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Prolog für Fantasygeschichte


 

 
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Glowworm
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 16:21    Titel: Prolog für Fantasygeschichte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo,
hier kommt nun mein zweiter Einstandstext. Damit ich euch nicht überfrachte, poste ich hier nur den Prolog. Über Feedback und Kritik bin ich sehr dankbar. smile


Prolog

Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen und von den Zweigen, die sie im Vorbeireiten streiften, rieselte er herab.
Ansonsten herrschte unheimliche Stille im Wald. Die Frau hielt das Bündel fest mit einem Arm umklammert, während die andere
Hand die Zügel hielt. Ihre Finger waren taub vor Kälte und ihre Muskeln zitterten vor Anstrengung. Drei Tage saß sie fast
ununterbrochen im Sattel. Nur zweimal hatte sie gerastet, damit das Pferd und sie sich ein wenig erholen konnten.
Nun schlief sie fast ein vor Erschöpfung. Unter der schweren, grauen Kapuze schaute sie hinauf in den Himmel.
Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde und der Tag neigte sich dem Ende zu.
Noch eine Nacht in der Kälte würden sie nicht überstehen.
Sie brachte ihr Pferd zum Stehen und zog eine Karte unter ihrem Umhang hervor. Mit gerunzelter Stirn studierte sie die Zeichnung.
Sie konnte die Sonne durch die Baumkronen und die schwere Wolkendecke nicht erahnen. „Ich habe mich verirrt.“, dachte sie verzweifelt und presste das kleine Bündel fest an sich.
Sie musste es in Sicherheit bringen.
Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und ließ es seinen eigenen Weg suchen. Sie schloss die Augen und überließ sich den schaukelnden Bewegungen des Pferdes.
Nun lag es an ihm einen Weg zu finden.
Sie schreckte hoch. Es war dunkel und ihr Pferd war stehengeblieben. Beinahe war sie auf dem Pferderücken eingeschlafen.
Zu ihrer Erleichterung befand sich das Bündel noch in ihrer Armbeuge.
Etwas war anders. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Ihr wurde bewusst, dass sie sich auf einer Lichtung befand und schemenhaft erkannte sie die Umrisse einer Hütte.
Hinter deren geschlossenen Fensterläden fiel ein schwacher Lichtschein hindurch. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung kam aus ihrem Mund.
 Sie schlug ein Stück des wollenen Tuches, in das das Bündel eingewickelt war, beiseite und strich mit dem Handrücken über das weiche Kindergesicht. „Wir sind in Sicherheit!“
Die Antwort erfolgte durch ein klägliches Wimmern.

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Steky
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 33



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Glowworm,

deine Geschichte hat Atmosphäre, das gefällt mir!

Ein paar Anmerkungen:

Zitat:
Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen und von den Zweigen, die sie im Vorbeireiten streiften, rieselte er herab.


Ich schriebe: "Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen." Punkt. Warum? Weil das an sich schon ein sehr stimmiges und ausdrucksstarkes Bild ist - ganz nahe herangezoomt. Mit dem zweiten Teil zoomst du wieder weg, und das nimmt, finde ich, die Schärfe. Kurze, prägnante Bilder bleiben eher im Gedächtnis des Lesers hängen.

Wenn du den Satz änderst, musst du natürlich auch den darauffolgenden Satz ändern. Du könntest beide miteinander verbinden, z.B..

Zitat:
Die Frau hielt das Bündel fest mit einem Arm umklammert, während die andere Hand die Zügel hielt.


Wer ist "die" Frau? Warum nennst du nicht ihren Namen? Wegen der Spannung? So klingt das, als müsse ich diese Frau kennen ...

Zitat:
Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde Komma  und der Tag neigte sich dem Ende zu.


Zitat:
Noch eine Nacht in der Kälte würden sie nicht überstehen.


Du solltest auf Wortwiederholungen achten.
 
Zitat:
Sie schlug ein Stück des wollenen Tuches, in das das Bündel eingewickelt war, beiseite und strich mit dem Handrücken über das weiche Kindergesicht. „Wir sind in Sicherheit!“


Die Spannung hast du gut aufgebaut. Aber: Drei Tage reitet die Frau mit einem Baby durch die Winterlandschaft? Ich bin mir nicht sicher, ob es das überlebte. Es handelt sich doch um ein Baby?

Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen!

LG
Steky
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 891



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Glowworm,


Ich finde den Einstieg nicht sonderlich gelungen.


Zitat:
Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen und von den Zweigen, die sie im Vorbeireiten streiften, rieselte er herab. <- Ich würde das umstellen und den Rest weglassen: "Unter den Hufen des Rappen knirschte der Schnee.
Ansonsten herrschte unheimliche Stille im Wald. Die Frau hielt das Bündel fest mit einem Arm umklammert, während die andere
Hand die Zügel hielt.
<- "Fest mit einem Arm umklammert hielt die Frau das Bündel, während die vor Kälte tauben Finger (der anderen Hand) die Zügel fassten. - für mich klingt es so etwas harmonischer. Für mich liest es sich teilweise, als würden die Sätze nicht zusammengehören, einfach ein wenig abgehackt.  Die Wiederholung von "halten" zwei Mal in einem Satz muss auch nicht sein. Ihre Finger waren taub vor Kälte und ihre Muskeln zitterten vor Anstrengung. Drei Tage saß sie fast
ununterbrochen im Sattel. Nur zweimal hatte sie gerastet, damit das Pferd und sie sich ein wenig erholen konnten. <- Damit wäre ich vorsichtig. Das ist dramatisch, ja, aber auch unrealistisch. Die Frau muss trinken, essen, aufs Klo, und kann das Baby nicht mehrere Stunden ohne Krampf so im Arm halten. Würde dann eher empfehlen, dass man nur einwirft, dass sie wenig gerastet hat und mir die Erklärung, dass es nur war, damit Pferd und Reiterin sich erholen konnten, sparen.
Nun schlief sie fast ein vor Erschöpfung. Unter der schweren, grauen Kapuze schaute sie hinauf in den Himmel.
Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde und der Tag neigte sich dem Ende zu. <- das klingt mir etwas distanziert, das Unmittelbare fehlt mir. Und ich würde das eher umdrehen bzw. umformulieren.
Noch eine Nacht in der Kälte würden sie nicht überstehen.
Sie brachte ihr Pferd zum Stehen und zog eine Karte unter ihrem Umhang hervor. Mit gerunzelter Stirn studierte sie die Zeichnung. <- das könnte man zusammenehmen, klänge flüssiger. "Sie brachte das Pferd zum Stehen, zog eine Karte unter dem Umhang hervor und studierte sie/diese (mit gerunzelter Stirn) Ihr Pferd, hab ich durch das Pferd und ihrem Umhang durch den Umhang ersetzt, weil sonst kein Pferd und kein Umhang vorhanden sind.
Sie konnte die Sonne durch die Baumkronen und die schwere Wolkendecke nicht erahnen. „Ich habe mich verirrt.“, <- kein Punkt hier innerhalb der wörtlichen Rede dachte sie verzweifelt und <- das kann raus, lass die Geste für sich sprechen, dann ist die Verzweiflung spürbar presste das kleine Bündel fest an sich.
Sie <- die gleichen Anfänge lesen sich einfach unschön, das kannst du sicher besser. musste es in Sicherheit bringen.
Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und ließ es seinen eigenen Weg suchen. Sie schloss die Augen und überließ sich den schaukelnden Bewegungen des Pferdes. <- schon klar, kann raus
Nun lag es an ihm einen Weg zu finden. <- Wiederholung
Sie schreckte hoch. Es war dunkel und ihr Pferd war stehengeblieben. Beinahe war sie auf dem Pferderücken eingeschlafen. <- es wird bereits erwähnt, dass sie beinahe einschläft
Zu ihrer Erleichterung befand sich das Bündel noch in ihrer Armbeuge.
Etwas war anders. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Ihr wurde bewusst, <- Distanz  dass sie sich auf einer Lichtung befand und schemenhaft erkannte sie die Umrisse einer Hütte. <- das geht besser: "Schemenhaft zeichneten sich die Umrisse einer Hütte in der Dunkelheit ab."
Hinter deren <- dengeschlossenen Fensterläden fiel ein schwacher Lichtschein hindurch. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung kam aus ihrem Mund.
 Sie schlug ein Stück des wollenen Tuches, in das das Bündel eingewickelt war, beiseite und strich mit dem Handrücken über das weiche Kindergesicht. „Wir sind in Sicherheit!“
Die Antwort erfolgte durch ein klägliches Wimmern.
   


