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Einstand


 

 
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Lady Joana
Schreiberassi

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Wohnort: Bad Waldsee


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 21:53    Titel: Einstand eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Das ist der Beginn meines zweiten Buchs, mit dem ich noch nicht zufrieden bin. Hat jemand Vorschläge, wie man es besser machen kann? Danke Very Happy




1.
Anne-Kathrin Linke beugte ihren Kopf und ihre braunen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie kitzelten an ihren Wangen, bis sie die Haare gedankenverloren hinter ihre Ohren schob. Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte sich, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Für ihre Hausaufgabe in Strafrecht würde es genügen. Um an ein weiteres Buch auf ihrer Liste zu kommen, musste sie sich weit nach oben strecken. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal und legte es auf ihren Bücherstapel und balancierte ihren Stapel zur Ausleihe. Eilig schritt sie um die Ecke, als sie gegen ein Hindernis stieß. Ein Buch nach dem anderen verlor die Balance und kullerte auf den Boden.
„Können Sie nicht aufpassen“, rüffelte sie den Mann an, mit dem sie zusammen gestoßen war und sah in ein paar blaue Augen. Anne-Kathrins Atem stockte, als sie in das markante Gesicht mit dem gepflegten Vollbart und den kurz geschnittenen Haaren sah. Sie schnappte nach Luft und lächelte verlegen.
„Macht nichts, wenn man mit mir zusammen stößt“, entgegnete der Mann. „Kann ich helfen?“ fragte er höflich.
„Um Ihren Zusammenstoß wieder gutzumachen? Meinetwegen“, meinte Anne-Kathrin lässig. Ihre Mundwinkel zuckten leicht.
„Junge Dame, Sie waren es doch, die mit mir zusammenstieß, nicht ich mit Ihnen.“
„Sind Sie sicher?“
„Wahrscheinlich stand ich nur im Weg herum!“ konterte er und lachte sie an. Seine blauen Augen sahen sie durchdringend an und trafen die ihren.
Höflich nahm er einen Teil des Bücherstapels und trug sie zur Ausleihe. Die andere Hälfte nahm Anne-Kathrin wieder auf. Gemeinsam erreichten sie mit den vielen Büchern die Ausleihe.
„Danke für die Hilfe.“
Anne-Kathrin gefiel die Höflichkeit des jungen Mannes. Gute Umgangsformen wusste sie schon immer zu schätzen.
„Gern geschehen junge Dame. Auf Wiedersehen, ich muss selbst auch noch nach einigen Büchern sehen,“  verabschiedete er sich und sie blickte ihm sehnsüchtig nach.
'Nichts für dich', sagte sich Anne-Kathrin. 'Er will bestimmt keine dickliche Frau die ihr Examen nicht schafft.'
Anne-Kathrin schnappte sich ihre Jacke. Sie trat in den regnerischen September hinaus und sah sich nach einer Straßenbahn um.

Weitere Werke von Lady Joana:


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Oktoberkatze
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Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 23:33    Titel: Re: Einstand Antworten mit Zitat

Hallo Lady Joana,

ich nehm mal an, dass es zwischen deiner Prota und dem Zusammenstoß heftig knistern soll? Vielleicht liegt es an den massenhaften "ihre", aber der erste Absatz wirkt leider schon ziemlich abschreckend auf mich. Ich schreib mal meine Gedanken direkt in deinen Text hinein:

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:

1.
Anne-Kathrin Linke beugte ihren Kopf und ihre braunen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie kitzelten an ihren Wangen, bis sie die Haare gedankenverloren hinter ihre Ohren schob. Okay, deine Prota hat also braune Haare, die nicht ganz kurz sind. Viel ist das nicht gerade, was du hier als ersten Eindruck von ihr preisgibst und wenn ich ehrlich bin, finde ich die Haarfarbe eines Protas auch nicht gerade so wichtig, dass ich mir die als Leser hier zum Einstieg wünschen oder gar merken würde. Das Buch huch, jetzt geht es also um ein Buch. Den Übergang finde ich ehrlich gesagt etwas holprig. wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte sich, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Für ihre Hausaufgabe in Strafrecht würde es worauf bezieht sich das genau? Auf das eine Buch oder den ganzen Stapel? genügen. Um an ein weiteres Buch auf ihrer Liste zu kommen, musste sie sich weit nach oben strecken. Mmh, eben hatte sie doch schon genug Bücher für ihre Hausarbeit Rolling Eyes Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal und legte es auf ihren Bücherstapel und balancierte ihren Stapel zur Ausleihe. Eilig schritt sie Balanciert sie nun oder eilt sie? Beides zusammen widerspricht sich mMn um die Ecke, als sie gegen ein Hindernis stieß. Ein Buch nach dem anderen verlor die Balance und kullerte auf den Boden. hier seh ich jetzt balancierende Bücher vor mir Laughing aber eigentlich können die Bücher ja eher nicht balancieren und daher auch keine Balance verlieren, oder? Und kullern tun Bücher doch auch eher selten, so eckig wie sie ja nunmal sind Wink
„Können Sie nicht aufpassen“, rüffelte sie den Mann an, mit dem sie zusammen gestoßen war und sah in ein paar blaue Augen. Anne-Kathrins Atem stockte, als sie in das markante Gesicht mit dem gepflegten Vollbart und den kurz geschnittenen Haaren sah. Sie schnappte nach Luft und lächelte verlegen. Naja, wenn mir gerade ein Stapel Bücher runtergefallen wäre, hätte ich mich vermutlich zuerst mal gebückt und erst danach das Hindernis genauer betrachtet. Warum deine Prota nun gleich beim Anblick von blauen Augen in einem markanten Gesicht mit gepflegtem Vollbart nach Luft schnappen muss, kann mir zwar denken, aber aus deinem Text erschließt sich das hier leider nicht wirklich Embarassed
„Macht nichts, wenn man mit mir zusammen stößt“, entgegnete der Mann. „Kann ich helfen?“ fragte er höflich.
„Um Ihren Zusammenstoß wieder gutzumachen? Meinetwegen“, meinte Anne-Kathrin lässig. Auf mich wirkt ihre Antwort allerdings eher pampig als lässig Ihre Mundwinkel zuckten leicht. Okay, und was soll ich aus dem Zucken schließen? Da fehlt mir jetzt irgendwie eine Richtungsvorgabe, um den Satz deuten zu können.
„Junge Dame, Sie waren es doch, die mit mir zusammenstieß, nicht ich mit Ihnen.“
„Sind Sie sicher?“
„Wahrscheinlich stand ich nur im Weg herum!“ konterte er und lachte sie an. Seine blauen Augen sahen sie durchdringend an und trafen die ihren. oh, nur seine Augen? Laughing und dass die blau sind, hast du gerade schon erwähnt
Höflich nahm er einen Teil des Bücherstapels und trug sie zur Ausleihe. Die andere Hälfte nahm Anne-Kathrin wieder auf. Gemeinsam erreichten sie mit den vielen Büchern die Ausleihe.
„Danke für die Hilfe.“
Anne-Kathrin gefiel die Höflichkeit des jungen Mannes. Gute Umgangsformen wusste sie schon immer zu schätzen. Soso, sie selbt macht in diesem kurzen Text allerdings eher einen etwas unhöflichen oder zumindest abweisenden Eindruck auf mich Embarassed
„Gern geschehen junge Dame. Auf Wiedersehen, ich muss selbst auch noch nach einigen Büchern sehen,“  verabschiedete er sich und sie blickte ihm sehnsüchtig nach. Sorry, aber die Sehnsucht nehm ich deiner Prota nach dieser Szene einfach nicht ab, auch wenn mir schon klar ist, in welche Richtung du willst. Dein Text bleibt da mMn aber zu nüchtern, da springt kein Funke oder Prickeln zu mir über Sad
'Nichts für dich', sagte sich Anne-Kathrin. 'Er will bestimmt keine dickliche Frau die ihr Examen nicht schafft.' Na, deine Prota scheint ja nicht besonders viel von sich zu halten, ob ich da wirklich ein ganzes Buch lang Lust hätte, sie zu begleiten?
Anne-Kathrin schnappte sich ihre Jacke. Sie trat in den regnerischen September hinaus und sah sich nach einer Straßenbahn um. Und wo hat sie jetzt den Stapel Bücher gelassen?

Es geht also um eine Jurastudentin mit braunen Haaren und ein paar Kilos zuviel auf der Waage, die vermutlich im Verlauf des Buches diesen blauäugigen gepflegten Vollbartträger mit kurzen Haaren zum Partner gewinnen soll. Um mich als Leser zu packen, würde ich mir allerdings deutlich mehr charakterliche Wesenszüge deiner Figuren statt der Äußerlichkeiten wünschen. So bleiben sie leider sehr flach und austauschbar.

Die Szene in der Bücherei an sich finde ich eine gute Idee für einen ersten Kontakt. Dabei würde ich allerdings eher direkt mit dem Zusammenstoß beginnen und dann erst im anschließenden Gespräch der beiden näher auf die Hausarbeit in Strafrecht als Notwendigkeit für den Bücherstapel eingehen. Normalerweise gibt es in Büchereien ja auch so kleine Körbe, wo man eine ganze Menge Bücher deutlich sicherer als in Form eines Stapels tragen kann. Wär ja vielleicht auch eine Möglichkeit für eine vertiefende Gesprächsführung, in deren Verlauf es dann vielleicht zwischen beiden zu funken beginnen könnte. Oder er reicht ihr ein Buch und dabei berühren sich beide zufällig und es beginnt zu knistern. Oder sie bücken sich beide gleichzeitig und berühren sich dabei oder einer von ihnen kippt richtig um und der andere hilft ihm auf die Beine ... wink


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Lady Joana
Schreiberassi

Alter: 59
Beiträge: 78
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BeitragVerfasst am: 13.12.2016 09:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Oktoberkatze mit deiner Kritik. Damit kann ich etwas anfangen und arbeiten. Very Happy

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Elster
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Beiträge: 135



BeitragVerfasst am: 13.12.2016 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte, bitte lass deine Prota nicht gedankenverloren die Haare nach hinten schieben! Alles, nur das nicht!
Im Ernst, dieser Satz ist so ausgelutscht und hundertmal gelesen, ich bekäme einen starken Drang, das Buch wegzulegen.
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Selanna
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Beiträge: 353
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 13.12.2016 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lady Joana,

nur noch ein paar kleine Punkte, zusätzlich zu Oktoberkatzes ausführlichen Tipps.

