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Eine unheimliche Entdeckung


 

 
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Aluhut 2.0
Schreiber-Lehrling

Alter: 26
Beiträge: 82



BeitragVerfasst am: 13.10.2016 00:04    Titel: Eine unheimliche Entdeckung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebes Forum

Ich bin noch ziemlich neu hier und versuche mich gerade an einer Art Roman (Thriller/Krimi). Ich zeige euch hier den letzten Absatz meines ersten Kapitels (Expose füge ich auch an).

Würde mich sehr über Feedback freuen (spart nicht mit [konstruktiver] Kritik wenn es euch nicht gefällt)

Expose:

Als drei Detektive einem Vermisstenfall in einer leer stehenden Villa nachgehen, rechnen sie zwar mit unangenehmen Entdeckungen, aber nicht mit dem bizarren Albtraum, in den sie verstrickt werden.

Die Suche beginnt in einer verlassenen Villa, und als sie dort ankommen, treffen sie auf ihren „Kontaktmann“, einem vermeintlichen Butler, der seit einigen Jahren für den vermissten Viktor Theissen gearbeitet hat, und ihnen bei Fragen zum Anwesen zur Seite stehen soll. Dass sich dieser Butler höchst seltsam verhält, die drei Detektive schon bei der Ankunft eine unheimliche Entdeckung machen, und es um Mitternacht zu einem gewalttätigen Übergriff fremder Personen kommt, soll nur den Anfang einer unausweichlichen Bedrohung darstellen, der die drei Ermittler bald gegenüber stehen.

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Doir
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 56



BeitragVerfasst am: 13.10.2016 05:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mk931409,

ich hab deinen Text nicht gelesen. Viele andere werden ihn wohl auch nicht lesen. Wieso?
Weil du ihn als PDF File angehängt hast. Das sieht man hier nicht so gern, da sich damit kaum arbeiten lässt. Kopiere einfach den entsprechenden Auszug in deinen Post. So wirst du deutlich schneller an Feedback kommen.

Zudem ist dein Exposé kein Exposé, sondern eher sowas wie ein Klappentext.

Viele Grüße
Doir
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gold
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger

Alter: 66
Beiträge: 6083
Wohnort: Persepolis
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 13.10.2016 05:32    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen, mk..., (das andere spare ich mir, sorry)

herzlich willkommen hier im Forum. Wink

Habe in deinen Kapitelauszug reingeschmökert und ich muss sagen, ich finde ihn spannend. Wie Doir bereits erwähnt hat, wäre es gut, du würdest ihn  hier nicht als Anhang, sondern direkt einstellen.

Lg gold


_________________
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Aluhut 2.0
Schreiber-Lehrling

Alter: 26
Beiträge: 82



BeitragVerfasst am: 13.10.2016 14:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Doir hat Folgendes geschrieben:
Hallo mk931409,

ich hab deinen Text nicht gelesen. Viele andere werden ihn wohl auch nicht lesen. Wieso?
Weil du ihn als PDF File angehängt hast. Das sieht man hier nicht so gern, da sich damit kaum arbeiten lässt. Kopiere einfach den entsprechenden Auszug in deinen Post. So wirst du deutlich schneller an Feedback kommen.


Danke für den Hinweis.
Okay, also: Here you go:



Steve war aufgestanden und hinüber zur Kaffeemaschine gegangen, die sich abgeschaltet, und die Kanne bis zur Hälfte voll gemacht hatte. Er nahm sich zwei leere Tassen aus dem Küchenschrank und schenkte das Heißgetränk ein. Aus der ersten Tasse nippte er selbst, die zweite stellte er auf den Tisch und schob sie mir zu.
Nachdem wir Vals Geschichte gehört hatten, und sie auf die Toilette gegangen war, saßen Steve und ich am Küchentisch und nippten abwechselnd und still an unserem Kaffee. Die Frau hat es sowas von hinter den Ohren , hatte Steve vorgestern gesagt. Wie recht er damit gehabt hatte. Wie konnte man ein solches Ereignis derartig verarbeiten, und dann noch so locker darüber berichten, als wäre es ein Ausflug auf den Jahrmarkt gewesen? Vermutlich lies Val selbst dieser Ort hier kalt, während er mir immer mehr zusetzte. Mit diesem Homberg stimmte etwas nicht. Und dieser Theissen … mit ihm schon gar nicht. Ich wollte wetten, dass er sich hier irgendwo aufhielt. Hinter oder zwischen diesen alten Gemäuern konnte schließlich alles Mögliche sein. Ich meinte mich erinnern zu können, vor einigen Jahren eine Dokumentation im Fernsehen gesehen zu haben, in der erläutert wurde, dass in alten Burgen und Villen früher bewusst versteckte Räumlichkeiten und unterirdische Tunnelsysteme entworfen wurden, um dort Goldreserven und sonstige Habseligkeiten von materiellem Wert zu bunkern. So etwas in der Art konnte ich mir hier an diesem Ort nur zu gut vorstellen. Jemand wollte hier etwas vertuschen, mein Bauchgefühl bestand darauf. Hatte ich schon erwähnt, dass mein Bauchgefühl mich äußerst selten täuscht?
»Jay?« Steve riss mich aus meinen Gedanken.
»Hm?«
»Alles okay?«
»Klar. Warum?«
»Du hast gerade geseufzt.«
»Ach ja?« Klar hatte ich geseufzt. Ich wusste es.
»Ja.«
»Ist mir nicht aufgefallen.«
»Macht er dir auch zu schaffen?«
»Wer? Dieser Ort?«
»Den Kaffee meine ich jedenfalls nicht. Ja, dieser Ort.«
»Schon ein wenig«, log ich. Er machte mir sehr zu schaffen. »Morgen bringen wir einfach Licht ins Dunkel, dann sieht alles gleich freundlicher aus.« Na klar machen wir das, Jay, nur weiter so. Wenn du es dir lange genug einredest, wird es schon so werden.
»Denkst du nicht auch, dass wir verschwinden sollten?«
»Verschwinden? Wieso?«
»Ich weiß nicht, Mann. Ist nur so ein Gefühl.«
»Hör damit auf, Steve. Du machst es nur schlimmer als es ist.« Warum tat er das ständig? Es ging mir auf die Nerven und machte mich nur noch verrückter. Mir gefiel die Sache hier auch nicht und ging niemandem damit auf den Keks.
Val kehrte zurück und setzte sich wieder zu uns.
»Also, wie gehen wir das morgen an?«, fragte sie, und lenkte unsere Gedanken in eine andere Richtung. »So wie das aussah, wird das Arbeitszimmer die meiste Zeit in Anspruch nehmen.«
Ich nickte zustimmend. »Ich würde sagen, zwei von uns im Arbeitszimmer und einer checkt die anderen Räume.«
»Hört sich nach nem Plan an«, pflichtete Steve bei, beugte sich nach vorne, und hielt seine Faust über den Tisch. Val und ich sahen ihn zuerst verständnislos an, begriffen dann aber, was er vor hatte. Ich war noch nie gut im Knobeln gewesen und hasste Dinge, die auf Glück beruhten. Ich verlor die erste Runde gegen Steve, und gewann die zweite gegen Val. Val verlor beide Runden und durfte morgen die restlichen Zimmer unter die Lupe nehmen.
»Ich hasse dieses Spiel«, sagte sie.
Steve ging jetzt zum Kühlschrank, um nach etwas Essbarem zu suchen. Er nahm sich eines dieser Fertiggerichte, sah kurz auf das Ablaufdatum, stellte das Ding anschließend in die Mikrowelle, setzte den Timer auf fünf Minuten und drückte die Einschalttaste, woraufhin das Gerät angenehm leise zu surren begann.
»Also mir geht’s schon etwas besser Leute«, sagte er, als er sich wieder zu uns setzte. »Ich weiß nicht, wie es euch gegangen ist, aber mir war echt nicht gut zu Mute als ich hier her gefahren bin. Und dann dieser gottverlassene Anblick ...«
»Oh, ja«, erwiderte Val und sah mich kurz an. »Ich denke Jay und mir ging es genauso.«
Das war korrekt. »Fehlte nur noch ein Schwarm Raben, der über das Dach kreist«, fügte ich hinzu.
Darüber mussten Steve und ich lachen.
»Oder quietschende, von selbst aufgehende Türen«, ergänzte Steve.
»Genau mein Gedanke«, sagte ich amüsiert.
Val schüttelte nur den Kopf und schmunzelte, aber vermutlich hatte auch sie an solche Dinge gedacht.
Das nächste Mal auf die Uhr blickten wir um kurz nach neun. Steve hatte seine Fertigmahlzeit innerhalb von fünf Minuten weggeputzt und Val hatte noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken. Sie meinte, sie wolle noch etwas wach bleiben und die Unterlagen im Bett noch einmal durchgehen und bevor wir uns zu unseren Zimmern aufmachten, nahmen Steve und ich mir noch eine Banane mit, und Val ein Joghurt aus dem Kühlschrank. Dieser Vincent hatte sich wirklich Mühe gegeben und für alles gesorgt. Es fiel mir schwer, mir vorzustellen, wie weit der nächste Supermarkt wohl von hier entfernt, und wie der alte Vincent Homberg extra wegen uns dort hin gefahren war, um mehr als ausreichenden Proviant zu besorgen. Irgendetwas stank hier doch gewaltig.
Ich verließ als letzter die Küche und trat gemeinsam mit Val und Steve hinaus in die Eingangshalle. Hier war es inzwischen kalt und still und dunkel. Die Geräusche unserer Schritte wurden vom Teppichboden absorbiert, und das leise Rascheln unserer Kleidung war das Einzige, das unser Gehör erreichte. Kaum nennenswertes Mondlicht fiel durch die verschmutzten Fensterläden auf den blauen Teppichboden, und die Gemälde der Persönlichkeiten wirkten unter dem schwachen Licht wie schräge Fratzen, deren Augen ausdruckslos in die Dunkelheit starrten. Keiner von uns sagte ein Wort, als wir die Treppe hinauf gingen. Ich für meinen Teil war zu sehr mit den Bildern beschäftigt, die aus den tiefen Schluchten meines Unterbewusstseins empor stiegen, und mich an so manche Horrorliteratur, sowie einige schlaflose Nächte als Kind erinnerten. Ich war zwar zu einem rational denkenden Menschen gereift, um die Ängste, die in mir aufkamen, als lächerlich abzutun, doch dieser Ort machte es mir schwer. Sehr schwer. Er hatte es mir schwer gemacht, als wir hier ankamen, war dann kurz in den Hintergrund getreten, als wir Homberg kennengelernt hatten, und entfaltete jetzt wieder seine Schaurigkeit.
Im ersten Stock gingen wir den linken Flur entlang und dann um die Ecke, so wie Vincent es uns beschrieben hatte, und entdeckten geradeaus die Tür zum Verbindungstrakt. Der Korridor, der zum alten Gebäude führte, bestand aus alten Holzstreben und noch älteren Kastenfenstern. Der Gang war mit Glasflächen überdacht, und vom Vollmondlicht durchflutet. Der hölzerne Geruch, der in diesem Flur in der Luft lag, erinnerte mich an uralte Bücher, die lange Zeit ungeöffnet schlummerten, und deren Seiten über die Jahre einen eigenen, intensiven Duft entwickelt hatten. Durch die Fenster zu unserer Rechten, hatten wir freie Sicht auf den Innenhof. Der weiße Kies im Hof schimmerte unter dem Licht des Nachthimmels türkisfarben, fast bläulich, und die Arkaden wirkten wie finstere Höhlen, die keinen Blick in ihr Inneres gewährten.