So, wie es hier steht, würde ich nicht weiter lesen. Insgesamt liest es sich für mich nicht flüssig, die Angst der Prota ist für mich nicht spürbar.

Wie immer nur meine persönliche Meinung. Vielleicht ist etwas Hilfreiches dabei.

LG,
Seraiya
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Diamond
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Glow,

ich habe Deinen Prolog gelesen. Das Thema Prolog ist ja ohnehin etwas umstritten, wie Du auch hier im Forum nachlesen kannst. Die Meinungen gehen diesbezüglich weit auseinander.
Bei Deiner Schreibe hatte ich keine Sekunde den Eindruck, dass es sich eindeutig um einen Prolog handelt, denn genauso gut könnte es sich auch um das erste Kapitel des Romans handeln. (Ein bisschen liest es sich für mich auch wie ein Romananfang.) Und genau da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Ich kenne natürlich den Romaneinstieg nicht und kann deshalb nur aus dem Bauch heraus meine Meinung dazu kundtun. Doch Stand jetzt würde ich dazu tendieren, Dir raten zu wollen, die Überschrift Prolog zu streichen.
Was ich an dem Text gut finde, ist, dass Du bemüht bist Spannung aufzubauen und das gelingt Dir zum Teil auch. Ich denke, mit ein bisschen Feinschliff, bei dem Dir die Mitglieder dieses Forums sicher behilflich sein werden, lässt sich auch die Qualität des Textes optimieren. Ansonsten gern gelesen.

VG Diamond
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scopie
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 154



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 20:09    Titel: Re: Prolog für Fantasygeschichte Antworten mit Zitat

Hi Glowworm,

wer reitet so spät durch Nacht und Wind ... Smile

Hier ein paar Vorschläge und Anmerkungen:
Zitat:
Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen und von den Zweigen, die sie (das "sie" bezieht sich hier auf die Hufen, meintest du die Frau und ihr Pferd?) im Vorbeireiten streiften, rieselte er herab. Ansonsten herrschte unheimliche Stille im Wald. Die Frau hielt das Bündel fest mit einem Arm umklammert, während die andere Hand die Zügel hielt. (Vorschlag: Die Reiterin umklammerte mit einem Arm fest ein Bündel, während sie mit der anderen die Zügel hielt.) Ihre Finger waren taub vor Kälte und ihre Muskeln zitterten vor Anstrengung. Drei Tage saß sie fast ununterbrochen im Sattel. Nur zweimal hatte sie gerastet, damit das Pferd und sie sich ein wenig erholen konnten. Nun schlief sie fast ein vor Erschöpfung. (Diesen Satz kann man weglassen, da die Erschöpfung an anderen Stellen im Text ausreichend deutlich wird.) Unter der schweren, grauen Kapuze schaute sie hinauf in den Himmel. Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde[Komma] und der Tag neigte sich dem Ende zu. Noch eine Nacht in der Kälte würden sie nicht überstehen.
Sie brachte ihr Pferd zum Stehen und zog eine Karte unter ihrem Umhang hervor. Mit gerunzelter Stirn studierte sie die Zeichnung. Sie konnte die Sonne durch die Baumkronen und die schwere Wolkendecke nicht erahnen. „Ich habe mich verirrt[kein Punkt]“, dachte sie verzweifelt und presste das kleine Bündel fest an sich. Sie musste es in Sicherheit bringen. Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und ließ es seinen eigenen Weg suchen. Sie schloss die Augen und überließ sich den schaukelnden Bewegungen des Pferdes. Nun lag es an ihm einen Weg zu finden. (Vorschlag: Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und überließ sich den schaukelnden Bewegungen. Nun lag es an ihm, einen Weg zu finden. So sind alle nötigen Informationen verpackt.)

Sie schreckte hoch. Es war dunkel und ihr Pferd war stehengeblieben. Beinahe war sie auf dem Pferderücken eingeschlafen. Zu ihrer Erleichterung befand sich das Bündel noch in ihrer Armbeuge. Etwas war anders. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. (Alles deutet für mich darauf hin, dass sie tatsächlich eingenickt ist. Dass sie nur im Halbschlaf gewesen ist, hätte ich ohne den erklärenden Satz nicht gemerkt.) Ihr wurde bewusst, dass sie sich auf einer Lichtung befand[Komma] und schemenhaft erkannte sie die Umrisse einer Hütte. Hinter deren Durch die geschlossenen Fensterläden fiel ein schwacher Lichtschein hindurch. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung kam aus ihrem Mund (vielleicht: "entwich ihr"). Sie schlug ein Stück des wollenen Tuches, in das das Bündel (hier passt das Wort "Bündel" nicht) eingewickelt war, beiseite und strich mit dem Handrücken über das weiche Kindergesicht. „Wir sind in Sicherheit!“ (Statt des Ausrufezeichens würde ich einen Punkt setzen, sie scheint es ja mehr zu keuchen als zu rufen.) Die Antwort erfolgte durch war ein ein klägliches Wimmern.