Zitat:
Anne-Kathrin Linke beugte ihren Kopf … der sich vor ihr auftürmte … musste sie sich weit nach oben strecken

Warum beugt Anne-Kathrin ihren Kopf nach unten? Kann man sicher auch lassen, aber es fiel mir auf.
Zitat:
Hausaufgabe in Strafrecht

Ich habe nicht Jura studiert, aber in meinem Studiengang hieß das Seminararbeit.
Zitat:
nahm es aus dem Regal und legte es auf ihren Bücherstapel und balancierte ihren Stapel

Zwei mal „und“ hintereinander
Zitat:
Ein Buch nach dem anderen verlor die Balance und kullerte auf den Boden.

Das hat Oktoberkatze schon bemerkt. Ich laufe viel mit Bücherstapeln durch Bibliotheken und sollte ich mit einem Bücherstapel in den Armen mit jemanden zusammenstoßen, würde ich entweder alle Bücher vor Schreck fallen lassen oder nach hinten schwanken und dann würden die obersten Bücher einfach auf meine Brust rutschen und im schlimmsten Fall seitlich auf den Boden. Sie würden fast gleichzeitig wegrutschen und nicht eines nach dem anderen …
Jetzt, da ich darüber schreibe, muss ich gestehen, dass ich in 13 Jahren Bibliotheksherumgelaufe noch nie erlebt habe, dass jemand mit jemand anderem so zusammenstieß, dass demjenigen Bücher heruntergefallen wären. Man kann ja oft durch die Regale sehen, man erkennt, wenn jemand kommt. Insbesondere, da Dein Ende darauf schließen lässt, dass Anne-Kathrin eine außer-Haus-Ausleihe macht und dieser Bereich der Regalreihen ist extrem gut einsehbar. Außerdem geht man gerade mit so vielen Büchern auf den Armen, die ja wirklich extrem schwer sind und bei denen man sich auf die Balance des Stapels konzentriert, umsichtig vorwärts und nicht allzu schnell. Und man weiß ja, dass jederzeit jemand aus einem Regalgang treten wird. Lass Dir mal die alternativen Ideen von Oktoberkatze durch den Kopf gehen, denn sonst macht Deine Protagonistin einen sehr schusseligen Eindruck auf mich.
 
Zitat:
mit dem sie zusammen gestoßen war

Ich hätte „zusammengestoßen“ geschrieben.
Zitat:
„Um Ihren Zusammenstoß wieder gutzumachen? Meinetwegen“, meinte Anne-Kathrin lässig. Ihre Mundwinkel zuckten leicht.

Hier stimme ich Oktoberkatze in allen Punkten zu …
 
Zitat:
Junge Dame

Zu welcher Zeit und in welchem Land spielt Deine Geschichte? Also, für Wien könnte ich es mir vielleicht noch vorstellen, ansonsten wäre ich sehr irritiert, wenn man mich als „junge Dame“ ansprechen würde. Hört sich das nicht eher nach einer großelterlichen Rüge-Einleitung an?
Zitat:
Anne-Kathrin schnappte sich ihre Jacke. Sie trat in den regnerischen September hinaus

Ich will Dir nicht auf die Nerven gehen, aber in einer juristischen Bibliothek schnappt man sich nicht einfach seine Jacke, sondern geht zum Spind, stopft seine ganzen Bücher mühsam in seine Tasche, merkt, dass nicht alle reinpassen, holt sie wieder raus, um zur Tragetasche ganz unten zu kommen, packt alles wieder ein, schnappt sich jetzt seine Jacke, vergisst hoffentlich nicht sein Eurostück im Spindschloss, merkt resigniert wie verdammt schwer der Rucksack jetzt ist, und tritt dann in den regnerischen September Wink

Ich bin gespannt auf die Überarbeitung Smile

Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4277
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 13.12.2016 15:09    Titel: Re: Einstand Antworten mit Zitat

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:

1.
Anne-Kathrin Linke beugte ihren Kopf und ihre braunen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie kitzelten an ihren Wangen, bis sie die Haare gedankenverloren hinter ihre Ohren schob. Das Buch wog schwer in ihrer Hand

Elsters nicht sonderlich charmanter Kommentar sowie der von Oktoberskatze wird von mir ergänzt: Warum lässt du die Haare nicht aufs Buch fallen, dann hättest du einen schöneren Übergang. Außerdem würdest du dich nicht so sehr darauf fixieren.
Außerdem bedenke: Der erste Satz muss zwar nicht unbedingt große Kunst sein, aber im Moment ist er sehr beliebig.
Zitat:
und sie überlegte sich, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte.

Warum die Gedanken nicht direkt formulieren?
Weiterhin: Wo genau ist der Stapel? Ich dachte, vor ihr wäre ein Regal?
Zitat:
Für ihre Hausaufgabe in Strafrecht würde es genügen. Um an ein weiteres Buch auf ihrer Liste zu kommen, musste sie sich weit nach oben strecken. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal und legte es auf ihren Bücherstapel und balancierte ihren Stapel zur Ausleihe.

Warum ist das zweite Buch wichtig? Warum verwendest du darauf mehrere Zeilen. Die erste Seite ist die Vorstellung des Buches, hier entscheidet der Leser, ob er weiterlesen würde. Im Moment wirfst du ihm nur unwichtige Fakten vor die Füße. Klar, es kann sein, dass diese Info danach sehr wichtig ist, kann ich nicht beurteilen. Aber im Moment fühlt es sich sehr beliebig an.
Zitat:
Eilig schritt sie um die Ecke, als sie gegen ein Hindernis stieß.

Welches? Warum ist sie plötzlich in Eile?
Zitat:
Ein Buch nach dem anderen verlor die Balance und kullerte auf den Boden.

Für mich können nur runde Gegenstände kullern. Und Balance verlieren ... hm ... irgendwie passt das nicht zu Büchern, die im Regal stehen.
Zitat:

„Können Sie nicht aufpassen“, rüffelte sie den Mann an, mit dem sie zusammen gestoßen war komma und sah in ein paar blaue Augen.

Es ist nicht spannend, in wen sie reingelaufen ist. Das kannst du ruhig früher erwähnen und musst diesen Nebensatz nicht schreiben.
Zitat:
Anne-Kathrins Atem stockte, als sie in das markante Gesicht mit dem gepflegten Vollbart und den kurz geschnittenen Haaren sah. Sie schnappte nach Luft und lächelte verlegen.

Also ich würde an dieser Stelle aussteigen, selbst wenn der Roman danach das beste wäre, was ich bis jetzt gelesen habe. Einfach, weil es nicht mein Genre ist.
Zitat:

„Macht nichts, wenn man mit mir zusammen stößt“, entgegnete der Mann. „Kann ich helfen?“komma fragte er höflich.

Zuerst entgegnet er, dann fragt er. Lass wenigstens das fragen weg.
Zitat:

„Um Ihren Zusammenstoß wieder gutzumachen? Meinetwegen“, meinte Anne-Kathrin lässig. Ihre Mundwinkel zuckten leicht.
„Junge Dame, Sie waren es doch, die mit mir zusammenstieß, nicht ich mit Ihnen.“
„Sind Sie sicher?“
„Wahrscheinlich stand ich nur im Weg herum!“komma konterte

Okay, versuch nicht krampfhaft jedes Synonym für "sagen" zu verwenden.
Zitat:
er und lachte sie an. Seine blauen Augen sahen sie durchdringend an und trafen die ihren.
Höflich nahm er einen Teil des Bücherstapels und trug sie zur Ausleihe.

Also für mich wäre es unverschämt, dass da irgendein Kerl meine Bücher zur Ausleihe trägt, aber gut.
Zitat:
Die andere Hälfte nahm Anne-Kathrin wieder auf. Gemeinsam erreichten sie mit den vielen Büchern die Ausleihe.

Versuch noch einmal irgendwo zu erwähnen, dass sie viele Bücher ausleihen möchte wink
Zitat:

„Danke für die Hilfe.“
Anne-Kathrin gefiel die Höflichkeit des jungen Mannes. Gute Umgangsformen wusste sie schon immer zu schätzen.

Wenn er jung ist, warum reden er so seltsam?
Zitat:

„Gern geschehen junge Dame. Auf Wiedersehen, ich muss selbst auch noch nach einigen Büchern sehen,“  verabschiedete er sich und sie blickte ihm sehnsüchtig nach.
'Nichts für dich', sagte sich Anne-Kathrin. 'Er will bestimmt keine dickliche Frau komma die ihr Examen nicht schafft.'
Anne-Kathrin schnappte sich ihre Jacke. Sie trat in den regnerischen September hinaus und sah sich nach einer Straßenbahn um.

Also wie gesagt, mein Genre ist es nicht. Nimm, was du brauchst. Oktoberskatzes Kommentar ist sehr gut.

