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Leeres Versprechen

 
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:00    Titel: Leeres Versprechen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Immer ist es das Schweigen in der Nacht, das mir die Plattform bietet für all die Bilder, die der Tag zurückgelassen hat. Bilder, die, ob wohltuend oder bitter, unsortiert als Gefühls- und Gedankenblitze mein Schlafen stören. Die ihren Platz finden wollen in der nicht fassbaren Landkarte dessen, was mein eigenes Leben ausmacht. Wie Heimatlose stehen sie vor dösiger Wahrnehmung und fordern Einlass.
Augen sind es. Schwarze Augen die jetzt nicht weichen wollen. Schwarz und unerbittlich. Wehrlos und rätselhaft. Unergründlich in ihrer Aussage, unklar Fragen aufdrängend.

Eine alltägliche Fahrt in der Straßenbahn. Scheppern, metallenes Kreischen, Gedränge, stickige Luft. Müde, gehetzte Menschen, die ihre Blicke in innere Fernen richteten. Wenige in Gespräche vertieft.
Gut, dass ich noch einen Platz erwischen konnte, zwar direkt gegenüber dem Eingang gelegen, unruhig war es hier, doch ich war froh, sitzen zu können.
Der Kinderwagen, ein Sportbuggy, wurde vor meine Knie geschoben.
Faszinierend, diese High-Tec-Fahrzeuge. Ich kenne sie noch, die alten schweren Kästen, die voluminösen Wiegen mit den kleinen Rädern, für die man Kraft brauchte, sie über holprige Wege zu zerren. Wie schwerelos, wie schwebend wirken diese Kinderwagen dagegen heute. Dem Kind darin wird dies gleichgültig sein. Hauptsache, es hat es warm, weich und trocken. Hauptsache es ist geborgen.
Die Mutter des Kindes, eine lebhafte Frau. Ob es ihre Freundin war, mit der sie so angeregt plauschte? Ihr Mund stand nicht still. Ihre Aufmerksamkeit konzentrierte sich ausschließlich auf ihr Gegenüber, alles weitere Geschehen um sie herum schien ausgeblendet.
Sie erstaunt mich immer wieder, diese passive Abgrenzung, die wir Menschen uns schaffen. Wie Inseln, wie treibende Schilfbündel auf einem Gewässer, kommen sie mir vor, Menschen in der Bahn, isoliert voneinander. Selbst wenn wir aneinanderstoßen, immer allein, oder, wie diese Mutter, in einem eigenen Kokon. Möglicherweise ist dies nur meine Interpretation solcher Situationen. Sicher bin ich mir nicht. Aber kenne ich es nicht so von mir? Einen Sitzplatz finden, zurücklehnen nach einem langen Arbeitstag, alle Sinnesorgane auf Aufnahmestopp stellen und in den Dösen-Modus fallen bis mit der Durchsage der eigenen Haltestation alle Funktionen erneut auf Aktion umspringen.

Schwarze Augen hatte es, das Kind im Buggy. Dunkel wie diese heutige Nacht, die diese Bilder des Tages weckt, sie hervorzerrt und mich zwingt, sie zu ergründen. Seine Augen drängen sich mir auf.

