibe: "das flackernde Licht, was aus den Fenstern der Taverne schien." Ist flackerndes Licht, was scheint nicht widersprüchlich, bzw. passt nicht zusammen? Für mich hört sich das irgendwie falsch an, da ich unter "scheinen" etwas Gleichmäßiges und Ruhiges verstehe und unter "flackern" eher etwas Wildes und Unruhiges. Was sagt ihr dazu und habt ihr ggf. Vorschläge, wie man es besser ausdrücken könnte? Danke schon mal Wink
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Socki
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Beiträge: 33



BeitragVerfasst am: 03.03.2017 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Text schon deutlich besser. Natürlich könnte man den Zustand des Mannes noch ausbauen. Er scheint ja schon sehr lange unterwegs zu sein. Dazu gibt es hier im Forum aber tolle Übungen und das hier dient ja als Einstand.

Mit dem Scheinen und dem Flackern hast du recht. Vielleicht könnte man schreiben, dass das flackernde Licht durch die Fenster fiel.

Zitat:
Für eine Weile blieb er stehen, atmete ein paar mal tief durch


Hier würde ich nicht 'eine Weile' als Zeitangabe nehmen. Eine Weile ist für mich doch schon eine recht große Zeitspanne. So lange stand er sicher nicht da.

Zitat:
Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen.


Den Satz finde ich persönlich total gut getroffen.
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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 03.03.2017 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll ich sagen ... Du hast unsere Vorschläge gut umgesetzt. Der Text ist prägnant und dennoch reich.
Als Einstieg für ein Buch eignet er sich gut. smile

Ich glaube zwar, dass man den ersten Absatz ein wenig kürzen könnte; doch er ließt sich flüssig und ist schön formuliert - also was soll's?

Bei ein paar Formulierungen bleibe ich noch hängen; ich gebe demnächst mal ein paar Vorschläge.

Zu deiner Frage (hab sie fast übersehen):
Zitat:
Ich würde gern noch eine Frage an euch stellen. Irgendwie kommt es mir nicht richtig vor wenn ich schreibe: "das flackernde Licht, was aus den Fenstern der Taverne schien." Ist flackerndes Licht, was scheint nicht widersprüchlich, bzw. passt nicht zusammen? Für mich hört sich das irgendwie falsch an, da ich unter "scheinen" etwas Gleichmäßiges und Ruhiges verstehe und unter "flackern" eher etwas Wildes und Unruhiges. Was sagt ihr dazu und habt ihr ggf. Vorschläge, wie man es besser ausdrücken könnte?


"das flackernde Licht, das aus den Fenstern der Taverne schien."
Ich finde die Formulierung ebenfalls nicht so sauber.
Umformulierungsvorschläge:
"das Licht, das in den Fenstern der Taverne flackerte."
"das Licht, das ihm aus den Fenstern der Taverne entgegenflackerte."
"das flackernde Licht, das die Fenster der Taverne erhellte."

Vorschläge für den ganzen Satz:

" Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das flackernde Licht erkennen, das wie jede Nacht aus den Fenstern der alten Taverne schien."

"Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das flackernde Licht der Tavernenfenster erkennen."
"Erleichtert atmete er auf, als er endlich das Licht der Tavernenfenster sah, das wie jede Nacht durch die dunklen Umrisse der Bäume flackerte."

Ich hoffe, meine Vorschläge sind anregend - vielleicht kommt dir ja jetzt eine Idee. Mir würde gewiss noch mehr einfallen; ich will dir aber nicht die Arbeit und den Spaß wegnehmen. Wink
Du kannst auch überlegen, ob es wirklich wichtig ist, dass das Licht flackert. Ich kann mit ehrlich gesagt besser vorstellen, dass es konstant bleibt.

LG~Y

PS:
Zitat:
Hallo Socki und Yaouay,

Warum schreiben mich fast alle Leute falsch? Embarassed


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Betze
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BeitragVerfasst am: 03.03.2017 19:24    Titel: Re: Hallo Socki und Yaouoay Antworten mit Zitat

MYung hat Folgendes geschrieben:
Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet, dazu (Ich würde "dazu" hinzufügen, da es klingt, als würde normalerweise Kälte Kraft spenden) kraftlos und kurz davor sich aufzugeben. Die aschgrauen Haare klebten ihm auf der Stirn, sein Wanderstock war angeknackst und sein Umhang zum größten Teil in Fetzen gerissen. Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen. (Guter Satz) Im stillen Schein (Gibt es einen lauten Schein?) des Vollmondes waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser klaren Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein. Die einzigen (Wieder "einzig", ich würde das Wort ganz weglassen, da es nun klar ist, dass keine anderen Personen da sind. Das wird auch mit "in seinem Kopf" nochmal betont) Stimmen die er hörte, waren in seinem Kopf und gaben ihm immer mehr das Gefühl von großer Besorgnis.
Für eine Weile (Ich fände ebenfalls "kurz" oder "Für einen Moment" besser) blieb er stehen, atmete ein paar mal tief durch und fokussierte seinen Blick. Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das flackernde Licht erkennen, das wie jede Nacht aus den Fenstern der alten Taverne schien. Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes und fiel einem leicht ins Auge, sobald man den Waldrand erreichte. Die Gewissheit, dem kräftezehrendem Fußmarsch bald ein Ende bereitet zu haben, weckte in Kemian einen Schimmer von Erleichterung. Jetzt (Würde ich weglassen) nicht mehr lange, und er könne den Bewohnern von Nerabin endlich erzählen, welch finstere Beobachtung er vor einigen Nächten gemacht hatte. Die einflüsternden Zweifel, die Leute könnten ihm nicht glauben, geschweige denn verspotten, versuchte er zu ignorieren. Kemian war überzeugt von der Wichtigkeit seiner Botschaft, denn das er wusste, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden. (Darf ich eine alternative Formulierung vorschlagen?)

Einige Anmerkungen sind eher persönlicher Geschmack und Meckern auf höherem Niveau. Insgesamt guter Text und ein guter Einstieg smile

MYung hat Folgendes geschrieben:

Frage
Ich würde gern noch eine Frage an euch stellen. Irgendwie kommt es mir nicht richtig vor wenn ich schreibe: "das flackernde Licht, was aus den Fenstern der Taverne schien." Ist flackerndes Licht, was scheint nicht widersprüchlich, bzw. passt nicht zusammen? Für mich hört sich das irgendwie falsch an, da ich unter "scheinen" etwas Gleichmäßiges und Ruhiges verstehe und unter "flackern" eher etwas Wildes und Unruhiges. Was sagt ihr dazu und habt ihr ggf. Vorschläge, wie man es besser ausdrücken könnte? Danke schon mal Wink

Da hast du recht. Flackerndes Licht würde ich ebenfalls nicht benutzen. Wie wäre es mit "warmes Licht" als Kontrast zu der kalten Nacht.
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MYung
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BeitragVerfasst am: 03.03.2017 20:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute, wieder vielen Dank für die schnellen Antworten. Eure Anregungen zu lesen und zu erleben, wie der Text dadurch besser und besser wird, ist eine große Motivation für mich. Ich habe erneut vieles umgesetzt und werde den Text wohl jetzt so lassen und mich langsam an die Fortsetzung der Geschichte wagen.

Was das Thema mit dem "flackern" und "scheinen" angeht, habe ich mit Hilfe eurer Anregungen den besagten Satz wie folgt geändert:

Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das warme Licht in den Fenstern der Taverne erkennen, dessen behagliches Flackern den davor liegenden Schnee in eine Ansammlung aus goldenen Kristallen zu verwandeln schien.


@Alle
Ich beharre darauf, das Wort "flackern" nicht zu streichen, da die Geschichte in einer "mittelalterlichen" Welt spielt und die damalige Lichtquelle bekanntlich Feuer war. Ich hoffe der Satz gefällt euch trotzdem und kommt jetzt nicht zu gefüllt, geschweige denn billig rüber. Falls doch, bitte sofort mitteilen Wink

@Betze Auch dir vielen Dank für die Verbesserungstipps. Ich habe sehr viel davon übernommen. Natürlich kannst du für den letzten Satz eine alternative Formulierung vorschlagen. Bin sehr gespannt.

Danke nochmal an alle. Ich werde den überarbeiteten Text dann zusammen mit dem zweiten Teil posten.

PS:
@Yaouoay sorry nochmal für den Schreibfehler im Namen Wink
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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 03.03.2017 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

MYung hat Folgendes geschrieben:
[...] werde den Text wohl jetzt so lassen und mich langsam an die Fortsetzung der Geschichte wagen.

Es ist sowieso gut, wenn der Text eine Weile ruht, bevor man sich erneut ransetzt.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung! smile

Zitat:
Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das warme Licht in den Fenstern der Taverne erkennen, dessen behagliches Flackern den davor liegenden Schnee in eine Ansammlung aus goldenen Kristallen zu verwandeln schien.
[...]
Ich hoffe der Satz gefällt euch trotzdem und kommt jetzt nicht zu gefüllt, geschweige denn billig rüber. Falls doch, bitte sofort mitteilen


M.E. ist der Satz tatsächlich etwas zu prall geraten. Ein langer Schachtelsatz, der den potentiellen Inhalt eines kurzen Satzes trägt, kommt bei mir nicht gut.
Aber das ist meine Meinung nach einmaligem Lesen. An sich ist der Satz ganz schön.