LG NIR


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Taranisa
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BeitragVerfasst am: 14.12.2016 18:35    Titel: Re: Einstand Antworten mit Zitat

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:
1.
Anne-Kathrin Linke beugte ihren Kopf und ihre braunen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie kitzelten an ihren Wangen, bis sie die Haare gedankenverloren hinter ihre Ohren schob. (Wenn du Haarfarbe und -länge gleich im ersten Satz erwähnen willst, würd ich damit anfangen, dass sie in einer Bibliothek ist / vor einem Bücherregal steht und den Kopf auf der Suche nach dem richtigen Buch hin und her wendet) Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte sich, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Für ihre Hausaufgabe in Strafrecht würde es genügen. Um an ein weiteres Buch auf ihrer Liste zu kommen, musste sie sich weit nach oben strecken. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal und legte es auf ihren Bücherstapel und balancierte ihren Stapel zur Ausleihe. Eilig schritt (schritt klingt für mich wie schreiten, also weniger eilig, außerdem balanciert sie die Bücher) sie um die Ecke, als sie gegen ein Hindernis stieß. Ein Buch nach dem anderen verlor die Balance (ggf. rutschte von Stapel) und kullerte (ggf. polterten) auf den Boden.
„Können Sie nicht aufpassen“, rüffelte sie den Mann an, mit dem sie zusammen gestoßen war und sah in ein paar blaue Augen. (Hm, ich stelle mich gerade in der Situation vor: Stirnrunzeln, böser Blick, Anschnauzer, zügig die Bücher aufheben.) Anne-Kathrins Atem stockte, als sie in das markante Gesicht mit dem gepflegten Vollbart und den kurz geschnittenen Haaren (in welcher Farbe?) sah. Sie schnappte nach Luft und lächelte verlegen.
„Macht nichts, wenn man mit mir zusammen stößt“, entgegnete der Mann. „Kann ich helfen?“ fragte er höflich.
„Um Ihren Zusammenstoß wieder gutzumachen? Meinetwegen“, meinte Anne-Kathrin lässig. Ihre Mundwinkel zuckten leicht.
„Junge Dame, Sie waren es doch, die mit mir zusammenstieß, nicht ich mit Ihnen.“
„Sind Sie sicher?“
„Wahrscheinlich stand ich nur im Weg herum!“ konterte er und lachte sie an. Seine blauen Augen Er sahen sie durchdringend an und ihre Augen trafen sich die ihren.
Höflich (oben war er auch schon höflich) nahm er einen Teil des Bücherstapels und trug sie zur Ausleihe. Die andere Hälfte nahm Anne-Kathrin wieder auf. Gemeinsam erreichten gingen sie mit den vielen Büchern (was sollten sie sonst dabei haben) die Ausleihe.
„Danke für die Hilfe.“
Anne-Kathrin gefiel die Höflichkeit (zum 3x Mal, ggf. Freundlichkeit) des jungen Mannes. Gute Umgangsformen wusste sie schon immer zu schätzen. (bei anderen? sie selbst scheint gerade schlecht drauf zu sein)
„Gern geschehen junge Dame. Auf Wiedersehen, ich muss selbst auch noch nach einigen Büchern sehen,“  verabschiedete er sich und sie blickte ihm sehnsüchtig nach.
'Nichts für dich', sagte sich Anne-Kathrin. 'Er will bestimmt keine dickliche Frau die ihr Examen nicht schafft.' (sie lernt doch noch, woher will sie das Examensergebnis schon wissen? Außerdem hält sich jede Frau für dicklich Very Happy )
Anne-Kathrin schnappte sich ihre Jacke. Sie trat (mit der Büchertasche?) in den regnerischen September hinaus und sah sich nach einer Straßenbahn um.


Beide Charaktere bleiben mMn zu blass. Versuch mal mehr in die Tiefe zu gehen und lass der Szene mehr Zeit. Ich musste auch erst lernen, nicht mehr so sachlich und distanziert zu schreiben. Mit zunehmender Übung gelingt es mir besser. Und du schaffst das auch Very Happy
Die Idee, in der Bücherei das erste Zusammentreffen, finde ich schon mal gut. Dann haben die beiden auch ein Gesprächsthema.
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Lady Joana
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 15.12.2016 16:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier nochmal das überarbeitete erste Kapitel dieses Romans. Ich habe eure Anregungen aufgenommen. Danke Selenna, du hast mich erst auf eine Idee gebracht, dass nämlich meine Protagonistin etwas schusselig sein sollte. Er ist mein Antagonist und sie lernen sich in dieser Szene kennen. Ich will lernen, wo ich zu nüchtern schreibe und wo etwas mehr Gefühl hinein kommen sollte. Danke.




1.
Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Eine Ausleihe über ein Tablet wäre einfacher gewesen, und hätte ihr den Weg in die Präsenzbibliothek erspart. Doch Anne-Kathrin Linke zog altmodische Bücher vor. Sie blätterte im Buch, zog den Geruch des Papiers ein und entschloss sich, es mitzunehmen. Noch ein weiteres Buch stand auf ihrer Liste. Sie suchte nach dem Regal, in dem es stehen sollte. Ein Mann im grauen Anzug stand daneben, doch sie ignorierte ihn. Da hatte sie das Buch entdeckt. Es stand ganz oben. Sie musste sich strecken, um an das Buch zu kommen. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal, als es ihr aus der Hand fiel und auf dem Fuß des neben ihr stehenden Mannes landete.
„Du Tollpatsch“, schollt sie sich selbst und wandte sich diesem Mann zu. Sie sah in ein Paar eisblaue Augen.
„Entschuldigung“, sagte sie.
„Kann ich helfen?“ fragte er höflich und bückte sich nach dem Buch. Genau in diesem Moment wollte auch Anne-Kathrin nach dem Buch greifen, bückte sich und sie stießen mit den Köpfen zusammen. Sie blickte auf graue Lederschuhe und hob das Buch auf.
„Sind Sie immer so schusselig?“, schoss es aus ihm heraus.
„Entschuldigen Sie mein Missgeschick“, antwortete sie. „Sind Sie verletzt?“ Er kniete noch immer und Anne-Kathrin half ihm auf.
„Mein Zeh ist gequetscht“, jammerte er.
Sie sah ihn genauer an. Ein untadeliges Erscheinungsbild mit dunkelgrauer Hose, weißem Hemd und hellgrauer Weste starrte sie an. Statt einer Krawatte trug er einen Schal und seine Haare waren in stylisch nach hinten gekämmt. Mit seinem gepflegten Vollbart sah er einfach nur umwerfend aus. Anne-Kathrin musste den Atem angehalten haben, ohne dass es ihr bewusst war und schnappte nach Luft. Ihr wurde heiß und ihr Gesicht errötete.
„Können Sie gehen?“, fragte sie höflich, als sie sich gefasst hatte. Sie fühlte sich verantwortlich, dass sein Zeh gequetscht war. Tatsächlich humpelte er und stützte sich auf den angebotenen Arm Anne-Kathrins, die ihn zu einem Lesestuhl brachte, wo er sich setzte.
„Meine Bücher“, fiel Anne-Kathrin ein. „Warten Sie einen Moment.“
Sie kehrte zurück und holte ihre Bücher.
„Geht es Ihnen besser?“ fragte sie ihn.
„Nachdem Sie mich mit Ihrem Buch und dann mit dem Zusammenstoß fast ins Krankenhaus gebracht haben, möchte ich zumindest den Namen der Frau wissen, der ich meinen desolaten Zustand zu verdanken habe.“
„Ich heiße Anne-Kathrin Linke.“
„Freut mich, mein Name ist Gunnar von Lümborg-Klettgau.“
„Werden Sie mich verklagen?“
Er lachte.
„Das überlege ich mir noch. Vielleicht bei einem Essen?“
„Ich soll Sie als Entschädigung zum Essen einladen?“
„Nein, ich lade Sie ein.“
Anne-Kathrin lächelte und nickte. Sie hatte ein Date!
„Treffen wir uns um 19 Uhr hier vor der Bibliothek?“, fragte er.
„Einverstanden.“
Gunnar von Lümborg-Klettgau stand auf.
„Ich muss noch nach meinem Buch sehen. Bis heute Abend“, verabschiedete er sich und humpelte zurück zum Regal, während Anne-Kathrin mit ihren Büchern zur Ausleihe ging. Nachdem ihre Bücher eingescannt war, schritt sie zum Spind, nahm ihre Tasche heraus, um die Bücher unterzubringen. Als sie es endlich geschafft hatte, die Bücher in die Tasche zu stopfen, schnappte sie sich ihre Jacke und trat in den regnerischen September hinaus.
„Wieder mal den Regenschirm vergessen“, dachte sie und lief so schnell wie möglich zur Straßenbahnhaltestelle.