Ungefähr zwei Jahre alt mochte es sein, vielleicht auch zweieinhalb. Junge oder Mädchen? Ich konnte es nicht erkennen. Das Kind verhielt sich anders, als ich es bisher erlebt habe. Es ließ sich meine Beobachtung gefallen, hielt sogar den Blickkontakt, zeigte jedoch keinerlei Reaktion. Da war nichts von der begeisterten Aufmerksamkeit, mit der Neues und Fremdes begrüßt wird. Da gab es nichts von dieser Spannung in dem kleinen Körper, die ich sonst kannte bei solchem jungen Leben, nichts von dem sich Strecken, dem Zappeln, dem Aufsaugen der für es noch abenteuerlich neuen Welt. Es lag still wie eine Puppe.
Seine Augen, die zu mir ausgerichtet waren, wirkten müde. Nicht schlafmüde. Es kämpfte nicht mit zufallenden Augen. Es war wach und wirkte trotzdem müde, traurig müde, schwer müde, ohne Aussage. Kam dieser Eindruck wirklich ausschließlich von seinen Augen, oder wurde diese Wahrnehmung durch sein Gesicht bewirkt? War auch das es nicht? War es die Reglosigkeit, mit der es den Kontakt zu mir hielt? Das Fehlen eines Lächelns, das Fehlen von Neugierde? War es Ernst, das es ausstrahlte? Oder war da, schlimmer noch, Erwartungslosigkeit in seiner Haltung?
Woher kenne ich diesen Ausdruck. Ich habe sie manches Mal gesehen, diese Öde, in der keine Freude, keine Lust, kein Zorn, keine Angst, keine Verzweiflung mehr ist.
Oft habe ich diesen Blick gesehen. Als Kind hatte ich ihn gesehen, bei einem Onkel. Spätheimkehrer war er gewesen. „Warum schaut er so seltsam“, hatte ich meine Mutter gefragt. „Er schaut ja nirgendwo hin? Er sieht doch nichts wirklich an?“ „Lass ihn, das verstehst du noch nicht.“ Gesprächig war sie nicht, meine Mutter.
Diesen Blick oder vielmehr Nicht-Blick trug auch mein Nachbar nach dem Tod seiner Frau. Ein Jahr später starb auch er. Er war schon neunzig, seine Zeit war gekommen.
An eine Schulkameradin erinnere ich mich, Außenseiterin in der Klasse. Ach, eigentlich gab es Viele, bei denen ich diesen Ausdruck sah, aber man gewöhnt sich daran und nie kamen diese nicht verorteten Blicke mir sehr nah.
Doch, manches Mal habe ich ihn gesehen. Aber bei einem Kind, einem so kleinen Kind? Ein Kind, gesund und gepflegt aussehend, hübsch angezogen, in einem schicken Buggy liegend?
Sein Verhalten, seine Ausstrahlung beschäftigen mich. Ich fühle mich nicht wohl.

Ich fühlte mich in der Straßenbahn nicht wohl. Ratlosigkeit kroch in mir hoch. Unbestimmte, unklare Gedanken, Fragen, die noch keine waren, Unsicherheit. Eng wurde mir ums Herz.
Ich lächelte das Kind an, streckte ihm meine offene Handfläche entgegen, fragte mich, ob es sich bewegen, danach fassen würde. Eine Weile veränderte es seine Ausdruckslosigkeit nicht, wandte sich auch nicht ab, schien zu warten.
Was mag in seinem Köpfchen vorgegangen sein? Welche noch wortlosen, vielleicht auch bildlosen Szenen mochten in ihm hin und her flirren. Regte sich überhaupt etwas in ihm, war es nicht vielleicht still? Zu still? Wartete es vielleicht wirklich auf nichts, wie mir meine inzwischen aufgewühlte Vorstellungskraft einflüsterte?
Ich begann flacher zu atmen, wie ich es häufig tue, wenn Anspannung und Beklemmung sich in mir breit machen.  
Plötzlich, ein kleiner Ruck. Das Kind griff nach meiner Hand, zögernd, umfasste vorsichtig meine Fingerspitzen, dabei unverwandt mein Gesicht festhaltend. Seine Mimik veränderte es nicht. Dann nach einem kurzen Moment schlüpfte sein kleines Händchen unvermittelt ganz in meine große Hand.  
Und nun erschrak ich. Die Hand des Kindes war kalt und feucht. Trotz der warmen Witterung war sein weiches Kinderhändchen kalt und feucht. War es etwa krank? Blass war es nicht. Fiebrig sah es auch nicht aus, seine Augen waren klar.
Gesichtsausdruck und Haltung behielt das Kind weiterhin unverändert bei. Auch seine Augen blieben nach wie vor ernst, doch es kam Leben in sie. Ihr Ausdruck wurde interessiert und konzentriert und sie blieben weiter unverwandt auf mein Gesicht gerichtet.   
Prüfte es mich?
Sie rührte  mich, diese unvermutete Beherztheit der kleinen Hand, die trotzdem verhalten blieb.  
„So ein kaltes Händchen.“ Ich sagte es leise und verwundert, eher zu mir, als zu dem Kind.
Im nächsten Moment schlüpfte seine Hand tiefer in meine und ich spürte, wie die Wärme meiner Hand in seine floss.
Jäh geschah eine auffallende Veränderung. Der Griff des Kindes wurde fest. Unvermittelt verstärkte es seinen Händedruck mit einer Kraft, die ich einem solch kleinen Geschöpf nicht zugetraut hätte und ich erschrak erneut.
Und es ließ nicht mehr los.