Hätte sich diese Villa in einer belebten Stadt und nicht am Ende der Welt befunden, hätte ich diesen Anblick sogar genießen können, denn er hatte etwas Malerisches und besonders Fantasievolles an sich. Doch wir waren in keiner Stadt. Und wir hatten auch keine Menschen im Umkreis, außer uns selbst und einem alten Greis, der nicht der war, der er vorgab zu sein, dessen war ich mir mittlerweile sehr sicher. Und dann auch noch
diese Stille. Ja, ich war in der Stadt aufgewachsen und lebte noch immer in einer, und ein stilles Umfeld war für mich ganz einfach ungewohnt, aber Herrgott, diese Stille hatte etwas derartig Beklemmendes an sich, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, unser Schweigen zu brechen.
»Hey, Steve, hast du eigentlich das – «
Steve und ich waren begeisterte Verfolger der Pokerwelt, und ich wollte ihn soeben nach dem Ausgang des WSOP-Turniers fragen. Aber so weit kam ich nicht. Denn als mein Blick durch ein Fenster über den Hof schweifte, musste ich mein Wort unterbrechen und erschrak bis auf die Knochen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes, und auf gleicher Höhe unseres Korridors, befand sich eine Terrasse direkt über den Arkaden. Dahinter, schon fast verborgen von der Dunkelheit, lagen einige Fenster, die eigentlich nichts als Schwärze ausstrahlten, doch ich meinte – nein, ich war mir sicher –, dass ich dort den Umriss einer Person gesehen hatte, die eine zuckende, ausweichende Bewegung gemacht hatte, als mein Blick ihn ihre Richtung abglitt, und dann verschwand. Mein Herz war jetzt auf Touren gekommen, und ich starrte unablässig die Stelle an, an der ich die Gestalt beobachtet hatte.
»Was?«, fragte Steve, drehte sich zu mir um, und sah meinen konzentrierten Blick hinaus aus dem Fenster.
»Was ist los, Mann?«
»Sei kurz still«, flüsterte Val, und stellte sich neben mich. »Ich glaube, Jay hat irgendwas gesehen.«
Aus den Augenwinkeln erkannte ich, dass Steves Gesicht nun ebenfalls erschrocken wirkte. Dann folgte auch sein Blick dem meinen und wir alle spähten hinüber auf diese Terrasse.
Wenn ich mich getäuscht hatte – o Herr, bitte lass es so sein –, war ich wohl reif für einen Psychiater. Doch wenn ich es wirklich gesehen hatte, dann bedeutete es, dass Vincent Homberg ein höchst merkwürdiges Verhalten an den Tag legte, oder sich eine weitere Person auf diesem Gelände befand, von der wir nichts wussten.
Steve klopfte sich leicht auf die Brust. »Mann, mir geht vielleicht die Düse. Jay, sag etwas. Was hast du – «
»Kann ich Ihnen helfen?«
Jeder von uns zuckte zusammen und Val entfuhr ein lautes Japsen.
Hinter uns stand Homberg.
Wie konnte der Mann uns so nahe kommen, ohne dass wir ihn bemerkt hatten? Wir standen mitten auf dem Verbindungsgang, jeweils zehn Meter von den Türen entfernt. Der Kerl musste sich nahezu angeschlichen haben.
Wir starrten Homberg gefühlte zehn Sekunden lang an, und ich realisierte, dass es wohl angebracht war, dass ich seine Frage beantwortete. »Wir … ist außer Ihnen und uns sonst noch jemand auf diesem Grundstück, Herr Homberg?«, fragte ich nach einiger Überlegung. Mein Puls senkte sich langsam wieder.
Homberg schüttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern. »Nicht, dass ich wüsste, mein Guter. Nur wir vier und dieser wunderschöne Sternenhimmel.« Er kicherte und zeigte auf die Glasüberdachung über uns. »Wie kommen Sie darauf?«
»Dort drüben auf der Terrasse. Ich hab dort eine Person gesehen. Hinter dem Fenster«, antwortete ich ihm.
»Eine Person? Und wie sah sie aus?«
»Nun … es war nicht mehr als ein Schatten, der weg huschte als ich hinüber sah.«
»Weg huschte«, sagte Homberg, und zog seine grauen Augenbrauen hoch.
»Ja, ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll«, erklärte ich etwas verzweifelt und drehte mich dann zu Steve und Val um. »Leute, können wir uns das bitte anschauen? Jetzt gleich?«
Beide zuckten mit den Achseln.
»Klar, wieso nicht«, sagte Steve. »Aber wehe, mich erschreckt nochmal jemand von hinten.«
»Tut mir Leid, ich wollte nicht ...«, setzte Homberg zu einer Entschuldigung an, wurde aber von Val unterbrochen.
»Ich bleibe hier und behalte die Veranda im Auge«, sagte sie.
Homberg führte uns hinüber zu dem Gebäudeabschnitt, in dem ich meine Beobachtung gemacht hatte und ich bat ihn, mit uns den kürzest möglichen Weg dorthin zu gehen. Wir gingen zurück zur Eingangshalle, betraten den rechten Flur im ersten Stock, und benötigten insgesamt drei Minuten, bis wir das Ziel erreichten. Laut Homberg handelte es sich bei diesem Raum um ein ehemaliges Gewächshaus, er erinnerte mich allerdings eher an eine Art Wintergarten, als wir ihn betraten. Und selbstverständlich war dort nichts auffälliges zu finden – wie hätte es anders sein sollen. Steve und ich überprüften trotzdem jeden Winkel und traten auch hinaus auf die Terrasse, wo wir hinüber zum Korridor sahen, in dem Val uns zu winkte.
»Hey, Jay«, sagte Steve, nachdem er auch einen alten Schrank durchsucht hatte. »Vielleicht hast du dich einfach geirrt, Kumpel. Der Tag war ganz schön lang, und dieses Gebäude … das macht einen ja irre.«
Ich schüttelte den Kopf. »Ich hab's gesehen Steve. Wir werden die Person jetzt nicht finden, aber ich hab's gesehen, glaub mir.«
Als wir zurück zu Val gingen, stand Steve deutlich Besorgnis ins Gesicht geschrieben, und ich dachte noch einmal genau nach, ob es nicht doch Einbildung gewesen war. Aber ich war mir ganz sicher. Homberg konnte es nicht gewesen sein. Wir brauchten hier rüber drei Minuten. Die Zeit, die verstrichen war, als ich den Schatten gesehen hatte, bis Homberg hinter uns auftauchte, betrug nicht einmal eine Minute. Hätte er alles rein gelegt und wäre zu uns gesprintet (was allerdings auszuschließen war, wenn man an sein Alter dachte), wäre es sich zeitlich ausgegangen, doch dann hätte er keuchend vor uns stehen müssen. Es gab also noch eine Person in diesen Gemäuern, von der nicht einmal Homberg etwas wusste. Es sei denn, er log uns an.
Dass Steve mir nicht wirklich zu glauben schien, erschütterte mich nicht wirklich. Wenn man es selbst nicht gesehen hatte, fällt es einem ganz einfach schwer, so etwas zu glauben, dachte ich.
Nachdem wir Val berichtet hatten, dass wir nichts gefunden hatten, führte Homberg uns zu unseren Zimmern und zeigte uns auch das seine. Dann wünschten wir uns eine ruhige Nacht, und ich war schon gespannt, wie ruhig sie wirklich werden würde. Steve überlegte noch für den Hauch eines Moments, auf die Toilette zu gehen, doch der Drang seiner Blase war nicht groß genug, sodass er sich dagegen entschied. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.
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scura
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BeitragVerfasst am: 14.10.2016 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hi ich schreibe einfach ganz spontan dazu was mir einfällt.  Ich hoffe das ist für dich so OK.