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Taranisa
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BeitragVerfasst am: 15.12.2016 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:
1.
Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte, ob sie es ihrem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Eine Ausleihe über ein Tablet wäre einfacher gewesen, und hätte ihr den Weg in die Präsenzbibliothek erspart. Doch Anne-Kathrin Linke (da du sie später sich vorstellen lässt, würde ich den Namen hier noch nicht nennen) zog altmodische Bücher vor. Sie blätterte im Buch, zog den Geruch des Papiers ein und entschloss sich, es mitzunehmen. Noch ein weiteres Buch stand auf ihrer Liste. Sie suchte nach dem Regal, in dem es stehen sollte. Ein Mann im grauen Anzug stand (2x stehen bzw. stand) daneben, doch sie ignorierte ihn. Dann hatte sie das Buch ganz oben entdeckt. Es stand ganz oben. Sie musste sich strecken, um daran an das Buch zu kommen. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal, als es ihr aus der Hand fiel und auf dem Fuß des neben ihr stehenden Mannes landete.
Du Tollpatsch“, schollt sie sich selbst und wandte sich diesem Mann zu. Sie sah in ein Paar eisblaue Augen.
„Entschuldigung“, sagte sie.
„Kann ich helfen?“ fragte er höflich und bückte sich nach dem Buch. Genau in diesem Moment wollte auch Anne-Kathrin danach dem Buch greifen, bückte sich und sie stießen mit den Köpfen zusammen. (zwei Ungeschicke direkt hintereinander finde ich persönlich etwas zu viel des Guten, ist aber nur meine Meinung. Nach dem Zusammenstoß würde ich noch eine direkte Reaktion erwarten.) Sie blickte auf graue Lederschuhe und hob das Buch auf. (um das Buch greifen zu können, muss sie darauf schauen, evtl. streift ihr Blick die Schuhe)
„Sind Sie immer so schusselig?“, schoss es aus ihm heraus.
„Entschuldigen Sie mein Missgeschick“, antwortete sie. „Sind Sie verletzt?“ Er kniete noch immer und Anne-Kathrin half ihm auf. (dann muss er sehr verletzt sein, wenn sie ihm helfen muss. Vielleicht lässt du seine erste Höflichkeit weg und er bückt sich nach seinem schmerzenden Fuß)
„Mein Zeh ist gequetscht“, jammerte er.
Sie sah ihn genauer an. Ein untadeliges Erscheinungsbild mit dunkelgrauer Hose, weißem Hemd und hellgrauer Weste starrte sie an (das Erscheinungsbild starrt oder eher der Mann? Very Happy ) . Statt einer Krawatte trug er einen Schal und seine Haare waren in stylisch nach hinten gekämmt. Mit seinem gepflegten Vollbart sah er einfach nur umwerfend aus. Anne-Kathrin musste den Atem angehalten haben, ohne dass es ihr bewusst war und schnappte nach Luft. Ihr wurde heiß und ihr Gesicht errötete.
„Können Sie gehen?“, fragte sie höflich (ggf.: besorgt oder so, dann kannst du den nächsten Satz streichen, denn dass sie sich verantwortlich für die Folgen ihres Ungeschicks fühlt, ist verständlich) , als sie sich gefasst hatte. Sie fühlte sich verantwortlich, dass sein Zeh gequetscht war. Tatsächlich humpelte er und stützte sich auf den angebotenen Arm Anne-Kathrins, die ihn zu einem Lesestuhl brachte, wo er sich setzte.
„Meine Bücher“, fiel Anne-Kathrin ein. „Warten Sie einen Moment.“
Sie kehrte zurück und holte ihre Bücher.
„Geht es Ihnen besser?“ fragte sie ihn.
„Nachdem Sie mich mit Ihrem Buch und dann mit dem Zusammenstoß fast ins Krankenhaus gebracht haben, möchte ich zumindest den Namen der Frau wissen, der ich meinen desolaten Zustand zu verdanken habe.“
„Ich heiße Anne-Kathrin Linke.“
„Freut mich, mein Name ist Gunnar von Lümborg-Klettgau.“
„Werden Sie mich verklagen?“
Er lachte.
„Das überlege ich mir noch. Vielleicht bei einem Essen?“
„Ich soll Sie als Entschädigung zum Essen einladen?“ (warum erschrickt sie das? ist sie pleite / schüchtern?)
„Nein, ich lade Sie ein.“
Anne-Kathrin lächelte und nickte. Sie hatte ein Date!
„Treffen wir uns um 19 Uhr hier vor der Bibliothek?“, fragte er.
„Einverstanden.“
Gunnar von Lümborg-Klettgau (1x der volle Namen reicht innerhalb einer Textpassage) stand auf.
„Ich muss noch nach meinem Buch sehen. Bis heute Abend“, verabschiedete er sich und humpelte zurück zum Regal, während Anne-Kathrin mit ihren Büchern zur Ausleihe ging. Nachdem ihre Bücher eingescannt waren, schritt sie zum Spind, nahm ihre Tasche heraus, um die Bücher unterzubringen. Als sie es endlich geschafft hatte, die Bücher sie in die Tasche zu stopfen, schnappte sie sich ihre Jacke und trat in den regnerischen September hinaus.
„Wieder mal den Regenschirm vergessen“, dachte sie und lief so schnell wie möglich zur Straßenbahnhaltestelle.


Du hast eine Vorliebe für "Buch" und "Bücher" Very Happy . Achte mal auf Wortwiederholungen. Nimm dir von meinen Anmerkungen, was für dich stimmig ist.
Ansonsten gefällt es mir besser, als die erste Version.
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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 15.12.2016 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Selanna hat Folgendes geschrieben:
Also, für Wien könnte ich es mir vielleicht noch vorstellen, ansonsten wäre ich sehr irritiert, wenn man mich als „junge Dame“ ansprechen würde.


Und wenn es in Wien gesagt wird, dann ist es zynisch gemeint. Passt demnach also nirgends hin.

Taranisa hat Folgendes geschrieben:
(warum erschrickt sie das? ist sie pleite / schüchtern?)


Was auch immer der Grund der Prota ist.... muss man denn immer Beweggründe dazuschreiben? Ich nehme jetzt einfach mal an, man lernt sie später noch besser kennen und versteht, warum sie so reagiert.

Ansonsten hab ich zum Text selber leider kaum was zu sagen. Absolut nicht mein Genre.

Nur Kleinigkeiten:
Lady Joana hat Folgendes geschrieben:
zog den Geruch des Papiers ein


DA wäre ich draußen gewesen. Buchschnüffler finde ich gruselig. Erst recht in Präsenzbibliotheken, wo ja schon hunderte Hände in den Büchern waren.

Apropos: Präsenzbibliothek und Ausleihe schließen einander aus.

Und ein kleiner Tip: Wenn du Verbesserungsvorschläge bekommst, nicht sofort einarbeiten, sacken lassen, drüber nachdenken, ein paar mal drüber schlafen, DANN erst ändern. Wird meistens besser. smile


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Oktoberkatze
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Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 15.12.2016 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lady Joana,

die neue Version gefällt mir schon viel besser. So bekommt deine Prota deutlich mehr Kontur Daumen hoch

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:

1.
Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte, ob sie es ihrem dem Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Eine Ausleihe über ein Tablet wäre einfacher gewesen, und hätte ihr den Weg in die Präsenzbibliothek erspart. Doch Anne-Kathrin Linke zog altmodische Bücher vor. Sie blätterte im Buch, zog den Geruch des Papiers ein und entschloss sich, es mitzunehmen. Noch ein weiteres Buch stand auf ihrer Liste. Sie suchte nach dem Regal, in dem es stehen sollte. Ein Mann im grauen Anzug stand daneben, doch sie ignorierte ihn. Hm, wenn sie ihn doch ignoriert, warum erwähnst du ihn dann hier schon? MMn nimmst du damit etwas Spannung raus, weil ich jetzt natürlich schon damit rechne, dass gleich irgendwas mit ihm (und ihr) geschehen wird. Da hatte sie das Buch entdeckt. Es stand ganz oben. Sie musste sich strecken, um an das Buch zu heranzukommen. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm und fischte/fingerte es aus dem Regal. Doch bevor sie es noch richtig fassen/greifen konnte, als fiel/rutschte es ihr aus der Hand fiel und landete auf dem Fuß des neben ihr stehenden Mannes landete.
„Du Tollpatsch“, schollt sie sich selbst und wandte sich diesem Mann zu, der ihr bis dahin noch gar nicht aufgefallen war. Sie sah in ein Paar eisblaue Augen über einem grauen Anzug.
„Entschuldigung“, sagte sie.
„Kann ich helfen?“ fragte er höflich und bückte sich nach dem Buch. Genau in diesem Moment wollte auch Anne-Kathrin nach dem Buch greifen, bückte sich und sie stießen mit den Köpfen zusammen. Sie blickte auf graue Lederschuhe und hob das Buch auf.
„Sind Sie immer so schusselig?“, schoss es aus ihm heraus.
„Entschuldigen Sie mein Missgeschick“, antwortete sie. „Sind Sie verletzt?“ Er kniete noch immer und Anne-Kathrin half ihm auf.
„Mein Zeh ist gequetscht“, jammerte er.
Sie sah ihn genauer an. Ein untadeliges Erscheinungsbild mit dunkelgrauer Hose, weißem Hemd und hellgrauer Weste starrte sie an. Mmh, das Erscheinungsbild starrt sie an? Hört sich für mich etwas holprig an, vielleicht findest du noch ein passenderes Verb? Statt einer Krawatte trug er einen Schal und seine Haare waren in stylisch nach hinten gekämmt. Mit seinem gepflegten Vollbart sah er einfach nur umwerfend aus. Anne-Kathrin musste den Atem angehalten haben, ohne dass es ihr bewusst war und schnappte nach Luft. Ihr wurde heiß und ihr Gesicht errötete.
„Können Sie gehen?“, fragte sie höflich, als sie sich gefasst hatte. Sie fühlte sich verantwortlich, dass für seinen gequetschten Zeh gequetscht war. Tatsächlich humpelte er und stützte sich auf den angebotenen Arm Anne-Kathrins, die ihn zu einem Lesestuhl brachte, wo er sich setzte.
„Meine Bücher“, fiel Anne-Kathrin ein. „Warten Sie einen Moment.“
Sie kehrte zurück und holte ihre Bücher.
„Geht es Ihnen besser?“ fragte sie ihn.
„Nachdem Sie mich mit Ihrem Buch und dann mit dem Zusammenstoß fast ins Krankenhaus gebracht haben, möchte ich zumindest den Namen der Frau wissen, der ich meinen desolaten Zustand zu verdanken habe.“
„Ich heiße Anne-Kathrin Linke.“
„Freut mich, mein Name ist Gunnar von Lümborg-Klettgau.“ Ah, du scheinst ein Freund von Doppelnamen zu sein Laughing
„Werden Sie mich verklagen?“
Er lachte.
„Das überlege ich mir noch. Vielleicht bei einem Essen?“
„Ich soll Sie als Entschädigung zum Essen einladen?“
„Nein, ich lade Sie ein.“
Anne-Kathrin lächelte und nickte. Sie hatte ein Date!
„Treffen wir uns um 19 Uhr hier vor der Bibliothek?“, fragte er.
„Einverstanden.“
Gunnar von Lümborg-Klettgau stand auf.
„Ich muss noch nach meinem Buch sehen. Bis heute Abend“, verabschiedete er sich und humpelte zurück zum Regal, während Anne-Kathrin mit ihren Büchern zur Ausleihe ging. Nachdem ihre Bücher eingescannt waren, schritt sie zum Spind, nahm ihre Tasche heraus, um die Bücher unterzubringen. Als sie es endlich geschafft hatte, die Bücher in die Tasche zu stopfen, schnappte sie sich ihre Jacke und trat in den regnerischen September hinaus.
„Wieder mal den Regenschirm vergessen“, dachte sie und lief so schnell wie möglich zur Straßenbahnhaltestelle.


