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[KuGe] Der Geburtstag

 
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Eireena
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 373



BeitragVerfasst am: 04.12.2007 16:58    Titel: [KuGe] Der Geburtstag eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Geburtstag

Das Ortsschild liegt bedrohlich vor uns. Martin bremst ab. Bis eben streckten sich Kuhweiden und Maisfelder in den Horizont, jetzt verdrängen gepflegte Höfe und Fachwerkhäuser die freie Sicht. Sie ziehen sich einen breiten Bürgersteig entlang, auf dem ich keinen einzigen Hundehaufen entdecken kann. Ich bekomme Panik. Nur noch zweimal abbiegen, dann sind wir da. Martin wird anhalten und den Schlüssel abziehen und ich muss den Schutz des Wagens aufgeben, mir die Tränen wegwischen und so tun, als ob wir ein ganz normales Paar wären. Wie soll ich diesen Geburtstag überleben? Wie mein verquollenes Gesicht erklären und nichtssagende Gespräche überstehen? Ich schaue kurz zu Martin, der sich immer noch darin gefällt, mich zu ignorieren. Ich ahne, dass wir miserabel spielen werden. Können wir nicht einfach weiter fahren? Dieses kleine Kaff nur durchqueren, auf der andere Seite wieder rausfahren, als hätten wir hier gar nichts zu suchen? Ich will nicht die Hauptstraße verlassen und in die kleinbürgerliche Welt abbiegen, zu den ordentlich gestriegelten Vorgärten und Häuschen, zu denen wir nicht passen. „Bitte, geradeaus weiter fahren!“, beschwöre ich uns, ohne, dass ein Wort meine Lippen verlässt. Martin blinkt, geht vom Gas, schaltet und biegt rechts ab. Wenn ich nicht schon heulen würde, würde ich spätestens jetzt damit beginnen.

Warum sitze ich hier überhaupt? Was hatte ich auf diesem Geburtstag zu suchen? Es sind seine Freunde, nicht meine. Mich mögen sie noch nicht mal – zumindest Olga hasst mich und sie ist es, die eingeladen hat. Achtunddreißig wird sie und erwartet, dass alle Welt sie für Ende Zwanzig hält; dabei sah sie schon im letzten Sommer wie jenseits der Vierzig aus. Mit ihrer Marotte komme ich gut zurecht. Ein paar Komplimente an einen Körper verschwenden, der es nicht verdient hat, fällt mir leicht. Nervaufreibender ist, dass Olga sich in den Kopf gesetzt hat, alle jüngeren Frauen als intellektuelle Tiefflieger zu betrachten. Und das stört mich gewaltig, vor allem, da ihre unterstellte Dummheit proportional zum abnehmenden Alter stieg, und ich ganze sechzehn Jahre jünger bin als sie. Wenn sie eine erfahrene Weltenbummlerin wäre, mehrere Jahre in Afrika gelebt hätte, als politische Aktivistin auf die Straße ginge oder zumindest von einer Vergangenheit als Prostituierte zehren könnte, würde ich gerne ihren Erklärungen der Welt andächtig lauschen. Die Wahrheit ist so unspektakulär wie Olgas Äußeres: Ein Leben an Jürgens Seite. Bereits in der Oberstufe haben sie sich kenngelernt und nisten nun schon im zehnten Jahr im eigenen Häuschen in diesem abgelegenen Dorf – finanziert vom Geld der Eltern - ohne, dass sie es bislang geschafft hatten, ein Kind in ihre heile Welt zu setzen.

In der kleinen Anliegerstraße sticht eine Villa exotisch zwischen den weißen Bungalows und adretten Spitzgiebelhäuschen hervor, von denen das letzte in der Reihe Jürgen und Olga gehört. Martin parkt hinter einem silbernen Lexus. Wir sind da. Eine träge Augusthitze empfängt uns, als wir aus dem Wagen steigen. Bei dem Anblick des Jägerzauns, der ihr Anwesen begrenzt, stelle ich mir vor, wie Olga jeden Morgen mit abenteuerlich gesinntem Geist die kleine Pforte öffnet und sich aufmacht in einen Tag voller Gefahren und Abenteuer in der großen Stadt. So wird sie ihr verschlafenes Dasein wohl empfinden, wenn sie morgens in die Buchhandlung fährt, in dessen Büro sie als Mädchen für alles arbeitet und wahrscheinlich ein Viertel ihres Tages mit Kopierarbeiten verbringt. In ihren nicht versiegen wollenden Erzählungen klingt es eher, als ob sie täglich über Millionenverträge entschied und wichtige Staatsgäste bei ihr ein- und ausgingen. Unter unseren Sohlen quietscht der kleine Kiesweg, der an kurz geschorenem Rasen vorbei mitten ins Elend führt. Die  Eingangstür ist von einem Rundbogen mit dunkelroten Rosen umfasst, deren Schönheit mich heute nicht trösten kann.

Ich schaue auf meine Armbanduhr - kurz vor vier. Wenn alles gut geht, können wir in eineinhalb Stunden schon wieder aufbrechen, ohne dass es unhöflich wirkt. Geschenk überreichen, Kaffee trinken, reden, Olgas jugendliches Aussehen loben, interessiert tun und wieder fahren. Ich bete, dass Martin es genau so sieht, doch seinen Blick suche ich vergeblich. Er schaut immer noch an mir vorbei und mir wird mulmig. Spätestens jetzt müssten wir unseren Streit für kurze Zeit aussetzen, oder sollte jeder mitbekommen, was Sache ist? Martin klingelt und ich verstecke mich hinter seinen Schultern. Von seinem Nacken ausgehend vermischt sich ein dezenter Hauch Schweiß mit dem Aftershave, das ich ihm zu Weihnachten geschenkt habe. Über allem liegt sein Zigarettenrauch, der stets von seinem dunklen Haar, seinen Fingern und seinen Hemden ausgeht. Eine Mischung, die ich im Schlaf erkenne und mich daran erinnert, warum ich hier stehe: Seinetwegen. Nur wegen Martin bin ich hier. Aus einem mir unverständlichen Grund wollte er mich trotz allem dabei haben. Er hat es nicht ganz so diplomatisch ausgedrückt, sondern mit einem „Wenn Du jetzt Deinen Arsch nicht in den Wagen bewegst, bist Du wirklich das Allerletzte!“. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob er nicht die Gelegenheit nutzen will, mich vor seinen Bekannten bloßzustellen – oder schlimmer noch, offen auszuplaudern was ich getan hatte. Über meinen Rücken zieht eine Hitzewelle aus Angst.

