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Aufräumen im Niemandsland

 
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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1147
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Aufräumen im Niemandsland eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Während sie diese Geschichte aufschreibt, fällt ihr ein, was sie noch alles zu erledigen hat. Ein Karton mit süß duftenden, lila Weintrauben, Eigenernte von einem Freund, steht immer noch in der Küche. Ein paar Reben sind noch übrig. Als sie den Deckel öffnet, steigen Fruchtfliegen auf. Ein paar leere Einweckgläser stehen etwas weiter auf der kalten Herdplatte. Eine weiße Plasttüte voller Äpfel, aufgesammelt auf einer Streuobstwiese an einem sonnigen Herbsttag, lehnt neben dem Kühlschrank. Viele von ihnen sind inzwischen faulig. Die restlichen wird sie nun aber einkochen, nimmt sie sich fest vor.

Jetzt ist Ende November. In den Fenstern der Häuser und auf den Straßen leuchten die Lichterketten und Adventssterne. Sie hätte sich gern ein paar Zweige mit Papiersternen zum ersten Advent in die Vase gestellt. Doch es wurde wieder einmal zu spät zum Einkaufen. Wo sie einmal dabei ist, fällt ihr so viel Unerledigtes ein, dass sie glatt vergisst, was sie gerade tun wollte. Sie öffnet den Deckel der Teekanne und betrachtet den darin liegenden Teebeutel. Er trägt ein Schildchen mit der Sorte „Kaminwärme Früchtetee“ und schimmert rot in der durchsichtigen Hülle. „Ist er schon benutzt oder frisch?“, fragt sie sich irritiert, während das Wasser kocht. Es gibt ihr zu denken. Im Flur stapeln sich alte Zeitungen, die sie längst durchsehen und wegbringen wollte. Mit Tantra und Yoga wollte sie auch endlich beginnen. Doch immer kommt irgendetwas dazwischen. Da nützen weder mehrfarbige Einträge im Terminkalender noch voll gekritzelte Notizblätter. Sie weiß, dass weniger oft mehr ist und sie aufräumen muss. In ihrer Wohnung und ihr Leben. Doch wann, wie und in welcher Reihenfolge… All die angesammelten, geliebten und vertrauten Dinge können nichts daran ändern, dass sie sich in letzter Zeit immer häufiger wie im Niemandsland fühlt, immer fehlt, sucht sie etwas, als wäre es nicht ihr Zuhause.
Sie will Platz schaffen für Neues, sich erleichtern, befreien von Ballast.
Aber sie weiß auch: Wenn man einmal anfängt mit Aufräumen, kann man nicht mehr aufhören. Weil alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Es setzt eine Lawine in Gang, die alles durcheinander wirbelt. Sie hat Angst, davon überrollt zu werden. Angst vor noch mehr Unordnung vor der Neuordnung.

Sie lebt schon lange allein. Seit einem halben Jahr hat sie einen Mann, den sie
beim Tango tanzen kennen lernte. Sie mag ihn und er sie auch.
Dennoch fühlt sie sich und her gerissen zwischen ihrer und seiner Welt mit ihren Wünschen, Wissen und Wollen. Kopf und Herz kommen sich oft in die Quere.
Er meint, sie stolpere durch den Tag, ohne die notwendige Selbstdisziplin, getrieben von wirklichen und eingebildeten Zwängen… Sie tauschen  regelmäßig per mail ihre Befindlichkeiten aus. „Wann findest du die Kraft,
auf ein neues Gleis umzuspuren?“, fragte er sie einmal.
Die einzige Konstante in ihrem Tagesablauf sind ihre zwei Katzen, die immer da sind, schnurrend von ihr Futter und Streicheleinheiten entgegennehmen.
Eine schwarze, gelbäugige, die bei ihr in der Wohnung lebt und ein grauschwarz gestreifter Draußenkater, um den sie sich kümmert. Sie verbringt viel Zeit am Schreibtisch und isst oft erst, wenn ihr Magen laut knurrt. Wenn sie zufällig aufschaut und ihre Katze neben ihr sitzt, fragt sie sich manchmal wie lange sie schon da sitzt. Sie mag es, wenn die Novembersonne alles in ein weiches Licht taucht, die schwarzen Umrisse der Bäume und kalte Häuserfassaden. Wenn die Dämmerung einsetzt und das Hell-Dunkel-Fließende sie in ihrem Zimmer umhüllt, fühlt sie sich geborgen. Der Mann, mit dem sie gern eine Beziehung hätte, nennt sie abwechselnd Mrs. Jekyll und Mrs. Hyde.
Sie hat ihm einmal einen Satz geschickt, an den sie sich nun wechselseitig erinnern: „Liebe ist die Fähigkeit, den Menschen, die uns wichtig sind, die Freiheit zu lassen, die sie benötigen um so sein zu können, wie sie sein wollen. Unabhängig davon, ob wir uns damit identifizieren können oder nicht.“
(G. B. Shaw, 1928/“Die Köpfe der Genies“).