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 16.12.2016 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lady Joana,

ich glaube, das ist nicht so ganz mein Lesestoff Wink, aber ich habe auch noch ein paar Anmerkungen in den Text geschrieben. Ich habe mal versucht, mir Synonyme für „Buch/Bücher“ auszudenken, wenn Du möchtest, kannst Du ja eine Auswahl davon umsetzen, aber ich würde nicht alle Ersetzungen übernehmen, sonst wirkt es wahrscheinlich zu bemüht Smile

Zitat:
1.
Das Buch wog schwer in ihrer Hand und sie überlegte, ob sie es ihrem schon vorhandenen Stapel Bücher, der sich vor ihr auftürmte, noch hinzufügen sollte. Eine Ausleihe über ein Tablet wäre einfacher gewesen, das Komma wäre hier nicht zwingend nötig und hätte ihr den Weg in die Präsenzbibliothek erspart. In vielen Präsenzbibliotheken kann man über Nacht oder übers Wochenende ausleihen, aber da sich bspw. Corydoras daran stört, lass es ruhig weg und schreibe einfach nur Bibliothek. Dann denken alle, Du bist im Ausleihebereich einer Bibliothek Wink Doch Anne-Kathrin Linke hier stimme ich Taranisa zu, lass wenigstens das „Linke“ weg zog altmodische Bücher altmodisches Papier vor. Sie blätterte im Buch in dem Wälzer , zog den Geruch des Papiers wenn Du oben das „Bücher“ tatsächlich durch „Papier“ ersetzt, würde ich hier das Papier weglassen und evtl. durch „Seiten“ oder gar nicht ersetzen ein und entschloss sich doch/trotzdem?, es mitzunehmen. Noch ein weiteres Buch Band/Werk stand auf ihrer Liste. Sie suchte nach dem Regal, in dem es stehen sollte. Ein Mann im grauen Anzug stand daneben, doch sie ignorierte ihn. Lass ihn doch fast davor stehen, so dass sie noch schwerer ans Buch kommt. Du könntest auch den grauen Anzug noch weglassen, dann ist er wie in der alten Version einfach nur ein „Hindernis“, selbst ohne dass Du das explizit erwähnst Wink . Da hatte sie das Buch Hier wäre „Wälzer“ doch angebracht. Ich denke da an so ein mind. 10 cm dickes Strafgesetzbuch, das auf einem Fuß so richtig weh tut Very Happy entdeckt Ich bin mir nicht sicher, ob hier Vorzeitigkeit sinnvoll ist. Du könntest den Satz mit dem nachfolgenden auch mit einem Komma zusammenfügen, dann wäre es hier etwas flüssiger zu lesen . Es stand ganz oben. Hier vielleicht einfach ein „und“ zwischen die Sätze packen? Alle folgenden Vorschläge von Oktoberkatze zu diesem Absatzende finde ich gut Sie musste sich strecken, um an das Buch zu kommen. Mühsam erreichte sie das anvisierte Buch, nahm es aus dem Regal, als. es ihr aus der Hand fiel und auf dem Fuß des neben ihr stehenden Mannes landete. Du könntest Oktoberkatzes Idee noch weiter treiben – ich hoffe, Oktoberkatze nimmt mir meinen Vorschlag jetzt nicht übel – und schreiben, eben weil sie es kaum greifen konnte (da es ja so ein dickes Buch ist), fiel es ihr aus der Hand
„Du Tollpatsch“, schollt schalt sie sich selbst Ist das ein innerer Monolog? Denn sonst könnte der Mann das auch als Anschuldigung gegen ihn auffassen und wandte sich diesem Mann zu. Sie sah in ein Paar eisblaue Augen.
„Entschuldigung“, sagte sie.
„Kann ich helfen?“ Komma fragte er höflich und bückte sich nach dem Buch Band/Wälzer/(Nachschlage-)Werk/…. wahrscheinlich würde er jetzt keine Hilfe anbieten, sondern stöhnen oder sich an den Fuß fassen. Dabei würde er sich ja auch bücken und sie stießen dabei ebenso mit den Köpfen zusammen Genau in diesem Moment wollte auch Anne-Kathrin nach dem Buch Oder ist es ein Foliant, eine Studie, einfach nur ein Schinken, eine Abhandlung, ein Sammelband? Wink) greifen, bückte sich und sie stießen mit den Köpfen zusammen. Au! Das tut doch weh! Sie blickte auf graue Lederschuhe und hob das Buch auf.
„Sind Sie immer so schusselig?“, schoss es aus ihm heraus. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir das nicht. Am elegantesten wäre es vllt, hier eine Inquit-Formel ganz wegzulassen. Ansonsten wäre evtl ein „schnauzte er“ oder ein dezentes „fragte er“ netter.
„Entschuldigen Sie mein Missgeschick“, antwortete sie. „Sind Sie verletzt?“ Er kniete noch immer und Anne-Kathrin half ihm auf. Haha, das Edelfräulein als Retter des Jünglings Very Happy
„Mein Zeh ist gequetscht“, jammerte er. und ich bin noch einmal ehrlich, es gefällt mich auch nicht, wenn er jammert. Ich weiß ja nicht, wie Dein Antagonist so ist, aber ein knallharter Anwalt oder Verführer ist in meiner Vorstellung niemand, der mit Sätzen herausplatzt oder jammert. Aber ich weiß ja nicht, wie sein Charakter ist … also nur so eine Anmerkung ins Blaue hinein: was hältst Du von „knurrte er/brummte er/merkte er nüchtern an/grollte er/ächzte er/ etc.“
Sie sah ihn genauer an. Ein untadeliges Erscheinungsbild mit dunkelgrauer Hose, weißem Hemd und hellgrauer Weste starrte sie an Da Du ihn jetzt so ausführlich beschreibst, denke ich, kannst Du Dir den „grauen Anzug“ weiter oben sparen. Für einen Anzug fehlt hier übrigens das Jackett. Den Satz musst Du aber umformulieren, da gebe ich allen vor mir recht. Statt einer Krawatte trug er einen Schal und seine Haare waren in stylisch ich verbinde einen grauen Anzug mit Schal statt Krawatte nicht mit „stylisch“, weil das Wort für mich etwas Modernes hat, Grau und Schal aber eher etwas Konservatives. Jetzt kann ich die Figur nicht einordnen nach hinten gekämmt. Mit seinem gepflegten Vollbart sah er einfach nur umwerfend aus. Anne-Kathrin musste den Atem angehalten haben, ohne dass es ihr bewusst war Komma und schnappte nach Luft. Ihr wurde heiß und ihr Gesicht errötete.
„Können Sie gehen?“, fragte sie höflich, als sie sich gefasst hatte. Sie fühlte sich verantwortlich, dass sein Zeh gequetscht war. Tatsächlich humpelte er und stützte sich auf den angebotenen Arm Anne-Kathrins, die ihn zu einem Lesestuhl brachte, wo er sich setzte.
„Meine Bücher“, fiel Anne-Kathrin ein. „Warten Sie einen Moment.“
Sie kehrte zurück und holte ihre Bücher. Lass sie doch den „Stapel“ später holen, denn sonst steht sie das ganze weitere Gespräch mit all den kiloschweren Papier auf dem Armen vor ihm
„Geht es Ihnen besser?“Komma fragte sie ihn.
„Nachdem Sie mich mit Ihrem Buch und dann mit dem Zusammenstoß fast ins Krankenhaus gebracht haben, möchte ich zumindest den Namen der Frau wissen, der ich meinen desolaten Zustand zu verdanken habe.“ oder kurz: Könnten Sie sich zumindest vorstellen?
„Ich heiße Anne-Kathrin Linke.“
„Freut mich, mein Name ist Gunnar von Lümborg-Klettgau.“ Stimmt, zu Lümborg-Klettgau passt keine Krawatte, sondern ein Schal Very Happy
„Werden Sie mich verklagen?“
Er lachte.
„Das überlege ich mir noch. Vielleicht bei einem Essen?“
„Ich soll Sie als Entschädigung zum Essen einladen?“
„Nein, ich lade Sie ein.“
Anne-Kathrin lächelte und nickte. Sie hatte ein Date!
„Treffen wir uns um 19 Uhr hier vor der Bibliothek?“, fragte er.
„Einverstanden.“
Gunnar von Lümborg-Klettgau stand auf.
„Ich muss noch nach meinem Buch sehen. Tut mir leid, aber das hört sich an, als wäre das Buch krankt Wink. Wie wäre es, wenn er ganz lapidar sagt: Dann bis heute Abend. Oder etwas länger: Ich muss noch arbeiten. Bis heute Abend Bis heute Abend“, verabschiedete er sich und humpelte zurück zum Regal, während Anne-Kathrin mit ihren Büchern zur Ausleihe ging. Nachdem ihre Bücher eingescannt war waren, schritt sie zum Spind, und nahm ihre Tasche heraus, um die Bücher unterzubringen. Als sie es endlich geschafft hatte, die Bücher in die Tasche zu stopfen, schnappte sie sich ihre Jacke und trat in den regnerischen September hinaus.
„Wieder mal den Regenschirm vergessen“, dachte sie und lief so schnell wie möglich zur Straßenbahnhaltestelle.


Kannst ja einmal überlegen, ob Dir von den Vorschlägen das ein oder andere gefällt.
Insgesamt liest es sich auf jeden Fall jetzt schon recht unterhaltsam!


