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Und wenn ich Schnee bin

 
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Und wenn ich Schnee bin eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und wenn ich Schnee bin

Bald wird es vorbei sein mit dem kleinen Brachland, das an meinen Garten grenzt. Es gehört jemandem, aber noch ist der weit weg und kümmert sich um nichts. Solange ist es Niemandsland, nicht groß, aber mit einer hohen Kiefer in der Mitte, die ich vom Fenster aus sehe und die mir gewissermaßen ans Herz gewachsen ist, mitsamt der Elstern, Eichelhäher und Eichhörnchen, die sich dort zu tummeln pflegen. Wenn es stürmt, sieht es aus, als würde der ganze Baum tanzen, manchmal schwankt er bedrohlich und ich fürchte, er könne abknicken. Aber ich liebe den Sturm; er deckt den Lärm zu, indem er lärmt. Er ist Bewegung, Tosen, Rauschen -  ist es nicht der Rausch, der uns vergessen lässt, wer wir sind, und den wir immer wieder suchen, ohne uns erklären zu können, warum wir das tun?
Jede Menge Totholz liegt hinter der niedrigen Mauer, an dem mein Grundstück endet; manchmal werfe ich selbst Zweige hinüber, es stört ja keinen. Wenn man still ist, hört man, dass es überall knackt und knistert. Im Frühling ist der weiche Boden übersät von Schneeglöckchen  und Krokussen, die später verschwunden sind. Wo sind die Schneeglöckchen im Sommer? Vielleicht haben wir eine falsche Vorstellung von Schneeglöckchen. Das Herz sind ihre Zwiebeln, die sind unter der Erde. Wir sehen sie nicht und verstehen sie nicht, es sei denn, es ist unser Beruf, Blumen zu verstehen. Blumenversteher. Klingt schön. Aber was, wenn es uns aufsaugte, Blumen verstehen zu wollen, wenn wir am Waldboden lägen und das Ohr auf den Boden legten, lauschten nach den Zwiebeln und versuchten, ihre Botschaften zu deuten? Wenn es dann nicht gelänge und uns doch nicht losließe und wir dort am Boden frören?
Lauschen und suchen: Welch ein Glück. Sich selbst vergessen, sich verlieren, auflösen. Zwiebel sein oder Vogel, Baum oder Stein. Wir haben die alberne Vorstellung, der Vogel, der dort oben flöge, sei frei, der Baum sei von edlem Gemüt und stehe, wenngleich verwurzelt und unbeweglich, über den Dingen; es sind so schöne Bilder, dass wir sie in unser Herz einschließen; ein Bild muss nicht wahr sein. Getragen werden, wenn ich die Arme ausbreite, Raum um mich, der mir gehört, weil er niemandem gehört; es ist nicht wichtig, wo Mauern sind, wenn man darüber schwebt.
Vogelnester, Höhlen, Unterschlupf. Man muss danach Ausschau halten, denn alles ist gut verborgen. War ich deshalb so gern dort drüben, heimlich, wenn mich keiner sah? Die dunkle Jacke, der Baumstumpf: Ich saß und versuchte, Stumpf zu sein. Dickfellig sein, wie von Moos überzogen, und auch die Pilze dürfen sich von mir ernähren, es macht mir nichts aus. Ich legte in Gedanken eine Liste an von den Dingen, die mir nichts ausmachen, es tröstete mich ein wenig, dann ging ich wieder ins Haus.
Oder ich kletterte auf die verwachsene Kastanie, deren tiefer Ast auf mein Grundstück ragt, an dem man sich leicht hinaufschwingen kann. Ich lehne am Stamm, bin verborgen vom Laub. Ich sehe, werde aber nicht gesehen. So ist es richtig. Kein Boden unter den Füßen, kein Grund, kein Verpflichtetsein.
Im Blauen die Flugzeuge. Von dort oben sieht alles hier unten niedlich und harmlos aus, man schaut hinunter und findet es schön, überhört das Dröhnen der Motoren und denkt nicht an die langen Kondensstreifen und den Lärm, der den Himmel verkratzt wie eine alte Schallplatte.
Der Lärm, der den Himmel zerreißt, macht mich zornig. Zorn kann sehr leise sein, machtlos, klein, eine Zwiebel im Herzen, bedenke, die Zwiebeln der Schneeglöckchen sind giftig. Die Menschen, die freundlich dreinschauen und einen schönen Abend wünschen, können in ihrer Seele vergiftet sein vom Hass. Denke daran, wenn wir uns begegnen. Wenn man den Hass und die Verachtung, die Wut und die unterdrückten Gewalttaten einsammeln wollte von allen Menschen, wie viel käme da zusammen, jenseits von dem, der ohnehin schon offenliegt? Wir helfen einander, zu vergessen und zu betäuben, zu zerstreuen und wegzusehen, und wenn alles gut geht, sitzen wir wie im Orchester und sind ein Teil des Ganzen, alles klingt und schwingt und es scheint Liebe zwischen ihnen zu sein, der einzige Kitt, der uns zusammenhält, aber es stand nicht im Handbuch, dass sie schwankt, uns unfrei macht und zerstören kann.
Kein Wasser. Wasser wirft dir dein Bild zurück, erinnert dich daran, dass das Abhängen der Spiegel nichts als Selbsttäuschung ist, aber Selbsttäuschung lässt dich überleben; Menschen, die sich selbst zu klar sehen, werden krank, und Menschen, die die anderen zu klar sehen, leben gefährlich. Also vergessen und verdrängen, beiseitedrücken, wegschauen, nichtdrandenken, verhüllen, verklären, beschwichtigen, verniedlichen, es geht schon.
