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Schmitti verkackt mal wieder

 
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2981

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 18:00    Titel: Schmitti verkackt mal wieder eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Alles begann mit der Postkarte. Der Postkarte mit dem Gedicht, irgendeiner hatte einen Teil davon herausgeschnitten, ganz exakt, mit einem Messer, das hatte der doch mit Absicht gemacht.
Die Postkarte lag in der Bahn, auf dem Sitz, auf dem ich immer sitze, gleich neben der letzten Tür links. Ich sah mich um, morgens um halb sechs, da sitzen immer die gleichen Gesichter in der Bahn, man kennt sich, aber keiner sagt was, alle sind froh, wenn sie noch ein bisschen wegpennen können, aber jetzt lag da diese Postkarte, wegpennen kam nicht mehr infrage, zuerst dachte ich darüber nach, ob die jemand für mich hingelegt hatte, die wussten doch alle, wo ich sitze. Ich sah mich unauffällig um oder na ja, ich versuchte, mich unauffällig umzusehen, ich bin da jetzt nicht so gut drin, wie soll das überhaupt gehen, sich unauffällig umsehen. Es ließ sich keiner was anmerken, aber woran merkt man das, dass sich einer was anmerkt, ich merke das nicht.
Als nächstes dachte ich darüber nach, ob ich die Postkarte einfach ignorieren sollte. Mich draufsetzen oder sie vom Sitz schnipsen, aber dazu war ich dann doch zu neugierig, ich hatte ja gesehen, dass sie ein Loch hat, das Polster der Sitze guckte durch, dieses hässliche Blau mit den kackfarbenen Punkten.
Also habe ich die Postkarte genommen.
Beschrieben war sie nicht, danach habe ich gleich als erstes geschaut.
Ein ziemlich dämliches Bild vorne drauf, blauer Himmel, bunte Luftballons und im freien Himmelblau das Gedicht aufgedruckt. Wo dieser eine Vers fehlte, also rausgeschnitten war.
Sogar ich kannte das Gedicht, aber verdammt, mir fiel der fehlende Vers nicht ein. Sowas will ich dann wissen, da bin ich hartnäckig, wie so ein Bullterrier. Anne sagt, das nervt voll, aber Anne nervt doch selbst. Wegen Anne hatte ich auch mein Telefon nicht dabei, wäre ja sonst kein Problem, das nachzuschauen, aber ich hatte kein Bock auf Annes Generve, also habe ich es zu Hause vergessen.
Ich dachte darüber nach, einen von meinen Mitfahrern nach dem Smartphone zu fragen. Oder den mit der abgewetzten Ledertasche, der war mit Sicherheit Deutschlehrer, der würde es vielleicht sogar ohne Smartphone wissen, er sah sowieso so aus, als hätte er gar kein Smartphone.
Wie ich so denke und denke, fahre ich fast an meiner Haltestelle vorbei, erst als der Typ mit den Rastalocken und dem Hund an mir vorbeiläuft, hab ich es gemerkt, bei den beiden weiß man nicht, wer dicker ist und schlimmer stinkt, Hund oder Herrchen, anfangs bin ich immer sitzen geblieben und dann hatte ich Hundehaare an der Hose, voll ekelhaft, da habe ich mir angewöhnt, immer als Erster aufzustehen, viel früher als nötig, aber dieses Mal nicht, wegen der Postkarte. Erst, als der Hund mit dem Schwanz über mein Bein wedelt, merke ich, dass ich raus muss. Da war ich dem Hund sogar ein bisschen dankbar, sonst wäre ich mal wieder zu spät gekommen und Harald kann das echt nicht leiden, wenn ich zu spät komme, das gibt immer einen Mordsärger, selbst wenn ich gar nichts dafür kann, weil die Straßenbahn ausfällt. Was der sich immer anstellt, nur weil ich vielleicht zwei Mal die Woche zu spät bin.

Ich stehe dann also draußen auf der Straße, immer noch die Postkarte in der Hand, laufe zur Kreuzung und dann, dann fällt es mir plötzlich die fehlende Strophe ein und prompt sacken mir die Beine weg, das passiert mir immer, wenn ich lange über etwas nachdenke, sobald es mir einfällt, haut es mich um, echt kacke, aber was willst du machen, außer weniger nachdenken.
Wie mir so die Beine wegsacken, haut es mich voll aufs Steißbein, scheiße, das tat höllisch weh und ich Idiot, das erste, was ich dachte ist, dass ich jetzt schon wieder Mordsärger mit Harald kriege, weil Hölle, tut das weh, ich kann mich erst mal nicht mehr bewegen und schon gar nicht kann ich heute auf irgendwelchen Gerüsten herumturnen, aber Harald wird das wieder nicht einsehen und – tada, Mordsärger.