Liebe Grüße
Selanna


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Rodge
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BeitragVerfasst am: 17.12.2016 07:55    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, moin,

mir ist der Text zu ausgetreten (..."gedankenverloren"), nach 5 Sätzen ahnt man schon, dass die beiden sich kriegen. Auch funktioniert für mich der Dialog überhaupt nicht, da wird ganz übergangslos von einem Gefühl in das andere gewechselt. Warum fängt denn der Roman überhaupt hier an? Warum nicht mit einer Situation starten, die etwas von deinen Protas erzählt (und dabei wäre mir die Haarfarbe völlig wurscht, die soll sich der Leser gefälligst selbst überlegen...).

Grüße
Rodge
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Lady Joana
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 19.12.2016 10:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Darf ich euch noch bitten, mein zweites Kapitel zu bewerten?
Was ist mir wichtig?
Katharina ist etwas schusselig. Sie hatte vor vier Jahren ihren Vater verloren und war noch nicht darüber hinweg. Deshalb ist sie einsam, da sie sich aufgrund einer Depression auch von Freunden zurück gezogen hatte. Und die Prüfung zum 1. Staatsexamen Jura hatte sie nicht bestanden, weshalb sie ein zweites Mal antreten muss. Sie ist schüchtern und leidet an Minderwertigkeitskomplexen, weil sie etwas zu dick ist.
Gunnars Familie sind Blaublüter und bilden sich auch etwas darauf ein. Es zählt nur die Leistung. Da fühlt er sich auch unter Druck gesetzt. Die Eltern und Großeltern schwärmten für Germanien, weshalb alle Söhne altdeutsche Namen erhalten hatten. Mit seinem Love-Bombing will er sein Opfer an sich binden, deshalb versprüht er Charme. Auch Krankheiten und Wehleidigkeit gehören zu seiner Mitleidstour, die nur den Zweck hat, sein Opfer an sich zu binden.
Was soll rüber kommen? Katharina ist das Opfer von Gunnar. Wenn sie ein wenig auf ihr Bauchgefühl gehört hätte, wäre ihr das bei diesem ersten Treffen aufgefallen. Doch Katharina will diesen Mann, weil sie meint, sonst alleine zu bleiben.



2.
Für ihre Frisur hatte sie viel Zeit investiert und betrachtete sich nun kritisch im Spiegel, um ihrem Aussehen noch einige Accessoires hinzuzufügen. Ohrringe und eine Halskette würden einen Blickfang darstellen. Für das Date hatte sie ein beiges Kleid gewählt, das einen guten Kontrast zu ihren braunen Locken und hellen Teint darstellte und ihre schmale Taille vorteilhaft betonte. Ihre üppigen Beine verbarg sie unter dem langen Rock. Zum Schluss zog sie sich schwarze Pumps und eine Jacke an und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt.
Sie fühlte sich geschmeichelt, dass dieser gutaussehende Mann an ihr Interesse gezeigt hatte und ging erwartungsvoll auf ihn zu. Als er sie bemerkte, kam ihr Gunnar von Lümborg-Klettgau  entgegen.
„Ich freue mich, heute mit einer bezaubernden Frau eine Verabredung getroffen zu haben“, begrüßte er sie, „die in eine perfekte Kombination von Farbe und Form gehüllt ist und einen herrlichen Abend mit mir verbringen wird“, fügte er hinzu. „Wir können uns duzen, wenn es dir recht ist.“
„Gerne.“
„Dann führe ich dich zu unserem Restaurant.“
Es ging nur wenige Schritte durch die Altstadt an den Neckar. Hier lag ein Schiff vor Anker.
„Da habe ich einen Tisch reservieren lassen. Folgst du mir?“
Ein schmaler Steg führte auf das am Neckar gelegene Schiff. Der Holzsteg hatte Querstreben in etwa einem Meter Abstand, die als eine Art Treppe dienen sollten. Katharina schritt mit ihren Pumps darüber, doch plötzlich stolperte sie über eine der Querstreben. Der vor ihr laufende Gunnar drehte sich um und sie landete in seinen Armen. Ein Paar eisblaue Augen sahen in die grünen Augen von Katharina.
„Du hattest Glück, dass du nicht im Wasser gelandet bist.“
„Es ist schön, wenn du zur rechten Zeit am rechten Ort bist, Gunnar“, konterte Katharina und beide lachten.
Er hatte einen Tisch reservieren lassen, an dem sie einen herrlichen Ausblick auf den Schlossberg hatten, der mit Lichtstrahlern angestrahlt wurde.
Höflich rückte Gunnar Katharina den Stuhl zurecht und sie wählten ihre Gerichte aus.
„Ich hätte nie einen Mann wie dich in der Bibliothek erwartet“, begann Katharina.
„Für meine Doktorarbeit in Volkswirtschaft brauchte ich noch einige Bücher.“
„Wie weit bist du?“
„Ich habe sie fertiggestellt, doch für die Prüfung wollte ich noch das eine oder andere nachsehen. Seit einem Monat arbeite ich bei der Deutschen Bank in Heidelberg.“
„Macht es Spaß?“
„Ich habe immer Spaß. Mit dir kann man auch eine ganze Menge Spaß haben, wie ich bemerke.“
Katharina musste lachen.
„Das ist richtig, Gunnar. Wo wurdest du geboren?“
„In Stuttgart. Und wie steht es mit dir?“
„Von mir gibt es nicht viel zu berichten. Ich wurde in Heidelberg geboren, ging hier zur Schule und studiere Jura.“ Sie verschwieg ihm, dass sie die Prüfung zum ersten Staatsexamen vermasselt hatte und bald zum zweiten Mal antreten musste. Sie wurden unterbrochen, als das Essen serviert wurde.
„Welche Musik hörst du denn gerne?“ fragte Katharina.
„Ausschließlich klassische Musik. Moderne Musik klingt grauenvoll, besteht nur aus Rhythmus und ist nicht melodisch.“
„Ich mag Rockmusik auch nicht,“ stimmte Katharina zu. „Und meine Lieblingsoper ist La Traviata.“
„Meine Lieblingsoper ist Don Giovanni.“
Gunnar schien aufzutauen und gemeinsam schwärmten sie über Arien, die sie beide liebten. Ob Mozart oder Verdi der bessere Komponist war, ließ sich nicht herausfinden. Doch beide schwärmten sie für klassische Musik. Schon bevor Katharina etwas sagte, schien Gunnar alles zu wissen. Ihr Leben war miteinander verbunden. Je mehr sie miteinander sprachen, desto überzeugter war Katharina, ihren Seelengefährten gefunden zu haben.
„Liest du auch gerne?“, fragte Katharina.
„Ja. Wenn ich Zeit habe, beschäftige ich mich mit Philosophie.“
„Das ist interessant Gunnar. Auch ich finde Philosophie faszinierend.“
„Du bist eine faszinierende Frau Katharina.“ Er sah ihr in die Augen und Katharina schmolz dahin.
„Mein Lieblingsphilosoph Nietzsche sieht in der geschichtlichen Entwicklung die psychischen Voraussetzungen bestimmter Moralvorstellungen. Er fragt sich, warum Menschen auf bestimmte Weise handeln und stellt fest, dass privilegierte Gesellschaftsschichten sich als gut, edel, vornehm definierten, wogegen diese Herren die Handlungen niedriger Menschen als schlecht einschätzen.“
„Aber ...“ Katharina wurde von Gunnar unterbrochen. Sie zuckte zurück und überlegte, was sie sagen sollte. Sie wollte diesen ungemein gutaussehenden Mann, der sich für sie trotz ihrer Hemmungen interessierte, nicht verlieren, deshalb schluckte sie ihren Ärger einfach hinunter.
„Es gibt keine wahren Werte. Weil man von der ewigen Wiederkehr des Gleichen ausgehen muss, wäre ein Augenblick ohne Lust nicht wiedergutzumachen. Wie soll der Mensch merken, dass der Gleiche wiederkehrt, wenn er nicht ein Wiederkehren bemerkt?“
„Mein Lieblingsphilosoph ist Immanuel Kant mit seinem Kategorischen Imperativ: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Katharina holte Luft und wollte weiter reden, als sie unterbrochen wurde.
„Ich habe durch meine Familie hohe moralische Werte erhalten, die ich in jedem Moment umsetze.“
Katharina war irritiert. Gunnar dozierte und redete einfach weiter, ohne auf Katharina einzugehen. Hatte sie etwas falsch gemacht, weil er sie nicht reden ließ? Fand sie Gunnar vielleicht langweilig, weshalb er nur über seine eigenen Themen sprach?
„Meine Mutter wohnt noch immer in Stuttgart und befiehlt von dort aus unsere Familie. Ich muss mich um sie kümmern, weil ich am nächsten wohne. Mein Vater starb vor 16 Jahren.“
„Du vermisst ihn sicherlich?“
„Er wurde 95 Jahre alt.“
„Dann wurdest du aber spät geboren?“
„Ich bin der jüngste Sohn meiner Eltern und habe noch drei ältere Brüder.“
„Wie war dein Vater?“
„Er war Professor für Elektrotechnik an der Universität Stuttgart und meine Mutter war Lehrerin an einem Gymnasium, bevor sie meinen Vater heiratete.“
„Mein Vater war Schreiner und starb vor vier Jahren, gerade an meiner Abiturfeier.“
„Das hat dich sicher traurig gemacht?“
Katharina sah ihn dankbar an.
„Ja, ich vermisse ihn jeden Tag.“
„Ich kannte meinen Vater kaum. Er starb, als ich 12 Jahre alt war. Das ist lange her. Meine Mutter hat uns Kinder dann allein aufgezogen. Aber meine Brüder waren auch schon erwachsen zu dieser Zeit.“
„Ich habe keine Geschwister.“
„Da hast du nichts verpasst.“
Gunnar bezahlte das Essen und sie zogen ihre Jacken an.
„Du bist eine hochstehende und edle Frau Katharina, wie ich aus deiner Konversation ersehe.“
„Dies Kompliment kann ich zurück geben.“
Gunnar begleitete Katharina nach Hause.
„Ich wünsche dir eine schöne Nacht.“
Ihrer beider Gesichter bewegten sich nah aufeinander zu. Doch plötzlich zog Gunnar sein Gesicht beiseite und küsste Katharina stattdessen auf die Stirn.


