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Du sagst, du stehst auf Anfänge

 
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Du sagst, du stehst auf Anfänge eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

1
Der erste Schnee fiel und ich bewegte mich in die falsche Richtung. Zurück.
Der Stellplatz vor dem Haus war eingeschneit, er hatte nicht geräumt. Ich ließ das Auto langsam über die Schneedecke rollen. Knirschen wie mahlende Zähne.
Die Tür war nicht mal abgeschlossen. Schon der Flur sah aus wie ein Schlachtfeld. Halbleere Flaschen, Gläser mit Papierhütchen oder Strohalmen, vergessene Schals und Jacken, auseinandergefaltete Papierfetzen, in denen nichts mehr drin war.
Ich ließ meine Reisetasche einfach in den ganzen Dreck fallen und lief die Zimmer ab. Wohnzimmer und Küche: Zustand nach Eskalation. Arbeitszimmer:  unverändert seit wahrscheinlich hundert Jahren.
Die Treppe hoch und direkt ins alte Schlafzimmer unserer Eltern. Weil ich ihm diese Unverfrorenheit zutraute. Gerade erwartete. Wahrscheinlich mit irgendeiner Partyqueen daneben. Und bingo. Zerstört und übers ganze Bett ausgebreitet lag mein Bruder drin. Ohne Gesellschaft, dafür mit fettem Rausch, der das Fehlen erklärte. Hatte er wahrscheinlich nicht mehr hingekriegt.
Steh auf, Arschloch.
Er sah mich verwirrt und verpennt an. Was machstn du hier?
Dann hielt er sich den Kopf, als würde der sonst vom Hals runterfallen.
Ich sagte gar nichts, sondern verließ das Zimmer und ging wieder runter. Schob in der Küche alle möglichen Gläser von der Arbeitsfläche in die Spüle und suchte in den Schränken nach Kaffee. Und knallte dabei so gut ich konnte mit Schranktüren und Schubladen. Dieses Haus. Es war nicht zu fassen, dass ich ausgerechnet jetzt, wo hier endlich alles ein Ende gefunden hatte, in diesem Haus stand. Ich hätte auf den beschissenen Schnee hören sollen. Schnee bedeutet Winter, Ende, Abschluss. Neues Jahr. Neuer Versuch. Wieso gehe ich zurück, wenn ich nach vorne muss?
Er kam in die Küche, schaute mir einige Minuten bei meiner aggressiven Suche zu. Dann schlurfte er zu einem Oberschrank, in den ich schon zehnmal reingeschaut hatte, holte einen Filter und eine Metalldose heraus und setzte Kaffee auf.
Was machst du hier?, fragte er nochmal.
Ich hab dir das gesagt. Ich hielt mich mit beiden Händen an der Kante der Arbeitsfläche fest und lehnte mein Gewicht drauf. Weil ich zitterte am ganzen Körper.
Echt?
Ja. Am Dienstag, als fest stand, dass ich heute entlassen werde. Hab dich angerufen.
Ja, genau. Ich hab gedacht, du meinst nächste Woche.
Was macht das für einen verdammten Unterschied? Hättest du bis dahin alles in Schutt und Asche gefeiert und die Reste zusammengekehrt?
Er grinste. Gute Idee eigentlich.
Damit war das Gespräch beendet, weil genug Kaffee durchgelaufen war, dass sich jeder einen nehmen und in ein anderes Zimmer verschwinden konnte.