Und so kam es dann auch, Aufs Steißbein gefallen, erzähl mir keinen Scheiß, sagte er, er glaubt mir ja nie was, was kann ich denn dafür, dass mir immer die seltsamsten Geschichten passieren, bestimmt ist er neidisch, ihm passiert so etwas nicht, ist schon voll der Aufreger, wenn mal ein Apfel vom Baum fällt oder die Schildkröten ihr Salatblatt nicht essen.
Das hab ich ihm gesagt, du bist doch nur neidisch, habe ich gesagt, das hat die Sache dann aber auch nicht besser gemacht, scheiße, ist der rot angelaufen, Mordsärger war nichts dagegen. Du kannst gleich wieder nach Hause fahren, hat er geschrien und hey, das habe ich dann einfach gemacht,  soll der doch selbst auf seinem Gerüst herumturnen, nie glaubt er mir was und immer dieses Geschrei, das ging mir von Anfang an auf die Nerven.
Blöd nur, dass ich zu Hause jetzt Mordsärger habe, Wie kannst du nur und OhGottOhGott, Du findest nie mehr was, Das war deine letzte Chance, boah, stellen die sich an, alles nur wegen dieser scheiß Postkarte. Die hatte ich dann auch noch verloren, kein Wunder, wenn mir nie jemand was glaubt, so ohne Beweis.
Die hätte ich Anne schenken können, die steht auf sowas, aber nee, Postkarte weg und mit Anne dann auch Mordsärger, weil ich nicht innerhalb von zwei Sekunden auf ihre Nachrichten reagiert hatte.
Ein Knüllertag, ohne Scheiß, und alles nur wegen dieser Postkarte.

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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1440
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 11.09.2016 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Der Stil gefällt mir, einfach so dahingeplaudert, und ist stellenweise auch echt witzig. Allerdings fehlt mir irgendeine Pointe, einfach nur die, dass man nicht erfährt, was auf der Karte stand, ist mir zu wenig.

Außerdem finde ich die Vorgaben nicht korrekt umgesetzt. Das auf-der-Kreuzung stehen sollte im ersten Drittel kommen, nicht erst an Schluss.

Ob's dennoch Punkte von mir gibt, kann ich noch nicht sagen, da dies die erste Geschichte ist, die ich gelesen habe.

Oh, Halt! Wo ist das Ereignis in zwei Stunden, auf das jemand wartet? Nee, sorry, leider Vorgaben verfehlt, daher wohl keine Punkte von mir.

Edit: Leider nicht in meine Top Ten geschafft, und daher keine Punkte. Sorry.

LG,
Veith


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»Sticks & stones may break your bones – but words … they will define you!«
(Phil Orani)
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MoL
Geschlecht:weiblichQuelle


Beiträge: 959
Wohnort: NRW
Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 12.09.2016 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wie lautet der fehlende Vers, wie nur??? Shocked

Die Ausgangssituation mit der Postkarte finde ich etwas künstlich bzw. sinnfrei. Dafür gibt es Punkteabzug.
Danach wird es immer besser. Der Stil ist locker, flüssig, frech, teilweise schnodderig. Gefällt mir sehr gut: Man möchte "Schmitti" auf die Schulter klopfen und sowas sagen wie "Was geht, altes Haus?" Very Happy

Ansonsten habe ich Anführungszeichen vermisst, das liest sich stellenweise etwas mühsam für mich, was schade ist, da der Lesefluß ohne diese Einsprengsel getarnter wörtlicher Rede wirklich gut ist.
Ich würde gerne mehr von Schmitti lesen. Smile
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 28
Beiträge: 1252
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Achje, hier bin ich wirklich hin- und hergerissen und weiß noch nicht, wie ich den Beitrag letztendlich beurteilen soll. Denn die Vorgaben sind meiner Meinung nach teilweise nicht genügend erfüllt worden. Das Motiv des fehlenden Verses durchzieht ja die ganze Geschichte, aber einerseits erscheint die Stelle des Zusammensackens an der Kreuzung zu spät und andererseits erkenne ich nicht so Recht, inwieweit das in zwei Stunden eintretende Ereignis hier überhaupt auftaucht. Und das ist sehr schade, denn von der Art der Erzählung bin ich sehr angetan. Stilistisch gefällt mir das sehr gut und eigentlich wäre es einer meiner liebsten Beiträge beim Wettbewerb, aber so... Hm... da werde ich nochmal gründlich in mich gehen müssen. Mal schauen, wie ich mich am Ende entscheide. Denn ich mag das.