mk931409 hat Folgendes geschrieben:


Steve war aufgestanden und hinüber zur Kaffeemaschine gegangen, die sich abgeschaltet, und die Kanne bis zur Hälfte voll gemacht hatte. (Ist es hier wichtig wie voll die Kanne ist?) Er nahm sich zwei leere Tassen aus dem Küchenschrank und schenkte das Heißgetränk ein. (Ich verstehe das du keine Wortwiederholung willst, aber Heißgetränk wirkt ein wenig zu bemüht nach Synonymen Ausschau halten für mich persönlich. Und irgendwie klar das die Tassen leer sind oder, ich meine es ergäbe ja sonst keinen Sinn? Und es ist mir irgendwie nicht wichtig woher er die Tassen hat) Aus der ersten Tasse nippte er selbst, die zweite stellte er auf den Tisch und schob sie mir zu. (Ok erste, zweite Tasse... sind die nummeriert? Nö im ernst, ist etwas umständlich formuliert finde ich)Nachdem wir Vals Geschichte gehört hatten, und sie auf die Toilette gegangen war, saßen Steve und ich am Küchentisch und nippten abwechselnd und still an unserem Kaffee. (Öhm das ist ja jetzt sehr detailliert beschrieben, dass ich jetzt auch weiß das sie auf der Toilette ist... du willst uns wahrscheinlich mitteilen, dass sie über sie reden können und sie nicht im Raum ist? Und abwechsend und still... hmm schweigend... und ist es wichtig das sie abwechselnd trinken) Die Frau hat es sowas von hinter den Ohren (den Aussrpuch kenne ich so nicht) , hatte Steve vorgestern gesagt. (Ist es wichtig wann er es genau gesagt hat?)  Wie recht er damit gehabt hatte. Wie konnte man ein solches Ereignis derartig verarbeiten, und dann noch so locker darüber berichten, als wäre es ein Ausflug auf den Jahrmarkt gewesen? Vermutlich lies Val selbst dieser Ort hier kalt, während er mir immer mehr zusetzte. (Ah hier wird es spannend für mich, wo ist er, was ist so seltsam an diesem Ort....es wird interessant.) Mit diesem Homberg stimmte etwas nicht. Und dieser Theissen … mit ihm schon gar nicht. (Ok zwei weitere Namen mit denen ich noch nichts verbinde... ich merke mir Namen auch ganz schlecht... und wenn ich noch gar keinen Bezug dazu habe... )Ich wollte wetten, dass er sich hier irgendwo aufhielt. Hinter oder zwischen diesen alten Gemäuern konnte schließlich alles Mögliche sein. Ich meinte mich erinnern zu können, vor einigen Jahren eine Dokumentation im Fernsehen gesehen zu haben, in der erläutert wurde, dass in alten Burgen und Villen früher bewusst versteckte Räumlichkeiten und unterirdische Tunnelsysteme entworfen wurden, um dort Goldreserven und sonstige Habseligkeiten von materiellem Wert zu bunkern. So etwas in der Art konnte ich mir hier an diesem Ort nur zu gut vorstellen. Jemand wollte hier etwas vertuschen, mein Bauchgefühl bestand darauf. Hatte ich schon erwähnt, dass mein Bauchgefühl mich äußerst selten täuscht?
»Jay?« Steve riss mich aus meinen Gedanken.
»Hm?«
»Alles okay?«
»Klar. Warum?«
»Du hast gerade geseufzt.«
»Ach ja?« Klar hatte ich geseufzt. Ich wusste es. (Oh diese Stelle gefällt mir besonders gut!)»Ja.«
»Ist mir nicht aufgefallen.«
»Macht er dir auch zu schaffen?«
»Wer? Dieser Ort?«
»Den Kaffee meine ich jedenfalls nicht. Ja, dieser Ort.«
»Schon ein wenig«, log ich. Er machte mir sehr zu schaffen. »Morgen bringen wir einfach Licht ins Dunkel, dann sieht alles gleich freundlicher aus.« Na klar machen wir das, Jay, nur weiter so. Wenn du es dir lange genug einredest, wird es schon so werden.
»Denkst du nicht auch, dass wir verschwinden sollten?«
»Verschwinden? Wieso?«
»Ich weiß nicht, Mann. Ist nur so ein Gefühl.«
»Hör damit auf, Steve. Du machst es nur schlimmer als es ist.« Warum tat er das ständig? Es ging mir auf die Nerven und machte mich nur noch verrückter. Mir gefiel die Sache hier auch nicht und ging niemandem damit auf den Keks.
Val kehrte zurück und setzte sich wieder zu uns.
»Also, wie gehen wir das morgen an?«, fragte sie, und lenkte unsere Gedanken in eine andere Richtung. (Hä wieso andere Richtung, die haben doch auch gerade mehr oder weniger davon gesprochen?) »So wie das aussah, wird das Arbeitszimmer die meiste Zeit in Anspruch nehmen.« (Ich stolpere hier über "so wie das aussah... würde ich anders formulieren, ich bin mir auch nicht sicher was du damit meinst.)Ich nickte zustimmend. »Ich würde sagen, zwei von uns im Arbeitszimmer und einer checkt die anderen Räume.«
»Hört sich nach nem Plan an«, pflichtete Steve bei, beugte sich nach vorne, und hielt seine Faust über den Tisch. Val und ich sahen ihn zuerst verständnislos an, begriffen dann aber, was er vor hatte. Ich war noch nie gut im Knobeln gewesen und hasste Dinge, die auf Glück beruhten. Ich verlor die erste Runde gegen Steve, und gewann die zweite gegen Val. Val verlor beide Runden und durfte morgen die restlichen Zimmer unter die Lupe nehmen.
»Ich hasse dieses Spiel«, sagte sie.
Steve ging jetzt zum Kühlschrank, um nach etwas Essbarem zu suchen. Er nahm sich eines dieser Fertiggerichte, sah kurz auf das Ablaufdatum, stellte das Ding anschließend in die Mikrowelle, setzte den Timer auf fünf Minuten und drückte die Einschalttaste, woraufhin das Gerät angenehm leise zu surren begann.
»Also mir geht’s schon etwas besser Leute«, sagte er, als er sich wieder zu uns setzte. »Ich weiß nicht, wie es euch gegangen ist, aber mir war echt nicht gut zu Mute als ich hier her gefahren bin. Und dann dieser gottverlassene Anblick ...« (Hmm gut zu Mute... klingt komisch... überhaupt der ganze Satz wirkt nicht seltsam)»Oh, ja«, erwiderte Val und sah mich kurz an. »Ich denke Jay und mir ging es genauso.«
Das war korrekt. »Fehlte nur noch ein Schwarm Raben, der über das Dach kreist«, fügte ich hinzu.
Darüber mussten Steve und ich lachen.
»Oder quietschende, von selbst aufgehende Türen«, ergänzte Steve.
»Genau mein Gedanke«, sagte ich amüsiert.
Val schüttelte nur den Kopf und schmunzelte, aber vermutlich hatte auch sie an solche Dinge gedacht. (Wieso aber? wenn sie es eh auch lustig findet?)Das nächste Mal auf die Uhr blickten wir um kurz nach neun. (Hä was hat das jetzt mit der Uhrzeit auf sich... Und den Satz finde ich nicht schön.) Steve hatte seine Fertigmahlzeit innerhalb von fünf Minuten weggeputzt und Val hatte noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken. Sie meinte, sie wolle noch etwas wach bleiben und die Unterlagen im Bett noch einmal durchgehen und bevor wir uns zu unseren Zimmern aufmachten, nahmen Steve und ich mir noch eine Banane mit, und Val ein Joghurt aus dem Kühlschrank. )(Hmm diese detailierten Beschreibungen sind die wirklich so nötig?Also ist es wichtig wer jetzt was ißt? Außer der Joghurt ist vergiftet oder so  Dieser Vincent (Oh Gott noch ein Name mit dem ich noch nix verbinden kann) hatte sich wirklich Mühe gegeben und für alles gesorgt. Es fiel mir schwer, mir vorzustellen, wie weit der nächste Supermarkt wohl von hier entfernt, und wie der alte Vincent Homberg extra wegen uns dort hin gefahren war, um mehr als ausreichenden Proviant zu besorgen. Irgendetwas stank hier doch gewaltig. (Wieso weil Vincent Homberg einkaufen war?)Ich verließ als letzter die Küche und trat gemeinsam mit Val und Steve hinaus in die Eingangshalle. (Ist es wichtig in welcher Reihenfolge sie die Küche verließen?) Hier war es inzwischen kalt und still und dunkel. (Puh vielleicht ein bißchen weniger Adjektive... bzw. und still und dunkel... nicht gut formuliert) Die Geräusche unserer Schritte wurden vom Teppichboden absorbiert, und das leise Rascheln (Rascheln ist ja selten laut) unserer Kleidung war das Einzige, das unser Gehör erreichte. (etwas gestelzt formuliert...) Kaum nennenswertes Mondlicht fiel durch die verschmutzten Fensterläden auf den blauen (wenn es Nacht ist, dunkel und nur Mondlicht hineinfällt kann man eh nicht gut erkennen welche Farbe der Boden hat... ist auch nicht wichtig) Teppichboden, und die Gemälde der Persönlichkeiten wirkten unter dem (in dem?) schwachen Licht wie schräge Fratzen, deren Augen ausdruckslos in die Dunkelheit starrten. Keiner von uns sagte ein Wort, als wir die Treppe hinauf gingen. (Wieso drehen die eigentlich kein Licht auf?) Ich für meinen Teil war zu sehr mit den Bildern beschäftigt, die aus den tiefen Schluchten meines Unterbewusstseins empor stiegen, und mich an so manche Horrorliteratur, sowie einige schlaflose Nächte als Kind erinnerten. (Puh der Satz reißt einem ordentlich aus dem Lesefluss. Vielleicht etwas simpler formulieren... tiefe Schluchten des Unterbewusstseins ist schon sehr dick aufgetragen... für meinen Geschmack halt... und die Horrorliteratur und schlaflose Kindheit ist doch auch nicht wichtig oder? Es kommen quasi Urängste hervor?) Ich war zwar zu einem rational denkenden Menschen