Jetzt ist er zwei Wochen verreist. Er wird ihr keine e-mails oder andere Post von seiner Reise schicken. Das will er nicht in der Situation, schrieb er ihr vorher.
Zeit zum Nachdenken. Sie vermisst ihn in der Ferne.
Hinter ihrer Wut auf ihn, der ihren Aufräum-Marathon mit Argusaugen begleitet, steht die Angst, sich selbst zu verlieren. Das weiß sie jetzt. Sich öffnen für Neues… Vom Leben treiben lassen.

Am ersten Advent trifft sie sich mit ihrem Lieblingsmenschen. Ein Begriff, den sie einmal las und der ihr gefällt, für jemand, der einem weder Lebenspartner noch Verwandter aber nahe ist. Sie hatten sich wochenlang nicht gesehen. Kurz vor ihrem runden Geburtstag bekam sie eine Karte von ihm, auf der ein Käuzchen mit dunklen Augen und hell flirrendem Gefieder abgebildet ist. Ein Bild von Dürer.  
Der Freund meldete sich aus dem Krankenhaus. „Bei mir ging gar nichts mehr“, schrieb ihr Lieblingsmensch. Sie war fassungslos. Kam gerade von einem Klassentreffen in München voller Eindrücke zurück. Vor ihrer Abfahrt hatte sie ihm zwei Konzertkarten geschenkt, da sie erst später zurückkommen würde.
Er nahm sie und hatte ihr nichts von seinem Krankenhausaufenthalt erzählt. Manchmal durfte er raus. Doch ausgerechnet zu ihrem runden Geburtstag kam er nicht. Bekam keinen Ausgang. Kein e-mail. Kein Telefon. Wochen später erfuhr sie den Grund. Er hat irrationale Ängste, so die Diagnose, die ihn manchmal befallen. Beispielsweise die Angst, eine unheilbare Krankheit zu bekommen.
Im Krankenhaus sei ihm schlecht geworden von den Tabletten, Antidepressiva. Woraufhin er halb im Scherz sagte, er würde am liebsten aus dem Fenster springen. Als die Krankenschwester das hörte, schob sie sein Bett sofort ins Überwachungszimmer. Drei Tage musste er dort bleiben. Nachts wurde er mit Infrarot überwacht. Am nächsten Tag sah er die Bilder auf dem Computerschirm im Arztzimmer, wie er sich im Schlaf bewegte. Es sei nur eine Übertragung und kein Mitschnitt, sagte die Schwester. Als er einschreiten wollte gegen diesen Eingriff in seine Privatsphäre.
Sie verbringen den ersten Advent zusammen, gehen auf einen kleinen gemütlichen Weihnachtsmarkt, den Künstler und Kreative gestalteten. Unter einem Baum steht ein Karussell mit fliegenden Schwänen und Segelschiffen, auf denen Kinder ins Land ihrer Fantasie entschweben. Über dem „Schwanendreh“ steht auf einem Schild: „Entschleunigung für alle. Ein Euro.
Entschleunigt die Welt.“ Sie sitzen am Feuer, hören die fröhlichen Klänge der Musiker, sehen die Sonne hinter Bäumen tanzen und tanzende Erwachsene und Kinder. Sie trinken zusammen Kaffee, essen Kuchen und er schenkt ihr eine im Krankenhaus selbst gefertigte, kleine goldfarbene Nuss an einem roten Band. Sie wird sie an den kleinen grünen Tannenzweig hängen, den sie unterwegs auf der Straße fand und der nun in einem leeren Marmeladenglas steht. Vasen sind keine mehr frei.

