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Ein Zipo


 

 
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 57
Beiträge: 420
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 31.01.2017 22:14    Titel: Ein Zipo eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

*

kammerflimmern im
zimmer der dame glimmt ein
wilhelm steputat



*
Ein Zipo ist ein, an alte lyrische Formen, (nämlich dem Heipo für allgemeinkriminalistische Fälle), angelehnter Polizeibericht.
In Abgrenzung zum Heipo, blieb der Zipo streng für feuerpolizeiliche Ermittlungen reserviert. Beide Formen verdanken dem uns wesentlich
vertrauterem Haiku ihre Abkunft.
In früheren Zeiten waren Gendarmen, Wachtmeister und Polizisten gehalten ihre Ermittlungen ‚denkwürdig‘ zu verfassen.
Die Form sollte zudem garantieren, dass das Übermittelte ‚merk-würdig‘ verbleibt.
Belastbare Quellen zum Zipo sind grösstenteils in den Wirren der Zeitläufte verschollen und werden von manchen Kriminalistorikern
angezweifelt.
Erfreuen wir uns gleichwohl der Gestalt, dieser einst musisch beschwingten Rapporte.
Einen zeitgenössischen Hinweis, der auch die Schreibweise für ein modifiziertes Verständnis des Begriffs antizipiert, findet sich unten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zippo

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_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 66
Beiträge: 1868



BeitragVerfasst am: 01.02.2017 20:44    Titel: Hallo poetnick, Antworten mit Zitat

der Form sei's gegönnt. Wink
Zur Aufklärung wird die Indizienlage wohl eher weniger beitragen.
LG
Perry
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 100
Beiträge: 1704
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 02.02.2017 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
kammerflimmern im
zimmer der dame glimmt ein
wilhelm steputat


Auch wenn man - wie ich es tat - zunächst an ein Zippo denkt, dies wunderbarste aller Feuerzeuge, machen die Verse durchaus Sinn.

Für mich ein perfektes kleines Ding.

Es entleiht einiges dem Senryu, bietet einen wohlklingenden Binnenreim, eine sehr schöner Vokalverteilung und setzt inhaltlich dem "Grauen" einen heiteren Aspekt entgegen.

Das Kammerflimmern kann ebenso für eine plötzliche Herzschwäche stehen wie für einen Brand, der glimmende Steputat für Verzicht auf jeden weiteren lyrischen Versuch, wie das Glimmen ja für Vernichtung steht.

Denke ich an die "Dame" ist der Verlust weiterer Werke viellicht nicht ganz so schwer zu ertragen ... wink

Originell, "erhitzend", gut.
 Daumen hoch² smile


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Alles Amok! (Anita Augustin)
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Matthias Jecker
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 340



BeitragVerfasst am: 02.02.2017 08:58    Titel: Antworten mit Zitat

das ist formal wirklich eine sehr schöne sache.

da möchte man dann gerne wissen, ob es inhaltlich auch was hergibt.
zu kammerflimmern hat menetekel schon den pyrotechnischen wie den pathologischen bezug hergestellt,
aber wer ist wilhelm steputat und was hat er mit der dame?

also eine schöne niaiserie, die klanglich und rhythmisch überzeugt, aber sonst schwächelt?

schönen tag dir
mj
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James Blond
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 65
Beiträge: 469
Wohnort: HAMBURG


BeitragVerfasst am: 02.02.2017 13:33    Titel: Wilhelm Steputat Antworten mit Zitat

Na, der Wili doch, der war's!

War sich Neffe von Auguste Adomeit, a hibsches Biebchen, bissel klein vielleich, aba imma munter, der Lorbass, der - hat doch nie vom Marjellchen lassen können!

Später ist er dann Dichter der geworden, groß schabbern konnte er ja prima. So gut, dass er auch ein Reimlexikon herausbrachte und dieses Lexikon wurde zur Zündvorrichtung in den Herzenskammern der feinen Madamches.

Soviel zu den polizeichlichen Ermittlungen,

ihr Glumsköppe!

 Laughing

JB
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poetnick
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 57
Beiträge: 420
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 03.02.2017 20:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, werte Steputäter,

die Aufdeckung des Schwelenden ist gelungen.

@Perry; die Indizien erdrückten den Brand schliesslich doch. Danke für Deine Gedanken zur ersten Tatortbegehung. Very Happy

@Menetekel; habe mich gefreut, dass Du mit vielen Nuancen den kleinen Text begütert hast und er Dein Gefallen fand.
Eine aufschlussreiche Seite zur Form des Senryu habe ich aus Deiner Anmerkung heraus entdeckt. Danke!

@Matthias Jecker; schön beschrieben. In der Tat eine Un-sinnerei, die sich über den Klang verselbständigt hat. Am Ende lag
der Sinn doch flimmernd beim verkohlten Steputat. Ein Reimlexikon, das seit Generationen Verwendung findet. Ob denn jemals
eines bewusst in Brand gesetzt wurde - noch dazu von einer Dame? Danke für Deinen Beitrag!

@James Blond; danke auch Dir für den launigen, wie informativen Beitrag zur vollumfänglichen Identifizierung des Verkohlten.
Über Steputat findet sich nicht so viel Biografisches.
Habe noch etwas von Kurt Tucholsky; von mir erguggelt…

„Merkwürdig: wir wissen alle, daß es so etwas gibt. Wir wissen auch alle, daß es bei Reclam erschienen ist. Aber dann ist es aus,
denn in der Hand hats selten jemand gehabt, und wenn ich nur den erwischen könnte, ders schon einmal angewendet hat!....
Manchmal reimt das Lexikon auch allein: In betreff – der Chef – das Reff. Oder: Der Floh – froh – inkognito – irgendwo – oh! – roh – schadenfroh –
 so – das Stroh – der Studio – ein Trikot – wo? Das ist der Liebig-Extrakt, und jeder kann sich seine Bouillon davon kochen.“

• · Peter Panter
Die Schaubühne, 09.07.1914, Nr. 27, S. 35.

Liebe Grüsse - Poetnick

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