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Mittelerde - Drama mit eigenen Helden


 

 
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Schneewitzchen
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


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Wohnort: Hinter den sieben Bergen bei meinen Zwergen


BeitragVerfasst am: 10.02.2017 17:24    Titel: Mittelerde - Drama mit eigenen Helden eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Na, dann will ich mich auch einmal daran wagen und den Anfang meiner Geschichte zur Kritik freigeben. Lasst einfach alles da, was euch einfällt, ich werde es schon aushalten...
Ich habe nach der Klasse "Drama" gesucht, aber nichts gefunden - "Liebe/Melodram" passt jedenfalls mal nicht.
Zur Information: Die Geschichte spielt im fernen Osten Mittelerdes (Herr der Ringe), fünfundzwanzig Jahre vor dem Ringkrieg.
Nun denn, Vorhang auf! Verstecken

------------------------------------------------------------------------------------

Die Vögel griffen wieder an. Sie stürzten sich auf seinen Rücken, gruben Krallen und Schnäbel tief in sein Fleisch. Er versuchte sie abzuwehren, doch seine Arme gehorchten ihm nicht. Panik ergriff ihn. Er wollte schreien – aber nur ein raues Stöhnen drang aus seiner Kehle. Nein, sie würden ihn nicht überwinden! Mit wilder Entschlossenheit versuchte er sich aufzurichten, doch seine Muskeln reagierten darauf nur mit ebenso energischen Krämpfen, die ihm alle Luft aus den Lungen zwangen. Keuchend rang er nach Atem. Es war zu wenig, zu wenig!
Irgendwann drang eine Stimme in sein Bewusstsein, sanft und ganz nah. War sie die ganze Zeit über da gewesen? Kühle Hände strichen über sein Gesicht, über Schultern und Arme, bis er sich langsam wieder entspannte, freier atmen konnte und zurück glitt in ein wohltuendes Nichts.
Doch nicht lange währte die gnädige Schwärze, bis die Vögel wieder angriffen und der Schmerz ihm wie ein greller Blitz durch den Körper fuhr. Wieder. Und wieder. Und jedes Mal, wenn er versuchte sich zu wehren, trieben Krämpfe den Atem aus seinem Leib. Mit der Zeit schwanden seine Kräfte, bis er sich endlich nur noch an das Holz unter seinen Fingern und die Stimme an seinem Ohr klammerte und den Tränen freien Lauf ließ.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

„Er kämpft nicht mehr.“ Idana war sich nicht sicher, ob sie das nun gut oder schlecht finden sollte. Behutsam strich sie dem Fremden eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sein Rücken war bedeckt mit handtellergroßen, weißen Stoffstücken, die versorgte Wunden verbargen – Zeugnis der letzten Stunden, die sie mit dem Verletzten mitgelitten hatte. Stunden, in denen er mit beeindruckender Ausdauer verzweifelt gegen seine Fesseln angegangen war. Es war richtig gewesen, ihn zu binden, das sah sie jetzt ein, auch wenn ihr der Gedanke zuerst nicht gefallen hatte. Seine Pein mit anzusehen, ohne helfen zu können, hatte sie erschöpft und mutlos gemacht. Fast flehentlich blickte sie zu den beiden Männern hinüber, die ebenfalls neben der Liege knieten. Konnten sie denn gar nichts tun? Jaghun träufelte gerade etwas Honig auf die letzte Wunde, strich einen Kräuterbrei darüber und bedeckte sie mit einem weiteren kleinen Tuch. So konzentriert wirkte er, dass Idana sich fragte, ob er ihre leisen Worte überhaupt wahrgenommen hatte. Gerade wollte sie neu ansetzen, da sah er von seiner Arbeit auf. Ihre Blicke trafen sich und er lächelte ihr kurz aufmunternd zu, bevor er sich an den Meister wandte. „Vater, soll ich ihm noch etwas von dem Mohnsaft geben?“

Meister Bhavin schüttelte den Kopf und seufzte. „Nein, Jaghun. Er hat schon mehr bekommen, als ich verantworten kann. Da der Saft bis jetzt keine Wirkung gezeigt hat, fürchte ich, dass er wohl weiter wird leiden müssen.“

„Was ist mit den anderen Schlafkräutern?“

„Die müssten doch noch genauer dosiert werden – das ist mir zu riskant.“ Auffordernd nickte der Meister der jungen Frau zu. „Bist du bereit?“

Idana atmete tief ein und erwiderte das Nicken stumm. Bereit, um nichts zu bewirken. Sie seufzte innerlich. Hoffentlich sah man ihr die bitteren Gedanken nicht an. Die beiden Heiler beugten sich erneut über den zerschundenen Rücken des Bewusstlosen. Mit geübten, sicheren Bewegungen begann Meister Bhavin, einen weiteren mit Widerhaken besetzten, giftigen Dorn aus dem angeschwollenen Fleisch zu lösen. Ein Zittern durchlief den Körper des gefesselten Mannes, seine Finger krallten sich um das Holz und er stöhnte leise und rau. Fast meinte Idana, einzelne Worte verstehen zu können, als sie ihre Stirn auf sein Haar legte und sein Gesicht umfasste.

„Shhh, es ist alles gut... es ist alles gut. Du bist nicht allein. Du schaffst das, du bist stark...“ Es waren die selben kleinen, beruhigenden Sätze, die sie sonst ihren Geschwistern immer vorgesagt hatte, wenn sie weinten. Unpassend und dumm kamen sie ihr hier vor und Idana war froh, dass niemand ihre Worte verstand.

Es schien ihr ewig zu dauern, bis die Heiler mit ihrer Arbeit fertig waren und der Atem des Mannes langsam zur Ruhe kam. Mit einem feuchten Tuch tupfte Idana Schweiß und Tränen aus seinem Gesicht, wie schon so oft in dieser Nacht. Der Dorn wurde vom Meister in eine Schüssel zu den anderen gelegt und Jaghun reinigte auch diese Wunde mit Branntwein. Der stechend scharfe Geruch erfüllte den ganzen Raum und benebelte Idanas Sinne. Nicht um alles in der Welt hätte sie das Gebräu trinken mögen. Sie konnte gut verstehen, dass der Verletzte hustete und spuckte, als Jaghun versucht hatte, es ihm einzuflößen. Vielleicht hätte es seine Schmerzen gelindert – oder ihn vergiftet, wer wusste das schon?

Bald war auch diese Wunde versorgt. Noch vier weitere Dornen wurden auf die gleiche Weise entfernt, noch vier weitere Male versuchte Idana, dem Verletzten Halt zu geben. Danach galt es, die zahlreichen Schürfwunden zu verbinden. Meister Bhavin zeigte ihr, worauf sie achten musste und ließ sie sogar selbst Hand anlegen. Endlich eine Aufgabe, deren Ergebnis sie sehen konnte! Wenn nur ihre Hände ruhiger wären. Konzentriert kaute Idana auf ihren Lippen und versuchte, alles genau so zu tun, wie es der Meister vormachte. Endlich waren alle Verletzungen unter den weißen Binden verschwunden und Jaghun legte eine wärmende Decke über den Körper des Bewusstlosen. Es war geschafft! Ganz gemächlich, so schien es Idana, begannen die beiden Heiler, Verbände und Salben beiseite zu räumen, doch sie hatte nur noch einen einzigen Gedanken. Rasch stand sie auf und öffnete beide Fenster. Es regnete und die frische, kühle Morgenluft durchflutete den Raum.