Mich verwirrte die Entschlossenheit der kleinen Hand. Bei alledem blickte das Kind mich weiter an. Über sein Gesicht glitt ein zaghaftes Lächeln, seine Augen banden mich, bekamen ein schwaches Leuchten.  
Es regte sich nicht, zeigte nach wie vor nichts von dem lebendigen Schäkern und Ausprobieren, das Kleinkindern oft eigen ist. Es blieb nur dieser bindende Blick und dieser feste Griff.
Ich weiß nicht, was ich in diesem Moment gefühlt oder gedacht habe. Ich weiß lediglich, dass ich mich diesem Blick und diesem Griff überließ. Jetzt war ich es, die die Welt in dieser Bahn um mich herum verlor. Ich war nur zusammen mit diesem fremden Kind.

Dann kam die Haltestelle, an der die Mutter sich zum Aussteigen bereit machte. Äußerst vorsichtig löste ich meine Hand aus dem festen Griff des Kindes. Ängstlich war ich, wollte das Kind nicht verletzen mit einer heftigen Bewegung und war mir in diesem Moment doch bewusst, dass ich auch durch sanftes Entziehen verletzend sein könnte.
Die Mutter packte den Wagen und zog ihn durch die Tür, ohne ihr Gespräch mit ihrer Bekannten zu unterbrechen.
Nun, im Entfernen, begann sich das Kind zu regen. Es streckte seine Arme nach mir aus und begann zu rufen. In kurzen Sätzen. Ich konnte seine Worte nicht verstehen, aber es hörte nicht auf zu rufen und seine kleinen Sätze zu wiederholen. Immer und immer wieder.
Die Mutter schaute verblüfft auf ihr Kind, schüttelte den Kopf, um sich dann abzuwenden und in ihrem Gespräch fortzufahren.  
Der Blick des Kindes blieb auf mich gerichtet, die Arme ausgestreckt, als sich die Tür schon geschlossen hatte. An seinen Mundbewegungen erkannte ich, dass es weiterrief. Mir blieb nur ein hilfloses Winken. Ich blieb betroffen zurück.

Jetzt ist es Nacht und ich bin gefangen in der Erinnerung an diesen Blick, der sich in einer Welt zu befinden scheint, in der es keinen Halt, keinen Ort gibt. Ich fühle noch immer den festen Griff dieses kleinen Händchens, höre seine Rufen und kämpfe mit Traurigkeit.
Und warum fühle ich mich schuldig.