Zitat:
@Yaouoay sorry nochmal für den Schreibfehler im Namen

Schon okay; bin ja selbst schuld, wenn ich mir einen solch komplizierten Namen gebe. Wink wink Rolling Eyes

LG~Y


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MYung
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Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 04.03.2017 00:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Prolog - Der Zeuge

Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet, dazu kraftlos und kurz davor sich aufzugeben. Die aschgrauen Haare klebten ihm auf der Stirn, sein Wanderstock war angeknackst und sein Umhang zum größten Teil in Fetzen gerissen. Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen. Im stillen Schein des Vollmonds waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser klaren Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein. Die Stimmen die er hörte, waren in seinem Kopf und gaben ihm immer mehr das Gefühl von großer Besorgnis.
Für einen Moment blieb er stehen, atmete ein paar mal tief durch und fokussierte seinen Blick. Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das warme Licht in den Fenstern der Taverne erkennen, dessen behagliches Flackern den davor liegenden Schnee in eine Ansammlung goldener Kristalle zu verwandeln schien. Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes und fiel einem leicht ins Auge, sobald man den Waldrand erreichte. Die Gewissheit, dem kräftezehrendem Fußmarsch bald ein Ende bereitet zu haben, weckte in Kemian einen Schimmer von Erleichterung. Nicht mehr lange, und er könne den Bewohnern von Nerabin endlich erzählen, welch finstere Beobachtung er vor einigen Nächten gemacht hatte. Die einflüsternden Zweifel, die Leute könnten ihm nicht glauben, geschweige denn verspotten, versuchte er zu ignorieren. Kemian war überzeugt von der Wichtigkeit seiner Botschaft, denn das, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden.



Kapitel 1 - Roter Rauch


„Du Karson, die Suppe ist mal wieder köstlich.", rief Naithan in Richtung des Tresens und ließ seiner Zunge einen weiteren Löffel der roten Brühe schmecken. Karson nickte ihm mit einem Augenzwinkern zu, nicht sicher, ob er seinen Ziehsohn richtig verstanden hatte. Die Kulisse war gefüllt von angeregten Gesprächen, klirrenden Krügen und knackendem Kaminholz. Aus einer dunklen Ecke vernahm man die zarten Klänge eines Geigers, die nach jedem erdenklichem Spott dem folgendem Gelächter zum Opfer fielen. Es war warm, die Luft war stickig und auch sonst war alles so wie immer.    
Karson hatte seine Gäste gut im Blick und war mal wieder damit beschäftigt, das Geschirr seines Lokals auf Hochglanz zu polieren. So brüchig die alte Holzhütte seiner Taverne auch war, eines musste man dem dicklichem Gastwirt lassen. Er war stets darauf bedacht sein Lokal sauber zu halten und es im besten Licht zu präsentieren. Neben seiner Eitelkeit galt Karson zwar als freundlich, hatte sich öfter aber auch schon als launenhafter Gastwirt erwiesen. So konnte es schon mal vorkommen, dass eine fallengelassene Suppenschüssel einer Kellnerin die Arbeit kostete oder er wegen einer verlorenen Partie Karten seine komplette Kundschaft vor die Tür setzte. Trotz dieser Umstände war die alte Taverne schon immer ein gern besuchter Ort, zumal jeder wusste, dass hier die köstlichsten Speisen der Region serviert wurden.
„Naithan, 30 Kröten.", fuhr ihn Gregor mit grobem Ton an.
„Wie bitte?"
Genervt zeigte Gregor mit seiner rechten Pranke in die Mitte des wackeligen Holztisches an dem sie saßen.
"Gehst du nun mit, oder was?"
Naithan musterte sein Blatt. Im trüben Licht des Kaminfeuers erkannte er nur schwer, dass ihm das Erscheinen einer 4 eine Straße einbringen würde. Sollte es das Schicksal mal gut mit ihm meinen, würde er seinem kräftigem Gegenspieler damit einen großen Batzen Geld abnehmen. Allerdings bedeuteten 30 Kröten auch eine Woche Essen und knapp bei Kasse war er sowieso schon. Er zögerte.
"Nee, ich bin raus.", sagte Naithan schließlich und schnippte seine Karten zurück in den Stapel. Zufrieden mit seiner Entscheidung schlürfte er einen weiteren Löffel seiner Suppe, während Gregor schon damit begonnen hatte, das Deck für eine neue Runde zu mischen.
Plötzlich schepperte ein ohrenbetäubender Knall durch den Raum, dessen Ausmaß alle Leute aufschrecken ließ. Die Tür des Lokals stand sperrangelweit offen. Vor ihr lag ein sichtlich älterer Mann, der nur schwer atmete. Seine grauen Haare verdeckten das Gesicht, seine Kleider waren von Fetzen übersät und sein zerbrochener Wanderstock lag regungslos neben ihm. Er muss vor Erschöpfung gestolpert sein und war regelrecht mit der Tür ins Haus gefallen.
"Du liebe Güte, das ist Kemian der Jäger!", platze es aus Karson heraus. Unter der erschrockenen Masse machten sich fragende Blicke breit. Auch Naithan hatte den Mann, den sein Ziehvater soeben erkannt hatte, noch nie gesehen.  
"Los, tragt ihn sofort nach oben!", leitete er die entrüstete Kundschaft an und wetzte hinter seinem Tresen hervor.
Er und zwei weitere Gäste packten sich den alten Mann und machten sich auf in Richtung Treppe. Der Rest der Leute stand immer noch wie angewurzelt da.
"Ach Naithan!", rief Karson noch auf halben Wege Richtung Obergeschoss. "Bringe unserem Gast doch bitte eine warme Suppe nach oben."
"Ja doch, sofort.", stotterte er, noch nicht ganz erholt von seinem  Schrecken und eilte in die Küche. Nach kurzer Zeit fing der Geiger wieder an zu spielen.

Als Naithan das Gästezimmer betrat sah er, dass der alte Jäger wieder ein wenig zu Kräften gekommen war. Er saß auf dem Bett und sein Körper war in eine dicke Wolldecke gehüllt. Die vor Nässe triefenden Kleider hatte man ihm abgenommen und hingen nun über dem Stuhl auf dem Karson mit vorgebeugtem Oberkörper saß. Mit angstverzerrtem Gesicht starrte er den Jäger an, einem Ausduck, den Naithan noch nie bei ihm beobachten konnte.
„Und du hast es mit eigenen Augen gesehen?", fragte er den erschöpften Gast. Trotz der Decke war Kemian noch immer am zittern und konnte nur mit schwacher Stimme antworten.
„Vor zwei Nächten an der Lichtung von Gabron. Ich sah es klar und deutlich. Sie waren zu dritt, machten sich über einen Hirsch her.“
Kemian musste mehrmals niesen. Sofort reichte Naithan ihm die Suppe und spitzte weiter die Ohren, ehe der Jäger fortfuhr.
„Sie entzogen ihm die Kraft, aßen sein Fleisch und tranken sein Blut. Es war so grauenhaft mit anzusehen."
Karson blickte wie versteinert aus dem kleinen Dachfenster.
„Du weißt was das heißt, oder?", fragte er schließlich und wandte seinem Blick wieder dem Jäger zu.
Kemian nickte langsam. „Leider ja", entgegnete er dann und nahm einen kräftigen Schluck von der Suppe.
„Und der Rauch? War er schon da?“, fragte Karson mit der offensichtlichen Hoffnung, dass sein Gegenüber es verneinen würde.Doch der alte Jäger nickte erneut.
„Noch nicht soviel wie damals. Aber ja, der rote Rauch war da.“

Fragend, nicht zu wissen, was das das Ganze zu bedeuten hatte, schaute Naithan seinen Ziehfvater an. Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass dessen Augen mit Tränen gefüllt waren, seine Lippen bebten und sich seine Hände zu zitternden Fäusten geformt hatten.
„Karson, was ist hier eigentlich los?“, fragte Naithan schließlich, fast schon wütend darüber, seinen Ziehvater das erste mal in einem so hoffnungslosem Zustand zu sehen.
Karson packte ihn mit einem festen Griff an den Schultern und schaute mit ernsthafter Miene auf ihn ab. In seinen verweinten Augen war die reinste Entschlossenheit zu sehen.
„Naithan, hör mir zu! Du gehst jetzt hinters Haus, holst den Karren und machst dich so schnell wie möglich auf den Weg zum Schuppen. Dort wirst du soviel Holz wie möglich aufladen und sofort wieder herkommen!“
„Aber was ist...“
„Hör mir zu!“, unterbrach Karson ihn und wischte sich die Tränen aus den Augen.
„Du nimmst Gregor mit. Haltet euch nicht lange draußen auf. Holt das Holz und kommt schnell wieder zurück. Ich verspreche dir, du wirst früh genug erfahren, was los ist. Aber jetzt dürfen wir keine Zeit verlieren!“
Naithan war enttäuscht darüber, wie ihn Karson der Unwissenheit überließ, doch fragte aus Rücksicht zu ihm nicht mehr weiter nach. Noch konnte er nicht ahnen, dass diese Nacht für beide einen tragischen Ausgang nach sich ziehen würde.

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Zauberzunge
Schreiberassi


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BeitragVerfasst am: 04.03.2017 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MYung,

mir hat dein Text ziemlich gut gefallen. Die Sprache ist im Allgemeinen gut verständlich und angenehm zu lesen. Auch bei der Handlung gibt es einen lebendigen, nicht zu zähen Einstieg und schnell gibt es Vorausdeutungen, die nicht übertrieben sind und auch nicht übertrieben dargestellt sind. Das macht Lust zum Weiterlesen. Wink
Ich hab die vorigen Kommetare nur überflogen und markiere hier einfach mal, was mir hier, bei der ganzen neusten Version, so auffällt. Und ein großer Teil ist ja neu. Das wirkt wahrscheinlich wie eine ganze Menge, tatsächlich will ich eher ein paar formale Sachen aufgreifen; teils eher Kleinigkeiten.