Ihr Lieblingsmensch erzählt von einem 97-jährigen, dementen Mann, der mit ihm im Überwachungszimmer im Krankenhaus lag. Der einmal als er nachts auf Toilette ging, das Unterhemd von ihm als Clopapier benutzte. Die Pfleger hätten es dann gewaschen. „Das war schon okay“, sagt der Lieblingsmensch. Drei Wochen war er in der Klinik. Dort sah er auch eine Frau, sagen wir Judith, die schon seit vier Jahren im Krankenhaus lebt. Sie weinte häufig, erzählte ihm ihre ganze Lebensgeschichte und entschuldigte sich dafür, sie wolle ihn nicht mit ihrem Leid belasten. Sie war Porzellanmalerin, bis ihr gekündigt wurde, erlebte einige Schicksalsschläge in der Familie und ist angeblich auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Ihre Eltern sind beide über siebzig und bringen ihr ab und zu frische Wäsche ins Krankenhaus. Dort erst sei sie inkontinent geworden und muss jetzt Windeln tragen, eine Frau mit 49 Jahren, sagt der Lieblingsmensch. Er kann auch schwer alleine sein.  

„Wenn ein Mann eine Frau erst therapieren muss, bevor er sie lieben kann. Das ist doch sch…“, meinte ein älterer Freund, dem die Aufräumerin von ihrer Blockade erzählte. „Doch ist Liebe nicht die beste Therapie?“, fragt sie sich.
Sie denkt an die Frau, die schon so lange im Krankenhaus lebt. Auf dem Tisch zuhause stehen immer noch die unausgepackten Geburtstagsgeschenke. Sie will das schöne Papier nicht zerreißen und staunt immer wieder wie sorgsam verpackt die Geschenke sind. Der Anblick rührt sie und macht sie fast ehrfürchtig. Die Blumen sind schon beinahe welk. Sie gefallen ihr auch als Trockensträuße. Sie bringt es nicht übers Herz, sie, die ihr soviel Freude bereiteten, wegzuwerfen.
Wenn ihr Freund es schon fünf Monate mit ihr ausgehalten habe, sei das ein Geschenk, sagte eine Freundin auf ihrer Geburtstagsfeier. Ja. Jetzt will sie auch wissen, was im Geschenkpapier verborgen ist. Sie wird die Geschenke auspacken. Und mit ihm das Niemandsland neu besiedeln.

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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Eine schöne Geschichte vom Neuanfang. Weihnachtlich hoffnungsvoll.
Von der Schreibweise mir manchmal zu umständlich.
Das Thema als inneres Niemandsland ist da, das Motto, vor allem der Vergessen-Teil, kommt mir zu kurz.
Wahrscheinlich nicht in den Punkten.
Liebe Grüße
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 02.12.2016 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Leider schaffe ich es nicht alle Texte so zu kommentieren, wie ich es gerne würde.
Schöner Text. Vor allem der Anfang gefällt mir sehr gut. Zur Mitte hin hast du mich kurz verloren und es fiel mir schwer dranzubleiben, was wohl an dem Schwung zum Lieblingsmenschen lag.
Das Vergessen und neu kommt mir noch nicht ganz so raus. Und das Ende wirkt auf mich dann etwas übereilt. Trotzdem gerne lesen.

Keine Punkte, weil das in meinen Augen zwar top geschrieben ist, jedoch nichts hinterlässt.


LG,
Seraiya
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2979

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Auch das ist sprachlich nicht das Optimum. Noch dazu mit Nachlässigkeiten versehen. Oder was sollen die seltsamen Absätze? Und das Clopapier?

Ab dem Absatz mit dem Lieblingsmenschen wird es wirr. Also vor allem dieser Absatz. Was passiert jetzt wann und warum erzählt sie mir das eigentlich alles. Vor allem letzteres frage ich mich dann bis zum Schluss. Mir fehlt hier der rote Faden. Das passt zwar im Grunde ganz gut zum Niemandsland der Frau, aber tja, wenn ich mich dann frage, auf was das eigentlich hinauslaufen soll, dann nützt es auch nichts. Du sagst es mir zwar, ein heilloses Durcheinander, sie will aufräumen und am Ende fasst sie den festen Vorsatz, genau das zu tun. Daran glaube ich zwar noch nicht so recht, aber es interessiert mich leider auch nicht sonderlich, also, ob sie ihren Vorsatz in die Tat umsetzen wird. Neben dieser Aufräumsache gibst du mir zahlreiche unnötige(?) Informationen, bei denen ich mich frage, was das jetzt soll.
Trotzdem ist das ziemlich geradeaus erzählt. Was sich jetzt ein wenig widersprüchlich anhört, gerade wollte ich noch einen roten Faden, aber ich meine damit auch mehr, dass ich hier keine zweite Ebene finde, nichts hinter den Zeilen. Und das ist mir dann gerade für diesen Wettbewerb zu wenig.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5661
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag hier vor allem den Anfang. Da bin ich richtig drin in der Situation. Die Beschreibung hat Drive, seltsamerweise gerade dort.