Im Herbst ein Laubbaum sein. Wirf deine Blätter ab, sie gelten nicht mehr und ein Archiv gibt es nicht. Wenn all das weg wäre: Die Gedanken, die an mir kleben und mich besetzen, der Ärger, der sich immer wieder vordrängt, die Selbstverurteilungen, die Aufgaben auf der Liste, die wie Bleigewichte drücken und beschweren, die Lähmung der unerledigten Anrufe und der versäumten Wohltaten, war es nicht erst gestern, als du nicht geholfen hast, obwohl du hättest helfen können, ohne dir etwas zu vergeben, einfach nur ein wenig deines Reichtums abgeben, du spürst es doch kaum?
Warum kann man nicht aussteigen, so wie man abends seine Kleider ablegt: Aussteigen aus der Eitelkeit, der Abhängigkeit von der Meinung anderer, die mehr schwankt als die Kiefer im Sturm, die doch wenigstens eine Wurzel hat, und dann die Gier, die sinnlose Wut, die zu nichts führt, solange wir nicht zu handeln bereit sind, aber das Handeln schmerzt wie das Denken.
Doch, wir tun.  Was tun wir alles für ein „gut gemacht“ – was sind wir bereit, von uns aufzugeben, damit uns andere applaudieren. Es betäubt und berauscht und bringt die Selbstvorwürfe zum Schweigen, das immerzu dröhnende Schimpfen von mir auf mich und mich und mich. Vor dem Einschlafen befinde ich mich in einer engen Röhre, die mich zum Erdmittelpunkt befördert. Sie ist endlos und schnell, ohne Schmerz, ohne Bedauern. Das liegt daran, dass ich diese Reise nicht überlebe.
Die Worte kleben an mir. Die Worte, die andere sagen, und die Worte, die ich selbst sage, und dann rotieren Worte in meinem Hirn, die ich nicht hören will und die ich doch immer höre. Wörter sind wie die Sporen der Pilze, sie werden Gedanken, pflanzen sich fort, können alles überwuchern und ersticken, was zart war und sich entwickeln wollte. Wenn ich selbst etwas sage, verrate ich mich, und das möchte ich nicht. Sehen und nicht gesehen werden, vielleicht. Ich möchte nicht, dass sie wissen. Und ich? Weiß ich?
Du weißt etwas, was andere nicht wissen: Das ist dein Beruf. Du kannst nicht, was andere können: Auch das ist dein Beruf. Tun, was andere nicht tun, und dabei all das nicht tun können, das in den Tag dann nicht mehr hereinpasst.
Im Winter ist alles kahl und die Farbe scheint aus der Welt gewischt. Nur die Kiefer trägt ihre Nadeln weiter; sie steht unverdrossen und scheint zu lächeln über die leergefegte Kastanie, über die schmalen Birken, die dürren Haselsträucher. Dann die Morgen, an denen plötzlich alles weiß ist, zugedeckt, verborgen und sehr ruhig: Man hört das Kratzen an Autoscheiben, sieht den Rauch aus den Kaminen aufsteigen und hat für einen Moment das Gefühl, die Welt stünde still. Ich möchte keine Spuren in den Schnee treten, er gibt mir für einen Moment den Traum der Unversehrtheit, und wir stehen und schauen und stellen uns Unschuld vor. Aber wir hinterlassen überall Spuren, greifen ein, zerstören und können nicht anders.
Und wenn ich Schnee bin? Ich verteile mich, zerriesele, zerschmelze, lasse mich fortschieben und bleibe doch, türme mich, verschmutze und zerfließe schließlich und mache mich auf den Weg zum Meer, Wasser, ja, ich wollte kein Wasser, aber Wasser sehen und Wasser sein ist zweierlei.
Ich käme wieder, auch wenn ich Schnee wäre und zerfließen würde. Wir kommen immer wieder, wir können nicht anders, wir wollen wie die kleinen Kinder alles noch einmal machen, was uns gefallen hat, und, weil wir nicht unterscheiden können, auch das, was uns nicht gefallen hat. Wir müssen das Neuanfangen nicht üben, es fängt uns neu an, und alles wächst nach, hat nur geschlummert als Zwiebel unter der Erde.
Und dann stellen wir fest, was wir versäumt haben, nämlich fast alles. Kurz vor dem Aufwachen träumte ich zwei Sätze: Warum bist du nicht im Meer gewesen? Nun ist der Urlaub vorbei. Ist das so? Du steigst in den Flieger, der dir keine Freiheit gibt, sondern Knast ist wie alles andere, du steigst in den Himmel auf, den du verkratzt, du denkst nicht darüber nach oder denkst, das gehört so, und wenn du landest, ist alles wie immer. Hättest du dich genauso entschieden, wenn man dir vorher das Handbuch gegeben hätte? Oder hätte das keinen Unterschied gemacht, weil du das Handbuch nicht gelesen hättest? Wir wollen die Handbücher nicht lesen, sie sind zu dick und zu mühsam und stören uns in unseren Irrtümern auf –
Der, der weit weg war, wird sein Grundstück verkaufen, und es wird ein Paar kommen, in der Familiengründung begriffen, statt des Eichhörnchens wird einer der Baumfäller die Kiefer nach oben klettern, sie wird nach und nach von oben gefällt, um dem Eigenheim Platz zu machen, und statt auf Totholz werde ich auf einen englischen Rasen blicken, in dem im Sommer ein kleiner Pool steht. Kinder werden unter dem Strahl eines Gartenschlauchs kreischen, abends wird gegrillt, und am Vormittag fährt der Staubsauger über den Wohnzimmerteppich; die gläsernen Terrassentüren sind weit geöffnet. Putzt die Scheiben nicht zu gründlich; die Vögel halten sie sonst für den Himmel und brechen sich beim Anfliegen das Genick.