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Rodge
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BeitragVerfasst am: 19.12.2016 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Lady Joana hat Folgendes geschrieben:
Darf ich euch noch bitten, mein zweites Kapitel zu bewerten?


Moin, moin,

also für mich besteht der Sinn dieses Forums nicht darin, dass man möglichst viele Texte einstellt und dann vermutlich auch immer die gleichen Anmerkungen bekommt, sondern vielmehr darin, dass man selbst stilistisch sicherer wird, Logik in die Handlung bekommt und lernt, was funktioniert und was nicht. Statt einen neuen Text einzustellen, fände ich es daher besser, wenn Du zunächst den eingestellten Text überarbeitest und zwar so, wie es dir nach Abwägung der Kritiken dazu am Sinnvollsten erscheint. Aber das ist natürlich nur ein Vorschlag, musst du dir selbst überlegen...

Grüße
Rodge
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Soleatus
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BeitragVerfasst am: 19.12.2016 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lady Joana,

viel Freude hatte ich beim Lesen nicht. Zwei der Dinge, an denen das liegen könnte:

- Die Dialoge.

„Das ist interessant, Gunnar. Auch ich finde Philosophie faszinierend.“
„Du bist eine faszinierende Frau, Katharina.“

Wer redet denn so?

„Ich kannte meinen Vater kaum. Er starb, als ich 12 zwölf Jahre alt war. Das ist lange her. Meine Mutter hat uns Kinder dann allein aufgezogen. Aber meine Brüder waren auch schon erwachsen zu dieser Zeit.“

Oder so?! (Das macht auch keinen Sinn - zu der Zeit, als die Mutter die Kinder aufgezogen hat, waren die Brüder schon erwachsen??)

Ich habe meinen Vater kaum gekannt - als er starb, war ich erst zwölf ...

(Zumindest hier in der Gegend reden die Leute wesentlich mehr im Perfekt als im Präteritum; das ist eher für die Schriftsprache.)

- Drumherum:

Gibt es nicht. Zum Beispiel hier: "Sie wurden unterbrochen, als das Essen serviert wurde." - Was für Essen? Darüber kannst du die beiden auch "wirklicher" machen. Trinken sie nichts? Essen sie überhaupt? Zeig das doch zumindest ein wenig; in seiner jetzigen Form wirkt es, als arbeitetest du ein Programm ab - "Das muss gesagt werden - hab ich; das, und das, und das ..." Zwei sprechende Köpfe sind mir zuwenig.

Sprachlich hast du ein schweres "Pronomen-Problem"; wurde schon angesprochen. Hier am Anfang wieder zuviele "ihre". Wessen Beine könnten gemeint sein, wenn nicht ihre eigenen?

Gruß,

Soleatus
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 19.12.2016 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lady Joana,

als ich das erste Kapitel las, dachte ich, das Ganze geht in eine Janet Evanovich-Stephanie Plum/Meg Cabot-Heather Wells-Richtung, aber jetzt stellst Du Kathrin/Katharina? (wenn Du den Namen in Katharina geändert hast, finde ich das gut!) als eher tragische Figur vor. Hätte ich bei dem Anfang nicht erwartet, ich sehe darin also für mich einen Bruch in dem „schusselige Nette kriegt Traumprinzen“. Schön Smile
Deine Darstellung überzeugten Adels finde ich allerdings etwas schwierig. Ich musste mich damit mal ein wenig auseinandersetzen und bin dabei zu anderen Einsichten gelangt als Du hier schilderst. Ich weiß nicht, wie wichtig das für Dich ist, aber wenn Du willst, kann ich da mal auf ein paar Aspekte eingehen, die ich anders auffassen würde.

Hat Gunnar denn auch eine positive Eigenschaft? Das fände ich allerdings schon wichtig, denn nur dass er ihr ein Date anbietet und gerne Opern hört, sie aber parallel ständig unterbügelt, wird ja für ihre Leidenschaft für ihn nicht ausreichen, oder?

