15 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Unter Schriftstellern... Die Laster: Klischee oder Wahrheit?

 
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Allgemeines rund um die Schriftstellerei -> Profession Schriftsteller (Leid und Lust)
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Robert Arnold Müller
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 33
Beiträge: 57
Wohnort: Würzburg


BeitragVerfasst am: 20.10.2016 23:14    Titel: Unter Schriftstellern... Die Laster: Klischee oder Wahrheit? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe Leidensgenossen und Berufungskolleg/innen,

da ich mir gerade das dritte Bier aufgemacht und mir zwischendrin ausnahmsweise auch ein wenig Feigenschnaps gegönnt habe, würde ich heute mal gerne wissen, was ihr davon haltet, bezüglich dessen, was immer behauptet wird. Ich meine das, mit dem Schriftsteller und Trinken oder Künstler im Allgemeinen, mit ihren verschiedenen bewusstseinserweiternden Substanzen.   Question

Trinkt ihr auch gerne einen über den Durst oder habt ihr vielleicht andere Laster? Seid ihr der Auffassung, dass solche Laster unter Umständen die kreative Produktivität steigern oder glaubt ihr, dass es eher so ist, dass Menschen mit kranken Persönlichkeiten die genialeren Künstler sind? Oder findet ihr, dass es einfach dazu gehört? Jeder von uns hat seinen Dachschaden, mit Sicherheit. Wie seht ihr das? Hier dürft ihr auch darüber schreiben, wie das bei euch ist - ist zwar nicht der Thread für die Selbsthilfe, aber ein interessantes Thema Laughing


_________________
Kapitalismus, Koitus und Betäubungsmittel:
R.A. Müllers Storyblog "Prinz von Grombühl" jetzt auf facebook.com/robertarnoldmueller
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nothingisreal
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4556
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 20.10.2016 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Schokolade. Die einzige Droge, die ich täglich zu mir nehme. Alles andere dämpft auf Dauer die Kreativität. Und vor Alkoholikern habe ich keinen Respekt.

_________________
"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Robert Arnold Müller
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 33
Beiträge: 57
Wohnort: Würzburg


BeitragVerfasst am: 20.10.2016 23:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Realitätsverlust ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzendes Laster. Es lebt in einer Fanstasy-Welt, wer glaubt, Schokolade sei eine Droge und dass man Menschen aufgrund ihres Konsumverhaltens in verschiedene Klassen einteilen muss.

_________________
Kapitalismus, Koitus und Betäubungsmittel:
R.A. Müllers Storyblog "Prinz von Grombühl" jetzt auf facebook.com/robertarnoldmueller
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MrT
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 560

Ei 3


BeitragVerfasst am: 20.10.2016 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Dass unter anderem E. A. Poe oder L. Stevenson einst unter Drogen große Weltliteratur geschaffen hat, ist den meisten Menschen längst bekannt. Mir reicht hingegen bereits eine wohlschmeckende Tasse Kaffee oder Tee und gelegentlich eine Duftkerze, um kreativ zu werden. Am besten lässt es sich aber schreiben, wenn es nicht zu warm und dennoch sonnig ist.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4120
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 20.10.2016 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

MrT hat Folgendes geschrieben:
Dass unter anderem E. A. Poe oder L. Stevenson einst unter Drogen große Weltliteratur geschaffen hat, ist den meisten Menschen längst bekannt. Mir reicht hingegen bereits eine wohlschmeckende Tasse Kaffee oder Tee und gelegentlich eine Duftkerze, um kreativ zu werden. Am besten lässt es sich aber schreiben, wenn es nicht zu warm und dennoch sonnig ist.


Das mit den Drogen ist nicht unbedingt ein kausaler Zusammenhang. Manches ist vielleicht eher "trotz Drogen" entstanden. Aber wie sollte man das klären? Dazu ist Schreiben viel zu individuell.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
purpur
Reißwolf


Beiträge: 1018



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 05:59    Titel: Antworten mit Zitat

Kommt noch was?
MUSIK ist meine Droge
 Laughing


_________________
.fallen,aufstehen.
TagfürTag
FarbTöneWort
sammeln
nolimetangere
© auf alle Werke
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eulenbaum
Klammeraffe


Beiträge: 877



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 06:11    Titel: Antworten mit Zitat

Schreiben ist ein hochkonzentrierter Prozeß. Ich habe keine Ahnung, wie man da mit Drogen usw. vorankommen soll.