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gold
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

der Beginn deines Beitrags gefällt mir sehr gut. Dieses Verhältnis und Verständnis zur und von Natur, damit hast du mich. Auch zum Teil mit den moralphilosophischen Gedanken. Im letzten Textdrittel, hingegen, kippt meine Aufmerksamkeit. Es sind mir zu viele philosophische Gedanken, was ich sehr schade finde, weil ich am Anfang meiner Beschäftgung von deinem Text absolut gefangen war. Der Schluss stellt für mich einen gewaltigen Kontrapunkt dar und ist für meinen Geschmack zu krass, ja fast ein Stilbruch,
der weh tut. Falls du das beabsichtigt hast, ist es dir auf jeden Fall gelungen. Was dir auch gelungen ist, ist die Umsetzung des Mottos.
Zitat:
Doch, wir tun.  Was tun wir alles für ein „gut gemacht“ – was sind wir bereit, von uns aufzugeben, damit uns andere applaudieren. Es betäubt und berauscht und bringt die Selbstvorwürfe zum Schweigen, das immerzu dröhnende Schimpfen von mir auf mich und mich und mich.


So ist mein Applaus ein gedämpfter. Hoffe aber doch, dass die Folgen des leiser formulierten Gut-Gemacht genauso auftreten, wie wenn ich tosend applaudiert hätte. Wink

Liebe Grüße
gold


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es sind die Krähen
die zetern
in wogenden Zedern

Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Das geht nicht an mich. Zum einen finde ich das sprachlich noch nicht ganz ausgefeilt, das fängt im zweiten Satz schon an
Zitat:
Es gehört jemandem, aber noch ist der weit weg

dieses der finde ich sehr holprig. Der nächste Satz dann ebenfalls mit einem aber - auch nicht schön.