Prolog - Der Zeuge

Erschöpft stapfte Kemian durch den Schnee. Trotz der Kälte war der alte Jäger schweißgebadet, dazu kraftlos und kurz davor sich aufzugeben. Ist nicht falsch, klar kann man sich aufgeben. Ich würde trotzdem lieber sich streichen, um den Fokus auf die anstrengende Tätigkeit, bei der Kemian aufgeben würde, zu legen. Die aschgrauen Haare klebten ihm auf der Stirn, sein Wanderstock war angeknackst und sein Umhang zum größten Teil in Fetzen gerissen. Der lange Fußmarsch hatte seine Spuren hinterlassen und dem alten Mann zu keiner Zeit Gnade erwiesen. Im stillen Schein des Vollmonds waren Kemians mühevolle Schritte und sein klägliches Schnaufen die einzigen Laute, welche man in dieser klaren Nacht hätte wahrnehmen können. Doch Kemian war allein. Mir scheint das etwas zu sehr auf dein Publikum abzuzielen. "Wenn du wirklich da gewesen wärst, hättest du das wahrgenommen." Die Wahrnehmung weilst potenziell auf andere hin. Das brauchst du mMn gar nicht. Ich würde lieber über diese Dinge selbst Stimmung aufbauen - dass man diese Dinge wahrnehmen könnte ist für die Handlung doch nicht wichtig. Lieber: die einzigen Laute, die durch die einsamen, menschlenleeren Hügel schallten/ die in diesen einsamen, menschenleeren Hügeln erklangen./ waren die einzigen Laute weit und breit. (Er war ganz allein.) Jedenfalls habe ich mir eine hügelige Gegend vorgestellt, so am Waldrand. Die Stimmen die er hörte, waren in seinem Kopf und gaben ihm immer mehr das Gefühl von großer Besorgnis. "Gefühl von Besorgnis geben" erscheint mir etwas förmlich. Vielleicht, etwas schlichter und "intensiver": machten ihm Angst.
Für einen Moment blieb er stehen, atmete ein paar mal wird zusammengeschrieben tief durch und fokussierte seinen Blick. Durch die dunklen Umrisse der Bäume konnte er endlich das warme Licht in den Fenstern der Taverne erkennen, dessen behagliches Flackern den davor liegenden Schnee in eine Ansammlung goldener Kristalle zu verwandeln schien. "scheinen" würde ich weglassen. Wenn du schreibst: den davor liegenden Schnee in eine Ansammlung goldener Kristalle verwandelte. wäre trotzdem aus dem Kontext klar, dass es nur so aussieht und die Formulierung wäre etwas einfacher. (Beim ersten Lesen bin ich über den Satz gestolpert und hätte ihn geteilt - beim zweiten Lesen nicht mehr so sehr...). Die Hütte lag ein wenig abseits des Dorfes und fiel einem leicht ins Auge, sobald man den Waldrand erreichte. Die Gewissheit, dem kräftezehrendem Fußmarsch bald ein Ende bereitet zu haben, weckte in Kemian einen Schimmer von Erleichterung. Kann man schon sagen, wirkt auf mich ein bisschen schief. Mir wäre die Formulierung kleinen Hoffnungsschimmer geläufiger. Oder vielleicht die Erleichterung ohne Schimmer?Nicht mehr lange, und er könne den Bewohnern von Nerabin endlich erzählen, welch finstere Beobachtung er vor einigen Nächten gemacht hatte. Die einflüsternden Ich finde es etwas schief, vielleicht: nagenden Zweifel, die Leute könnten ihm nicht glauben, geschweige denn verspotten, versuchte er zu ignorieren. Kemian war überzeugt von der Wichtigkeit seiner Botschaft, denn das, was er gesehen hatte, könnte schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden. Das scheint mir selbsterklärend, da die Bedrohung aller Königreiche ja wohl ein gewichtiger Grund ist. Würde ich streichen: Kemian war überzeugt, dass das, was er gesehen hatte, schon bald zu einer Bedrohung für alle Königreiche werden könnte.



Kapitel 1 - Roter Rauch


„Du Karson, die Suppe ist mal wieder köstlich.", rief Naithan in Richtung des Tresens und ließ seiner Zunge einen weiteren Löffel der roten Brühe schmecken. "schmecken lassen" geht eigentlich nur mit sich zusammen. Ist so eine feste Formulierung. Außerdem ist klar, dass er die Suppe mit den Geschmacksnerven auf seiner Zunge schmeckt. Karson nickte ihm mit einem Augenzwinkern zu, nicht sicher, ob er seinen Ziehsohn richtig verstanden hatte. Die Kulisse Kulisse klingt so ein bisschen nach Theater. Aber in deiner Geschichte ist das ja keines, sondern echt (außer die Enthüllung käme später, aber dann willst du bestimmt nichts vorwegnehmen Wink ) Lieber: das Gasthaus/ die Taverne war gefüllt eher erfüllt, passt besser zu Klang von angeregten Gesprächen, klirrenden Krügen und knackendem Kaminholz. Aus einer dunklen Ecke vernahm man die zarten Klänge eines Geigers, die nach jedem erdenklichem Spott dem folgendem Gelächter zum Opfer fielen. Wird nicht eher der Geiger für die schiefen Klänge verspottet als die Klänge selber? Es war warm, die Luft war stickig und auch sonst war alles so wie immer.    
Karson hatte seine Gäste gut im Blick und war mal wieder damit beschäftigt, das Geschirr seines Lokals könntest du auch weglassen auf Hochglanz zu polieren. So brüchig die alte Holzhütte seiner Taverne auch war, eines musste man dem dicklichem Gastwirt lassen. Er war stets darauf bedacht sein Lokal sauber zu halten und es im besten Licht zu präsentieren. Neben seiner Eitelkeit galt Karson zwar als freundlich, hatte sich öfter aber auch schon als launenhafter Gastwirt erwiesen. So konnte es schon mal vorkommen, dass eine fallengelassene Suppenschüssel einer Kellnerin die Arbeit kostete oder er wegen einer verlorenen Partie Karten seine komplette Kundschaft vor die Tür setzte. Trotz dieser Umstände war die alte Taverne schon immer ein gern besuchter gut besuchter klingt besser, oder umformulieren zu kamen die Gäste immer gern Ort, zumal jeder wusste, dass hier die köstlichsten Speisen der Region serviert wurden.
Allgemein prägnante, unverkrampfte Beschreibung / Charakterisierung der Figur, die ein paar Eckdaten gut auf den Punkt bringt. Mir gefällt es sehr, dass Karson nicht nur vollkommen positiv dargestellt wird (ich würde sicher nicht gern für ihn arbeiten und als gefeuerte Kellnerin würde ich ihn bestimmt nicht ausstehen können), sondern ein Ausgleich da ist.
„Naithan, 30 Kröten.", fuhr ihn Gregor mit grobem Ton an. eher in grobem Ton
„Wie bitte?"
Genervt zeigte Gregor mit seiner rechten Pranke in die Mitte des wackeligen Holztisches an dem sie saßen.
"Gehst du nun mit, oder was?"
Naithan musterte sein Blatt. Im trüben Licht des Kaminfeuers erkannte er nur schwer, dass ihm das Erscheinen einer 4 eine Straße einbringen würde. Sollte es das Schicksal mal gut mit ihm meinen, würde er seinem kräftigem Gegenspieler damit einen großen Batzen Geld abnehmen. Allerdings bedeuteten 30 Kröten auch eine Woche Essen und knapp bei Kasse war er sowieso schon. Er zögerte.
"Nee, ich bin raus.", sagte Naithan schließlich und schnippte seine Karten zurück in den Stapel. Zufrieden mit seiner Entscheidung schlürfte er einen weiteren Löffel seiner Suppe, während Gregor schon damit begonnen hatte, das Deck für eine neue Runde zu mischen.
Diese Beschreibung von Naithan, die sich recht locker in die gleich folgende Handlung einfügt, finde ich auch sehr gelungen, da sie ihn unverkrampft charakterisiert bzw. seine Situation beschreibt: Er könnte gut Geld gebrauchen, würde Gregor vielleicht ganz gern eins auswischen, aber er überlegt, schätzt seine Chancen ab (anscheinend ist er klug bzw. ein erfahrener Pokerspieler) und zieht zurück. Er ist vorsichtig, eher wenig risikobereit und vernünftig und steht positiv dazu.
Plötzlich schepperte ein ohrenbetäubender Knall durch den Raum, "durch den Raum scheppern" holpert etwas bzw. passt nicht gut zusammen. Außerdem sind Knallen und Scheppern verschiedene Geräusche. Lieber einfacher: Plötzlich erklang/ertönte ein ohrenbetäubender Knall.dessen Ausmaß lieber weglassen; das Ausmaß wird klar, wenn auf den Knall hin alle aufschrecken. alle Leute aufschrecken ließ. Die Tür des Lokals stand sperrangelweit offen. Vor ihr lag ein sichtlich älterer Mann, der nur schwer atmete. Seine grauen Haare verdeckten das Gesicht, seine Kleider waren von Fetzen übersät und sein zerbrochener Wanderstock lag regungslos neben ihm. Ein paar Kleinigkeiten: Eigentlich ist klar, dass Naithan bzw. die Leute das Alter des Neuankömmlings aus dem Äußeren schließen. "sichtlich" brauchst du eigentlich gar nicht. Sind die Kleider mit Fetzen übersät (also kleben welche dran und was für welche und warum?) oder sind die Kleider eher in Fetzen gerissen? Und den Wanderstock würde ich nicht regungslos am Boden liegen lassen: Eigentlich ist das ja ein Adjektiv, das man für Belebtes (Menschen, Tiere) benutzt, die sich (zumindest grundsätzlich) bewegen könnten. Ein Stock kann das ja nicht von selbst, deshalb ist der Hinweis, dass sich der Stock nicht bewegt, überflüssig. Und noch was Allgemeineres: Im Prolog beschreibst du Kemian schon fast genau so (nur der Stock bricht zwischendrin): auch als älteren Mann mit grauen Haaren, schwer atmend, usw. (hab ich oben markiert). Ich würde das entweder oben oder hier weglassen bzw. die Beschreibungen "aufsplitten". Die Dopplung wirkt überflüssig und eigentlich ist es - von Karsons gleich folgendem Ausruf, von dem, was Kemian dann gleich erzählt - relativ klar, dass dieser Gast derselbe ist, der sich eben durch den Schnee geschleppt hat. Er muss vor Erschöpfung gestolpert sein und war regelrecht mit der Tür ins Haus gefallen.
"Du liebe Güte, das ist Kemian, der Jäger!", platze es aus Karson heraus. Herausplatzen klingt super! Die Aussage würde ich dabei leicht ändern, im Moment wirkt sie so, als ob Karson genau weiß, dass hier ein Publikum vorm Schreibforum sitzt und in die Geschichte eingeführt werden will. Das bricht so ein bisschen die "Grenze" zwischen Realität und Fiktion, was ich hier eher als störend empfinde. (Könnte natürlich auch an die anderen Gäste gerichtet sein. Aber warum sollte Karson, der doch gerade ziemlich überrascht bzw. besorgt um seinen zumindest Bekannten ist und sich dann gleich um ihn kümmert, seinen Gästen erst mal erklären, wer das ist? Höchstens vielleicht, wenn sie oder ein paar von ihnen schon auf Kemian gewartet haben. Aber selbst dann würde mMn die Überraschung bzw. der Schock dagegensprechen, vor allem wenn Karson nicht penetrant von jemand anderem gefragt wird, wer das denn nun sei, sodass Karson erst mal jemanden abwimmeln müsste.) Lass Karson doch etwas "plötzlicher", "ungefilterter" reagieren: Du liebe Güte Kemian!/ Kemian? Bist du das? Unter der erschrockenen Masse machten sich fragende Blicke breit. Auch Naithan hatte den Mann, den sein Ziehvater soeben erkannt hatte, noch nie gesehen.  
"Los, tragt ihn sofort nach oben!", leitete schönes Verb; mir gefällt die abwechslungsreiche Wortwahl (anleiten, herausplatzen, wetzen) sehr. Da Karson aber eher aufgewühlt ist, die Kontrolle der Situation in die Hand nimmt und immerhin ihm die Taverne gehört und die anderen nix machen außer blöd gucken würde ich lieber anweisen schreiben. Das klingt eine Spur "befehlender", "bestimmender", während ich bei Anleiten eher an jemanden denke, der oder die jemand anderem bei etwas hilft. er die entrüstete Kundschaft an und wetzte hinter seinem Tresen hervor.
Er und zwei weitere Gäste packten sich den alten Mann und machten sich auf in Richtung Treppe. Der Rest der Leute stand immer noch wie angewurzelt da.
"Ach Lieber hey - Karson ist ja gestresst - oder weglassen. Naithan!", rief Karson noch auf halben Wege Richtung Obergeschoss. "Bringe unserem Gast doch bitte eine warme Suppe nach oben." Karson kommt durch all seine Handlungen hier ziemlich durchgehend ziemlich sympatisch rüber. Ist auch nicht schlecht, nur: Er kümmert sich sofort um Kemian, tut, was getan werden muss. Aber ist er nicht allgemein eher gestresst, unter Druck? In so einer Situation scheint mir die ausgesuchte Höflichkeit ("Bringe ... doch bitte") nicht situationsgerecht bzw. glaubwürdig.
"Ja doch, sofort.", stotterte er, noch nicht ganz erholt von seinem  Schrecken "erholt sein von etwas" ist nicht falsch, für mich klang es aber eher holperig. Besser fände ich: stotterte er/ Naithan, der sich noch nicht ganz von seinem Schrecken erholt hatte, und eilte in die Küche. Nach kurzer Zeit fing der Geiger wieder an zu spielen. Schönes "Bild", das so "gleichgültig" wirkt (auch wenn die Gäste natürlich, auch wenn ihnen Kemian weniger egal wäre, natürlich auch nix weiter tun könnten). Prägnant und wirkungsvoll.