...


Freue mich auf Eure Kritik! Ist vielleicht etwas schwierig, da bei dem Ausschnitt noch nicht absehbar ist, worum es geht und auf welche Katastrophe der Geburtstag zusteuert... Wink

LG
Eireena



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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.12.2007 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Habe die Story sehr gerne gelesen, bin wirklich gespannt, wie es weitergeht! Da die Geschichte vom Stil her, wie viele deiner anderen, nahezu tadellos geschrieben ist, verkneife ich mir jeglichen Verriss. Nur so viel: Du hast es drauf! Daumen hoch Einmal habe ich die Geschichte überflogen. Einmal habe ich sie des Inhalts willen gelesen. Und zweimal habe ich sie gelesen, weil sie sich eben so verdammt gut liest. Du kannst wirklich gut mit der Sprache umgehen, es wird nie langweilig!
Nur eine winzig kleine Anmerkung:
Zitat:
Sie ziehen sich einen breiten Bürgersteig entlang

Hier stimmt etwas mit der Grammatik nicht, glaubisch


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um die Dunkelheit zu sehen"
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 04.12.2007 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eireena!

Eireena hat Folgendes geschrieben:
„Bitte, geradeaus weiter fahren!“, beschwöre ich uns, ohne, dass ein Wort meine Lippen verlässt.

Da kommt kein Komma hin.

Eireena hat Folgendes geschrieben:
Bereits in der Oberstufe haben sie sich kenngelernt und nisten nun schon im zehnten Jahr im eigenen Häuschen in diesem abgelegenen Dorf – finanziert vom Geld der Eltern – ohne, dass sie es bislang geschafft hatten, ein Kind in ihre heile Welt zu setzen.

Da auch nicht. smile

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Sie ziehen sich einen breiten Bürgersteig entlang

Hier stimmt etwas mit der Grammatik nicht, glaubisch

Doch, alles paletti. smile



Die Geschichte liest sich flüssig. Da ist kein Haken, kein Stolperstein, kein Grat und kein Dorn. Die Szenerie hast du bildreich beschrieben, die Fahrt und die Umgebung werden von vielen kleinen Details geschmückt und schaffen eine dörfliche Vertrautheit. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich noch anmerken soll, jetzt, da die Geschichte erst losgeht. Eine geschmacksorientierte Kleinigkeit vielleicht noch: Für meinen Geschmack ist der Sarkasmus – dieses Fitzelchen Bitterkeit, dass da aus der Erzählerin spricht, wenn sie an Olga denkt – zu harmlos, zu vorsichtig, zu defensiv. Aber auch das will ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht monieren, weil ich nicht sagen kann, inwieweit sich die Situation noch zuspitzt und worauf alles hinausläuft.

Ich bin gespannt wie ein zu enges Tanga-Höschen.   Cool

Liebe Grüße,

Martin


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Eireena
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BeitragVerfasst am: 05.12.2007 10:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:
Einmal habe ich die Geschichte überflogen. Einmal habe ich sie des Inhalts willen gelesen. Und zweimal habe ich sie gelesen, weil sie sich eben so verdammt gut liest.


Vielen Dank Krümel für Deine Kritik, die ja rasend schnell gekommen ist, und Du es in der Zeit sogar mehr als einmal gelesen hast. Freut mich wirklich, dass Dir der Stil gefällt und Du es gerne gelesen hast!!

An der Grammatik kann ich jetzt auch nichts falsches entdecken. Vielleicht gefällt Dir nicht, dass Häuser sich entlangziehen, sondern würdest eher erwarten, dass Häuser an einem vorbeiziehen?

MosesBob hat Folgendes geschrieben:

Für meinen Geschmack ist der Sarkasmus – dieses Fitzelchen Bitterkeit, dass da aus der Erzählerin spricht, wenn sie an Olga denkt – zu harmlos, zu vorsichtig, zu defensiv. Aber auch das will ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht monieren, weil ich nicht sagen kann, inwieweit sich die Situation noch zuspitzt und worauf alles hinausläuft.

Vielleicht kann wirklich eine Spur mehr Pfeffer dran.
Da es sich auf dem Geburtstag nicht auf einen Zickenkrieg zwischen Olga und dem Prota zuspitzt, hab ich sie eher resigniert über die Situation nachdenken lassen. Olga ist ihr eigentlich ziemlich egal und mit den älteren Bekannten, die sie aufgrund ihres Alters nihct akzeptieren, hat sie mehr oder weniger abgeschlossen und kämpft nicht mehr darum ihre Vorurteile zu widerlegen.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Ich bin gespannt wie ein zu enges Tanga-Höschen.  

 Very Happy  Noch ein wenig Geduld, überarbeite gerad noch eine Stelle...  Und Danke für Deine hilfreiche Kritik. Hab auch ganz nebenbei wieder eine neue Kommaregel gelernt.

LG
Eireena


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Nihil
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BeitragVerfasst am: 05.12.2007 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eireena!
Mir hat die Geschichte auch sehr gut gefallen. Das liegt vor allem daran, dass du die Situationen und Gefühle so gut beschreiben kannst. Allein der besondere Anfangssatz fängt einen ein, weil man sich sofort fragt, warum ein Ortsschild bedrohlich sein kann. Die Antwort folgt ein paar Sätze später, was ich wiederum gut finde, da der Leser nicht schon zu Beginn mit einem unerträglichen Geheimnis konfrontiert wird. Ich kann nicht gut beschreiben, was ich dabei denke, aber ich hoffe, du hast es trotzdem irgendwie verstanden. wink
Auch dein Thema gefällt mir, weil es mal was anderes ist. Das ist eigentlich ein ganz normales Alltagsproblem, aber du verstehst es, vor allem gegen Ende eine solche Spannung aufzubauen, als wenn ein geliebter Charakter droht, im nächsten Augenblick zu sterben. Wirklich gut gelungen!
Was mich allerdings sehr stört, sind solche Ausdrücke wie:
Zitat:
Wenn ich nicht schon heulen würde, würde ich spätestens jetzt damit beginnen.