Schreiben braucht (für mich) eine feste Bindung an die Realität, damit "Fiktion" (oder wie auch immer man das nennen kann) entstehen kann.

Phantasie entsteht aus dem Leben heraus.

Phantasie: Ich meine nicht das Genre, sondern die menschliche (geistige?) Phantasie, die, die im Menschen zur geistigen Regsamkeit dazugehört oder sogar zur selben beiträgt.

Gruß,
Eulenbaum
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nothingisreal
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4556
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 21.10.2016 06:42    Titel: Antworten mit Zitat

Robert Arnold Müller hat Folgendes geschrieben:
Realitätsverlust ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzendes Laster. Es lebt in einer Fanstasy-Welt, wer glaubt, Schokolade sei eine Droge und dass man Menschen aufgrund ihres Konsumverhaltens in verschiedene Klassen einteilen muss.
Laughing

_________________
"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BrianG
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 44
Beiträge: 450



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 06:44    Titel: Antworten mit Zitat

Dass sich Alkohol und Drogen positiv auf die Kreativität oder die Qualität der Arbeit auswirken soll, halte ich für ein Gerücht. Vermutlich setzt das Zeug aber den eigenen inneren Kritiker so weit ausser Gefecht, dass man unter seinem Einfluss jeden Schmarrn, den man im Vollrausch aufs Papier krakelt, für unglaublich genial hält.

Ich behaupte auch, dass jedem Poe und jedem Stevenson eine Unzahl an anderen Autoren oder Künstlern gegenüber steht, die es fertigbringen, in nüchternem Zustand Arbeiten von höchster Qualität zu liefern. Und im Gegensatz zu Poe werden die normalerweise auch älter als 40.


_________________
Aus dem Chaos sprach die Stimme: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
Und ich lächelte und war froh.
Und es kam schlimmer.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eulenbaum
Klammeraffe


Beiträge: 877



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
oder glaubt ihr, dass es eher so ist, dass Menschen mit kranken Persönlichkeiten die genialeren Künstler sind?


Wer entscheidet, ob jemand "krank" oder "gesund" ist, dann auch noch "kranke" oder "gesunde" Persönlichkeiten ...

Wer teilt das ein? Die "Gesunden"? Oder nimmt man da die Selbstwahrnehmung der "Persönlichkeiten" selbst?

Dann der Zusammenhang mit Drogen: Ist man also schon mal "krank", wenn man Drogen nimmt? Oder wird man dadurch erst "krank"?

Fragen über Fragen.

Vorurteile Anmaßungen? helfen beim Schreiben nicht weiter, mir jedenfalls nicht.

Ehrliche (literarische bzw. künstlerische) Auseinandesetzung mit dem, was da ist, das ist es, was Literatur (Kunst) dann letztlich ausmacht.


Gesund/krank, Genie/?? (Nichtgenie?) sind für mich da keine Kategorien.

Diese Art Beurteilungen z.B. gehen aus der Auseinandersetzung mit den jeweiligen Künstlern/Literaten und aus der Auseinandersetzung mit dem, was sie geschrieben haben, ein Stück heraus.

Anders gesagt: Diese Art Beurteilung macht es sich auf eine Weise "leicht", die meiner Meinung nach unproduktiv ist.

Gruß,
Eulenbaum
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
wabe
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 150



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 06:51    Titel: Antworten mit Zitat

ich brauche keine Drogen zum Arbeiten,weder Alkohol noch NIkotin, noch etwas Härteres
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 7254
Wohnort: NBY



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 07:03    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich es auf die Musik übertragen würde (bei der ja während Auftritten auch oft Alkohol/Drogen mit im Spiel sind): Man "kann" eindeutig weniger (verspielt sich z.B. öfter), findet das aber trotzdem gut. Warum dann Drogen für manche doch das richtige Mittel sind, weil man sich damit in eine andere (künstliche) Stimmung versetzen kann und diese rüberzubringen ja meistens schon die halbe Miete (wenn nicht die ganze) ist. Mit deinen Texten willst du ja auch etwas "rüberbringen", in dein Inneres hören, ohne auf die Stimme der Vernunft zu hören (etwa). Was dabei rauskommt, sollte man allerdings nicht direkt auf die Menschheit loslassen, denn diese müsste sich zum Lesen ja dann genauso betrinken. Mein Rat also: Überarbeiten im nüchternen Zustand, dann wird's vielleicht auch etwas mit der Kunst.

