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Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur - nicht mehr lesenswert?

 
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MariaLS
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 57
Beiträge: 153
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 12.02.2017 20:07    Titel: Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur - nicht mehr lesenswert? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich beschäftige mich mit Kinder und Jugendlichen. Da ich selbst an einem Projekt für LeserInnen im Alter zwischen 12 und 14 arbeite, habe ich versucht herauszufinden was gerne gelesen wird.

Schon klar, der Hype um Gregs Tagebücher und ähnliches ist immer noch da. Ich denke auch, dass Fantasy gut ankommt. Irgendwann kam dann von meiner Seite das Gespräch auf AutorInnen der Jugendliteratur, wie Christine Nöstlinger, Erich Kästner und Michael Ende. Bücher, wie diese seien altmodisch, wurde mir erklärt. Der Hinweis, dass in diesen Büchern Themen behandelt werden, die Jugendliche auch heute noch betreffen, wurde kaum wahrgenommen.
"Diese Kinder haben keine Computer und kein Internet, nicht einmal ein Handy. Wie sollen die unsere Probleme haben?"

Was ist eure Meinung? Werden Klassiker demnächst in den Schubladen verstauben?


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Träume haben und Ziele setzen
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spinat.ist.was.anderes
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 509
Wohnort: Hamburg (ab und zu)


BeitragVerfasst am: 12.02.2017 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, glaube ich nicht. Zudem möchten ja auch Kinder nicht nur Realistisches lesen, siehe "Die Unendliche Geschichte". Und Themen wie Freundschaft, Angst, Mut und Liebe sind universell.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 56
Beiträge: 627

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 13.02.2017 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe ein bisschen gebraucht, um zu erkennen, dass die Bücher, die ich als Kind verschlungen haben, z. B. bei meiner Tochter nicht mehr gehen. Das liegt nicht nur an den Themen, oder wahrscheinlich liegt es überhaupt nicht an den Themen, sondern an der Haltung und der Sprache. Greg z. B. ist ein Antiheld. Das ist eben nicht mehr wie bei Pünktchen und Anton oder Emil und den Detektiven (bei den 3 ??? aber schon): Man liebt den Greg ja so, weil er nicht das leuchtende Vorbild ist, sondern ihm ständig was misslingt.

Auch all dies Belehrende, Moralisierende, was z. B. im "Trotzkopf" durchscheint, geht gar nicht mehr. Gut so, Kindheit wurde halt auch demokratisiert, Mädchen müssen sich nicht mehr unterordnen - auch wenn die Prinzessinnen und rosa Einhörner wohl nie aussterben.

Es mag sein, dass viele Klassiker dennoch gelesen werden - schon deshalb, weil Eltern und Großeltern sie kennen - aber heutzutage in diesem Stil zu schreiben ist ein Wagnis.

Ich glaube, um zielgruppengerecht schreiben zu können, muss man diese Zielgruppe sehr gut kennen und viel mit ihr zu tun haben. Die Jugendlichen haben so ihren Geheimcode, um sich von der Erwachsenenwelt abzugrenzen. Da versteht man schnell nur noch Bahnhof.
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MariaLS
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 57
Beiträge: 153
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 13.02.2017 07:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Babella: Wirklich wunderbar erklärt, und das ist vielleicht auch die Antwort, die ich seit Monaten suche.  Nicht, weil ich in diesem Stil schreiben wollte, sondern weil es mir um das Lese-verhalten von Kindern und Jugendlichen geht, oder wäre es besser zu schreiben das Nicht-lese-verhalten?
Doch, sie lesen. Sie lesen Whats App-Nachrichten, Facebook, Instagramm usw. Ich denke, dass das der zweite Grund ist, warum Gregg und co derartig gut ankommen.  Die Art zu schreiben wurde schon mehrfach kopiert.

Sie lesen zu meinem Entsetzen auch die Gratiszeitungen, die es in Wien gibt. Entsetzen, weil sie selten Möglichkeiten haben, sich über Inhalte auszutauschen. Egal, anderes Kapitel.

Ich  lese die Klassiker laut vor, wenn es sich ergibt. Weil ich immer noch der Meinung bin, sie sollte zumindest davon gehört haben.

Ein schwieriges Pflaster sind Geschichten für Kinder und Jugendliche in jedem Fall.


