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Kinderreime bis zum Abwinken


 
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1984
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 30.12.2019 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Dem ist nix hinzuzufügen, lieber Tula. love

Euch allen einen bombastischen /ruhigen Jahresübergang.
Je nach Neigung.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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davidmuc
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 53
Beiträge: 238
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 02.01.2020 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Sie scheint nach dem Stift zu greifen,
zieht sich schlank die Brauen.
Greift mein blondes Gift zu Streifen
aus dem Schrank - die blauen?

Gern würd ich sie sachte schminken,
in den Schlummer kämmen!
Doch muss, wenn ich schmachte, sinken
und vor Kummer schlemmen.

Schokolade jetzt die Rippen,
süße Cola Lüste!
Wer gerade jetzt die Lippen
meiner Lola küsste?
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 58
Beiträge: 574
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 05.01.2020 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

.

Kinderreime mal zum Aufwärmen.

Habe Coco, meine bessere Hälfte, mitgebracht.

Wir wünschen allen ein gutes Neues Jahr mit fantastischen Lichtblicken, Idea wie sie der Welt noch nicht erschienen sind, und - Freude an sinnstiftendem Unsinn.

LG - Poetnick


Coco Lores meine Liebe,
bis aufs Mark verfallen
dir, befahlen mich die Triebe
einst zum Spassvasallen.

Drall, voraus vorm Bug Dein Hintern
nimmt mir fern‘re Sichten
und so treiben wir es intern
weiter, schaukeln Bettgeschichten

ohne Nachsicht und von Sinnen
kleben Schwebebahnen,
wie zwei leichtsinnige Spinnen
bar von Angst und Ahnen.


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
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Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 06.01.2020 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, David,
du siehst mich ganz gerührt: Die "Lola", Lolololola von den Kinks!
Ein Song, den ich seinerzeit sehr mochte und immer noch mag. - Wenn ich mich recht erinnere, galt der sogar als anrüchig ... ohh Mr. Green
Gut, dass wenigstens (!) unser Poetnick ein durch & durch "anständiger" Bub ist!
Schockierte Grüße smile
m.


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
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BeitragVerfasst am: 06.01.2020 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Und nun ("Wer hätte das gedacht?" "Ihich, Horst Joachim Frahaank!")
folgen durchgängig männlich endende Vierzeiler. Vier- und dreihebig im Wechsel.

Zu Lola schleich ich heimlich-still,
Gespannt mein Feuerrohr,
Doch später fehlt es am Goodwill:
Sie spielt mir etwas vor!

*Gespannt mein Feuerrohr J.W. Goethe, "Jägers Abendlied." Und deshalb über jeden Zweifel erhaben. Razz


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 07.01.2020 02:12    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing Da bedanke ich mich gleichmal ganz herzlich, bevor morgen der Ernst des Arbeitslebens wieder andere Aufmerksamkeit erfordert: -
- mit einem kleinen Medley - bzw. Mashup

Jägers Abendlied / Lola (Goethe / Kinks)

Im Felde schleich ich still und wild,
was wohl mein Feuer schürt?
Die Lust, die jeder will und stillt!
Der Geist ist scheuer, führt

- mir ging es dabei so lala -
mich durch die Ährenlast,
bis ich die fesche Lola sah,
auf einem leeren Ast,

sah Ast an Baum und Frau an Ast,
da beißt sie wie ein Mann.
Nur wenn mich eine rauh anfasst,
wirkt meist sie wie ein Bann.
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 07.01.2020 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schlich zu Lola mich empor,
das Herz und mehr entbrannt.
Ein Knall, (m)ein Schrei - das Feuerrohr
das hatte sie gespannt …


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
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BeitragVerfasst am: 08.01.2020 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sich kaputt lachen

Tja, Michel. Der eine freut sich, der andre nicht.
Ist halt wie im richtigen Leben.


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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 99
Beiträge: 1984
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BeitragVerfasst am: 10.01.2020 10:23    Titel: Risiken des Berufslebens Antworten mit Zitat

Geschlechtsumkehr? Ein Feuerrohr
verglüht im eignen Saft!
Lo-Lola legt sich nun aufs Ohr -
entschwunden ist die Kraft,

die vormals im Wort "Frankfurt" lag
und sie zur S-Bahn trieb.
Am Ende droht noch Strafantrag
der Kinks! - Ein Gema-Schrieb

versetzt ihr gleich den nächsten Schock:
Nur weil sie "Lola" pfeift -
macht ihr die Arbeit einmal Bock,
wird sie jetzt angekeift!


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Tula
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BeitragVerfasst am: 12.01.2020 01:45    Titel: aber bitte mit Blümchen Antworten mit Zitat

Er schreibt berauscht, er schreibt so toll;
der Leser stürb‘ daran,
zög‘ den nicht selbst verheißungsvoll
das Schreiben in den Bann.

Ein smilie hier, ein Sternchen dort,
und „gern gelesen“ gar.
Ihn macht, weiß er, sein schönes Wort
zu Goethe‘s Missionar.