Dieser Satz wirkt auf mich so, als wolltest du ganz zwanghaft Gefühle aus dem Leser pressen. Das hast du aber gar nicht nötig, weil das auch so ganz hervorragend und wie man von selbst vonstatten geht. Solche Sätze finden sich öfter in deiner Geschichte. Von ihnen abgesehen zeigst du hier aber mit glaubwürdiger Sprache eine unmittelbare Situation, die den Leser sofort gefangen nimmt. sehr schön!

- Ganymed

Achja, die 9 spare ich mir auf, weil ich damit die Fortsetzung erzwingen will.  Twisted Evil
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Eireena
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007 20:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Ganymed,

vielen Dank für Deine Kritik!

Ganymed hat Folgendes geschrieben:
Was mich allerdings sehr stört, sind solche Ausdrücke wie:
Zitat:
Wenn ich nicht schon heulen würde, würde ich spätestens jetzt damit beginnen.

Dieser Satz wirkt auf mich so, als wolltest du ganz zwanghaft Gefühle aus dem Leser pressen. Das hast du aber gar nicht nötig, weil das auch so ganz hervorragend und wie man von selbst vonstatten geht.

Eigentlich sind solche Einschübe eher gedacht, um die Intensität der Gefühle abzuschwächen, da der Prota ein wenig selbstironisch über seinen aufgelösten Zustand redet. War also nicht dazu dedacht, den Leser betroffen zu machen, sondern eher im Gegenteil als Auflockerung.

Aber gut zu wissen, dass es anscheind auch anders aufgenommen werden kann  Wink

Zitat:

Achja, die 9 spare ich mir auf, weil ich damit die Fortsetzung erzwingen will.  Twisted Evil

Oh je, vielleicht bist Du ja auch darüber enttäuscht wie die Geschichte weitergeht, da der etwas flapsige Ton, den Du vielleicht nicht magst, sich darin fortsetzt.

Aber wichtiger als eine hohe Punktzahl ist mir sowieso, dass ihr mir helft, etwas Gutes draus zu machen  Smile

Also, in diesem Sinne gibt's dann gleich einen weiteren Teil.

LG
Eireena


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Eireena
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007 20:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

...
In meinen Riemchensandalen pieksen vereinzelte Kieselsteine meine Ferse und von drinnen nähert sich eine glockenhaften Stimme, die ruft:  „Ich komme schon!“. Olga öffnet die Tür und gibt ein unnatürlich hohes Quieken von sich, als Martin ihr unser Geschenk überreicht. Ich habe bereits vergessen, was er gestern in der Stadt für sie besorgt hat. Olga umarmt Martin eine Spur zu innig und zieht mich kurz in eine verkrüppelte Umarmung. Ich murmele ihr meinen Glückwunsch in den Nacken und bin erleichtert, als ihre Aufmerksamkeit wieder zu Martin fällt. Nur beim Blick auf meine nackten Beine kippen für einen Moment Olgas Gesichtszüge. Wahrscheinlich findet sie meinen Jeans-Mini zu kurz geraten, aber auch das ist mir egal.

Viel zu lange war mir daran gelegen, die Aufmerksamkeit von Martins Bekanntenkreis – der rund fünfzehn Jahre älter ist als ich – nicht auf meinen Körper, sondern auf meinen Charakter zu lenken. Ich hüllte mich präventiv in zeltähnliche Hemden, die meine schlanke Figur allenfalls erahnen ließen, und gab mich alternativ. Wie ein kleines Hündchen hab ich ihnen wehrlos die Kehle hingehalten und zu verstehen gegeben, dass ich mir nichts auf meinen straffen Körper einbilde - schließlich wollte ich keine dumme Tussi sein, sondern verdammt noch mal von ihnen akzeptiert werden. Doch mein Verhalten und ihre Meinung über mich führten ihr Eigenleben und waren noch nicht einmal lose miteinander gekoppelt. Abwechselnd drängten sie mich in die Rolle der jungen Blondine mit Vaterkomplex oder in die des durchtriebenen kleinen Biestes, das so ihr Studium finanzieren will. Seitdem ich akzeptiert habe, dass ihre Meinung durch nichts geringeres als Zauberei zu beeinflussen wäre, und ich weder Martin jünger noch mich älter hexen kann, tue ich, was sie von mir erwarten. Ich trage provokante Kleidung, wann es mir passt - und heute freut es mich fast zu sehen, wie es Olga missfällt.

Wir sind auf der Terrasse hinter dem Haus angelangt, wo die anderen Gäste bereits versammelt sind. Hat Olga wirklich nur so wenig Freunde? Barbara sitzt mit ihrem Hansi auf einer quietschenden Hollywoodschaukel, hinter ihnen die Brombeerbüsche. Eingerahmt zur Linken von Rainer, einem verschrobenen Single, der noch bei seinen Eltern wohnt, und zur Rechten von einer diskussionswütigen Sozialpädagogin – eine Schulfreundin von Olga. Jürgen gibt mir seine Hand, die schweißnass ist, und zum Glück ist der freie Stuhl neben ihm bereits von Olga belegt. Dann wird es interessanter: Eine brünette Enddreißigerin, auf deren mächtigem Dekolleté ein Bernsteinkollier ruht. Ihre dick ummalten Augen haben etwas eulenhaftes, das mir gefällt. Erleichtert lächele ich sie an, als ich ihr meine Hand hinstrecke, in der Hoffnung, dass sie meinen Tag retten kann. Doch Olga muss Jenufa – so heißt die Eulenäugige -  schon erfundene Schlechtigkeiten über mich erzählt haben, denn sie lächelt säuerlich zurück und zieht kaum merklich ihre ausgedünnten Augenbrauen nach oben. Derart abgeschreckt überlasse ich den freien Platz neben ihr gerne Martin und mache es mir an Rainers Seite gemütlich. Von ihm hatte ich nichts zu befürchten, durfte aber auch nichts erwarten – außer verstümmelte Halbsätze, deren Stakkato niemand verstand. Martin ist immer noch ganz angespannt. Wenn sein Gesicht zu einem einzigen Pressen verzogen und sein Kiefer so verkantet ist wie jetzt, möchte ich ihn am liebsten in den Arm nehmen und sagen, dass es mir leid tut. Aber es wäre eine Lüge. Es tut mir nicht leid. Ich weiß, dass es sein musste.