Dann wird der Text langsamer. Ich verstehe, dass die Situation der 49-jährigen ihr zu Denken gibt. Sie wahrscheinlich gerade ein Jahr alter geworden als diese. Aber der Schluss ist für mich trotzdem nicht überzeugend.

Thema und Vorgaben sehe ich verwirklicht.

Niemandsland ist mir zu Beginn in ihrer Wohnung/Befindlichkeit veranschaulicht.

Weiter taucht es hier auf:

"Dennoch fühlt sie sich und her gerissen zwischen ihrer und seiner Welt "

Ich sehe durchaus Mehrschichtigkeit in der Art, wie eine Entwicklung hier erzählt wird.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ein schöner, stimmungsvoller Anfang, diese Gedankenverlorene, das mag ich.

Aber dann wird es leider etwas dröge. Er schreibt keine E-Mails. Dann der Lieblingsmensch, dann Krankenhausgeschichten. Da hängt es mich ab. Der Bezug zum Thema am Schluss kommt etwas gezwungen.

Schade eigentlich, denn anfangs, wie gesagt, weckte es mein Interesse, ich mochte mich einlassen auf den Erzählfluss.


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- auch ich glaube, dass die Literatur das Beste ist, was gegen das Unglück erfunden wurde -

M. V. Llosa
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2914
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Schreibt die Prota am Anfang auch am Ende noch anderselben Geschichte?
Trauben und Äpfel fürs Einmachen Ende November? Glaub ich eher nicht.

Jedenfalls scheint es so ne Art Spirale einer Messi zu sein und wenn ich das für mich interpretiere, dann nimmt sie sich immer was vor und kriegt es nicht hin.


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original: Lapidar
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

ein wirrer Beitrag. Ich vermisse eine rote Linie. Der Text ist zerfahren und mMn noch sehr unterentwickelt. Viel blabla über andere Dinge, die sich zu prominent in den Text mischen, aber die Prota und ihre Beziehung zum Lieblingsmenschen, was eigentlich erzählt und vertieft werden könnte, bleibt für mich weit hinter seinen Möglichkeiten. Sprachlich leider wenig überzeugend, um mein Interesse zu wecken, sehe ich die Themenvorgabe, wenn, dann leicht angedeutet. Zu wenig, um mich zu überzeugen.

Es tut mir leid, du hast es nicht in meine Top Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: sehe ich eigentlich nur in der Überschrift
Motto: sehe ich bei anderen Texten deutlicher umgesetzt
Inhalt: melancholischer Text, wirkt auf mich etwas depressiv
Fazit: vielleicht liegt es an mir, aber ich bin mit dem Text nicht wirklich warm geworden Embarassed


_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Dmitrij
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 81
Wohnort: von der Zivilisation abgeschnitten in Wien-Umgebung


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 00:33    Titel: Re: Aufräumen im Niemandsland Antworten mit Zitat

Ich schätze sehr deine Beobachtungsgabe und die Liebe zu Detail
Zitat:
Ein paar Reben sind noch übrig. Als sie den Deckel öffnet, steigen Fruchtfliegen auf. Ein paar leere Einweckgläser stehen etwas weiter auf der kalten Herdplatte.

Einerseits genieße ich solche Sätze. Andererseits verliere ich mich in vielen überflüssigen Einzelheiten.  

Zitat:
Der Freund meldete sich aus dem Krankenhaus. „Bei mir ging gar nichts mehr“, schrieb ihr Lieblingsmensch. Sie war fassungslos. Kam gerade von einem Klassentreffen in München voller Eindrücke zurück. Vor ihrer Abfahrt hatte sie ihm zwei Konzertkarten geschenkt, da sie erst später zurückkommen würde.


Dein Schreibstil gefehlt mir sehr, die Handlung jedoch wirkt mit unnötigen Informationen überladen. Dadurch entgeht dem Leser das eigentliche Thema.

Leider, nur zwei Punkte von mir.