2
Ich saß im Sessel meines Vaters in seinem alten Arbeitszimmer. In mein eigenes schaffte ich es nicht. Er hatte nur wenige seiner Bücher mitgenommen, deswegen waren die Regale hier fast voll bis oben. Zwischen den Regalen und der Decke war ein schmaler Spalt. Wahrscheinlich voller Staub der letzten Jahre. Ich stellte mir vor, wie jemand vor den Regalen stand, auf Zehenspitzen, den Hals reckte und – pustete. Graue Wolken brachen aus allen Zwischenräumen heraus, Millionen winziger Partikel flogen erst zur Decke, konnten nicht weiter und rieselten langsam, zusammen mit der Luft kleine Wirbel und Wellen drehend, zum Boden, minutenlang, stundenlang, bis alles grau war, voller Asche, der ganze Boden bedeckt aus Asche und Staub und ich sah auf und bemerkte, dass das Zimmer keine Wand mehr hatte, ein Bücherregal stand einfach mitten in der Wüste, und ich erhob mich aus dem Sessel und ging los, daran vorbei, die endlose Ebene entlang und da waren sie, Körper, schmutzig, klein, viel zu klein auf dieser Weite, und etwas war so schwer in meiner Hand, und meine Beine waren tonnenschwer, ich zog sie unter mir nach vorne, vorwärts, einfach weiter, dran vorbei, sieh nicht hin, du musst weiter gehen, sonst liegst du daneben, aber ich stolperte und fiel hin, direkt neben jemanden und ich wollte nicht hinsehen und –
Der Aufprall weckte mich. Ich stand auf, so schnell ich konnte, lief los, wahllos, ziellos, nur nicht stehen bleiben, schüttelte alles ab, den Traum, dieses Bild, diese ekelhaften Gedanken, diese Krankheit, scheiße, du hast es nicht geschafft, wieder nicht, du darfst nicht schlafen, du musst wach bleiben, du musst klar bleiben, deine Gedanken wollen dich reinlegen, wollen dich umbringen und du darfst sie nicht lassen, du musst wach bleiben und darfst nicht, niemals die Kontrolle abgeben.


3
Fernsehen. Er hatte irgendeine Sendung eingeschaltet, in der Typen alte Autos zu kauften und aufmotzten.
Was ist das eigentlich für eine Nummer?, fragte er irgendwann.
Was?
Das hier.
Wenn ich das wüsste, dachte ich und suchte nach einer Antwort, die nicht noch mehr Fragen aufwerfen als beantworten würde.
Ich meine, ich versteh ja, dass es dir schlecht geht und so, nach dem ganzen Zeug, was du erlebt hast. Denk ich mal. Aber du bist jetzt auch nicht so der Rede-Typ. Ist es nicht entspannter in deiner Wohnung ein bisschen klar zu werden, statt deinem kleinen Bruder dabei zuzugucken, wie er vergammelt und das Haus runterwirtschaftet?
Ich hab meine Wohnung gekündigt.
Echt? Wieso?
Ich hab es ein paar mal auf Heimfahrten versucht. Aber ich gehör da nicht mehr hin. Geht nicht mehr. Gehört irgendwie zu einem Leben, das mir nicht mehr gehört. Verstehst du?
Er sah kurz rüber, dann wieder in den Fernseher. Jap. Versteh ich.
Und, schob ich nach einer Weile nach, Anfänge konnte ich schon immer besser als Fortsetzungen.
Er nickte. Oh ja. Ich auch.


4
Wir nahmen uns die Schränke im Wohnzimmer vor.
Vielleich hatte er die ganze Zeit nur gewartet. Dass jemand kommt und diese Dinge mit ihm macht. Vielleicht war er immer noch ein kleiner Bruder, der diese Dinge nicht allein machen konnte. Über sich bringen konnte. Und ich als sein beschissener großer Bruder war nie gekommen. War nicht da, als sie gestorben war. Wie auch, ich war im Einsatz. Ich schätze, unser Vater war für ein paar Wochen da. Aber diesen Schuh, sich um das Haus zu kümmern, wollte er sich ganz bestimmt nicht anziehen. Und dampfte bald wieder ab. Und mein Bruder blieb zurück. Mit dieser ganzen Scheiße.
Was tun wir, wenn wir alle Sachen ausgeräumt haben?, fragte er.
Wir suchen einen Makler. Versuchen, es loszuwerden. Hoffen, dass der Verkauf gut was reinbringt.
Er nickte. Genau.
Ich wollte nicht an die anderen Zimmer denken. Allein an diesem saßen wir schon viel zu lange. Das würde Monate dauern. Ich wollte nicht an danach denken. Ich brauchte wieder eine Wohnung. Arbeit. Was kann man arbeiten, wenn man sein Leben wo anders vergessen hat. Er würde auch eine Wohnung brauchen. Überhaupt mal arbeiten gehen.


5
Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen.
Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen.
Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen. Du darfst nicht schlafen.