gereift, um die Ängste, die in mir aufkamen, als lächerlich abzutun, doch dieser Ort machte es mir schwer. Sehr schwer. Er hatte es mir schwer gemacht, als wir hier ankamen, war dann kurz in den Hintergrund getreten, als wir Homberg kennengelernt hatten, und entfaltete jetzt wieder seine Schaurigkeit. (Wer er? Grübel. Lesen. Ach der Ort... hmmm)Im ersten Stock gingen wir den linken Flur entlang und dann um die Ecke, so wie Vincent es uns beschrieben hatte, und entdeckten geradeaus die Tür zum Verbindungstrakt. (Ist es wichtig wo sie genau wie hingehen und das es ihnen Vincent beschrieben hat? Waren sie zuvor noch nicht im Zimmer. Wo ist dann ihr Gepäck?) Der Korridor, der zum alten Gebäude führte, bestand aus alten Holzstreben und noch älteren Kastenfenstern. Der Gang war mit Glasflächen überdacht, und vom Vollmondlicht durchflutet. Der hölzerne Geruch, der in diesem Flur in der Luft lag, erinnerte mich an uralte Bücher, die lange Zeit ungeöffnet schlummerten, und deren Seiten über die Jahre einen eigenen, intensiven Duft entwickelt hatten. Durch die Fenster zu unserer Rechten, hatten wir freie Sicht auf den Innenhof. Der weiße Kies im Hof schimmerte unter dem Licht des Nachthimmels türkisfarben, fast bläulich, und die Arkaden wirkten wie finstere Höhlen, die keinen Blick in ihr Inneres gewährten.
Hätte sich diese Villa in einer belebten Stadt und nicht am Ende der Welt befunden, hätte ich diesen Anblick sogar genießen können, denn er hatte etwas Malerisches und besonders Fantasievolles an sich. Doch wir waren in keiner Stadt. Und wir hatten auch keine Menschen im Umkreis, außer uns selbst und einem alten Greis, der nicht der war, der er vorgab zu sein, dessen war ich mir mittlerweile sehr sicher. (sehr verschachtelt der Satz)Und dann auch noch
diese Stille. Ja, ich war in der Stadt aufgewachsen und lebte noch immer in einer, und ein stilles Umfeld war für mich ganz einfach ungewohnt, aber Herrgott, diese Stille hatte etwas derartig Beklemmendes an sich, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, unser Schweigen zu brechen.
»Hey, Steve, hast du eigentlich das – «
Steve und ich waren begeisterte Verfolger der Pokerwelt, und ich wollte ihn soeben nach dem Ausgang des WSOP-Turniers fragen. (Ist das wichtig von was sie Fans sind und was er fragen wollte?) Aber so weit kam ich nicht. Denn als mein Blick durch ein Fenster über den Hof schweifte, musste ich mein Wort (meine Worte? ich finde aber diese ich musste meine Worte unterbrechen nicht schön formuliert...) unterbrechen und erschrak bis auf die Knochen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes, und auf gleicher Höhe unseres Korridors, befand sich eine Terrasse direkt über den Arkaden. Dahinter, schon fast verborgen von der Dunkelheit, lagen einige Fenster, die eigentlich nichts als Schwärze ausstrahlten, doch ich meinte – nein, ich war mir sicher –, dass ich dort den Umriss einer Person gesehen hatte, die eine zuckende, ausweichende Bewegung gemacht hatte, als mein Blick ihn ihre Richtung abglitt, und dann verschwand. Mein Herz war jetzt auf Touren gekommen, und ich starrte unablässig die Stelle an, an der ich die Gestalt beobachtet hatte. (Sehr verschachtelte Sätze. Und wieso erschrickt er gleich bis auf die Knochen nur weil er dort jemanden sieht?)»Was?«, fragte Steve, drehte sich zu mir um, und sah meinen konzentrierten Blick hinaus aus dem Fenster.
»Was ist los, Mann?«
»Sei kurz still«, flüsterte Val, und stellte sich neben mich. »Ich glaube, Jay hat irgendwas gesehen.«
Aus den Augenwinkeln erkannte ich, dass Steves Gesicht nun ebenfalls erschrocken wirkte. (Wieso weil Jay irgendetwas gesehen hat? Wieso sollte er da erschrecken? ) Dann folgte auch sein Blick dem meinen und wir alle spähten hinüber auf diese Terrasse.
Wenn ich mich getäuscht hatte – o Herr, bitte lass es so sein –, war ich wohl reif für einen Psychiater. Doch wenn ich es wirklich gesehen hatte, dann bedeutete es, dass Vincent Homberg ein höchst merkwürdiges Verhalten an den Tag legte, oder sich eine weitere Person auf diesem Gelände befand, von der wir nichts wussten.
Steve klopfte sich leicht auf die Brust. »Mann, mir geht vielleicht die Düse. Jay, sag etwas. Was hast du – «
»Kann ich Ihnen helfen?«
Jeder von uns zuckte zusammen und Val entfuhr ein lautes Japsen.
Hinter uns stand Homberg.
Wie konnte der Mann uns so nahe kommen, ohne dass wir ihn bemerkt hatten? Wir standen mitten auf dem Verbindungsgang, jeweils zehn Meter von den Türen entfernt. Der Kerl musste sich nahezu angeschlichen haben.
Wir starrten Homberg gefühlte zehn Sekunden lang an, und ich realisierte, dass es wohl angebracht war, dass ich seine Frage beantwortete. »Wir … ist außer Ihnen und uns sonst noch jemand auf diesem Grundstück, Herr Homberg?«, fragte ich nach einiger Überlegung. Mein Puls senkte sich langsam wieder.
Homberg schüttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern. »Nicht, dass ich wüsste, mein Guter. Nur wir vier und dieser wunderschöne Sternenhimmel.« Er kicherte und zeigte auf die Glasüberdachung über uns. »Wie kommen Sie darauf?«
»Dort drüben auf der Terrasse. Ich hab dort eine Person gesehen. Hinter dem Fenster«, antwortete ich ihm. (Ich kann noch nicht ganz nachvollziehen wie Jay jemanden gesehen hat wenn es do dunkel wie in deiner Beschreibung ist.)»Eine Person? Und wie sah sie aus?«
»Nun … es war nicht mehr als ein Schatten, der weg huschte als ich hinüber sah.«
»Weg huschte«, sagte Homberg, und zog seine grauen Augenbrauen hoch.
»Ja, ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll«, erklärte ich etwas verzweifelt und drehte mich dann zu Steve und Val um. »Leute, können wir uns das bitte anschauen? Jetzt gleich?«
Beide zuckten mit den Achseln.
»Klar, wieso nicht«, sagte Steve. »Aber wehe, mich erschreckt nochmal jemand von hinten.«
»Tut mir Leid, ich wollte nicht ...«, setzte Homberg zu einer Entschuldigung an, wurde aber von Val unterbrochen.
»Ich bleibe hier und behalte die Veranda im Auge«, sagte sie.
Homberg führte uns hinüber zu dem Gebäudeabschnitt, in dem ich meine Beobachtung gemacht hatte und ich bat ihn, mit uns den kürzest möglichen Weg dorthin zu gehen. (das ist jetzt unlogisch von der Reihenfolge. Sie gehen dort hin und dann bittet dein Prota sie sollen den kürzesten weg gehen?) Wir gingen zurück zur Eingangshalle, betraten den rechten Flur im ersten Stock, und benötigten insgesamt drei Minuten, bis wir das Ziel erreichten. Laut Homberg handelte es sich bei diesem Raum um ein ehemaliges Gewächshaus, er erinnerte mich allerdings eher an eine Art Wintergarten (ist das nicht irgendwie eh das Gleiche?), als wir ihn betraten. Und selbstverständlich war dort nichts auffälliges zu finden – wie hätte es anders sein sollen. Steve und ich überprüften trotzdem jeden Winkel und traten auch hinaus auf die Terrasse, wo wir hinüber zum Korridor sahen, in dem Val uns zu winkte.
»Hey, Jay«, sagte Steve, nachdem er auch einen alten Schrank durchsucht hatte. »Vielleicht hast du dich einfach geirrt, Kumpel. Der Tag war ganz schön lang, und dieses Gebäude … das macht einen ja irre.«
Ich schüttelte den Kopf. »Ich hab's gesehen Steve. Wir werden die Person jetzt nicht finden, aber ich hab's gesehen, glaub mir.«
Als wir zurück zu Val gingen, stand Steve deutlich Besorgnis ins Gesicht geschrieben, und ich dachte noch einmal genau nach, ob es nicht doch Einbildung gewesen war. Aber ich war mir ganz sicher. Homberg konnte es nicht gewesen sein. Wir brauchten hier rüber drei Minuten. Die Zeit, die verstrichen war, als ich den Schatten gesehen hatte, bis Homberg hinter uns auftauchte, betrug nicht einmal eine Minute. Hätte er alles rein gelegt und wäre zu uns gesprintet (was allerdings auszuschließen war, wenn man an sein Alter dachte), wäre es sich zeitlich ausgegangen, doch dann hätte er keuchend vor uns stehen müssen. Es gab also noch eine Person in diesen Gemäuern, von der nicht einmal Homberg etwas wusste. Es sei denn, er log uns an.
Dass Steve mir nicht wirklich zu glauben schien, erschütterte mich nicht wirklich. Wenn man es selbst nicht gesehen hatte, fällt es einem ganz einfach schwer, so etwas zu glauben, dachte ich.
Nachdem wir Val berichtet hatten, dass wir nichts gefunden hatten, führte Homberg uns zu unseren Zimmern und zeigte uns auch das seine. Dann wünschten wir uns eine ruhige Nacht, und ich war schon gespannt, wie ruhig sie wirklich werden würde. Steve überlegte noch für den Hauch eines Moments, auf die Toilette zu gehen, doch der Drang seiner Blase war nicht groß genug, sodass er sich dagegen entschied. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.