Dann sind mir das mal wieder zu viele Fragen, also direkte Fragen. Damit kriegst du mich gar nicht, das geht mir eher auf die Nerven. Überhaupt kriegst du mich nicht, weil das viel Gefrage ist und wenig (für mich Neues) dahinter. Die eigentliche Figur, mit der komme ich erst hier
Zitat:
Ich legte in Gedanken eine Liste an von den Dingen, die mir nichts ausmachen, es tröstete mich ein wenig, dann ging ich wieder ins Haus.

so richtig in Kontakt, reichlich spät also, zu spät für mich. Wobei die Figur ja eigentlich nur Staffage ist. Was ich auch nicht mag.

Darüber dann noch ein Wir
Zitat:
Wir haben die alberne Vorstellung, der Vogel, der dort oben flöge, sei frei,

das nervt mich auch, weil du mich in ein Wir einschließt, dem ich mich nicht zugehörig fühle.

Zwischendurch wiederum schöne Bilder, die mag ich, der zerkratzte Himmel, beispielsweise.

Dann aber wieder direkte Fragen, noch dazu willst du mir die Welt erklären. Ich lasse mir aber nicht gern die Welt erklären.

Den Schlusssatz mag ich dann auch wieder. Aber insgesamt ist das leider nicht meins.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
das verwilderte Nachbargrundstück als Niemandsland und Auslöser einer philosophischen Reflektion über das Menschsein an sich. Nette Idee, die auch den Vorgaben gerecht wird. Einige der Gedankengänge sind interessant, andere finde ich eher trivial. Einen weiteren philosophischen Erknenntnisgewinn für mich habe ich in deinem Text nicht finden können, was aber nichts macht (hab immerhin ein paar Semester Philosophie studiert), denn ich hab ihn trotzdem gerne gelesen. Mal sehen, ob es am Ende für Punkte reicht.



Edit: Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: leider nicht in meine Top Ten geschafft und von daher keine Punkte. Was aber nicht heißt, dass dich die Geschichte jetzt schlecht fand, eigentlich habe ich alle gerne gelesen. Aber da man nur zehn bepunkten kann, muss der Rest eben leer ausgehen, auch wenn's schwer fällt.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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MoL
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Beiträge: 960
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

5 Punkte von mir, lieber Verfasser!

Deine Geschichte ist sehr interessant, weil ich sie als Ganzes irgendwie nicht sonderlich herausragend finde, aber mich einzelne Sätze so bezaubern und verzücken, dass mir das irgendwie egal ist, lol2
Wirklich: Tolle Sätze! Daumen hoch

Liebe Grüße, MoL


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Constantine
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Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:16    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

ich machs kurz:
ein Stream-of-Consciousness-Text, der die Themenvorgaben fein umsetzt.

Kritikpunkte:
Teilweise irritieren mich die Wechsel der Ansprachen im Text: man, wir, du; dein Prota denkt für sich, dann spricht er gedanklich alle an oder mal auch eine bestimmte Person.
Was die Anwendung des Kasus an manchen Stellen angeht, bin ich mir nicht sicher, ob dies korrekt ist.

Du hast es in meine Top Ten geschafft: quatre points.

Merci beaucoup,
Constantine
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Text voller Reflexionen, Gedanken, Fragen - und Bildern, die Innen und Außen verbinden. Das ist ein Text zum immer wieder lesen, mit vielen Lieblingsstellen.

Hier finde ich auch das Thema und die Vorgaben besonders gut umgesetzt.

Das kleine Brachland, das Niemandsland, ist Anlass und Rahmen für diesen Text. Manch einer könnte meinen, hier würde keine richtige Geschichte erzählt, der Plot sei zu klein. Im Englischen ist "plot" eben auch ein Stückchen Land, Garten. Ich finde, was darauf hier gewachsen ist, wunderbar formuliert, und enorm anregend, immer wieder neu in seinen Blickwinkeln, und anders.
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 58
Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hier fällt mir das Kommentieren schwer. Müsste ich dazu nicht Abstand halten, den Vergleich mit anderen Texten und den Vorgaben nüchtern abarbeiten können?  
Mir fehlt hier diese nötige Distanz. Zu viele Gedankengänge, die mir vertraut sind, die mich berühren, weil sie nun von jemand anderem aufgeschrieben dastehen und mich angucken.
Aber vielleicht ist das ja auch ein Kommentar. Positiv soll er sein, das auf jeden Fall. Ob das rüberkommt? Ich weiß nicht. Ich bin zu tief drin in dieser Geschichte.