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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 63
Beiträge: 1029
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 02.12.2016 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Wow! Diese Geschichte ist überirdisch gut - und gewinnt das Rennen um den ersten Platz sicherlich locker (hoffe ich mal). Nachvollziehbar bis ins kleinste Detail. Und was das Wichtigste ist: Die unaufgeregte Handlung hat mich berührt.
Wo genau der Autor bzw. die Autorin das Niemandsland angesiedelt hat ... keine Ahnung - bin ich neugierig? Für mich liegt es tief im Inneren des Kindes verborgen, und das stetige Desinteresse der Mutter sorgt (vermutlich Tag für Tag) dafür, dass es der kleinen Seele auch weiterhin erhalten bleibt. Falls der Verfasser/die Verfasserin etwas anderes gemeint hat, kann mir das, ganz im Sinne der Kunst- und Meinungsfreiheit, herzlich egal sein - wen interessiert schon beim Lesen einer guten Geschichte, was der Schreiber damit ausdrücken wollte? Cool


_________________
U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 958
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 03.12.2016 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Verfasser!
Du bekommst von mir leider keine Punkte. Das liegt daran, dass ich die Vorgaben bei deiner Geschichte nur mäßig umgesetzt sehe, das haben andere mMn einfach besser hinbekommen.
Dennoch ist es mir ein Anliegen dir zu sagen, dass ich deine Geschichte wirklich hervorragend finde! Sie hat mich sehr berührt bzw. mir eine Gänsehaut verpasst. Daumen hoch

... und jetzt sag mir bitte, dass alles gut werden wird! Shocked

LG, MoL


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Gühernder Hass", acabus Verlag, Frühjahr 2019.
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2605

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 01:14    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour,

der Protagonist erinnert sich nachts an eine Begebenheit während seiner Fahrt in der Straßenbahn und philosophiert erstaunt u.a. über den Gesichtsausdruck eines Zweijährigen, während die Mutter tief versunken in einem Gespräch mit ihrer Freundin ist. Diese Begebenheit raubt dem Protagonisten den Schlaf und lässt ihn in seiner emotionalen Theatralik noch weiter versinken.
Mir ist die Geschichte zu dick aufgetragen, kommt mit Thriller- und Horrorelementen, aber so richtig zünden und überzeugen mag mich der Mix aus Alltags-Szene, Mystery und Gedanken nicht. Es beginnt bereits mit den ersten Sätzen, die mich eigentlich vorbereiten sollen auf die erinnerungswürdige, den Protagonisten aufwühlende Rückblende. Ich denke, effektiver wäre dein Text geworden, wenn du die Szene nicht als Rückblende konzipiert hättest. Ohne die nächtliche Einführung und dem gleich_nächtlichen Ende könnte die Straßenbahn-Szene allein für sich kraftvoller wirken.

Die Themenvorgabe sehe ich im Vergleich zu anderen Wettbewerbstexten leider nicht umgesetzt. Es tut mir leid, du hast es nicht in meine Top Ten geschafft: zéro points.

Merci beaucoup,
Constantine
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Dmitrij
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 45
Beiträge: 81
Wohnort: von der Zivilisation abgeschnitten in Wien-Umgebung


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 11:45    Titel: Re: Leeres Versprechen Antworten mit Zitat

Dieser Text übertraf alle meine Erwartungen.
Ich konnte mich selbst in jedem Satz finden, ich wog jedes Wort und es befand sich im Gleichgewicht mit den anderen. Vor allem bin ich fasziniert mit welcher Präzision meine eigenen Gedanken in deinem Text eingefangen waren. Letztes Mal erlebte ich es beim lesen von "Siddhartha" (Hermann Hesse).  In meiner Erzählung ging es genau um dasselbe, um die Ausgrenzung.

Zitat:

Sie erstaunt mich immer wieder, diese passive Abgrenzung, die wir Menschen uns schaffen. Wie Inseln, wie treibende Schilfbündel auf einem Gewässer, kommen sie mir vor, Menschen in der Bahn, isoliert voneinander. Selbst wenn wir aneinanderstoßen, immer allein, oder, wie diese Mutter, in einem eigenen Kokon. Möglicherweise ist dies nur meine Interpretation solcher Situationen.

Mir kommt es genauso vor Cool Laughing Schließlich die ganze Zeit unseres Lebens verbleiben wir in der konstanten materialisierten Form gefangen, isoliert von Abermilliarden anderer Dimensionen und Lebewesen. Bist du Weltensegler? Falls nicht, entschuldige mich bitte. In mir hast du einen literarischen Verehrer gefunden. Zwölf Punkte vergebe ich für deine Aufrichtigkeit, für die bewundernswerte Fähigkeit das Moment einzufangen und es zu teilen.