Edit: Es ist für mich mal wieder sehr schwer gewesen, hinter meinen persönlichen Top 3 eine Reihenfolge festzulegen, da ich einige Texte auf einem ähnlichen Level sehe. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, deinem Beitrag 6 Punkte zu geben. smile (Ein paar habe ich aus oben genannten Gründen leider abziehen müssen, aber im Vergleich zu vielen anderen Texten ist dieser hier einfach zu stark, alsdass ich ihn allzu sehr abstrafen konnte.)


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Die minimaldeterministische Metaphernstruktur mit ihrer mytophoben Phrasierung spiegelt den ideeimmanent abwesenden Bedeutungsraum.
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 63
Beiträge: 1029
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BeitragVerfasst am: 12.09.2016 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht haben ihm ja Schicksalsmächte diese Postkarte zukommen lassen, damit er seinen Scheißjob hinwirft. Ich kenne einen "Auf-Gerüsten-Herumturner", der war noch vor dem Rentenalter körperlich ein Wrack.

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U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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Municat
Geschlecht:weiblichSchreiberling

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Beiträge: 288
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hey unbekannter Autor smile

Die Geschichte hat definitiv einen ganz besonderen Reiz ... erinnert mich ein wenig an den Irischen Song "Sick note". Schmitti ist aber auch ein klassischer Chaot. Er schaut sehr genau hin, sogar das Muster der Sitze in der Bahn fällt ihm auf - ungelöste Rätsel kann er nicht leiden. Nur zu gerne lässt er sich von seinen Pflichten ablenken ... und das, wo er einen Chef hat, der mault, wenn er schlappe 2 von 5 Tagen zu späte kommt smile

Die Tatsache, dass ihm die Beine wegsacken, wenn ihm die rettende Idee kommt, erscheint mir ein bisschen konstruiert (verdammte Aufgabenstellung smile ) ... aber vielleicht ist Schmitti ja ein Narkoleptiker, der auf seine eigenen Glückshormone reagiert.

Der Rückschluss auf den Deutschlehrer mit der der abgewetzten Ledertasche, der vermutlich kein Smartphone hat ... herrlich

Die letzten beiden Absätze sind nicht gerade einfach zu lesen, weil Du auf die übliche direkte Rede verzichtest und gleichzeitig Schmittis Gemütslage über Satzstellung und Wortwahl transportierst. Für die Geschichte stimmig und raffiniert, für den Leser erst mal eine Aufgabe ... aber das schadet ja nichts.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1152
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text besteht für meinen Geschmack aus zu viel Gelaber. Ich hab nichts gegen einen flapsigen Schreibstil (vor allem, wenn aus der Ich-Perspektive erzählt wird), dann aber sollte er als Stilmittel eingesetzt werden, um der Figur Authentizität einzuhauchen. In diesem Fall geht der Schuss nach hinten los, weil das Gelaber irgendwann nur noch nervt und ohne jede Substanz ist - also nichts da ist, was hängenbleiben kann. Insgesamt liest sich das wie eine etwas längere "schlechteste Geschichte der Welt". Da es sich hierbei aber um einen Wettbewerbstext handelt, anstatt einer "Ausruhgeschichte für Zwischendurch", ist mir das zu wenig.

Keine Punkte.


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Meer
ein Rauschen unter den Füßen
bewegen sich Blätter fliegen

zerstäuben im Wind
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Oktoberkatze
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 53
Beiträge: 324

Ei 1 Ei 9


BeitragVerfasst am: 13.09.2016 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr bildhaft geschrieben, ich seh deinen Prota direkt vor mir, wie er von einem Missgeschick ins nächste stolpert. Irgendwie kann er einem schon ein bisschen leidtun, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich mich eher über ihn amüsiert Daumen hoch

_________________
Die meisten Denkmäler sind innen hohl
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
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BeitragVerfasst am: 14.09.2016 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

die 7

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Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 14.09.2016 22:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sitzende Gesichter, das sieht sicher lustig aus.