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Träume haben und Ziele setzen
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Mina Minus
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 136



BeitragVerfasst am: 13.02.2017 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Dass Jugendliche nur noch SMS und Co. lesen, klingt aber übertrieben pessimistisch.

Ich habe den Eindruck, dass Jugendliche in den letzten Jahren wieder deutlich mehr lesen als in meiner Jugendzeit - die war etwa mit dem Beginn des Harry-Potter-Hypes zu Ende.
Ich finde, dass gerade Jugendbücher vielfältiger und präsenter geworden sind im Vergleich zu meiner Jugend. Jugendliche werden mMn als Zielgruppe auch ernster genommen, bzw. wird Jugendliteratur stärker wahrgenommen.   
Vor einiger Zeit hatte ich mit einer Jugendgruppe (ca 16 Jahre alt) über deren Lieblingsbücher gesprochen. Da wurden die Bücher von John Green überdurchschnittlich oft genannt.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 56
Beiträge: 627

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 13.02.2017 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Jugendliche sind Suchende. Sie suchen heute vielleicht heute weniger in Büchern, weil es eben noch so viele andere Angebote gibt, aber Bücher spielen sicher immer noch eine Rolle (lustigerweise keine Ebooks, die sind was für so alte Tanten wie mich).

Ich hatte bei meinen Kindern auch das Bedürfnis, ihnen zumindest die Märchen und Lieder nahezubringen, die zur Allgemeinbildung gehören. Aber irgendwann geht das halt nicht mehr so, und Hanni und Nanni muss man ja auch wirklich nicht unbedingt gelesen haben.

Ist doch gut! Raum für Neues!
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Corydoras
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 35
Beiträge: 753
Wohnort: Niederösterreich


BeitragVerfasst am: 13.02.2017 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

Babella hat Folgendes geschrieben:
und Hanni und Nanni muss man ja auch wirklich nicht unbedingt gelesen haben.


Das beispielsweise fand ich schon in meiner Kindheit (frühe 90er) veraltet.

Zu Klassikern:
Ich hab letztens versucht Die Schatzinsel zu lesen (weil ich so gerne die Serie Black Sails schaue), hielt das Buch aber für unlesbar und habs beseite gelegt. Ähnlich ging es mir mit Peter Pan. Die gingen beide stilistisch völlig gegen meine Lesegewohnheit und wirkten auf mich nur noch sperrig.

Es gibt allerdings auch genug "alte" Kinderbücher, die ich sehr wohl auch heute noch sehr schön zu lesen finde. Alice im Wunderland fällt mir da spontan ein.


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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 57
Beiträge: 3017
Wohnort: in der Diaspora


BeitragVerfasst am: 14.02.2017 15:23    Titel: Antworten mit Zitat

Alice wollte ich auch grade anführen, auch die Jugendbücher von E.Nesbith, the Railwaychildren zB. oder auch die Phönix und Teppich Bücher, Laughing
Pippi Langstrumpf ist denke ich auch noch nicht veraltet.
Hanni und Nanni stammen ja eigentlich aus den 50ern glaube ich, aber sie haben indirekt Einfluss, wenn ich da an diverse Internats bzw Highschoolfilmchen denke


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"Dem Bruder des Schwagers seine Schwester und von der der Onkel dessen Nichte Bogenschützin Lapidar" Kiara
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Holdenfried
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Alter: 40
Beiträge: 23
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 16.02.2017 12:10    Titel: Interessant, beschäftigt mich auch Antworten mit Zitat