Idana lehnte sich hinaus, ließ den Regen auf ihre Handflächen prasseln und benetzte ihr Gesicht damit. Die beiden Heiler hatten sich bereits auf der Bank nieder gelassen, die an der Innenwand der Laube entlang führte und wie ein Ring den kleinen Raum umschloss. Auf der anderen Seite der Tür stand die Bank voller Tiegel, Schüsselchen und sonstigem Gerät, dass eben noch gebraucht worden war.

„Komm zu uns, Mädchen, wir warten den Schauer hier ab. Lange wird es ja wohl nicht dauern.“ Der Meister deutete auf den freien Platz neben Jaghun. Ein Gähnen unterdrückend setzte sich Idana zu den Männern. Sie war sich nicht sicher, ob sie in dieser Nacht irgend etwas Sinnvolles beigetragen hatte. Warum nur war sie trotzdem so erschöpft? Dankbar für die Pause lehnte sie sich zurück und lauschte dem Morgenkonzert der Vögel, die sich vom Regen nicht beeindrucken ließen.
 
Jaghun neben ihr blinzelte müde und massierte sein Bein. Sein linker Fuß war verkrüppelt und nach innen verdreht. Wenn er lange kniete, beschwere sich der krumme Kerl, hatte er Idana einmal lachend erklärt. Sie war immer wieder beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der Jaghun über diesen Umstand hinweg ging, ohne mit seinem Schicksal zu hadern. Vielleicht kam seine Lebensfreude von der ermutigenden Gemeinschaft mit dem Meister. Der alte Heiler hatte die Augen geschlossen und schien bereits eingenickt zu sein. Selbst mit dem Kinn auf der Brust strahlte er eine vornehme Würde aus, der sie sich nicht entziehen konnte. In Meister Bhavins Gegenwart verspürte Idana immer noch eine ehrfürchtige Scheu, obwohl sie jetzt schon seit drei Monden als Sarwa - Schülerin in seinem Haus lebte. Schönes wie Schlimmes hatte sie gesehen in dieser Zeit, aber nichts war so aufregend gewesen wie die Ereignisse der letzten Nacht.

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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 10.02.2017 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Schneewitzchen,

Schneewitzchen hat Folgendes geschrieben:

[beim Roten Teppich:]
Schreibtechnisch bin ich totale Anfängerin. Momentan arbeite ich an meiner ersten Geschichte

Für deine erste richtige Geschichte ist das ein ganz schönes Stück. Daumen hoch²
Du hast einen spannenden Einstieg (ganz wichtig!!!), relativ unterschiedliche Charaktere, eine Handlung und einen Kontext (wobei du diesen in der Geschichte leider unzureichend eingeführt hast).
Allerdings ist der Text - für ein Laienstück verständlich - durchaus nicht perfekt ...
_____

Zitat:
Lasst einfach alles da, was euch einfällt, ich werde es schon aushalten...

Ich nehme dich mal beim Wort und sage zu dem Text, was ich jedem sagen würde, egal wie fortgeschritten ... Dafür bist du ja hier. Wink

Ohne das Hintergrundwissen, welches du in deinem Roten-Teppich-Beitrag und in der Metaeinleitung mitgeteilt hast, hätte ich nicht gewusst, woran ich bin und hätte den Text vermutlich nicht spannend (d.h. langweilig) gefunden.
Auch so war es für mich schwierig, dem Inhalt Mehrwert für mich abzugewinnen, denn er bewegt sich (bis zu diesem Punkt) auf einer ausgesprochen flachen Ebene.
Damit meine ich, dass du für die Länge des Textes sehr wenig Kontext und interessante Informationen gibst, was für die Exposition (worum es sich hier fraglos handelt) unabdinglich ist.
Dadurch wirkt der Text zweidimensional und ohne tiefere Bedeutung.

Der in dem ersten Abschnitt eingeführte Elb (?) hat die Frage aufgeworfen, worum es sich bei ihm handelt. Der Beschreibung nach handelte es sich jedenfalls nicht um einen typschen Elben (vielleicht aber einen Avari?).
Es ist wichtig, die Charaktere treffend zu beschreiben: Die subtilste Nuance kann den Unterschied zwischen einem lauteren Elben und einem grobschlächtigen Hünen machen!

Zwar kenne ich mich nicht mit Avarin aus, aber die Namen klingen mir nicht nach Elbisch. "Idana", "Bhavin" und "Jaghun" (der vierte im Bunde wurde übrigens nicht namentlich eingeführt, was den Leser verwirren kann).

Zitat:
Auffordernd nickte der Meister der jungen Frau zu.


Da die Geschichte (soweit ich das beurteilen kann) nicht auktorial, sondern vielmehr aus Idanas Perspektive geschrieben ist, verwirren solche Formulierungen. Bleibe immer bei einer Perspektive, sonst fliegt man raus!

Dein Schreibstil gefällt mir eigentlich, nur beschreibst du zu viel Nebensächliches, als wäre es relevant.

Im Allgemeinen hat der Text wenig Aussagewert: Man merkt, dass da etwas ist; dass sich der Autor etwas dabei gedacht hat, aber greifen kann man es nicht.
Es liegt verborgen hinter den Mauern gehaltloser Handlung, die auf den ersten Blick einen Sinn zu ergeben scheint. Im nächsten Augenblick aber zu einem Schwarz-weiß-Bild stumpfer Figuren wird, die an einem Körper ohne Bedeutung bosseln.
_____

Diese Kommentare werden auf den ersten Blick gewiss sehr demotivierend wirken, aber wenn du jetzt den Stift beiseite legst, geht ein weiteres Potenzial verloren!
Es soll dich dazu anregen, etwas daraus zu machen, denn die Inspiration und das Potenzial sind definitiv da. Es schlummert noch unter einer dünnen, aber zähen Schicht Unsicherheit, die du mit ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN zerreißen kannst wie Watte.

Ich hoffe, meine Ausführungen helfen dir, dich in diesem Neuland zurechtzufinden.
Achte bitte nicht auf mein Alter: Ich habe schon mit sechs Jahren begonnen, Geschichten zu schreiben.
Mit zwölf hatte ich bereits einen Roman mit 360 Seiten kreiert ... Also: Ich spreche aus Erfahrung. smile

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Yaouoay


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(Erzählung)
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Schneewitzchen
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 00:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Yao!