Allerdings vergesse ich immer wieder, dass ich es im Forum ja eher mit "Schriftstellern" anderer "Kunstrichtungen" zu tun habe. Fließbandromane empfehle ich stocknüchtern zu schreiben. Denn hier zählt vermutlich eher die reine Konzentration und weniger die Inspiration (man setzt ja nur Genre- oder Verlagsvorgaben um).
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eulenbaum
Klammeraffe


Beiträge: 877



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 07:21    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Mit deinen Texten willst du ja auch etwas "rüberbringen", in dein Inneres hören, ohne auf die Stimme der Vernunft zu hören (etwa). Was dabei rauskommt, sollte man allerdings nicht direkt auf die Menschheit loslassen, denn diese müsste sich zum Lesen ja dann genauso betrinken. Mein Rat also: Überarbeiten im nüchternen Zustand, dann wird's vielleicht auch etwas mit der Kunst.

.


Vielleicht ist das das Merkmal vieler guter Künstler (aller Richtungen), daß sie Vernunft und Unterbewußtsein/Inneres in einen Zusammenklang bringen (können), sie haben immer Zugang (zu gleichzeitig beidem), so daß kein Gegensatz mehr besteht.

So brauchen sie keine Drogen oder empfinden Drogen für diesen Prozeß sogar als hinderlich.

Das Problem ist dann bisweilen, daß Leute, die das nicht gewohnt/geübt (oder wie auch immer) sind, nicht "verstehen", was sie sehen, hören usw.

U.a. so kann eine "gefühlte Elite" entstehen, die bestimmte Lyrik "versteht", zu der andere (noch?) keinen Zugang haben (Lyrik von Paul Celan ... z.B.).

Oder bei Musik: Gustav Mahler usw.

Also, die "gefühlte Elite" gibt es nicht, weil sich Leute als etwas Besseres fühlen, wie bisweilen unterstellt wird, sondern weil sie die Dinge anders wahrnehmen, sie sind geübt darin, zu Verstand und "Innerem" (wie Du sagst, oder man könnte auch sagen: zu Unbewußtem oder wie auch immer man das nennt) zugleich Zugang zu haben.

Dieser zeitgleiche Zugang zu beidem ist Grundlage für viele Künstler, überhaupt als Künstler zu arbeiten.
bzw. als Künstler arbeiten zu können.
Gruß,
Eulenbaum
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Mina Minus
Leseratte


Beiträge: 159



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 07:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das einzige, wobei mir Alkohol beim Schreiben hilft (bzw. ab und an geholfen hat), war, den inneren Kritiker mundtot zu machen und sich an die blanke Seite zu wagen.
Letztlich hat sich der Nanowrimo aber als produktiverer Trick herausgestellt. Denn ich muss mich meinen Vorpostern anschließen: Schreiben verlangt nach hochkonzentrierter Arbeit.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 52
Beiträge: 1737
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 21.10.2016 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Geraucht habe ich noch nie. Als strenggläubige Vegetarierin bin ich jedoch froh, dass Süßkram meiner Ernährungsweise nicht dazwischenfunkt. Was wäre ein Leben ohne Schokolade? smile
Wie Goethe trinke ich Absinth, jedoch maximal nur 1-2 Mal im Monat ein Schnapsgläschen voll. Auch sonst halte ich mich mit Alkohol eher zurück. Ab und an ein Bier darf es aber schon sein. wink

Beim Schreiben tanzen beide Hände über die Tastatur, daher kommt Essen und Trinken währenddessen weniger in Frage. Ach ja, und Ruhe und einen klaren Kopf zum Einfühlen in die Charaktere brauche ich auch.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
hexsaa
Geschlecht:weiblichExposéadler

Alter: 53
Beiträge: 2805
Wohnort: im Schneckenhaus
Ei 6 Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 21.10.2016 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Eulenbaum hat Folgendes geschrieben:
Schreiben ist ein hochkonzentrierter Prozeß. Ich habe keine Ahnung, wie man da mit Drogen usw. vorankommen soll.