Ich hoffe doch mal, es findet sich jemand, der die liebevolle Beschreibung der Sitzpolsterfarben bemerkt wertschätzt.
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Lilly_Winter
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 37
Beiträge: 275
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 16.09.2016 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Vorgaben:
Thema »Der fehlende Vers«
Der herausgeschnittene Vers.
Jemand steht an einer Kreuzung und kann sich nicht auf den Beinen halten / während einer Autofahrt kann einer der Insassen nicht sagen, ob der Wagen sich bewegt, oder nicht.
Dem Protagonisten knicken die Beine weg.
Jemand wartet auf ein Ereignis, dessen Eintreffen in zwei Stunden erwartet wird.
Habe ich sie überlesen?


Ein paar Fehler sind drin.
Zitat:
aber was willst du machen, außer weniger nachdenken.

Ich glaube, das sollte der Protagonist machen. Laughing
Ein schöner unsympathischer Protagonist, dem ich gerne gefolgt bin, weil er so ist.
Ich würde dem Text gerne einen Punkt geben, aber ich finde die zwei Stunden nicht. Deswegen muss ich leider einem anderen Text Vorrang geben, in dem ich alle Vorgaben finde.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5664
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 17.09.2016 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das mag ich.

Schon alleine die Idee, dass aus der Postkarte was raus geschnitten war. Dann war das auch noch Teil eines Gedichtes.
Und das Beine Wegsacken, wenn Protagonist lange über was nachdenkt. AuAu.

Aber auch der Erzaehlstil. passt.
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Ithanea
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1269

Ei 3


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing Dieses zerstreute, aber Gegenteil-von-dumme Gelaber kenn ich doch, denk ich, und hab Spaß beim Lesen. Es gehört schon auch ne Portion extra Frechheit dazu, alles um so einen angeblich ausgeschnittenenen Vers aus einem angeblich auf ner in der Bahn liegenden Postkarte stehenden Gedicht, dass dieser Schluffi auch noch zu kennen behauptet, aufzubauen und dann nichtmal im Geringsten wieder inhaltlich aufzugreifen. Das macht aber halt alles mega Bock zu lesen, vom allzu häufigen Mordsärger mal abgesehen und gibt darum Punkte, obwohl es sicher mehr Storys mit Aha-Erlebnis gibt.

_________________
Verschrieben. Verzettelt.
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 58
Beiträge: 1863
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 18.09.2016 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Locker flockiger Sprachstil.
Schmittis Scheißtag lebendig und miterlebensfähig geschildert.
Leider fehlen die vorgegebenen zwei Stunden völlig.


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Pudelzucker
Schreiberassi

Alter: 30
Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 18.09.2016 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr, sehr schöner (und konsequenter) Erzählton. Macht wirklich Spaß zu lesen. Die wahrscheinlich wörtlichste Umsetzung des Themas, aber wo sind die zwei Stunden Wartezeit? Shocked
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1564
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.09.2016 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, dass ich weitergelesen habe. Der erste Satz hätte mich auch vertreiben können. "Alles begann mit ..." klingt nach einem Scheiß-Einstieg.
Aber so redet sie halt, die Figur, redet so dahin, und boah, man kann's ihr beinahe glauben, dass sich alles gegen sie verschworen hat.
Aber das ist für mich noch nicht genug innerer Zusammenhalt (Bei Moers kommt, glaube ich, zum Abschluss noch: "Und dann ist mir noch der blöde Meteor auf den Kopf gefallen"), die Geschichte läuft so aus und ich denk immer noch, Mensch, denk ich, wo bleibt denn die Pointe? Und dann kommt nix und ich hör nur Annes Freundin zu, wie die von ihrem Mordsärger erzählt, Ausbildungsplatz weg und so und alle voll so: Scheiße.
Das macht eine gute wörtliche Rede, aber noch keine ganz gute Geschichte.

Fazit: Stimmiger Erzählton, der mir gefällt. Die Story dahinter ist noch bisschen dünn.
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rieka
Geschlecht:weiblichSucher und Seiteneinsteiger


Beiträge: 972



BeitragVerfasst am: 19.09.2016 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo unbekannter Dichter. Erst einmal – Respekt, Respekt. Einen brauchbaren Text in zwei Stunden aus dem Nichts zu fertigen ist in meinen Augen eine tolle Leistung.
Bei der Punktevergabe war ich stark zerrissen zwischen meinen Vorlieben und dem Versuch, die Aufgabenstellung korrekt zu beachten. Das wirst du kennen.