Danke für deine Rückmeldung! Du hast recht mit deinem Eindruck, bei den drei namentlich genannten handelt es sich um Menschen, nicht um Elben. Ich hatte auch schon die Befürchtung, dass dieses zu lange "rumbasteln" an meinem armen Opfer langweilig wird, hatte aber gehofft, dass ich dadurch Idana ein wenig einführen kann. Hm. Mal sehen, was ich da mache. Edit sagt: Ich hatte Angst vor Infodump, jetzt ist es zu wenig. Da ich nicht viel vorweg nehmen kann, hilft wohl nur eins: kürzen!

Die Geschichte geht mit einer Rückblende der Nacht weiter und dann kommt auch mehr Kontext. Warum wieso weshalb und wo Cool
Auf der Plattform, auf der ich sie zuerst veröffentlichen wollte, ist es üblich, eine Kurzbeschreibung zu verfassen. Einen Bruchteil der Informationen daraus habe ich deshalb hier auch gegeben.

Also du meinst, der Elb (jepp) am Anfang ist nicht typisch? Weinen Elben nicht? Oder halten die Operation ohne Narkose besser aus, meinst du? Darüber habe ich nämlich keine Informationen. Dass sie allgemein stabiler sind als Menschen, ist klar. Das wird auch noch thematisiert. Aber: natürlich kann man einen Avari nicht mit einem Hochelben messen.
Ah, ich hab nochmal deine Antwort gelesen und verstehe nun vielleicht, was du meinst - dass er so heftig ist! Jaaa, das ist er. Das hat schon bei der ersten Testleserin für Irritationen gesorgt, aber das muss so. Ich verstehe aber, dass ich ihn noch besser beschreiben sollte.

 Arrow Oha. Da hat sich tatsächlich eine falsche Perspektive eingeschlichen. Und ich dachte, ich hätte schon gut aufgepasst! Edit sagt: Jetzt muss ich aber nochmal nachfragen. Kann es nicht sein, dass Idana das Nicken des Meisters als auffordernd erkennt oder einfach so interpretiert?
Tatsächlich gibt es übrigens vier Perspektiven in der Geschichte, aber ich hoffe, ich habe sie bis jetzt immer ganz gut kenntlich gemacht. Jedenfalls sind sie nicht wild gemixt.

So, jetzt werde ich mal in mich gehen...

Vielen Dank für deine Einschätzung, Yao! Und keine Sorge, ich bin nicht entmutigt, eher angespornt! Das hier soll gut werden!

Lieben Gruß!
Schneewitzchen
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Phenolphthalein
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Schneewitzchen,

Wenn ich das nur oberflächlich betrachte, dann ist es nicht schlecht. (Dann ist es sogar recht anständig)
Für meinen Geschmack überlädst du den Text ein wenig, aber es gibt auch jende, denen das gefallen wird.
Über die Zusammenhänge innerhalb der Spannungsszene könntest du noch nachdenken.
______________________________________________

1. Er wird angegriffen und will sich wehren. Soweit klar.
Er schafft es aber nicht, weil seine Arme ihm nicht gehorchen.

Und warum ist das so? Das erfährt der Leser erst später. Er ist verkrampft. Jetzt wird ein Schuh draus.

2. Er kann nicht schreien, nur röcheln?

Warum ist das so? Möglicherweise deswegen ...


3. Er ist so verkrampft, dass er nicht Atmen kann.

Okay, aber wie soll das gehen? Zwerchfelllähmung? (Gibt es die überhaupt?)

______________________________________________

Adjektive und Partizipien sind bei dir häufig das Mittel der Wahl, um Atmosphäre zu erzeugen. Das ist vollkommen in Ordnung (Hier im Forum sowieso) und funktioniert bei deinem Text sehr gut.

Wenn du magst kannst du dir aber auch überlegen, ob es darüber hinaus auch noch "erweiternde" Möglichkiten gibt, wie du Dinge und Gefühle beschreiben kannst. (Muss aber nicht unbedingt; Kommt mit der Zeit meist von allein).

LG,

Pheno


_________________
Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seinen Fehler zu verfallen.

--- Marie von Ebner-Eschenbach
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Schneewitzchen
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 15:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Pheno, danke für deine Anmerkungen!

Die Spannungsszene am Anfang wollte ich gerne bewusst so "zusammenhanglos" lassen, denn der Gute weiß ja selbst nicht, wie ihm da gerade geschieht. Aber es hat alles seinen Sinn. Ich kann ja mal vorausgreifen: Das Gift der Dornen geht auf die Muskeln und Schleimhäute.  Das schöne an Fantasy ist ja, dass es alles geben kann. Wenn ich ein fieses Gift brauche, voilá! Twisted Evil

Ich habe erstmal nachlesen müssen, was Partizipien sind. Hui. Äh, ja. Ich denke, ich belasse es dabei, sie zu benutzen Cool
Aber wenn du weitere Möglichkeiten weißt, nur raus damit. Ich lerne gerne dazu. Und: Meinst du mit "überladen" die vielen Adjektive?

Ich hoffe, du/ihr seid noch dabei, denn ich hab die Nacht (und den Mittagsschlaf meiner Jüngsten) genutzt und präsentiere mal meine überarbeitete Version. Ich bin schon sehr gespannt, wie ihr sie jetzt findet! Hoffentlich bin ich jetzt nicht auf der anderen Seite vom Pferd gefallen...


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Die Vögel griffen wieder an. Sie stürzten sich auf seinen Rücken, gruben Krallen und Schnäbel tief in sein Fleisch. Er versuchte sie abzuwehren, doch seine Arme gehorchten ihm nicht. Panik ergriff ihn. Er wollte schreien – aber nur ein raues Stöhnen drang aus seiner Kehle. Nein, sie würden ihn nicht überwinden! Mit wilder Entschlossenheit versuchte er sich aufzurichten, doch seine Muskeln reagierten darauf nur mit ebenso energischen Krämpfen, die ihm alle Luft aus den Lungen zwangen. Keuchend rang er nach Atem. Es war zu wenig, zu wenig!
Irgendwann drang eine Stimme in sein Bewusstsein, sanft und ganz nah. War sie die ganze Zeit über da gewesen? Kühle Hände strichen über sein Gesicht, über Schultern und Arme, bis er sich langsam wieder entspannte, freier atmen konnte und zurück glitt in ein wohltuendes Nichts.

Doch nicht lange währte die gnädige Schwärze, bis die Vögel wieder angriffen und der Schmerz ihm wie ein greller Blitz durch den Körper fuhr. Wieder. Und wieder. Und jedes Mal, wenn er versuchte sich zu wehren, trieben Krämpfe den Atem aus seinem Leib. Mit der Zeit schwanden seine Kräfte, bis er sich endlich nur noch an das Holz unter seinen Fingern und die Stimme an seinem Ohr klammerte und den Tränen freien Lauf ließ.