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 05.12.2016 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


Der Titel, der für mich leise und angenehm daherkommt, hat mich schnell angelockt. Und er passt gut zum Text, bei dem es mir jedoch schwerfiel ihn in einem Rutsch durchzulesen. Die Gedanken sind schön und tiefsinnig, doch auch eine schier endlose Aneinanderreihung, eines führt zum anderen, ein Zufall zum mächsten, eine Mutmaßung jagt die andere. Insgesamt war es etwas träge, aber trotzdem schön.

Dennoch keine Punkte, weil ich den letzten Satz im ganzen Text als am Stärksten empfinde und das reicht mir nicht aus.


LG,
Seraiya
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Grundsätzlich mag ich philosophische Texte und du hast da wirklich sehr schöne Bilder drin:

Zitat:
Vielleicht haben wir eine falsche Vorstellung von Schneeglöckchen. Das Herz sind ihre Zwiebeln, die sind unter der Erde. Wir sehen sie nicht und verstehen sie nicht, es sei denn, es ist unser Beruf, Blumen zu verstehen. Blumenversteher. Klingt schön. Aber was, wenn es uns aufsaugte, Blumen verstehen zu wollen, wenn wir am Waldboden lägen und das Ohr auf den Boden legten, lauschten nach den Zwiebeln und versuchten, ihre Botschaften zu deuten? Wenn es dann nicht gelänge und uns doch nicht losließe und wir dort am Boden frören?


Das mit dem Baumstumpf mag ich auch - also, dass du den Leser dazu "zwingst" sich in einen Baumstumpf hineinzuversetzten, aus seiner Perspektive zu sehen/empfinden, das finde ich gut. Aber ... ja, jetzt kommt das große Aber - zwischendurch gleitet die Erzählstimme zu sehr in Erklärungen ab, die mir keine Bilder liefern und bei denen der Autor als Stimme hervorkommt (weiß nicht, wie ich das anders erklären soll), was dazu führt, dass ich nur noch mit „halben Auge“ lese, gedanklich abschweife, schlichtweg das Interesse an der Geschichte verliere.
Gut, weil das ein Wettbewerb ist, habe ich den Text mehrmals gelesen, mich darauf eingelassen, merke aber, dass für meinen Geschmack, gerade zum Schluss hin, zu viel Botschaft drinsteckt, die in Richtung Lebensratgeber geht, was nicht so mein Ding ist.
Damit meine ich solche Stellen:

Zitat:
Der Lärm, der den Himmel zerreißt, macht mich zornig. Zorn kann sehr leise sein, machtlos, klein, eine Zwiebel im Herzen, bedenke, die Zwiebeln der Schneeglöckchen sind giftig. Die Menschen, die freundlich dreinschauen und einen schönen Abend wünschen, können in ihrer Seele vergiftet sein vom Hass. Denke daran, wenn wir uns begegnen. Wenn man den Hass und die Verachtung, die Wut und die unterdrückten Gewalttaten einsammeln wollte von allen Menschen, wie viel käme da zusammen, jenseits von dem, der ohnehin schon offenliegt?


Oder auch den letzten Satz:

Zitat:
Putzt die Scheiben nicht zu gründlich; die Vögel halten sie sonst für den Himmel und brechen sich beim Anfliegen das Genick.