Niemals hätte ich gedacht, dass die anderen mit ihren Bedenken richtig liegen würden. „Ach, er ist siebzehn Jahre älter als Du? Hast Du Dir das auch gut überlegt?“, habe ich Dutzende Male gehört, immer ungeduldiger beantwortet und der Engstirnigkeit die Zähne gezeigt. „Was sind schon siebzehn Jahre? Ja, er ist halt älter als ich. Was ist dabei? Ich bin kein Spießer und wenn ich liebe, dann achte ich nicht auf Konventionen!“, schleuderte ich der Welt entgegen und war enttäuscht von der Einfalt ihres Denkens. Doch unsere Liebe geriet tatsächlich in eine Schieflage, schneller als sich die Leute das Maul über uns zerreißen konnten. Misstrauen befiel mich wie eine Krankheit, gegen die ich machtlos war. In krausen Gedanken zog es durch meine Nächte und dirigierte meine Träume - bis die Grenze zum Wahnsinn immer fließender wurde. Ich wusste mir keinen Rat und gab Martin die Schuld, der irgendwann nur noch müde zu meinen Vorwürfen genickt hat. Er stritt nicht länger ab, dass er in der Vergangenheit lebte, die in einer beigefarbenen Emailledose manifestiert war - auf der obersten Regalreihe hinter den CDs. Da lagen sie, Briefe und Fotos einer rothaarigen Frau und Martins Tagebuch, in dem er Gedichte über SIE, Petra ist ihr Name, geschrieben hat. Ich hatte noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen, die Briefe zu lesen und mir alle Fotos ganz genau anzuschauen, auch die intimen – gerade die intimen. Ich hatte ein Recht dazu. Das Gefundene bewies, dass die Zeit seiner großen Gefühle weit hinter ihm und lange vor meiner Zeit lag und ich nur zu einer pragmatischen Wirklichkeit gehörte, in der er angekommen war, und die kein einziges Gedicht mehr wert war.

Olga schenkt uns Kaffee ein, während Gesine, die Sozialpädagogin, Barbara und Hansi in ein Gespräch über das Elterngeld verwickeln will. Da die beiden kinderlos sind und sich eigentlich nur für ihren Schützenverein und Marathonläufe interessieren, und Gesine wiederum Waffensport kategorisch ablehnt  und unter ihrem Gewicht bereits ein Trabschritt unmöglich scheint, kommt das Gespräch nicht richtig in Gang. Rainer ist, wie zu erwarten war, auch keine große Hilfe und mir ist das Thema sowieso egal. Als ich mir den Zucker von Martins Tischseite geben lasse, sehe ich, wie er langsam auftaut und sich sein Kiefer entspannt. Martin versucht, das Gespräch an seiner Tischhälfte zu entfachen und gibt sich die größte Mühe darin, Olga in Komplimenten zu ersticken. Über den selbstgebackenen Käsekuchen, den er sich gerade vom Büffet geholt hat  - „Einfach köstlich“. Über ihren Blattgoldring: „Oh, ein Geschenk von Jürgen? Steht dir ausgezeichnet“ – selbst das ist ihm aufgefallen. Und natürlich, dass man ihr die achtunddreißig überhaupt nicht ansieht. Mit seiner rauchigen Stimme, seinen umsichtigen Augen und den langen Wimpern, die zugegeben unwiderstehlich aussehen, kommt er bei Olga sehr gut an. Als sie Martin eine neue Tasse Kaffee eingießt, beugt sie sich unnötig weit zu ihm nach vorne, und gewährt ihm Einblick in ihre Bluse. Erst jetzt bemerke ich, dass sie eine Hüfthose trägt und die Leinenbluse so kurz ist, dass sie ihren weichen Bauch und ihr Hüftspeck freilegt. Als sie sich von Martin wegdreht, nutzt sie weiblich intuitiv die Gelegenheit und streckt ihm ihren Pferdehintern mit freiliegender Kimme ins Gesicht. Olga ist kaum wiederzuerkennen. Gerade erinnert sie mich an einen überdrehten Teenager, was mir angesichts ihres albernen Gekicheres, das leicht debile Züge trägt, niemand verdenken kann.

Gerne würde ich Olga aus dem Irrglauben befreien, dass ihre Umwelt vor sexueller Begierde vergeht, nur weil sie ein wenig ihrer schlaffen Haut samt Poritze präsentiert. Aber ich bin schon froh, wenn ich nicht vor versammelter Mannschaft erneut in Tränen ausbrechen muss, und versuche, möglichst teilnahmslos in die Runde zu schauen. Als Martin sein Geplänkel mit einem Kompliment über Olgas Figur krönt, was ihre Hamsterbäckchen rasant an Farbe zulegen lässt, kann ich Olgas Visage kaum noch ertragen, aus der so offenkundig spricht, dass sie das Falsche denkt: Martin sehnt sich nach einer richtigen Frau wie sie eine ist und nicht nach einem so jungen Ding wie mich. Mit feucht glänzenden Augen schenkt sie Martin ein bezauberndes Lächeln. Olgas Pupillen haben ihre braune Iris vollständig verdrängt und sehen aus, als ob sie unter der Wirkung einer großen Portion Psyllos stehen. Ich schaue beschämt weg, denn mich beschleicht der Verdacht , dass mir Olgas Augen gerade Auskunft über den Zustand ihrer Vagina geben. Ich weiß nicht, ob Martins Gehirn von einem Parasitenstamm vereinnahmt wurde, oder was sonst in ihm vorgeht. Einen Blick von ihm zu erhaschen, habe ich aufgegeben. Nicht zuletzt, weil Gesine meine Gesichtszüge sehr genau beobachtet seit Martin den Charmeur spielt. Wahrscheinlich will sie für sozialpädagogisch-wissenschaftliche Zwecke erfahren wie Frau reagiert, wenn Mann sie ignoriert und sich anstatt dessen einer alten hässlichen Frau zuwendet. Ich gebe Gesine keine Gelegenheit, bei ihren Nachforschungen voranzukommen und halte mich bedeckt.