Also ich finde deine Diaolog sehr gut gelungen. Die sind spannend!
Der restliche Text war für meinen Geschmack etwas zu verworren. Diese ewigen Andeutungen nerven mich und erzeugen jetzt eher keine Spannung bei mir.  Ok ich habe gerade nach gelesen, es ist der Schluss deines ersten Kapitels. Gut weil als Anfang hätte es mich viel zu viel verwirrt.
Manchmal ist mir persönlich alles zu detailiert beschrieben... mir ist es herzlich egal ob die nun einen Apfel oder eine Banane essen etc. Manchmal sind mir die Sätze etwas zu verschachtelt und es liest sich nicht leicht. Manchmal finde ich die Beschreibungen etwas  zu übertrieben.  Und was da jetzt so tragisch ist wenn er jemand andern sieht ist mir nicht so klar...

Vielleicht die Sätze etwas einfacher gestalten?
Ist aber nur meine Meinung dazu.


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BeitragVerfasst am: 14.10.2016 22:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

scura hat Folgendes geschrieben:
Hi ich schreibe einfach ganz spontan dazu was mir einfällt.  Ich hoffe das ist für dich so OK.



Hallo scura und vielen Dank! Ja einige Stellen sind ohne Kontext schwierig zu verstehen, es ist ja vorher einiges passiert in dem Kapitel #1 und einen Prolog habe ich auch.

Bei einigen Sachen könnte ich dir eine Erklärung dazu schreiben, aber ich spars mir und danke dir für das Feedback. Ich hatte auch persönlich das Gefühl, dass viele Sachen überflüssig sind z.B. Die Kaffeetrinken-Szene zu ausführlich smile
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BeitragVerfasst am: 15.10.2016 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mkZahlenkolonne,

ich lasse dir meine Krallenabdrücke da. Nimm dir was du brauchen kannst und lass den Rest liegen.

mk931409 hat Folgendes geschrieben:


[...]


Steve war aufgestanden und hinüber zur Kaffeemaschine gegangen, die sich abgeschaltet, und die Kanne bis zur Hälfte voll gemacht hatte. Er nahm sich zwei leere Tassen aus dem Küchenschrank und schenkte das Heißgetränk ein. Aus der ersten Tasse nippte er selbst, die zweite stellte er auf den Tisch und schob sie mir zu. (Dieser Absatz liest sich, als hättest die Szene genau im Kopf und willst sie so mit allen Details in den Kopf deines Lesers transportieren. Das funktioniert so nicht.
Versuch es mal mit weniger Be-Schreibung der einzelnen Bewegungen, bringe Sinneseindrücke ein. Den Klang einer Kaffeemaschine, in der der Kaffee durchgelaufen ist, das Klicken des Schalters, das Schaben der Tasse auf dem Küchentisch, das sind Eindrücke, mit denen du Stimmung transportieren kannst.)

