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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig taub.


 

 
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501734
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 30
Beiträge: 115
Wohnort: Wald


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 01:37    Titel: taub. eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

taub.

Wir starren Löcher in die Wände, durchtrennen die Fasern der Tapete.
Mit jedem Lidschlag reißen wir weitere Fetzen der in kalten Strukturen erstarrten Haut von den aufgerauten Ziegelsteinen,
sodass unsere in Massenpanik flüchtenden Gedanken weiter wild Blut kotzend hinaus in das Universum schreien können.
Die leeren Getränkeflaschen stehen auf dem vom Likör verklebten Wohnzimmertisch wie die wartende Grauzone an Durchschnittsversagern an einer Bushaltestelle und insofern sich keine von Schnitten, Kratzern und Hornhaut überzogenen Hände um die Flaschenhälse, deren bedruckte Makellosigkeit von abgekauten Nägeln entfernt wurde, krampft, so sind ihre Hälse von schwarzgrauem Puder verbrannter Gifte verstaubt und die aufgeweichten Filter treiben lethargisch wie aufgedunsene Wasserleichen in einer Nikotin- und Teerlache.
Ich ziehe den Fineliner aus meinem Handrücken, letztlich überzeugt ein stark vermindertes Schmerzempfinden zu haben, quäle mir eine Zigarette zwischen meine spröden, aufgeplatzten Lippen und blinzele durch meine von Farben und Gedanken verlassenen Augäpfel in die Wohnstube, welche mit ähnlichen Kadavern gepflastert ist.
Der Tabaknebel fließ wie Karamell aus Dampf um unsere Schädel. Zwischendurch zucken Emotionen wie diese Blitze in Teslas Plasmakugeln durch die Masken dieses zerlebten und zerlegten Kollektivs.


Und kein Herz schlägt.
Und keine Stimme flüstert.
Und kein Lächeln wärmt.
Und kein Wort stirbt.

Die Labyrinthe aus Schweigen sperren jedes einzelne Ich in seinen abgeschirmten, fleischlichen Kellerraum, lässt die Gesprächsfetzen zwischen Paraphrasen und Isolation taumeln und letztlich quillt nur die Musik aus den Boxen, damit uns diese sadistische Diktatoren-Nutte Stille nicht dazu zwingt, uns die Kopfhaut abzureißen und uns Diese gegenseitig mit der Faust in die Mäuler zu mästen bis das Pulver unserer zermahlenen Zähne unsere Lungen verstopft.
Und auf dem Teppich in der Mitte des Raumes krümmen sich blind und taub unsere Träume, die Haut abgezogen, die Zähne eingeschlagen.

Ich lasse die Kippe fallen, flehe alle mir bekannten Gottheiten um einen Herzstillstand an und treibe erneut den Stift in die Wunde meiner Hand.



_________________
ᴡᴇ'ʀᴇ ᴀʟʟ ғᴜᴄᴋᴇᴅ!
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Soleatus
Autor


Beiträge: 745



BeitragVerfasst am: 14.09.2016 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo 501734!

Sei mir nicht böse, aber: Das ist nichts.

Die leeren Getränkeflaschen stehen auf dem vom Likör verklebten Wohnzimmertisch wie die wartende Grauzone an Durchschnittsversagern an einer Bushaltestelle und insofern sich keine von Schnitten, Kratzern und Hornhaut überzogenen Hände um die Flaschenhälse, deren bedruckte Makellosigkeit von abgekauten Nägeln entfernt wurde, krampft, so sind ihre Hälse von schwarzgrauem Puder verbrannter Gifte verstaubt und die aufgeweichten Filter treiben lethargisch wie aufgedunsene Wasserleichen in einer Nikotin- und Teerlache.

Klar, keine große Sache, aber eine schöne Bestätigung des Gefühls, dass du hier sowohl die Herrschaft über deine Sätze wie auch die Herrschaft über die verwendeten Bilder verloren hast. Wenn du 20 schöne, bunte Farben übereinander legst, gibt's am Ende immer ein Einheitsbraun; und 20 Bilder übereinander führen zu keinem groß anderen Ergebnis ...

Gruß,

Soleatus
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501734
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 30
Beiträge: 115
Wohnort: Wald


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 13:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Soleatus,

danke für deine Kritik!
Ich war mir sehr unsicher, was den Text anbelangt, ist auch in ner komischen Situation entstanden.

Cheers,
501734


_________________
ᴡᴇ'ʀᴇ ᴀʟʟ ғᴜᴄᴋᴇᴅ!
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Kätzchen
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 28
Beiträge: 712
Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 25.01.2017 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hi 501734,

ich finde es in einem Wort: überladen.
Bevor ich kurz meine Gedanken äußere, noch eine Sache (das mit "krampft" hat Soleatus sich schon vorgenommen)

Zitat:
Zwischendurch zucken Emotionen wie diese Blitze in Teslas Plasmakugeln durch die Masken dieses zerlebten und zerlegten Kollektivs.


Den Großteil des Textes schreibst du sehr "bestimmend" und das fällt für mich ziemlich aus dem Rahmen, weil es im Gegensatz zum Rest sehr lapidar/unbestimmt daherkommt.

Ich persönlich würde nicht so hart sagen, dass es "nichts" ist, vielleicht liegt das aber an persönlichen Erfahrungen. Beim Lesen musste ich an Jesse aus Breaking Bad denken (falls dir das was sagt) oder auch einfach an ziemlich ausgeartete Drogenpartys. Der Beschreibung nach klingt das für mich nach hartem Zeug, vielleicht Heroin oder Meth (ich will das nicht unterstellen, aber -so- klingt es für mich). Ich habe alte Freunde, die sowas nahezu jeden Tag erlebten/durchlebten und nicht die Kraft fanden, aufzustehen und ihr Leben anzugehen. Die Taubheit und mechanische Selbstverletzung mit dem Stift spricht sich für eine depressive Drogenspirale aus, der man nicht zu entkommen weiß. Könnten auch reine Depressionen sein, in entschärftem Zustand finde ich mich hier selbst.

Mein Rat wäre, diesen Text nicht ad acta zu legen, sondern ihn etwas fluffiger zu machen. Schreibe möglichst "normal" und versuche deine teilweise starken Bilder punktuell zur Betonung der Kaputtheit einzusetzen.

Ich mag den Text trotzdem irgendwie, auch wenn er sich anfühlt, wie ein eigentlich geiler Marmorkuchen, der in Schokostreusel und allem möglichem Anderen ertränkt wurde.

LG
-Katze


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