Insgesamt wirkt mir das alles noch etwas zu leblos, zu nüchtern beschreibend. Überall liest man den Hinweis "show, don't tell", und auch hier halte ich ihn für angebracht. Vielleicht ist auch die Handlung etwas zu dünn, um Spannung aufzubauen. Ansätze von Atmosphäre und etwas Geheimnisvollem sind da, aber letztendlich reitet nur eine x-beliebige Frau erschöpft durch einen Wald zu einer Hütte. Es fehlt etwas Besonderes, etwas mit Wiedererkennungswert, wo man sagen würde, "Das könnte für die eigentliche Geschichte wichtig sein" oder "Cool, das führt mich schonmal etwas in die Welt ein". So, wie der Text jetzt ist, gibt er zu wenig her, um mich richtig neugierig zu machen. Auch dass es sich bei dem Bündel um ein Baby handelt, ist eigentlich schon von Anfang an klar. Ein Geheimnis würde ich um den Inhalt nur machen, wenn in dem Stoff etwas anderes steckt, als man erwartet.

Ich denke auch, wenn man noch etwas Arbeit reinsteckt, kann daraus was Solides werden.

Liebe Grüße
scopie

P.S.: Ich habe erst nach Fertigstellung des Beitrags gesehen, dass in der Zwischenzeit auch schon andere geantwortet haben, bitte entschuldige daher eventuelle Überschneidungen.
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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016 23:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für eure Kritik! Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Text zu oberflächlich und langweilig daherkommt, kam an dieser Stelle aber alleine nicht weiter.

@Steky:
Danke für deine Anmerkungen!
Zitat:
Mit dem zweiten Teil zoomst du wieder weg, und das nimmt, finde ich, die Schärfe. Kurze, prägnante Bilder bleiben eher im Gedächtnis des Lesers hängen.

Diesen Tipp werde ich mir hinter die Ohren schreiben smile

Wer ist "die" Frau? Warum nennst du nicht ihren Namen? Wegen der Spannung? So klingt das, als müsse ich diese Frau kennen ...


Hier habe ich "die Frau" geschrieben, um offen zu lassen wer damit gemeint ist. Damit sich der Leser fragt, wer sie ist, woher sie kommt etc.

Zitat:
Aber: Drei Tage reitet die Frau mit einem Baby durch die Winterlandschaft? Ich bin mir nicht sicher, ob es das überlebte. Es handelt sich doch um ein Baby?

Ja, das klingt tatsächlich sehr unrealistisch. Ich werde das ändern. Mein Gedanke war, dass sie das Baby teilweise auf dem Rücken oder vor der Brust getragen hat und es die meiste Zeit geschlafen hat. Aber auch in einer imaginären Welt müssen Babys ja mal gefüttert und gewickelt werden Embarassed
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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016 23:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Seraiya:

Danke für deine Rückmeldung und deine Mühe mit der Textbearbeitung!
Zitat:
Für mich liest es sich teilweise, als würden die Sätze nicht zusammengehören, einfach ein wenig abgehackt. Die Wiederholung von "halten" zwei Mal in einem Satz muss auch nicht sein

Oh oh, ja die lieben Wortwiederholungen, sie kommen mir immer wieder unter.


Zitat:
Die Frau muss trinken, essen, aufs Klo, und kann das Baby nicht mehrere Stunden ohne Krampf so im Arm halten. Würde dann eher empfehlen, dass man nur einwirft, dass sie wenig gerastet hat und mir die Erklärung, dass es nur war, damit Pferd und Reiterin sich erholen konnten, sparen.

Du hast Recht. Ich habe es schon in der Antwort auf Stekys Rückmeldung geschrieben, dass mein Gedanke war, dass sie das Baby nicht ununterbrochen so hält, aber es liest sich natürlich so. [/quote]"Sie brachte das Pferd zum Stehen, zog eine Karte unter dem Umhang hervor und studierte sie/diese (mit gerunzelter Stirn) Ihr Pferd, hab ich durch das Pferd und ihrem Umhang durch den Umhang ersetzt, weil sonst kein Pferd und kein Umhang vorhanden sind.[quote]

Das klingt sehr viel besser. Ich glaube ich weiß jetzt, was du mit den "abgehackten Sätzen" meinst. Rolling Eyes


Zitat:
So, wie es hier steht, würde ich nicht weiter lesen. Insgesamt liest es sich für mich nicht flüssig, die Angst der Prota ist für mich nicht spürbar.

Wie immer nur meine persönliche Meinung. Vielleicht ist etwas Hilfreiches dabei.


Das kann ich nach der Kritik wirklich nachvollziehen. Ja, die Verbesserungsvorschläge haben mir auf jeden Fall geholfen, danke! Ich bin noch viel zu weit weg von der Figur und der Handlung.
LG
Glowworm
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Glowworm
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Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 30.11.2016 23:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Diamond:
Danke für deine Rückmeldung!
Ich habe mich für den Prolog entschieden, da die eigentliche Romanhandlung erst Jahrzehnte später einsetzt. Bin mir aber noch unsicher, ob ich den Prolog nicht komplett streiche und die Vergangenheit im Verlauf der Handlung "durchscheinen" lasse.

LG
Glowworm
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Glowworm
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 01.12.2016 00:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@scopie:
Danke auch dir für deine Anmerkungen und deine Verbesserungsvorschläge.
Zitat:
wer reitet so spät durch Nacht und Wind ... Smile


...Es ist der Vater mit seinem Kind Smile

Zitat:
(Vorschlag: Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und überließ sich den schaukelnden Bewegungen. Nun lag es an ihm, einen Weg zu finden. So sind alle nötigen Informationen verpackt.)

Guter Vorschlag! Das werde ich ändern.
Zitat:

Vielleicht ist auch die Handlung etwas zu dünn, um Spannung aufzubauen. Ansätze von Atmosphäre und etwas Geheimnisvollem sind da, aber letztendlich reitet nur eine x-beliebige Frau erschöpft durch einen Wald zu einer Hütte. Es fehlt etwas Besonderes, etwas mit Wiedererkennungswert, wo man sagen würde, "Das könnte für die eigentliche Geschichte wichtig sein" oder "Cool, das führt mich schonmal etwas in die Welt ein". So, wie der Text jetzt ist, gibt er zu wenig her, um mich richtig neugierig zu machen. Auch dass es sich bei dem Bündel um ein Baby handelt, ist eigentlich schon von Anfang an klar. Ein Geheimnis würde ich um den Inhalt nur machen, wenn in dem Stoff etwas anderes steckt, als man erwartet.


Du hast Recht. Da fehlen die Hinweise, die das Interesse des Lesers wecken. Ja, und es klingt wirklich nach einem klischeehaften, nichtssagenden Anfang. Embarassed Da muss ich doch mehr preisgeben als ich wollte, bzw. vielleicht sogar alles nochmal komplett umschreiben.