Liebe Grüße,
Dmitrij


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Selbst wenn du ein überzeugter Optimist bist, unterschätze niemals all die pessimistisch denkenden Menschen;-)
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko,
das ist für mich ein Text, der noch einige Kürzungen vertragen könnte. Am Anfang finde ich ihn ganz gut, aber dann verliert er sich. Der Lieblingsmensch ist jetzt nicht der Mann, den die Protagonistin beim Tanzen kennengelernt hat, oder?
Dieses Niemandsland in sich selbst, finde ich interessant. Die Prota will am Ende einen Neuanfang starten.
Das Thema finde ich demnach umgesetzt, allerdings grüble ich, ob mir die Umsetzung des Textes reicht, um Punkte zu vergeben.
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1141
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich gebe zu, ich hatte Mühe die Geschichte zu Ende zu lesen. Der Anfang klingt noch vielversprechend, da erzeugst du gute Bilder/Atmosphäre, aber dann verliert sich deine Erzählerin in ellenlange Erklärungen, die durch die Erzählart, dann auch schnell belanglos wirken (obwohl sie so bestimmt nicht gemeint sind). Es werden viele Themen angesprochen, zunächst „Ballast abwerfen“, Neuanfang usw., was aber dann nicht weiter thematisiert wird, es folgt die nächste Szene mit dem Mann, mit dem sie offensichtlich nicht ganz so glücklich ist. Die Katzen, der Lieblingsmensch, dessen Krankenhausaufenthalt. Das alles wirkt zusammenhangslos eingestreut und enthält leider nicht die Substanz, die ich mir wünsche. Hier wäre weniger mehr gewesen. Das Thema „Ballast abwerfen“ hätte ausgereicht, ein spürbar machen des Neuanfangs, oder das Ringen darum, neu anfangen zu wollen und dann doch immer wieder zu scheitern. So finde ich hier mehrere Geschichten in einer, was dazu führt, dass ich kaum zum eigentlichen Thema vordringen kann. Wo wir beim nächsten Punkt wären: Wo ist das Niemandsland? Du schreibst anfangs:

Zitat:
All die angesammelten, geliebten und vertrauten Dinge können nichts daran ändern, dass sie sich in letzter Zeit immer häufiger wie im Niemandsland fühlt, immer fehlt, sucht sie etwas, als wäre es nicht ihr Zuhause.
Sie will Platz schaffen für Neues, sich erleichtern, befreien von Ballast.


Im Titel wird das Wort auch erwähnt und im letzten Satz ebenfalls, aber so richtig durchdringen tut der Begriff die Geschichte nicht. Er wird nicht erlebbar, könnte durch einen anderen ersetzt werden (sie fühlte sich haltlos, sie fühlte sich erschlagen von den Dingen, die sie zu erledigen hatte, sie fühlte sich wie ein Blatt, das vom Wind davongetragen wurde).
Das ist mir zu wenig. Mit dem Motto geht es mir ähnlich, ansatzweise ist es da, aber richtig "spüren" tue ich es nicht.  

Da ist viel guter Wille, das sehe ich, aber als besonders griffig empfinde ich diese Geschichte noch nicht.
Keine Punkte.


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bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1439
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
von der Vorgabe, immer wieder neu anfangen, kann ich im Text nichts finden. Hier geht es um einen (eventuellen) Neuanfang, mehr nicht. Die anderen Personen sind gut geschildert und ihre Schicksale nachvollziehbar. Trotzdem ist mir vieles einfach zu erklärend erzählt.

richtig gestolpert bin ich hier:
Zitat:
Nachts wurde er mit Infrarot überwacht. Am nächsten Tag sah er die Bilder auf dem Computerschirm im Arztzimmer, wie er sich im Schlaf bewegte. Es sei nur eine Übertragung und kein Mitschnitt, sagte die Schwester. Als er einschreiten wollte gegen diesen Eingriff in seine Privatsphäre.
Wie kann das eine Live-Übertragung sein, wenn er sich selbst auf den Bildern sieht? Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Falls er damit andeuten will, dass die Schwestern ihn im Krankenhaus für dumm verkauften, sollte das emotionaler rüberkommen.  So plätschert es irgendwie nur so dahin.

Das mit dem Dahinplätschern geht mir bei der ganzen Geschichte so, ich finde sie zwar auch nicht schlecht und sie ließ sich gut lesen, aber sie berührt mich auch nicht sonderlich.  Ich kriege keinen Draht zu den Protagonisten und ihren Lebenswelten, was aber durchaus auch an mir liegen kann.

Da mich andere Geschichten mehr erreicht haben, habe ich für deine leider keine Punkte mehr übrig. Aber das ist subjektiv.


Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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(Phil Orani)
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 06.12.2016 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Frau - ich komme nicht darauf, warum sie auf mich wie eine beinahe demente alte Dame wirkt - denkt und tüddelt so vor sich hinund kreist um die Frage, ob sie es mit dem neuen Bekannten wagen soll oder nicht. Das ist ein wenig unspektakulär und sicherlich nicht weltbewegend. Als Niemandsland wird ihre eigene Leere, ihr leeres Leben bezeichnet, das sie am Ende mit einem Ja zu diesem Mann neu besiedeln, neu beleben will.

Als Lehrstück dient ihr hierzu die Erzählung über alte Leutchen im Krankehnhaus und ein ominöser Lieblingsmensch. Und ich mag allzu pingelig sein, aber dieser Begriff, der haut mich raus aus der Geschichte. Es gibt auch noch ein paar weitere Formulierungen - Versatzstücke, die mich eher ärgern als atmosphärisch erreichen, wie zB.:" ... gehen auf einen kleinen gemütlichen Weihnachtsmarkt, den Künstler und Kreative gestalteten. Unter einem Baum steht ein Karussell mit fliegenden Schwänen und Segelschiffen, auf denen Kinder ins Land ihrer Fantasie entschweben. Über dem „Schwanendreh“ steht auf einem Schild: „Entschleunigung für alle."

Dabei beginnt die Geschichte eigentlich schön unaufgeregt und eigentlich auch handwerklich schön und sorgfältig geschildert. Die aufsteigenden Fruchtfliegen, das nette Durcheinander, es scheint um eine sympathische, etwas schusselige Dame zu gehen. Ich stolpere über Yoga und Tantra, weil beides nicht in das Bild passt, das bis hierhin in meinem Kopf entstanden ist.

Worum geht es also? Um das Aufräumen. Über viele Abschnitte hinweg Und um ihre Entscheidung. Der ins Auge gefasste Zukünftige scheint mir dabei nicht wirklich sympathisch zu sein, bezeichnet sie als Mrs. Jekyll & Hyde, sie antwortet ihm brav mit einem sinnigen Shaw-Zitat über die Liebe.

Insgesamt ist für mich hier zu wenig in sich stimmig. Die Katzen tauchen auf und haben nicht wirklich eine Bedeutung. es gibt den Lieblingsmenschen, einen älteren Freund und den Tangotänzer. Dann den 97jährigen im Krankenhaus. Alles das zeigt sich mir im Grunde wirklich als ein Durcheinander, doch dieses ist nicht das, was die Protagonistin aufzuräumen beginnt, sondern ihre eigene Unschlüssigkeit.

Mich hinterlässt das eher irritiert und nicht überzeugt von Text, Umsetzung der Aufgabe und letztlich nicht von den Figuren.
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 07.12.2016 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Einstieg, detailliert beobachtet. Ein paar Schlampigkeiten sind reingerutscht, überflüssige Adjektive, "ein"-Wiederholungen, aber das Bild steht.
Dann beginnt für mich der Text an zu mäandern, genau wie seine Protagonistin. Ein Treffen hier, eine Erinnerung dort ... irgendwie unaufgeräumt. Wenn das Absicht war, ist es gut gelungen.
Der letzte Absatz wirft mich etwas raus. Zum einen die etwas gestelzte Ausdrucksweise der Hauptfigur, zum anderen der für mich zu abrupte Schwenk zum "Jetzt räume ich auf". Tut sie vermutlich wieder nicht, aber eine Andeutung genau dessen, ein feiner Riss in der Zuversicht hätte dem Ende gut getan.
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Municat
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber unbekannter Autor smile

in Deinem Text begleiten wir eine liebenswert-unsicher-chaotische Messie-Natur, die immer wieder daran gescheitert ist, in ihrem Leben und ihrer Wohnung - die sie als Niemandsland bezeichnet - Ordnung zu schaffen ... unter anderem, weil sie sich vor den Veränderungen, die ien Neustart mit sich bringt, fürchtet.

Zitat:
Angst vor noch mehr Unordnung vor der Neuordnung.
Diese Vorahnung bewahrheitet sich dann, als sie festellt, dass ihr Lieblingsmensch, den sie immer für stabil gehalten hat, mit weitaus heftigeren Ängsten zu kämpfen hat als sie selbst. Auch diese Ängste eines Menschen, der "nur" einige Wochen in der Klinik verbringt, wird wieder in Bezug gesetzt zum Schicksal zweier Menschen, die weniger Aussicht auf einen Neustart haben als der Lieblingsmensch.