- - - - - - - - - - - - - -

„Er kämpft nicht mehr.“ Idana war sich nicht sicher, ob sie das nun gut oder schlecht finden sollte. Behutsam strich sie dem Fremden eine Haarsträhne aus dem bleichen, fremdartigen Gesicht. Nie zuvor hatte sie so helle Haut gesehen. Nie zuvor hatte sie einen Mann ohne Bartwuchs gesehen. Sie war froh, dass dieses blasse, schöne Gesicht nicht ebenso zerschunden war wie der Körper des Mannes, sie wollte sich keine Narbe darauf vorstellen. Sein Rücken dagegen würde für immer gezeichnet sein, er war bedeckt mit handtellergroßen, weißen Stoffstücken, die versorgte Wunden verbargen – Zeugnis der letzten Stunden, die sie mit dem Verletzten mitgelitten hatte. Stunden, in denen er mit beeindruckender Ausdauer verzweifelt gegen seine Fesseln angegangen war. Es war richtig gewesen, ihn zu binden, das sah sie jetzt ein, auch wenn ihr der Gedanke zuerst nicht gefallen hatte. Es hatte einfach zu barbarisch ausgesehen, als die Heiler seine schmale, so zerbrechlich wirkende Gestalt an Händen und Füßen, Nacken, Rücken und Hüfte fixierten. Seine Pein mit anzusehen, ohne helfen zu können, hatte sie erschöpft und mutlos gemacht. Wenn er ihnen nur nicht unter den Händen wegstarb!

„Er kämpft nicht mehr“, wiederholte sie, diesmal etwas lauter. Fast flehentlich blickte sie zu den beiden Männern hinüber, die ebenfalls neben der Liege knieten. Konnten sie denn gar nichts tun? Jaghun sah von seiner Arbeit auf. Ihre Blicke trafen sich und er lächelte ihr kurz aufmunternd zu, bevor er sich an den Meister wandte. „Vater, soll ich ihm noch etwas von dem Mohnsaft geben?“

Meister Bhavin schüttelte den Kopf und seufzte. „Nein, Jaghun. Er hat schon mehr bekommen, als ich verantworten kann. Da der Saft bis jetzt keine Wirkung gezeigt hat, fürchte ich, dass er wohl weiter wird leiden müssen.“

„Vielleicht sollten wir doch noch andere Schlafkräuter versuchen.“

„Die müssten genauer dosiert werden – das ist zu riskant. Lass uns einfach weiter machen, es ist ja bald geschafft.“ Der Meister nickte der jungen Frau zu. „Bist du bereit?“

Idana atmete tief ein und erwiderte das Nicken stumm. Bereit, um nichts zu bewirken. Sie seufzte innerlich. Die beiden Heiler beugten sich erneut über den Bewusstlosen. Mit geübten, sicheren Bewegungen begann Meister Bhavin, einen weiteren mit Widerhaken besetzten, giftigen Dorn aus dem angeschwollenen Fleisch zu lösen. Ein Zittern durchlief den Körper des gefesselten Mannes, seine schlanken Finger krallten sich um das Holz der Liege und er stöhnte leise und rau. Fast meinte Idana, einzelne Worte verstehen zu können, als sie ihre Stirn auf sein Haar legte und sein Gesicht umfasste.

„Shhh, es ist alles gut... es ist alles gut. Du bist nicht allein. Du schaffst das, du bist stark...“ Es waren die selben kleinen, beruhigenden Sätze, die sie sonst ihren Geschwistern immer vorgesagt hatte, wenn sie weinten. Unpassend und dumm kamen sie ihr hier vor und Idana war froh, dass niemand ihre Worte verstand. Es schien ihr ewig zu dauern, bis die Heiler mit ihrer Arbeit fertig waren und der Atem des Mannes langsam zur Ruhe kam. Mit einem feuchten Tuch tupfte Idana Schweiß und Tränen aus seinem Gesicht, wie schon so oft in dieser Nacht.

Die Heiler wechselten die Seite und Jaghun veränderte die Position der Lampe ein wenig. Eine völlig harmlose Handlung. Idana schluckte. Völlig harmlos, versuchte sie sich erneut zu beruhigen. Sie hatte ihre Zweifel bisher erfolgreich verdrängt, aber nun waren sie mit einem Mal wieder da. Was, wenn Shau-Rhon wirklich durch die Flammen sehen konnte? Dann war ihr Leben verwirkt. Idana spürte Jaghuns Augen auf sich ruhen und riss ihren Blick von der Lampe los. Er schüttelte leicht den Kopf. Hatte sie so offensichtlich gestarrt? Hitze stieg ihr ins Gesicht und sie lächelte entschuldigend. Jaghun hatte ja recht.  Der Feuergott war weit fort im Westen, es waren nur Menschen, die sie zu fürchten hatten, wenn ihr Geheimnis bekannt würde. Seinen Mut hätte sie gerne gehabt.

„Bist du bereit?“ Die Stimme des Meisters holte sie aus ihren Gedanken. Ein kurzes Nicken, dann legte sie ihre Hände erneut um das Gesicht des Fremden.

„Ich werde alles dafür tun, damit sie dich nicht finden, das verspreche ich dir“, flüsterte sie ihm zu. „Und jetzt sei stark...“

Noch vier weitere Dornen entfernte der Meister, noch vier weitere Male versuchte Idana, dem Verletzten Halt zu geben, aber schließlich war auch der letzte Dorn heraus und auch alle Schürfwunden unter weißen Verbänden verschwunden. Jaghun legte eine wärmende Decke über den Körper des Bewusstlosen. Es war geschafft! Idana stand auf und öffnete beide Fenster. Es regnete und die frische, kühle Morgenluft durchflutete den Raum.

Sie lehnte sich hinaus, ließ den Regen auf ihre Handflächen prasseln und benetzte ihr Gesicht damit. Die beiden Heiler hatten sich bereits auf der Bank nieder gelassen, die an der Innenwand der Laube entlang führte und wie ein Ring den kleinen Raum umschloss. Auf der anderen Seite der Tür stand die Bank voller Tiegel, Schüsselchen und sonstigem Gerät, dass eben noch gebraucht worden war.

„Komm zu uns, Mädchen, wir warten den Schauer hier ab. Lange wird es ja wohl nicht dauern.“ Der Meister deutete auf den freien Platz neben Jaghun. Ein Gähnen unterdrückend setzte sich Idana zu den Männern. Sie war sich nicht sicher, ob sie in dieser Nacht irgend etwas Sinnvolles beigetragen hatte. Warum nur war sie trotzdem so erschöpft? Dankbar für die Pause lehnte sie sich zurück und lauschte dem Morgenkonzert der Vögel, die sich vom Regen nicht beeindrucken ließen.
 
Jaghun neben ihr blinzelte müde und massierte sein Bein. Sein linker Fuß war verkrüppelt und nach innen verdreht. Wenn er lange kniete, beschwere sich der krumme Kerl, hatte er Idana einmal lachend erklärt. Sie war immer wieder beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der Jaghun über diesen Umstand hinweg ging, ohne mit seinem Schicksal zu hadern. Vielleicht kam seine Lebensfreude von der ermutigenden Gemeinschaft mit dem Meister. Der alte Heiler hatte die Augen geschlossen und schien bereits eingenickt zu sein. In seiner Gegenwart verspürte Idana immer noch eine ehrfürchtige Scheu, obwohl sie jetzt schon seit drei Monden als Sarwa - Schülerin in seinem Haus lebte. Schönes wie Schlimmes hatte sie gesehen in dieser Zeit, aber nichts war so aufregend gewesen wie die Ereignisse der letzten Nacht.
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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Schneewitzchen hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte auch schon die Befürchtung, dass dieses zu lange "rumbasteln" an meinem armen Opfer langweilig wird, hatte aber gehofft, dass ich dadurch Idana ein wenig einführen kann.