LG
Glowworm
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Moonbow
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 37
Beiträge: 40
Wohnort: Marburg / Hessen


BeitragVerfasst am: 01.12.2016 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Glowworm,

vorab: ich würde nicht mehr Informationen preisgeben. Jeder Mensch würde beim fertigen Buch den Klappentext gelesen haben und somit schon eine grobe Ahnung haben, wohin die Geschichte gehen soll. (und evtl. das Buch wieder aus der Hand legen)
Man kann es nicht allen Recht machen, also bleibt dir nur zu überlegen, welche Zielgruppe du ansprechen willst. Die einen mögen eine nach 5 Zeilen fesselnde und auch ab da an durchschaubare Geschichte, andere wollen langsam hineingezogen werden und lieben Überraschungen, machen sich erstmal ihre eigenen Gedanken, spekulieren ständig und freuen sich, wenn sie die Puzzleteile richtig gedeutet haben.

Sofern ihr Name nicht geheim bleiben soll, oder sie später keine Rolle mehr spielt, gib der Reiterin ruhig einen.

Von der Logik her stören mich die Drei Tage. Zieh dich elegant aus der Affäre, indem du die Zeit unbestimmt wählst.

z.B. "Geheimnisvolle Reiterin" wusste schon nicht mehr, wie lange sie bereits im Sattel saß.

oder etwas mehr Show:  

´Nur einen kurzen Moment die Augen schließen´, dachte "Geheimnisvolle Reiterin".
Erst das wimmernde Quieken des Babys, das sie fest umklammert hielt (vorheriger Satz mit dem Bündel streichen), brachte sie wieder in Wirklichkeit zurück. Sie richtete ihren Oberkörper, der das arme Kind beinahe erdrückte hätte, wieder auf und brachte ihr Pferd zum stehen.

Ist längst nicht perfekt, aber ich hoffe du siehst in welche Richtung ich gehen möchte. Das Bild ist da. (erschöpfte Reiterin + Baby)

Theoretisch könnte man nun direkt beim Hexenhäuschen weitermachen, das schwups einfach so da auf der Lichtung steht, denn die Reiterin ist wieder voll da (nach ihrem Sekundenschlaf).

Die Karte würde ich auch weglassen. Eine Karte ohne Bezugspunkte ist ohnehin vollkommen nutzlos. Und eine kleine Lichtung im Wald, wäre auf keiner Karte verzeichnet. Hier fehlen mir allerdings zu viele Informationen (besitzt sie Ortskenntnis, hat man ihr den Weg beschrieben ...., um dir eine bessere Lösung vorzuschlagen)

Auch das mit der Sonne erahnen, obwohl es, so verstehe ich es, kurz vor Sonnenuntergang ist, weglassen. Denn bei dir ist es ja auf einmal stockdunkel. *Stirnrunzeln*

Zitat:
Sie schreckte hoch. Es war dunkel und ihr Pferd war stehengeblieben. Beinahe war sie auf dem Pferderücken eingeschlafen.
Zu ihrer Erleichterung befand sich das Bündel noch in ihrer Armbeuge.


Das Bild in meinem Kopf: Schwummeriger Blick, Äuglein gehen zu, Schrecksekunde, und auf einmal ist es dunkel. Ok. Entweder böse Magie am Werk, oder sie hat mal eben ne geraume Zeit aufm Pferderücken geschlafen. Da du beinahe schreibst: böse finstere Magie!

Sollte das deine Absicht gewesen sein, darfst du es natürlich so schreiben. Solltest du dich in der Uhrzeit oder dem Zeitstrang verdaddelt haben, nochmal nachbessern.

Ich hoffe das hilft dir ein bisschen.

VG

Moonbow


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Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
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jon
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Beiträge: 257
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ein bisschen was zu den bisherigen Anmerkungen:

Ich sehe keinen Grund, es nicht Prolog zu nennen. Es wäre nur zu überlegen, ob eine Prolog nötig ist. Als Einstimmung jedenfalls finde ich ihn (bis dahin) gut. Ideal wäre aber, wenn er etwas enthält, das später wie ein Schlüssel wirkt (mal frei spekuliert: Im Buch wird auf eine erste Begegnung angespielt - und gemeint ist die im Prolog).

Nein, man muss nicht schon in den ersten Sätzen erfahren "worum es geht". Wäre es so, bräuchte man die Hälfte des Buches nicht zu schreiben. Der Leser muss lediglich „ein Bild sehen“ können. In Analogie zum Film ("Lesen ist wie Kino im Kopf") mal ein Beispiel: Erstes Bild = ein Typ in Cowboy-Kluft reitet durch die Steppe. Kamera geht näher und sieht, dass der Typ auf dem Pferd festbunden ist und Blut duch seine Kleidung sickert. Ein Augenlid des Typen zuckt. – Niemand würde verlangen, hier schon zu erfahren, wie der Typ heißt, wieso er blutet und wer ihn festgebunden hat.

Klang- und andere Details:

Zitat:
Der Schnee knirschte unter den Hufen des Rappen und von den Zweigen, die sie im Vorbeireiten streiften, rieselte er herab.

Im ersten Moment dachte ich: „Der Rappe rieselt von den Zweigen?“ Nein, der Satz ist nicht direkt falsch, aber der Bezug zu „Schnee“ führt über den Rappen hinweg - ich blieb (weil Geschlecht und Zahl passten) eben im ersten Moment an diesem hängen.
Der Satz ist mir für den ersten Satz zu umständlich. Es sind zwei Aussagen - mach doch auch zwei Sätze draus!

Zitat:
Ansonsten herrschte unheimliche Stille im Wald.

Erstens: Das schließt das Rieseln mit ein - ich glaube nur nicht, dass das Rieseln ein Geräusch macht.
Zweitens: Wieso unheimlich? Es ist tiefster Winter, da ist es im Wald praktisch immer still. Wer empfindet es (dennoch) als unheimlich? Die Frau? Die ist so geschafft, die ist mit dem puren Überleben „beschäftigt“.
Generell: Vorsicht mit Wertungen (oder „unterstreichenden“ Adjektiven)!

Zitat:
Die Frau hielt das Bündel fest mit einem Arm umklammert, während die andere
Hand die Zügel hielt.

falscher Zeilenumbruch

Zitat:
Ihre Finger waren taub vor Kälte und ihre Muskeln zitterten vor Anstrengung. Drei Tage saß sie fast
ununterbrochen im Sattel. Nur zweimal hatte sie gerastet, damit das Pferd und sie sich ein wenig erholen konnten.

falscher Zeilenumbruch
Dass die Muskeln zittern, hört sich für mich falsch an. Vor allem aber wirkt die Aussage wie „sie sitzt da ganz verkrampft“ - so fertig wie sie ist, hätte ich eher erwartet, dass eher „auf dem Pferd hängt“, also schlaff ist.
Wann sitzt sie drei Tage dort? Du meinst sicher: „Seit drei Tagen sitzt sie …“

Zitat:
Nun schlief sie fast ein vor Erschöpfung.