Als Naithan das Gästezimmer betrat sah er, dass der alte Jäger wieder ein wenig zu Kräften gekommen war. Er saß auf dem Bett und sein Körper du könntest auch er sagen war in eine dicke Wolldecke gehüllt. Die vor Nässe triefenden Kleider hatte man ihm abgenommen und hingen nun über dem Stuhl, auf dem Karson mit vorgebeugtem Oberkörper saß. Präzise und knapp beschrieben. Ich würde es aber ruhig ein kleines bisschen ändern, um weniger Fokus auf den Oberkörper zu legen: Karson saß auf der vorderen Kante und beugte sich zu ihm/ dem Alten/ Kemian/ dem Jäger vor. Mit angstverzerrtem Gesicht starrte er den Jäger an, einem Ausduck, den Naithan noch nie bei ihm beobachten konnte. Klingt etwas förmlich für eine doch recht gespannte, emotionale Situation. Vielleicht in zwei kürzere Sätzen teilen und leicht umformulieren: Mit erstarrtem Gesicht starrte er den Jäger an. Naithan hatte ihn noch nie so ängstlich gesehen/ Noch nie hatte sein Ziehvater so große Angst gehabt.
„Und du hast es mit eigenen Augen gesehen?", fragte er den erschöpften Gast. Trotz der Decke war Kemian noch immer am Zittern und konnte nur mit schwacher Stimme antworten.
„Vor zwei Nächten an bei der Lichtung von Gabron. Ich sah es klar und deutlich. Sie waren zu dritt, machten sich über einen Hirsch her.“
Kemian musste mehrmals niesen. Sofort reichte Naithan ihm die Suppe und spitzte weiter die Ohren, ehe eher als. Naithan ist zwar schon kurz vorher aufmerksam, aber das Ohren spitzen steht ja erst im Bezug zu dem, was Kamian sagt. der Jäger fortfuhr.
„Sie entzogen ihm die Kraft, etwas förmlich und gehoben, lieber: saugten ihm die (Lebens-)Energie/ -Kraft aus, aßen sein Fleisch und tranken sein Blut. Es war so grauenhaft mit anzusehen." Würd ich streichen, wir wissen ja, dass Kemian das gesehen hat.
Karson blickte wie versteinert aus dem kleinen Dachfenster.
„Du weißt was das heißt, oder?", fragte er schließlich und wandte seinem Blick wieder dem Jäger zu.
Kemian nickte langsam. „Leider ja", Ein Wort für sich wirkt hier besser entgegnete er dann und nahm einen kräftigen Schluck von der Suppe.
„Und der Rauch? War er schon da?“, fragte seit dem Gespräch mit dem Jäger kommt "fragen" widerholt. Das ist nicht immer leicht zu ersetzen, hier geht vielleicht [color=green]drängte ganz gut. An anderen Stellen könnest du überlegen, ob du es (umformulieren und) weglassen könntest. [/color]Karson mit der offensichtlichen Wenns nicht offensichtlich wäre, würde Naithan das nicht bemerken... Besser beschreiben würde: verzweifelten Hoffnung, dass sein Gegenüber es verneinen würde. Doch der alte Jäger nickte erneut.
„Noch nicht so viel wenns keine Konjunktion ist, wirds getrennt geschrieben wie damals. Aber ja, der rote Rauch war da.“

Fragend, nicht zu wissen, was das das Ganze zu bedeuten hatte, Das ist vom Kontext her klar und steckt auch schon im fragend drin. "nicht zu wissen" scheint mir auch grammatikalisch nicht zu passen. Am besten einfach weglassen - den durchgestrichenen Teil. Auch wenn hier der Wortteil fragen wiederholt ist passt das hier sehr gut und hier würde ich die Wiederholung nicht streichen. schaute Naithan seinen Ziehfvater an. Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass dessen Augen mit Tränen gefüllt waren, seine Lippen bebten und sich seine Hände zu zitternden Fäusten geformt hatten. Gefällt mir sehr!
„Karson, was ist hier eigentlich los?“, fragte Naithan schließlich, fast schon wütend darüber, seinen Ziehvater das erste mal in einem so hoffnungslosem Zustand zu sehen.
Karson packte ihn mit einem festen festem Griff an den Schultern und schaute mit ernsthafter Miene auf ihn herab. "auf jemanden ab schauen" geht alleine nicht. Wenn dir das zu "überheblich" vorkommt, passt doch vielleicht: ... ihm mit ernster Miene ins Gesicht. In seinen verweinten Augen war die reinste Entschlossenheit zu sehen. stand die reinste Entschlossenheit geschrieben würde mir besser gefallen.
„Naithan, hör mir zu! Du gehst jetzt hinters Haus, holst den Karren und machst dich so schnell wie möglich auf den Weg zum Schuppen. Dort wirst du soviel Holz wie möglich aufladen und sofort wieder herkommen!“
„Aber was ist...“
„Hör mir zu!“, unterbrach Karson ihn und wischte sich die Tränen aus den Augen. Oder eher dem ganzen Gesicht; beim Weinen laufen die ja runter
„Du nimmst Gregor mit. Haltet euch nicht lange draußen auf. Förmlich, "gehoben", lieber: Bleibt nicht zu lange draußen. Holt das Holz und kommt schnell wieder zurück. Ich verspreche dir, du wirst früh genug erfahren, was los ist. Ein kleines "Fantasyklischee", oder? Der Held (meistens ja ein Mann) steht am Anfang seines Abenteuers, weiß noch nicht, was eigentlich los ist und sein Mentor (auch meistens eine männliche Bezugsfigur) sagt ihm dann, es wäre noch nicht an der Zeit, dass er es weiß oder er wäre noch nicht bereit. Und dann stirbt der Mentor oder wird vermisst und nimmt die wichtige Information mit (ins Grab)... Vielleicht könntest du umformulieren, a la: Ich erkläre es dir später. Aber jetzt dürfen wir keine Zeit verlieren!“
Naithan war enttäuscht darüber, wie ihn Karson der Unwissenheit überließ, doch fragte aus Rücksicht zu ihm nicht mehr weiter nach. Noch konnte er nicht ahnen, dass diese Nacht für beide einen tragischen Ausgang nach sich ziehen würde. etwas förmlich, lieber "dramatischer": (für sie beide) tragisch enden würde.
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MYung
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BeitragVerfasst am: 06.03.2017 18:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow! Vielen Dank Zauberzunge, dass du dich so sorgfältig mit meinem Text auseinandergesetzt hast. Ich konnte deine Vorschläge/Verbesserungen alle nachvollziehen und habe das meiste auch so übernommen.