Hallo,

das Thema beschäftigt mich auch sehr, da ich Texte für Kinder und Jugendliche schreibe. Ich habe selber zwei Kinder im Grundschulalter, denen ich immer viel vorgelesen habe. Vor kurzem habe ich es mit "Mio mein Mio" versucht - und fand den Text selber sehr altbacken...
Bücher von Christine Nöstlinger dagegen halte ich für sehr modern. Die Kinder darin haben schon in den 70ern geflucht und relativ modern gesprochen. Es ist ein ganz besonderer Stil, der natürlich auch vom österreichischen Slang geprägt ist. Franz-Geschichten oder Gretchen Sackmeier finde ich durchaus noch lesenswert für heutige Teenies und auch Hanni und Nanni, die ja schon in den 90ern, als ich sie gelesen habe, 30 Jahre auf dem Buckel hatten, sind spritzig und witzig geschrieben.
ABER: mein Eindruck ist, dass gerade die Verlage natürlich bei neuen Büchern gerne ganz moderne Themen und Sprache haben wollen. Ein Kinderbuch von mir wurde mit der Begründung abgelehnt, dass es doch eine sehr alte, erwachsene Sprache enthalte. Auf mich wirkte es völlig neutral und auch meine Kinder (die ersten Testleser) fanden es gut, aber die sind ja von meinem Buchgeschmack geprägt....
Tatsächlich versuche ich auch Jugendgeschichten zu schreiben, finde es aber sehr schwer, da zwangsläufig Internet, Handy und Co mit rein müssen und diese einen so großen Rahmen in der Welt der Kids einnehmen, dass sie eine große Rolle spielen MÜSSEN.
Vielleicht boomt aber auch deshalb der Markt mit Jugend-Fantasy? Da ist das Internet ja kaum Thema, weil es um andere Welten, Hexen und Vampire geht....
Spannend, welche Bücher die heutigen Jugendlichen mal schreiben mit ihren Erfahrungen...
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 54
Beiträge: 2430
Wohnort: Mallorca
Ei 2


BeitragVerfasst am: 16.02.2017 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Interessantes Thema, da wir heute bei unserem Autorentreffen das Thema haben werden: Unsere Kinder- und Jugendliteratur. Nun bin ich ja nicht mehr die Allerjüngste und fand es sehr spannend, einmal zu überlegen, welche Bücher mich als Kind und in meiner Jugend gefesselt haben.
Mit der Frage hier und meiner Liste vor Augen, denke ich, dass Tom Sawyer und Huckleberry Finn eigentlich auch noch heute für die Kinder und Jugendlichen interessant sein dürfte - also insbesondere die Figur des Huckleberry, der sich gegen alle Normen und Regeln wehrt.
Für die Kleineren könnten auch die Bücher von Ottfried Preußler noch interessant sein.
Andere Bücher, die in Reihen damals erschienen sind, wie Hanni und Nanni, erscheinen den heutigen Jugendlichen sicher tatsächlich überholt, weil Smartphones und Co vollständig fehlen und auch die Dialoge nicht mehr in die heutige Zeit passen.
Viele Grüße
Piratin


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Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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Stefanie
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 16.02.2017 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Viele alte Bücher werden umgeschrieben und auf heutige Lesegewohnheiten zugeschnitten. Don Quichotte ist eigentlich ein 1000 Seiten-Wälzer und bei Robinson Crusoe geht es zunächst aus heutiger Sicht ermüdend lange um seine Vorgeschichte. Ebenso bei Frankenstein. Erst wird der Kapitän, dem Frankenstein seine Geschichte erzählt, ausschweifend eingeführt. Heutzutage würde keiner dieser Klassiker in seiner ursprünglichen Form durchs Lektorat kommen.

Andererseits kommt Harry Potter auch komplett computer- und handyfrei aus, selbst wenn sie sich in der "Muggelwelt" bewegen. Ein bisschen altmodisch darf es also schon sein, nur nicht zu offensichtlich.

Zu sehr auf "heutig" gequälte Bücher verlieren nach wenigen Jahren ihren Reiz.
Schon allein weil sich die Jugendsprache ständig ändert, da sie dazu dient, sich von den Eltern bzw deren Generation abzugrenzen. Wer sich zu sehr beim jungen Leser anbiedert, indem er versucht, "cool" zu klingen, wird gnadenlos enttarnt und mit Nichtlesen abgestraft.
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Babella
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Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 16.02.2017 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Gebt doch bitte mal "Hanni und Nanni" bei Amazon ein. Seite um Seite lieferbare Titel, Videos, Hörspiele. Internat geht offenbar immer Laughing
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1081



BeitragVerfasst am: 16.02.2017 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Und Burg Schreckenstein wurde gerade erst verfilmt. Daumen hoch²
Scheint auch noch aktuell zu sein.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 56
Beiträge: 627

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 17.02.2017 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Das zeigt doch, dass es eine friedliche Koexistenz ist: Die alten, evtl. behutsam modernisierten Bücher (Märchen z. B.), die auf Kinderbuch getrimmten Erwachsenenbücher (Robinson Crusoe, Moby Dick), die fünfzig Jahre alten Jugendbücher, die irgendwie trotzdem noch passen ... und die Flut der neuen Bücher, von denen viele rasch vergessen sein werden, so wie auch frühere Erwachsenenbücher einfach verschwunden sind.