Eben! Nichts mit verkrampfter Hatung und zitternden Musklen …

Zitat:
Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde und der Tag neigte sich dem Ende zu.

Komma nach „würde“.
Der Zusammenhang von „es sah so aus“ und „der Tag neigte sich“ entzieht sich mir. Das sind doch zwei getrennte Dinge, schreib es also auch besser in zwei Sätzen!

Zitat:
Sie brachte ihr Pferd zum Stehen und zog eine Karte unter ihrem Umhang hervor. Mit gerunzelter Stirn studierte sie die Zeichnung.
Sie konnte die Sonne durch die Baumkronen und die schwere Wolkendecke nicht erahnen. „Ich habe mich verirrt.“, dachte sie verzweifelt und presste das kleine Bündel fest an sich.

Hier sehe ich ein ganz typisches Problem: Eben ist sie einfach nur sekptisch (die gerunzelte Stirn // Skepsis ist ein eher schwaches Gefühl), plötzlich ist verzweifelt (was ein sehr starkes Gefühl ist).
Auch typisch: unnötige Possesivpronomen. Es reicht, wenn sie das Pferd zu Stehen bringt (ein anderes ist ja nicht im Bild), so dass sich die Dopplung des „ihr“ ausflöst.
Um „Ich habe mich verirrt“ zu bemerken, genügt es nicht, nur auf die Karte zu schauen – man muss diese auch mit der Umgebung abzugleichen versuchen. Und dazu wiederum reicht der Blick zur Sonne nicht (wenn das überhaupt der Hinweis sein soll, dass sie deswegen die Sonne sucht).
Vorhin steht was von „Der Tag neigt sich dem Ende“, das heißt, die Sonne steht sehr tief. Da dürfte man sie im Wald (es ist doch ein Wald? Oder nur ein Baumstreifen an einer Seite des Weges?) sowieso nicht durch die Kronen (also oben) sehen können.

Zitat:
Mit letzter Kraft trieb sie ihr Pferd an und ließ es seinen eigenen Weg suchen. Sie schloss die Augen und überließ sich den schaukelnden Bewegungen des Pferdes.

Nein. Ja, es kann sein, dass sie das Pferd nochmal antreibt - aber dann sucht es sich nicht seinen Weg, sondern „rennt“ geradeaus (Weg von der „Störung“). Aber: Dieses Pferd ist seit drei Tagen unterwegs – ohne nennenswerte Pause oder gar Schlaf (von Futter rede ich mal noch gar nicht) - das geht nirgendwo mehr hin, das bleibt einfach völlig erschöpft stehen. Ich glaube auch nicht, dass ein Antreib-Versuch das ändern würde.

Zitat:
Nun lag es an ihm einen Weg zu finden.

Komma nach „ihm“ empfohlen
Im Wald hat es da kaum eine Wahl, oder? Immer den Weg entlang …

Zitat:
Sie schreckte hoch. Es war dunkel und ihr Pferd war stehengeblieben. Beinahe war sie auf dem Pferderücken eingeschlafen.

beinahe wäre sie
Wenn sie weggedämmert ist, gibt es ein Problem: Pferde „wissen“ nicht, dass ein Reiter den Kopf höher hat als sie den ihren - die laufen dortlang, wo sie durchkommen. Also wenn das Pferd nicht immer exakt in der Mitte des Weges läuft, wo keine Zweige runterhängen, müsste die Frau alle Nase lang Zweige ins Gesicht bekommen (da wegzudämmern ist schwierig). Wenn es gar keinen Weg gibt (auch das ist bei der bisherigen Beschreibung ja nicht auszuschließen), könnte das Pferd auch dicht unter einem Ast durchgelaufen sein - dann wäre die Frau vielleicht sogar runtergefallen. (Immer unter der Annahme, dass das Pferd überhaupt läuft!)

Zitat:
Zu ihrer Erleichterung befand sich das Bündel noch in ihrer Armbeuge.
Etwas war anders. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Ihr wurde bewusst, dass sie sich auf einer Lichtung befand und schemenhaft erkannte sie die Umrisse einer Hütte.

Ja klar war was anders: Es war inzwischen dunkel wink
Das „befand sich“ klingt mir ein wenig zu berichtsdeutsch. Ähnlich empfand ich „wurde sich bewusst“ - das passt hier nicht richtig. Man verwendet das eher bei „abstrakten“ Erkenntnissen wie „sie wurde sich bewusst, dass sie sich Gefahr befand“ oder „sie wurde sich bewusst, dass sie solche Aufgaben noch nie hatte lösen können“.
Dopplung „befand“
Komma nach „Lichtung befand“
Auch diese und-Kopplung hier wirkt eher verkrampft.

Zitat:
Hinter deren geschlossenen Fensterläden fiel ein schwacher Lichtschein hindurch.

„Hinter“ und „hindurch“ passen nicht zusammen.
Wenn es Nacht ist und das Hellste der Szene das Licht, das aus den Fenstern schimmert, dann sind nur die Fenster und das schwach erleuchtete Umfeld erkennbar – nicht die Hütte als solche, auch nicht schemenhaft. (Wir sind heute - vor allem in Stadtnähe - gewöhnt, dass es selbst in der Nacht noch ein kleines bisschen Licht gibt. Aber: Das hier ist nicht in Stadtnähe und einen Vollmond, dessen Licht der Schnee reflektieren könnte, gibt es auch nicht – es ist wirklich stockfinster.)

Zitat:
… und strich mit dem Handrücken über das weiche Kindergesicht. „Wir sind in Sicherheit!“

Warum schreit sie das Kind an? (Ausrufeszeichen)

Zitat:
Die Antwort erfolgte durch ein klägliches Wimmern.

Das ist sehr amts- oder berichtsdeutsch.


So viel von mir. Genereller Tipp: … fällt mir grad keiner ein. Vielleicht ein bisschen sorgfältiger auf die Plausibiltät achten? Und die und-Kopplungen von Sätzen, die zwei getrennte Dinge beinhalten, einschränken. Ansonsten: Klingt recht vielversprechend.


_________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Abifiz
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Grüß Dich Glowworm.

Vieles -- Zutreffendes -- ist Dir schon gesagt worden.