6
Sie brauchen nicht alles glauben, was ihre Gedanken versuchen, ihnen weis zu machen. Das sind ja nicht immer absolute Wahrheiten.
Das klang gerade so, als hätte ich in meinem eigenen Hirn nichts zu melden. Wer denn dann?
Ich sah an der Therapeutin vorbei aus dem Fenster. Dunkel. Ein großer Mond hing tief und schwer im Himmel. Nach einer Weile begann langsam, fahlweiße Farbe von ihm herabzulaufen. Ich stand auf und ging hinaus. Ein dicker, weißer Tropfen platschte vor mir auf die Erde. Als ich wieder nach oben schaute, sah ich es, ein Loch im Mond, ein riesiges, rundes Loch und aus dem blutete es und etwas in meiner Hand war so schwer, ich zwang mich zum Hinsehen, dabei wusste ich schon, was es ist, und warum es noch rauchte und  


7
Ich wachte auf, weil es schepperte, regelmäßig, als ob etwas zu Bruch ging. Ich schleppte mich die Treppen runter. Der Flur war komplett leer, keine Möbel mehr, das Arbeitszimmer auch. Alle Zimmertüren und Fenster waren offen. Kalte Dezemberluft. Im Wohnzimmer stand er auf einer kleinen Stufenleiter und riss Gegenstand um Gegenstand aus den Regalen, alles auf einen großen Haufen auf dem Boden. Vasen zersplitterten, Papiere segelten herab, Gabeln und Messer steckten zwischen umgeschubsten Kleinmöbeln und Sofakissen. Alles kaputt, alles herausgerissen, zerschmettert und liegen gelassen. Körper, Seele, reiß es raus, schmeiß es weg, so weit du kannst, weg von dir, aus dieser Welt, aus diesem Leben, fang nochmal ohne an, ohne alles, ganz von vorn.
Was machst du denn da?, schrie ich. Was zur Hölle machst du?
Ich räum aus, was sonst? Wenn wir in deinem Tempo weiter machen, brauchen wir ewig. Ich hab auch noch was anderes vor in den nächsten tausend Monaten.
Aber du weißt doch nicht, was wir davon noch brauchen?
Wir brauchen davon gar nichts mehr, das sind nicht unsere Sachen.
Du spinnst doch! Du bist doch wahnsinnig! Statt, dass du dich in den letzten drei Jahren mal um diesen Kram gekümmert hättest, bist du hier rumgesessen und hast gefeiert. Und jetzt, wo ich hier bin, fällt dir ein, dass es gemacht werden muss, dann gibst du nach einer Woche auf und willst einfach alles wegwerfen. Was ist mit Geburtsurkunden, Verträgen, Bankkonten? Du verdammtes Kind.
Er stieg von seiner Trittleiter und stellte sich vor mich. Ein bisschen kleiner, aber kaum merklich. Und du? Er schaute mich an. Ich konnte es nicht lesen. Abscheu, Herausforderung, Belustigung? Du machst es richtig? Der Weg der Regeln, oder? Kaum bist du hier raus, gehst du woanders hin, wo du machen kannst, was man dir sagt. Man siehts, wie gut das für dich geklappt hat. Träumst von Leichen und so. Kannst in deiner eigenen Wohnung nicht mehr wohnen. Dich nicht im Spiegel anschaun. Deine Anfänge sind nur Neuauflagen von der gleichen Scheiße seit immer. Wenn du sagst, du stehst auf Anfänge, Bruder, dann mach mal einen richtigen.

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V.K.B.
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Beiträge: 1439
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
gerne gelesen. Vieles bleibt kryptisch und regt zum Nachdenken an. Das verlassene Haus der Eltern als Niemandsland kommt auch gut rüber. Ich kann nur spekulieren, wo der ältere Bruder herkommt, von wo er "entlassen" wurde, zuerst hab ich gedacht, er hat seinen Job verloren, aber das ist wohl nicht gemeint. Entlassen aus einer Armee, einer Psychiatrie, einem Gefängnis? Auf jeden Fall ist er schwer traumatisiert, das kommt gut rüber. Seine Angst, im Schlaf die Kontrolle abzugeben. Ich tippe auf Kriegseinsatz, das passt zu Befehle befolgen und dem Wüstentraum. Vielleicht mit anschließendem Psychatrieaufenthalt? Auf jeden Fall hat er's mit Therapie versucht, war aber scheinbar nicht sehr erfolgreich. Innerlich jedenfalls, auch wenn er äußerlich zu funktionieren scheint.

Das Thema Neustart und das Vergessen des Alten scheint ein erfolgloser Versuch zu bleiben. Er will, aber kann nicht.

Mal sehen, ob's am Ende für Punkte reicht, ich hab erst wenige Texte gelesen bisher.



Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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gold
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DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

m.E. könntest du Textpassage Nr. 5 streichen, das wäre kein Verlust. Ansonsten gefällt mir dein Text. Ich finde sowohl die Protas als auch die Umstände gut beschrieben. Diese vermeintliche Unfähigkeit der beiden Brüder, mit ihren Lebensumständen fertig zu werden.
Der Text macht nicht viel Aufhebens und wirkt dadurch authentisch auf mich.  Der Schachzug mit den surrealistischen Elementen ist dir auch gut gelungen, ebenso, wie die Umsetzung des Mottos.

Liebe Grüße
gold


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es sind die Krähen
die zetern
in wogenden Zedern

Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Eine interessante Geschichte, die schoen drastisch eine interessante Situation und Bruderbeziehung beschreibt.

Thema und Vorgaben sind umgesetzt.

Das Niemandsland ist für mich diese Wohnung, das Haus. Die beiden Brüder begegnen sich hier, scheinbar nach langer Zeit. Die Vielschichtigkeit ihrer Beziehung sehe ich beschrieben, hinzu kommen die Einsprengsel der Erfahrungen in der Vergangenheit des einen, die nochmal ein anderes Niemandsland beschreiben.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Schreiberling!

2 Punkte von mir.

Das Thema "Niemandsland" ist zwar mMn nur äußerst stiefmütterlich behandelt worden, aber immerhin, und irgendwas hat deine Geschichte. smile

Liebe Grüße, MoL


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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 03.12.2016 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Leider kann ich aufgrund von Zeitmangel die Texte nicht so kommentieren, wie ich gerne würde und wie sie es verdienen.
Ja, cool. Gefällt mir! Tolle Idee, gute Umsetzung.
Aber ist das mehrschichtig, ungefügig und inhaltlich anspruchsvoll. Das ist ein interessantes Thema und wie auch andere hätte ich diesen Text im Prosabreich super gefunden, muss jedoch sagen, dass er mir nicht tief genug geht.


LG,
Seraiya
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Constantine
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Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

mir kommt die Geschichte ziemlich bekannt vor, als hätte ich sie schon zig mal irgendwo ähnlich gelesen. Formal etwas verspielt, inhaltlich für mich eher uninspiriert. Ungleiches Geschwisterpaar mit ihren Selbstlügen, ihrem Scheitern im Leben und ihren Geschwister-Problemen. Well.

Was diese all zu bekannten Versatzstücke etwas bekömmlich macht, ist die Sprache, hier und da etwas holprige Sätze und der Ansatz, direkte Rede nicht zu kennzeichnen, erschwert es an 2-3 Stellen, zwischen den beiden Protagonisten und den Gedanken des erzählenden Protagonisten zu unterscheiden, aber insgesamt in sich stimmige Perspektive.

Die Themenvorgabe sehe ich hier verstärkt auf das Zitat konzentriert umgesetzt. Andere Texte waren bei mir weiter vorne.
Sorry, leider hast du es nicht in meine Top Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Dmitrij
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Wohnort: von der Zivilisation abgeschnitten in Wien-Umgebung


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 01:48    Titel: Re: Du sagst, du stehst auf Anfänge Antworten mit Zitat

Sehr lebendige Erzählung. Gut geschrieben. Es wiederholen sich aber ständig dieselben belanglosen Szenen (IMHO).

Man könnte diese Geschichte um 3/4 kürzen ohne jeglichen Auswirkungen auf das Endergebnis.
Nur 1 Punkt von mir.

Liebe Grüße,
Dmitrij


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Selbst wenn du ein überzeugter Optimist bist, unterschätze niemals all die pessimistisch denkenden Menschen;-)
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Babella
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Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Arschloch, beschissen, Scheiße: Hat es eigentlich was mit Experimentierfreude zu tun, wenn man Gossensprache benutzt, auch wenn es formal der Erzähler ist, der so redet - aber auch denkt? Mich nervt das jedenfalls.

Der beschissene große Bruder, der den verpennten kleinen Bruder ein Arschloch schimpft im vom Vater verlassenen Haus. Ringen um einen Neuanfang, das Ausmisten, nicht schlafen dürfen und dann doch in wirre Träume fallen, schließlich schimpft der Bruder zurück, sie können es halt beide nicht, das mit dem Anfangen, gleiche Scheiße "seit immer".

Das ist bei mir hängengeblieben, und das war einfach keine Freude zu lesen. Sorry.