Eine ganze Reihe von Büchern, die ich als Kind und Jugendliche in mein Herz geschlossen habe, gibt es schon lange nicht mehr, nicht mal antiquarisch, und leider stehen nicht alle in meinem Regal, ein paar vermisse ich geradezu schmerzlich.

Wenn ich Bücher für Kinder und Jugendliche schreiben würde, würde ich das schreiben, was mir gefällt. Kinder sind wie Erwachsene ganz verschieden, und ich glaube, es funktioniert einfach nicht, sich einem wie auch immer gearteten Zeitgeist anpassen zu wollen. Aber das ist natürlich eine grundsätzliche Frage.

Was sich ganz sicher geändert hat, ist das Tempo. Das ist bei Büchern wie bei Filmen gut zu beobachten. Man hat das Gefühl, früher hatten die Leute viel mehr Zeit, alles kam viel gemächlicher daher. Wobei es auch heute noch Bücher mit sehr langem Atem gibt, einige fallen halt immer durchs Raster und sind trotzdem erfolgreich.

Und dieses Von-oben-herab, das aus der Arzt-Patienten und Lehrer-Schüler-Beziehung schwindet, steht einem Schriftsteller auch nicht mehr.
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MariaLS
Geschlecht:weiblichSchreiberling

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BeitragVerfasst am: 11.03.2017 09:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die rege Diskussion rund um den Wandel im Jugendbuch.

Zitat:
Tatsächlich versuche ich auch Jugendgeschichten zu schreiben, finde es aber sehr schwer, da zwangsläufig Internet, Handy und Co mit rein müssen und diese einen so großen Rahmen in der Welt der Kids einnehmen, dass sie eine große Rolle spielen MÜSSEN.


Liebe Holenfried!
Ich denke auch, dass im Bereich des Nicht-Fantasyromans neue Medien unverzichtbar sind. Wir sind eben eine Mediengesellschaft. Dem gilt es auch im Bereich der Kiju-Literatur Rechnung zu tragen.
Dass das kein leichtes Unterfangen ist, stellt eine andere Sachlage dar. So habe ich ursprünglich Facebook in mein Projekt eingebaut. Tja, das ist aber unter Jugendlichen genau gar nicht mehr gefragt. Zum Glück hat mich ein User darauf aufmerksam gemacht. Was nun? Umschreiben, der neue Entwurf ist gedanklich aufgestellt!

Zitat:
Zu Klassikern:
Ich hab letztens versucht Die Schatzinsel zu lesen (weil ich so gerne die Serie Black Sails schaue), hielt das Buch aber für unlesbar und habs beseite gelegt. Ähnlich ging es mir mit Peter Pan. Die gingen beide stilistisch völlig gegen meine Lesegewohnheit und wirkten auf mich nur noch sperrig.


Hallo Corydaras!
Diese Bücher habe ich meiner Jugendzeit auch schon als unlesbar empfunden. Das ist natürlich Geschmacksache. Auch bei Karl May hat mein Innerstes gestreikt.
Doch, Hanni und Nanni habe ich gelesen, oder besser gesagt verschlungen. Ich fand das damals wildromantisch.
Nöstlinger war bei uns Pflichtlektüre. Da kommst du als Wiener Kind nicht drum herum! Genau mit Christine Nöstlinger Romanen wage ich in den nächsten Wochen den Versuch in meiner Klasse.

Zitat:
Dass Jugendliche nur noch SMS und Co. lesen, klingt aber übertrieben pessimistisch.


Okay Mina Minus, ich gebe dir Recht! Das war wirklich eine pessimistische Aussage. Das stimmt natürlich so nicht! Aber, ob Lesen tatsächlich noch den gleichen Stellenwert hat, wie es zu meiner Zeit hatte, das lasse ich mal dahingestellt.

Wir, als Kiju-Literaten müssen in jedem Fall die Kids und Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen. Nichts anderes hat Erich Kästner gemacht. In den Verfilmungen seiner Werke, im Speziellen beim Doppelten Lottchen, wurde ja der Zeitgeist berücksichtigt. Ob, das allerdings zum Lesen des ursprünglichen Romans motiviert, bezweifle ich.

Damit wäre ich beim letzten Punkt angelangt. Nämlich dem erschreckend, rasanten Tempo, in dem Bücher zu Filmen werden. Das mE wiederum dazu führt, dass noch weniger gelesen wird.