Bei der Stelle mit dem Geiger wurde allerdings etwas missverstanden. Die Laute des Geigers bzw. der Geige fallen nicht dem Gelächter der Leute zum Opfer weil man sich über diesen/jene lustig macht, sondern einfach nur weil die Leute sich laut unterhalten und Witze erzählen. Durch das darauffolgende Gelächter wird es natürlich lauter in der Taverne, sodass man die Geige für diese Zeit nicht mehr hört. (Sie fällt dem Gelächter zum Opfer / das Gelächter übertönt die Melodien des Geigers) Vielleicht kannst du mir an dieser Stelle nochmal helfen, damit das verständlicher rüberkommt. Wink

Ansonsten freut es mich sehr, dass dir der Text Lust zum Weiterlesen gegeben hat. Eine Fortsetzung wird wohl schon bald folgen. Vielen Dank nochmal Wink
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MYung
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BeitragVerfasst am: 07.03.2017 23:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat


Hallo Leute, habe das letzt Kapitel nochmal überarbeitet und einen neuen Teil hinzugefügt. Freue mich natürlich auf so tolle Kritik wie bisher Wink

Kapitel 1 - Roter Rauch

Es ist das Reich von Leere, 40 Jahre zu durchreiten,
fürchtet des Bösen Stärke, gewiss es folgen dunkle Zeiten


„Du Karson, die Suppe ist mal wieder köstlich.", rief Naithan in Richtung des Tresens und ließ sich einen weiteren Löffel der roten Brühe schmecken. Karson nickte ihm mit einem Augenzwinkern zu, nicht sicher, ob er seinen Ziehsohn richtig verstanden hatte.
Die Taverne war erfüllt von angeregten Gesprächen, klirrenden Krügen und knackendem Kaminholz. Aus einer dunklen Ecke vernahm man die zarten Klänge eines Geigers, die der ausgelassenen Stimmung immer mal wieder zum Opfer fielen. Es war warm, die Luft war stickig und auch sonst war alles so wie immer.    
Karson hatte seine Gäste gut im Blick und war mal wieder damit beschäftigt, das Geschirr auf Hochglanz zu polieren. So brüchig die alte Holzhütte auch war, eines musste man dem dicklichem Gastwirt lassen. Er war stets darauf bedacht sein Lokal sauber zu halten und es im besten Licht zu präsentieren. Neben seiner Eitelkeit galt Karson zwar als freundlich, hatte sich öfter aber auch schon als launenhafter Gastwirt erwiesen. So konnte es schon mal vorkommen, dass eine fallengelassene Suppenschüssel einer Kellnerin die Arbeit kostete oder er wegen einer verlorenen Partie Karten seine komplette Kundschaft vor die Tür setzte. Trotz dieser Umstände war die alte Taverne schon immer ein gut besuchter Ort, zumal jeder wusste, dass hier die köstlichsten Speisen der Region serviert wurden.

„Naithan, 30 Kröten.", fuhr ihn Gregor in grobem Ton an.
„Wie bitte?"
Genervt zeigte Gregor mit seiner rechten Pranke in die Mitte des wackeligen Holztisches an dem sie saßen.
"Gehst du nun mit, oder was?"
Naithan musterte sein Blatt. Im trüben Licht des Kaminfeuers erkannte er nur schwer, dass ihm das Erscheinen einer 4 eine Straße einbringen würde. Sollte es das Schicksal mal gut mit ihm meinen, würde er seinem kräftigem Gegenspieler damit einen großen Batzen Geld abnehmen. Allerdings bedeuteten 30 Kröten auch eine Woche Essen und knapp bei Kasse war er sowieso schon. Er zögerte.
"Nee, ich bin raus.", sagte Naithan schließlich und schnippte seine Karten zurück in den Stapel. Zufrieden mit seiner Entscheidung schlürfte er einen weiteren Löffel seiner Suppe, während Gregor schon damit begonnen hatte, das Deck für eine neue Runde zu mischen.
Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Knall, der alle Leute im Gasthaus aufschrecken ließ! Die Tür des Lokals stand sperrangelweit offen. Vor ihr lag ein Mann regungslos am Boden. Seiner Erscheinung nach, musste er schon sehr lange unterwegs gewesen sein. Es sah so aus, als sei er vor Erschöpfung gestolpert und regelrecht mit der Tür ins Haus gefallen.
"Du liebe Güte, Kemian!", platze es aus Karson heraus. Unter der erschrockenen Masse machten sich fragende Blicke breit. Auch Naithan hatte den Mann, den sein Ziehvater soeben erkannt hatte, noch nie gesehen.  
"Los, tragt ihn sofort nach oben!", wies er die entrüstete Kundschaft an und wetzte hinter seinem Tresen hervor.
Er und zwei weitere Gäste packten sich den alten Mann und machten sich auf in Richtung Treppe. Der Rest der Leute stand immer noch wie angewurzelt da.
"Naithan!", rief Karson noch auf halben Wege Richtung Obergeschoss. "Bring uns noch eine Suppe nach oben. Und beeil dich, der Mann braucht was Warmes!"
"Ja doch, sofort.", stotterte Naithan, der sich noch nicht ganz von seinem Schrecken erholt hatte und eilte in die Küche. Nach kurzer Zeit fing der Geiger wieder an zu spielen.

Als Naithan das Gästezimmer betrat sah er, dass der alte Jäger wieder ein wenig zu Kräften gekommen war. Er saß auf dem Bett und sein Körper war in eine dicke Wolldecke gehüllt. Die vor Nässe triefenden Kleider hatte man ihm abgenommen und hingen nun über dem Stuhl. Karson saß auf der vorderen Kante und beugte sich zu dem Alten vor. Mit erstarrtem Gesicht sah er den Jäger an. Noch nie hatte Naithan ihn so fassungslos erlebt.
„Und du hast es mit eigenen Augen gesehen?", fragte er den erschöpften Gast. Trotz der Decke war Kemian noch immer am Zittern und konnte nur mit schwacher Stimme antworten.
„Vor zwei Nächten bei der Lichtung von Gabron. Ich sah es klar und deutlich. Sie waren zu dritt, machten sich über einen Hirsch her.“
Kemian musste mehrmals niesen. Sofort reichte Naithan ihm die Suppe und spitzte weiter die Ohren, als der Jäger fortfuhr.
„Sie saugten ihm die Kraft aus, aßen sein Fleisch und tranken sein Blut. Es war so grauenhaft."
Karson blickte wie versteinert aus dem kleinen Dachfenster.
„Du weißt was das heißt, oder?", fragte er schließlich und wandte seinem Blick wieder dem Jäger zu.
Kemian nickte langsam. „Ja", entgegnete er dann und nahm einen kräftigen Schluck von der Suppe.
„Und der Rauch? War er schon da?“, drängte Karson mit der verzweifelten Hoffnung, dass sein Gegenüber es verneinen würde. Doch der alte Jäger nickte erneut.
„Noch nicht so viel wie damals. Aber ja, der rote Rauch war da.“

Fragend, schaute Naithan seinen Ziehvater an. Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass dessen Augen mit Tränen gefüllt waren, seine Lippen bebten und sich seine Hände zu zitternden Fäusten geformt hatten.
„Karson, was ist hier eigentlich los?“, wollte Naithan wissen, fast schon wütend darüber, seinen Ziehvater das erste mal in einem so hoffnungslosem Zustand zu sehen.
Karson packte ihn mit festem Griff an den Schultern und schaute mit ernsthafter Miene auf ihn herab. In seinen verweinten Augen stand die reinste Entschlossenheit geschrieben.
„Naithan, hör mir zu! Du gehst jetzt hinters Haus, holst den Karren und machst dich so schnell wie möglich auf den Weg zum Schuppen. Dort wirst du soviel Holz wie möglich aufladen und sofort wieder herkommen!“
„Aber was ist...“
„Hör mir zu!“, unterbrach Karson ihn und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Du nimmst Gregor mit. Bleibt nicht lange draußen. Holt das Holz und kommt schnell wieder zurück. Ich werde dir später erklären, was los ist. Aber jetzt dürfen wir keine Zeit verlieren!“
Naithan war enttäuscht darüber, wie ihn Karson der Unwissenheit überließ, doch fragte aus Rücksicht zu ihm nicht mehr weiter nach. Noch konnte er nicht ahnen, dass diese Nacht für beide tragisch enden würde.