Tröstend klammere ich mich an Martins Worten fest, die er noch am Frühstückstisch für Olga gefunden hat – und die wesentlich weniger schmeichelnd waren als seine geistigen Ausfälle jetzt. Doch vielleicht zählen die Worte nicht mehr, denn das war vor unserem Streit. Bevor ich ihm an den Kopf geworfen habe, wie ich mich an ihm und seiner Vergangenheit gerächt habe. Bevor er mir sagte, ich würde sein Leben zerstören und bevor ich meine Gehirnzellen dazu zwingen musste, den Gedanken nicht zu denken, dass er Recht haben könnte. Alle Details hatte ich ihm beschrieben. Wie lange, in welchen Stellungen und wie oft ich Sex mit einem anderen hatte, auch wenn nicht alles stimmte - eigentlich fast gar nichts. Anstelle von wildem Gerammel in gewagten Positionen gab es nur die Missionarstellung und ich war nicht viermal gekommen, sondern in Wirklichkeit kein einziges Mal. Martin hat mich mit groß aufgerissenen Jungenaugen einfach nur angeschaut - bevor er anfing, mich anzuschreien. Für wertvolle Sekunden war ich nicht mehr nur die Kleine und er der Abgeklärte, der schon zu viel gelebt hatte. Ich hatte ihn getroffen, hatte ihn mit meiner Ohnmacht infiziert.

Ich gehe in die Küche zum Büffet und hole mir ein Stück Erdbeerkuchen. Als ich wiederkomme, liegt Martins Blick zum ersten Mal seit dem Streit auf mir. Vage nehme ich wahr, dass Gesines Adleraugen ebenfalls an meinem Gesicht hängen. Meine Haut beginnt automatisch zu kribbeln und in jeder Pore zirkuliert der Wunsch, Martin zu umarmen und meine Nase in seinen Nacken zu graben. Ich hatte befürchtet, diesmal die magische Grenze unserer kleinen Bosheiten für immer überschritten zu haben und etwas unwiederbringlich zerstört zu haben. Aber Martin nimmt das Spiel wieder auf. Seine Schäkerei mit Olga war sein Auftakt, warum war ich nicht schon eher darauf gekommen? Von mir aus kann er noch ihren Hintern tätscheln und ihr so tief in die Augen und in die Bluse schauen, wie er mag, wenn er mir dadurch leichter verzeihen kann. Ich weiß jetzt, dass es nur um uns geht, um nichts sonst. Er liebt mich vielleicht doch. Nein, nicht vielleicht. Ich weiß es. Er liebt mich. Und er kann mir verzeihen. Nie war ich mir so sicher wie in diesem Moment, dass alles zwischen uns stimmt und schenke Gesine mein strahlendstes Lächeln, die daraufhin etwas enttäuscht dreinschaut. Mich hingegen durchflutet eine wohltuende Erleichterung darüber, Martin ein wichtiges Detail nicht verraten zu haben: Er ahnt nicht im mindesten, dass er meinen Liebhaber kennt – und das ist auch gut so.  


Olga ist immer noch beflügelt von Martins Schmeicheleien und beginnt eine ihrer Bürogeschichten, während ich stumm meinen Kuchen esse und Hansi dezent an Barbaras Ohr knabbert.
...


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Lore
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BeitragVerfasst am: 07.12.2007 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

WOW, habe mich gleich über Teil zwei auch hergemacht und kann sagen, die Geschichte, obwohl nicht sensationell, liest sich wunderbar.

Man erkennt sich so leicht in Denken und Fühlen der Protag. wieder.
Diese kleinen weiblichen Bosheiten, auch wenn sie - wie hier - nur gedacht werden, wie herrlich bekannt sie doch sind.

Auch Mann benimmt sich altbekannt, aber wie das geschildert wird, das ist wirklich gekonnt.

Lass mich miterleben, wie das weiter geht Eireena.

Lore


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Pencake
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BeitragVerfasst am: 07.12.2007 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, Eireena.

Ja, auch ich als Mann will dringend wissen, wie´s weitergeht.
Selbstredend benimmt sich so kein Mann und das ist alles
völlig aus der Luft gegriffen ...

Sehr schöner Text ist das - mir gefällt besonders die Innenwelt
der Erzählstimme. Sehr gekonnt das Ganze.

Niko
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Eireena
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BeitragVerfasst am: 07.12.2007 19:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, Lore und Pencake, für Eure Kritik.
Freut mich wirklich, dass Ihr es anscheinend nicht zu langatmig empfindet.
Der letzte Teil ist noch nicht ganz fertig überarbeitet. Also noch etwas Geduld  Wink

LG
Eireena


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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 08.12.2007 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Weltklasse!

Der Text entpuppt sich als wahre Fundgrube für erzählerische Juwelen: Die verkrüppelte Umarmung, die alternative Gebärde, all die Physiognomien, … das funkelt und glitzert. Und sogar der Sarkasmus legt hier noch eine ordentliche Schippe drauf. Besonders die Stelle mit den Augen und dem Zustand der Vagina hat meine ledernden Gesichtszüge nordwärts zucken lassen. Und das mag was heißen! Nüchtern habe ich sonst noch nie gelacht.

wink

Kompliment! Ich habe das dringende Bedürfnis, dir die Füße zu küssen.

Hoch-hoch-hoachachtungsvoll,

Martin


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Eireena
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BeitragVerfasst am: 08.12.2007 21:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

MosesBob hat Folgendes geschrieben:

Kompliment! Ich habe das dringende Bedürfnis, dir die Füße zu küssen.