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sonnenblümchen
Sonntagsschreiber

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Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 18.03.2017 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Diese ältere Literatur gehört auch zu unserer Kultur und ich würde es schade finden, wenn sie nicht mehr gelesen wird. Natürlich ist es nicht so einfach zu lesen, wie Trivialliteratur, erlaubt aber auch eine gewisse Reise in die Vergangenheit - überaus spannend ! Smile
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AutorFrankFabian
Geschlecht:männlichVorschüler

Alter: 67
Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 21.03.2017 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe wirklich ganz stark, dass die alten Klassiker NICHT verstauben werden! Ich finde die Entwicklung sehr schade, vor allem das heutige Programm im Fernseher ist alles andere als förderlich für diese Entwicklung
sad Heute liest man generell immer weniger habe ich das Gefühl.


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wetterfrosch
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BeitragVerfasst am: 23.04.2017 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe auch fest vor meinen zukünftigen Kindern die Klassiker aus meiner Kindheit vorzulesen. So, wie sie mir und meinen Geschwistern vorgelesen wurden.

Zum Leseverhalten von Kindern kann ich nur beitragen, dass sich das nicht nur je nach Generation und Familie unterscheidet, sondern auch von Person zu Person. Mein Bruder ist einer der wenigen in meiner Familie, der nie gern gelesen hat.

Zitat:
Es mag sein, dass viele Klassiker dennoch gelesen werden - schon deshalb, weil Eltern und Großeltern sie kennen - aber heutzutage in diesem Stil zu schreiben ist ein Wagnis.

Da bin ich ganz bei dir.
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Herdis
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 135
Wohnort: Westfalin in Nordhessen


BeitragVerfasst am: 24.11.2018 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Als Kind der 80er bin ich mit Klassikern von Astrid Lindgren (Michel,Madita,Pippi - gehen immer noch), Ottfried Preussler ("Die kleine Hexe", erst kürzlich neu verfilmt), Michael Ende ("Die unendliche Geschichte", "Momo") & Co. aufgewachsen. "Das Sams" von Paul Maar ist ebenfalls noch immer aktiv (auch auf der Mattscheibe).
UND natürlich Enid Blyton... "Die fünf Freunde" (immer wieder neu verfilmt und auch als Zeichentrick im TV), "Dolly", "Hanni und Nanni" (ebenfalls verfilmt), "Tina und Tini" ... "TKKG" nicht zu vergessen, jetzt, wo ich hier tippe.
Denkt bitte auch an die "???", auch, wenn es hier mehr die Hörspiele sind, die noch immer begeistern. Aber wie viele Ableger gibt es auch davon inzwischen.
Oh, kennt noch wer die "Panama" Reihe? Tigerente & Co.?
"Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe", "Narnia"... Klassiker- als Blockbuster verfilmt.
 
Cornelia Funke habe ich tatsächlich erst später richtig kennen und schätzen gelernt. Die "Tintenherz"- Triologie oder "Der Herr der Diebe" fallen mit da auf Anhieb ein. Zwar keine echten Klassiker, aber beide ebenfalls verfilmt.

Ich würde daher nicht pauschal sagen, dass die Klassiker SO sehr aus der Mode kommen. Es gibt denke ich noch viel mehr Adaptionen, als uns hier im ersten Moment einfällt.
Auch von den "richtigen" Klassikern wie Pan, Alice, Tarzan, Frankenstein & Co. Wie oft wird denn dieser Stoff wieder aufgegriffen und einer neuen Generation schmackhaft gemacht. Vielleicht greifen sie zum Papier (und wenn es als Bilderbuch ist), vielleicht auch nicht. Aber die echten Klassiker sind nicht tot.
Und es gibt auch neben der noch nicht Klassiker Potter Reihe viele tolle Kinder- und Jugendbücher (die durchaus auch das Potential für zukünftige Klassiker haben. Jeder Generation seine Bücher.). Inzwischen werden viele als "All-age"- Bücher geführt. Und viele wurden in den letzten Jahren auch verfilmt. Ist vermutlich ein einfacheres Medium (schnellerer Konsum). Ändert aber nix am Geruch von Papier und dem Gefühl eines Buchs in Händen.