Das hast du leider nicht. Über Idana erfährt man nur, dass sie fürsorglich und in Ausbildung ist. Mehr wird nur unzureichend impliziert.

Zitat:
Die Geschichte geht mit einer Rückblende der Nacht weiter und dann kommt auch mehr Kontext. Warum wieso weshalb und wo Cool
Auf der Plattform, auf der ich sie zuerst veröffentlichen wollte, ist es üblich, eine Kurzbeschreibung zu verfassen. Einen Bruchteil der Informationen daraus habe ich deshalb hier auch gegeben.

Entweder der Kontext wird möglichst weit am Anfang geklärt, der Interesse weckende Einstieg ist sehr kurz (auf jeden Fall kürzer als dieses Exemplar) oder es hat einen dramaturgischen Sinn (den ich hier nicht sehe), dass die Einleitung so lang ist. Wink

Zitat:

Danke für deine Rückmeldung! Du hast recht mit deinem Eindruck, bei den drei namentlich genannten handelt es sich um Menschen, nicht um Elben.
[...]
Also du meinst, der Elb (jepp) am Anfang ist nicht typisch? Weinen Elben nicht? Oder halten die Operation ohne Narkose besser aus, meinst du? Darüber habe ich nämlich keine Informationen. Dass sie allgemein stabiler sind als Menschen, ist klar. Das wird auch noch thematisiert. Aber: natürlich kann man einen Avari nicht mit einem Hochelben messen.
Ah, ich hab nochmal deine Antwort gelesen und verstehe nun vielleicht, was du meinst - dass er so heftig ist! Jaaa, das ist er. Das hat schon bei der ersten Testleserin für Irritationen gesorgt, aber das muss so. Ich verstehe aber, dass ich ihn noch besser beschreiben sollte.

Wenn der Leser Fanfiction über Avari-Elben erwartet, verwirrt es ihn, wenn die Geschichte mit einem untypischen Elben und ein paar Menschen beginnt, wobei nicht einmal die Spezies aufgeklärt wurde.
Wenn man nicht weiß, was Sache ist, und wer was oder wer ist, dann fliegt man ganz schnell raus!

Zitat:
Oha. Da hat sich tatsächlich eine falsche Perspektive eingeschlichen. Und ich dachte, ich hätte schon gut aufgepasst! Edit sagt: Jetzt muss ich aber nochmal nachfragen. Kann es nicht sein, dass Idana das Nicken des Meisters als auffordernd erkennt oder einfach so interpretiert?

Es geht um die Formulierung "junge Frau". Idana würde von sich selbst nicht als junge Frau sprechen. smile

Zitat:
Vielen Dank für deine Einschätzung, Yao! Und keine Sorge, ich bin nicht entmutigt, eher angespornt! Das hier soll gut werden!

Es hat mir Spaß gemacht. Und ich sicher, dass es gut wird. smile extra

Liebe Grüße
Yaouoay


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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, da haben wir wohl gleichzeitig geschrieben ... Mein Text bezieht sich auf den ersten, die neue Version lese ich dann jetzt. smile

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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 16:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Yao!
Äh,  ja, das kam mir schon so holperig vor mit der "jungen Frau", gut, dass das jetzt geklärt ist. Hab ich schon abgeändert. Aber dafür gibts natürlich keine neue Version Wink  uiuiui, jetzt bin ich hibbelig.
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Yaouoay
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Schneewitzchen hat Folgendes geschrieben:
Aber dafür gibts natürlich keine neue Version

Wie meinen? smile

Also ...
Ehrlich gesagt, erfährt man in der neuen Version nicht viel mehr.
Ein Antagonist (?) wird eingeführt; das ist schon mal sehr gut.
Allerdings wird immer noch nicht erklärt, dass die Heiler und Idana Menschen sind, der Verwundete hingegen ein Elb.
Zwar wird impliziert, dass es einen Rassenunterschied gibt
(
Zitat:
fremdartigen Gesicht. Nie zuvor hatte sie so helle Haut gesehen. Nie zuvor hatte sie einen Mann ohne Bartwuchs gesehen. Sie war froh, dass dieses blasse, schöne Gesicht nicht ebenso zerschunden war wie der Körper des Mannes, sie wollte sich keine Narbe darauf vorstellen.

), dieser wird aber nicht weiter ausgeführt.

Es tut mir leid, wenn ich dich enttäuschen muss, aber ich glaube, du musst noch mal an den Text ran ... Stell dir dabei jemanden vor, der Tolkiens Welt nicht kennt. smile
Du kannst übrigens ruhig noch ein bisschen mehr von dem Text reinstellen; wenn da mehr erklärt wird, haben wir vielleicht eine bessere Übersicht darüber, was dem aktuellen Text noch fehlt.

Liebe Grüße
Yaouoay


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Schneewitzchen
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BeitragVerfasst am: 11.02.2017 23:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Yao!

Immer langsam mit den jungen Pferden! Ich denke, es ist wirklich eine gute Idee, mal die nächsten Absätze zu zeigen, dann wirst du sehen, dass es alles gar nicht so schlimm ist. Oder es wird alles noch schlimmer Laughing

Ein Antagonist? DER Antagonist schlechthin! Hast du seine Maskerade durchschaut? Cool Aber bei dem alleine wird es nicht bleiben, er ist ja nicht greifbar.

Und das mit der neuen Version, damit meinte ich, dass ich nur wegen des einen Satzes, den ich verbessert habe, jetzt keine neue mehr reinstellen werde. Kommste wieder mit?

Anbei noch ein herzliches DANKE an den Mod für die kleine Titeländerung! Daumen hoch²

Wenn mir noch irgend jemand sagen könnte, ob das mit den Zeitformen gut lesbar ist, wäre ich sehr dankbar. Das vorübergehende PQP, also nur am Anfang der Rückblende, ist Absicht, aber ich hab das Gefühl, ich neige auch zwischendurch zu einem Mix, der andere vll. verwirren könnte.

Jetzt aber mal los.


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Aufgeregte Stimmen hatten sie aus dem Schlaf gerissen. Als sie verschlafen aus ihrer Kammer gestolpert kam, hatte da ihr Vater Thorag bei den Heilern in der Krankenstube gestanden. In seinem oft geflickten, nicht ganz sauberen Gewand und den groben, staubigen Stiefeln, Haar und Bart zerzaust und der Axt am Gürtel, wirkte er ungestüm und fremd in dem schlichten, sauberen Raum. Neben ihnen lag eine Gestalt, in Vaters rauen Waldmantel gewickelt.