Spätestens an der Stelle war ich mir sehr sicher, dass Du doch schon was getrunken haben musst  Very Happy  Very Happy

Hoffentlich enttäuscht jetzt nicht der Schluss nach so viel Lob. Irgendwie war bei mir Ende etwas die Luft draußen, da ich die Idee größtenteils umgesetzt habe und nun endlich was anderes schreiben will...

Aber natürlich stelle ich mich Eurem Urteil und kneife nicht  Wink

LG
Eireena


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BeitragVerfasst am: 08.12.2007 22:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

...
Olga ist immer noch beflügelt von Martins Schmeicheleien und beginnt eine ihrer Bürogeschichten, während ich stumm meinen Kuchen esse und Hansi dezent an Barbaras Ohr knabbert. Nach so vielen Jahren noch wie frisch verliebt sein, das wünschte ich mir auch. Eine ermüdende Ode auf Olgas Genialität darf auch heute nicht fehlen: Zum wiederholten Male muss ich von der unermesslichen Verantwortung erfahren, die einzig auf Olgas Schultern ruht. Wenn dieses Bild meinen Blick nicht jedes Mal auf ihren ekligen Stiernacken lenken würde, wäre ihre Litanei weitaus angenehmer zu ertragen. Als nächstes ermattet sie die anderen und mich mit dem Wunschdenken, dass ohne sie im Büro rein gar nichts laufen würde. Selbst Jenufa, deren direkten Blickkontakt ich seit unserer Begrüßung meide, schaut etwas selbstvergessen auf Hansis Halbglatze und spielt dazu an ihrer Kette. Olga jedoch wähnt sich ihres Publikums sicher. Mit theatralischem Augenaufschlag schlägt sie einen Bogen zu dem unqualifizierten Personal, insbesondere zu den jüngeren studentischen Aushilfskräften – ein kurzer Psyllo-Seitenblick zu mir – die zu nichts zu gebrauchen sind.

Nach Olgas letzten Worten schellt Jürgens Oberkörper so spannungsgeladen aus seiner Rundrückenpose, als ob er in der Schule vortreten muss, um ein Gedicht aufzusagen. Oder kneift ihn nur etwas im Schritt? Wenig später weiß ich es als ritterliches Verhalten zu deuten, mit dem er mir zur Hilfe eilt: Jürgen spricht mich tatsächlich an wie einen ganz normalen Menschen und fragt, wie es so im Praxissemester läuft. Ich erzähle kurz von der Graphikabteilung und den Flashfilmen, die ich entwickelt habe. Weit komme ich nicht, denn bevor jemand den Gedanken entwickeln könnte, dass ich doch ein Gehirn habe, fällt mir Olga vorsichtshalber ins Wort und erzählt noch eine Anekdote über das tollpatische Verhalten der neuen Aushilfe – der jungen studentischen Aushilfe versteht sich, und arbeitet sich im Schneckentempo zu der hoffentlich alles beendenden Pointe vor. Mir wird schlecht. Ob es an dem Erdbeerkuchen liegt oder an Olgas triumphierendem Lächeln, das sie nach jeder Ich-bin-sooo-wichtig-Attacke durch den Raum geistern lässt, weiß ich nicht.

Irgendwie hab ich keine Lust mehr und finde, dass Martin sein Spiel beenden könnte. Er braucht nicht länger Olga zu bezirzen. Ich weiß, dass er weiß, dass ich ihn liebe und umgekehrt und wir sollten jetzt schleunigst fahren und uns wieder vertragen. Ich gähne demonstrativ und versuche Martin ein Zeichen zu geben. Leider sehe ich, wie Martins Gesicht gerade seine Konturen verliert und unangenehm entgeistert aussieht. Seine verstörten Augen liegen auf Jürgen, verengen sich zunehmend und sehen mittlerweile aus wie schießschartenartige Schlitze. Martins Kiefer knackt dazu sehr verdächtig und mein Körper erhitzt sich um mindestens ein Grad pro Millisekunde. Jürgen schaut recht erbärmlich aus der Wäsche und sieht mich so schleierig an, als wolle er mir gleich vor allen Leuten eine Liebeserklärung machen. „Mensch Jürgen, verdammt, du wird doch nicht alles verpatzen?“, bedeute ich ihm mit einem Blick, den er nicht versteht. Es war doch nur einfacher Sex. Meine erstbeste Gelegenheit, Martin eins auszuwischen. Bereits seit einem dreiviertel Jahr schlawenzelt Jürgen um mich herum und versucht, mit seinen dauerfeuchten Händen zu meiner nackten Haut vorzudringen. Und nur ein einziges Mal habe ich nicht „Nein“ gesagt. Warum um alles in der Welt muss Jürgen jetzt so penetrant auf meine Brüste starren, die sich unter dem Top zugegeben plakativ abbilden? Er durfte sie doch erst vor kurzem küssen.

Mir wird langsam klar, welche Puzzlestückchen Martin in seinem Kopf zusammenlegt: Der stotternde Jürgen vorhin, als er mich nach dem Praktikum gefragt hat, Jürgens geifernden Augen auf mir seitdem wir hier sitzen und zu allem Überfluss noch Jürgens verliebter Hundeblick, der sich immer tiefer in sein Gesicht gräbt. Jetzt fängt er auch noch an, eine rote Rübe zu einer schweißnassen Stirn zu bekommen. Deutlicher geht es nicht. Über dem Tisch müssen 300.000 Volt Spannung liegen. Die Luft knistert und keiner traut sich, das Schweigen zu brechen, auch wenn nur drei Personen in der Runde wissen, was hier gerade passiert. Lediglich Rainer versteht mal wieder gar nichts. Das einzige, was er registriert, ist die längere Pause am Tisch, in der er die Chance wittert, einen seiner schwerfälligen Gedanken in einen noch schwergängigeren Satz zu formen und auch noch auszusprechen. Das Ergebnis ist fast wie immer - ein stotternder Halbsatz der etwas längeren Sorte, den niemand von uns versteht, geschweige denn interessiert.