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- auch ich glaube, dass die Literatur das Beste ist, was gegen das Unglück erfunden wurde -

M. V. Llosa
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Lapidar
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BeitragVerfasst am: 05.12.2016 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt der Twist am Schluss, da denkt man, der Prota ist der der trotz seiner Alpträume den kleinen Bruder unterstützt. Und am Schluss ist es der "Pennerbruder", der den in seinen Alpträumen Gefangenen rausreißt. smile

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Every Woman needs a chainsaw for a Valentine.
original: Lapidar
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"Tod am Hexenwasser"
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Oktoberkatze
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Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: für mich klar erkennbar
Motto: seh ich in anderen Texten deutlicher umgesetzt
Inhalt: nachdenklicher Text
Fazit: der Text hat mich durchaus berührt, wenn es auch leider nicht für eine Punktvergabe ausgereicht hat


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Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Guter Text, liest sich flüssig (wobei mich nicht gesetzte Anführungszeichen immer etwas bremsen). Niemandsland = Im-Haus-Brache, aber ist das wirklich ein Niemandsland? Nach dem Tod der Mutter wohl schon.
Motto ist auch drin.
Wohl in den Punkten

Liebe Grüße
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2979

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Auch dies eine Geschichte, die mir seltsam unrund erscheint. Als würde etwas Wichtiges fehlen. Ein Gespür für den Prota zum Beispiel, also eins, das er in mir weckt. Zur Not eins für seinen Bruder.
Aber hm, das klappt nicht und am Ende stehe ich seltsam ratlos da. Unberührt.
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1754
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Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Der große Bruder kehrt traumatisiert vom Einsatz zurück. Er will einen Neuanfang, er will vergessen und doch beschleicht ihn schon bei der Ankunft das Gefühl, dass er in der falschen Richtung unterwegs ist, zurück und nicht nach vorn.

Im Schlusskapitel klärt der jüngere den älteren Bruder auf, was schief gelaufen ist: Der Ältere hat immer nur das wiederholt, dem er zu entkommen versuchte, er hat auf seinen eigenen Weg verzichtet, indem er sich dem unterordnete, was zunächst die Eltern, dann der Dienstherr von ihm verlangten. Er lebte nach Befehlen, setzte sein eigenes Leben erst psychisch, dann auch physisch aufs Spiel und bleib auf der Strecke. Er lebt, ohne leben zu können.

Der verbissene Kampf der beiden Brüder bewegt. Er ist sehr direkt und nah gezeichnet und in der Sprache authentisch.

Das Niemandsland scheint mir sowohl das leere Totenhaus zu sein, als auch die Alptraumwelt, das leere Leben des Älteren. Hier liegt mehr in Trümmern, als das vom kleinen Bruder zerlegte Mobiliar.

Der "Kleine" ist nicht ins Leben hinein gewachsen, der "Große" hat sich ein eigenes Leben erst gar nicht herausgenommen. Am Schluss erst, in der Konfrontation der beiden eröffnet sich der Hauch einer Chance auf einen wirklichen Neubeginn.


Sie ist traurig diese Geschichte, sie ist voller Wut und Hoffnungslosigkeit und voll von unausgefochtenen Kämpfen. Und all das wird sehr deutlich spürbar im Handeln der Figuren und in der verwendeten Sprache.

Sie trifft und ist in sich sehr stimmig und das ist das, was mich hier überzeugt.

Vielschichtig ist sie in dem Sinne, dass sie im kleinen und im großen Trümmerfeld die Frage stellt wo der Mensch eigentlich hin will und sollte. Darunter schwebt die frage, wofür es sich lohnt, wirklich aufzubrechen. Die Art, wie dies in dieses kleine Drama eingewebt ist, überzeugt. So laut, wie der kleine Bruder das Mobiliar zerschlägt, so eigentlich leise ist diese Geschichte und so klein der Ausschnitt auf das Leben dieser beiden gesetzt ist, so groß ist das Drama, das sich hier abspielt, ganz still in diesen verwüsteten vier Wänden des Elternhauses.