„Wir können ihn nicht hier behalten!“ Der Meister klang energisch. „Es ist viel zu gefährlich.“

„Vater“, widersprach Jaghun, „unser Eid verlangt, dass wir niemandem die Hilfe verwehren dürfen!“

„Dieser Eid gilt nur für Menschen, das weißt du.“

„Aber Vater, das ist eine einmalige Gelegenheit! Wir könnten so viel durch ihn lernen! Ich habe noch niemals einen seines Volkes gesehen und...“

„Und dafür kannst du froh und dankbar sein, Jaghun!“ fuhr Meister Bhavin dazwischen. „Jedes Kind weiß, dass kein Mensch eine Begegnung mit diesen... Bergdämonen“, er spuckte das Wort fast aus, „je überlebt hat. Ja, ich weiß.“ Mit einer Handbewegung gebot er Jaghun, der sichtlich empört bereits den Mund zu einer Erwiderung geöffnet hatte, Einhalt. „Ich weiß, du hörst das Wort nicht gern. Aber in diesem Fall bin ich mit den Priestern einer Meinung. Dieses Bergvolk ist unberechenbar und gefährlich. Nur ein paar unverbesserliche Schwärmer wollen die Gefahr nicht sehen.“ Bei diesen Worten blickte er Thorag scharf an. Leise trat Idana näher und berührte den großen Mann am Arm.

„Wer ist er, den du gebracht hast, Papa?“

„Mein Mädchen!“ Thorag schloss Idana in eine feste Umarmung, dass ihr beinahe die Luft weg blieb, dann hielt er sie auf Armeslänge vor sich. Bis jetzt hatte er sich respektvoll zurückgehalten, doch nun erklärte er mit nur mühsam unterdrückter Begeisterung: „Einer vom Schönen Volk ist er! Einer der Elben!“

Idana schnappte nach Luft. „Wie... wie kann das sein? Wie kam er zu uns hinab?“

„Ich fand ihn nahe des Drachenbaumdickichts unter den Kupferklippen. Dort ist vor zwei Tagen bei dem heftigen Unwetter eine Lawine niedergegangen. Vermutlich ist er dabei abgestürzt und in den Drachenbäumen gelandet. Sieh ihn dir nur an!“ Thorag hob den Mantel.

Der Fremde war übel zugerichtet. Sein Gewand zerfetzt, der Rücken voller Dornen, tiefe Schürfwunden und Staub am ganzen Körper. Idana kniete neben ihm nieder. Ihre Hand zitterte, als sie die roten Federn berührte, die kunstvoll in sein Haar geflochten waren. Der Tod kommt auf roten Schwingen, kam ihr in den Sinn, und: Tödlich wie der rote Pfeil ist der Tiger in seiner Wut. Die Sprichwörter zeugten von dem einzigen Lebenszeichen, das ihr Volk seit Menschengedenken von den Elben bekommen hatte – rot gefiederte Pfeile, mit denen die Leichen derer durchbohrt waren, die die Wildwasser aus den Verbotenen Bergen herunter getrieben kamen. Mutige Pelzjäger meistens, wahnwitzige Abenteurer oder Vogelfreie, die in ihrer Not keinen anderen Ausweg gewusst hatten, als dort hinaufzusteigen. Die roten Federn galten seit jeher als ein Zeichen des Bösen und des Todes. Mit bebenden Fingern strich Idana die schwarzen Haarflechten zurück, die dem Fremden halb übers Gesicht gefallen waren. Tatsächlich – er hatte spitze Ohren, genau wie die Elben auf den uralten Gemälden im Tempel! Sie zuckte zurück, als ein leises Stöhnen sie daran erinnerte, dass Leben in ihm steckte. Trotz ihres Schreckens überflutete sie eine Welle des Mitleids. Ihr Blick suchte Meister Bhavin, der noch immer mit seinem Sohn diskutierte.

„Du weißt, welche Geschichten über sie erzählt werden“, schimpfte er. „Und selbst wenn nur die Hälfte davon wahr ist: Es ist ein unseliges Volk, das nur Leid und Unheil bringt!“

„Aber Vater, sieh ihn dir doch an.“ Jaghun konnte wirklich hartnäckig sein. „Dieser Elb ist nicht imstande, einer Fliege etwas zuleide zu tun. Wenn wir ihn wirklich retten können, dann wird er uns das sicherlich nicht mit unserem Tod vergelten!“

„Ihn retten? Wie stellst du dir das überhaupt vor? Es gibt kein Gegenmittel. Ihn schnell zu erlösen, wäre das Freundlichste, das wir für ihn tun können! Und wenn er doch aus der Kraft seines Volkes heraus überlebt – dann weißt du nicht, wie er in seinem Delirium handeln wird. Er muss ja nicht einmal vollkommen erwachen, um gefährlich zu sein. Man setzt sich keinen Tiger in den Garten!“

„Gut, dann binden wir ihn! So lange, bis wir sicher sein können, dass er bei Verstand ist und unsere guten Absichten erkannt hat.“

„Das ist ja alles schön und gut, aber – die Lampen, Sohn!“ Der Meister senkte seine Stimme zu einem Raunen. „Wenn wir im Schein ihres Feuers arbeiten...“ Misstrauisch blinzelte er in das Licht der hellen Wandlampe. Jaghun seufzte und tauschte einen kurzen Blick mit Thorag, bevor er weitersprach.

„Vater, wenn Shauh-Rhon wirklich durch die Flammen blickt, dann weiß er ohnehin bereits Bescheid über den Elb. Aber die Propheten sagen, es ist nur eine Lüge, die die Priester im Volk verbreiten, um es folgsam zu halten. Vertrau ihren Worten! Der Feuergott kennt weder meine Wege noch die deinen!“ Seine Worte klangen, als hätte er diese Diskussion schon unzählige Male geführt. Oh ja, Idana kannte das. Sie hätte beinahe mitsprechen können, wenn ihre Eltern damit anfingen, als ob sie die Rollen eines Theaterstücks spielten. Meister Bhavin nickte, zögerte aber, sichtlich hin- und hergerissen zwischen Angst und Erbarmen. Wie gut sie ihn verstehen konnte! Er klang unglücklich, als er wieder sprach.

„Selbst wenn wir den Propheten darin glauben wollten – versteh doch, dass es nicht geht. Ich will nicht grausam sein, aber es ist einfach zu gefährlich, ihn im Haus zu haben. Du weißt, wie viele Menschen hier tagtäglich ein- und ausgehen. Ich trage die Verantwortung für sie, und sie vertrauen mir. Ich kann sie nicht dieser unberechenbaren Gefahr aussetzen. Und stell dir vor, was uns selbst passieren würde, wenn man einen Elben in unserer Obhut entdeckte!“

„Dann bringen wir ihn in die Laube hinten im Garten! Dort kommt nie jemand uneingeladen vorbei.“

Jaghun schienen wirklich nie die Argumente auszugehen. Der Meister brummte nachdenklich und strich über seinen dünnen, weißen Bart, der fast bis zum Gürtel reichte. Er schien in seiner Meinung schwankend zu werden.