Ich verschwinde schnell in der Küche und schaufele mir aus Verlegenheit eine große Portion Tiramisu in ein Glasschälchen. Doch auch aus Entfernung spüre ich, wie sich auf der Terrasse das mächtige Gewitter weiter zusammenzieht und jede Sekunde zu bersten droht. In wenigen Augenblicken wird es mit Blitz, Donner und Hagel über die kleine Geburtstagsgesellschaft niedergehen und ich bete fast, dass es endlich passiert - denn abzuwenden ist nichts mehr. Die Katastrophe ist da. Endlich! Das Zerbrechen von Geschirr klingt in meinen Ohren lieblicher als Engelsgesang, erlöst es mich doch aus dieser ekelhaften Starre des Wartens. Ich lasse meinen Tiramisu links liegen und stelle mich mutig dem Schicksal.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Geburtstag doch besser war, als ich erwartet hatte. Martin hat Jürgen mit einem gezielten Faustschlag das Nasenbein gebrochen und ihn mit zahlreichen Schimpfworten bedacht, bevor wir flüchten mussten, da Olga hysterisch herumschrie und mit der Polizei drohte. Und ich hatte endlich begriffen, dass Martin mich wirklich liebt. Alle Beteiligten, sowie deren Freunde, Verwandte und entfernte Bekannte werden sich noch jahrelang das Maul über den Eklat auf Olgas Geburtstag zerreißen und es stört uns nicht. Nur für Olga tut es mir ein wenig leid. Für sie ist der Tag irgendwie dumm gelaufen. Ihre kleine heile Welt mit Jürgen existiert nicht mehr – warum musste dieser Blödmann dem ganzen auch so viel Bedeutung beimessen. Das Häuschen ist längst verkauft und aufgrund Olgas depressiver Verstimmungen hat sie vor kurzem auch noch ihren Job verloren. Martin und ich sind seither ruhiger geworden und die kleine Emailledose ist feierlich im Keller gelandet. Martin hätte sie sogar weggeschmissen für mich. Aber es sind wirklich schöne Gedichte, und eigentlich ist es doch egal, dass Martin sie vor Urzeiten, als ich noch mit Puppen gespielt habe, nicht für mich geschrieben hat.


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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 03:18    Titel: Antworten mit Zitat

3 Satz: Heißt es nicht erstrecken nicht strecken? Sind das nicht zwei verschiedene Wörter?
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Benutzername hat Folgendes geschrieben:
3 Satz: Heißt es nicht erstrecken nicht strecken? Sind das nicht zwei verschiedene Wörter?

Nein, das geht so. Das eine Wort leitet sich ja praktisch vom anderen ab. Hier ist also durchaus beides möglich.

Ähnlich verhält es sich z. B. mit "leiden" und "erleiden", "gießen" und "ergießen", "fahren" und "erfahren". wink


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(Laotse)
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Lore
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Dem Frust auf Olga wurde Genüge getan, aus ihr und der Protag werden mit Sicherheit keine Busenfreundinnen mehr.  Very Happy

Wieso Eifersucht auf die Vergangenheit des Partners dann allerdings per Seitensprung ausgelebt werden muss, macht aus dem Frust dann doch etwas, das man unverhältnismäßig nennen kann, zumal das, was als Revanche betrachtet und eingestuft wird, ihm ja nie bekannt werden darf.
Was soll also eine Revanche, die er gar nicht mitkriegen soll?
Es passt so gar nicht zu der beteuerten Liebe.

Aber es solls wohl geben und schließlich sind das Deine Charaktere, was dann auch erklärt, wieso Martin, der doch als erheblich älter geschildert wird, dennoch Nasenbeinbrüche auslöst und das nur aufgrund von *Vermutungen*.

Mit *Psyllo* überforderst Du m.E. den Leser, zumal der Begriff weder im Duden noch in einer Encarta vorkommt.
Es wird vielleicht trotzdem klar was Du meinst, lässt aber den ansonsten so wundervollen Lesefluß jäh stocken.

Ja, es liest sich wundervoll, die Leute auf dieser Fete werden bildhaft, sie gewinnen nicht nur Konturen, man erkennt sich in dem einen oder anderen durchaus wieder und sein eigenes Verhalten auf einer Pflichtparty. Very Happy

Irgendwo ist Dir dann ein *n*  entgangen,  es heisst schnellt, anstatt schellt.
Außerdem bin ich nicht ganz sicher, ob es umgangssprachlich
schawenzelt heisst und nicht schlawenzelt, aber das wirst Du schon noch rauskriegen. Very Happy

Zusammenfassend eine gute Geschichte und vor allem in einer eingängigen und schönen Sprache geschrieben.

Lore


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Pencake
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Eireena,

weiterhin schön humorvoll erzählt, und auch dein
Biss hinterlässt immer mal wieder Spuren in der
Lesehaut.

Allerdings war dein Misstrauen berechtigt: Ja, auf den
letzten Metern ist sowas wie ein Entweichen deiner
erzählerischen Luft spürbar.

Das liegt meiner Meinung nach vor allem daran,
dass du die Dramaturgie der Geschichte nicht
ausschöpfst, sei es nun, weil du schnell fertig
werden, oder weil du inhaltlich nicht über
gewisse Schwellen treten wolltest.

Was derzeit passiert, ist grob Folgendes: Ankommen, Wolken
am Horizont, Verdichtung, Verdichtuuung, ein paar
Schritte in die Distanz, Luft raus, Luft raus, sich
wieder liebhaben - Sack zu, und wenn sie nicht
gestorben sind ...

Das haben deine Story und deine Erzählweise
aber nicht verdient! Das ist so, als hättest du ein
an einem brütenden Sonnentag ein Porsche-
Cabriolet unter dem Hintern, gehst ein
paar Mal aufs Gas - und fährst ihn dann im
Schritttempo in die Garage.

Also: Wenns ernst wird, wenn sich der Kerl an die
Erzählerin ranpirscht nimm die Kamera, zoom
wechselnd auf sie, die Gesellschaft, den Eindringling
und vor allem auf den Chef im Revier.

Und wenn der richtig abgeht, steht das LI auch
nicht irgendwo in der Küche rum sondern ist
dabei. "Kämpft" kurz und endet am besten dann,
wenn alles auf der Kippe steht.

Ganz ehrlich: Das Pärchen Hand in Hand gen
Sonnenuntergang - will in dieser Story wohl
kaum einer sehen. Und wenn ja, soll er sich
Pilcher-Filme reinziehen.