Nachdem wir Vals Geschichte gehört hatten, und sie auf die Toilette gegangen war, saßen Steve und ich am Küchentisch und nippten abwechselnd und still an unserem Kaffee. (Der Satz kommt nicht schön. Achte in deiner nächsten Überarbeitung mal darauf, wie oft du Sätze mit "war" oder "hatte" schreibst, und formuliere die um. Hilfsverben schwächen deinen Text) Die Frau hat es sowas von hinter den Ohren , (hier gehört das "hatte" hin, aber das Leerzeichen vor dem Komma muss weg) hatte Steve vorgestern gesagt. Wie recht er damit gehabt hatte. Wie konnte man ein solches Ereignis derartig verarbeiten, und dann noch so locker darüber berichten, als wäre es ein Ausflug auf den Jahrmarkt gewesen? Vermutlich lies ließ Val selbst dieser Ort hier kalt, während er mir immer mehr zusetzte. Mit diesem Homberg stimmte etwas nicht. Und dieser Theissen … mit ihm schon gar nicht. Ich wollte wetten, dass er sich hier irgendwo aufhielt. Hinter oder zwischen diesen alten Gemäuern konnte schließlich alles Mögliche sein. Ich meinte mich erinnern zu können, vor einigen Jahren eine Dokumentation im Fernsehen gesehen zu haben, in der erläutert wurde, dass in alten Burgen und Villen früher bewusst versteckte Räumlichkeiten und unterirdische Tunnelsysteme entworfen wurden, um dort Goldreserven und sonstige Habseligkeiten von materiellem Wert zu bunkern. So etwas in der Art konnte ich mir hier an diesem Ort nur zu gut vorstellen. Jemand wollte hier etwas vertuschen, mein Bauchgefühl bestand darauf. (Rhabarberfaser. Mit diesem Absatz erzeugst du bei mir keine Gruselgefühle. Ich kriege nur mit, dass "dieser Ort" hier deinem Prota zusetzen soll, aber das nur auf intelektueller Ebene. Weil du geschrieben hast, dass es ihm zusetzt. Aber was setzt ihm hier zu? Dass vor vielen Jahren mal eine Doku im TV war?) ) Hatte ich schon erwähnt, dass mein Bauchgefühl mich äußerst selten täuscht? (Entweder streichen oder gnadenlos umformulieren. So plump-vertrauliche Hinwendung an den Leser wirken ungeschickt.)
»Jay?« Steve riss mich aus meinen Gedanken.
»Hm?«
»Alles okay?«
»Klar. Warum?«
»Du hast gerade geseufzt.«
»Ach ja?« Klar hatte ich geseufzt. Ich wusste es.
»Ja.«
»Ist mir nicht aufgefallen.«
»Macht er dir auch zu schaffen?«
»Wer? Dieser Ort?«
»Den Kaffee meine ich jedenfalls nicht. Ja, dieser Ort.«
»Schon ein wenig«, log ich. Er machte mir sehr zu schaffen. (Mit diesem einen Satz hier kannst du dir den Absatz oben sparen.) »Morgen bringen wir einfach Licht ins Dunkel, dann sieht alles gleich freundlicher aus.« Na klar machen wir das, Jay, nur weiter so. Wenn du es dir lange genug einredest, wird es schon so werden.
»Denkst du nicht auch, dass wir verschwinden sollten?«
»Verschwinden? Wieso?«
»Ich weiß nicht, Mann. Ist nur so ein Gefühl.«
»Hör damit auf, Steve. Du machst es nur schlimmer als es ist.« Warum tat er das ständig? Es ging mir auf die Nerven und machte mich nur noch verrückter. Mir gefiel die Sache hier auch nicht und ging niemandem damit auf den Keks.
Val kehrte zurück und setzte sich wieder zu uns.
»Also, wie gehen wir das morgen an?«, fragte sie, und lenkte unsere Gedanken in eine andere Richtung. »So wie das aussah, wird das Arbeitszimmer die meiste Zeit in Anspruch nehmen.«
Ich nickte zustimmend. »Ich würde sagen, zwei von uns im Arbeitszimmer und einer checkt die anderen Räume.«
»Hört sich nach nem Plan an«, pflichtete Steve bei, beugte sich nach vorne, und hielt seine Faust über den Tisch. Val und ich sahen ihn zuerst verständnislos an, begriffen dann aber, was er vor hatte. Ich war noch nie gut im Knobeln gewesen und hasste Dinge, die auf Glück beruhten. Ich verlor die erste Runde gegen Steve, und gewann die zweite gegen Val. Val verlor beide Runden und durfte morgen die restlichen Zimmer unter die Lupe nehmen. (57 Wörter. Ich denke, das geht mit weniger.)
»Ich hasse dieses Spiel«, sagte sie.
Steve ging jetzt zum Kühlschrank um nach etwas Essbarem zu suchen. Er nahm sich eines dieser Fertiggerichte, sah kurz auf das Ablaufdatum, stellte das Ding anschließend in die Mikrowelle, setzte den Timer auf fünf Minuten und drückte die Einschalttaste, woraufhin das Gerät angenehm leise zu surren begann. (Steve nahm sich eines dieser Fertiggerichte aus dem Kühlschrank, sah kurz auf das Ablaufdatum, stellte das Ding in die Mikrowelle und drückte die Einschalttaste. Das Gerät summte angenehm leise vor sich hin.)
»Also mir geht’s schon etwas besser Leute«, sagte er, als er sich wieder zu uns setzte. »Ich weiß nicht, wie es euch gegangen ist, aber mir war echt nicht gut zu Mute als ich hier her gefahren bin. Und dann dieser gottverlassene Anblick ...«
»Oh, ja«, erwiderte Val und sah mich kurz an. »Ich denke Jay und mir ging es genauso.«
Das war korrekt. »Fehlte nur noch ein Schwarm Raben, der über das Dach kreist«, fügte ich hinzu.
Darüber mussten Steve und ich lachen.
»Oder quietschende, von selbst aufgehende Türen«, ergänzte Steve.
»Genau mein Gedanke«, sagte ich amüsiert.
Val schüttelte nur den Kopf und schmunzelte, aber vermutlich hatte auch sie an solche Dinge gedacht.
Das nächste Mal auf die Uhr blickten wir um kurz nach neun. (Dieser Satz klingt seltsam) Steve hatte seine Fertigmahlzeit innerhalb von fünf Minuten weggeputzt und Val hatte noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken. Sie meinte, sie wolle noch etwas wach bleiben und die Unterlagen im Bett noch einmal durchgehen und bevor wir uns zu unseren Zimmern aufmachten, nahmen Steve und ich mir noch eine Banane mit, und Val ein Joghurt aus dem Kühlschrank. (Wird das später wichtig? Bauen sie Rutschfallen aus Bananenschalen, um Geister abzuhängen?) Dieser Vincent hatte sich wirklich Mühe gegeben und für alles gesorgt. Es fiel mir schwer, mir vorzustellen, wie weit der nächste Supermarkt wohl von hier entfernt, und wie der alte Vincent Homberg extra wegen uns dort hin gefahren war, um mehr als ausreichenden Proviant zu besorgen. Irgendetwas stank hier doch gewaltig. (Ok, diese Gedankenkurve kriege ich nicht. Ein alter Knacker sorgt für sie, aber statt Dankbarkeit empfindet er Misstrauen. Wird wohl in der Vorgeschichte erklärt, die ich nicht kenne.)
Ich verließ als letzter die Küche und trat gemeinsam mit Val und Steve hinaus in die Eingangshalle. Hier war es inzwischen kalt und still und dunkel. Die Geräusche unserer Schritte wurden vom Teppichboden absorbiert, und das leise Rascheln unserer Kleidung war das Einzige, das unser Gehör erreichte. Kaum nennenswertes Mondlicht fiel durch die verschmutzten Fensterläden auf den blauen Teppichboden, und die Gemälde der Persönlichkeiten wirkten unter dem schwachen Licht wie schräge Fratzen, deren Augen ausdruckslos in die Dunkelheit starrten. (Es gibt Kühlschrank und Mikrowelle, aber kein elektrisches Licht im Flur? Ok, vielleicht ist nur ein Teil des Gebäudes versorgt und das wurde ein Kapitel vorher beschrieben.) Keiner von uns sagte ein Wort, als wir die Treppe hinauf gingen. Ich für meinen Teil war zu sehr mit den Bildern beschäftigt, die aus den tiefen Schluchten meines Unterbewusstseins empor stiegen, und mich an so manche Horrorliteratur, sowie einige schlaflose Nächte als Kind erinnerten. Ich war zwar zu einem rational denkenden Menschen gereift, um die Ängste, die in mir aufkamen, als lächerlich abzutun, doch dieser Ort machte es mir schwer. Sehr schwer. Er hatte es mir schwer gemacht, als wir hier ankamen, war dann kurz in den Hintergrund getreten, als wir Homberg kennengelernt hatten, und entfaltete jetzt wieder seine Schaurigkeit. (Ein sehr starkes Vokabular, verdammt großes Kaliber. Aber es kommt keine Empfindung rüber.)
Im ersten Stock gingen wir den linken Flur entlang und dann um die Ecke, so wie Vincent es uns beschrieben hatte, und entdeckten geradeaus die Tür zum Verbindungstrakt. Der Korridor, der zum alten Gebäude führte, bestand aus alten Holzstreben und noch älteren Kastenfenstern. Der Gang war mit Glasflächen überdacht, und vom Vollmondlicht durchflutet. (Kaum nennenswertes Mondlicht, und dann ist doch Vollmond. Immer ist Vollmond, egal welchen Film ich sehe oder welches Buch ich lese. Es ist Vollmond. Merkt man, dass mich das ein wenig nervt?) Der hölzerne Geruch, der in diesem Flur in der Luft lag, erinnerte mich an uralte Bücher, die lange Zeit ungeöffnet schlummerten, und deren Seiten über die Jahre einen eigenen, intensiven Duft entwickelt hatten. Durch die Fenster zu unserer Rechten, hatten wir freie Sicht auf den Innenhof. Der weiße Kies im Hof schimmerte unter dem Licht des Nachthimmels türkisfarben, fast bläulich, und die Arkaden wirkten wie finstere Höhlen, die keinen Blick in ihr Inneres gewährten.