Nun fasste sich auch Idana ein Herz. „Ehrwürdiger Meister“, begann sie betont respektvoll. „Bitte. Ich bitte Euch, lasst ihn nicht einfach sterben. Wir müssen doch etwas tun!“

Bei ihren Worten erhellte ein Lächeln Meister Bhavins Gesicht und er legte ihr die Hand auf die Schulter. „Du hast ein gutes Herz, Mädchen. Du wirst es noch oft brauchen, wenn du den Weg der Sarwin gehen willst.“

Er seufzte tief, dann blieb er eine ganze Weile stumm, die Stirn voller Sorgenfalten, den Blick auf den bewusstlosen Elben gerichtet, doch immer wieder die Lampe an der Wand musternd wie einen Feind. Schweigend wartete Jaghun auf seine Entscheidung. Auch er schien zu spüren, dass es besser war, ihn jetzt nicht mehr zu drängen. Plötzlich ging ein Ruck durch Meister Bhavins Körper und er richtete sich entschlossen auf.

„Wahrscheinlich ist es vollkommen verrückt, aber wir wollen den Weg des Herzens gehen“, sagte er feierlich. „Tragt den Elben in die Laube. Idana, wir brauchen Licht!“


Als Idana das Feuer in den Lampen entfachte, konnte sie sich eines unheimlichen Schauers nicht erwehren. Es war ihr, als lade sie eigenhändig den Tod zu ihnen ein. Wie sollte man auch Gewissheit haben? Es sprach zwar vieles dagegen, aber letztendlich war es – ein Spiel mit dem Feuer. Sie schüttelte den Kopf. Sei es, wie es sei. Nun war nicht die Zeit des Grübelns, sondern des Handelns.

Sie hatten sich im ruhigen Licht der Lampen die ganze restliche Nacht um den Elben bemüht und die beiden Heiler hatten schlicht darauf vertrauen müssen, dass ihre Medizin bei ihm genau so wirkte wie bei einem Menschen und sie nicht versehentlich noch größeres Unheil anrichteten.

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Yaouoay
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Beiträge: 250
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 12.02.2017 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Schneewitzchen,

erst einmal: deine Fragen ...

Zitat:
Ein Antagonist? DER Antagonist schlechthin! Hast du seine Maskerade durchschaut?


Na klar ...
Allerdings würde ich eher Thau-Rhon oder Thou-Rhon schreiben; das entspricht mehr der Herkunft des Wortes (√thus).
Zwar gibt es meines Wissens keine Aufzeichnungen über Avarin, aber man kann es sich Bruchstückhaft aus den Wurzeln von Quenya und Sindarin herleiten.

Zitat:
Wenn mir noch irgend jemand sagen könnte, ob das mit den Zeitformen gut lesbar ist, wäre ich sehr dankbar. Das vorübergehende PQP, also nur am Anfang der Rückblende, ist Absicht, aber ich hab das Gefühl, ich neige auch zwischendurch zu einem Mix, der andere vll. verwirren könnte.

Im ersten Absatz ist es sehr verwirrend, dass du auf der Hälfte die Zeitform wechselst. Hier würde ich einen Absatz verwenden, sonst denkt man, dass es keine Absicht sondern Pfusch war. smile
_____

Und pauschal gesagt (ich weiß, das hörst du nicht gern) kann man den ganzen ersten Text weglassen.
Die Details der Behandlung sind nicht relevant genug, als dass sie so ausgeführt werden müssten.
Im ersten Text ist so wenig Information (verzeih mir), dass man sie problemlos in die Fortsetzung transferieren kann.
Den Abschnitt mit dem Angriff der Vögel würde ich allerdings drinlassen.

Ich hoffe, ich habe dir jetzt nicht vor den Kopf gestoßen; der zweite Text ist wirklich gut! Wenn du die beiden zu einem Text komprimierst, könnte daraus ein brauchbarer Einstieg werden. smile

Liebe Grüße
Yaouoay


_________________
In Liebe – das Leben
(Erzählung)
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Yorinde
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Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 13.02.2017 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schneewitzchen,
wie ich sehe haben wir beide einen gewissen Draht zu Märchen. Wink

Ich würde gern den Gedanken meines Vorredners einen weiteren Aspekt hinzufügen.
Ja, es stimmt durchaus, dass im ersten Teil deines Textes so gut wie keine Hintergrundinformationen enthalten sind. Es hat mich nicht gestört, ein Infodump (vor dem du nicht zu Unrecht Angst hast) hätte das viel eher. Trotzdem ist es auch nicht falsch zu sagen, dass die Feinheiten der Behandlung nicht zwingend notwendig sind.
Aber meiner Meinung nach geht es zu allererst beim Geschichten erzählen nicht darum, Informationen und Hintergrundwissen zu vermitteln (und Lesererwartungen bezüglich dieser oder jener Elben zu erfüllen), sondern darum Emotionen zu wecken. Dafür musst du "Bilder malen" und das ist dir mit dem ersten Abschnitt doch im Ansatz ganz gut gelungen. Den Leser mitzunehmen in eine spannende Szene und diese erst nach und nach aufzulösen und zu "erklären" ist ein guter Einstieg für eine Geschichte. Da entstehen Assoziationen im Kopf  - wie riecht es, wie ist die Atmosphäre, das Licht, wer ist im Raum - und warum. Und ruckzuck hast du den Leser drin in der Szene.

Zwei Details, die du noch optimieren könntest:
Du beginnst deine Erzählung mit "Die Vögel...". Woran denkst du als erstes, wenn du "Vögel" hörst? Ich denke an Spatzen, Amseln, Meisen... Und die sollen jetzt jemanden angreifen?! Äh, nein.
Versuche doch mal, das ganze zu konkretisieren. Sind es spezielle, von dir erdachte Vögel? Dann lass das irgendwie rüberkommen, sonst ist der Leser gleich zu Beginn irritiert. Ist es eigentlich egal, welche Vögel? Dann such dir eine passende Spezies aus, Raben zum Beispiel.
Außerdem schreibst du von einer "Laube". Ich weiß, was du meinst, eine Laube ist gemeinhin ein Gartenhäuschen. Aber diese Bezeichnung passt nicht in den Mittelerde-Kontext. Kein Elb, Mensch oder wer auch immer würde eine Laube in seinem Garten stehen haben. Eine Hütte vielleicht oder ein Verschlag. Aber das Wort Laube ist einfach zu modern für die Zeit, in der deine Geschichte spielt.

Die Details machen Geschichten glaubwürdiger. Wenn sie stimmen, fallen sie meist gar nicht auf, stimmen sie aber nicht unterbrechen sie schnell den Lesefluss und kein Autor möchte, dass der Leser das Buch sinken lässt und sich fragt, ob er gerade in einer Kleingartenanlage steht. Wink
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Schneewitzchen
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 44
Wohnort: Hinter den sieben Bergen bei meinen Zwergen


BeitragVerfasst am: 14.02.2017 05:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Yorinde!