Das Thema hast du anhand des Brachlandes umgesetzt, kommt mir aber nur wie angerissen vor, weil es auch durch etwas anderes ersetzt werden könnte. Das Niemandsland wird nicht spürbar, dreht sich die Aussage der Geschichte (soweit ich sie verstehe) doch viel mehr darum, auf die kleinen Dinge im Leben zu achten, anstatt sich von Hektik und Äußerlichkeiten bzw. Perfektion ablenken zu lassen. Auch das Motto ist meinem Empfinden nach nur vage angedeutet. Wer fängt denn immer wieder und wieder und wieder an wie neu, um festzustellen, dass er nach jedem Durchlauf wieder von vorne beginnen muss? So, wie ich die Geschichte verstehe, dreht sich die Aussage um Veränderung allgemein bzw. wie diese stattfinden könnte/sollte - deshalb auch der Eindruck eines Lebensratgebers.
Es gibt leider keine Punkte für dich. Was aber nicht bedeutet, dass ich nichts mitgenommen habe von deinem Text. Diese Stelle etwa, hat mich beeindruckt:

Zitat:
Du weißt etwas, was andere nicht wissen: Das ist dein Beruf. Du kannst nicht, was andere können: Auch das ist dein Beruf. Tun, was andere nicht tun, und dabei all das nicht tun können, das in den Tag dann nicht mehr hereinpasst.


Weil da viel Wahres drinsteckt. Sie würde mir wohl noch besser gefallen, wenn sie offener formuliert wäre (so klingt es halt ein bisschen nach Predigt).


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Meer
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zerstäuben im Wind
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Oktoberkatze
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Alter: 53
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Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: seh ich sowohl in dem verwilderten Nachbargrundstück als auch in der Verfassung des/der Prota gut erfüllt
Motto: seh ich in anderen Texten deutlicher umgesetzt
Inhalt: melancholischer Text, hat etwas von einer Selbstreflektierung, auch depressiv angehaucht
Fazit: gern gelesen, der Text hat mich berührt, auch wenn es leider nicht für Punkte gereicht hat


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Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1760
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Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee ist schön, die Umsetzung ist schön und doch sind es so viele Gedanken, die vom Brachland entzündet und abgebrannt werden, dass mir da kaum einer von hängen bleibt, was schade ist, denn ich ahne hier Potenzial.

Die alte Kiefer bleibt mir in Erinnerung, das freche Klettern darin, was mir allein schon des Alters der Protagonistin halber sympathisch ist. Und es ist schade, dass das Brachland nicht Niemandsland bleiben kann oder darf und so profan bebaut und wieder bewohnt wird, dass es einem um die verschwundene Stille, den Sturm, das Bewegte, das Totholz schon ein wenig schmerzt.

Es sind diese Bilder, die bleiben, während der Tiefsinn in all den eingeflochtenen Gedankengängen verloren geht, verblasst und verschwindet und ich vergesse auch das Kreisen um die Frage nach dem Schnee sein, die möglichen Antworten, sie verblassen vor dem verzaubernden Bild des geheimnisvollen Gartens, der an andere Gärten der Literatur erinnert und an deren Geheimnisse.
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3727

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Die Erzählerin (unhinterfragt, kommt mir jedenfalls weiblich vor) trauert um ein wildes Stück Natur außerhalb ihres Zaunes, das bald der Bebauung weichen muss. Sie schwärmt über die Natur, Teil derer sie gerne wäre, und hadert mit dem Menschsein, der Zerstörung. Und so richtig kann ich mit ihren Gedanken nicht mitgehen, kommen sie mir selbstgerecht und heuchlerisch vor.
Niemandsland ist hier als Thema verarbeitet durch das Stück Natur, das niemandes Besitz ist, und sogar auch durch die wütenden Gedanken der Erzählerin. Die Vorgabe, das Motto des Vergessens und immer wieder neu Beginnens, ist mir jedoch etwas kurz abgehandelt allein durch den Gedankenschluss, ein Neuanfang wäre nötig. Auch formal hätte man in diesem Gedankenfluss das Motto wunderbar umsetzen können, was leider nicht versucht wurde.
Erzählt ist das solide aber auch sehr konventionell. Andere Texte haben mich mehr beeindruckt.
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Lorraine
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Beiträge: 696
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 11.12.2016 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich mochte diesen Text. Einerseits beinah meditativ und lesbar als Gedankenstrom, ausgehend vom konkreten, sichtbar gemachten Stück Brachland, das ein ganzes Bildfeld ist, aus dem, entlang der gedachten Einzelheiten und Erinnerungen, weitere Metaphern wachsen und der im Laufe des Gedankenspaziergangs eines (vor allem sich selbst gegenüber) zornigen Ich, das von Kontemplation und der Sehnsucht nach einem Eins-Werden mit, oder Nachfühlen-können der Natur über  
Selbstzweifel und -vorwürfe beinah alles auf eine Bildsprache überträgt, deren Stimmigkeit es aber im selben Atemzug infrage stellt.
Es bleibt nicht beim »Ich«, der Text bedient sich der ersten, der zweiten und der ersten Person im Plural und ich hatte irgendwann das Gefühl, dass es dafür keinen rechten Grund gibt, das gar nicht beabsichtigt war und spätestens hier