Der Topos einer "geheimnisvollen" Reiterin mit zu rettendem Kind ist sicher gut brauchbar. Nur darf es nicht allzu "verbraucht" daherkommen. Muß man extra sagen, daß sie "geheimnisvoll" ist? Die Gefahr des Kitsches ist sonst da. Auch die "unheimliche" Stille dürfte auf ihren Beischmuck verzichten: Daß sie "unheimlich" ist, ergäbe sich aus dem Text: Der Schnee erstickt die Geräusche, sonst bewegt sich nichts, etc.

Im Teil-Gegensatz (oder in Ergänzung) zu meinen Vor-Postern würde ich den Namen "erst passend" einführen, so wie filmisch beim Übergang von der Totalen zur Nahaufnahme: Die bis dahin namenlose Reiterin betritt die Hütte, klopft an, oder wie auch immer was tut: In dem Moment hat sie einen Namen (Schnitt zur Nahaufnahme). Also: Die Reiterin hier, die Reiterin da; dann:
 "Künegünde", oder wie auch immer, betrat die Hütte, oder wie auch immer. Noch mehr in diesem Sinne wäre es eventuell sogar von einem "Reiter" zu sprechen, ohne Hinweis auf das Geschlecht. Erster zarter Hinweis: "Wir sind in Sicherheit", hauchte leise die umhüllte Gestalt, oder wie auch immer. (Ist da etwa eine Frau?, fragt sich etwas vorausahnend der Leser...) Dann in der Action (Klopfen, Rufen, oder was auch immer) nicht mehr namenlos: "Philiberta" klopfte, etc. (Das heißt, Einführung des Namens ex abrupto, nicht mit "sie hieß...")

Ob ein Text einigermaßen gelungen ist, hängt auch von den spezifisch adressierten Lesern ab. Das müßtest Du lieber mitteilen. Zunächst setze ich von mir aus rein provisorisch voraus: Erwachsene. Wenn ich mich dabei irre, korrigiere bitte.
Zum Realismus: Reiterin, Baby und Pferd sind ja keine Überwesen: Was bedeutet für sie drei Tage auf der Flucht? Die Frau muß in drei Tagen mindestens zwölf Pausen haben. Es geht nicht nur um die schon hier besprochenen Bedürfnisse: Die Muskulatur gibt das nicht her: Weder das reitende Sitzen, noch das Halten der Zügel. Das Baby braucht Nahrung: Drei Tage ohne sind bis ca. einem Alter von 18 Monaten zu viel um durchgestanden zu werden. Das Pferd schafft es halbwegs auch so, aber nicht im schnellen Reiten drei Tage lang. Du kannst die Anzahl der Pausen unbestimmt halten, die Ermüdung beschreiben (z.B. die Versuchung, sich fallen zu lassen, nicht weiter zu machen nach einer Pause), und ansonsten die Zügel aus der Hand geben lassen, und immer wieder im Sattel einnicken lassen: Das wäre, falls erzähltechnisch vertretbar, glaubwürdiger... und auch mysteriöser: Wohin reitet die Mähre, die offenkundig ein Ziel hat? Wichtig: Bei einer solchen Strapaze kann das Pferd nur recht langsam im Schnee vorankommen.

Sind sie wirklich in Sicherheit in der Hütte? Das sollte glaubwürdig sein, hängt ja von der Art der konkreten Gefährdung ab, und natürlich auch vom erwarteten Schutz dort.

Grundsätzlich finde ich die Idee durchaus praktikabel, im ersten Kapitel die Vorausgeschichte einzubringen, dann weiterzumachen zwanzig/dreißig Jahre später.

Wie schon geäußert, hast Du eine gewisse gute Neigung für Atmosphäre. Aber noch ein wenig unsicher. Damit läßt sich eben prima weiterwachsen.

"Es sah so aus, als ob es bald wieder schneien würde und der Tag neigte sich dem Ende zu." Das zerläppert. Ich habe es als Beispiel genommen. Auch sind meine Vor-Poster schon darauf eingegangen. Stell Dir vor, es ist ein Film. Bei diesem Text sind schnelle Schnitte angesagt. Solch ein "und" verlangsamt, macht das ganze diskursiver. Seraya und Scopie haben es sehr gut dargelegt.

Was das Halten des Babys angeht: Bauchgurt. Bauchsack. Etwas in der Art. Im Arm hätte sie schon nach vier Stunden keine Kraft. Überhaupt ist manches von der Temperatur abhängig. Einen Hinweis darauf kannst Du irgendwo im ersten Kapitel vielleicht geschickt unterbringen. Die Idee mit der Karte ginge nur in den Pausen. Und der Klepper sollte lieber von selbst plötzlich halten vor der Lichtung: Die Frau wird dadurch wieder in die Wirklichkeit geworfen, weg von ihrem Schlummer.

Mein Gefühl sagt mir, daß Du schreiben kannst.

Herzlich
Abifiz


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Meine sehr kluge Signatur befindet sich noch in der Herstellungsphase. Falls keine gravierenden Inkompatibilitätsprobleme auftauchen werden, rechne ich mit ihrer Lieferung für das 1. Quartal 2034. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen.
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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 11:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Moonbow:

Vielen Dank für deine Rückmeldung.
Zitat:
Die Karte würde ich auch weglassen. Eine Karte ohne Bezugspunkte ist ohnehin vollkommen nutzlos. Und eine kleine Lichtung im Wald, wäre auf keiner Karte verzeichnet. Hier fehlen mir allerdings zu viele Informationen (besitzt sie Ortskenntnis, hat man ihr den Weg beschrieben ...., um dir eine bessere Lösung vorzuschlagen)


Das macht an dieser Stelle Sinn die Karte wegzulassen. Danke für den Tipp Smile.

Zitat:
Da du beinahe schreibst: böse finstere Magie!

Da es Fantasy ist, wäre das ja eine Option. Cool Nein, die Dunkelheit bricht tatsächlich sehr plötzlich über sie herein. Vielleicht wäre die Dämmerung doch vorzuziehen. Dann kann sie auch die Hütte besser erkennen.

LG
Glowworm
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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 11:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Jon:

Danke auch für deine Mühe und die Rückmeldung.
Zitat:
Ideal wäre aber, wenn er etwas enthält, das später wie ein Schlüssel wirkt (mal frei spekuliert: Im Buch wird auf eine erste Begegnung angespielt - und gemeint ist die im Prolog).


Das war meine Absicht. Im späteren Verlauf der Handlung soll der Prolog einen Hinweis geben, der den Leser auf die richtige Fährte führt.

Zitat:
Der Satz ist mir für den ersten Satz zu umständlich. Es sind zwei Aussagen - mach doch auch zwei Sätze draus!

Ja, du hast Recht. Ich werde das umsetzen. smile

Zitat:
So viel von mir. Genereller Tipp: … fällt mir grad keiner ein. Vielleicht ein bisschen sorgfältiger auf die Plausibiltät achten? Und die und-Kopplungen von Sätzen, die zwei getrennte Dinge beinhalten, einschränken. Ansonsten: Klingt recht vielversprechend.