Vielen Dank für deine Teilnahme,
Liebe Grüße aus Wien Umgebung,
Dmitrij


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Selbst wenn du ein überzeugter Optimist bist, unterschätze niemals all die pessimistisch denkenden Menschen;-)
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Wie viele Worte es braucht, um ein kurzes Erlebnis zu beschreiben, zu reflektieren, zu erzählen.
Das ist hier sehr gut gelungen. Ich werde beim Lesen zur Protagonistin.

Thema und Vorgaben sind für mich umgesetzt.

Das Niemandsland ist einerseits diese Zeit vor dem Einschlafen, andererseits dieser Moment der Begegnung mit dem Kind, zwei sich Fremde in der Straßenbahn. Die Art, wie mir das erzählt wird, ist ruhig, und doch intensiv.
Das von Vorn beginnen sehe ich darin, dass das Erlebte nun reflektiert wird.
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2979

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 04.12.2016 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mir ein bisschen wenig. Eine Begegnung mit einem vernachlässigtem(?) Kind, der Eindruck, dieses Kind ebenfalls im Stich gelassen zu haben und dies alles, als sich wiederholende Bilder in schlaflosen Nächten.

Vermutlich deshalb (weil ich mit "mehr" rechnete), habe ich beim Lesen immer wieder den Eindruck, jetzt müsse gleich irgendwas passieren (wenn das Kind die Hand ergreift). So in Richtung, das Kind ist gar nicht von dieser Welt und den Erzähler trifft jetzt gleich der Schlag oder er erhält übernatürliche Fähigkeiten. Irgendwie sowas. Passiert aber nicht.

Die Erzählung selbst, also das Sprachliche reißt es leider auch nicht raus.

Tja. Der Erzähler wurde berührt, ich nicht.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 05.12.2016 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Eine kurze, zufällige Begegnung. Ein kleines Kind, das mit dem Leben zu kämpfen hat, vielleicht, und, vielleicht, in der Erzählerin eine mögliche Rettung sieht. Diese ist schon etwas älter und kennt den rätselhaften, ins Nichts gerichtete Blick, den Menschen haben, denen das Leben nichts mehr zu geben hat. Sie will etwas tun, kann aber nicht, und bleibt mit ihrem Schuldgefühl allein.

Sehr eindringlich geschrieben, nimmt mich mit. Wer so schaut, ist im Niemandsland gelandet: So verstehe ich den Bezug zur Aufgabe.


_________________
- auch ich glaube, dass die Literatur das Beste ist, was gegen das Unglück erfunden wurde -

M. V. Llosa
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 05.12.2016 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Traurige Szene. Die Vorgabe Alles, was man weiß, vergessen. Immer neu loslegen wie neu. sehe ich hier nur am Rande umgesetzt. Insgesamt ein schöner Text, der mich nachdenklich stimmt, aber nicht über andere hinausragt.

Keine Punkte


LG,
Seraiya
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Literättin
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1754
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Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Im Kern hätte das eine durchaus spannende und berührende Szene werden können, denn die Ausgangssituation, das Bild vom leblos wie erstarrten Kind in der Bahn, das bindungslos in seiner karre hockt und sich dann doch noch auf eine Berührung einlässt, das ist wohl keine alltägliche Geschichte und auch keine, die einem bereits x-mal in der Literatur begegnet ist - mir wenigstens nicht.

Dennoch scheitert sie meiner Ansicht nach, weil die dem Kind zur Seite gestellte Protagonistin sich eigentlich nur um sich selbst zu drehen scheint und auch diesen winzigen Hoffnungsfunken des Kindes "missbraucht" um sich einerseits als die Hoffnungsbringerin zu fühlen und andererseits sich dafür masochistisch zu geißeln. In jedem Falle scheint sie sich über die Rabenmutter zu erheben und weiß letztlich doch nicht, ob sie nicht nur Zeuge eines einzigen "doofen" Momentes in einer ansonsten guten Beziehung war und sie stellt sich selbst in dieser Hinsicht auch nicht wirklich in Frage.