Erst als sie erkennt, dass ihr persönlicher Berg an Schrott und Neurosen (frei nach Silbermond ^^)im Vergleich zu den Sorgen anderer Menschen vergleichsweise niedrig ist, beschließt sie, die Geschenke auszupacken und ihr Niemandsland zu besiedeln.

Zus Umsetzung der Aufgabenstellung

Die eigene Wohnung wird zum Niemandsland, weil die Bewohnerin sich nicht mehr Zuhause fühlt an dem Ort, an dem sie immer öfter nach Dingen suchen muss, die sie nicht mehr findet. Parallelen dazu gibt es natürlich in ihren Gedanken und Wünschen. Okay, eine übertragene Interpretation war ja erlaubt und gewünscht.

Das immer wieder neu anfangen ... hmmm ... also einen echten Neustart wagt sie nur ganz am Ende. Im ersten Absatz beschreibst Du, dass sie nie bei einem Gedanken bleiben kann, dass sie das, was sie vorhatte, sofort wieder vergisst, wenn ihr etwas anderes in den Sinn kommt. Das ist dann also die unproduktive Kehrseite der Idee des immer wieder neu: das nichts richtig fertig.

Die Abgrenzung zur üblichen Unterhaltungsliteratur sehe ich schon, auch wenn die Erzählweise im Vergleich zu anderen Beiträgen hier ziemlich linear bleibt. Dein Text ist weder ein Roman, noch eine klassische Kurzgeschichte - die Inhalte sind ernsthaft.

Stilistisch sind mir nur ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die den Lesefluss gestört haben. Einige Zeilenumbrüche sind mitten im Satz angelegt. An den Stellen habe ich mich gefragt, ob sie besonders bedeutsam sind, aber keinen Grund dafür gefunden. Dann sind mir noch ein paar holprige Stellen aufgefallen wie
Zitat:
In ihrer Wohnung und ihr Leben.
oder
Zitat:
immer fehlt, sucht sie etwas, als wäre es nicht ihr Zuhause.

In dem Absatz, in dem die Patienten aus der Klinik vorgestellt werden, war mir beim ersten Lesedurchlauf nicht immer ganz klar, von wem nu die Rede ist.

Die Thematik, die Du ansprichst, betrifft sehr viele von uns (in mehr oder weniger ausgeprägter Form).

Meine Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Beiträge kommentiert habe.


_________________
Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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holg
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Beiträge: 1406
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

verhaltene Messie-Romanze, in der zwar immer wieder angefangen, aber nichts zu Ende gebracht wird. So richtig vergessen auch nicht, außer etwas fertig zu machen. Ab der ersten Erwähnung des Lieblingsmenschen scheint die Geschichte eine andere zu sein. Ich lese einige Therapiesprüche, aber nichts tieferes. Zum Niemandsland fehlt mir ein Wegweiser.

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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Ithanea
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Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Gut die Hälfte ist mir dieser Text viel zu erklärend, hintenraus wird er aber immer besser, als hättest du dich eingeschrieben.
Der erste Absatz stimmt noch schön in das Herbstliche ein, die beiden folgenden Absätze sind m.E. viel zu ausufernd, wiederholend und erklärend. Dass sie uneins mit sich selbst ist, vieles wollte, oder denkt sie müsste, nichts/wenig davon schafft, dass sie ihr Leben aufräumen und klarkriegen will, dass sie darüber aber nicht am Verzweifeln ist, sondern irgendwie durch den Tag wabert, mit Lichtern, Stimmungen und Deko, eher mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf als kurz vorm Ausrasten. Das alles wird bereits in den ersten Sätzen klar, daher empfinde ich das Drehen und Wenden mit anderen Beispielen, die genaue Benennung
Zitat:
Dennoch fühlt sie sich und her gerissen zwischen ihrer und seiner Welt mit ihren Wünschen, Wissen und Wollen. Kopf und Herz kommen sich oft in die Quere.

Zitat:
nennt sie abwechselnd Mrs. Jekyll und Mrs. Hyde.

etc. als zuviel.

Der Absatz mit dem Lieblingsmensch (ich bin mir nicht sicher, wie lang das noch geht, also sich dieses Wort leihen, denn es ist halt doch schon ganz schön overused) gefällt mir dann schon viel besser. Langsamer einsteigend, viel über die Bilder/das Kunsthandwerk transportierend. Die selbst gemachte Nuss haut bei mir rein, weil ich die Tragik solcher, in einer der schlimmsten Zeiten des Lebens an einem Ort, an dem man nicht sein müsste, wenn man es hätte anders machen können, gefertigter Geschenke, denen man manchmal meint ansehen zu können, wie sich der Bastelnde manche Stunden am Gefriemel an so einem blöden Bastelkram festgehalten hat, wenn alles andere viel zu schwierig war zum Festhalten, ziemlich spüren kann.