Deine Schreibe steht - außer Flüchtigkeitsfehlern - über
den Dingen. Klasse.

Niko
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Eireena
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 10:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen Lore,

vielen Dank für Deine Anmerkungen und die gefundenen Fehler!

Fange ich mal mit dem einfachsten an:
Lore hat Folgendes geschrieben:
Mit *Psyllo* überforderst Du m.E. den Leser, zumal der Begriff weder im Duden noch in einer Encarta vorkommt.

Psyllos, "Magic Mushrooms", sind Pilze, die halluziogene Wirkungen auslöen, ein wenig wie LSD nur nicht über so eine lange Zeit. Sind wie anderes auch in Holland quasi legal zu erwerben und neben den bunten Farben und Formen, die man sieht, bekommt man riesige Pupillen.

Zitat:

Wieso Eifersucht auf die Vergangenheit des Partners dann allerdings per Seitensprung ausgelebt werden muss, macht aus dem Frust dann doch etwas, das man unverhältnismäßig nennen kann, zumal das, was als Revanche betrachtet und eingestuft wird, ihm ja nie bekannt werden darf.
Was soll also eine Revanche, die er gar nicht mitkriegen soll?
Es passt so gar nicht zu der beteuerten Liebe.


Erzählt hat sie Martin ja von dem Seitensprung, sogar noch mit erdichteten Details. Sie hat bloß nicht erwähnt, dass es ausgerechnet Jürgen war, um ihn da nicht mit reinzuziehen  Wink

Ich wollte so eine Art Hassliebe beschreiben, in der man gerade aus Liebe zu dem anderen diesen so stark verletzt, wie möglich. Dass jemand aus Rache, oder weil er denkt, der andere liebt ihn nicht so, wie man das gerne hätte, einen Seitensprung begeht - in der Hoffnung, dass sich was ändert - kenne ich aus der Realität (nicht das falsche Gedanken gestehen, nicht direkt von mir  Wink ).  Aber Du hast natürlich Recht - NORMAL ist das nicht  Smile

LG
Eireena


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Eireena
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 11:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Pencake,

Ja, ich glaube, genauer kann man den Finger nicht auf die Wunde legen :
Pencake hat Folgendes geschrieben:

Was derzeit passiert, ist grob Folgendes: Ankommen, Wolken
am Horizont, Verdichtung, Verdichtuuung, ein paar
Schritte in die Distanz, Luft raus, Luft raus, sich
wieder liebhaben - Sack zu, und wenn sie nicht
gestorben sind ...
  

Liegt wohl hauptsächlich daran, dass ich mich nicht wirklich traue, eine solche "Action-Szene" direkt zu beschreiben und dachte, mich da geschickt rausmanövrieren zu können - Tja,  und bin dabei ertappt worden. O.K. sie einfach in der Küche verschwinden lassen, war vielleicht auch etwas zu billig. Wink

Zitat:

Also: Wenns ernst wird, wenn sich der Kerl an die
Erzählerin ranpirscht nimm die Kamera, zoom
wechselnd auf sie, die Gesellschaft, den Eindringling
und vor allem auf den Chef im Revier.

Werde ich noch mal versuchen... aber erstmal brauche ich glaube ich etwas Pause von der Gescichte, damit es nicht so husch, husch was halbherziges wird.

Zitat:
Ganz ehrlich: Das Pärchen Hand in Hand gen
Sonnenuntergang - will in dieser Story wohl
kaum einer sehen. Und wenn ja, soll er sich
Pilcher-Filme reinziehen.


Hm, ein Happy-End hatte ich wirklich von Anfang an im Kopf, da ich ja gerade zeigen wollte, dass sie nur Hirngespinste im kopf hat und erst durch drastische Aktionen und dem Eklat richtig kapiert, dass es so ist. Zugegeben, das hätte auch Frau Pilcher einfallen können, aber zumindest habe ich keine schwulstigen Liebesbekundungen zum Schluss und auch den Sonnenuntergang habe ich den Lesern und mir auch erspart. Wink

Vielleicht reicht es einfach, den Eklat besser zu beschreiben, damit dann auch das Happy-End erträglicher wird? So werde ich es zumindest ausprobieren, denn gerade das Ende ist mir ziemlich wichtig, so wie es ist.

Pencake, vielen, vielen Dank, für Deine plakative Kritik und Deine wunderbaren Beschreibungen! Du hast mir damit sehr geholfen!
Jetzt muss ich nur noch lernen, den Porsche auch mit all seinen PS auf die Straße zu lassen Wink

LG
Eireena


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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Psyllos, "Magic Mushrooms", sind Pilze


Ach so, Du meinst Psilocybin.

Danach muss Leser dann aber wirklich tauchen gehen, denn als Psyllos werden die nirgendwo bezeichnet.

Zitat:
Psilocybin ist ein Indolalkaloid aus der Gruppe der Tryptamine, welches in einigen Pilz-Arten vorkommt, insbesondere der Gattung Psilocybe (P. azurescens, P. tampanensis, P. cubensis, P. cyanescens, P. mexicana, u.a.); diese werden landläufig als Zauberpilze oder Magic Mushrooms bezeichnet. Der Konsum von Psilocybin bewirkt Halluzinationen, die denen von LSD ähneln, in der Regel jedoch kürzer und weniger intensiv sind.


Wieder was dazu gelernt.

Lore


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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 14:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lore hat Folgendes geschrieben:

Wieder was dazu gelernt.

Nicht nur Du, ich auch gerade  Rolling Eyes
War mir sehr sicher, dass die umgangsprachliche Bezeichnung dafür mit doppel-L geschrieben wird.

Aber es heißt "Psylos" ... wenn man danach googelt, erhält man gleich diverse Abbildungen der verschiedenen Arten...

Also ist noch eine Korrektur fällig Smile
 
LG
Eireena


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BeitragVerfasst am: 09.12.2007 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

hi, hi und nicht nur das, die führen sie dann auch gleichzeitig als  *Psilos*   an.

Aber was solls, man kanns sich aussuchen.

Lore


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