Den Neubeginn, den sehe ich im Text nicht und ja, die Bahn, das Niemandsland ... okay. Mich überzeugt das nicht. Zumindest nicht in diesem ununterbrochenen Kreisen der Protagonistin um sich selbst.
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1141
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee ist interessant und ich finde, du zeigst gekonnt, dass sich zwischen Kind und Erzählerin, ich nenne es mal, seelisch/geistig etwas abspielt. Das lasse ich als Niemandsland gelten. Allerdings fehlt mir etwas, nicht unbedingt eine Aussage, sondern eher so etwas wie eine Andeutung dessen, was die beiden verbindet, was mit dem Kind anders ist, was es damit auf sich hat, dass ausgerechnet die Erzählerin dieses Anderssein wahrnimmt. Durch die kalten Hände, den viel zu erwachsenen Gesichtsausdruck machst du Andeutungen, die auch in Richtung Horror gehen könnten. Der Schluss bleibt aber offen, was nicht unbedingt schlecht sein muss, aber der Text wirkt auf mich so, als hättest du selbst nicht so recht gewusst, wohin damit und deshalb oben genannte Punkte offen gelassen.
Dazu kommt noch, dass du das Motto überhaupt nicht miteinbezogen hast. Zumindest wüsste ich nicht, an welcher Stelle hier jemand immer wieder wie neu loslegt.
Ich schätze, es wird keine Punkte geben, aber mal gucken. Zum Trost kann ich dir aber sagen, dass das Bild des Kindes und die Verwirrung deiner Erzählerin mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen werden.


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Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 06.12.2016 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Thema: seh ich gut umgesetzt
Motto: seh ich bei anderen Texten deutlicher umgesetzt
Inhalt: irgendwie erschreckender, aber gleichzeitig auch berührender Text
Fazit: gern gelesen, auch wenn es leider nicht für Punke gereicht hat


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Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 56
Beiträge: 2914
Wohnort: Wangen im Allgäu


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 07:32    Titel: Antworten mit Zitat

Eine sehr berührende Erzählung. Das mit dem Niemandsland erkenne ich,  das sich immer wiederholende, da musste ich eine Weile drüber nachdenken. Es ist nicht zentral, sondern rahmt die Geschichte ein.

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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1439
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Erst einmal vorweg, ich finde das eine ganz tolle Geschichte, die unter die Haut geht. Gern würde ich dem Text die Höchstpunktzahl geben, aber leider fehlt mir das Motto fast völlig. Das Vergessen und Neuanfangen. Ich kann es reininterpretieren, man vergisst solche verstörenden Ereignisse und fängt diesbezüglich neu an, muss man ja, wer sich zuviel Empathie leistet wird wahnsinnig in dieser Welt. Aber ich sehe da keine bewusste Entscheidung des Protagonisten. Ich möchte hier Punkte vergeben, viele Punkte, aber sehe mich gezwungen, zwei Texten den Vorrang zu lassen, in denen ich die Vorgaben deutlicher umgesetzt sehe.

Mein zweites Kind ist übrigens auch gerade in diesem Alter, von daher sprechen hier vielleicht auch eher die Hormone (ja, das geht nicht nur Müttern so, sondern auch Vätern). Nüchtern betrachtet sind da einige Fehler drin, die den Lesefluss bremsen. Geht also nicht als Favorit durch, sorry.