Zitat:
 Denke daran, wenn wir uns begegnen. Wenn man den Hass und die Verachtung, die Wut und die unterdrückten Gewalttaten einsammeln wollte von allen Menschen, wie viel käme da zusammen, jenseits von dem, der ohnehin schon offenliegt? Wir helfen einander, zu vergessen und zu betäuben, zu zerstreuen und wegzusehen, und wenn alles gut geht, sitzen wir wie im Orchester und sind ein Teil des Ganzen, alles klingt und schwingt und es scheint Liebe zwischen ihnen zu sein, der einzige Kitt, der uns zusammenhält, aber es stand nicht im Handbuch, dass sie schwankt, uns unfrei macht und zerstören kann. 


findet ein Bruch statt und ich verliere das Ich, von dem ich mich dazu noch ermahnt fühle, mir wird das »Wir« zu viel; der Text, scheint mir, will zu viel und ich finde, das überträgt sich. Die Qualität des Textes verringert sich in dem Masse, wie die Unsicherheit oder das Gefühl des Mangels oder die Verständnislosigkeit, Enttäuschung gar, zu wachsen scheinen und - der Autor bringt Bezüge durcheinander.

Es geht mir nicht darum, dass ich einverstanden sein muss oder nicht, aber ich möchte nachvollziehen können, warum wann vom Ich zum Du, vom Uns zu Ihnen geblickt (gesprungen) wird und … die Sache mit dem »Handbuch«, sie wird ein wenig überstrapaziert, finde ich, ohne dass es eine (für mich) schlüssige Verbindung zwischen den Metaphern »Orchester«, dem »Kitt« der Liebe, dem gar nicht freien Vogelflug oder dem "Knast Flugzeug" gäbe, was eben dieses Handbuch betrifft – oder sagen wir so: Ich finde, du machst es dir hier recht einfach.
Ich hatte den Eindruck, dass dieser Text (ob der verlangten Wortzahl) in die Länge gezogen werden musste, was ihm nicht gutgetan hat. Obwohl ich ihn nach dem ersten Lesen mochte, hielt er meinen Fragen an ihn und dem genaueren Hinsehen nicht wirklich stand.

Grüsse an Unbekannt,

Lorraine
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weltensegler
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 89
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Text hat Passagen die mich sehr berühren, in denen sich das Erzählte verdichtet und eine Wahrheit anritzt die über die persönliche Befindlichkeit der Erzählerin hinausgeht. Insgesamt ist mir der Text zu lang und verliert dadurch an inhaltlicher Präzision. Der letzte Satz ist stark!
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zweigeteilter Eindruck.
Was ich mag: Die Stimmung, die Du mit wunderschönen Bildern malst, das Innehalten, die Trauer (?) über das Beschmutzt-Werden, das Weiter-Gehen, das Nicht-Bleiben. Verkratzter Himmel - das Bild wird mir bleiben. Wenn ich aus dem Fenster sehe, höre ich es förmlich, wie auf der Eislaufbahn. Schrapp, schrapp.
Die Reflexionen dazwischen habe ich teilweise überlesen. Irgendwie schien nicht nur die Natur da draußen stehenzubleiben, sondern auch der Text. Der Ich-Erzähler dreht sich um sich selbst, aber immerhin: Mit tollen Bildern.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 12.12.2016 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Meine ersten Gedanken: Ein mit viel Liebe beobachtetes und beschriebenes reales Niemandsland . Lebendig, bildhaft. Prota identifiziert sich mit ihm, möchte mit ihm und seinen ‚Bewohnern‘ verwachsen. Prota meditiert darüber, genießt das Hineinversinken, versucht auch, sich zu erkennen. Soweit, so gut.
Verdorben wird dieser Eindruck  dann jedoch für mich, nachdem moralisierende, belehrende Sätze entwickelt werden, sich ausweiten und den Text füllen. Ein bisschen so, wie bei einer Predigt von der Kanzel. Oder beim Wort zum Sonntag. Erst das ICH, weiter plätschernd dann das einlullende, übergriffige WIR. Spätestens ab jetzt wächst in mir Widerstand zum Text und emotionaler Ausstieg. Und das, obwohl du die Natur so bildhaft und liebevoll zeichnest mit deinen Worten
Hätte Prota den Inhalt als eigenes Denken auf sich selbst bezogen vertreten, hätte ich sie mir noch ansehen mögen, um sie zu verstehen. Dann aber kommt das WIR, zunehmend penetrant, so empfinde ich. Später dann das MAN. Und – zack – sitze ich mit in der Weisheits-Schublade. In die ich nicht gehöre. Ich folge dem Inhalt des Textes nicht. Das ist nicht meins. Was aber mit meinen individuellen Vorlieben und Abneigungen zu tun hat.
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Lapidar
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BeitragVerfasst am: 12.12.2016 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir sehr, weil mir diese Gedanken selbst nicht fremd sind. Das wiederkehrende und der Gedanke an Reinkarnation, des ewigen Kreislaufs.