Wird mancher Dichter viel zu jung
vom Pech dahingerafft,
schwimmt er als Greis, noch voll in Schwung,
vergnügt in seinem Saft.

LG
Tula


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aller Anfang sind zwei ...
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davidmuc
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Beiträge: 238
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 12.01.2020 04:59    Titel: Lola revisited Antworten mit Zitat

Lola revisited

ist leider etwas aus dem Versmaß geraten:
Gender Studies.


Er steht am Spiegel matt mit Kamm
Sich kämmen und sich schminken -
zwei Jahre nach dem Cut mit Mom!
stopft in den Mund sich Schinken.

War sie’s, die auf dem Cut bestand?
Er widmet seine Show der Frau:
Er ist inzwischen stadtbekannt
und sie folgt froh der Schau.

Doch eh es Zwölfe schlägt, da wird
- was er nicht mehr versteckt an sich:
er wieder Lola kämmen

Eh er sichs überlegt, da schwirrt
das Volk mit ihm beim Sektanstich
und Whiskey-Cola Lemon.
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menetekel
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1984
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BeitragVerfasst am: 13.01.2020 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, ihr Lieben. love

Mich überzeugen und entzücken eure Beiträge.
Und wegen des Versmaßes, David, würde ich mir keine Gedanken machen. Für einen Schüttelreimer sind die Vorgaben ja doppelt schwer und manchmal vielleicht gar nicht zu erfüllen.

Neues Spiel, neues Glück:

Jetzt kommen wir zu einer tänzerischen Übung, die gern von den Romantikern genutzt wurde. Hier werden daktylische Vierheber im Wechsel mit Dreihebern kredenzt, die ausschließlich männliche Kadenzen aufweisen.
Ich möchte ein Beispiel aus dem "Badelied" von Novalis anführen:

Zitat:
Auf, Freunde, herunter das heiße Gewand,
Und tauchet in kühlende Flut
Die Glieder, die matt von der Sonne gebrannt,
Und holet von neuem euch Mut.


a b a b oder zuweilen auch x a x a.

Schee, gell? smile smile extra


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Michel
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BeitragVerfasst am: 13.01.2020 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Soo vui schee!

Nun reißt euch herunter das heiße Gewand,
mit dämmenden Daunen gefüllt.
auch Mützen und Handschuhe - nutzloser Tand!
Dass nichts uns mehr schirmend verhüllt,

Nehmt Feuer, nehmt Anlauf, nehmt all euren Mut,
um zügig ins Wasser zu gehn ...
Nur ist oft das Tauchen in kühlender Flut
im Januar kritisch zu sehn. Cool


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davidmuc
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BeitragVerfasst am: 16.01.2020 02:20    Titel: Ein Haus am Strand Antworten mit Zitat

Ein Haus am Strand (Maurice)

Ich hoffte du sprengst alle Ketten, du rennst,
durchkämmst, wo wir saßen den Strand.
Jetzt weiß ich, ich kann uns nicht retten. Du kennst
den Weg, diese Straßen, den Sand.

Wir schienen uns einst wie von Sinnen zu drehn,
jetzt warst du so kühl, dass ich fand,
du hofftest, mich später nicht drinnen zu sehn.
War das das Gefühl, das ich kannt?

Längst hatte sich in mich dein Diener verschaut,
als ganz allein ich  für mich sauf.
und alle die Rückschläge schien er verdaut
zu haben, gibt sich für mich auf.

Noch wartet er leise, der wußt
um unsere Weise der Lust.
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Tula
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BeitragVerfasst am: 18.01.2020 03:11    Titel: Antworten mit Zitat

selbst-geringe

Der Schwindler, der Schiri, der Schurke von Stand
sind nas-weislich schmählich und schlecht.
Der redliche Richter im Robengewand
rhabarbert und reicht ihnen Recht.

Die Schnecke, die Scharfe, das Schnuckel, „mein Schatz“
sind lediglich schön und scharmant.
Der Henker, die Hummel, der Hund bei der Hatz
sind huldvoller noch an der Hand.

Der Dodel, der Dämel, der Dussel, der Depp
sind durchgängig dumpfbackig dumm.
Und ich? - Bin ein Lüftchen, ein Grünfink, dein Sepp,
oho!-der ein kleines Gesumm‘.


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menetekel
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BeitragVerfasst am: 18.01.2020 18:47    Titel: Aus dem Leben eines Gelbschopfes Antworten mit Zitat

Aus dem Leben eines Gelbschopfes

Der Dödel benutzt seinen Daumen, damit
die Löcher der Jetztzeit im Sumpf
bedeckt sind und bleiben. Und fühlt er sich fit,
nicht ausschließlich dröge und stumpf,

vermag er mit body-gebuildetem Rumpf
selbst Megakloaken (igitt!),
vermittels der Pestwurz, samt brechendem Stumpf,
zu tarnen als Edenverschnitt.


Nur manchmal umwölkt sich die Dumpfbackenstirn:
Er fürchtet den Einbruch der Kunst;
die Winde umblasen ein lullendes Hirn –
viel lieber jedoch mag er Dunst!