Stimme ich voll zu. Ich halte es für eine Erfindung der Medien, dass Schriftsteller sich angeblich ständig betrinken und Kette rauchen. Ich tue nichts von beidem. Rolling Eyes

Eine gewisse familienunfreundliche Besessenheit, sobald es in die heiße Phase des Schreibens geht, kann ich allerdings nicht leugnen.


_________________
Ich lebe in meiner eigenen Welt.
Das ist okay, man kennt mich dort.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LeviathanII
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 298



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Es gab eine interessante Studie, zwei eigentlich, die folgendes ans Licht gebracht hat (zumindest so, wie ich mich daran erinnere):
1. Man hat Menschen unter dem Einfluss von bewusstseinserweiternden Substanzen (in diesem Fall Gras, oder LSD/ und einer Kontrollgruppe) Bilder gezeigt von ganz normalen Gegenständen. Und es kam vor, dass während die Kontrollgruppe natürlich meistens richtig lag, Leute unter dem Einfluss von Drogen falsch antworteten, also zum Auto Zug sagten. Gut, Drogen machen scheinbar dumm -
2. Jedoch hat man eine zweite Studie durchgeführt mit anderem Aufbau: Den Probanden wurde ein Begriff genannt und sie sollten möglichst viele assoziierende Wörter nennen. Und die mit Gras haben deutlich besser abgeschnitten, aber die mit LSD unglaublich viel besser, als die Kontrollgruppe. [Ein eigentlich erwartbares Ergebnis, hätte man schon einmal Erfahrungen gehabt mit solchen Mitteln, sie heißen nicht umsonst bewusstseinserweiternd]

Was mich angeht: Ich nehme davon nichts zum Schreiben und trinke nur in Gesellschaft (oder wenn ich im Sommer im Sonnenschein auf dem Balkon sitze) und rauche nur, wenn ich betrunken bin.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 983



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Klugscheißermodus an
Das Phänomen, dass unter Alkohol – vorübergehend – mehr Zugang zu unserer Kreativität, der ursprünglichen, emotionalen, kindlichen Seite in uns, entsteht, hängt wohl damit zusammen, dass er als Betäubungsdroge die rationale Kontrollfunktion schwächt. Diese Kontrollfunktion, die unser Erwachsensein ausmacht.
Das ist für Menschen, deren Kontrollfunktion diese ursprüngliche Seite, aus welchem Grund auch immer, einengt, von Nutzen.  
Die anderen, die sich den Zugang zu dieser ursprünglichen Seite bei gleichzeitigem Gebrauch von ausreichender Kontrolle erhalten konnten oder wiedererworben haben, brauchen keine äußeren Hilfen. Sie haben den Zugang zu ihren ursprünglichen, kindlichen, emotionalen Bewußtseinsanteilen oder wie man es auch immer bezeichnen möchte als auch zu ihren rationalen Bewusstseinsanteilen.
Klugscheißermodus aus.

Was mein Schreiben betrifft - ich könnte mir unter Alkohol oder sonstigen Drogen wohl meine Affekte vom Leib schreiben. Aber einen Text so zu verfassen, dass ich dabei im Auge behalte, wie er mit meinen Intentionen beim Gegenüber ankommt, das könnte ich nicht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eulenbaum
Klammeraffe


Beiträge: 877



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde es wirklich nicht "kindlich" nennen, auch nicht "ursprünglich", sondern sagen: Daß auch Kinder dazu Zugang haben, tendenziell besser als Erwachsene.

Also, es ist etwas, das uns Menschen verbindet und auch ausmacht, und zu dem wir unterschiedlich gut Zugang haben.

Kreativ arbeitende Menschen, aber auch Psychotherapeuten, allgemein viele Menschen bzw. Berufsgruppen, die mit Menschen arbeiten, brauchen z.B. den Zugang zu ihrem Unbewußten, zu ihrer Intuition oder wie auch immer man das nennt.

"Kindlich" ist für mich deswegen der falsche Ausdruck: Nur weil auch Kinder "dorthin" gut Zugang haben, trifft er nicht die komplexen Vorgänge, die damit verbunden sind.

Es ist teils harte Arbeit, diese Herangehensweise zur Verfügung zu behalten, und zwar dann auf andere Art als Kinder.