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Piratin
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Ei 2


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

eine ungewöhnliche Umsetzung des Themas, das mir besonders sprachlich sehr gut gefallen hat (Totholz). 8 Punkte für diesen schönen Text,
viele Grüße
Piratin


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tronde
Hobbyautor


Beiträge: 405

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Ein schöner philosophischer Text.
Niemandsland: die Brache neben an, passt.
Motto: Handelt oder erlebt der/die Prota danach? Es geht ums Vergessen und was dann wäre. Mmh.
Wahrscheinlich in den Punkten.

Liebe Grüße
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bamba
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Beiträge: 203



BeitragVerfasst am: 13.12.2016 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Brachliegende Ecken, verwilderte Gärten, vergessene Grundstücke, wo die Natur vorherrscht, ......ein Niemandsland für den menschlichen Geist. Oft kommt eines Tages der Bagger.
Der Text hätte sich von mir aus mehr um die spezifische Geschichte und das Wesen dieses Niemandslandes kümmern können.
Driftet aber ab in Gedanken, die mich nicht mitziehen, ich nicht mitgehe.
Punkte für Ausgangslage.

3 Punkte
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Municat
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Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 15.12.2016 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Deine Geschichte kommt leise daher und ist doch ein gedanklicher Rundumschlag gegen alle möglichen Blüten der Gesellschaft. Deine Protagonistin (keine Ahnung, warum ich eine Frau sehe) scheint eine Einzelgängerin zu sein - allein schon deshalb, weil sie vermutlich an jedem sozialen Kontakt etwas auszusetzen hat. Ich vermute mal, jeder, der den Text liest, wird Stellen finden, wo er zustimmend nickt und andere Stellen, wo er sich denkt "man kann es auch übertreiben". Ich teile ihre Abneigung gegen Gier und Egoismus, aber möchte nicht jeden einzelnen Schritt, den ich gehe, jede Freude über alles, was ich sehe oder in der Hand halte, in Frage stellen. Schade, dass sie nicht offen sein kann für eine Familie, die in ihrer Nachnarschaft einzieht, sondern nur den Lärm sieht und letztendlich erst mal angst vor der Veränderung hat.

Umsetzung der Vorgaben

Das Niemandsland ist für Deine Figur das brachliegende Grundstück nebenan - unbewohnt und verwildert - , das den Ausgangpunkt für ihre weitreichenden Überlegungen darstellt.

Neuanfang, alles zu Brei schlagen, um Platz für neues zu schaffen ... da tue ich mich ein bisschen schwer. Klar, sie hat viele verschiedene Gedanken, aber die reihen sich eher aneinander. Okay, auf dem Grundstück nebenan wird wohl demnächst mindestens ein Baum gefällt und ein Haus gebaut ... aber das wird "nur" erwähnt. Der Inhalt Deiner Geschichte ist ein anderer.

Unterhaltungsliteratur ist der Text nicht. Man muss ihn sehr aufmerksam lesen, um alle Feinheiten zu erfassen ... passt also.

technisch ist mir ganz am Anfang ein Klops aufgefallen, der aber dann auch der einzige geblieben ist.
Zitat:
Jede Menge Totholz liegt hinter der niedrigen Mauer, an dem mein Grundstück endet;


Meine Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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