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poetnick
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BeitragVerfasst am: 19.01.2020 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Grüsse an alle; das waren feine Geschichten im welligen Metrum Laughing

Schöpfe im Sturm

Man hoffte es sei ein Versehen, ein Fake,
der Geist aus der Flasche entflohn;
er will nicht zurück hält Geschichte für Steak,
als Frühstück gegessen zum Hohn.

Doch hat man drei Wünsche, bekanntlich frei-Geist
und einer erschien mir so schön:
'Treff den Kim zum Date in der Flasche, es heißt
er habe auch einen Wahnsinns - Föhn.'


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BeitragVerfasst am: 19.01.2020 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hat er auch Bräunungscreme?

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BeitragVerfasst am: 19.01.2020 17:33    Titel: Auftritt eines Wohlfrisierten Antworten mit Zitat

Kimmy ist, frisurentechnisch, ebenfalls total hip.
Unnachahmlich, wie sein Faconschnitt direkt an einer voluminösen Speckfalte endet. Cool
Vielleicht sollte ihm Michel zeitweise sein Mützchen zur Verfügung stellen? Wenigstens zu offiziellen Anlässen? Twisted Evil Razz

---

Noch bekannter als Michels Mütze ist der Vierzeiler aus jambischen kreuzgereimten Vierhebern mit männlichen Kadenzen und Dreihebern, die weiblich enden. Das ist eine der beliebtesten deutschen Srophenformen überhaupt. a b a b oder x a x a.

Auftritt eines Wohlfrisierten

Ganz nahe bei dem gelben Meer,
Da war er jüngst zu Gaste;
Sein Goldschopf überzeugte sehr,
Noch mehr die braune Paste.

(Nach Uhland: Einkehr)


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BeitragVerfasst am: 21.01.2020 01:32    Titel: Uhland, die alte Romantikersau Antworten mit Zitat

Bestens gelaunt - durch die schönen Windungen Eurer Kunst  - love
freut mich gerade der eben unterlegte Uhland Subtext :

Weshalb - ja weshalb nur bricht Uhland das Versmaß im letzten Reim?

Weshalb, wenn nicht, um mit einer recht - frivolen? -  Metapher zu flirten:
 "Von der Wurzel bis zum Gipfel." Hier das Ganze mit leichten Änderungen nochmal zitiert

(fast) Ludwig Uhland - Einkehr

Bei einem Wirte wundermild
Da stand ein Mann. Da küsste
mich auf den roten Mund er wild -
was er gut kann. Da müsste

von einem Aprikosenbaum
man süßre Frucht kaum sagen,
doch wird mein Mann erbosen? Kaum
ahn ich die Sucht. Kaum Fragen.

Er legte mich in grünes Moos
Man hört noch ferne Gäste
und zaubert ohne Mühn es groß
er rubbelt gerne feste.

Ich sag: wir haben Zeit, in Ruh!
Naturfreund, schont die Matten!
Doch scharfgemacht - ich reit ihn zu,
Man sieht am Mond die Schatten.

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit:
er schwenkt agil den Zipfel,
Gesegnet sei der Kult, ich scheid
dahin fürs Ziel: den Gipfel.


Ludwig Uhland - Einkehr

Bei einem Wirte wundermild,
Da war ich jüngst zu Gaste;
Ein goldner Apfel war sein Schild
An einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
Bei dem ich eingekehret;
Mit süßer Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
Viel leichtbeschwingte Gäste;
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
Auf weichen, grünen Matten;
Der Wirt, er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit,
Da schüttelt er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
Von der Wurzel bis zum Gipfel.
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Tula
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BeitragVerfasst am: 26.01.2020 01:26    Titel: unentbehrlich Antworten mit Zitat

unentbehrlich

Mein Handy hat stets Zeit für mich,
es spielt auch schöne Lieder.
Und postest du mir instant-lich,
dann like ich deine Glieder.

‘s hat neun-und neunzig (extra-Hash!)
okkulte smart-Sensoren.
Im Morgensmog rät es mir rasch
die Flucht nach den Komoren.

Ich lade jede App herein,
weil ich dem Handy traue.
Es führt mich soft an jedem Schein
der Wirklichkeit ... ins Blaue.

Sogar des Nachts in meinem Bett
be-LOL ich froh und munter
als Follower und Fan - Susette
und hohl‘ mir einen ...


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Michel
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BeitragVerfasst am: 28.01.2020 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

... Stunt her? Cool

Mein Handy hat stets Zeit für mich,
WhatsApp gemahnt zum Lesen.
So bin seit vielen Tagen ich
nicht offline mehr gewesen. (Au, der hinkt …)

Ich trende, chatte, like dort,
ob trübe oder glasklar,
ob heißes Bild, ob derbes Wort,
ob "friend" aus Madagaskar .

Ob linke Front, ob AfD,
ob Fitness-App-Berater -
Ich like, folge, finde gut
im Vanitas-Theater.

Hier virtuelles LOL, dort: Ach.
Verdorrt sind mir die Witze:
Ich such seit Tagen offline nach
der schönen schwarzen Mütze.
(echtjetzt.)


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