Die letzten beiden Absätze versteh ich nicht so richtig. Ich weiß nicht, wozu es noch die weiteren Psychiatriebeispiele braucht (man könnte den Verdacht kriegen, sie sollen einfach nur die Dramatik verschärfen) und ich komm nicht mit, was in der Geburtstagsgeschenkeszene passiert.

Leider nicht bei meinen Punkten dabei.


_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 10.12.2016 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Geschichte über die Schwierigkeiten, einen Neuanfang zu finden. Immer kommt etwas dazwischen, sogar viel zu viele Gedanken, Erinnerungen, Zweifel.
Ich erkenne die Umsetzung der Vorgaben, doch im Vergleich mit anderen Texten fasziniert mich dieser nicht so sehr.


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Jenni
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Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Frau will in ihrem Haus und ihrem Leben aufräumen um neu anzufangen, das im Sinne einer neuen Beziehung. Das kann man mit gutem Willen als Erfüllung von Thema und Vorgabe auffassen. Aber dann. Sie nimmt mich nicht mit, diese Frau, interessiert mich nicht. Sie ist so klischeehaft einsam mit ihrem Chaos und ihren Katzen, und ihre Gedanken sind so süßlich bedeutungsschwer und Facebook-philosophisch und ... wenig eigen.
Hat mich nicht überzeugt.
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weltensegler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Mit deinem Text werde ich leider nicht richtig warm. Vielleicht würde mir die Geschichte aus der Perspektive einer Ich-Erzählerin besser gefallen, mich ihre Situation dann stärker berühren.

Mir fehlt auch: "Alles, was man weiß vergessen. Immer neu loslegen wie neu." Ihr Entschluß einen Neuanfang zu wagen, bedeutet ja nicht, dass alles neu wird. Vielmehr kann ihre Situation sich nur durch einen langsamen Genesungsprozess verbessern, gerade das macht ja psychische Erkrankungen so schwer für alle Beteiligten...
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Anschauliche Beschreibung des Neben-sich-stehens (Depression/ Niemandlandes)   und das in mehreren Facetten und an der Darstellung mehrerer Personen. Anschauliche Beschreibung der Protagonistin, die sich anschickt (oder fantasiere ich da was vorweg?), eine sie lähmende Beziehung zu hinterfragen und aus ihrer Stagnation herauszutreten,.
Detaillierte realistische Ausmalung dieser Zustände und der Klinikszenerie. Lebendiger Wechsel vom persönlichem Erleben und der Darstellung äußeren Geschehens.
Sehr viel, für mein Empfinden ein wenig zu viel, zwar richtige, Information über das äußere Geschehen. Reichlich schöne Symbolik. Dadurch erfahre ich viel, steige aber mit meinem Empfinden trotzdem nicht so tief ein, wie die gesamte Szenerie es eigentlich hergibt. Anders ausgedrückt, der Blick auf das Außen reißt mich aus dem Mitgehen mit dem Innenleben der Protagonistin raus.
 Allerdings spielt hier bei mir sicher auch die Menge der angebotenen Texte des Wettbewerbs eine Rolle, dafür kann die Geschichte nichts. Möglicherweise geht es mit hier wieder wie so oft. Einzelnen Feinheiten, die stärker binden, erschließen sich mir erst nach ein wenig mehr Ruhe und Zeit. Also dummerweise nach dem Wettbewerb.
Auch die ausgewählte Schreibform, also der Blick von außen auf die aktuell erlebende Prota, schafft für mich eine leichte Distanz. Das erlebe ich deutlich im ersten Satz.
Zitat:
Während sie diese Geschichte aufschreibt, fällt ihr ein, was sie noch alles zu erledigen hat.
Vielleicht wäre das an sich bedrängende innere Geschehen aus der Sicht der selbst Erlebenden intensiver zu mir rübergekommen.
Ein paar zusätzliche Kommas würden den Text klarer strukturieren. Ein wenig Feinschliff könnte die Geschichte noch wirksamer herausholen. Die Idee finde ich sehr gut.
Für Punkte hat es nicht gereicht, was nichts Negatives bedeutet, meine ich jedenfalls, zwischen diesen vielen tollen Texten.
0 Punkte
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