Jetzt zum Inhalt:   
Zu diesem Text habe ich erst beim wiederholten Lesen Zugang gefunden, er lag nicht in meinen Lesegewohnheiten.  Dachte ich.
Ja aber dann… :
Heißes Thema zartfühlig verschlüsselt unter markanter Sprache. Realitätsnah. Da setzt, mal wieder, einer seinen Zugang zum Arbeitsleben in den Sand. Armer Kerl der. Das ist schon übel, wenn man hinter etwas her ist und partout nicht greifen kann. Wie so einen VERS. Wenn sich so etwas bloß nicht immer wieder in unterschiedlichen Spielarten wiederholen würde. Immer mal wieder.
Es ist gut  geschrieben, lebendig, flüssig, schnoddrig, nah am Prota, passend zur Aussage, ich kann gut folgen, der Text baut trotz des lapidaren Singsangs eine leichte, mitreißende Spannung auf. Rund.
Diesen Text könnte ein Streetworker, Bewährungshelfer, Arbeitsvermittler oder dergleichen geschrieben haben.
Jetzt zu den Vorgaben:
Der fehlende VERS ist vorhanden,
die Bahn fährt und Prota bekommt es vor Aufregung nicht mit und
an der Kreuzung sacken ihm die Beine weg.
Aber wo ist das Ereignis, auf das Prota zwei Stunden lang hin fiebern soll? Mit Fantasie kann ich rückschließen, dass Prota um halb sechs auf den Arbeitsbeginn um halb acht (macht zwei Stunden) hin fiebert.
Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn du hier einen etwas konkreteren Hinweis - du bist doch nicht schlecht im Subtilen - gegeben hättest. Denn schau mal, zwei Stunden bis an den Arbeitsplatz ist zwar nicht ganz unrealistisch, aber trotzdem schon nicht so häufig und außerdem fängt man in diesen Sparten oft schon um sieben an. Ohne Hinweis muss ich mir schon was zusammenfantasieren, um einen Arbeitsweg von zwei Stunden zu erkennen.
OK Vorgaben, vorausgesetzt meine Vermutung stimmt, erfüllt.
Punkte: 12
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1406
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 20.09.2016 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Am Anfang mag ich den Ton. Dieses hingeschluderte vor sich hin Brabbeln. Habe beinahe so einen Psychotiker vor Augen, der diesen ganzen Sermon halblaut zum Besten gibt. Dann denke ich, das ist so ne untergeordnete Bürocharge. Dann ist das einer vom Bau.
Gefeuert wegen einer kaputten Hose?
So ganz konsistent ist das spätestens da nicht mehr. Und dann nervt die Sprache. Das Gehüpfe von Präteritum in Präsens, größtenteils korrekt angebracht, aber hey. Das muss nicht sein.

Die Geschichte mit der zerschnipselten Postkarte ist nett. Da hätte ich gerne mehr von gehört, außer dass Schmitti verkackt.


_________________
Froh zu sein bedarf es wenig.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 21.09.2016 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Aufgrund von Zeitmangel muss ich mich auf das Nötigste beschränken. Nicht meins.
0 Punkte


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 33
Beiträge: 2001

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 21.09.2016 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

ich finde, für mich sind die Themenvorgaben nicht so gut umgesetzt, da dein Progonist in einer Bahn und nicht in einem Auto sitzt und auch nicht an einer Kreuzung steht.

Außerdem finde ich ihn ehrlich gesagt auch ein bisschen unsympathisch, deinen Protagonisten, das liegt an dieser Passage:

Zitat:
Anne sagt, das nervt voll, aber Anne nervt doch selbst. Wegen Anne hatte ich auch mein Telefon nicht dabei, wäre ja sonst kein Problem, das nachzuschauen, aber ich hatte kein Bock auf Annes Generve, also habe ich es zu Hause vergessen.


Aber gut, sonst finde ich den Text flüssig und ansprechend geschrieben, mal sehen, was dass dann insgesamt ergibt.

LG, Ama


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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 22.09.2016 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing Sympathische Stimme, die total ungefiltert von einem Postkartenfund berichtet. Find ich toll!

LG Dennis


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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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Flush
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 80



BeitragVerfasst am: 23.09.2016 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teilnehmer,
danke für deine Geschichte, wahrscheinlich ist sie die lustigste von allen.
Ich las sie mit einem Augenzwinkern, da sie wie aus dem Alltag gegriffen ist.
Es gibt einfach zu wenig lustige Geschichten! smile
Grüße
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