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"Wenn ich nicht schreibe, fühle ich, wie meine Welt schrumpft. Ich empfinde, wie ich mein Feuer und meine Farben verliere." Anais Nin
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traumwachen
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Alter: 20
Beiträge: 5
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 22.12.2018 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Also seit der 11. Klasse habe ich Klassiker für mich entdeckt. Die Schulbücher fand ich aber schon immer gut und sowas wie "Andorra" von Max Frisch waren einfach sehr wichtig sie während der Schulzeit durchzunehmen.
Wie gesagt, ich lese jetzt nur noch Klassiker und ich bin von fast jeden begeistert! Ich denke man sollte sich als Schüler (bin ja selbst noch einer haha) erstmal darauf einlassen und ein Buch finden was einen interessiert. Ebenfalls haben die meisten Klassiker immer noch einen guten Bezug zu unserer heutigen Zeit, weshalb es gut ist Tragödien wie "Faust" oder so in der Schule zu "lernen".
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ChiaraBlueberry
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 22
Beiträge: 29



BeitragVerfasst am: 08.03.2019 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ehrlich gesagt, ergibt das Argument über Handy und Internet nicht den allergeringsten Sinn. Ein großteil der heutzutage beliebten Kinderbücher spielen, wenn sie nicht selbst etwas älter sind, in vergangenen Zeiten und anderen Welten. Abenteuer ohne moderne Technik sind in der Kinderliteratur nach wie vor verbreitet und bei Kindern generell beliebt. Nach der Logik hätten Kinder in vergangenen Jahrzehnten ja auch keine Bücher gemocht, in denene es keine Fernseher oder Radios gab. Überhaupt verstehe ich nicht, weshalb es heutzutage immer so hingestellt, als hätten Kinder (und Jugendliche oder gar junge Erwachsene) heute nicht das geringste Verständnis für frühere Zeiten, oder auch nur die letzten paar Jahre, denn so ist das ganz und gar nicht. Wenn ich sehe, dass ein vielleicht sechzehnjähriges Mädchen im Fernsehen nicht weiß, was ein Faxgerät ist, dann frage ich mich auch nur, was Erwachsene für ein Bild von Kindern und Jugendliche haben.

Wenn Kinder ältere Bücher nicht mehr ansprechend finden, dann liegt das - wenn überhaupt - am Stil oder der Thematik, zumal es in älteren Bücher oftmals etwas heftiger zugeht. Aber auch da sind alle Kinder unterschiedlich und viele mögen Bücher unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Art. Es kommt eben auch darauf an, was sie kennenlernen, und an was für Bücher sie "rankommen".


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"All stories are true - but some of them just never happened." - James A. Owen
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Mara_Antonia
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 18
Beiträge: 37
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 08.03.2019 23:56    Titel: Antworten mit Zitat

ChiaraBlueberry hat Folgendes geschrieben:
Ehrlich gesagt, ergibt das Argument über Handy und Internet nicht den allergeringsten Sinn. [...] Abenteuer ohne moderne Technik sind in der Kinderliteratur nach wie vor verbreitet und bei Kindern generell beliebt. Nach der Logik hätten Kinder in vergangenen Jahrzehnten ja auch keine Bücher gemocht [..]


Genau so ist es. Ich kenne mehr als genug Mädchen in meinem Alter, die immerzu gerne lesen. Gerne auch John Green, der hier genannt wurde, Klassiker, Fantasy etc. Handys oder soziale Medien stören das Lesen mehr, wie sie es attraktiv machen (könnten). Vor allem, wenn diese eine übergeordnete Rolle spielen. Ich habe vor relativ kurzer Zeit ein Buch gelesen, das sich genau diesem Jugend-Klischee bedient hat - es war grässlich. Und zu Ende gelesen habe ich es auch nicht.

Handys und soziale Medien sind wie der Toilettengang eines Charakters: Immer da, aber niemals zu erwähnen.

Diese Sachen gehören einfach nicht in die Jugendliteratur. Es reicht aus in der "realen" Welt damit konfrontiert zu werden. Man braucht das nicht zusätzlich beim Lesen Rolling Eyes Und ich bin nicht die einzige in meinem Alter, die diesen Standpunkt vertritt.

Ach, zu den E-books: Da bevorzuge ich es lieber ein Buch in der Hand zu halten und es nach dem Lesen in mein Bücherregal einzuordnen Laughing


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"All that is gold does not glitter" ~ J.R.R. Tolkien
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