Hätte sich diese Villa in einer belebten Stadt und nicht am Ende der Welt befunden, hätte ich diesen Anblick sogar genießen können, denn er hatte etwas Malerisches und besonders Fantasievolles an sich.
(Hier kommt Gefühl rüber! Die Stelle gefällt mir.)
Doch wir waren in keiner Stadt. Und wir hatten auch keine Menschen im Umkreis, außer uns selbst und einem alten Greis, der nicht der war, der er vorgab zu sein, dessen war ich mir mittlerweile sehr sicher. Und dann auch noch diese Stille. Ja, ich war in der Stadt aufgewachsen und lebte noch immer in einer, und ein stilles Umfeld war für mich ganz einfach ungewohnt, aber Herrgott, diese Stille hatte etwas derartig Beklemmendes an sich, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, unser Schweigen zu brechen.
»Hey, Steve, hast du eigentlich das – «
Steve und ich waren begeisterte Verfolger der Pokerwelt, und ich wollte ihn soeben nach dem Ausgang des WSOP-Turniers fragen. Aber so weit kam ich nicht. Denn als mein Blick durch ein Fenster über den Hof schweifte, musste ich mein Wort unterbrechen und erschrak bis auf die Knochen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes, und auf gleicher Höhe unseres Korridors, befand sich eine Terrasse direkt über den Arkaden. Dahinter, schon fast verborgen von der Dunkelheit, lagen einige Fenster, die eigentlich nichts als Schwärze ausstrahlten, doch ich meinte – nein, ich war mir sicher –, dass ich dort den Umriss einer Person gesehen hatte, die eine zuckende, ausweichende Bewegung gemacht hatte, als mein Blick ihn ihre Richtung abglitt, und dann verschwand. Mein Herz war jetzt auf Touren gekommen, und ich starrte unablässig die Stelle an, an der ich die Gestalt beobachtet hatte. (Ok, hier drückst du sehr stark aufs Gas. Diese Reaktion könnte ich eher verstehen, wenn plötzlich ein Mann mit einem Strick um den Hals vor dem Fenster zappeln würde, aber nicht, wenn einer glaubt, etwas gesehen zu haben.)
»Was?«, fragte Steve, drehte sich zu mir um, und sah meinen konzentrierten Blick hinaus aus dem Fenster.
»Was ist los, Mann?«
»Sei kurz still«, flüsterte Val, und stellte sich neben mich. »Ich glaube, Jay hat irgendwas gesehen.«
Aus den Augenwinkeln erkannte ich, dass Steves Gesicht nun ebenfalls erschrocken wirkte. Dann folgte auch sein Blick dem meinen und wir alle spähten hinüber auf diese Terrasse.
Wenn ich mich getäuscht hatte – o Herr, bitte lass es so sein –, war ich wohl reif für einen Psychiater. (Wieso?) Doch wenn ich es wirklich gesehen hatte, dann bedeutete es, dass Vincent Homberg ein höchst merkwürdiges Verhalten an den Tag legte, oder sich eine weitere Person auf diesem Gelände befand, von der wir nichts wussten.
Steve klopfte sich leicht auf die Brust. »Mann, mir geht vielleicht die Düse. Jay, sag etwas. Was hast du – «
»Kann ich Ihnen helfen?«
Jeder von uns zuckte zusammen und Val entfuhr ein lautes Japsen.
Hinter uns stand Homberg.
Wie konnte der Mann uns so nahe kommen, ohne dass wir ihn bemerkt hatten? Wir standen mitten auf dem Verbindungsgang, jeweils zehn Meter von den Türen entfernt. Der Kerl musste sich nahezu angeschlichen haben.
Wir starrten Homberg gefühlte zehn Sekunden lang an, und ich realisierte, dass es wohl angebracht war, dass ich seine Frage beantwortete. »Wir … ist außer Ihnen und uns sonst noch jemand auf diesem Grundstück, Herr Homberg?«, fragte ich nach einiger Überlegung. Mein Puls senkte sich langsam wieder.
Homberg schüttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern. »Nicht, dass ich wüsste, mein Guter. Nur wir vier und dieser wunderschöne Sternenhimmel.« Er kicherte und zeigte auf die Glasüberdachung über uns. »Wie kommen Sie darauf?«
»Dort drüben auf der Terrasse. Ich hab dort eine Person gesehen. Hinter dem Fenster«, antwortete ich ihm.
»Eine Person? Und wie sah sie aus?«
»Nun … es war nicht mehr als ein Schatten, der weg huschte als ich hinüber sah.«
»Weg huschte«, sagte Homberg, und zog seine grauen Augenbrauen hoch.
»Ja, ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll«, erklärte ich etwas verzweifelt und drehte mich dann zu Steve und Val um. »Leute, können wir uns das bitte anschauen? Jetzt gleich?«
Beide zuckten mit den Achseln.
»Klar, wieso nicht«, sagte Steve. »Aber wehe, mich erschreckt nochmal jemand von hinten.«
»Tut mir Leid, ich wollte nicht ...«, setzte Homberg zu einer Entschuldigung an, wurde aber von Val unterbrochen.
»Ich bleibe hier und behalte die Veranda im Auge«, sagte sie.
Homberg führte uns hinüber zu dem Gebäudeabschnitt, in dem ich meine Beobachtung gemacht hatte und ich bat ihn, mit uns den kürzest möglichen Weg dorthin zu gehen. Wir gingen zurück zur Eingangshalle, betraten den rechten Flur im ersten Stock, und benötigten insgesamt drei Minuten, bis wir das Ziel erreichten. Laut Homberg handelte es sich bei diesem Raum um ein ehemaliges Gewächshaus, er erinnerte mich allerdings eher an eine Art Wintergarten, als wir ihn betraten. Und selbstverständlich war dort nichts auffälliges zu finden – wie hätte es anders sein sollen. Steve und ich überprüften trotzdem jeden Winkel und traten auch hinaus auf die Terrasse, wo wir hinüber zum Korridor sahen, in dem Val uns zu winkte.
»Hey, Jay«, sagte Steve, nachdem er auch einen alten Schrank durchsucht hatte. »Vielleicht hast du dich einfach geirrt, Kumpel. Der Tag war ganz schön lang, und dieses Gebäude … das macht einen ja irre.«
Ich schüttelte den Kopf. »Ich hab's gesehen Steve. Wir werden die Person jetzt nicht finden, aber ich hab's gesehen, glaub mir.«
Als wir zurück zu Val gingen, stand Steve deutlich Besorgnis ins Gesicht geschrieben, und ich dachte noch einmal genau nach, ob es nicht doch Einbildung gewesen war. Aber ich war mir ganz sicher. Homberg konnte es nicht gewesen sein. Wir brauchten hier rüber drei Minuten. Die Zeit, die verstrichen war, als ich den Schatten gesehen hatte, bis Homberg hinter uns auftauchte, betrug nicht einmal eine Minute. Hätte er alles rein gelegt und wäre zu uns gesprintet (was allerdings auszuschließen war, wenn man an sein Alter dachte), wäre es sich zeitlich ausgegangen, doch dann hätte er keuchend vor uns stehen müssen. Es gab also noch eine Person in diesen Gemäuern, von der nicht einmal Homberg etwas wusste. Es sei denn, er log uns an. (Ich kann Jays Wahrnehmung und seine Gedankengänge einfach nicht nachvollziehen. Auch nicht das Verhalten seiner Freunde. Die Frage, ob das Gesehen echt oder Einbildung war, hätte bei mir einen deutlich höheren Stellenwert. Aber hier ist Fakt, dass er was gesehen hat und das gesamte Drehbuch richtet sich nach diesem Fakt aus. Mir reicht das nicht.)
Dass Steve mir nicht wirklich zu glauben schien, erschütterte mich nicht wirklich. Wenn man es selbst nicht gesehen hatte, fällt es einem ganz einfach schwer, so etwas zu glauben, dachte ich.
Nachdem wir Val berichtet hatten, dass wir nichts gefunden hatten, führte Homberg uns zu unseren Zimmern und zeigte uns auch das seine. Dann wünschten wir uns eine ruhige Nacht, und ich war schon gespannt, wie ruhig sie wirklich werden würde. Steve überlegte noch für den Hauch eines Moments, auf die Toilette zu gehen, doch der Drang seiner Blase war nicht groß genug, sodass er sich dagegen entschied. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.


Ich hoffe, es ist was hilfreiches dabei.
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Aluhut 2.0
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BeitragVerfasst am: 15.10.2016 17:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Drakenheim hat Folgendes geschrieben:


Ich hoffe, es ist was hilfreiches dabei.


JA, allerdings smile Danke dir!!
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