Der Tipp mit der Plausibilität ist sehr wertvoll. Diese vielen, kleinen Logikfehler, die du entdeckt hast, werde ich ausmerzen. Soetwas fällt mir beim Schreiben selbst erstmal gar nicht auf.

LG
Glowworm
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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 11:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Abifiz:

Auch dir vielen Dank für die Mühe und die Verbesserungsvorschläge smile.

Zitat:
"Künegünde", oder wie auch immer, betrat die Hütte, oder wie auch immer. Noch mehr in diesem Sinne wäre es eventuell sogar von einem "Reiter" zu sprechen, ohne Hinweis auf das Geschlecht. Erster zarter Hinweis: "Wir sind in Sicherheit", hauchte leise die umhüllte Gestalt, oder wie auch immer. (Ist da etwa eine Frau?, fragt sich etwas vorausahnend der Leser...) Dann in der Action (Klopfen, Rufen, oder was auch immer) nicht mehr namenlos: "Philiberta" klopfte, etc. (Das heißt, Einführung des Namens ex abrupto, nicht mit "sie hieß...")

Das ist ein guter Tipp. Auch das Geschlecht erstmal unerwähnt zu lassen.

Mit deinen Hinweisen was den Realismus betrifft, hast du Recht. Die Logikfehler haben ja schon Mehrere entdeckt. Embarassed
Was den Schutz in der Hütte betrifft, werde ich mir nochmal überlegen, wie ich diese als eindeutig sicheren Ort darstellen kann. Dort könnte ja sonst tatsächlich eine Gefahr lauern.
Die "schnellen Schnitte" werde ich ebenfalls versuchen umzusetzen.

Zitat:
Mein Gefühl sagt mir, daß Du schreiben kannst.

Danke für die Ermutigung! smile Ich wollte gerade schon demotiviert den Kopf auf die Tischplatte sinken lassen. Die Anmerkungen helfen mir aber tatsächlich sehr viel weiter. V. A. da ich sehr eingerostet bin, was das Schreiben betrifft und dringend üben muss.

LG
Glowworm
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Glowworm,

die Grundidee ist sicher nicht schlecht: unbekannte Frau mit Inkognito-Kind auf der Flucht, Zielpunkt einsame Hütte im Wald. Aber es ist auch eine Ausgangslage, die nicht völlig neu ist, darum wäre ich schon neugierig, was Du daraus machst. Smile

Wenn es doch bei einem Prolog bleibt, finde ich die Idee von abifiz gut, dass aus der Frau ein geschlechtsneutraler Reiter wird. Umso besser ist dann der erste Auftritt des Reiters als Frau im ersten Kapitel (oder später).

Außerdem kamen mir noch zwei Gedanken: Als ich das Wort "Bündel" las, dachte ich: okay, Frau mit Baby auf der Flucht. Ist das gewollt? Man könnte doch im Prolog noch vollkommen offen lassen, was der Reiter da bei sich trägt und in Sicherheit bringt. Ein "es", eine "Fracht" (naja, das ist nicht das ideale Wort), ein verschnürtes Paket??? Du weißt, worauf ich hinaus will. Wink Das wäre quasi die Weiterführung von abifiz' Idee.

Der zweite Gedanke war: Ein Reiter mit einem Kind, der durch einen Wald flieht ... Erlkönig. Da ist es viel gehetzter und voller Panik, voller Gefahr. Da es ein Prolog ist, und wenn es ohnehin klar ist, dass der Reiter ein Kind dabei hat, vielleicht könnte man mit der Analogie ja ein bisschen spielen?

Aber wie gesagt, das sind nur so Gedanken.
Liebe Grüße
Selanna


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Selanna hat Folgendes geschrieben:

Der zweite Gedanke war: Ein Reiter mit einem Kind, der durch einen Wald flieht ... Erlkönig. Da ist es viel gehetzter und voller Panik, voller Gefahr. Da es ein Prolog ist, und wenn es ohnehin klar ist, dass der Reiter ein Kind dabei hat, vielleicht könnte man mit der Analogie ja ein bisschen spielen?


Der zweite Gedanke könnte tatsächlich gut sein, wenn er nicht einen Haken hätte. Goethe benutzt Erlkönig als eine Metapher für den Tod. Ich denke, das passt dann doch nicht so richtig.

VG Diamond
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Selanna
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

@Diamond:
Ich dachte dabei nicht an eine tiefgreifende Erlkönig-Analyse, mit Auflösung grundlegender Methapern, sondern an ein Spiel mit ein paar Assoziationen, Wörtern, der Atmosphäre. In der Werkstatt Prosa hat Inkognito "Nathan" eingestellt und Ithanea und ich fühlten uns von der Thematik her an Hesses Demian erinnert. Ich fand diese Assoziation schön.

Es reicht ja schon, was da steht, um mich an den Erlkönig zu erinnern:
Dunkel, und davor sicher dämmrig, ist es im Prolog bereits, statt Stille könnte man, wenn man will, auch einen Wind wehen lassen, der den Schnee zum Herabrieseln bringt. Das Kind hält sie ja schon im Arm, es ist ohnehin die Rede von großer Kälte, also liegt der Gedanke nicht fern, dass das Kind hier durch die Wärme des Reiters geschützt ist. Es ist eine Fantasygeschichte, das passt auch zum Erlkönig.

Wenn die Reiterin nun noch einfach etwas gehetzter aufträte, den Wind und die Dunkelheit als unheimlicher empfände und sie sich vor einem unsichtbaren, da nicht konkret anwesenden (nicht dem Erlkönig, aber sie weiß wahrscheinlich, dass irgendjemand sie sucht oder hinter ihr her ist) Verfolger fürchtet, und das Kind sich etwas unruhiger verhält ...

Naja. Nur ein Gedankenspiel. Glowworm hat sich ja noch gar nicht dazu geäußert, somit ist der Monolog quasi hinfällig Laughing

Trotzdem liebe Grüße
Selanna


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Glowworm
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BeitragVerfasst am: 03.12.2016 11:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Selanna,

danke dir für deine Rückmeldung smile.

Zitat:
Als ich das Wort "Bündel" las, dachte ich: okay, Frau mit Baby auf der Flucht. Ist das gewollt? Man könnte doch im Prolog noch vollkommen offen lassen, was der Reiter da bei sich trägt und in Sicherheit bringt. Ein "es", eine "Fracht" (naja, das ist nicht das ideale Wort), ein verschnürtes Paket??? Du weißt, worauf ich hinaus will. Wink Das wäre quasi die Weiterführung von abifiz' Idee.