Kapitel 2 - Weißer Sturm (1. Teil)

Die Moral liegt in Ketten, dessen Herrscher verbrannt,
die Macht sei dem Bösen, ihr zur Knechtschaft verdammt


Der Karren ließ sich nur schwer durch den tiefen Schnee bewegen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil eines der Räder taumelte und kurz davor war, aus der Achse zu brechen. Naithan hatte sich bereits festgelegt. Das Schlagloch vor einigen Tagen muss Schuld gewesen sein, doch erst jetzt bemerkte er die gänzlichen Folgen.
Gregor schob den Karren von hinten, während Naithan an dessen Front zog und versuchte, das Fuhrwerk irgendwie Richtung Schuppen zu lenken. Eine Fackel hatten sie nicht dabei und so war das Mondlicht ihre verlässlichste Orientierung. Sie waren schon eine Weile unterwegs und obwohl sie nur mühselig vorangekommen waren, hatte Naithan das Gefühl, gleich am Ziel zu sein.
"Ich verstehe das nicht. Warum schickt uns mein Vater mitten in der Nacht zum Schuppen?", empörte sich Gregor von hinten. "Mir fallen hier vor Kälte gleich die Finger ab!"
Naithan versuchte ihn zu besänftigen, während er andächtig darauf bedacht war, den holpernden Karren nicht aus den Händen zu verlieren.
"Beruhige dich Gregor. Mir geht es hier vorne auch nicht besser.", rief er ihm über die Schulter zu. "Karson sagte, es sei dringend. Hätte ich mich etwa weigern sollen?"
"Du hättest wenigstens den Grund erfahren können. So frieren wir hier uns zu Tode und wissen nicht mal warum!", beschwerte sich Gregor.
Es folgte eine kurze Zeit des Schweigens, bis Naithan sich rechtfertigte.
"Denkst du, ich habe ihn nicht gefragt? Dein Vater ließ mir keine Wahl. Ich habe ihn noch nie so verzweifelt erlebt wie heute. Es war unmöglich sich zu weigern. Außerdem sind wir ja gleich da."
Gregor murrte. Mittlerweile hatte es wieder leicht angefangen zu schneien. Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich die ihm bekannten Umrisse ausfindig zu machen. Doch außer die von zarten Schneeflocken durchzogenen Schatten der Nacht konnte er nichts erkennen.
"Verdammt! Wir hätten schon lange da sein müssen.", stellte Naithan verstört fest. Gregor stöhnte und witterte kurz darauf die Gelegenheit.
"Na komm Naithan, lass uns umkehren. Das Holz läuft ja nicht weg. Wir holen es uns einfach morgen."
Wieder Schweigen. Naithan dachte nach, schaute verwirrt von rechts nach links und wieder zurück, ehe er sich eingestehen musste, die Orientierung verloren zu haben. Egal wo er auch hinblickte, er konnte nichts finden, was ihm irgendwie bekannt vorkam. Gregor zog sich seinen Mantel zurecht, ehe er Naithans Körpersprache deuten konnte. Kopfschüttelnd wandte er sich vom Karren ab.
"Unfassbar. Einfach unfassbar!", maulte er vor sich hin.
Da fing Naithan an die Geduld zu verlieren und zog sich erbittert die Kapuze vom Kopf.
"Was ist eigentlich dein verfluchtes Problem?", schnauzte er seinen Begleiter an. "Statt eine Hilfe zu sein bist du hier nur am Trübsal blasen. Es reicht jetzt! Reiß dich endlich zusammen!"
Gregor schaute ihn mit großen Augen an, sichtlich überrascht darüber, seinen Freund in solch einem Maße erzürnt zu haben.
"Tut mir ja leid, aber es ist verdammt kalt. Außerdem wissen wir ja nicht mal warum wir hier sind.", gestand er schließlich und schaute verlegen zu Boden. Gregor war zwar älter und stärker als Naithan, doch hatte sich schon früh eingestanden, dass sein langjähriger Freund der Klügere von ihnen war.
"Ist ja gut. Irgendwie finden wir schon eine Lösung.", sagte Naithan und zeigte Einsicht.
Unterdessen hatten sich die weißen Schneestäubchen zu einer undurchsichtigen Wand dicker Flocken gewandelt. Nicht lange und man würde seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen können. Den beiden war klar geworden, dass sie in dieser Nacht wohl nicht mehr zur alten Taverne zurückkehren würden. Verzweifelt schaute Naithan sich um und versuchte im verstrickten Gehölz des Waldrandes etwas Verwertbares für einen Unterschlupf zu finden. Es war kalt und der Schneefall wurde zunehmend stärker.

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Zauberzunge
Schreiberassi


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Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 11.03.2017 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MYung


MYung hat Folgendes geschrieben:
Wow! Vielen Dank Zauberzunge, dass du dich so sorgfältig mit meinem Text auseinandergesetzt hast. Ich konnte deine Vorschläge/Verbesserungen alle nachvollziehen und habe das meiste auch so übernommen.

Gerne, hat Spaß gemacht. Wink Und natürlich ich freue mich, dass mein Kommentar so hilfreich für dich war. Und es ist übrigens sehr schön, dass du so sehr auf die Kommentare eingehst, das gefällt mir.

Im Nachhinein ist mir eine inhaltliche Kleinigkeit aufgefallen, die ich selbst gar nicht bedacht hatte: Embarassed Jetzt, wo Karson Kemian nicht mehr als Jäger begrüßt ist später nicht mehr klar, woher Naithan weiß, dass Kemian Jäger ist (ist ja aus Naithans Perspektive). Ist aber eine Kleinigkeit, die Naithan z.B. von Kemians Äußerem ableiten könnte. Ich möchte hier nicht pingelig werden.

MYung hat Folgendes geschrieben:
Bei der Stelle mit dem Geiger wurde allerdings etwas missverstanden. Die Laute des Geigers bzw. der Geige fallen nicht dem Gelächter der Leute zum Opfer weil man sich über diesen/jene lustig macht, sondern einfach nur weil die Leute sich laut unterhalten und Witze erzählen. Durch das darauffolgende Gelächter wird es natürlich lauter in der Taverne, sodass man die Geige für diese Zeit nicht mehr hört. (Sie fällt dem Gelächter zum Opfer / das Gelächter übertönt die Melodien des Geigers) Vielleicht kannst du mir an dieser Stelle nochmal helfen, damit das verständlicher rüberkommt. Wink

Stimmt, so hab ich das wirklich nicht gelesen. Deine jetzige Version "Aus einer dunklen Ecke vernahm man die zarten Klänge eines Geigers, die der ausgelassenen Stimmung immer mal wieder zum Opfer fielen." bringt das besser zum Ausdruck. Sprachlich/ stilistisch würde ich vielleicht noch umformulieren, gerne auch "deutlicher": ...die (etwas) in der ausgelassenen Stimmung (etwas) untergingen/ die sich in das laute Treiben mischten. (etwas nur einmal) Eine Klangmischung oder das untergehen als Übertönen würde mMn gut in die Beschreibung der Umgebung passen.


Zitat:
Es ist das Reich von Leere, 40 Jahre zu durchreiten,
fürchtet des Bösen Stärke, gewiss es folgen dunkle Zeiten

Das verstehe ich nicht ganz, vielleicht eher durch grammatische Bezüge. Wird das Reich von Leere in 40 Jahren durchritten? Oder soll das Reich von Leere 40 Jahre (symbolisch?) duchreiten? Ich nehme mal an, dass das eher symbolisch bzw. als Metapher gemeint ist, trotzdem kann ich auch mit der Metapher von einem "Reich der Leere" oder "in 40 Jahren durchreiten" (?) nicht so viel anfangen. Und die zweite Zeile: Gehört sie zum selben Satz wie die erste, ist es das Reich der Leere, die sich fürchtet/ fürchten soll? Das scheint die Schreibung zu implizieren (fürchtet klein und Komma nach durchreiten), aber für mich ergibt das keinen Sinn, vielleicht auch, weil der grammatikalische Bezug schief/ falsch ist? Bezieht sich fürchtet auf die erste Zeile müsste die, grammatikalisch, das erste Satzglied bilden, auch mit Einschüben. Als Solches dürfte es aber kein eigenes Verb, hier ist, enthalten. Von der vorhandenen Wortwahl und auch vom Sinn her würde es (auch) passen, wenn die zweite Zeile ein eigener Satz im Imperativ, also eine Aufforderung bzw. ein Befehl oder eine Anweisung wäre (Schreibung: Punkt nach durchreiten und fürchtet groß). War das gemeint?



Auch das zweite Kapitel hat mir gefallen und wie vorher geht es mir weniger um eine "globale" oder inhaltliche Kritik als um sprachliche bzw. stilistische Feinheiten und andere Details.


Kapitel 2 - Weißer Sturm (1. Teil)

Die Moral liegt in Ketten, dessen Herrscher verbrannt,
die Macht sei dem Bösen, ihr zur Knechtschaft verdammt


Die Kapitelüberschriften gefallen mir gut: kurz, eindringlich und stimmungsvoll. Bei den kurzen Einleitungszeilen, die du jetzt an den Anfang der Kapitel gestellt hast, bin ich ein bisschen gespalten: Einerseits "klingen" sie - auch durch Sprache - auch sehr eindringlich und stimmungsvoll, andererseits scheint mir die Wahl "großer" Worte in einem so "gewichtigen" Kontext bzw. Stil auch etwas "zu viel". Dass in beiden Zweizeilern das Böse vorkommt birgt mMn ein bisschen die Gefahr, dass das Ganze zu sehr an das Fantasyklischee gut gegen böse rückt. Klar, überall muss es einen Konflikt zwischen protagonistischen und antagonistischen Figuren bzw. Kräften geben und eine Postionierung an sich ist ja auch nicht grundsätzlich schlecht. Nur die "Betonung" von "dem Bösen" assoziiere ich eher mit Klischees, die durch ähnlich "große" Wörter wie "Moral", "Herrscher", "(in) Ketten (liegen)", "Macht" und "Knechtschaft" eher in so einen Kontext rücken.