Danke für deine Gedanken!
Das ist sehr interessant, welche Assoziationen das Wort "Laube" bei dir weckt. Da wär ich nicht drauf gekommen, ich fand einfach, dass das Wort gut klang. Besser und passender jedenfalls als "Hütte". Denn da denk ich gleich an einen hölzernen Verschlag. Diese "Laube" ist nicht nur dafür da, die Gartengeräte aufzubewahren (wenn überhaupt) und die Kräuter zu trocknen, sondern auch um gemütlich ne Runde Tee zu trinken. "Gartenhaus",  joa, da könnte ich drüber nachdenken. Die Geschichte spielt an der Ostküste, da hab ich mich ein wenig von chinesischen Traditionen inspirieren lassen. Die sind da schon sehr zivilisiert. Wär ja fad, wenn auf dem ganzen Kontinent alles abläuft wie in Rohan/Gondor.


Die Vögel: Wenn ich den ersten Satz lese, denke ich gleich an den Hitchcock-Film Cool
Das Problem ist, dass der Gute in seinem halbwachen Zustand wohl kaum mit ornithologisch korrekten Bezeichnungen um sich werfen kann, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Und wenn ich anfange, Erklärungen mit reinzugeben, ist auch der ganze Pfiff weg. Find ich.

Zitat:
und das ist dir mit dem ersten Abschnitt doch im Ansatz ganz gut gelungen.


Oh weh. Im Ansatz? Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Du meinst schon den ganzen ersten Teil, den ich eingestellt habe, und nicht nur den ersten Absatz? Das ist natürlich sehr schlecht. Da fehlt dann anscheinend doch noch mehr als nur die "Laube" wegzulassen. Wenn ich jetzt noch mehr Sinneseindrücke schildern würde,  meinst du nicht, dass es dann wieder zu langatmig wird? Oder meintest du noch was ganz anderes? Also zusätzlich noch mehr Handlung raus? Ich muss doch erklären, was sie "harmloses" tun, während der Elb das so ganz anders wahrnimmt.
Zu Hülf! Laughing

@Yao: Keine Sorge, ich kann mit deiner Meinung umgehen, ohne mich angegriffen zu fühlen. Aber ich finde diese Szene wichtig. Für die Atmosphäre, und auch für später, um den Gegensatz zu zeigen, wie die Menschen und wie mein Elb empfindet. Der ist nämlich "etwas" paranoid. Jetzt, wo ich nochmal drüberlas, fand ich gar nicht, dass er besonders heftig ist, sondern dafür, dass er nicht recht bei Sinnen ist, eher verständlich reagiert. Noch, wie gesagt, später erst auf den zweiten Blick. Vielleicht.

Zu dem Namen Shau-Rhon: Diesen Namen benutzen die Menschen, nicht die Elben. Sie müssen darauf zurückgreifen, wie der Kerl sich ihnen vorgestellt hat - bzw. wie sie das dann auch verstanden haben (oder in 800 Jahren vernuschelt haben).

Zu den Zeitformen nochmal konkret ein Beispiel:

Zitat:
Aufgeregte Stimmen hatten sie aus dem Schlaf gerissen. (PQP) Als sie verschlafen aus ihrer Kammer gestolpert kam, Imperfekt? hatte da ihr Vater Thorag bei den Heilern in der Krankenstube gestanden. PQP

Ich finde zwar, der Satz klingt gut so, aber korrekt müsste es "gekommen war" heißen, oder? Sehr sperrig.

Lieben Gruß!
Schneewitzchen
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Yorinde
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 30
Beiträge: 122
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 14.02.2017 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Schneewitzchen hat Folgendes geschrieben:

Oh weh. Im Ansatz? Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Du meinst schon den ganzen ersten Teil, den ich eingestellt habe, und nicht nur den ersten Absatz? Das ist natürlich sehr schlecht. Da fehlt dann anscheinend doch noch mehr als nur die "Laube" wegzulassen. Wenn ich jetzt noch mehr Sinneseindrücke schildern würde,  meinst du nicht, dass es dann wieder zu langatmig wird? Oder meintest du noch was ganz anderes? Also zusätzlich noch mehr Handlung raus? Ich muss doch erklären, was sie "harmloses" tun, während der Elb das so ganz anders wahrnimmt.
Zu Hülf! Laughing


Ruhig Blut! Smile
Ich meinte den ganzen ersten Absatz, den du ganz am Anfang eingestellt hast. Also den, den du dann später noch mal überarbeitet eingestellt hast. Wink
Die Frage, die sich mir halt noch stellt: Der erste Teil ist aus Sicht des Elben geschrieben. Es geht aber im Weiteren nicht klar hervor, ob er phantasiert, im Fieberwahn die ärztliche Behandlung als Angriff von Vögeln deutet, oder ob er tatsächlich von Vögeln angegriffen worden ist und Erinnerungen daran in seinem Kopf spuken. Weißt du, was ich meine?
Im zweiten Teil ist die Perspektive die von Idana. Da wäre es tatsächlich sinnvoll, weniger auf die Behandlungsdetails einzugehen, als auf das "drumherum" aus Idanas Sicht. Weniger eingehen heißt aber nicht, ganz weglassen. Wink Übrigens fand ich das mit dem Mohnsaft gut (aber dann lieber keine weiteren Kräuter anbringen, sondern den Mohnsaft als "schwer dosierbar" hinstellen), ich arbeite gerade an einem historischen Roman, wo jemand ständig Schlafmohn zum Schlafen braucht und das ist in früherer Zeit tatsächlich eine Droge gewesen. Eine nette Nebensächlichkeit, die die Szene glaubhafter macht.
Ich habe "im Ansatz" gesagt, weil sicherlich sprachlich und atmosphärisch noch Veränderungen vorzunehmen wären. Beispielsweise könntest du die Angst, die deine Prota vor der Flamme hat, noch mehr herauskehren. So, dass es dem Leser genauso kalt den Rücken herunterläuft wie ihr, als einer der Heiler sich so wegbewegt, dass er nicht mehr zwischen ihr und der Lampe steht. Also nicht zwingend kürzen, aber auch nicht langatmig werden lassen. Es gibt die schöne Formulierung "atmosphärisch dicht".

Was die Laube angeht... mmh, ich weiß was dir vorschwebt. Hast du schon mal versucht, ein treffendes Synonym zu finden? Ich hab mal gegooglet. Könnte es zum Beispiel ein Pavillon sein? Da denke ich zwar an viel Glas, aber auch an etwas Schickeres, gehobener Standard - kulturell fortgeschritten wie du ja auch sagst. Oder gibt es einen speziellen chinesischen Begriff dafür? Ich denke, die Leser werden es dir danken, wenn du detailgetreu "malst". Eben auch bei den Vögeln. Aber ich versteh schon, Ornithologie passt da auch nicht so ins Geschehen. Wink
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