Trotzdem trifft dein Text einen Nerv. Ich habe beruflich auch öfter mit vernachlässigten Kindern und Jugendlichen zu tun, und kriege immer wieder einen Hass auf solche Eltern. Die sich nach außen hin als tolle Familie geben, aber das selbstverständliche Versprechen ihren Kindern gegenüber, sich um sie zu kümmern und für sie da zu sein, nicht einlösen (so interpretiere ich jedenfalls den Titel). Sei es, weil sie den ganzen Tag mit Alkohol, Drogen oder Pornokonsum beschäftigt sind oder weil sie nur mit sich selbst und ihrer Fremdwirkung beschäftigt sind (kommt durchaus auch in reicheren Gesellschaftsschichten vor). Ich bleibe mal beim Thema Vernachlässigung (ist schlimm genug) und folge keinen dunkleren Gedanken, dass das Kind in deiner Geschichte vielleicht sogar misshandelt oder sexuell missbraucht werden könnte. Emotionale Kälte und Vernachlässigung reicht schon völlig aus, einen Menschen kaputtzukriegen.

PS: Kennst du eigentlich den Film "The Tall Man"? Könntest du interessant finden. (https://de.wikipedia.org/wiki/The_Tall_Man_%E2%80%93_Angst_hat_viele_Gesichter) Aber nicht vorm Anschauen die Plotzusammenfassung lesen, das nimmt dem Film jegliche Spannung und Überraschungsmomente, die es reichlich gibt. Verdammt, je mehr ich über diese Grundidee nachdenke, desto besser finde ich sie. Evil or Very Mad

Nach langer Überlegung, ewigen Vergleichen, alles vergessen und immer wieder von vorne beginnen wie neu, meine endgültige Wertung: 8 Punkte.


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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Michel
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Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 09.12.2016 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Einlassen auf ein seltsames Kind. Einlassen ertragen.
Erinnert mich stark an eigene Straßenbahnfahrten, die Atmosphäre dieses stinkenden Zwischenreichs ist fabelhaft eingefangen. Der Erzählton reißt mich gelegentlich heraus, ohne dass ich einen Finger drauf legen könnte, wirkt vielleicht stellenweise etwas betulich, was den nächtlichen Reflexions-Singsang bricht. Die Grundidee - einmalige, deshalb so wertvolle Begegnung - ist nicht neu, aber erzählenswert. Gefällt mir.
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tronde
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Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 09.12.2016 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Eine bewegende Geschichte, starke Bilder. Das Thema ist mir allerdings zu fern, die Gedanken am Anfang, die im Niemandsland des Schlafens kommen, sind für die eigentliche Geschichte nicht wichtig. Und dass das Kind in einem inneren Niemandsland lebt, ist eine Behauptung des Erzählers. Und das Motto finde ich auch nicht so recht.
Grade so keine Punkte am Ende.

Liebe Grüße
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gold
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DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 10.12.2016 05:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

eine sehr bewegende Geschichte. Sie ist gut geschrieben. Auch tauchen immer wieder Bilder der Szene auf, die den Prota so sehr beschäftigen. Es ist zwar ein Zurückspulen erwähnt, aber einen Neubeginn kann ich leider nicht erkennen.

Daher kann ich dir nur einen Punkt geben (weil Originalität und Tiefgang vorhanden). Leider!

Liebe Grüße
gold


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Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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weltensegler
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BeitragVerfasst am: 12.12.2016 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Die Schilderung einer Situation und der Interpretation des Erlebenden. Für mich fehlt leider der Bezug zum Thema und ich weiß auch mit der Geschichte nicht so recht etwas anzufangen. Das Bild des Kindes sehe ich stark vor mir, aber darüber hinaus finde ich keinen Zugang...
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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 12.12.2016 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, aber das konnte ich auch im dritten Anlauf nicht lesen.
Der erste Absatz schwurbelt drauflos, dass es eine Pracht ist. Die Bilder passen nicht, ich finde pseudodeepes Blabla.
Geschafft bis "Öde".