Der Karren ließ sich nur schwer durch den tiefen Schnee bewegen. nicht falsch oder "schlecht", mMn wäre ziehen hier jedoch pointierter, "treffender", "klarer" beschreibend Wahrscheinlich auch deshalb, weil eines der Räder taumelte und kurz davor war, aus der Achse zu brechen. Naithan hatte sich bereits festgelegt. Hier geht es um Naithans Folgerung, warum der Wagen fast kaputt ist: Die Suche nach einem Grund. Und auch wenn mir klar scheint was du meinst - Naithan ist, vielleicht nach ein, zwei anderen Überlegungen, sicher, dass es an dem Schlagloch lag - passt die Forumulierung sich festlegen hier mMn nicht gut, da die sich eher auf eine Entscheidung oder eine Meinung, die mehr mit einer Postionierung zu tun hat, bezieht. Vielleicht lieber ein einfaches: Naithan war sich sicher/ überzeugt davon, dass... Das Schlagloch vor einigen Tagen musste Schuld gewesen sein, doch erst jetzt bemerkte er die gänzlichen Folgen. Wieder etwas förmlich für mein Sprachgefühl in diesem Kontext (aber auch für die gesprochene Sprache im Allgemein(er)en). Mag voreingenommen und klischeebeladen sein, doch allgemein erscheint mir Naithan, den Neffen eines Tavernenbesitzers in einer Fantasywelt (und mit einer Lebenswelt, in der sich Leute selbst mit einem im Schlagloch - Schlussfolgerung: schlechte Straßen - versinkenden Karren Holz holen müssen), doch eher als ein "einfach(er)er" junger Mann: schlau, aber nicht unbedingt jemand, der sich in gewählter, gehobener Sprache ausdrücken oder denken würde. Vielleicht eher, auch wenn das vielleicht immer noch nicht ganz ohne Förmlichkeit auskommt: das ganze Ausmaß des Schadens/ doch erst jetzt fiel ihm der Schaden richtig auf
Gregor schob den Karren von hinten, während Naithan an dessen Front finde ich wieder etwas förmlich, vielleicht einfach vorne zog und versuchte, das Fuhrwerk den Wagen (?!) irgendwie Richtung Schuppen zu lenken. Eine Fackel hatten sie nicht dabei und so war das Mondlicht ihre verlässlichste Orientierung. Sie waren schon eine Weile unterwegs und obwohl sie nur mühselig vorangekommen waren, hatte Naithan das Gefühl, gleich am Ziel zu sein.
"Ich verstehe das nicht. Warum schickt uns mein Vater mitten in der Nacht zum Schuppen?", empörte sich Gregor von hinten. "Mir fallen hier vor Kälte gleich die Finger ab!"
Naithan versuchte ihn zu besänftigen, während er andächtig darauf bedacht war, den holpernden Karren nicht aus den Händen zu verlieren.
"Beruhige dich Gregor. Mir geht es hier vorne auch nicht besser.", rief er ihm über die Schulter zu. "Karson sagte, es sei dringend. Hätte ich mich etwa weigern sollen?"
"Du hättest wenigstens den Grund erfahren können. So frieren wir hier uns zu Tode und wissen nicht mal warum!", beschwerte sich Gregor.
Es folgte eine kurze Zeit des Schweigens, bis Naithan sich rechtfertigte.
"Denkst du, ich habe ihn nicht gefragt? Dein Vater ließ Ganz allgemein: Bei sagte und ließ fände ich Perfekt, also zweite Vergangenheit (hat gesagt, hat ... gelassen) besser, da das eher die umgangssprachliche Form, eher die der gesprochenen Sprache ist. Das Präteritum klingt etwas förmlich. mir keine Wahl. Ich habe ihn noch nie so verzweifelt erlebt wie heute. Es war unmöglich sich zu weigern. Vom Sinn her etwa der gleiche Inhalt wie "Hätte ich mich etwa weigern sollen" vorher, vielleicht hauptsächlich/ verstärkt durch die Wortwiderholung von weigern. Und beides klingt für mich wieder ein bisschen förmlich. Du könntest variieren, z.B. mit Ich hätte es ihm nicht abschlagen können./ Das konnte ich ihm nicht abschlagen. oder auch: Es war ihm wirklich wichtig./ Es klang wirklich wichtig./ Es muss wichtig sein. Außerdem sind wir ja gleich da."
Gregor murrte. Die Variation in den Verben, v.a. bei wörtlicher Rede - empören, beschweren, zu besänftigen versuchen, zurufen, murren - sind wieder da und das ist gut! smile Mittlerweile hatte es wieder leicht angefangen zu schneien. Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich die ihm bekannten Umrisse ausfindig zu machen. Umrisse wovon? Von der Taverne? Doch die kennt er ja. Die Umrisse der unbekannten Bedrohung zu suchen scheint gemeint zu sein, doch das erscheint mir noch nicht ganz so passend: Naithan weiß ja so ziemlich gar nichts darüber. Das muss ihn zwar nicht vom Ausschauhalten abhalten, aber er weiß ja gerade nicht was er sucht - warum dann der bestimmte Artikel? Und wenn es doch um roten Rauch geht, sind da überhaupt Umrisse erkennbar...? Doch außer die von zarten Schneeflocken durchzogenen Schatten der Nacht konnte er nichts erkennen.
"Verdammt! Wir hätten schon lange da sein müssen.", stellte Naithan verstört fest. Gregor stöhnte und witterte kurz darauf die Gelegenheit. seine Chance würde mir noch besser gefallen
"Na komm Naithan, lass uns umkehren. Das Holz läuft ja nicht weg. Wir holen es uns einfach morgen."
Wieder Schweigen. Naithan dachte nach, schaute verwirrt von rechts nach links und wieder zurück, ehe er sich eingestehen musste, die Orientierung verloren zu haben. Egal wo er auch hinblickte, er konnte nichts finden, was ihm irgendwie bekannt vorkam. Gregor zog sich seinen Mantel zurecht, ehe er Naithans Körpersprache deuten konnte. Kopfschüttelnd wandte er sich vom Karren ab.
"Unfassbar. Einfach unfassbar!", maulte nicht schlecht, doch murmelte würde noch ein bisschen besser eine "schärfere" ärgerliche Einstellung zum Ausdruck bringen. Bei maulte denke ich spontan an ein kleineres Kind. er vor sich hin.
Da fing Naithan an die Geduld zu verlieren und zog sich erbittert die Kapuze vom Kopf.
"Was ist eigentlich dein verfluchtes Problem?", schnauzte er seinen Begleiter an. "Statt eine Hilfe zu sein bist du hier nur am Trübsal blasen. Ist Gregor nicht eher genervt als traurig bzw. betrübt? lieber: Herumnörgeln. Es reicht jetzt! Reiß dich endlich zusammen!"
Gregor schaute ihn mit großen Augen an, sichtlich überrascht darüber, seinen Freund in solch einem Maße erzürnt zu haben.
"Tut mir ja leid, aber es ist verdammt kalt. Außerdem wissen wir ja nicht mal warum wir hier sind.", gestand er schließlich und schaute verlegen zu Boden. Gregor war zwar älter und stärker als Naithan, doch hatte sich schon früh eingestanden, schöne Formulierung, hier nur widerholt. Hier passt vielleicht auch ganz gut: daran gewöhnt, damit abgefunden; wenn du lieber das vorige ersetzt vielleicht mit: gab er zu/ räumte er ein dass sein langjähriger Freund der Klügere von ihnen war.
"Ist ja gut. Irgendwie finden wir schon eine Lösung.", sagte Naithan und zeigte Einsicht. passt schon gut in den Kontext, aber würde das Naithan über sich selber denken? Ab dem ersten Kapitel ist der Text ja eher aus Naithans Perspektive heraus.
Unterdessen hatten sich die weißen Schneestäubchen zu einer undurchsichtigen Wand dicker Flocken gewandelt. Nicht lange und man würde seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen können. Den beiden war klar geworden, dass sie in dieser Nacht wohl nicht mehr zur alten Taverne zurückkehren würden. Verzweifelt schaute Naithan sich um und versuchte im verstrickten Gehölz des Waldrandes etwas Verwertbares für einen Unterschlupf zu finden. Es war kalt und der Schneefall wurde zunehmend stärker.

Schönes, Spannung erzeugendes Ende - da wir ja wissen, dass Karson Naithan gewarnt hat, nicht zu lange draußen zu bleiben. Gefällt mir, im Vergleich und wohl auch "allgemein", noch besser als das Ende des ersten Kapitels mit der Vorausdeutung.

Nur eine Kleinigkeit: Ich habe bei dem letzten Absatz, wo Naithan einen Unterschlupf plant, eine alte Kindergeschichte im Kopf: Petterson und Findus machen zu Silvester einen Spaziergang, verirren sich in der Dunkelheit und im Schneesturm und bauen sich ein Iglu. Es ist furchtbar kalt, Findus hat Angst... und dann stellt sich heraus, dass sie das Iglu in den eigenen Garten gebaut haben. So eine eher humorvolle Pointe ist wahrscheinlich nicht deine Absicht und wahrscheinlich steckt sie eher in meiner Assoziation als im Text. Aber ich habe mich grundsätzlich gefragt, wie dicht dieses Schneegestöber ist (naja, wohl ziemlich dicht...), wie schnell es sich ausgebreitet hat (wohl enorm schnell: vorher hatte Naithan ja noch das Gefühl "gleich am Ziel zu sein" und sagt zu Gregor "Außerdem sind wir ja gleich da".) und wie weit sie sich eigentlich vom Haus entfernen. Müssen sie ein ganzes Stück in den Wald gehen, um Holz zu schlagen und aufzuladen? Oder hat Karson vielleicht irgendwo am Rand seines Grundstücks einen Holzvorrat für den Winter angelegt, den Gregor und Naithan eher deshalb mit dem Wagen holen, weils zum Schleppen zu schwer ist? Eben Letzteres schiene mir naheliegender: Wenn die Taverne grundsätzlich immer mit (Brenn-)Holz versorgt werden muss wäre es ja effizient, etwas auf Vorrat zu lagern. Und außerdem würde Karson seinen Sohn und seinen Neffen, auch nach einer so gefährlichen Botschaft wie der Kemians, wohl eher mal "kurz vor die Tür" als in den tiefen dunklen Wald schicken. (bzw., falls nicht, würde ich Karson eher für verantwortungslos halten, auch wenn das Holz warscheinlich wichtig ist...) Dann wäre die Entfernung aber eher geringer, was das Verirren mMn zumindest etwas unwahrschienlicher macht - bzw. müsste es schon ein verdammt heftiges, sich verdammt schnell (mir erscheint es, auch wegen Naithans vorigen, anderslautenden Äußerungen, als etwas zu schnell) ausbreitendes Schneegestöber sein. Ich kenn mich damit nicht besonders aus, aber - vielleicht ja auch deshalb - frage ich mich gerade, wie schnell so etwas wirklich gehen kann.