Kindlich und ursprünglich - und da liegt dann der Ausdruck "naiv" (Beispiel dann: "naive Malerei") nicht weit - das ist nicht das, was ich als jemand, der schreibt, als treffend sehe für diese Art Arbeitsprozeß - überhaupt nicht.


Und wichtig:
Ich habe auch nicht den Eindruck, daß Drogen wie Alkohol z.B. allgemein das auslöst, was ich bei Kindern finde (oder bei meiner Arbeit).

Es kommen da also mehrere Dinge zusammen, die ich unbedingt voneinander trenne. Das beschreibt nämlich nicht, was ich da als zusammenhängend sehe; die Begrifflichkeiten in einen Zusammenhang zu setzen, halte ich für falsch.
 
Drogen, Kindlichkeit, Ursprünglichkeit - das ist zudem/also nicht das, was ich zum einen zusammensehen würde;
außerdem, zum andern, würde ich Kindlichkeit und das, was künstlerische/therapeutische usw. Zugänge sind, nicht einfach in Beziehung setzen,

oder anders - würde ich Kindlichkeit und das, was da an komplexen Abläufen beobachtbar ist bei kreativer Arbeit, oder bei anderer Arbeit, bei der man diesen Zugang gut gebrauchen kann, nicht in Zusammenang setzen.

(auch wenn Kinder diese Art Zugang auch in gewisser Weise haben.)
 
Gruß,
Eulenbaum
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Corydoras
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 37
Beiträge: 773
Wohnort: Niederösterreich


BeitragVerfasst am: 21.10.2016 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich persönlich lehne Drogen generell ab und würde mir eine Welt wünschen, in der es sie nicht gibt bzw. sie nicht konsumiert werden (schließlich existieren z.B. Hanf- oder Tabakpflanzen, ist alkoholische Gärung ein natürlicher Prozess, etc...)

Meinem Körper führe ich nur Wasser und gesunde Lebensmittel zu, damit fühle ich mich am wohlsten.


_________________
I'm not a king. I am just a bard.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4120
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 21.10.2016 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Rote Mückenlarven? Sich kaputt lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BiancaW.
Geschlecht:weiblichMotivationsschubse


Beiträge: 831
NaNoWriMo: 68946



BeitragVerfasst am: 21.10.2016 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Erstaunlich, dass hier niemand Sport als Droge nennt. Wenn ich da an meine Kollegen denke, die jedes Wochenende zum Triathlonevent machen (und dann die ganze Woche darüber reden müssen). Twisted Evil

Schriftsteller sind da wohl eher mit gutem Sitzfleisch ausgestattet. smile

Meine "Droge" - ich nenne es lieber Motivationshilfe - ist, mich in eine Schreibstimmung zu versetzen. Dazu gehören mein Schreibzimmer, das ich mir als Wohlfühloase eingerichtet habe, keine störenden Einflüsse von außen, ein schöner Raumduft und, je nach Stimmung, Musik.


_________________
Romina Gold:
Dezember 2021: Riskante Gefühle (Bastei Lübbe)
Dangerous Hearts 3 (Bastei Lübbe)
Dangerous Hearts 2 (Bastei Lübbe)
Dangerous Hearts 1 (Bastei Lübbe)
Louisiana Kisses (Romance Edition)
Das Haus der Sehnsucht
Blättertanz - Seasons of Magic (Carlsen Verlag)
Kurzromanserie: Island Hearts
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Allgemeines rund um die Schriftstellerei -> Profession Schriftsteller (Leid und Lust) Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Groß oder klein? Ralphie Rechtschreibung, Grammatik & Co 24 02.12.2021 11:20 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Verspätet – Fantastische Reisen durch... Bananenfischin Ausschreibung aktuell 8 01.12.2021 17:50 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge allen oder alles? V.K.B. Rechtschreibung, Grammatik & Co 18 30.11.2021 23:34 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Auf der Wahrheit ruht ein Flügelschlag Patrick Schuler Trash 2 29.11.2021 12:11 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Vernetzt - Mein Romandebüt als Advent... fancy Verlagsveröffentlichung 16 29.11.2021 12:00 Letzten Beitrag anzeigen

BuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von Jana2

von JT

von EdgarAllanPoe

von Oktoberkatze

von Boro

von Kristin B. Sword

von WhereIsGoth

von Municat

von Soraya

von Epiker

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!