Ich schreibe gerade verschiedene Versionen des Prologs, um eure Vorschläge auszuprobieren. In einer Version habe ich weder ein Bündel noch ein Baby erwähnt und es kommt dann in den letzten Sätzen heraus, dass es sich um eine Frau mit einem Baby handelt. Finde ich gar nicht schlecht. Allerdings bereitet es mir wiederum Kopfzerbrechen, dass ich dadurch auf Distanz zu der Figur bleibe. Deshalb werde ich in einer anderen Version ihr einen Namen geben und damit auch deinen Vorschlag mit der Erlkönig-Analogie umsetzen. Mal sehen, wie das wirkt smile.
Es war tatsächlich nicht beabsichtigt, aber wahrscheinlich habe ich den Erlkönig so verinnerlicht, dass er jetzt einfach mal raus wollte Laughing .
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Glowworm
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Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 07.12.2016 12:25    Titel: Überarbeitete Version pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe den Prolog umgeschrieben und möchte euch nun die Version präsentieren, in der noch nicht sofort deutlich wird, dass es sich um eine Frau und ein Baby handelt. Zufrieden bin ich noch nicht, aber mal sehen, was ihr dazu schreibt. Wie gesagt, das ist eine Version, die ich jetzt erstmal ausprobiert habe. Danke schon mal für eure Rückmeldung smile.

(Version 2)

Unter den Hufen des Rappen knirschte der Schnee. Im Vorbeireiten streiften Tannenzweige den zusammengekauerten Reiter. Eine schwere, graue Kapuze und ein Tuch verbargen sein Gesicht bis auf die Augen. Erschöpft hob er den Blick zum Himmel. Es sah aus, als ob bald neuer Schnee fallen würde. Der Tag neigte sich dem Ende zu. Seit drei Tagen war er nun schon unterwegs und hatte nur die nötigsten Pausen eingelegt. Seitdem er die Grenze hinter sich gelassen hatte, schaute er seltener zurück. Nun aber fürchtete er die Kälte und Dunkelheit der herannahenden Nacht. Ein schneidender Wind ließ ihn das Gesicht in seinem Mantel vergraben. Er schlang den Arm schützend um den Leib und überließ sich den schaukelnden Bewegungen des Pferdes. In der Hoffnung, dass das Tier einen Weg in die Zivilisation finden würde.

Als er das nächste Mal aufschaute, befanden sie sich auf einer Lichtung. Vor einer Hütte stand ein Mann mit dem Rücken zu ihnen. Seine Axt ließ ein Stück Holz auseinanderklaffen. Der Reiter lenkte das Pferd bis in Rufweite heran. Einen Dolch ertastend erhob er die Stimme: „Seid gegrüßt!“ Der Mann fuhr herum. „Wer seid ihr?“, fragte er argwöhnisch. „Wem dient ihr?“, fragte hingegen der Reiter. Der Mann runzelte die Stirn, überlegte, beschloss jedoch, die Frage zu beantworten. „Ich diene allein unserem König Lodenon, wie alle hier in Sekarus.“ Hinter ihm öffnete sich die Tür einen Spalt und eine alte Frau steckte ihren Kopf heraus. „Wer seid ihr?“, fragte sie ebenfalls. Hinter ihrem Rücken hielt sie einen Besen fest umklammert. Der Reiter ritt näher heran. Dann stieg er steifbeinig und umständlich aus dem Sattel. Die Augen der Frau weiteten sich, während der Mann den Stiel seiner Axt fester packte. Mit steifen Fingern zog der Reiter das Tuch vom Gesicht und nahm die Kapuze vom Kopf. Ein langer, dunkelbrauner Zopf kam zum Vorschein. Verblüfft ließ der Mann die Axt sinken, als er erkannte, dass eine Frau vor ihnen stand. „Mein Name ist Edonya und ich brauche dringend eine Bleibe für die Nacht.“ Ein leises Wimmern kam unter ihrem Umhang hervor und sie schlug das Tuch, das sie umgelegt hatte, zur Seite. Ihre Hand strich über ein blasses Kindergesicht. „Wir brauchen eine Bleibe für die Nacht“, verbesserte sie sich.
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Bunt Speck
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Beiträge: 370
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi

finde ich besser als Part 1, weil mehr Spannung. Aber die Perspektive ... sie ist sehr distanziert, und man könnte sicher noch mehr Spannung aufbauen, wenn man die Perspektive an eine Person heftet ... die Reiterin zum Beispiel. Kommt eben darauf an, wer tragend im Prolog sien soll. Noch spannender wäre sicher die Perspektive des Holzfällers und damit auch der Überraschungseffekt Reiter=Frau größer.

Für eine Prolog wäre die Frage, wer hier agiert und wie diejenigen zum Rest in der Geschichte stehen. Vermutlich soll ja die Protagonistin die Frau/Reiterin sein, deren Geschichte hier ihren Lauf nimmt ... dann könnte das auch ein erstes Kapitel sein, direkt in die Handlung. Perspektive wäre dann bei ihr und der Leser sollte die Dinge aus ihrer Nähe erleben ... z.B., dass die Frau hinter der Türe etwas hinter dem Rücken hält, mehr nicht ... wenn man das von außen überhaupt sehen kann (dass es ein Besen ist weiß die Reiterin nicht und sollte der Leser auch nicht wissen = Spannung).

Gruß
Bunt
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Selanna
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 542
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 08.12.2016 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Glowworm!

Ich stimme Bunt Speck ganz zu, ich finde auch, die Überarbeitung ist Dir gut gelungen!
Der Satz gefällt mir in der Geschichte besonders:
Zitat:
Seitdem er die Grenze hinter sich gelassen hatte, schaute er seltener zurück.

Ohne auf die Verfolger lang und breit einzugehen, ist so alles gesagt smile

Was ich etwas abrupt finde, ist die Stelle zwischen ersten und zweiten Absatz. Ich lese von einem Reiter, der schon lange reitet, auf der Flucht ist und sich nach einer Zuflucht sehnt - Absatz - zack, da ist die Zuflucht.
Könntest Du hier noch ein, zwei Absätze einfügen, dass sich die Stunden ziehen oder Ähnliches? Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber durch dieses Aufeinanderfolgen von Zivilisation und Hütte auf Lichtung fällt für mich die Tortur, die seit 3 Tagen hinter dem Reiter liegt, irgendwie unter den Tisch.
Wenn der Mann Holz hackt, hätte die Reiterin ihn schon von weitem gehört. Vllt lässt Du ihn Holz aufschlichten, die Axt in unmittelbarer Reichweite gegen irgendwas gelehnt?
Dass Du das, was die Frau hinter ihrem Rücken hält, nicht benennst, wie Bunt Speck vorschlägt, fände ich auch besser.

Liebe Grüße
Selanna


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