Im Allgemeinen aber lebendig und packend erzählt; dass ich nicht weiß, was es mit dem roten Rauch auf sich hat und was das Holz damit zu tun hat, aber schon mitbekomme, dass draußen-sein wohl gerade eher gefährlich ist (Kemians Zustand; Karsons Warnung, nicht zu lange draußen zu bleiben) baut gut Spannung auf.
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MYung
Abc-Schütze


Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 14.03.2017 22:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Zauberzunge,
wirklich vielen vielen Dank für deine ausführliche Korrektur und Verbesserungsvorschläge. Das bedeutet mir wirklich viel Wink Ich habe mal wieder einen Großteil deiner Vorschläge übernommen.

Was das "Förmliche" angeht hast du absolut recht. Keine Ahnung voran das liegt, dass ich da immer hinschweife.

Was den Satz "Das Schlagloch vor einigen Tagen muss Schuld gewesen sein" angeht, bin ich mir unsicher ob ich musste schreiben muss, da der Satz sich ja auf die Gedanken von Naithan bezieht und der Schaden für ihn ja immer noch gegenwärtig ist, somit das Schlagloch in Naithans Schlussfolgerung immer noch Schuld hat. Kann natürlich auch völliger Schwachsinn sein was ich gerade schreibe Embarassed Wäre nett, wenn du mir nochmal eine Erklärung dazu geben könntest. Wink

Was den Satz "Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich die ihm bekannten Umrisse ausfindig zu machen." beziehen sich "die bekannten Umrisse" bestenfalls auf den Schuppen (das Ziel), aber auch auf bekannte Baumformen. Er hält Ausschau, da die Sicht durch den Schneefall langsam schlechter wird. Hinzu kommt noch, dass es mitten in der Nacht ist und die beiden in der Eile vergessen haben eine Fackel mitzunehmen. Aber du hast recht, wahrscheinlich kommt es verständlicher rüber wenn ich es ohne Artikel ("Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich  ihm bekannte Umrisse ausfindig zu machen.") schreibe.

Zu deiner Anmerkung am Ende: Mit Petterson und Findus hat das Ganze eigentlich nicht zu tun, kenne die Geschichte ehrlich gesagt auch nicht. Embarassed
Was das verirren angeht, hatte Naithan von der Zeit her einfach das Gefühl gleich da zu sein. Er sagte es eher aus dem Grund, um Gregor zu beruhigen, zudem zu einem Zeitpunkt, an dem es noch nicht angefangen hatte zu schneien. Allerdings ist es Nachts und die beiden haben keine Fackel dabei, daher muss Naithan sich zum größten Teil auf seinen Orientierungssinn und gewohnte Umrisse verlassen. Was einen starken Schneefall angeht, kann das schon relativ schnell gehen, ein Sturm eher weniger. Vielleicht hätte ich das Kapitel eher "Weiße Wand" nennen sollen.

Der Schuppen wo das geschlagene Holz gelagert wird, liegt tiefer im Wald. Alle paar Tage muss neues Holz geholt werden (das Schlagloch vor einigen Tagen) damit der Kamin in der Taverne genug Futter hat. Allerdings sollen Naithan und Gregor diesmal soviel Holz wie möglich aufladen. Karson möchte das Holz nämlich nicht nur für seinen Kamin  benutzen, sondern auch, um der drohenden Gefahr entgegenzuwirken. (Fenster + Türen barrikadieren)

Vielleicht ist es etwas leichtsinnig oder auch verantwortungslos von Karson, die Beiden in den Wald zu schicken. Nach der Nachricht vom Jäger waren seine ersten Gedanken nun mal: Gefahr = Fenster + Türen barrikadieren = wir brauchen VIEL Holz)

Eigentlich kein gutes Zeichen für einen Autor, wenn er im Nachhinein noch soviel erklären muss.. Sad  

Trotzdem vielen Dank für deine Kritik, hat mir sehr geholfen. Ich versuche weiterhin dran zu bleiben und deine Vorschläge weiterhin zu beherzigen. Wink
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Zauberzunge
Schreiberassi


Beiträge: 32
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 21.03.2017 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MYung,

wieder gerne Very Happy  Freut mich, dass es dir hilft.


MYung hat Folgendes geschrieben:
Was den Satz "Das Schlagloch vor einigen Tagen muss Schuld gewesen sein" angeht, bin ich mir unsicher ob ich musste schreiben muss, da der Satz sich ja auf die Gedanken von Naithan bezieht und der Schaden für ihn ja immer noch gegenwärtig ist, somit das Schlagloch in Naithans Schlussfolgerung immer noch Schuld hat. Kann natürlich auch völliger Schwachsinn sein was ich gerade schreibe Embarassed Wäre nett, wenn du mir nochmal eine Erklärung dazu geben könntest. Wink

Nicht wirklich,  wink es ist eher eine ganz einfache grammatische Sache: Das Erzähltempus sollte gleich bleiben. "musste" bezieht sich eigentlich nur ganz schlicht aufs Erzähltempus: Du schreibst im Präteritum (ließ, taumelte (was ich bei näherer Betrachtung etwas komisch finde, aber nur nebenbei); dann schob, zog, versuchte,...), muss ist Präsens. Dass Naithan das gerade denkt ist schon klar, doch die Tempusänderung ergibt trotzdem keinen Sinn. Selbst in seinen Gedanken ist ja klar, dass das Schlagloch Vergangenheit ist. Außerdem sind die anderen Sätze/ Satzteile davor und danach, die auch seine Gedanken zeigen, ebenfalls im Präteritum bzw. in der Vorzeitigkeit (Perfekt "hatte... festgelegt"). Um das Präsens zu erklären müsstest du vielleicht den Satz kursiv absetzen und genauso schreiben, dass es exakt so in seinen Gedanken klingt (Das verdammte Schlagloch ist schuld!), das fände ich aber relativ unpassend, es würde aus dem Erzählfluss rausreißen. Lieber musste und gut. Very Happy

MYung hat Folgendes geschrieben:
Was den Satz "Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich die ihm bekannten Umrisse ausfindig zu machen." beziehen sich "die bekannten Umrisse" bestenfalls auf den Schuppen (das Ziel), aber auch auf bekannte Baumformen. Er hält Ausschau, da die Sicht durch den Schneefall langsam schlechter wird. Hinzu kommt noch, dass es mitten in der Nacht ist und die beiden in der Eile vergessen haben eine Fackel mitzunehmen. Aber du hast recht, wahrscheinlich kommt es verständlicher rüber wenn ich es ohne Artikel ("Naithan blickte in die Dunkelheit und versuchte irgendwo vor sich  ihm bekannte Umrisse ausfindig zu machen.") schreibe.

Zugegeben, im Nachhinein bin ich da etwas verwirrt. Vielleicht ging es ja nur beim ersten Lesen mir so. Um eindeutig zu sein, könntest du vielleicht konkret sagen "die Umrisse der Taverne/ des Hauses"; klänge vielleicht ein bisschen schöner.

MYung hat Folgendes geschrieben:
Zu deiner Anmerkung am Ende: Mit Petterson und Findus hat das Ganze eigentlich nicht zu tun, kenne die Geschichte ehrlich gesagt auch nicht. Embarassed
Was das verirren angeht, hatte Naithan von der Zeit her einfach das Gefühl gleich da zu sein. Er sagte es eher aus dem Grund, um Gregor zu beruhigen, zudem zu einem Zeitpunkt, an dem es noch nicht angefangen hatte zu schneien. Allerdings ist es Nachts und die beiden haben keine Fackel dabei, daher muss Naithan sich zum größten Teil auf seinen Orientierungssinn und gewohnte Umrisse verlassen. Was einen starken Schneefall angeht, kann das schon relativ schnell gehen, ein Sturm eher weniger. Vielleicht hätte ich das Kapitel eher "Weiße Wand" nennen sollen.

Weiß ich doch Wink Es war eher so mein persönlicher Eindruck eines "Och, Mensch, wie konnten die sich nur verirren, obwohl die so nah dran waren!"-Gefühls. Als Kind eher eine witzige Pointe, jetzt fand ich es etwas müßig. Das muss dich vielleicht nicht allzu sehr stören, wenn der Rest konsistent ist; es erschien mir nur etwas seltsam, dass Naithan doch recht schnell von "wir sind gleich da und fertig" zu "Ich habe mich vollständig verirrt und gar keinen Plan, wie wir vor Ende des Schneesturms wieder wegkommen!" umschwenkt.

MYung hat Folgendes geschrieben:
Der Schuppen wo das geschlagene Holz gelagert wird, liegt tiefer im Wald. Alle paar Tage muss neues Holz geholt werden (das Schlagloch vor einigen Tagen) damit der Kamin in der Taverne genug Futter hat. Allerdings sollen Naithan und Gregor diesmal soviel Holz wie möglich aufladen. Karson möchte das Holz nämlich nicht nur für seinen Kamin  benutzen, sondern auch, um der drohenden Gefahr entgegenzuwirken. (Fenster + Türen barrikadieren)

Ja, ok. Karsons Intention würde ich nicht unbedingt (jetzt schon) dazupacken, um die Spannung zu erhalten. Die Frage nach den Entfernungen war weniger ein Hinweis, dass ich das unbedingt brauche, um die Geschichte zu verstehen, sondern eher mein Gedankengang, der sich aus der "Wie können die sich vor ihrer eigenen Haustür verirren!"-Sache hervorging.

MYung hat Folgendes geschrieben:

Vielleicht ist es etwas leichtsinnig oder auch verantwortungslos von Karson, die Beiden in den Wald zu schicken. Nach der Nachricht vom Jäger waren seine ersten Gedanken nun mal: Gefahr = Fenster + Türen barrikadieren = wir brauchen VIEL Holz)

Den Eindruck hatte ich auch. Ist aber eine interessante Sache, da 1. Karson ja nicht vollkommen "gut" sein und alles exakt richtig einschätzen muss und 2. ich mich frage, worum es wohl geht, dass es wohl noch wichtiger ist, schnell viel Holz ranzuschaffen (-> Spannung, Neugier). Das gefällt mir.

Lg, Zauberzunge
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