Ich mag diese "kleine" Geschichte sehr. Auf alle Fälle Punkte.
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sag, ich mag deine Figuren und Themen. Würde gern einen Roman von dir lesen; vielleicht schreibst du ja mal einen.
Das Niemandsland, nun, das finde ich nicht, auch nicht nach mehrmaligem Lesen; das Motto hast du aber sehr ausdrucksstark umgesetzt. Das Ringen um den Neuanfang steigert sich von Satz zu Satz, und die Wut, die zum Schluss aus den Brüdern herausbricht rüttelt an mir, was mir sehr gefällt. Mit wütenden Figuren bin ich generell zufrieden.
Na, was machen mit einer guten Geschichte, in der die Figuren vor Lebendigkeit förmlich aus dem Blatt springen und der Inhalt so authentisch ist, dass es (im positiven Sinne) wehtut? Eigentlich sollte es Punkte geben, aber da ist die Sache mit dem fehlenden Niemandsland …

Edit: Du bekommst einen Trostpunkt, und du sollst wissen, dass du eine hohe Punktezahl kassiert hättest, wenn bei diesem Wettbewerb die Aufgabe gewesen wäre, nur das Motto umzusetzen, denn das hast du gekonnt herausgearbeitet, neben wenigen anderen mit am besten.


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Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Niemandsland im Elternhaus.
Der Anfang hat mich beim ersten Lesen in die Irre geführt, ich dachte bei "entlassen" an einen verlorenen Job und mit dieser Brille las es sich sperrig weiter.
Trauma? Psychose? Könnte von beidem etwas dabei sein. Auf jeden Fall die Hölle im Kopf. Das Immer-Neu-Anfangen ist hier zweimal versteckt, etwas zu sehr versteckt (Wohnung kündigen / Dinge zerschmettern). Aber die brüchige, hilflos-distanzierte Beziehung der Brüder finde ich ausgezeichnet eingefangen.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 09.12.2016 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Drei Jahre nach dem Tod der Mutter treffen die beiden nicht gerade vom Erfolg verwöhnten Brüder im Haus der Familie aufeinander. Ohne, dass es erwähnt wird, habe ich den Eindruck, dass sich die beiden in den letzten drei Jahren nicht gesehen haben ... und das Gefühl, dass ihre Kindheit nicht die glücklichste war. Zuerst entsteht der Eindruck, dass der jüngere Bruder, der sich treiben lässt und nach gängigen Regeln nichts auf die Reihe bekommen hat, derjenige ist, der einen Tritt in den Allerwertesten braucht um in die Pötte zu kommen. Mit der Zeit erfahre ich aber, dass der ältere Bruder mit tiefen Ängsten zu kämpfen hat, die ihn im Schlaf überfallen und dass sich sein Leben, das von Zwängen und Ritualen bestimmt ist, wohl im Kreis dreht. Das Bild mit dem blutenden Mond finde ich richtig klasse. Bei dem Ding, das er in der Hand hält und das noch raucht, dachte ich schon, er hat die Bude im Wahn abgefackelt. Die Wendung und Erkenntnis im letzten Absatz bildet eine Klammer zum Einstieg
Zitat:
und ich bewegte mich in die falsche Richtung. Zurück.


Der Text gefällt mir. Er lässt mich nachdenken. Der eine Bruder hat gar keine Strukturen mehr, lebt in den Tag hinein und erreicht wenig bis nichts. Der andere Brude lebt ein - nach allgemeiner Ansicht - geregeltes Leben, plant, setzt um, zieht nicht durch und erreicht wenig bis nichts. Wenn beide Aspekte jedoch zusammentreffen, erreichen sie sehr wohl etwas. Der jüngere fängt an, auszuräumen, WEIL der ältere einen Impuls gesetzt hat. Der ältere muss seine Regeln in Frage stellen, WEIL ihm der jüngere im Letzten Absatz seine Wahrheit um die Ohren knallt.

Umsetzung der Aufgabenstellung

Das Niemandsland ... hmmm. Gut, da ist einmal das Haus, dessen Besitzverhältnisse vielleicht nicht geklärt sind. Du schreibst es zwar nicht, aber ich gehe mal davon aus, die beiden Brüder haben es zu gleichen Teilen geerbt. Also gehört es keinem der beiden so unterschiedlichen Menschen wirklich, keiner kann darüber entscheiden. Um die Ecke gedacht gesehen geht das in die richtige Richtung. Dann ist da noch die Stelle:
Zitat:
Das klang gerade so, als hätte ich in meinem eigenen Hirn nichts zu melden. Wer denn dann?
Das Niemandsland im eigenen Hirn?