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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bamba
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Beiträge: 203



BeitragVerfasst am: 13.12.2016 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text gibt einer alltäglichen Begebenheit eine rätselhafte Tiefe, etwas unheimlich, gefällt mir. Sorgfältig beschrieben, bleibt sich treu, verfolgt konsequent die angefangene Geschichte. Diese ist zwar einfach, doch nachvollziehbar.
Fragte mich zuerst, wo ist denn hier das Niemandsland?
Dieses Kind, es kann vielleicht noch kaum sprechen. Ist ein Niemand, hat noch keine Identität. Kleinkinder assoziiert man zuerst mit: süss, unschuldig usw. Dieses Kind hat bei der Protagonistin etwas anderes ausgelöst, was sie sich nicht erklären kann.
Die "schlaflosen Nacht" hat mMn kaum mit diesem Kind zu tun, es war nur ein Auslöser. Punkte, weil mich mitgenommen und beschäftigt hat.

8 Punkte
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Tjana
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Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 13.12.2016 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text stößt meine Gedanken an, hallt nach.
Scheinbar harmlos beginnt er, weil das jeder wohl kennt, Nächte, in denen Erlebnisse des Tages oder Erinnerungen zügellos umherflirren.
Die Schilderung der konkreten Erinnerung sprachlich gelungen, ich sitze neben ihm in der Straßenbahn.
Den Nachhall verschafft mir der letzte Satz. Den empfindet (wohl ) nicht jeder.
Thema und Motto ein wenig zu versteckt, vielleicht die in der Nachtphase stets neuen Bilder von Erinnerungen? Anspruch aber allemal.
Punkte


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Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Municat
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BeitragVerfasst am: 13.12.2016 23:53    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Unbekannter Autor smile

Deine Geschichte beginnt und endet mit den dunklen Bildern, die der Erzähhlerin den Schlaf rauben. Dazwischen steht das Erlebnis mit dem ungewöhnlichen Kind. Ist dieses stille, über zwei Drittel der Begegnung emotionslose Kind als Gegenstück zur lebendigen Mutter gedacht oder als Spigel der düsteren Bilder, die die Erzählerin nachts verfolgen? Jedenfalls klingt es in Deiner Geschichte danach, als würdest Du es nicht gerade gut heißen, dass sich die Mutter angeregt mit ihrer Freundin unterhält statt ihre Aufmerksamkeit dem Kind zu schenken. Phasenweise wirkt das Kind auf mich ziemlich unheimlich. Nach einer Weile überwindet es seine emotionale Mauer und lässt die Nähe zur Erzählerin zu ... nur um sich dann sehr schnell trennen zu müssen.

Warum sich die Erzählerin schuldig fühlt? Ich denke, das hängt mit dem Titel der Geschichte zusammen. Das Kind hat seinen Schutzschild geöffnet und seine Hand in ihre gelegt, aber der kurze Moment wurde unterbrochen. Sie glaubt wohl, dem Kind vermittelt zu haben, dass sie ihm zuverlässig nah bleibt. Ein Versprechen, dass sie nicht halten kann, weil die Mutter des Kindes eine Fremde für sie ist.

Umsetzung der Vorgaben

Das Niemandsland ... hmmm ... meinst Du damit die Anonymität in der Bahn (das ausschalten der Wahrnehmung und umschalten auf den Döse-Modus) oder die leeren Blicke, die die Erzählerin bisher nur von Erwachsenen kennt? Oder meinst Du damit die Bilder, von denen die Erzählerin im Traum verfolgt wird?

Den Neuanfang erkenne ich im Verhalten des Kindes, das seine emotionsfreie Haltung aufgibt. Das Bild ist stark, aber im Vergleich zu einigen anderen Texten nicht ganz so präsent.

Der Text berührt auf eine unbequeme Art, also in der Hinsicht alles richtig gemacht smile

Stilistisch gibt es einige wenige Holprigkeiten, aber nichts wirklich schlimmes. Der Anfang ist ziemlich abstrakt und auch in der Folge sind manche Formulierungen nicht hundertprozentig auf dem Punkt.

Meine Bewertung gebe ich erst ab, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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