2.
Für ihre Frisur hatte sie viel Zeit investiert und betrachtete sich nun kritisch im Spiegel, um ihrem Aussehen noch einige Accessoires hinzuzufügen ob sie ihrem Aussehen noch einige Accessoires hinzufügen sollte?. Ohrringe und eine Halskette würden einen Blickfang darstellen Das würde ich in den Satz davor integrieren oder weglassen. Für das Date hatte sie ein beiges Kleid gewählt, das einen guten Kontrast zu ihren braunen Locken und hellen hellem Teint darstellte und ihre schmale Taille vorteilhaft betonte. Ihre üppigen Beine Können Beine üppig sein? Hätte ich noch nie gehört verbarg sie unter dem langen Rock. Zum Schluss zog sie sich schwarze Pumps und eine Jacke an und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt.
Sie fühlte sich geschmeichelt, dass dieser gutaussehende Mann an ihr Interesse gezeigt hatte und ging erwartungsvoll auf ihn zu Bei ihrem Gefühl des Geschmeicheltseins sehe ich sie noch auf dem Weg und in meiner Vorstellung muss sie dazu mindestens in der zuvor erwähnten Trambahn fahren. Aber gleich nach dem „und“ sieht sie ihn schon vor sich. Das geht mir zu schnell. Als er sie bemerkte, kam ihr Gunnar von Lümborg-Klettgau  entgegen.
„Ich freue mich, heute mit einer so bezaubernden Frau eine Verabredung getroffen zu haben“, begrüßte er sie, „die in eine perfekte Kombination von Farbe und Form gehüllt ist und einen herrlichen Abend mit mir verbringen wird Der erste Satzteil ist nicht so galant wie er sein könnte, aber er geht noch, den anschließenden Relativsatz finde ich aber überhaupt nicht gut. Ich tu mich bei so was auch immer sehr schwer. Aber reicht nicht ein: „Wie schön, dass Sie gekommen sind! Und Sie sehen sogar noch bezaubernder aus als heute Nachmittag!“ Sicher auch nicht perfekt, aber das andere ist sehr verschwurbelt “, fügte er hinzu. „Wir können uns duzen, wenn es dir recht ist.“ Ich bezweifle sehr, dass er ihr so schnell das Du anbieten würde. Ich würde Dir davon abraten
„Gerne.“
„Dann führe ich dich zu unserem Restaurant.“ Finde ich auch schwierig. Eher so etwas wie: „Darf ich Sie/dich dann zum Restaurant geleiten?“ oder so ähnlich
Es ging nur wenige Schritte durch die Altstadt an den Neckar, wo ein Schiff vor Anker lag. Hier lag ein Schiff vor Anker.
„Da habe ich einen Tisch reservieren lassen. Folgst du mir?“ Finde ich auch schwierig. Aber natürlich ist das Deine Entscheidung
Ein schmaler Steg führte auf das am Neckar gelegene Schiff. Der schmale Holzsteg , der auf das Schiff führte hatte Querstreben in etwa einem Meter Abstand, die als eine Art Treppe dienen sollten verstehe ich nicht. Meinst Du eine Art Hühnerleiter?. Katharina schritt mit ihren Pumps vorsichtig/unsicher? darüber, doch plötzlich stolperte sie über eine der Querstreben. Der vor ihr laufende Gunnar drehte sich um und sie landete in seinen Armen Zum einen müsste er ja schon geahnt haben, dass sie fällt, um sich noch rechtzeitig umdrehen zu können. Das halte ich für unrealistisch. Außer Du schreibst, er drehte sich um, vielleicht um ihr noch etwas zu erklären, genau in dem Moment als sie stolperte … zum anderen müsstest Du recherchieren, wo ein Gentleman auf einer Treppe geht. Da gibt es fest Regeln. Je nach Weg geht ein Gentleman nämlich immer so, dass er die Frau, das ungeschickte Ding, rechtzeitig auffangen kann. Rolling Eyes Willst Du Dir all die Recherchen wirklich antun?. Ein Paar eisblaue Augen sahen in die grünen Augen von Katharina. hier hast Du 2mal Augen in einem Satz und da es bisher eher aus Katharinas Sicht geschrieben ist, würde ich das Grün ihrer Augen, das ja Gunnar sieht, weglassen
„Du hattest Glück, dass du nicht im Wasser gelandet bist.“ Adel, der etwas auf sich hält, spricht tatsächlich gern im Präteritum. Hört sich manchmal schräg an Wink
„Es ist schön, wenn du zur rechten Zeit am rechten Ort bist, Gunnar“, konterte Katharina und beide lachten.
Er hatte einen Tisch reservieren lassen, an dem sie einen herrlichen Ausblick auf den Schlossberg hatten, der mit Lichtstrahlern angestrahlt hier steht „-strahlern“ und „angestrahlt“ direkt hintereinander wurde.
Höflich rückte Gunnar Katharina den Stuhl zurecht und sie wählten ihre Gerichte aus.
„Ich hätte nie einen Mann wie dich in der Bibliothek erwartet“, begann Katharina. Warum? Haben Adelige Bibliotheksverbot? Oder Männer mit Schal? Warum denkt sie das?
„Für meine Doktorarbeit in Volkswirtschaft brauchte ich noch einige Bücher.“
„Wie weit bist du?“
„Ich habe sie fertiggestellt, doch für die Prüfung wollte ich noch das eine oder andere nachsehen. Seit einem Monat arbeite ich bei der Deutschen Bank in Heidelberg.“
„Macht es Spaß?“
„Ich habe immer Spaß. Mit dir kann man auch eine ganze Menge Spaß haben, wie ich bemerke.“
Katharina musste lachen. Wenn ein Mann das am ersten Date zu mir über meine Missgeschicke sagt, fände ich das nicht sehr charmant
„Das ist richtig, Gunnar. Wo wurdest du geboren?“
„In Stuttgart. Und wie steht es mit dir?“ Stellt man beim ersten Date innerhalb der ersten fünf Minuten wirklich die Frage nach dem Geburtsort? Will man da nicht mehr über Interessen etc. in der Gegenwart wissen?
„Von mir gibt es nicht viel zu berichten. Ich wurde in Heidelberg geboren, ging hier zur Schule und studiere Jura.“ Sie verschwieg ihm, dass sie die Prüfung zum ersten Staatsexamen vermasselt hatte und bald zum zweiten Mal antreten musste. Sie wurden unterbrochen, als das Essen serviert wurde. Sie haben schon bestellt?
„Welche Musik hörst du denn gerne?“Komma fragte Katharina.
„Ausschließlich klassische Musik. Moderne Musik klingt grauenvoll, besteht nur aus Rhythmus und ist nicht melodisch.“
„Ich mag Rockmusik auch nicht,“ “, stimmte Katharina zu. „Und Du kannst eine ablehnende Aussage nicht mit „und“ mit einer positiven verbinden, denke ich. Klingt unzusammenpassend meine Lieblingsoper ist La Traviata.“
„Meine Lieblingsoper ist Don Giovanni.“
Gunnar schien aufzutauen Bisher schien er doch auch nicht kühl und gemeinsam schwärmten WW sie über Arien, die sie beide liebten. Ob Mozart oder Verdi der bessere Komponist war, ließ sich nicht herausfinden. Doch beide schwärmten WW sie für klassische Musik. Schon bevor Katharina etwas sagte, schien Gunnar alles es; nämlich das, was Katharina sagen wollte zu wissen. Ihr Leben war miteinander verbunden Das geht mir an dieser Stelle zu schnell zu weit. Bisher haben sie ein gemeinsames Interesse. Ich zum Beispiel mag Impressionisten. Aber wenn ich jemand anderem begegne, der Impressionisten mag, ist mein Leben doch nicht mit ihm verbunden, oder?. Je mehr sie miteinander sprachen, desto überzeugter war Katharina, ihren Seelengefährten gefunden zu haben.
„Liest du auch gerne?“, fragte Katharina. Oh, hier erkennt sie ja selbst, dass ein gemeinsames Interesse nicht reicht
„Ja. Wenn ich Zeit habe, beschäftige ich mich mit Philosophie.“
„Das ist interessant Komma Gunnar. Auch ich finde Philosophie faszinierend.“ weniger kompliziert wäre: Ich finde Philosophie auch faszinierend.  
„Du bist eine faszinierende Frau Komma Katharina.“ tut mir leid, das ist zu abgedroschen, kommt zu schnell und immerhin studiert K. doch Jura, also kann sie gar nicht so naiv sein, um bei dem einen Satz gleich hinzuschmelzen! Er sah ihr in die Augen und Katharina schmolz dahin.
„Mein Lieblingsphilosoph Nietzsche sieht in der geschichtlichen Entwicklung die psychischen Voraussetzungen bestimmter Moralvorstellungen. Er fragt sich, warum Menschen auf bestimmte Weise handeln und stellt fest, dass privilegierte Gesellschaftsschichten sich als gut, edel, vornehm definierten, wogegen diese Herren die Handlungen niedriger Menschen als schlecht einschätzen.“ setze „Herren“ unbedingt in Anführungszeichen! Und willst Du wirklich einen Mann, dessen Eltern Germanien-begeistert waren, der Nietzsche als Lieblingsphilosophen nennt, auch noch die „Herrenmoral“ definieren lassen? Ich weiß, dass das nicht so gemeint ist, wie es manche auffassen könnten, aber ich bin mir sicher, es gibt Menschen, die das in den falschen Hals bekommen. Und ich kann mir auch Agenten vorstellen, die die Stelle nicht so toll finden…
„Aber ...“ Katharina wurde von Gunnar unterbrochen wie denn? Durch eine Geste?. Sie zuckte zurück und überlegte, was sie sagen sollte. Sie wollte diesen ungemein gutaussehenden Mann, der sich für sie trotz ihrer Hemmungen interessierte, nicht verlieren, deshalb schluckte sie ihren Ärger einfach hinunter. worüber ärgert sie sich? Dass er die „Herrenmoral“ erklärt oder dass er sie unterbrach?
„Es gibt keine wahren Werte. Weil man von der ewigen Wiederkehr des Gleichen ausgehen muss, wäre ein Augenblick ohne Lust nicht wiedergutzumachen. Wie soll der Mensch merken, dass der das? Gleiche wiederkehrt, wenn er nicht ein Wiederkehren bemerkt?“
„Mein Lieblingsphilosoph ist Immanuel Kant mit seinem Kategorischen Imperativ der „Kant mit seinem Kategorischen Imperativ“ klingt nicht sehr elegant. Schreib doch nur „Immanuel Kant:“ Denn wenn Gunnar philosophiebegeistert ist, weiß er, was sie da zitiert. : Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Katharina holte Luft und wollte weiter reden weiterreden, als sie hier würde ich mit dem Holzhammer ruhig betonen: erneut unterbrochen wurde.
„Ich habe durch meine Familie hohe moralische Werte erhalten, die ich in jedem Moment umsetze.“
Katharina war irritiert. Gunnar dozierte und redete einfach weiter, ohne auf Katharina sie einzugehen. Hatte sie etwas falsch gemacht, weil er sie nicht reden ließ? Fand sie Gunnar Fand Gunnar sie vielleicht langweilig, weshalb er nur über seine eigenen Themen es ist ihr gemeinsames Thema, weil sie sich doch beide für Philosophie interessieren, oder? Er lässt sie ja eher nicht am Thema teilhaben/sich nicht einbringen sprach?
„Meine Mutter wohnt noch immer in Stuttgart und befiehlt von dort aus unsere Familie. Ich muss mich um sie kümmern, weil ich am nächsten wohne. Mein Vater starb vor 16 Jahren.“ Bis auf wenige Ausnahmen wäre dann Gunnars ältester Bruder der Chef des Hauses, für seine Mutter wäre das unwahrscheinlich
„Du vermisst ihn sicherlich?“
„Er wurde 95 Jahre alt.“
„Dann wurdest du aber spät geboren?“
„Ich bin der jüngste Sohn meiner Eltern und habe noch drei ältere Brüder.“
„Wie war dein Vater?“
„Er war Professor für Elektrotechnik an der Universität Stuttgart und meine Mutter war Lehrerin an einem Gymnasium, bevor sie meinen Vater heiratete.“
„Mein Vater war Schreiner und starb vor vier Jahren, gerade genau/exakt während/zu? "an" in Verbindung mit "sterben" nennt ja die Todesursache, und er wird ja nicht an der Abiturfeier gestorben sein, sondern eher an einem Herzinfarkt etc. Laughing an meiner Abiturfeier.“
„Das hat dich sicher traurig gemacht?“
Katharina sah ihn dankbar an.
„Ja, ich vermisse ihn jeden Tag.“
„Ich kannte meinen Vater kaum. Er starb, als ich 12 Jahre alt war Aber dann kannte er ihn doch 12 Jahre lang?. Das ist lange her. Meine Mutter hat uns Kinder dann allein aufgezogen. Aber meine Brüder waren auch schon erwachsen zu dieser Zeit.“
„Ich habe keine Geschwister.“
„Da hast du nichts verpasst.“
Gunnar bezahlte das Essen und sie zogen ihre Jacken an. Er hilft ihr doch in ihre Jacke hinein, oder? Wink
„Du bist eine hochstehende und edle Frau Komma; und den Satz davor finde ich schräg; das „ersehe“ am Satzende auch; und wenn er ein eingebildeter Adliger ist, ist eine Schreinerstochter für ihn nicht hochstehend Katharina, wie ich aus deiner Konversation ersehe.“
„Dieses  Kompliment kann ich zurück geben nur zurückgeben.“
Gunnar begleitete Katharina nach Hause. das ging aber schnell. Ich fände wenigstens einen Satz zum Heimweg schön  
„Ich wünsche dir eine schöne Nacht.“
Ihrer beider Gesichter bewegten sich nah wenn man sich aufeinander zu bewegt, kommt man sich nah, aber man kann sich nicht nah aufeinander zu bewegen - zumindest nach meinem Verständnis aufeinander zu. Doch plötzlich zog Gunnar sein Gesicht beiseite mE kann man seinen Kopf, vllt auch das Gesicht, zurückziehen, aber man dreht oder wendet es beiseite. Wenn er es beiseite dreht, würde er sie in meiner Logik auch auf die Wange küssen; er müsste Kopf/Gesicht/Kinn heben, um sie auf die Stirn zu küssen und küsste Katharina stattdessen auf die Stirn. [/quote]

Ich hoffe, Du nimmst mir die vielen Anmerkungen nicht übel und kannst mit der ein oder anderen etwas anfangen.

Liebe Grüße
Selanna

P.S.: Soleatus hat sehr recht mit den Dialogen, das hört sich schon etwas unrealistisch an. Vielleicht legst Du darauf mal Deinen Schwerpunkt beim Überarbeiten Smile
Und ganz wie Rodge hätte ich auch gern das überarbeitete erste Kapitel gelesen Smile


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Lady Joana
Schreiberassi

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Wohnort: Bad Waldsee


BeitragVerfasst am: 05.01.2017 12:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure vielen Antworten, ich habe sie schon teilweise eingearbeitet, will die Überarbeitung dieses Buchs jedoch zurück stellen und komme irgendwann mal wieder auf euch zu.
Ich habe dieses Buch vor 20 Jahren geschrieben und vor zwei Jahren begonnen, es zu überarbeiten. Bei der Überarbeitung hatte dich die Idee zu einem neuen Buch, das ich mittlerweile veröffentlicht habe. Im Moment bin ich dabei, den zweiten Band zu diesem Buch zu entwickeln und werde, wenn ich so weit bin, die ersten Kapitel dann vorstellen.
Eines Tages erhält auch dieses Buch seine endgültige Überarbeitung. Aber danke für eure Anregungen Very Happy Smile

1Wie es weitergeht »



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