Der Neustart wird auf mehreren Eben zum Thema. Das wiederum ist ziemlich eindeutig, finde ich. Im letzten Abschnitt wird dann auch das "alles zu Brei schlagen, um neu anfangen zu können" thematisiert.

Unterhaltungsliteratur ist Dein Text definitiv nicht. Er ist mehrschichtig und hintergründig. Passt also.

Stilistisch fällt natürlich auf, dass Du einfach mal sämtliche Anführungszeichen weggelassen hast. Eigentlich mag ich dieses Stilmittel (wolltest Du damit eine Distanz zur "normalen" Unterhaltungsliteratur schaffen) nicht, aber in Deinem Text bleibt trotzdem klar, wer wann spricht und wann eine Situation beschrieben wird. Gerade im ersten Abschnitt sind mir einige Sätze aufgefallen, die für mein Empfinden so nicht passen. Der hier zum Beispiel:
Zitat:
Zerstört und übers ganze Bett ausgebreitet lag mein Bruder drin.
Insgesamt finde ich den Text aber sprachlich stark.

Meine Bewertungen gebe ich erst ab, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 696
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, nur eine Platzhalter-Zeile, um bepunkten zu können.
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Tjana
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Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir.
Zwei Brüder, einer mit einem Kriegstrauma (?).
Mal sehen, die Konkurrenz ist diesmal recht groß ...


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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weltensegler
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Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Neutraler Kommentar um werten zu können.
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rieka
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BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Rückblick und Abrechnung zweier Brüder miteinander, mit möglicherweise belastenden/beengenden Kindheits- und Familienerfahrungen. Es gibt einen Horror. Und der Protagonist ist von zuhause geflüchtet, flüchtet sich immer wieder in Neuanfänge.
Einer der Brüder, der Prota leidet an Traumata-Folgen nach Kriegseinsätzen. Afghanistan?  Er hat möglicherweise selbst Leute erschossen, zumindest Erschießungen oder Erschossene erlebt.
Der Text ist leicht und flüssig geschrieben, lebendig, hat ausreichende Bilder, um den Prota in seinem Konflikt zu spüren, regt die Fantasie stark an. Psychologisch gut erfasst, ich bin beeindruckt. Und trotz des schwierigen Metiers entsteht keine Distanz.
Der Text lüftet nach und nach das Geschehen, nach und nach zeigt sich das Bild klarer, schält sich heraus wie bei einer gehäuteten Zwiebel, ich erkenne, worum es geht, brauche aber eine ganze Weile dazu, muss den Text mehrmals lesen und muss ihn in Ruhe nachschwingen lassen. Deine Geschichte ist sehr kompakt in seinen Aussagen. Es dauerte, bis ich die Geschichte ganz erfasste.
Das wolltest du ja gerade so, vermute ich und es ist dir gelungen.  
An einigen Stellen fehlen Anführungszeichen. Absicht? Oder Vergessen?
Das Niemandsland, das metaphorische, ist verborgen. Wahrscheinlich siehst du sie in dem Abdriften, den Halluzinationen, den hochbrechenden Traumata im zweiten Teil. Kaum zu finden. Halluzinationen sind noch kein Niemandsland ., aber sie können daraus erwachsen und darauf willst du vermutlich hinaus. Das Niemandsland kommt quasi um vier Ecken. Aber dort muss ich schon hindenken.
Etwas, das häufig passiert in diesem Wettbewerb, verborgenes Niemandsland. Was aber der Brillanz der Texte, deines Textes, keinen Abbruch tut.
Zu Punkten hat’s bei der Menge an guten Texten ganz  knapp nicht gereicht.
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 13.12.2016 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko,
mir gefällt, wie die Geschichte erzählt wird. Erst nach und nach begreift man, was mit dem Protagonisten geschehen ist.
Das Thema "Niemandsland" würde ich hier mehrfach interpretieren. Einmal das Haus, in dem sein Bruder lebt. Das Elternhaus, das einem gehört, und irgendwie auch doch nicht. Die Erinnerungen, mit denen man aufgewachsen ist, die aber die Eltern gesammelt haben.
Ich denke, er war Soldat, war im Einsatz, hat immer noch damit zu kämpfen. War im Niemandsland.
Durch seine traumatischen Erfahrungen hat er keinen Ort mehr, an dem er sich zu Hause fühlt, vielleicht auch eine Art Niemandsland.

Zitat:
Deine Anfänge sind nur Neuauflagen von der gleichen Scheiße


Sehr schön.
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